Mann: Buddenbrooks – Inhalt: Übersicht

Ich gebe hier eher eine Übersicht über den Inhalt, damit man weiß, wo man was nachlesen kann, als dass ich im strengen Sinn eine Inhaltsangabe machte.
(Seitenangaben beziehen sich auf die gebundene Sonderausgabe bei Fischer, 10. Aufl. 2008; eine chronologische Kurzfassung der Familiengeschichte findet man unter http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/mann_th/bud/mann_th_bud_2_1.htm. Beachtung verdient http://de.wikipedia.org/wiki/Buddenbrooks.) – Eine Kurzfassung des Romangeschehens mit einigen Links zum Verständnis gibt es hier.

I 1 (Erster Teil, erstes Kapitel)
Im Landschaftszimmer des neuen Hauses in der Mengstraße trifft sich Oktober 1835 der Kern der Familie: Johann Buddenbrook und Frau Antoinette, geb. Duchamps; deren Sohn, Konsul Jean Buddenbrook, und Frau Elisabeth (Bethsy), geb. Kröger; ihre Tochter Tony (Antonie), 8 Jahre alt. Ida Jungmann ist das Hausmädchen, Klothilde eine entfernte arme Verwandte, die Söhne Christian (7 J.) und Tom kommen aus der Schule. Tony wird geprüft, ob sie den Katechismus hersagen kann.
I 2
Gegen 16.00 Uhr kommen die Gäste Hoffstede, Dr. Grabow, Pastor Wunderlich, Makler Grätjens, Eheleute Langhals, Eheleute Köppen (Weinhändler), Schwager Kröger mit Frau und Söhnen, seine Eltern und die Eheleute Oeverdieck (Eltern der Frau Kröger). Thomas wird als ernster Junge, Christian als ein kleiner Luftikus charakterisiert.
I 3
Gespräch Jeans mit seiner Mutter wegen des dritten Briefs, in dem sein Stiefbruder Gotthold wohl Forderungen erheben wird. Es geht um die Entschädigung der Geschwister wegen des für das neue Haus entrichteten Kaufpreises, der aus der Erbmasse genommen worden ist.
I 4
Es gibt Fisch zu essen. Gespräch über das neue 1682 erbaute Haus und den Niedergang der Familie Ratenkamp (vormalige Besitzer), den Jean trotz der Machenschaften Geelmaacks für zwangsläufig hält. – Pastor Wunderlich erzählt die Geschichte vom halben Diebstahl des Silbergeschirrs durch Franzosen 1806.
I 5
Schinken und der russische Topf (Gemüse). Gespräche der Männer über Napoleon und die Julirevolution in Frankreich, weitere Gespräche.
I 6
Es gibt Plumpudding und Dessertwein, es werden Toasts auf das Wohlergehen der Familie und des Geschäftes ausgesprochen. Hoffstede trägt ein Gedicht zur Einweihungsfeier des Hauses vor.
I 7
Christian ist es übel, Dr. Grabow untersucht ihn.
I 8
Aufbruch ins Landschaftszimmer (zum Musizieren) bzw. zum Billard. Die Männer diskutieren über Hamburgs Beitritt zum Zollverein; Hoffstede trägt anzügliche Verse vor.
I 9
Die Gäste verabschieden sich, der Segensspruch über dem Haus („Dominus providebit“) wird zum zweiten Mal genannt.
I 10
Vater und Sohn sprechen über das Wetter und darüber, ob etwas „mit Gottes Hilfe“ zum Guten gewendet wird. Jean übergibt den Brief Gottholds, welcher sehr „christlich“ seinen Anteil fordert: ein Drittel des Kaufpreises. Der Alte erklärt, wie er Gotthold (knapp) zu entschädigen gedenkt. Jean rechnet, was eine gleichberechtigte Entschädigung kostete, und stimmt dann trotz vorheriger Gewissensbisse dem Vater zu, da er Teilhaber des Geschäftes ist.

