Schiller: Resignation – Analyse, Interpretation

Der Untertitel des Gedichtes „Resignation“ ist „Eine Phantasie“ – und anderes kann die Vision eines Auftritts der Seele nach dem Tod vor dem Weltgericht nicht sein. Die setzt mit einem Bericht des Ichs ein (1. Str. = 1), in dem es klagt, dass es in seinem Leben statt der von Natur aus zustehenden „Freude“ nur „Tränen“ erlebte. In (2) spricht es aus der gegenwärtigen Situation des Todes seine „Brüder“ an, fordert sie zum mitleidigen Weinen auf und beklagt den endgültigen Verlust aller Freuden (des Lebens Mai … hat abgeblüht: Perfekt).
In (3) spricht das Ich die „Geistermutter“ Ewigkeit an, als ob es gerade über die Schauerbrücke (des Todes) ihren Bereich betreten hätte und sich meldete: „Da steh ich schon…“. Es erhebt Klage, die es damit begründet, dass ihm die verbriefte „Vollmacht“ zum Glück versagt geblieben ist (bis V. 17). Im Bild des Vollmachtbriefs ist eine Mitschuld des Ichs insofern angedeutet, als es diesen Brief „unerbrochen“ zurückbringt; es hat sein Recht nicht eingelöst. Darauf folgt eine lange Rede des Ichs, in der es berichtet, warum es den „Vollmachtsbrief“ nicht geöffnet hat (bis 15), und abschließend die Begründung seiner Klage (16 und 17). In den drei letzten Strophen berichtet das Ich dann, was ein unsichtbarer Genius ihm zur Antwort gab; dort liegt mit dem Präteritum „rief“ ein Tempusbruch vor – die Klage des Ichs wird präsentisch, also als gegenwärtig erlebt dargestellt (3 und 4), während die Antwort des Genius als vergangen berichtet wird.
In (4) hebt das Ich also zu einem Bericht über seine Lebensentscheidung (im Präteritum) an: Einmal gab es die „frohe Sage“ (4) von der Vergeltung aller Leiden im Jenseits (bis 10); dagegen stand der kritische Spott derer, die nicht an solche Verheißungen glaubten (11 – 15). In der frohen Sage, einer Umschreibung der christlichen Botschaft, wurde zunächst das Gericht nach dem Tod angekündigt: Schrecken für die Bösen, Freuden für die Redlichen (6 und 7). Dann berichtet das Ich, wie sich diese Botschaft in seinem Leben auswirkte:
„Ein Götterkind, das sie mir Wahrheit nannten,
Die meisten flohen, wenige nur kannten,
Hielt meines Lebens raschen Zügel an.“
Dass die meisten vor dieser Wahrheit flohen und nur wenige sie kannten, spielt auf die zwei Wege an: den breiten Weg ins Verderben, den schmalem Weg zum Leben (Mt 7,13 f.). Diese sogenannte „Wahrheit“, in der Sicht der Gläubigen noch „Götterkind“ genannt, hat den Lebenslauf des Ichs gebremst oder gehemmt; sie hat ihm die Freuden der Jugend und die geliebte Laura abverlangt (7 und 8) und ihm dafür Ausgleich „jenseits der Gräber“ (8) versprochen (8 und 9).
Danach berichtet das Ich von dem, was die Gegner dieser frohen Sagen vortrugen, die hohnlächelnde „Welt“ (10) und „das Schlangenheer der Spötter“ (11). „Diese Welt“ ist ein christlicher Terminus für die Welt als Exil, der die Heimat im Himmel gegenübersteht; die Spötter sind bereits im AT die Ungläubigen, die den Frommen zu Fall bringen wollen:
„Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn…“ (Ps 1)
Die Kritik dieser Spötter läuft darauf hinaus, dass der Jenseitsglaube ein Wahn ist (11 und 14), eigens erdacht, um die Unzulänglichkeit der Welt kaschieren (11) und die Beachtung der Gesetze zu sichern (12). In den Partizipien „gedungen, schlau erdacht, gegönnt, angesteckt“ wird deutlich, dass die trügerischen Hoffnungen von Menschen gemacht worden sind; das Bild vom Hohlspiegel der Gewissensangst (13) zeigt, wie auf Seiten der Getäuschten die Jenseitsangst funktioniert. Die Spötter fragten das Ich nach dem Sinn des schlechten Tauschgeschäfts (lügnerische Hoffnung vs. gewisse Güter), wobei der Vorwurf der Lüge dadurch begründet wurde, dass noch kein Toter die Wahrheit des Jenseitsglaubens bestätigt hat (15). Die dort genannten 6000 Jahre sind das nach der biblischen Chronologie ermittelte ungefähre Alter der Welt seit der Schöpfung.
