Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß – Unterrichtseinheit

Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß –
Vorschläge für den Unterricht

Ziele: Die Schüler sollen
– einen Überblick über das Geschehen gewinnen,
– die Bedeutung des Mottos verstehen,
– die Vielfalt der für Törleß relevanten Fragen wahrnehmen,
– die Zeitstruktur des erzählten Geschehens skizzieren,
– die Anlage der Problematik in der Vorgeschichte erfassen,
– die Beziehungen der verschiedenen Figuren zu Törleß aufzeigen,
– die Eigenart des Erzählers und der Erzählweise erfassen
– einen ersten Überblick über Hilfsmittel zum Verständnis des Romans gewinnen,
– Themen über den Verlauf des Geschehens verfolgen können,
– den Roman in seiner Stellung im Epochenumbruch um 1900 begreifen,
– die Bedeutung von Musils Roman für unsere Gegenwart reflektieren.

Konzeption der Arbeit am Roman:
Die Erarbeitung wird vom Motto des Romans bestimmt.

1. das Motto erarbeiten, Begriff der Epoche Symbolismus klären

2. das Problem Törleß’ klären:
a) erste Aspekte des Problems (bis S. 49);
b) weitere Aspekte, erste Klärung durch den Erzähler (bis S. 93);
c) weitere Aspekte, Klarheit für Törleß (bis Ende)

3. Törleß und sein Problem gegen Beinebergs Bestrebungen (Esoterik) abgrenzen

4. die Bedeutung des Motivs „Blick“ (berühren, nicht vertiefen), Motive des Schweigens, des Schattens und der Tür (Tor, Pforte)

5. Aspekte der Erzähltextanalyse
:
– die Zeitstruktur des erzählten Geschehens,
– die Beziehungen Törleß’ zu den verschiedenen Figuren
– die Orte des Geschehens
– das Internat als Lebensraum
– der Erzähler, die Erzählweise (berührt sich mit Zeitstruktur)
– des Erzählers Sicht von menschlicher Entwicklung

6. den Roman in seiner Zeit verstehen:
– in der Epoche zwischen Naturalismus und Expressionismus,
– in Relation zu „ähnlichen“ Romanen (Hesse: Unterm Rad; Walser: Jakob von Gunten),
– in Relation zu anderen Werken Musils (Hasenkatastrophe; Die Affeninsel; Die Amsel),
– in Relation zu Hofmannsthals Chandos-Brief,
– den Adoleszenzroman (Schülerroman?) in Abgrenzung zum Bildungsroman

7. die Bedeutung des Romans für die Schüler reflektieren:
– Identitätsprobleme in der Pubertät, früher und heute
– die Subjektivität, das Begehren und das Unsagbare
– Rollenzwänge in Gruppen, Freiheit des Einzelnen
– Probleme der Annahme, in der Literatur würden vorab spätere historische Ereignisse gespiegelt

8. Hilfsmittel zum Verständnis des Romans suchen und finden

Anmerkung
: 4. bis 7. können arbeitsteilig von verschiedenen Gruppen oder einzelnen Schülern bearbeitet werden.

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