Januar 30, 2012 – 6:41 nachmittags
Die Figur Kassandra wird sowohl als Priesterin wie als Seherin („ich Seherin“; „die Sehergabe“) dargestellt bzw. stellt sich im Rückblick auf ihr Leben so dar; dabei wird nicht recht klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Ich möchte also kurz untersuchen, wodurch „Priester“ und „Seher“ im alten Griechenland unterschieden waren, wenn das [...]
Januar 30, 2012 – 6:39 nachmittags
Ich beziehe mich auf die Textausgabe in der Bibliothek der Süddeutschen Zeitung (München 2007). Eine vergleichende Übersicht der Seitenzählung in den Ausgaben SZ-Edition und Luchterhand (2004) finden Sie unten lokalisiert (ein eigener Beitrag hier in diesem Blog!). P.S. Das Lehrerheft zur Unterrichtsreihe ist gerade erschienen: Christa Wolf: Kassandra. Materialien von Norbert Tholen, siehe http://www.krapp-gutknecht.de/Produkte/Literatur/Kassandra/Kassandra.htm (19.06.08) [...]
Januar 30, 2012 – 6:37 nachmittags
In einem e-Buch Ulli W.s habe ich eine Passage gefunden, die auch ein vertieftes Verständnis dessen erlaubt, was Christa Wolf “subjektive Authentizität” nennt: Einige der Autoren im Frankreich des 18. Jahrhunderts betreiben ihre Textproduktion als Steckenpferd von einer wohlsituierten bürgerlichen Existenz aus, andere wie Rousseau, Diderot oder Voltaire sind mehr oder weniger auf den literarischen [...]
Januar 30, 2012 – 6:35 nachmittags
Kassandra als Zeugin (zur Interpretation des Kerns von 26/14 [26/3]- 28/28, nach der Seiten- und Zeilenzählung der Ausgabe in der SZ-Bibliothek, Bd. 59) Das Schema des semantischen Feldes um „Zeuge“ wird (nach http://wortschatz.uni leipzig.de) durch den Prozess vor Gericht bestimmt: Der Zeuge wird geladen und sagt aus oder wird vernommen; außerdem gibt es einen Angeklagten. [...]
Januar 30, 2012 – 6:34 nachmittags
Wie das Bild von Kassandras Situation aufgebaut wird (untersucht bis 17/26) Die von Christa Wolf verwendete Erzähltechnik macht es dem Leser schwer, Zusammenhänge zwischen Figuren und Ereignissen zu erkennen. Im Gespräch mit Jacqueline Grenz sagte Christa Wolf im Herbst 1983, man müsse nicht wie Homer erzählen, „mit einem Anfang, mit einem Höhepunkt, mit einem Schluß, [...]
Januar 30, 2012 – 6:33 nachmittags
„Schon wieder schüttelt mich der gliederlösende Eros, bittersüß, unbezähmbar, ein dunkles Tier.“ (Sappho) Das Motto: zwei Verse der Sappho. Diese war eine griechische Dichterin (um 600 v. C.), sie lebte in Mytilene auf Lesbos, wo sie im Kult der Aphrodite und im Dienst der Musen junge Mädchen aus vornehmen Kreisen um sich sammelte. Sie war [...]
Januar 30, 2012 – 6:32 nachmittags
1. Vorstellung des Bandes „Kassandra“ (Bibliothek SZ 59) in der SZ, 16. Juni 2007: Schrecksekunde einer Frau Christa Wolf: „Kassandra“ Was war das für ein Buch, was hat es nicht alles bedeutet! Damals, in den achtziger Jahren, den Zeiten des Nato-Doppelbeschlusses, des Kampfes gegen Pershings und Atomkraft, gegen Kapitalismus und Patriarchat. Kassandra, die trojanische Königstochter [...]
Januar 30, 2012 – 6:29 nachmittags
In Wolfs Erzählung gibt es den Rahmen, in dem ein neutraler Erzähler in Mykene am Löwentor an “sie” (Kassandra) denkt, also auf ihre Todessituation zurückblickt. Darin eingebettet erzählt Kassandra in einem inneren Monolog ihr Leben. Die Erzählsituation Kassandras ist aus der „Orestie“ des Aischylos übernommen, nur dass Kassandra jetzt nicht mehr mit dem Chor, sondern [...]