II 1
14. April 1838, etwa 9 bis 10 Uhr: Konsul Jean trägt die Geburt seiner Tochter Clara (6 Uhr an diesem Tag) in die Chronik ein, sehr fromm…
Er liest rückblickend auf „Gottes Hilfe“ Episoden seine Lebensgeschichte und der Geschichte der Familie [Spannung zwischen dem frommen Reden und der kalten Kalkulation in I 10!].
Großeltern, Vater und Geschwister am Bett der Mutter und der Wiege Claras.
II 2
(ohne Datierung, allgemein) Tony, in Sommer bei den Großeltern lebend: verwöhnt, feudal, kess, hübsch. – Einführung der Familie Hagenström: Julchen, Vater, Brüder: die Gegner der Buddenbrooks. Tonys Flegeleien werden vom Erzähler kritisch berichtet.
II 3
(ohne Datierung) Thomas und Christian charakterisiert: begabt beide, Thomas auf der Realschule, ernsthaft; der kesse Christian auf dem Gymnasium; Lehrer Stengel, Pastor Hirte, Betrugsversuch (mit Schneider Stuht); Christians Faxen (Pfirsich).
II 4
Januar 1842: Antoinette erkrankt, 14/15 Tage lang, Verwandte kommen, sie stirbt. Johann sen. welkt dahin und stirbt auch (im März).
Gotthold kommt, versöhnt sich nach dem Begräbnis mit seinem Bruder Jean.
Die Datierung des Todes Johanns ist nur eine relative und wohl 1842 anzusetzen; aber bei der Erkrankung seiner Frau blickt er auf den Tod der ersten Frau vor 46 Jahren zurück (S. 69 f.), beim Begräbnis ist Gotthold 46 Jahre, der aber ein Jahr nach Eheschließung geboren wurde [-> unklar].
II 5
Ostern 1842 (1843?) wird Thomas im Geschäft eingeführt. Eines Abends: Gespräch des Konsuls mit Frau über Anstellung eines Dieners, was er wegen der Geschäfte der Buddenbrooks und der Krögers (finanzielle Lage beider war schon besser) ablehnt – ein paar Tage später wird trotzdem der Diener eingestellt.
II 6
Tony kommt in die Pension zu Frl. Weichbrodt; Christian (eines Abends, S.80) und Tony (eines Tages, S. 82) machen wegen ihrer amourösen Neigungen dem Vater Sorgen.
II 7
(ohne Datierung) Therese Weichbrodt (Aussprache: S. 84), ihre Schwester Nelly Kethelsen; Frl. Popinet als Schülerin; Armgard von Schilling und Gerda Arnoldsen als neue Freundinnen Tonys; Mädchenträume.
Weihnachten zu Hause – so wanderten die Jahre vorbei (S. 90), Tonys glückliche Jugend.

