Literatur bzw. Lyrik des Barocks

Ich möchte hier einige Beobachtungen ausführen, die es vielleicht möglich machen, dass Schüler über die simplen Schlagwörter der vanitas („alles ist vergänglich“), des entgegengesetzten „carpe diem“ und vielleicht noch der blind waltenden Fortuna hinauskommen. Ich stütze mich dabei ausschließlich auf die Gedichte in der Anthologie Conrady: Das Buch der Gedichte, neu hrsg. von Hermann Korte (2006). – Eigentlich müsste die Überschrift „Zur Dichtung des Barocks“ heißen, weil auch nichtlyrische Gedichte berücksichtigt sind.

1. Naturlyrik oder Gebet?
Der dtv-Atlas bietet einen guten Überblick über die Literatur des Barocks; am Beispiel von Gryphius‘ „Morgen Sonnet“ (einige Versuche, den Text heute zu präsentieren:
http://www.sternenfall.de/Gryphius–Morgen-Sonett.html
http://mdzonline.de/lyrik/gr-morgensonnet-t-txt.htm
http://www.sonett-archiv.com/gh/Gryphius/TAGESZEITEN.htm
http://www.sternenfall.de/wb–Gryphius–e.html : ein Arbeitsmittel!)
soll aufgezeigt werden, dass die strenge Einteilung in verschiedene Kategorien, wie sie der dtv-Atlas vorgibt, jedoch nur mit Vorsicht zu gebrauchen ist.
Zunächst scheint der Sprecher in der Situation eines ganz frühen Morgens zu stehen, wie die Adverbien „nun“ (V. 1, 6) und „schon“ (V. 5) zeigen, dessen Anzeichen („der Stralen Pracht“, V. 6) er begeistert beschreibt. Dann wendet er sich unvermittelt an Gott mit der Anrede „O“ (V. 7) und bittet darum, von IHM erleuchtet zu werden (V. 8); damit ist eine Wende erreicht bzw. scheint der „Sinn“ der Naturbeschreibung mit ihren Lichtphänomenen eingeholt zu sein: Vom Licht des neuen Tages kommt der Sprecher metaphorisch zur Erleuchtung des Menschen:
„Erleuchte den / der sich itzt beugt vor deinen Fuessen!“ (V. 8)
In den folgenden Versen der Terzette wird mit mehreren Bitten umschrieben, was das heißt: Vertreibe die Nacht der Seele, die Finsternis des Herzens; Erquicke mein Gemüt, stärke mein Vertrauen (V. 9-11); und im letzten Terzett wird dann dieser Tag jenem (letzten) Tag gegenübergestellt und unter die große Bitte „Gib“ zusammengefasst: in Gottes Dienst heute, dereinst ewige Schau des göttlichen Lichtes („mein Sonn, mein Licht“ (V. 14).
„Licht“ (vs. Finsternis) ist eine alte religiöse Metapher; aus der biblischen Tradition seien die beiden folgenden Sätze genannt: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“, sagt der Beter (Ps 27,1); der johanneische Christus sagt sogar: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Auch „erleuchten“ ist seit der Luther-Bibel als Metapher bekannt („Da ward mein Seel erleuchtet“, Sir 51). Zur Metapher „Licht“ vgl.: http://www.licht-hamburg.de/programm/vortrage
http://baseportal.de/cgi-bin/baseportal.
http://www.norberto42-2.blog.de/2005/07/
Da im zweiten Teil des Sonetts eindeutig die Licht-Metaphorik und die Anrede Gottes im Vordergrund steht, könnte man darüber streiten, ob hier eher ein Gebet oder ein „Naturgedicht“ vorliegt – oder ob das überhaupt eine Alternative ist: Vielleicht liegt ja beides vor, vielleicht auch ein Übergang vom einen zum andern. [Wie groß die Differenz zur Aufklärung ist, versteht man, wenn man bedenkt, was für ein Licht im 18. Jh. leuchten soll!]

