Kategorie-Archiv: Besprechungen

Thomas Schwietring: Was ist Gesellschaft? (2011) – Besprechung

Das bei UVK erschienene Buch trägt seinen Untertitel “Einführung in soziologische Grundbegriffe” völlig zu Recht, soweit ich das als (seit 40 Jahren, seit Peter L. Bergers “Einladung zur Soziologie”) interessierter Laie beurteilen kann: Es stellt eine hervorragende Einführung dar, leicht verständlich geschrieben, mit vielen Beispielen und einigen Diagrammen bzw. Tabellen didaktisch aufbereitet, übersichtlich gegliedert, mit [...]

Faust I und II in Mönchengladbach (2012)

Gestern (26. Mai 2012) habe ich die Aufführung des kompletten „Faust“ in Mönchengladbach gesehen – man müsste eher sagen: Aufführung dessen, was die Regie davon übrig gelassen hat. In gut drei Stunden wurde ein irrwitzig gekürzter Text auf einer kargen Bühne dargeboten. Wenn man Goethes Text nicht kannte, verstand man kaum, was man sah und [...]

S. Rushdie: Scham und Schande – Besprechung

(Shame, London 1983; deutsch München 1985, übersetzt von Karin Graf) Nachdem ich „Mitternachtskinder“ gelesen hatte, wovon ich begeistert war, habe ich, durch Erfahrung klug geworden, bei der Lektüre von „Scham und Schande“ Notizen gemacht, damit ich später noch weiß, was ich gelesen habe und wo es steht. Damit ist ein erstes Merkmal von Rushdies Erzählen [...]

Norbert Bischof: Psychologie – Besprechung

Untertitel des 2008 (2. Auflage 2009) erschienenen Buchs: Ein Grundkurs für Anspruchsvolle Ich habe das Buch nicht als Psychologiestudent, sondern als pensionierter Lehrer gelesen und kann deshalb die fachwissenschaftliche Leistung des Autors nicht würdigen. Mit dieser Einschränkung möchte ich zwei Hauptgedanken des Buches hervorheben. Der erste ist die alte Leib-Seele-Problematik, die Bischof im Sinn einer [...]

Bischof: Das Kraftfeld der Mythen (1996) – Besprechung

In dem umfangreichen Werk (rund 750 Seiten Text) untersucht Norbert Bischof „Signale aus der Zeit, in der wir die Welt erschaffen haben“ (Untertitel). Der Grundgedanke ist folgender: „Der Mythos als eine symbolische Reflexion des erwachenden Weltbewusstseins, als Niederschlag der Erinnerung an jene phänomenale Weltentstehung, bei der jeder von uns einmal zugegen und mit Leib und [...]

Rushdie: Mitternachtskinder – Besprechung

„Mitternachtskinder“ ist ein faszinierender Roman – und ein eigenwilliger Roman. Der am 15. August 1947 Schlag Mitternacht geborene Ich-Erzähler Sinai Saleem trägt seine Lebensgeschichte (und die seiner Eltern und Großeltern) seiner Zuhörerin Padma vor, welche er schließlich heiratet; mit dem Geburtsdatum ist sein Schicksal unterirdisch mit der Geschichte Indiens verbunden, das in der gleichen Sekunde [...]

Céline: Reise ans Ende der Nacht – Besprechung

Auf Célines Roman bin ich in einem Interview George Steiners in der NZZ gestoßen: „Es gibt meines Erachtens drei Romane, die unsere jetzige Welt gestalten: «Die Blechtrommel» von Grass, «Kinder der Mitternacht» von Rushdie [richtig lautet der deutsche Titel «Mitternachtskinder»!] und «Hundert Jahre Einsamkeit» von Márquez. Alle drei sind eine Fussnote zur «Reise ans Ende der [...]

Toulmin – Goodfield: Modelle des Kosmos – kurze Besprechung

Das Wort vom Paradigmenwechsel ist längst ein Schlagwort geworden, um eine wichtige Veränderung zu bezeichnen; dabei ist es von Thomas S. Kuhn eingeführt worden, um entscheidende Veränderungen in der Wissenschaftsgeschichte zu bezeichen bzw. zu erklären (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Paradigmenwechsel bzw. T. S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976; Übersetzung von The Structure of [...]

H. Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert … (Besprechung)

ohne den Verstand zu verlieren oder Anleitung zum subversiven Denken (1997, jetzt für 9,95 bei Beck zu kaufen, oder http://www.irwish.de/Site/Biblio/Sprachkritik/Schleichert.htm zu lesen – dort leider ohne Literaturverzeichnis und mit unklarer Abgrenzung der Zitate; aber mit ein bisschen Verstand kriegt man das hin) Das ist das erste Buch, das ich online gelesen habe – ich habe es [...]

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts – Besprechung

Erzählt wird eine Geschichte des Verfallens – des Verfallens einer Familie, aber nicht als Familie, sondern als Verfallen der einzelnen Menschen. Das hängt mit der eigenwilligen Erzähltechnik zusammen: Die 20 Kapitel des Romans sind einmal dem 1. Oktober 1989 in Berlin gewidmet (6 Kapitel); an diesem Tag wird Wilhelm Powileit 90 Jahre alt und mal wieder [...]

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.