III 1
[Die Datierung ist etwas problematisch – in III 13 wird die Verlobung durch Tony auf Sept. 1845 datiert; im Juni des Jahres ist Tony 18 (S. 99), Ende Juli ist Tom 20 (S. 115), was sich mit der Hochzeit der Eltern 1825 (S. 158) nicht verträgt!]
Im Juni besucht Grünlich (32) die Familie am Nachmittag zum Kaffe, redet den Eltern nach dem Mund, wird von Tony und dem Erzähler durchschaut.
III 2
Einige Tage später lässt Tony Grünlich einfach stehen; zum nächsten Sonntag ist er eingeladen; er kommt öfter – Tony weist ihn ab.
Acht Tage später sprechen die Eltern mit Tony über Grünlichs Heiratsantrag – „Was habe ich ihm getan?“ Im Gespräch mit der Mutter treten Pflicht und Bestimmung einer Frau als Prinzipien hervor.
III 3
Schulferien – Tony lehnt Grünlich ab. An einem Nachmittag tritt Grünlich Tony allein, wirbt um sie, sie weist ihn zurück; er sinkt in die Knie, sie wird weniger schroff aus Mitleid.
III 4
Jean hat Grünlichs Geschäftsbücher gesehen und sich nach seinem Leumund erkundigt: Alles sei für Familie und Geschäft vorteilhaft. Alle reden Tony zu, Pastor Kölling predigt sie an – sie magert ab und wird von Tom Ende Juli nach Travemünde in Ferien gebracht.
III 5
Fahrt zu Schwarzkopf, Gespräch der beiden über Familie und Heiraten (Hagenström im Aufwind), Ankunft 16 h, Kaffee 16.30 – 18.30, der Sohn kommt dazu.
III 6
Am nächsten Morgen: Rückblick auf den Vorabend, der Sohn gefällt ihr. 9 h steht Tony auf, Frühstück, Gespräch mit Morten über Essen, Zeitung, Politik; er ist schnell verlegen.
III 7
11.30 Gang zum Strand, Gespräch über ihre Bücher; sie fragt nach seinem Vornamen. Morten geht nicht mit zu Möllendorpfs, setzt sich auf die Steine [soziale Differenz]. Tony zu den Möllendorpfs, Spanungen mit Hagenström.
III 8
Tony erholt sich; Spaziergänge mit Morten, der kritisch offen über den Adel urteilt. Er führt republikanische Reden; er nimmt das republikanische Prinzip wahr, sie sieht das Persönliche. Morten gehört heimlich einer Burschenschaft an, tritt für „Freiheit“ ein.
III 9
10. September, am Strand: Morten fragt nach Grünlich, sie antwortet. Morten wirbt um sie, sie sagt zu, sie küssen sich und schämen sich.
III 10
Brief Grünlichs (mit Ring),
Brief Tonys an den Vater,
Brief des Vaters (Hinweis auf Selbstmorddrohung Grünlichs, die Familie).
III 11
Grünlich bei Schwarzkopf, spielt den Vornehmen und Beinahe-Verlobten und macht „ältere“ Rechte auf Tony geltend – Vater weist den Sohn zurecht.
III 12
(Morten ist schon weg nach Göttingen) 10 h Imbiss, Tom hol Tony ab (11 h); Tony wird vom Gedanken an Morten belebt, will „dies alles“ als etwas Heiliges für sich bewahren.
III 13
Ankunft zu Hause; am nächsten Morgen (22. Sept.) liest Tony in der Familienchronik…, wird sich der Familienbindung bewusst, trägt einfach ihre Verlobung ein: 22. September 1845.
III 14
Verhandlung Grünlichs mit Jean über Mitgift; Verlobung Julchens im Oktober; für Tony wird die Aussteuer besorgt. Sie will in der Stadt Hamburg wohnen, aber er setzt das Land durch. Hochzeit Anfang 1846. Nach der Abreise sieht Jean, dass Tony mit sich zufrieden sein wird (sie hatte ihn gefragt, ob er mit ihr jetzt zufrieden sei).
III 15
Thomas geht zum Blumenladen und nimmt Abschied von seiner Anna, mit der er seit anderthalb Jahren ein inniges Verhältnis hatte – er muss nach Amsterdam, sie werden nicht heiraten, wie beide wissen und einsehen.

IV 1
Briefe: 30. 4. 1846 Tony -> Mutter, bittet um Besuch, beschreibt ihre Situation, deutet Schwangerschaft an;
2. 8. 1846 Vater -> Thomas, berichtet über Besuch in Hamburg, die Situation der Söhne und des Geschäftes: auf die Erbschaft von Kröger angewiesen; Hagström im Aufwind;
8. 10. 1846 Grünlichs -> Eltern: Geburt einer Tochter (Erika)
IV 2
Anfang Okt. 1848: politische Unruhen, Köchin der Buddenbrooks aufsässig, neue Verfassung erlassen; Klothilde und die Konsulin altern, revolutionäre Umtriebe auf der Straße.
IV 3
Jean trifft Makler Gosch, sie gehen zum Saal der Bürgerschaft; dort Erregung, das revolutionäre Volk wird kommen, Lärm, Ratlosigkeit; Jean geht hinaus und löst die Versammlung auf.
IV 4
Die Deputierten trinken Bier, Jean fährt den erzürnten alten Kröger nach Hause, wo dieser stirbt.
IV 5
Januar 1850: Frühstück bei Grünlich; Spannungen, Tonys Wünsche nach drittem Dienstmädchen und einer Kalesche entsprechen nicht den Verhältnissen.
IV 6
Kesselmeyer lacht zur Bemerkung, Tony ruiniere Grünlich; Tonys Selbstbewusstsein (S. 203 f.); Kesselmeyer verlangt sein Geld, Grünlich ist pleite, wird als Betrüger entlarvt, soll sich an Buddenbrook wenden.
IV 7
Jean kommt umgehend (undatiert), gegen 14 h – schlechte Situation der Firma; Vater bietet an, Tony könne nach Hause kommen. Er bereut seinen Rat zur Eheschließung; sie macht ihm keine Vorwürfe, willigt ein.
IV 8
Gespräch der Herren im Rauchkabinett, Prüfung der Bücher, Absage an Grünlich; Kesselmeyer deckt die Betrügereien Grünlichs auf: Schon vor 4 Jahren hatte er Schulden.
IV 9
Anstalten zur Abreise – Grünlich spielt Liebestheater, beschimpft Tony und bekennt, sie nur des Geldes wegen geheiratet zu haben. Jean: „Beten Sie.“
IV 10
Tony stellt sich auf neues Leben ein, distanziert kommentiert vom Erzähler; ihr besseres Verhältnis zum Vater. Scheidung im Februar 1850.
Thomas kommt zurück; Ende 1850 stirbt Frau Kröger, was 100.000 einbringt. Die Familie des Justus Kröger verkommt. Sommer 1851 fährt Christian nach Chile.
Konfrontation Tonys mit Julchen, Aufstieg der Hagenströms. „Die Jahre schwanden dahin.“ (S. 240) Tony reist gelegentlich mit dem Vater, der religiöse Geist im Haus nimmt zu, Tony sperrt sich dagegen.
IV 11
Spätsommer 1855: An einem Sonntagnachmittag ist die Familie zu einem Spaziergang verabredet, man wartet auf den Konsul, Gewitterstimmung draußen. Der Regen setzt ein, Konsul Buddenbrook stirbt.

