Storm: Der eine fragt – Interpretation

Es gibt einen berühmten Sinnspruch Theodor Storms, dessen Verständnis umstritten ist:

Der eine fragt
 
Der eine fragt: Was kommt danach?
Der andere fragt nur: Ist es recht?
Und also unterscheidet sich
Der Freie von dem Knecht.

Umstritten ist hier, wer der Freie ist, der eine (nennen wir ihn E) oder der andere (A). Das entscheidet sich an der Auslegung der beiden Fragen: Ist es ein Zeichen von Freiheit zu fragen: „Was kommt danach?“ Oder ist es eher Sache des Freien, nur zu fragen: „Ist es recht?“ Die Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die erste Frage unvollständig ist. Man könnte sie in doppeltem Sinn ergänzen: (1) Was kommt für mich danach? (2) Was kommt für die anderen danach? Die Ergänzung (1) zeigt uns den Fragenden als einen Taktiker, der die Folgen seines Handelns für sich selbst einkalkuliert; die zweite Ergänzung zeigt den Fragenden als einen Verantwortungsethiker im Sinn Max Webers. Die einschränkende Partikel „nur“ hilft uns hier weiter, denke ich; mit ihrer Hilfe können wir den Sinn der zweiten Frage und dann auch den Sinn der ersten Frage bestimmen. Und wir müssen bedenken, dass „der Freie“ und „der Knecht“ im Gegensatz zueinander stehen – demgemäß haben ihre Fragen ebenfalls eine gegensätzliche Bedeutung.

Auf dieser Grundlage können wir eine Ergänzung der beiden Fragen vornehmen: A fragt: „Ist es recht (so zu handeln) – egal, was danach kommt?“ Dass diese Ergänzung die richtige ist, ergibt sich aus der einschränkenden Partikel „nur“, wodurch die gegensätzliche Frage ausgeschlossen wird. E fragt dagegen: „Was kommt danach – egal, was recht ist?“ Diese Ergänzung ergibt sich in Analogie zur Frage des A.

Im Sinn dieser Lesart ist die E-Frage die eines Opportunisten, der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt, der nicht gegen den Strom schwimmt, der seine Schäfchen ins Trockene bringt… Die A-Frage ist die Frage des aufmüpfigen Aufrechten, des starken Charakters; der handelt im Sinn des Sprichworts „Tue recht und scheue niemand.“ (Es gibt auch eine längere Version: „Fürchte Gott, tue recht und scheue niemand.“ bzw. „Fürchte Gott, tue recht und scheue niemand, denn was kann dir der Staub tun.“ Die dritte, längste Fassung stammt von Magister Johann Rittmeyer; der war evangelisch-lutherischer Pfarrer und Propst an der Klosterkirche St. Marienberg in Helmstedt. Sein Andachtsbuch trägt den Titel „Himmlisches Freudenmahl der Kinder Gottes auf Erden“. In einer Ausgabe des Jahres 1743 findet man einen Abschnitt unter diesem Titel als christliche Lebensregel Nr. 55. Die Herkunft der längeren zweiten Fassung ist unbekannt.) Wenn man die erweiterte Fassung heranzieht, erweist sich die A-Frage als die des aufrechten „Protestanten“, der seine Sache nur auf Gott stellt und mit Luther sagt: „Ich kann nicht anders.“ – Um diesen Sinn zu mögen oder akzeptieren zu können, muss man vielleicht ein wenig aufmüpfig sein, ein wenig protestantischen Geist in sich tragen – Luther hin oder her, Gott hin oder her, müssen wir in Zeiten nach dem „Tod Gottes“ ergänzen. Redlichkeit ist nicht an religiöses Bekenntnis gebunden.

Um meine Lesart zu untermauern, möchte ich den Sinnspruch im Kontext eines anderen eindrucksvollen Gedichts Theodor Storms lesen:

Für meine Söhne

 

Hehle nimmer mir der Wahrheit!

Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;

doch, weil Wahrheit eine Perle,

wirf sie auch nicht vor die Säue.

 

Blüte edelsten Gemütes

ist die Rücksicht; doch zuzeiten

sind erfrischend wie Gewitter

goldne Rücksichtslosigkeiten.

 

Wackrer heimatlicher Grobheit

setze deine Stirn entgegen;

artigen Leutseligkeiten

gehe schweigend aus den Wegen.

 

Wo zum Weib du nicht die Tochter

wagen würdest zu begehren,

halte dich zu wert, um gastlich

in dem Hause zu verkehren.

 

Was du immer kannst, zu werden,

Arbeit scheue nicht und Wachen;

aber hüte deine Seele

vor dem Karrieremachen.

 

Wenn der Pöbel aller Sorte

tanzet um die goldnen Kälber,

halte fest: du hast vom Leben

doch am Ende nur dich selber.