Danach verknüpft das Ich die gegensätzlichen Reden, indem es von seinen Erfahrungen berichtet: Es hat nicht erlebt, dass ein Toter zurückkam, hat dennoch der Jenseitshoffnung vertraut und deshalb alle seine Freuden aufgegeben (16 f.); es wendet sich deshalb an „die Vergelterin“, die ihm ewigen Lohn für die Achtung ihrer Güter verheißen hat: „Vergelterin, ich fodre meinen Lohn.“ (17)
Die Vergelterin antwortet jedoch nicht; stattdessen spricht (oder sprach, wie das Ich in einer antizipierten Rückschau berichtet – wenn man nicht einfach eine Schlamperei Schillers annehmen will) ein unsichtbarer Genius, ein Schutzgeist. Der erste Satz des Genius widerlegt den Gerichtsgedanken: „Mit gleicher Liebe lieb ich meine Kinder!“ (18) Es ist also nicht so, dass auf die Bösen Schrecken und Freuden auf die Guten warten, dass der Richter die Bösen hasst und die Guten liebt, wie jeder Gerichts- und Jenseitsglaube unterstellt. Dagegen erklärt der Genius, wie es in Wahrheit um das Gericht bestellt ist: Es gibt (im Leben) zwei Blumen: „Sie heißen Hoffnung und Genuß.“ (18) Man kann als Mensch nur eine von ihnen „brechen“, also erwerben, darf dann aber nicht die andere begehren. Diese Lehre „ist ewig wie die Welt“, sagt der Genius. Und es folgt seine Erklärung: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.“ (19) Das Gericht erfolgt also nicht nach dem Leben, zum Ausgleich für das Leben, sondern im Leben selbst:
„Du hast gehofft, dein Lohn ist abgetragen,
Dein Glaube war dein zugewognes Glück.“
Unter Bezug auf das Genießen fügt der Genius einen Hinweis auf die Lehre aller Weisen an, dass keine Ewigkeit zurückgibt, „was man von der Minute ausgeschlagen“ hat (20).
Was ist der Ertrag des Geschehens für das lyrische Ich? Es kann seine vergangene Lebensentscheidung nicht mehr korrigieren; it is „to late“. Eigentlich kann es nicht einmal in die Gerichtssituation kommen, weil ja schon die Weltgeschichte das Gericht ist – es gibt kein Totengericht, sagt der Genius. Von  dieser Überlegung aus wird es vielleicht verständlich, warum der Genius „rief“ (Präteritum, statt „ruft“, was der Situationslogik entspräche): Es gibt nach dem Tod auch keinen rufenden Genius – der gute Geist ruft nur zu Lebzeiten, und was man da nicht hört, das ist verhallt. Eine Phantasie kann „Resignation“ nur für den Dichter sein, und nur dieser und die Leser können die Botschaft des Genius zu ihren Lebzeiten hören und bedenken. Der abendländische christlich-platonische Gesamtmythos vom Totengericht wird in einer mythischen Phantasie, weniger durch die aufgeklärte funktionale Religionstheorie der Spötter (Religion ist von Menschen zu bestimmten Zwecken gemacht) entschieden; diese wird vielmehr mythisch bestätigt – logisch ein Unding.

