Johann Peter Hebel: Kannitverstan – Analyse

Wie liest man die Erzählung, wenn man analytisch vom Kommentar ausgeht? Etwa so: In der Erzählung „Kannitverstan“ (1809) belehrt ein auktorialer Erzähler seine Hörer, wie man mit seinem Schicksal zufrieden werden kann, auch wenn man arm ist: Man („der Mensch“) hat, wo auch immer man sich befindet, die richtige Betrachtung „über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen“. Dieses Lernprogramm stellt der Erzähler am Anfang vor (Z. 1-8). Er führt dann die Figur eines Handwerksburschen ein (Z.9), an dessen Beispiel („denn“, Z. 11) er zeigt, wie jemand sogar „auf dem seltsamsten Umweg“ (Z. 8, „aber“) zu dieser Betrachtungsweise gekommen ist. Dahin kann man täglich und überall kommen (Z. 1-3); in der großen (!) Stadt (Z. 12), wo man fortwährend Großem begegnet (s.u.), ist der Weg zur Erkenntnis offenbar schwerer: Dass die Dimension „groß“ betont wiederholt wird, gibt zu denken – dem armen Handwerker sowieso, aber auch dem aufmerksamen Leser.
Die eigentliche Erzählung beginnt in Z. 11; es werden drei Begegnungen des Gesellen mit dem vermeintlichen Herrn Kannitverstan erzählt. Der deutsche Geselle ist in Amsterdam ein Fremder, der die holländische Sprache nicht versteht (Z. 33-39; vgl. Z. 97 f.). Im Hintergrund klingt vermutlich das christliche Motiv an, dass der Mensch in der Welt fremd ist, auf der Wanderschaft (vgl. Z. 16 f.) zur himmlischen Heimat; diese Menschen-Wanderschaft ist ein Weg, der durch Irrtümer zur Wahrheit führt, wie der Handwerker beispielhaft erlebt und der Leser es erfährt (Z. 10 f.): durch seinen allwissenden Sprecher spricht Hebel seine Kalenderleser an. Wohlwollend verfolgt der Erzähler den Weg des Handwerksburschen (der gute Fremdling, Z. 38; unser Fremdling Z. 84).
Es wird erzählt, was der Handwerker innerhalb eines Tages erlebt; vorab deutet der Erzähler bereits das gute Ende des Geschehens an (Z. 7-11). Dreimal begegnet der Deutsche aus dem kleinen Schwaben in der großen Stadt Amsterdam etwas Großem: einem Haus, einem Schiff und einem Leichenzug. Diese drei Erlebnisse verbindet er auf Grund eines Missverständnisses des Satzes „Kannitverstan“ zu einer sinnvollen Einheit, welche er als „Unbestand aller irdischen Dinge“ (Z. 3 f. gegen Z. 89-92!) begreift.
Die drei Episoden (1. – 3.) werden nach dem gleichen Schema erzählt: Der Deutsche begegnet dem Großen, das lange betrachtet wird (1. – 3.); er macht sich Gedanken über den Reichtum (1. und 2., verbunden in Z. 63-68); er stellt eine falsche („traurige“, Z. 69) Betrachtung an, die auf einem Vergleich beruht (Z. 70-74) und zum Neid führt (nur in 2.); in der dritten Episode werden die falschen Gedanken vom richtigen Gefühl (Z. 84 ff.) verdrängt und münden in der richtigen Betrachtung (Z. 101 ff.). Zum Schluss wird summarisch erzählt (Z. 118 ff.), dass der Handwerker seine Lebens-Lektion im Sinn des Erzählers gelernt hat: Immer wenn er an seiner Armut leidet, stellt er die richtige Betrachtung an und erkennt (Kontrast und Abfolge: groß und reich – enges Grab), dass Reichtum zuletzt bedeutungslos ist, womit er dann den Übergang vom schweren zum leichten Herzen (Z. 115/111) schafft.