Es gibt hier mehrere Strophen, die meine Lesart des Sinnspruchs direkt bestätigen: Die Wahrheit, die vielleicht Leid bringt, wenn man sie ausspricht; die erfrischenden Rücksichtslosigkeiten; die Warnung vor dem Tanz um die goldenen Kälber und vor dem „Karrieremachen“. Dass man am Ende nur sich selber hat, unabhängig von allen anderen Erfolgen des eigenen Handelns, und dass man deshalb nur darauf achten soll, was recht ist – daran zu erinnern ist der Sinn des von uns untersuchten Sinnspruchs. Mag auch in der Frankfurter Anthologie E als der Freie gedeutet worden sein, wie Jörg Schippers mir gestern mitteilte: Es besteht für mich kein Zweifel daran, dass im Sinne Theodor Storms der Freie nur fragt: „Ist es recht?“ A ist der im rechten Tun Freie, E bloß ein seinem Kalkulieren höriger Knecht.

P.S.

Was Storm meint, ist von Sokrates in Platons „Apologie“ erklärt und verteidigt worden: Der gute Mensch, also wer als Mensch etwas taugt, dürfe nicht primär darauf achten, was ihm sein Handeln nützt („Was kommt danach?“), sondern allein darauf, „wenn er etwas tut, ob es recht getan ist oder unrecht, ob eines rechtschaffenen Mannes Tun oder eines schlechten“ (Apologie 28 b = Storm: „Ist es recht?“). 23. Mai 2015

P.S. In der Erläuterung zu Kants Ethik schreibt Ernst Cassirer:

Pflichtmäßig“ heißt uns eine Handlung nur dann, wenn in ihr jeder Gedanke des Vorteils, der aus ihr zu erwarten ist, jede Berechnung der gegenwärtigen oder künftigen Lust, die sich aus ihr etwa ergeben wird, ja jedes sonstige materiale Absehen überhaupt, ausgeschaltet ist und nur die Richtung auf die Allgemeinheit des Gesetzes, die alle zufälligen und besonderen Regungen in Schranken hält, als alleiniger Bestimmungsgrund übriggeblieben ist. (E. Cassirer: Kants Leben und Werk, 1921, S. 260) Nichts anderes steht in Theodor Storms kleinem Gedicht: Frei ist nach Kant und Storm nur, wer das Recht will und tut, statt sich vom Nützlichen oder Angenehmen (fremd)bestimmen zu lassen; es geht schlicht um das letzte Kriterium richtigen Handelns, und das ist nicht der Nutzen. 10/2017

P.S. Noch ein Beispiel, um zu erklären, was Theodor Storm mit seinem Spruch meint (nur darum geht es – nicht darum, ob man ihm darin zustimmt): Im ersten Kapitel des Buches „Das Leben Don Quijotes und Sanchos“ (von Miguel de Unamuno, München 1926) schreibt das Ich seinem Freund vom Ziel eines gewaltigen Aufbruchs, eines Kreuzzugs „mit dem Ziel, das Grab Don Quijotes aus der Macht der Schulmeister, der Pfaffen, der Barbiere, der Fürsten und Domherren zu befreien, die es besetzt halten“ (S. 7). In diesem Zusammenhang sagt oder schreibt das sprechende Ich:

Wenn ich bisweilen jemand einen Vorschlag mache, was meiner Meinung nach notwendigerweise geschehen müßte, wird mir stets die Frage entgegengehalten: „Und nachher?“ Auf solche Fragen gibt es keine andere Antwort als eine zweite Frage. Auf das „Und nachher?“ gibt es nur die Gegenfrage: „Und was war vorher?“

Es gibt keine Zukunft, es gibt niemals eine Zukunft. Was man Zukunft nennt, ist nichts als eine große Lüge. Die wahre Zukunft ist das Heute. Was wird morgen aus uns werden? Es gibt kein Morgen. Was geschieht heute mit uns, jetzt gleich? Das ist die einzige Frage. (S. 6)

Wie gesagt, die Vernunft gebietet uns, so wie A zu denken; aber es gibt ebenfalls starke Gründe dafür, so wie E zu denken. Wie gut und schön es ist, frei zu denken und zu handeln, wie Theodor Storm, Magister Rittmeyer und Sokrates es uns nahegelegt haben, können die Schulmeister, Pfaffen und Barbiere natürlich nicht verstehen. 1/2018