V 1
(zwei Wochen später) Testamentseröffnung, von Tony als Familienrat inszeniert; Vermögen der Firma beträgt 750.000. Justus wird Vormund Claras, Thomas überlässt Gotthold das Konsulat, Prokurist Marcus wird (+ 120.000) Kompagnon.
V 2
Christian kommt Februar 1856 zurück, besucht das Grab, tritt exaltiert auf;
Erzähler spricht über den Umgang mit Gefühlen in der Familie (S. 259 f.).
V 3
Christian tritt ins Geschäft ein, wird aber schnell nachlässig; Thomas und Marcus ergänzen sich, Thomas agiert persönlich, bringt frischen Wind in die Firma.
V 4
Gotthold (60) stirbt im Mai 1856. Thomas denkt über ihn und über sich nach (wichtige Reflexion), er wird Konsul der Niederlande, tritt eine Reise an.
V 5
Bethsy pflegt eine aufdringliche Frömmigkeit (u.a. mit Jerusalemabend) und vielen Predigern als Gästen – Tony hasst diesen Betrieb. Tony wird vom Erzähler erneut ironisch mit der Behauptung ihrer Kenntnis des Lebens zitiert (auch 291, 297 u.ö.).
V 6
Pastor Tiburtius wirbt um Clara, die von herber Schönheit ist, aber oft herrisch auftritt. Er bekommt im Juli das Ja-Wort Claras und der Mutter.
V 7
20. 7. 1856: Brief Thomas’ an die Mutter, über seinen Aufenthalt in Holland. Die Verlobung mit Gerda ist perfekt, Aussicht auf hohe Mitgift; Besuch angekündigt.
V 8
Ende Juli ist Tom zurück, Anfang August kommen Tiburtius und Familie Arnoldsen zu Besuch, Verlobungen im Familienkreis; Planung der Hochzeiten. Bericht über den Eindruck, den Gerda resp. Thomas in der Stadt machen.
V 9
Tom kommt im März 1857 von seiner zweimonatigen Hochzeitsreise zurück (-> seine Hochzeit im Januar, Claras Hochzeit Ende 1856). Tony hat das Haus in der Breitenstraße für die junge Familie eingerichtet; sie langweilt sich, ist nach München eingeladen.