Wenn man sich am Erzähler und am Erzählvorgang orientiert, gewinnt ein Element (eines Textes) seine Bedeutung dadurch, dass es seinen bestimmten Platz in der Abfolge vieler Elemente einnimmt. Nehmen wir als Beispiel die „traurige“ Betrachtung, welche der Handwerksbursche anstellt, als er „Kannitverstans“ großes Schiff gesehen hat (Z. 70 ff.). Diese Betrachtung nach der zweiten Begegnung mit etwas Großem aus dem Umfeld Kannitverstans folgt dem Versuch des Gesellen, sich rational den Reichtum (den Besitz des großen Hauses) Kannitverstans zu erklären. Die zweite Begeg-nung mit etwas Großem steht zwischen der ersten, auf die keine Betrachtung folgt, und der dritten, welche mit der richtigen Betrachtung (Z. 101 ff.) schließt. In dieser Reihenfolge wird der anfänglich genannte Weg der Erkenntnis „durch den Irrtum zur Wahrheit“ (Z. 10) realisiert. Die „Wahrheit“ im Sinn des Erzählers ergibt sich aus der richtigen Betrachtung des Unbestands aller menschlichen Verhältnisse (Z. 1-8) und erweist sich darin, dass sie es einem leicht ums Herz werden lässt (s.o.).
Diese Orientierung an der Position eines Elementes in der Abfolge der Elemente nennt man syntagmatisch. Paradigmatisch ist die Betrachtung, wenn man sich fragt: Was bedeutet es, dass gerade dieses Element statt eines anderen gewählt worden ist? Was bedeutet es also, dass der Handwerker aus Duttlingen statt aus Ibbenbüren stammt? In dieser Betrachtung zeigt sich ein kleiner Witz darin, dass der Deutsche gerade die Bemerkung „Kann nit verstan“ des Holländers seinerseits nicht versteht und zum Namen „Kannitverstan“ umdeutet.

In aller Vorsicht möchte ich einige Überlegungen zur möglichen Intention des Autors um 1810 anstellen. An einigen Stellen klingen christliche Motive ebenso wie Schlagworte der Entstehungszeit an: dass wir nur Gast (Fremdling) auf Erden sind, dass wir paradoxerweise (also durch Erlösung) durch unsere Irrtümer zur ewigen Klarheit und Wahrheit kommen. Eine kirchenkritische Pointe liegt in der Tatsache, dass der Fremde in Holland durch eine unverständliche Predigt mehr gerührt wird als durch manche (langweilige) deutsche (Z. 112-114); die Rührung stammt aus dem wehmütigen Gefühl, „das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht“ (Z. 85-87). In diesem Gefühl ist der Handwerker ein guter Mensch, in diesem Gefühl stellt er die richtige Betrachtung über den Gang des Lebens an (Z. 100 ff.). Als er dagegen nur gefühllos auf seinen Verstand gesetzt hat, hat er die wesentliche Gleichheit der Menschen (angesichts des Todes) übersehen und nur die Unterschiede zwischen Armen und Reichen bemerkt (Z. 70 f.). Hier beziehen der Erzähler und sein Autor zwischen dem Vertrauen auf die Vernunft (Aufklärung, 18. Jahrhundert) und der Betonung des Gefühls (Romantik, etwa 1790-1830) Position, ebenso zwischen dem Gleichheitspathos der Revolution (1789) und dem christlichen Schöpfungs- oder Erlösungsglauben, der politisch zu einer konservativen Haltung neigt. – Man könnte auch auf die Nähe des evangelischen Theologen Hebel zum schwäbischen Pietismus verweisen, der die Herzensfrömmigkeit (gutes Herz, Gefühl) höher als die kirchliche Orthodoxie (Bekenntnis der „richtigen“ Glaubenssätze) setzt.
Indirekt liegt auch eine Kritik an dem reichen Beerdigungsteilnehmer vor, der sogar beim Begräbnis noch kalkuliert, wie er seine Gewinne steigern kann; dieser Kapitalist blickt nicht auf das, was letztlich Bestand hat, und geht so in die Irre – er ist die unbelehrte Gegenfigur, im Vergleich mit welcher der schwäbische Handwerker als wahrhaft belehrt (und „bekehrt“) erscheint.

