Georg Heym: Die Stadt; Der Gott der Stadt – zur Analyse

Die Stadtgedichte Georg Heyms versteht man besser, wenn man Ludwig Meidners Bild „Apokalyptische Stadt“ von 1913 (oder: Burning City; Apocalyptic Landscape) kennt. Vgl. dazu die Ausführungen von Ernst Gerhard Güsehttp://www.gymoedeme.de/anhaenge/2910/Meidner%20Apokalyptische%20Stadt,%201913,%20Münster.pdf. Vgl. auch meine Ausführungen zum Epochenumbruch um 1900!

Text des Gedichtes „Die Stadt“: http://de.wikisource.org/wiki/Die_Stadt_(Heym)http://wiki.zum.de/Großstadtlyrik_des_Expressionismus; letzter Vers anders: http://www.dr-peter-wieners.de/autoren/54032497590dbcd03/54032497590e5930f/5403249baf0797601.html; http://www.vus-ck.hr/licus/01/LiCuS_Vol.01_No.01_Moebius_Labyrinth.pdf (dort S. 82 – auch der 1. Vers anders!) – die Textgestalt ist offenbar nicht völlig gesichert. Analysen:

http://lyrik.antikoerperchen.de/georg-heym-die-stadt,textbearbeitung,12.html (schülerhaft, schönes Bild von Meidner dabei);

http://lyrik.antikoerperchen.de/georg-heym-die-stadt,textbearbeitung,25.html (schülerhaft-hilflos);

http://www.dr-peter-wieners.de/autoren/54032497590dbcd03/54032497590e5930f/5403249baf0797601.html;

http://www.vus-ck.hr/licus/01/LiCuS_Vol.01_No.01_Moebius_Labyrinth.pdf (im Kontext des Symbols „Labyrinth“ gesehen – problematisch, finde ich);

Grundzüge der Analyse: Die Stadt ist (personifiziert) ein dumpf lebendes Wesen; der Sprecher ist unbeteiligt, er beschreibt dieses dumpfe Leben und seine Bedrohung durch Dunkelheit und Feuer. In den beiden Quartetten des Sonetts wird die Stadt inmitten der dunklen Nacht beschrieben; in den beiden Terzetten wird zunächst das dumpfe Einerlei (vgl.V. 7 f.) als Geschehen zwischen Gebären und Sterben entfaltet (V. 9-11) – sozusagen als die innere Bedrohung des Stadtlebens, während in der letzten Strophe die äußere Bedrohung in den traditionellen Bildern beschrieben wird. Die Form des Sonetts ist also gegenüber der Blick- oder Gedankenführung eher äußerlich, eine Spannung oder ein Verhältnis zwischen Quartetten und Terzetten ist nicht erkennbar. Es gibt wenige Analysen des Gedichts, bekannter ist das andere Gedicht Heyms.

Text des Gedichtes „Der Gott der Stadt“: http://wiki.zum.de/Großstadtlyrik_des_Expressionismus#Georg_Heym_-_Der_Gott_der_Stadthttp://www.zeno.org/Literatur/M/Heym,+Georg/Gedichte/Ausgewählte+Gedichte/Der+Gott+der+Stadt u.ö. Analysen des Gedichts:

http://lyrik.antikoerperchen.de/georg-heym-der-gott-der-stadt,textbearbeitung,60.html (das hinzugefügte Bild ist verfehlt!);

http://www.aknw.de/gebaute-geschichte/pdf/zusatzmaterial/1_4_Heym.pdf (im Kontext des Expressionismus);

http://herrlarbig.de/2009/02/17/georg-heym-der-gott-der-stadt/ (ähnlich);

http://www.kas.de/db_files/dokumente/7_dokument_dok_pdf_4018_1.pdf (Großstadt in der Literatur);

http://hup.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2008/66/chapter/HamburgUP_Lyrik_Hillmann_04.pdf (Vorlesung Prof. Hillmann)

Grundzüge der Analyse: Die Stadt mitsamt ihrer Umgebung wird im Bild des großen Gottes Baal gesehen – Baal war der Gegengott zum Gott JAHWE der Juden, also aus jüdischer Sicht ein „Götze“; das zeigt sich darin, dass auch die Kirchenglocken bei seiner Verehrung mitmachen. Er ist ein Gott des Zorns, nicht der Liebe; er ist ein vernichtender, nicht ein rettender Gott. Die Attribute der Gefahr sind die im Expressionismus üblichen: das Dunkel, das Feuer. Der Sprecher ist von diesem Geschehen beeindruckt, ohne doch persönlich irgendwie hervorzutreten (wie beim vorigen Gedicht).

Clemens Heselhaus (Deutsche Lyrik der Moderne, 1961, S. 184 f.) meint, es handele sich beim Baal nicht um eine mythische Figur, sondern um eine „poetische“ Darstellung der atmosphärischen Erscheinungen über der Stadt. „Die Mythisierung, die manche annehmen, ist nichts anderes als eine hyperbolische Metapher, erfunden, um das Verhängnis, das über modernen Städten schwebt, in einer Illustration sichtbar zu machen.“ Das zeige auch die Umdeutung der Großtstadtphänomene ins Kultische, „die ja gar nicht zum Baalsbilde stimmen will (die Kirchenglocken, der Korybanten-Tanz, der Duft von Weihrauch). Das sind rhetorische Steigerungen, unbekümmert um die religionsgeschichtliche oder zeitgeschichtliche Stimmigkeit.“ Trotzdem sei das Ganze ein Bild von halluzinatorischer Eindringlichkeit.

Sonstiges

http://www.sebastian-fischer.ch/pdf/Georg_Heym_Der_Gott_der_Stadt.pdf (zu „Der Gott der Stadt“)

http://limotee.blogspot.de/2012/08/die-stadt.html (Das Motiv der Stadt in Literatur und Film)

http://www.stavroskaragkounis.gr/pdf/PTYHIAKI_MAGISTERARBEIT.pdf (Großstadtlyrik im Expressionismus)

http://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2008/66/chapter/HamburgUP_Lyrik_Hillmann_04.pdf (Die Stadt und der Krieg in der Lyrik der frühen Moderne)

https://ir.kochi-u.ac.jp/dspace/bitstream/10126/1480/1/H030-08.pdf (Tomio Itoh: Über die Endzeitgedichte von Georg Heym)

http://www.g-s-zentrum.de/files/georg_simmel-die_grosstaedte_und_das_geistesleben.pdf (G. Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, 1903)

http://ffw.denkraeume-ev.de/1-08/klassiker-wonke-stehle-1-08.pdf (Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, Zusammenfassung und Kommentar)

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