VI 1
Erstes Diner des jungen Konsuls in der Mengstraße. „heute“ Brief vom 2. April 1857: Tony in München, lernt Permaneder kennen.
VI 2
Ende April: Tony zurück; Spannungen zwischen Tom und Christian wachsen. Christian wahrt nicht die Form, schadet der Firma (313 f.).
VI 3
Ende Mai: Thomas stellt Christian zur Rede, bietet ihm Geld für dessen Selbständigkeit.
Anfang Juni geht Christian nach Hamburg.
VI 4
(undatiert) gegen 11 h kommt Permaneder, ist wegen Geschäften und Frau Grünlich in Hamburg, wird zum Frühstück eingeladen, bis 14 h; wird eingeladen.
VI 5
Permaneder zieht ein, Tom zeigt ihm die Stadt… Er bleibt noch ca. 10 Tage, auch als die Geschäfte erledigt sind. Tony erwartet seinen Antrag und sieht sich in der Pflicht, mit einer zweiten Ehe die erste wieder gutzumachen (wg. Familie).
Sonntagsausflug nach Schwartau, mit Mühe macht Permaneder den Antrag, Heimfahrt. Alles wird geregelt, Verlobung, er fährt zurück. Im Juli: Fahrt nach München, August: Aussteuer, Spätherbst: Heirat.
VI 7
Tagesablauf Toms: ausführliche Rasur am Morgen: ein intelligenter, rühriger, weitsichtiger Kaufmann, der an der Enge Lübecks leidet.
Sorgen machen Christian, Claras Gesundheit, die eigene Kinderlosigkeit (-> Kur für Gerda) und die „arme Tony“.
VI 8
Tonys Probleme mit der Sprache, der Küche, den Mädchen in München; Permaneder hat sich mit Mitgift zur Ruhe gesetzt -> Streit!
Neujahr 1859: Tony wird wieder Mutter; nach der Geburt lebt das Kind nur ¼ Stunde, sie leidet. – Tom wusste, dass Tony immer ein Kind bleibt (369).
VI 9
Ende Nov. 1859: Tonys Telegramm; sie kommt am nächsten Tag 16 h an. „Er ist ein verworfener Mensch.“ (373) Sie hat ihren Mann mit Babette überrascht -> Streit.
VI 10
18 h Tom will keinen Skandal. Tony bekennt sich zum „Adel“ der Buddenbrooks, der in München verletzt wird; Tom akzeptiert die Trennung.
VI 11
Tony betreibt die Scheidung, Permaneder willigt ein und gibt Mitgift heraus. Tony trägt die Scheidung in die Chronik ein (393); Tom muss nach Hamburg, wegen Christian; „und so entschwand die Zeit“ (393, vgl. 240).

VII 1
Frühjahr 1861: Taufe des J. Johann K. Buddenbrook in der Breitenstraße; Paten: Justus B. und Bürgermeister Oeverdieck. Tony sieht die Familie neu erblühen, gute Wünsche Groblebens. (Sprache: 397, 400, 401)
VII 2
Am Tauftag um 21.30 h: Christian kommt „krank“, braucht Geld, ist Vater von Alines 3. Kind, will nach London.
VII 3
Febr. 1862: Konsul Möllendorpff stirbt; Tom kandidiert gegen den liberalen, erfolgreichen Hermann Hagenström. Agitation, Tonys Erwartungen.
VII 4
Wahltag, Ende Februar: Im 2. Wahlgang wird Tom gewählt, Tony verschleiert unter den Zuschauern; Vereidigung am nächsten Tag (Sa).
VII 5
Tom für Steuern zuständig; seine „Eitelkeit“ bedeutet das Nachlassen seiner Spannkraft (418 f., bedeutsamer Kommentar) -> Rastlosigkeit -> Plan, ein neues Haus zu bauen (im Sommer 1863), allgemeine Zustimmung. Hanno ist etwas zurückgeblieben, Richtfest in der Fischergrube, kurz bei Iwersens Blumenladen.
VII 6
Juli 1864, vier Wochen nach dem Umzug: Tony bringt Brief: Clara im Sterben. Tom macht ein schlechtes Geschäft, fühlt sich alt (429 f., vgl. 419). Er spricht über das Glück und die späten Zeichen des Erfolgs im Niedergang.
VII 7
August 1964, nach Claras Tod: Thomas‘ Streit mit der Mutter wegen des von ihr zugesagten Erbteils Claras. Tom sieht in den abgehenden 127.500 die Serie der Niederlagen fortgesetzt: Es steht schlecht um die Familie Buddenbrook.
VII 8
Soldaten in Lübeck einquartiert (Herbst ’64), Krieg mit Dänemark, Frieden (1865); Hannos Kinderspiele (1865, wichtiger Kommentar). Zweiter Krieg (1866) – die Firma verliert 20.000.