Alte Analyse:

Die Erzählung wird von einem Kommentar eingeleitet, den ich zunächst nicht beachten möchte; was er bedeutet, versteht man besser, wenn man die Erzählung kennt. Diese beginnt in Zeile 11; es wird davon erzählt, was ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam erlebt hat.
Zwei Fragen sind zu beantworten, wenn man die Erzählung verstehen will: Was wird erzählt, und wie wird es erzählt? Die erste Frage ist leichter zu beantworten. Der Deutsche aus Duttlingen (Z. 17), einem Dorf im Schwabenland, kommt in die große Stadt Amsterdam und erblickt dort vieles, was er so nicht kennt; dabei fallen ihm drei Dinge besonders auf: ein großes, schönes Haus (Z. 15 ff.), ein großes Schiff (Z. 49 ff.) und ein großer Leichenzug (Z. 75 ff.). Erzählt wird nun, wie dieses betont Große auf den „kleinen“ namenlosen Handwerker wirkt; erzählt wird also, was er beim Anblick der drei Größen empfindet und denkt (Z. 41; 63; 72; 102 bzw. 108).
Seine Gedanken und Empfindungen verändern sich in der Abfolge des Erlebens – das ist das, was eigentlich erzählt wird. Das große Haus erblickt er mit Verwunderung (Z.19), er denkt dabei nur an den Reichtum des Besitzers (Z. 40 f.). Wie das Schiff entladen wird, schaut er aufmerksam zu (Z. 50); er stellt nun in seinen Gedanken einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Besitz des Schiffes und dem des großen Hauses her (Z. 63 ff.). Dieser Zusammenhang ist aber nicht richtig.
Der Deutsche hat nämlich die Antwort „Kannitverstan“ auf seine Frage, wem das Haus gehöre, als einen Namen verstanden, also missverstanden, wie der Erzähler seinem Hörer erklärt hat (Z. 34-39); auf Grund dieses Missverständnisses stellt der Handwerker, der namenlose Held der Erzählung, „eine recht traurige Betrachtung“ (Z. 69) an – er ist neidisch auf den Reichtum des Herrn Kannitverstan, des „vermeinten Herrn Kannitverstan“ (Z. 110), wie der Erzähler hervorhebt, dem nur vermeintlich sowohl das Haus wie das Schiff gehören. Damit ist das zweite Thema der Erzählung genannt: das Missverständnis, welches die Gedanken des Handwerkers bestimmt.
Dieses Missverständnis, was den deutschen Burschen zunächst belastet (Z. 69 ff.), lässt ihn beim dritten Erlebnis wieder (schrittweise) fröhlich werden. Er identifiziert nämlich irrtümlich den gleichen Herrn Kannitverstan als die zu begrabende Leiche (Z. 75 ff.; 97 f.) und zieht in Gedanken die Bilanz von dessen Leben: Letztlich hat dieser von seinem Reichtum genau so viel wie er von seiner Armut (Z. 102 ff.). Hat ihn der Tod des Mannes bedrückt („wehmütiges Gefühl“, Z. 85; „schwer … ums Herz“, Z. 101), so stimmt ihn die Bilanz heiter (Z. 101, 115), da alle Besitzunterschiede im Tod aufgehoben seien (Z. 70 ff.; 102 ff.), sodass er getrost einen Käse essen kann.
Zum Schluss weiß der Erzähler zu berichten, dass sein Held diese Betrachtung später immer wieder angestellt hat, wenn er angesichts der ungleichen Verteilung der Reichtümer in der Welt an seiner Armut gelitten hat (Z. 118 ff.).