P.S. Noch ein Beispiel: Beim Aufstand der Göttinger Sieben gegen den Verfassungsbruch des Königs 1837 hat Jacob Grimm mitgemacht; er hat sich anschließend über seine dadurch begründete Entlassung als Professor geäußert. Er habe nicht gezaudert, „der Stimme meines Gewissens zu folgen“; denn er sah sich „in eine öffentliche Angelegenheit verflochten, der ich keinen Fußbreit ausweichen darf, nicht erst lange umblicken, was Hunderttausende thun oder nicht thun“. Jacob Grimm steht auf der Seite des anderen, der nur fragt: Ist es recht? Er hat nicht aus Furcht vor dem Verlust seines Amtes (Was kommt danach?) die Klappe gehalten und zum Unrecht geschwiegen. Was Kropotkin (Memoiren eines Revolutionärs, it 21, S. 375) von der Perovskaja berichtet, stimmt damit völlig überein. – Wer Storm immer noch nicht verstehen kann, dem ist nicht zu helfen. 3/2019

Und noch ein Fund: „Der Mensch besteht in der Wahrheit. Giebt er die Wahrheit Preis, so gibt er sich selbst Preis. Wer die Wahrheit verräth, verräth sich selbst. Es ist hier nicht die Rede von Lügen, sondern vom Handeln gegen Ueberzeugung.“ Novalis (in: Akkorde Deutscher Classiker über Philosophie des Lebens, Carlsruhe 1818, S. 110 = § 220) Und als letzter kommt Goethe zu Wort: Als aber der Zirkel [der Vergnügungen mit Freunden, N.T.] durchlaufen war, sah ich, daß das unschätzbare Glück der Freiheit nicht darin besteht, daß man alles tut, was man tun mag, und wozu uns die Umstände einladen, sondern daß man ohne Hindernis und Rückhalt, auf dem geraden Wege tun kann, was man für recht und schicklich hält, und ich war alt genug, in diesem Falle ohne Lehrgeld zu der schönen Überzeugung zu gelangen. (Aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, 6. Buch: Bekenntnisse einer schönen Seele) 7/2019

Und noch ein letzter Fund: Angesichts der Bestrafung von Klagen „ist es sehr begreiflich, daß die Sclaven, wenn sie hinsichtlich ihrer Lage und des Charakters ihres Herrn befragt werden, fast ohne Ausnahme erwiedern. Sie seien zufrieden und hätten einen guten Herrn. (…) Sie verhehlen die Wahrheit lieber, ehe sie die Consequenzen auf sich nehmen, welche aus dem Aussprechen derselben erwachsen können, und geben sich darin als ächte Mitglieder der menschlichen Gesellschaft kund.“ (Frederick Douglass: Sklaverei und Freiheit. Autobiographie, 1860, S. 86) So handeln eben Sklaven! Vgl. auch Wolfram Eilenberger: Zeit der Zauberer. Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919-1929. Klett-Cotta 2018/19, S. 169 ff. (wunderbar erhellend).

 

9 thoughts on “Storm: Der eine fragt – Interpretation

  1. P.S. Eben lese ich in den Gesprächen des Konfuzius (hrsg. von Ralf Moritz, Leipzig 1982):
    Konfuzius sprach: „Der Edle ist mit seinen Pflichten vertraut; der Gemeine sieht nur den eigenen Vorteil.“ (IV, 16)
    Das beweist nichts direkt für das Verständnis des Gedichtes, zeigt aber, wie anständige Menschen denken.

    N. Tholen, 20. Juni 2011

  2. Pingback: Theodor Storm: Für meine Söhne – Analyse « norberto42

  3. Das scheint mir eine totale Verkehrung dessen, was der Sinnspruch bedeutet und aussagen will. Der Knecht ist vielmehr derjenige, der nur danach fragt, ob sein Handeln mit den (jeweils gültigen) Rechtsvorschriften oder gesellschaftlichen Maximen in Einklang steht, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was daraus folgt. Der Freie hingegen handelt so, wie es allgemeingültigen und ggf. auch über dem geltenden Recht stehenden Maximen zufolge moralisch richtig ist.

    (Man wende den Satz nur mal auf den ehemaligen Marinerichter Filbinger und seinen schönen Spruch „was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein“ an, um zu sehen, wie sehr die obige Interpretation ihn in sein Gegenteil pervertiert.)