Ähnliches könnte man zu Gryphius‘ Gedicht „Abend“ (1650) sagen, nur dass hier eben das Licht verfällt (V. 6), dass für das ganze Leben die Metapher der Rennbahn eingeführt wird (V. 8 – vorher „der Glieder Kahn“, d.i. Leib auf der Fahrt zum Hafen als dem Ziel, V. 5); Gott wird als der mit dem ewig-hellen Glanz angesprochen (V. 9 ff.) und gebeten, am letzten Tag bzw. am Abend des Lebens den Beter zu erretten:
„So reiß mich aus dem Thal der Finsternueß zu dir.“ (V. 14) Hier haben wir „Finsternis“ als Kontrast zum Licht und „Abend“ als Metapher des Lebensendes. – Eigenwillig gegenüber unserem Sprachgebrauch ist die Deklination „die Port“ (der Hafen).
(Text: s.o. „TAGESZEITEN“ sowie
http://www.dinlilleavis.dk/tndr_net/main/DLA/poesi/gry_a06.html
http://www.mdzonline.de/lyrik/gr-abend-t-wiss.htm (Interpretation)
http://www.teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/aut_ub/gry_ub/gry_txt_3_ub_4_1.htm (ebenso)
Ähnliches gibt es in einer Reihe weiterer Gedichte, sodass wir doch ein klar benennbares Phänomen vor uns haben: Naturerlebnisse führen zu Gott hin, wenn sie in ihrem metaphorischen Sinn verstanden werden; in der Analogie, würde der Theologe sagen, ist die Welt voller Zeichen oder Spuren Gottes; man vergleiche
Catharina Regina von Greiffenberg: Auf die fruchtbringende Herbstzeit;
Paul Gerhardt: Abendlied (Vorlage für Matthias Claudius‘ Abendlied!);
Christian Knorr von Rosenroth: Morgenandacht;vgl. auch die Analyse von P. Gerhardt: Abendlied (1667), hier in dieser Kategorie!
Bei Barthold Heinrich Brockes (1680 – 1747) schiebt sich die Wahrnehmung der Natur schon stark in den Vordergrund: Das Gedicht „Die Nachtigall und derselben Wettstreit gegeneinander“ hat mit der Nachtigall ein neues Sujet und nur zum Schluss, beinahe formal einen Aufruf zum Gotteslob (V. 65 ff.; ähnlich „Kirschblüte bei der Nacht“, V. 29 ff.). Grimmelshausens Gedicht „Komm, Trost der Nacht, o Nachtigall“ (1669, vielleicht eine Anregung für Brockes‘ Gedicht von 1727?) ist eine Aufforderung an die Nachtigall, ihre Stimme zum Gotteslob zu erheben.

2. Politische Gedichte
Diese Kategorie ist nicht stark ausgebildet, obwohl der große Krieg (1618-1648) genügend Anlass zu politischen Überlegungen geboten hätte. Am auffälligsten ist Georg Rudolf Weckherlin: An das Teutschland (1641, siehe http://www.sonett-archiv.com/vz/Weckherlin.htm); dieser Aufruf (im Sinn von: Deutschland, erwache!) ist ein moralischer Appell:
„Zerbrich das schwere Joch…,
Gebrauch dein altes Herz…,
Straf nu die Tyrannei…“ im Vertrauen auf Gott, im Verein mit den Fürsten; ernüchtert hat Georg Herwegh zweihundert Jahre später Deutschland ironisch aufgefordert, weiter zu schlafen – der Glaube an Gott und die Fürsten war ihm abhanden gekommen.
Nach dem Krieg ist Johann Klajs „Teutschland betet“ (1650) erschienen; der Sprecher wendet sich an Gott und die „hohen Potentaten“, endlich Frieden zu machen; die letzten vier Strophen sind von Klagen über die Verluste erfüllt, die man in den letzten dreißig Jahren erlitten hat.
Eine reflektierte moralische Kritik nicht nur am Krieg, sondern auch an Politikern und den höfischen Leben bietet Friedrich von Logau (1604 – 1655), der viele Epigramme verfasst hat. „Abgedankte Soldaten“ und „Des Krieges Buchstaben“ (ein Akrostichon) stellen den Krieg bloß; in „Heutige Weltkunst“ und „Ein Hofemann“ kritisiert er das politische Leben allgemein. Die Töne des Gedichts „Ein Hofemann“ (1654) tauchen ziemlich genau 100 Jahre später fast identisch bei Lessing in Fabeln wieder auf.
Eigenwillig und schwer zu charakterisieren ist Grimmelshausens Gedicht „Du sehr-verachter Bauren-Stand / Bist doch der beste in dem Land…“ (1669). In den ersten acht Strophen wird also der Bauernstand in seiner Bedeutung für die Allgemeinheit herausgestellt; in den beiden letzten Strophen wird die Tatsache, dass die Bauern oft von Soldaten ausgeraubt wurden, ironisch als gut bewertet – der Soldaten böser Brauch diene den Bauern zum Besten, da sie so nicht hochmütig würden. Nur indirekt kann man dieses Gedicht ein politisches nennen.