Wenden wir uns jetzt der Frage zu, wie diese Geschichte erzählt wird. Der Erzähler ist „allwissend“; er weiß also, was der Held auf seiner Wanderung erlebt hat (Z. 16-18), warum der erste Holländer so kurz angebunden ist (Z. 29 ff.) und was ein anderer beim Begräbnis denkt (Z. 89-92), ebenso was sein Held gerade oder später denkt (Z. 40 f.; 72-74 usw.; 118 ff.); er bewertet auch das Mitleid des Helden (Z. 85-87). Seinen Zuhörern erklärt er das Missverständnis seines Helden genau (Z. 34 ff.).
Anderseits ist die Erzählweise ganz einfach und volkstümlich: Der Held hat keinen Namen, beinahe keine Geschichte und auch kaum einen Charakter: Er ist ein guter Mensch (Z. 85 f.; 111-113), zwar auf die allzu Reichen neidisch (Z. 70 ff.), doch bald wieder mit seinem Los zufrieden (Z. 101 ff.); menschliche Züge werden kurz bei den beiden Holländern (Z. 29 ff.; 89 ff.), einmal dann beim deutschen Handwerker (Z. 113 f.) erwähnt. Die chronologisch erzählten Ereignisse werden nicht datiert, außer in der Beziehung auf den Helden: „als er in diese große und reiche Handelsstadt… gekommen war“ (Z. 11 ff.) – danach gibt es nur so unbestimmte Zeitangaben wie „lange“ (Z. 18), „endlich“ (Z. 22, 41, 49 usw.), „da“ (Z. 63) oder „jetzt“ (69). Auch die Dreizahl der Erlebnisse ist für volkstümliches oder lehrhaftes Erzählen typisch.
Im einleitenden Kommentar sagt der auktoriale Erzähler, wie er seine Geschichte verstanden wissen will; sie dient ihm als Beleg („denn“, Z. 11) für seine Behauptung, dass jemand, ein deutscher Handwerker, durch den Irrtum zur Wahrheit gekommen ist – ein Weg, den er selbst als „seltsamsten Umweg“ bewertet, Z. 8. Umweg ist dieser Weg in den Augen des Erzählers angesichts dessen, was er als täglich gegebene Möglichkeit und damit auch Aufgabe des Menschen ansieht: durch „Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge“ (Z. 3 f.) mit dem eigenen Schicksal und seinen bescheidenen Lebensmöglichkeiten „zufrieden zu werden“ (Z. 5). Dass seine Zuhörer zur Einsicht in den wahren Wert des Irdischen kommen und dadurch mit ihrem Schicksal zufrieden werden können, dessen ist der Erzähler gewiss; sein Held ist ein Vorbild, von und mit dem man etwas lernen kann. Dass dessen Weg dabei ein seltsamer Umweg ist, macht seine Geschichte erzählenswert und unterhaltsam.

Wann hat man die Erzählung „Kannitverstan“ verstanden? Und gibt es ein richtiges oder vollständiges Verstehen? Um diese beiden Fragen beantworten zu können, sollte man drei kommunikative Dimensionen oder Aspekte unterscheiden. Die erste Dimension wird erreicht, wenn die reine Erzählung (Z. 11 ff.) im Vordergrund steht; das ist etwa der Fall, wenn Hebels Erzählung Kindern der Primarstufe oder der frühen Sekundarstufe zur Unterhaltung vorgelesen oder zur Nacherzählung vorgetragen wird; dann haben sie es mit der Geschichte eines Missverständnisses zu tun – die realen Zuhörer halten sich für dem Helden überlegen, weil sie sein Missverständnis durchschauen und sich deshalb daran erfreuen können. Dieses Verständnis ist sicher nicht falsch, weil dem Erzählungsaufbau entsprechend, aber nicht vollständig, weil den einleitenden Kommentar nicht beachtend.