Die 20 Strophen des Gedichtes sind im Jambus abgefasst; Vers 1, 3 und 4 jeder Strophe bestehen aus fünf Takten, Vers 4 meistens aus fünf, gelegentlich aus vier (4 und öfter), einmal aus drei Takten (2). Vers 2 besteht meistens aus drei, öfter aus fünf (3 und öfter), selten aus vier Takten (5, 15, 18). Nicht nur diese Wechsel, sondern vor allem die Tatsachen, dass die Verse 1, 3, 4 immer mit einer weiblichen Kadenz enden, die anderen jedoch nicht; dass oft Wörter gegen das Metrum betont werden (Lenz in 1, Mir in 2, Ehrwürdge in 3 und öfter); dass öfter Enjambements über die weibliche Kadenz hinweggehen (deutlich in 6), dass aber der volle Takt im Vers oft nicht dazu genutzt wird, den Satz fortzuführen (2, 3 und öfter) – alle diese Tatsachen bedeuten, dass der Text lebhaft gesprochen werden muss, wie es auch der Streitsituation zwischen den beiden Parteien (7 – 15) und der Gerichtssituation: Klage des Ich und drängendes Begehren nach Gerechtigkeit, entspricht.

Der beste Kommentar ist der von Wolfgang Riedel (Interpretationen. Gedichte von Friedrich Schiller. Hrsg. von Norbert Oellers, 1996, S. 48 ff. bzw. 51 ff.). Das Gedicht ist vermutlich Ende 1784 entstanden, steht im Zusammenhang mit „Freigeisterei der Leidenschaft“ (1784/85) und „An die Freude“ (geschrieben Sommer 1785) und wurde von Schiller in der „Thalia“ 1786 veröffentlicht. Für die Ausgabe in „Gedichte“ (1800) hat Schiller Str. 9 („Du siehst die Zeit…“) und Str. 12 („Ein Gaukelspiel…“) gestrichen; im Allgemeinen wird heute die erste Fassung gelesen (im Schiller-Handbuch, Metzler 2005, ist jedoch von 18 Strophen die Rede: kurzer Artikel von Michael Hofmann, S. 261 f.). Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Resignation_%28Friedrich_Schiller%29

Zu zwei „Bildern“ möchte ich etwas sagen, wobei „Bilder“ solches bezeichnet, was das verstorbene Ich erlebt; was in der Ich-Welt „Realität“ ist, ist für den Dichter und seine Zeitgenossen wie auch für uns eine Bilder-Welt. Das für uns, aber nicht in sich Selbstverständliche ist, dass man vom Tod in Bildern spricht:
„In der griechischen Kunst wurde Thanatos als Personifikation des Todes als alter Mann mit langem Bart und Flügeln oder wie sein Bruder Hypnos, der Schlaf, als geflügelter Jüngling bzw. als Genius mit zu Boden gesenkter Fackel dargestellt. Dem Urchristentum war die Darstellung des Todes fremd. [Markierung von N.T.] Die meist aus ärmeren Schichten stammenden Gläubigen sahen im Tod kein Ende, sondern den Beginn eines neuen, besseren ewigen Lebens. Die Personifikation des Todes war erst wieder im Mittelalter üblich, wobei er als Folge der Erbsünde angesehen und zumeist hässlich wiedergegeben wurde.“
(Das große Kunstlexikon von P. W. Hartmann, dort Art. „Tod“: http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_9034.html) Damit kommen wir zuerst zum Genius mit der gesenkten Fackel (2. Strophe: „Der stille Gott taucht meine Fackel nieder…“).
„Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts hatte sich die barocke Symbolik offenbar verbraucht und auf dem Boden von Italiensehnsucht, Neoklassizismus und der Kultur der Empfindsamkeit wurden neue Ausdrucksformen erprobt, die dem Zeitgeist entsprachen.
Am deutlichsten wird diese neue Auffassung von Gotthold Ephraim Lessing formuliert, dessen Schrift «Wie die Alten den Tod gebildet» (1769) eigentlich einem Gelehrtenstreit entsprang. In dieser Polemik führt Lessing die These aus, dass in der antiken Kunst die Personifikation des Todes als Zwillingsbruder des Schlafes dargestellt sei und einem Genius mit gesenkter Fackel gleiche. Inspiriert von Winkelmann war Lessing der Auffassung, dass die alten Griechen nur schöne Gegenstände dargestellt und hässliche vermieden hätten. Deshalb hätten die Künstler den Tod nicht in einem Bild dargestellt, das Moder und Verwesung oder ein hässliches Gerippe zeigt. Sie hätten lieber ein Bild gewählt, dessen sich auch die Sprache bedient, die den Tod als „ewigen Schlaf” bezeichnet.