Warum gibt es trotz schweriger Lage im Barock so wenige politische Gedichte? Die erlittenen Leiden wurden in der Klage über die Vergänglichkeit und im Vertrauen auf den ewigen Gott ertragen, zumindest in den Gedichten; die Frömmigkeit hat sich bei Angelus Silesius in eine derart hohe Mystik gesteigert, dass alles Irdische einfach bedeutungslos ist. Von seinen mystischen Epigrammen sei eines zitiert:
Der Mensch ist Ewigkeit
„Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse
Und mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.“
Auch Friedrich Spee und Paul Gerhardt („O Haupt voll Blut und Wunden“, 1667; das Lied wird heute noch gesungen) seien als bedeutende Autoren religiöser Lieder und Gedichte herausgehoben.
Eigenwillig ist Daniel Czepkos Gedicht „Spiele wohl! Das Leben ein Schauspiel“ (erste Ausgabe 1930); in der Metapher vom Welttheater drückt sich ein distanzierter Blick auf das Geschehen aus. Auch hier ist „der wunderbare Gott“ derjenige, welcher den Schauplatz aufmacht (und schließt, V. 9 f.) und „dein Jesus“ derjenige, welcher den Menschen abzutreten ruft (V. 16)

3. Gelegenheitsgedichte
Damit ist gemeint, dass manche Gedichte zu ganz bestimmten Anlässen verfasst wurden und nicht allgemein die Situation des Menschen darstellen, obwohl mit diesem Anlass auch allgemeine Überlegungen verknüpft werden – anders kann man ja über Anlässe nicht sprechen:
Simon Dach: Bei hochzeitlicher Ehren-Freude Herrn Reinhold Nauwercks… (1638)
Paul Fleming: Auf den Tod eines Kindes (1666)
Paul Fleming: Herrn Pauli Flemingi Grabinschrift… (1641)
David Schirmer: Als seine Marnia gestorben (1657)
Andreas Gryphius: Grab-schrift Marianae Gryphiae seines bruders Pauli töchterlein (1663)
Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau: Auf den Einfall der Kirchen zu St. Elisabeth (1695)
Es überwiegen also die traurigen Anlässe, ein Gedicht zu schreiben; möglicherweise zeigt dies aber auch, dass der Anlass gelegentlich halbfiktiv ist – ähnlich erscheint mir der von Johann Christian Günther geschaffene Typus der Überschrift „Als er…“ (Als er sie seiner beständigen Treue versicherte u.a.).

