Goethe: Götz von Berlichingen – Inhalt, Aufbau

Im 1. Akt werden die Familie Berlichingen auf der Burg und die Leute im Palast des Bischofs von Bamberg eingeführt; Götz von Berlichingen ist Gegner des Bischofs, der einen seiner Knappen gefangen hält. Götz hat seinen früheren Freund Weislingen, der jetzt in des Bischofs Dienst steht, gefangen genommen. Weislingen entbrennt für Maria, Götzens Schwester, und wechselt das Lager. Die politischen Diskussionen drehen sich um die Frage, ob die Ritter sich als Freie an den Kaiser halten oder unter den Schutz der Fürsten stellen sollen; ferner wird die Bedeutung des neuen Römischen Rechts und die Möglichkeit eines Landfriedens diskutiert.

Götz eröffnet (im 2. Akt) eine Fehde mit der Stadt Nürnberg. Weislingen will sich in Bamberg verabschieden, wird jedoch unsicher und schließlich von der schönen Witwe Adelheid für die Bamberger Sache zurückgewonnen. – Bei einer Bauernhochzeit zeigt sich, dass man einen Rechtsstreit besser durch eine Heirat als durch Prozessieren lösen kann; von den Juristen wird ein böses Bild gezeichnet.

Der Kaiser möchte Götz eigentlich nur Frieden (Urfehde) schwören lassen, lässt sich aber von Weislingen zu einer militärischen Aktion bewegen (3. Akt). Götz erhält Verstärkung durch Sickingen, der um die verlassene Maria wirbt, und durch Franz Lerse. Götz und seine Leute gewinnen zweimal einen Kampf gegen die vom Kaiser entsandten Truppen; sie werden jedoch auf ihrer Burg belagert und geraten in Bedrängnis. Den mit ihnen vereinbarten freien Abzug nutzen die kaiserlichen Truppen zu einem Überfall; Götz gerät in Gefangenschaft.

Götz muss sich in Heilbronn aufhalten (4. Akt). Als die kaiserlichen Räte ihn wider Recht und Gesetz festnehmen lassen wollen, rettet ihn Sickingen, der mit Soldaten zu Hilfe kommt. Götz sitzt danach mit Billigung des Kaisers friedlich auf seiner Burg und schreibt seine Lebenserinnerungen auf, seine Getreuen betätigen sich als Jäger. Elisabeth berichtet, dass Götz als „Muster eines Ritters“ gilt, „tapfer und edel in seiner Freiheit, und gelassen und treu im Unglück“ (IV 5). Götz ist jedoch ohne Zuversicht und spürt, dass seine Bahn zu Ende geht. Adelheid zankt mit Weislingen und lässt erkennen, dass sie es auf den Thronfolger Karl abgesehen hat; Weislingen will Götz eine neue Falle stellen.

Im 5. Akt geht es mit Götz und Weislingen zu Ende. Götz hat sich widerwillig als Anführer der aufständischen Bauern verpflichten lassen, um Blutvergießen zu verhindern. In einer Schlacht gewinnen die kaiserlichen Truppen; Weislingen will Götz auslöschen, der in Gefangenschaft gerät und in einen Turm gesperrt wird. Auf Bitten seiner früheren Verlobten Maria zerreißt er das über Götz verhängte Todesurteil, stirbt aber am Gift, das ihm seine Frau Adelheid hat verabreichen lassen. – Götz sitzt verwundet und krank im Turm in Heilbronn; Elisabeth, seine Frau, ist bei ihm. Er hat sich aufgegeben: „Meine Stunde ist kommen.“ (V 13). Maria und Lerse kommen hinzu und müssen bestätigen, dass sein treuer Reiter Georg tot ist. Götz sieht schlechte Zeiten heraufkommen. Er stirbt mit dem Ruf „Freiheit! Freiheit!“ – Elisabeth klagt, die Welt sei ein Gefängnis; Maria klagt das Jahrhundert an, das ihren Bruder „von sich stieß“ (V 14). Lerse äußert sich programmatisch als letzter: „Wehe der Nachkommenschaft, die dich verkennt!“ (V 14)

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