Das Antikenbild Lessings und seiner Zeitgenossen war entscheidend von Winkelmanns Werk «Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunst» (1755) und den wenigen archäologischen Fundstücken seiner Zeit geprägt.
Unter dem Eindruck der neuen Funde und Bewertung dieser Stücke entwickelte sich in Rom eine Kunstszene von Gelehrten, Künstlern, Sammlern und Kritikern. Neben den Anfängen einer systematischen wissenschaftlichen Erforschung der antiken Kunst mit all ihren Irrtümern wurde die griechische Antike in vielerlei Hinsicht zum Ideal für eine neue humanistische Gesinnung. In Winkelmanns Beschreibung von «edler Einfalt und stiller Größe» fand man ein künstlerisches Ideal, dass sich aller verstaubten Embleme, Symbole und Allegorien des Barocks enthob.“
Katharina Braum, die ich hier ausführlich zitiert habe, kommentiert diese historische Darstellung so: „Archäologisch hat Lessing sich geirrt. Das Bruderpaar Schlaf und Tod aus der Illiasdarstellung ‚die Bestattung Sarpedon‘, auf das sich Lessing bezieht, entstammt der Vasenmalerei aus dem 4. bis 6. Jahrhundert vor Christus. Die Knaben mit den umgestürzten Fackeln stammen aus der spätantiken, römischen Kunst. Sie gehören dem ikonografischen Typ der Eroten an und konnten, wenn sie auch ein Todes-  und Grabessymbol sind, ohne weiteres von der christlichen Kunst als dekoratives Beiwerk übernommen werden.“ (http://www.fantom-online.de/seiten/12d7.htm)
Klären wir auch noch kurz, was ein Genius ist: „Im altrömischen Glauben die Personifikation der dem Mann innewohnenden zeugenden Kraft. Jeder Mann verehrte seinen speziellen Schutzgeist und brachte ihm Speise- und Räucheropfer dar. Der Genius wurde auch beim Eid als Schwurzeuge angerufen und die Schwurhand dabei zum Bezeugen der Wahrheit an die Genitalien gelegt. Dem Genius des Mannes entsprach die von Frauen verehrte Göttin Juno, als Inbegriff der Gebärkraft. Später wurden die Genien ganz allgemein als Schutzgeister angesehen, der Familie, des Hauses oder eines bestimmten Ortes.“ (wiederum nach P.  W. Hartmann, Art. „Genius“: http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_3358.html)
Wenn man sich über die Unterwelt-Vorstellungen informiert, findet man bei vielen Völkern die Vorstellung, dass sie durch einen großen Fluss vom Land der Lebenden getrennt ist. Der Tote muss von einem Fährmann oder Seelenführer über diesen gefährlichen Fluss geleitet werden. In der nordischen Mythologie gibt es eine Brücke, über die der Tote die Unterwelt erreichen kann. – Fasst man die Ergebnisse dieser Bild-Untersuchungen zusammen, dann sieht man, dass Schiller mit seinen Zeitgenossen sich bereits in dieser Bilderwelt weit vom Christentum entfernt hat. [Ich verweise der Vollständigkeit halber noch auf Schillers Epigramm „Der Genius mit der umgekehrten Fackel“, 1796.]

Was geschieht also in dem Gedicht? Das klagende Ich hat gezeigt, dass seine scheinbar selbstlose Verzichtmoral einem großen Tauschgesetz unterliegt, dass es ein Geschäft machen möchte: irdische Leiden gegen ewige Belohnung: Rechnung halten (V. 25), zahlen (31), Schmerzen wuchern (V. 38), Schuldverschreibung (V. 46), „dein Lohn ist abgetragen“ (V. 96). Diese Rechnung ist nicht aufgegangen, sagt der Genius. Der Lohn ist bereits im Leben abgetragen worden (Perfekt), „Dein Glaube war dein zugewognes Glück“ (V. 97). Jeder der beiden Lebenswege (Blumen, Str. 18 f.) hat sein Glück in sich, immanent, und somit stehen die beiden Lebenswege gleich gültig und gleichberechtigt nebeneinander: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht.“ (V. 95) Ein anderes Gericht gibt es nicht, den wahren Weg gibt es nicht.