4. Das Thema „Zeit“
An diesem Thema bin ich persönlich interessiert – es kann noch weniger als die drei anderen als „repräsentativ“ für die Barockgedichte gelten; ich will mit meinen Hinweisen ohnehin nur zeigen, dass es abseits der vom dtv-Atlas gebahnten Pfade allerlei zu sehen gibt.
Der Hintergrund der wenigen expliziten Zeitreflexionen ist einmal der ständige Bezug auf die Ewigkeit, welche der erfahrenen Vergänglichkeit gegenübersteht. In dieser Perspektive wird der Mensch als „das Spiel der Zeit“ (Gryphius: Es ist alles eitel, V. 10) bezeichnet. In Czepkos Schauspiel-Gedicht wird diese Spiel-Metapher aufgegriffen (V. 1); die fünfte Frage heißt dann:
„Wer heißt auf das Gerüst uns treten? Selbst die Zeit.“ (V. 5)
Die gläubige Hinnahme der Vergänglichkeit wird in einem Gedicht Friedrich von Logaus reflektiert: „Das Beste der Welt“; dem Sprecher gefällt am meisten, „Dass die Zeit sich selbst verzehret / Und die Welt nicht ewig hält“ (V. 3 f.). In der Mystik antwortet darauf das schon erwähnte Epigramm „Der Mensch ist Ewigkeit“ (Angelus Silesius).
Eine paradoxe Zeit-Reflexion bietet wiederum Angelus Silesius:
Die Zeit, die ist nicht schnell
„Man sagt, die Zeit ist schnell. Wer hat sie fliegen sehen?
Sie bleibt ja unverrückt im Weltbegriffe stehen.“
Hier wird einmal die metaphorische Sprache aufgegriffen und gegen den Begriff der Zeit ausgespielt, dieser aber auch gegen die metaphorisch formulierte tägliche Erfahrung der dauernden Veränderungen.
Eine große Reflexion stellt Flemings Gedicht „Gedanken über der Zeit“ dar (http://www.philos-website.de/index_g.htm?autoren/fleming_paul_g.htm~main2), in der er teilweise das Niveau der Kant‘schen Zeit-Philosophie erreicht.

Ach ja, und wer noch mehr Barockgedichte lesen will, der wird die Quellen schon zu finden wissen, angefangen beim großen Conrady über „Epochen der deutschen Lyrik“, Bd. 4 und 5, bis zur Sammlung von Eberhard Haufe: Deutsche Gedichte des 17. Jahrhunderts.
Die am leichtesten greifbare Sammlung von Interpretationen zu Barcokgedichten ist Bd. 1 der Sammlung „Gedichte und Interpretationen“, hrsg. von Volker Meid, Reclam 1982, S. 124 ff. (insgesamt zu 24 Gedichten).

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Ausgangspunkt war folgender kleine Aufsatz:

