Das Wort ist sicher ein Neologismus (nicht im canoo-Wörterbuch enthalten), aber man versteht das Wort so ungefähr; man kennt „Wurst, verwursten, wurstig“. Ohne den Kontext des Wortes zu kennen, würde ich vermuten: Es bezeichnet das Ausmaß (Grad), in dem ein Schwein verwurstet und nicht etwa in ganze Stücke zerteilt ist.
Das Wort hat Wilhelm Genazino im Gespräch mit Annette Mingels (SZ Magazin Nr. 21 vom 25. Mai 2007) gebraucht; er begründet damit, warum er normalerweise gegen die Wendung „Ich liebe dich“ skeptisch ist; sie klinge so überschwänglich und angestrengt, stelle eine Klischeefalle dar, kurz, sie habe „einen bedrohlichen Verwurstungsgrad erreicht“.
Im Kontext von „angestrengt“, „überschwänglich“, „Klischeefalle“ und nach der voraufgegangenen Frage, ob man „das“ („Ich liebe dich“) überhaupt noch sagen darf, ist sowohl der Bereich [was man sagen kann] wie auch die Konnotation [negativ, verbraucht] klar, sodass „Verwurstungsgrad“ in diesem Kontext heißt: Die Leute sprechen derart gedankenlos oder bedenkenlos von Liebe, dass man die berühmten drei Worte als denkender Mensch kaum noch verwenden kann.
Schlagworte: Neologismus
Juni 30, 2008 um 4:19 |
Neologismus ist ein interessantes Hobby,
besonders aber jene Neologismen aus den Bereichen Kultur und Wissenschaft. Weißt Du eine gute Quelle, für frische offizielle Neuwörter?