    • Hallo, benkku!
      Du verstehst m.E. „recht“ falsch: „recht“ ist gleich „richtig“, aber nicht gleich „zufällig geltendes Recht“ [Filbingers „Recht“ war eben nicht „recht“! – Erstaunlich, wie manche Leser trotz dieser klaren Unterscheidung an der falschen Lesart von „recht“ festhalten, also das Adjektiv nicht vom Substantiv unterscheiden können, z.B. https://cognitatio-saxonia.de/der-eine-fragt/]: Der Freie tut das, was wirklich richtig ist; der Knecht achtet auf das, was ihm nützt („was kommt danach“). Im Sinne Max Webers wird hier also „Gesinnungsethik“ propagiert – ob das immer gut ist, ist eine andere Frage: Es geht jetzt nur darum, was der Spruch besagt.
      Aber sei beruhigt, du bist nicht der einzige, der sich an meinem Verständnis dieses Spruchs stößt. Bedenklich ist jedoch, dass du auf meine Argumentation nicht eingehst, sondern nur dein Verständnis vorträgst; das ist nicht recht, wenn auch dein Recht – jedem steht es frei, nichts dazuzulernen.
      Das Missverständnis beruht vielleicht auch auf einem spontanen Verständnis des Spruchs als Parallelismus:
      der eine – der andere
      der Freie – der Knecht;
      diese Zuordnung kann man jedoch nicht nur (falsch) als Parallele lesen, sondern auch (richtig) als Chiasmus.
      http://www.li-go.de/uebungsansicht/rhetorik/beispiel-chiasmus-beispielchiasmusBsp.html

  4. Wenn man die Frage nach dem „danach“ im Sinne eines nachhaltigen Handelns liest, dann hat das nichts mit Ihrer Lesart zu tun und dann ordnet sich dem das Recht auch unter, insofern bin ich völlig bei benkku.

  5. Lieber Peter,

    Sie müssen argumentieren und sich mit meiner Argumentation auseinandersetzen – alles andere zählt nicht, ist bloße Meinung.

    Offensichtlich fällt es vielen schwer, sich das Handeln eines freien aufrichtigen Mannes vorzustellen; ich kann es nicht ändern.

    • Ich muss zwar nicht argumentieren, ich tat es aber schon. Ihre Interpretation baut auf einer These zur Rhetorik auf und ich sehe nicht, was daran stichhaltiger sein sollte als der Text selbst? Eine freie aufrichtige Frau wird bei dem Begriff „danach“ nicht an sich selbst denken, sondern an ihre Kinder; völlig egal was recht ist.

      • Sie haben nicht zum Text argumentiert, also nicht argumentiert, und Sie müssen argumentieren, wenn Sie ernstgenommen werden wollen – andernfalls haben Sie zwar das Recht der freien Meinungsäußerung, wobei Ihre nicht begründete Meinung mich aber nicht interessiert.
        Mein Hinweis auf die rhetorische Figur des Chiasmus ist nicht der Kern meiner Argumentation, sondern stützt sie nur am Rand ab; in meinem Hinweis auf den Chiasmus steckt eine Anleitung zum Lesen des Textes selbst – Sie machen sich dagegen nicht bewusst, wie Sie den Text lesen, sondern verlassen sich aufs Gefühl und auf Ihre Wertschätzung der Nachhaltigkeit, die Sie an den Text herantragen. Storm wendet sich gegen Opportunisten, Mitläufer, Ausbeuter etc. Das hat nichts mit nachhaltigem Wirtschaften zu tun, welches jenseits der Alternative recht/Unrecht steht, eher das Attribut „recht“ auf seiner Seite hat.
        Die freie aufrechte Frau hat in Zeiten der Unterdrückung ihr Leben aufs Spiel gesetzt, auch wenn andere allein zurückblieben: Inge Scholl, Felicitas Schulze-Boysen u.a. Vielleicht lesen Sie einmal die allerdings etwas pathetischen Balladen „Nis Randers“ oder „John Maynard“, dann sehen Sie möglicherweise, woran Storm gedacht haben könnte. Oder lesen Sie Kleist: Prinz Friedrich von Homburg, und dazu meine Analyse https://norberto42.wordpress.com/2011/12/08/kleist-prinz-friedrich-von-homburg-thema-herz-gesetz/ – viel klarer kann man das, was recht ist, nicht von dem, was danach kommt, unterscheiden! Das Gleiche gilt von Goethes Iphigenie – man muss deutsche Literatur kennen, um deutsche Literatur zu verstehen.

        P.S. Meine erste Antwort auf Peter war wohl etwas zu heftig: Wenn man nachhaltig denkt, fragt man gerade, was recht ist, auch wenn man selber dafür manche ökonomischen Nachteile in Kauf nimmt. Es geht also zuerst um die Bedeutung der Frage „Was kommt danach?“, die bei Storm im Gegensatz zur Frage „Was ist recht?“ steht und dort die Frage der nur auf den eigenen Vorteil Bedachten ist. Die Frage „Was kommt danach?“ hat bei Storm und für Peter nicht die gleiche Bedeutung, auch wenn sie buchstäblich gleich lautet. Bei Storm hat sie die Bedeutung „Was kommt für mich danach?“ – das hätte ich von Anfang an deutlicher sagen sollen (aber für mich war das so klar wie dicke Tinte, für andere offensichtlich nicht, was ich erst jetzt erkenne).

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