Januar 30, 2012 – 8:49 nachmittags
(Text nach der Ausgabe in: Wohin mit der Religion? 1978, S. 10 f.) 1. Ich gehe vom Erzähler als der sprachlich handelnden Größe aus: Der Erzähler spricht auf zwei verschiedene Weisen: Er erzählt (Z. 1-37) und er reflektiert oder belehrt („Merke“, Z. 38 ff.). Es liegen also zwei unterschiedliche Teile vor. Der Erzähler struktiert seine [...]
Januar 30, 2012 – 8:47 nachmittags
Die Erzählung vom blonden Eckbert weist verschiedene Aspekte auf; es ist eine Geschichte vom Schuldigwerden und vom Einbruch des Entsetzlichen in das Leben der Schuldigen, die trotz ihrer Einsicht in den Untergang getrieben werden. In diesem Geschehen wird also der Schein des Soliden, der sich zu Beginn über das Leben des Ehepaars breitet, zerstört; das [...]
Januar 30, 2012 – 8:46 nachmittags
und erste Interpretation Der Aufbau der von Kleist so genannten Legende „Die heilige Cäcilie…“ ist gar nicht der einer Legende: Zuerst wird die wundersame Rettung des Aachener Klosters vor den fanatischen Bilderstürmern Ende des 16. Jahrhunderts erzählt, mit einem Ausblick auf dessen Säkularisierung nach dem 30jährigen Krieg (Meistererzählungen der deutschen Romantik, dtv 1985, S. 52-54). [...]
Januar 30, 2012 – 8:45 nachmittags
Friedrich de la Motte Fouqués Erzählung „Undine“, 1811 erschienen, ist im 19. Jahrhundert immer wieder gelesen, auch vertont worden (1816 von E.T.A. Hoffmann, 1845 von Lortzing) und wirkt bis zu Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ (1961) nach. Ich möchte zunächst kurz untersuchen, wie Undine und ihr Ritter sich miteinander verbinden; denn das Motiv der Wasserfrau, [...]
Januar 30, 2012 – 8:42 nachmittags
Die Erzählung steht in der Erzählung „Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven“ (1827), in der vier selbständige Erzählungen in die Rahmenerzählung vom Scheik Ali Banu eingebunden sind. Sie wird von einem Sklaven erzählt, der an diesem Tag freigelassen werden soll: Es kommt ein Fremder in die deutsche Stadt Grünwiesel, der sich dem Treiben der [...]
Januar 30, 2012 – 8:39 nachmittags
Die Märchennovelle ist 1818 erstmals veröffentlicht worden, acht Jahre, ehe sie mit dem „Taugenichts“ zusammen als Buch erschien. Ich beziehe mich hier auf die Ausgabe in den „Meistererzählungen der deutschen Romantik“, hrsg. von Albert Meier u.a. (München 1985, S. 277 – 312). Der Kommentar Sibylle von Steinsdorffs (S. 420 ff.) ist recht umfassend und auch [...]
Januar 30, 2012 – 8:36 nachmittags
Wenn man sich am Aufbau des Textes orientiert, bemerkt man zunächst eine zweifache Situationsangabe: Die beiden Tiere Wolf und Lamm stehen am Bach; der Wolf, normalerweise der Jäger, steht oberhalb des Lammes, seines Beutetiers. Die Handlung besteht aus einem Streit der Tiere, wobei der Wolf den Streit mutwillig beginnt, wie ausdrücklich festgehalten wird (V. 4); [...]
Januar 30, 2012 – 8:32 nachmittags
Phaedrus: Fabeln I 13 Der Fuchs und der Rabe Wer sich darüber freut, dass er mit hinterhältigen Worten gelobt wird, wird durch seine Reue spät bestraft (Strafe zahlen). Als ein Rabe das aus einem Fenster geraubte Stück Käse essen wollte und auf einem hohen Baum saß, sah ihn ein Fuchs und begann daraufhin so zu [...]
Januar 30, 2012 – 8:30 nachmittags
An der Fabel von der Haubenlerche und ihren Jungen auf dem Feld möchte ich zeigen, wie man mit Fabeln umgeht, wenn man sie in ihrem Bestand bewahrt, wenn man sie also nicht benutzt, um unter Ausbeutung ihrer Bekanntheit etwas Neues daraus zu machen. In der Fassung von Sebastian Brant (1501) lautet Äsops Text so: Über [...]
Januar 30, 2012 – 8:28 nachmittags
Jeder weiß, was eine Fabel ist: „eine Erzählung, in der Tiere reden und die eine Moral enthält“ (Schöne Fabeln des Alterums. Ausgewählt und übertragen von Horst Gasse, 1955, S. 5) Ein bisschen schlauer ist schon, was Johannes Irmscher in der Einleitung seiner großen Sammlung „Antike Fabeln“, 1999 (erstmals 1978), S. V schreibt: „eine kurzgefaßte Erzählung [...]