VIII 1
Erika Grünlichs Situation – Hugo Weinschenk, nicht ganz erstklassig; Jan. 67 Werbung;
Christians Eskapaden (442 ff., 448 ff.); Tony war die eigentliche Braut (445), sagt der Erzähler; Trauung, Hochzeitsreise Mitte April 1867.
VIII 2
Frühling 1868: Elisabeth ist geboren; Probleme Erikas und Armgards mit den Männern; Tony bittet Tom, die Pöppenrader Ernte für 35.000 zu übernehmen – der lehnt ab.
VIII 3
Tony bei Ida; Charakterisierung Hannos, dem alles nahegeht, der nicht gern zur Schule geht, ein Träumer, den nachts böse Träume schrecken.
VIII 4
Tom ist ermattet, durch seine inneren Vorstellungen; er beginnt zu sparen. Er ist zerrissen: ein praktischer Mensch und ein Träumer [weithin Innensicht Toms]; im Zweifel entschließt er sich, die Pöppenrader Ernte zu kaufen (474); Brief am 26./27. Mai; er reist am 30 Mai hin, ist wohlauf.
VIII 5
Die Unruhe kommt zurück, Marcus ist gegen das Ernte-Geschäft. Am 7. Juli 1868 wird das 100jährige Bestehen der Firma gefeiert: Empfang zu Hause, Hannos Gedicht – Toms Härte gegen Hanno. Viele Gratulanten, kleines Gewitter… Telegramm (indirekt): Ernte ist vernichtet.
VIII 6
Organist Pfühl musiziert mit Gerda, sie bekehrt ihn zu Wagner, Hanno hört ihnen ergriffen zu; Pfühl wird sein Klavierlehrer – enorme Fortschritte. Am 15. April 1869 (8 J.) führt er eine eigene Phantasie vor der Familie auf: Das Glück der Musik währt nur einen Augenblick.
VIII 7
Thomas gegen Hannos Neigung zur Musik; dessen träumerische Schwäche entfremdet ihn dem Vater. Behandlung bei Zahnarzt Brecht. Hanno freundet sich mit Kai Graf Mölln an, Ida vergöttert ihn. Hanno zieht einen Strich unter seinen Namen in die Chronik; er glaubte, nach ihm käme nichts mehr (524); Thomas schlägt ihn.
VIII 8
Anklage gegen Weinschenk (Versicherungsbetrug); Staatsanwalt ist Hagenström, Verteidiger Breslauer aus Berlin. – Heiligabend bei der alten Konsulin: Hanno bekommt Puppentheater und Harmonium (537). Christian spielt vor und geht in den Club. Abendessen 20.30 h.
VIII 9
Tony ist angeschlagen, bittet Tom um Kaution; sie glaubt nicht an Weinschenks Unschuld. Tony sieht ihr ganzes Leben verfehlt, Weinschenk wird verurteilt (3 ½ Jahre), Sachen werden verkauft, die Stadt vergisst ihn.

IX 1
Bethsy hat Lungenentzündung, wird von Schwester Leandra gepflegt; sie wehrt sich gegen den Tod, spricht mit Jean, stirbt nach Wochen, morgens gegen 5.30 h.
IX 2
Angestellte nehmen schon Wäsche mit… Am nächsten Tag, gegen 9.30 h, streiten sich die drei Geschwister, vor allem die Brüder, als sie das Eigentum der Mutter aufteilen: Thomas „verbietet“ Christian, Aline zu heiraten. Tony will das Elternhaus behalten, Tom hat schon mit dem Makler gesprochen.
IX 3
Hanno nimmt Abschied von der Oma, sie wird begraben (im Herbst), Tony plus Anhang sitzt auf den Ehrenplätzen.
IX 4
Acht Tage später wird das Haus an den Makler Gosch verkauft, 6 Wochen später will Hagenström das Haus kaufen. Er besichtigt das Haus. – Weihnachten wird im kleineren Kreis gefeiert, Anfang 1872 wird der Haushalt der Konsulin aufgelöst, das Haus umgebaut, im Frühjahr zieht Hagenström ein. Tony muss weinen, wenn sie am Haus vorbeigeht: ihr Kinderweinen (609).