Die zweite Dimension des Verstehens wird durch den Erzählerkommentar eröffnet: die Erzählung als Beispiel und der Held als Vorbild dafür, wie man von falscher Betrachtung der sozialen Unterschiede (Stichwort in Z. 3 und 69, analog zu ergänzen in Z. 101 ff. und 121) zur richtigen Betrachtungsweise kommt; als richtig gilt dabei dem Erzähler die Betrachtung, welche den einzelnen Menschen zufrieden macht (Z. 5 f.) und bei der es einem leicht statt schwer ums Herz wird (Z. 69 f.; 100 f.; 115; 119 f.). Man wird nicht fehlgehen, wenn man die Intention des auktorialen Erzählers als die des Autors Johann P. Hebel begreift; in seinen Augen wäre die Erzählung richtig verstanden, wenn die Leser den namenlosen Helden als Vorbild nähmen, zur richtigen Betrachtung des Reichtums kämen und so zufrieden würden: Auch aus einem großen Haus kommt man in ein enges Grab (Z. 123 f.); im Tod sind alle gleich, der Unterschied zwischen Reichen und Armen ist dann aufgehoben (Z. 102 ff.).
Da man methodisch zwischen Autor und Erzähler zu unterscheiden hat, kann man das Verhältnis von Autor und Lesern als dritte Dimension des Verstehens betrachten, auch wenn der Autor Hebel seinem auktorialen Erzähler nahe steht. Definitiv ist eine dritte Dimension erreicht, wenn ein Leser die Belehrung durch den Erzähler versteht, aber für falsch hält, Hebels Intention zurückweist und von einer (vermeintlich?) höheren Einsicht in die politischen Möglichkeiten des sozialen Ausgleichs und Kampfes die möglicherweise beschwichtigende, aufs Dereinst vertröstende Wirkung der Erzählung ablehnt; statt der Gleichheit im Tod kann man Gleichheit im Leben anstreben, den Neid auf die allzu Reichen brauchte man dann nicht zu beseitigen; das Mitgefühl mit den Toten ersetzte nicht die Brüderlichkeit der Bürger. – Spätestens hier ist die dritte Dimension des Verstehens erreicht; es kann historisch untersucht werden, wie Hebels Erzählung verstanden worden ist und gewirkt hat. Ob man in dieser Dimension entscheiden kann, welches Verständnis richtig ist, sei dahingestellt; sicher ist ein Verständnis, in dem man sich von der Intention des Autors distanzieren kann, vollständiger als eines, welches dem Charme des auktorialen Erzählers erliegt.

Schauen wir zurück, wie wir bei der (alten) Analyse vorgegangen sind:
1. Zunächst haben wir untersucht, was erzählt wird (die Ereignisse, die Erlebnisse und Reaktionen des Helden); dabei ist als treibendes Moment, vielleicht sogar als Thema das Missverständnis des holländischen Satzes „Kannitverstan“ aufgetaucht. Wir haben also den thematischen und chronologischen Aufbau der Erzählung untersucht.
2. Danach haben wir untersucht, wie die Geschichte erzählt wird und wie der Erzähler sich zu Wort meldet – dies alles auf die eigentliche Erzählung (ab Z. 11) bezogen. Wir haben somit die Erzählweise und die Kommunikation des Erzählers mit seinen Hörern berücksichtigt.
3. Abschließend haben wir den einleitenden Erzählerkommentar untersucht und die Erzählung von ihm her als eher erbauliche Belehrung verstanden. Wir haben somit die Intention des auktorialen Erzählers gefunden.
Damit ist die Analyse eigentlich beendet; man hätte auch mit der Untersuchung des Erzählerkommentars beginnen, die ganze Bedeutung der „Betrachtungen“ (Z. 3) dann aber erst aus der Erzählung selbst verstehen können. [Wie man vom Erzähler-kommentar ausgehen kann, wurde oben vorgeführt.]
Danach haben wir die Grundsatzfrage behandelt, wann man die Erzählung vollständig oder richtig verstanden hat; dabei haben wir mehrere Dimensionen des Verstehens unterschieden, die an kommunikative Verhältnisse angebunden sind. Als neues Verhältnis taucht das des Autors Hebel zu realen Lesern damals und heute auf. Hier greift die Untersuchung als Rezeptionsforschung über den Text hinaus; als politische oder geschichtsphilosophische Untersuchung stellt sie den Autor Hebel mit seiner Erzählung in die Geschichte der sozialpolitischen Kämpfe.

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