Unter dem Stichwort „Barock“ behandelt ein Konversationslexikon (Meyers großes Taschenlexikon, 6. A. 1998) die Aspekte: Namen, Epoche allgemein, Baukunst, Bildhauerkunst, Malerei, Dichtung, Musik, Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaften. Zu diesen Aspekten solltest du je einen Namen kennen (dort weitersuchen!).
Zur Literatur des Barock schaut man nicht in die Encarta, weil die Informationen dort zu unspezifisch oder unsortiert sind; vielmehr schaut man in eine Literaturgeschichte. Die „Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart“, hrsg. von Wolfgang Beutin u.a., 3. Auflage 1989, stellt zunächst Deutschland im 17. Jahrhundert vor (30-jähriger Krieg; Absolutismus: Erstarken der Fürsten gegen das Reich und die Bürger; bürgerliche Gelehrte als Staatsdiener; Juden- durch Hexenverfolgung ersetzt).
Die Dichtung ist Gesellschaftsdichtung, sollte sowohl erfreuen als auch nützen, sollte zur Tugend oder zur Einsicht führen; die Dichter waren hauptberuflich Gelehrte. 1617 wurde die erste deutsche Sprachgesellschaft gegründet, die „Fruchtbringende Gesellschaft“; sie stand Adeligen wie Bürgern offen und sollte die anständigen Sitten ebenso wie den Gebrauch der deutschen Sprache pflegen. Ihrem Beispiel folgten viele andere; Lesegesellschaften oder öffentliche Bibliotheken gab es noch nicht.
Die Sprache der Dichter und Gelehrten war Latein, daneben gab es eine volkstümliche deutsche Literatur. In den führenden europäischen Ländern gab es inzwischen Literatur in der Nationalsprache. 1624 veröffentlichte Opitz sein „Buch von der Deutschen Poeterey“, worin er nicht nur bestimmte Gedichtformen empfahl, sondern auch Jambus und Trochäus als die besten Versmaße festschrieb; er entdeckte das Gesetz von der Bedeutung der Wortbetonung (statt Silbenlänge) und empfahl die Übereinstimmung von Vers- und Wortakzent. – Auf dem Land und bei den Anlässen des praktischen Lebens lebte natürlich die alte Volksdichtung weiter.
Dichtung dient also einem Zweck und gehorcht damit den Kategorien der Rhetorik; der Dichter stellt sich in den Dienst einer Sache; es geht nicht um die Verarbeitung von Erlebnissen des Subjekts Dichter, sondern um Dichtung nach Regeln zu Zwecken im Rahmen bekannter Muster. In den Sonetten sind die beiden letzten Verse oft ein sich geschlossener Sinnspruch (Epigramm), etwa in Flemings Gedicht „An sich“. Das Sonett steht in hoher Blüte, aber es gibt auch andere Gedichtformen. Oft folgt es dem dreiteiligen Aufbau des Emblems: Überschrift – Bild (Text) – Epigramm.
Wenn du in eine Gedichtsammlung (Anthologie) deutscher Gedichte schaust, etwa in die von Karl Otto Conrady, solltest du Gedichte von Gryphius, Greiffenberg, Fleming, Friedrich Spee, Paul Gerhardt, Angelus Silesius, Kuhlmann, Logau, Hoffmannswaldau zur Kenntnis nehmen.
Das Theater ist noch nicht so entwickelt, dass ihr es kennen müsstet. Als Roman ist „Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Grimmelshausen (1669) so bedeutsam, dass ihr eine Inhaltsangabe im KLL oder einem Romanführer lesen solltet. Defoes „Robinson Crusoe“ gehört ebenso wie spanische Pikaroromane in die Epoche.
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_litgesch/barock/litge_barock_centermap.html

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Darauf  folgte dieser Beitrag zur Barockliteratur (mit aktualisierten Links):

Hier soll ein kurzer Überblick mit vielen Links zur deutschen Literatur des Barocks gegeben werden, dazu ein paar Hinweise auf die Epoche insgesamt.

Wenn man sich nicht im Netz über „Barock“ informieren will oder kann, langen für den Hausgebrauch die beiden Bücher dtv-Atlas Deutsche Literatur (ich habe die 8. Aufl., 1999) und Duden: Literatur. Basiswissen Schule (im Netz früher greifbar unter www.schuelerlexikon.de) als zusammenhängende Darstellungen; beim Schülerduden Literatur (4. Aufl. 2005) muss man halt blättern.

Der dtv-Atlas „Deutsche Literatur“ behandelt folgende Stichworte (S. 108 ff.):
* Polit. Geschichte des 17. Jh.
* Absolutismus: Untertanenfeindlichkeit und Chance des Bürgertums
* Die Kunstepoche des dt. Barock
* Die Sprachgesellschaften
* Ursprünge einer dt. Poetologie [dazu Martin Opitz: Buch von der Deutschen Poeterey]
* Martin Opitz
* Barockroman
* Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
* Musikerromane
* Wurzeln des Barockdramas
* Schwerpunkte der barocken Dramenkunst [u.a. mit der Ständeklausel]
* Schäferdichtung im 17. Jh.
* „Petrarkismus“ in Deutschland
* Weltliche Lyrik im 17. Jahrhundert
* Geistl. Lyrik
* Emblem, Apophthegma, Bilderlyrik
* Satire und Zeitkritik
* Zeitungswesen und Feuilleton
(Ich zähle diese Stichworte auf, damit man sieht, welchen Fragen man nachgehen könnte.)