X 1
Thomas ist müde, wirkt an der Börse eher dekorativ; hat keine Lust zu arbeiten. Er verbirgt sein Leben hinter einer Maske (614, ebenso 629). Armgards Mann erschießt sich.
X 2
Tom will Hanno zu einem „Mann“ erziehen; dieser soll auf die Realschule wechseln. Er ist kein richtiger „Junge“, die Hagenströms piesacken ihn; er begleitet den Vater in den Hafen und zu Empfängen, notgedrungen.
X 3
Sommerferien in Travemünde, vier Wochen Träumen für Hanno; die Sonntagsbesuche (Vater, andere Bürger) stören eher. Nur Tony hat Verständnis für Travemünde.
X 4
Anfang 1873 wird Weinschenk begnadigt, ein gebrochener Mann; nach 3 Wochen geht er nach England und ist dann ganz verschwunden.
X 5
Eheleute Buddenbrook im Visier der Stadt: Gerdas Verhältnis zum Leutnant von Throta gehe zu weit; er musiziert intensivst mit Gerda, Tom ist verstört-unsicher. Im Gespräch leidet Hanno mit ihm.
Thomas sieht seine Tage gezählt (650 ff.), wird damit nicht fertig – liest zufällig Schopenhauer, ist in der Nacht davon erregt und getröstet (654 ff.) – am nächsten Morgen geht es normal weiter, die Ungewissheiten bleiben; er macht sein Testament (661 f.).
X 6
Im Herbst rät ihm der Arzt zu Ferien, er fährt mit Christian nach Travemünde; dort ist er in Gesellschaft abgehalfterter Herren. Tony kommt gelegentlich, ihr Herz ist leicht und frei (671). Tom erklärt ihr, warum er das Meer liebt: aus Schwäche (671 f.).
X 7
Januar 1875, Tom verlässt vorzeitig die Ratssitzung, geht zum Zahnarzt, die Krone bricht beim Ziehen ab. Er geht heim und fällt auf der Straße um (680).
X 8
Die Frauen sind erregt, Tom liegt auf dem Bett, die Ärzte machen keine Hoffnung, der Pastor kommt; dann ein agonierendes Gurgeln; Thomas ist tot (685).
X 9
Kränze und Blumen werden gebracht, Frau Iwersen sieht Tom noch einmal; Tony arrangiert die Trauerszenen. Thomas wird begraben (691 ff.).

XI 1
Die Alten sind weithin gestorben, Christian hat Aline geheiratet, die Firma ist unter Wert verkauft worden; Kistenmaker verdirbt auch den Verkauf der Villa in der Fischergrube. Gerda zieht im Herbst 1876 um, Ida wird entlassen – Hanno sieht darin die allgemeine Zersetzung (699). Tony will in Hanno die Familie erblühen sehen (700, 696), Christian kommt auf Betreiben seiner Frau in die Klapse.
XI 2
Montag, 6.00 h (im Winter): Hanno erinnert sich an den Sonntag („Lohengrin“), muss noch Hausaufgaben machen, schläft wieder ein, steht 7.10 h auf, kommt verspätet in die Schule. Es wird dann ein Schultag Hannos episodisch erzählt – voller Schulklischees; bemerkenswert ist nur, dass Hanno und Kai sich nicht an den üblichen Schülersprüchen und –scherzen beteiligen, sowie ein Gespräch der beiden über die Zeit nach der Schule (742 ff.).
Nach dem Mittagessen phantasiert Hanno am Klavier (748 ff.), am Abend spielt er eine Partie Schach mit Gerda und macht wieder nicht die Hausaufgaben – „ein Tag aus dem Leben des kleinen Johann“ (751).
XI 3
Typhus – Beschreibung des Krankheitsverlaufs (751 ff.).
Ist diese Krankheit eine Krankheit oder eine Form der Auflösung? (754)
XI 4
Herbst 1877: Gerda nimmt Abschied, um nach Holland zu ziehen – Hanno ist vor 6 Monaten begraben worden. Gosch soll alles verkaufen (757) – einige Sentiments zum Schluss, die Weichbrodt hat überlebt.

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