Riedel verweist darauf, dass der Satz des Genius („Mit gleicher Liebe lieb ich meine Kinder“, V. 86) an die Ringparabel anklingt, wo der Vater seine drei Söhne gleichermaßen liebt. Riedel sieht auch den Atheismusstreit des 18. Jahrhunderts als Hintergrund des Gedichts. Er meint sogar nachweisen zu können, dass Schiller David Humes „The Natural History of Religion“ (1757, dt. 1759) über seinen Lehrer Abel gekannt haben müsse, was sich hier im Gedicht zeige.
„Resignation“, der Titel des Gedichts, hatte zur Zeit Schillers zwei Bedeutungen, eine kirchenrechtliche (Verzicht auf ein Amt) und eine theologische aus der Mystik: Resignation ist die Übergabe der Seele an Gott, die gänzliche Aufgabe des Eigenen. So spricht das Ich: „All meine Freuden hab ich dir geschlachtet“ (V. 81), vgl. auch Str. 7 und 8! Doch entgegen dieser ursprünglichen Intention zeigt sich hier, dass das sich opfernde Ich der Logik des Tauschs, des Geschäftemachens gefolgt ist. Das ist einmal Entlarvung der scheinbaren Selbstlosigkeit, verbunden mit der Zurückweisung der Erwartung jenseitiger Belohnungen. Und Genießen und Glauben stehen letztlich gleichberechtigt nebeneinander, auch wenn Schiller das beim Erscheinen des Gedichts abgeschwächt und erst recht später bestritten hat.

Im Kontext dieses Gedichtes stehen „Freigeisterei der Leidenschaft“ und „An die Freude“; der biographische Hintergrund ist Schillers intensives Verhältnis zu der verheirateten Frau Charlotte von Kalb.

Erläuterungen:
V. 1 et ego in arcadia: „Auch ich war in Arkadien“ (ein Grabspruch)
V. 5 Lenz: Frühling
V. 17: verhüllte Richterin: die blinde Göttin der Gerechtigkeit (mit Tuch vor den Augen, damit sie unparteiisch richten kann)
V. 18 jener Stern: die Erde
V. 23 des Herzens Krümmen: die verborgenen Krummheiten (Fehler)
V. 24 Vorsicht: die göttliche „Vorsehung“ (schicksalhafte Bestimmung)
V. 26 der Verbannte: Wir sind nur Gast auf Erden…
V. 29 die meisten/wenige: die breite Straße / der schmale Weg des Lebens
V. 33 Weisung: vielleicht Anweisung (finanziell); vielleicht Verweis, Hinweis
V. 37 Laura: in Schillers Gedichten die verehrte Geliebte
V. 44 Erde und Himmel fliegen auseinander: beim Weltuntergang (Endgericht); die Parallele von individuellem Gericht jedes Toten und allgemeinem Endgericht am „Ende“ der Welt ist auch theologisch nicht aufgelöst.
V. 49 Schatten: Anspielung auf die Schattenexistenz in der Unterwelt, hier auch: Lügen
V. 50 Schein: sowohl Schuldschein wie bloßer Schein
V. 52 Verjährung: sein hohes Alter (gibt ihm eine Art Weihe)
V. 55 Menschenwitz: menschlicher Geist, der sich „Götter ausdenkt, um die Not(durft) der Menschen jetzt erträglich zu machen
V. 56 Gewürme: die Untertanen als Würmer der Mächtigen
V. 58 ff. Ähnlich hat bereits Epikur die Götterfurcht der Menschen zu entkräften versucht.
V. 61 heißt: vielleicht „verheißt“; Gräber verdecken die Zukunft; vgl. Str. 15: es ist noch nie ein Toter zurückgekommen, um die religiösen Tröstungen zu bestätigen.
V. 62 eitel: nichtig
V. 62 prangen: angeben
V. 63 vgl. V. 52
V. 65 Im Hohlspiegel sieht man alles vergrößert.
V. 71 Die Verwesung widerlegt alle Hoffnungen: Es bleibt nichts übrig.
V. 76 ff.: Rückgriff auf Str. 9, 15, 6, 7, 8, 11
V. 85 Die Anrede „Vergelterin“ greift die Klage von Str. 4 abschließend auf.
V. 99 f. Der Satz ist ein Sprichwort geworden.

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