Im Internet findet man unter „Barockliteratur“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Barockliteratur
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Barock_(Literatur)

http://webs.schule.at/website/Literatur/literatur_barock.htm

http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/vorlesungen/17Jhdt/03042006F.pdf

http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=7744

http://blog.zeit.de/schueler/2012/02/16/thema-literatur-des-barock-1600-1720/
http://www.pohlw.de/literatur/sadl/barock/barock.htm
http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_litgesch/barock/litge_barock_0.htm
http://www.xlibris.de/Epochen/Barock/Barock1.htm
http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/barock.htm (knapp!)
http://www.literaturwelt.com/epochen/barock.html
http://www.buch.de/buch/schlagwort/barock_literatur_buch_3.html (Bücher zum Thema, also eher für Studenten oder Lehrer)
http://lbs.hh.schule.de/welcome.phtml?unten=/faecher/deutsch/epochen/barock/
http://www.bhak-bludenz.ac.at/literatur/barock/poeterey.asp
http://www.fgs.snbh.schule-bw.de/uproj/barock/Sonett.htm
http://www.referate10.com/referate/Epochen/1/Der-Barock-reon.php

Die deutschen Sprachgesellschaften
Vielleicht ist einmal interessant, seinen Blick auf diese Vereine zu lenken, in denen sich Menschen zusammenfanden, um für die Reinerhaltung der Muttersprache und die Entwicklung einer eigenen deutschen Poetik zu wirken, und nicht nur deren Werke zu betrachten; Menschen, das waren Adelige und bürgerliche Gelehrte, welche teilweise in mehreren dieser Gesellschaften Mitglieder waren. Die Idee dazu hatte Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, der im Jahr 1600 Mitglied der entsprechenden „Kleie-Akademie“ in Florenz geworden war. – Man sollte auch darauf achten, wo diese Gesellschaften beheimatet waren (aufgezählt nach dem Gründungsjahr):
1617 Weimar: Fruchtbringende Gesellschaft (Palmenorden);
1633 Straßburg: Aufrichtige Tannengesellschaft;
1642 Hamburg: Teutschgesinnte Genossenschaft;
1644 Nürnberg: Pegnitzschäfer;
1660 Lübeck: Elbschwanenorden;
1677 Leipzig: Deutschübende Poetische Gesellschaft;
der dtv-Atlas „Deutsche Literatur“ nennt außerdem den Heidelberger Dichterkreis (um 1600: Schede, Zincgref, Weckherlin) und den Königsberger Kreis (1630: Dach, Albert).
Vgl. im Internet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachgesellschaft
http://barockerlebnis.jimdo.com/literatur-im-barock/sprachgesellschaften/
http://www.lahrer-hinkender-bote.de/art64.html
http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/useelbach/STUD/Sprachreform17.ppt
http://unterrichtsprojekt.net/barock/sprachgesellschaften-und-ihre-ziele/
http://www.pohlw.de/literatur/sadl/barock/sprachge.htm
http://sprache-werner.info/Wie_die_Passion_zur_Leidenschaft.3563.html
http://universal_lexikon.deacademic.com/303953/Sprachgesellschaften http://www.stiftungds.de/tradition.php (heute!)

Einige Gedichte, die dem Thema „deutsche Sprache“ gelten:
G. R. Weckherlin: Erklärung
Jacob Creutz: Lobgedicht auf D. Zincgrefens Teutsche Klugreden
J. M. Moscherosch: „Fast jeder Schneider / Will jetzt und leider…“
J. M. Schneuber: An den Chorion, als derselbe der deutschen Sprach Ehrenkranz ausgehen ließ
(unbekannter Verfasser:) Wehe-Klag des alten Teutschen Michels über die alamodische Sprachverderber

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