Schiller: Kabale und Liebe – Analyse wichtiger Szenen

Die Seitenzählung (Seite/Zeile) ist die der Reclamausgabe RUB 33 (2001).

Kurze Analyse I 4
Ausgangssituation: In I 4 treffen erstmals Ferdinand und Luise im dramatischen Geschehen aufeinander, nachdem sie sich offenbar am Vortag noch gesehen haben (vgl. 15/10 f.)…

I 5 – Teilanalyse
Ausgangssituation: Die Szene beginnt mitten in einem Gespräch zwischen dem Präsidenten und seinem Sekretär; dieser hat seinen Chef gerade informiert, dass Ferdinand ein Verhältnis mit einer Bürgerlichen hat…

I 7 – Analyse (teilweise, Muster)
Ausgangssituation: Die Pläne des Präsidenten sind aus seinem voraufgehenden Gespräch mit Wurm bekannt (I 5): Ferdinand soll die Milford heiraten und so den Einfluss der Familie Walter auf den Fürsten sichern…

Aufbau II 3
Ausgangssituation: F ist zu einem Treffen mit der Lady verabredet worden (27/6 f.), um ihr zu sagen, dass er sie heiratet; die Lady hat dieses Treffen und des Präsidenten Plan selber aus Liebe (30/25 ff.) arrangiert…

Aufbau III 2
Die Situation ist folgende: Des Präsidenten erster Plan, F und L zu trennen, ist gescheitert (II 6 f.); nun heckt er mit Wurm einen zweiten aus (III 1)…

Analyse III 4
Ausgangssituation: F hat sich, seinem Vater und der Lady zum Trotz, mit L quasi verheiratet (II 5, vgl. seine Äußerung „meine Gemahlin“ 52/11); er hat den Versuch, die Familie Miller zu verhaften, mit der Drohung abgewehrt…

III 6 – Aufbau
In dieser Szene erlebt die „Kabale“ des Hofes ihren Höhepunkt: Die Lügen werden durch einen erzwungenen Meineid Luises besiegelt

Klausur: Analyse IV 3 – Aspekte 

Vorgeschichte: zweiter Plan, Luise und Ferdinand zu trennen; Idee: durch den fingierten Liebesbrief Ferdinand eifersüchtig machen.
-> Ferdinand will den Marschall zur Rede stellen bzw. erschießen.
* Marschall trippelnd, redend wie immer, spielt den Unschuldigen.

F. informiert den Marschall, dass er besagten Brief gefunden hat;
ironisch im Zorn („zum Glück“, „besser als Kuppler“),
gibt er ihm den Brief zu lesen und holt Pistolen,
verhindert Fluchtversuch des Marschalls (75/25),
fordert ihn ironisch („Finderlohn“) zum Duell;
M. appelliert vergeblich an seine Vernunft (Z. 28),
F. trifft Vorbereitungen für Duell aus nächster Nähe,
M. lehnt entsetzt ab (Z. 33),
F. beschimpft ihn dreimal als „Memme“, evtl. um ihn zu provozieren,
M. bringt neue Einwände,
– das Zimmer (höhnisch von F. gerechtfertigt),
– Rücksicht auf F.s Leben (von F. zurückgewiesen),
– eigene Lebensziele gefährdet (schimpflich als Unsinn entlarvt,
dabei eine Reihe von Tiervergleichen),
M. hört auf zu argumentieren und bettelt um Gnade (76/15).
F. beschimpft ihn („er“) als Untermenschen,
vergleicht sich mit ihm als Konkurrenten (76/22 f.),
macht ein abschätziges Wortspiel dazu (Z. 23 f.), was
M. als Witz und damit als gutes Zeichen auffasst.
F. will – in Analogie zum Lebensrecht nutzloser Wesen – M. schonen,
kommt dann aber auf die Metapher „Blume – Ungeziefer“ (Eifersucht)
und gerät erneut in Zorn, schüttelt den M., bedroht ihn.
M. wünscht sich vor Angst weit weg,
F. denkt den Gedanken von 77/3 f. weiter („Wenn sie nicht mehr rein
ist?“) und entbrennt im Vergleich seines und des M.s „Erfolgs“ bei
Luise in rasender Eifersucht. Er will es jetzt genau wissen: „Wie
weit kamst du mit dem Mädchen?“ (77/11 f.)
M. bittet um Gnade und will den Plan („alles“) verraten.
F. hört nicht auf ihn und beschimpft L., bedroht den M. mit der Pis-
tole und fragt erneut. Das geht so weiter, da F. in seiner Raserei
alle Geständnisse des Marschalls missversteht:
– „Sie sind ja betrogen.“ und
– „Ihr eigener leiblicher Vater“ bezieht er nicht richtig auf sich,
– das Geständnis (78/11 f.) begreift er als Verleugnung Luises.
F. beschließt deshalb, Luise zu töten (78/14) und den M. wegen seiner vermeintlichen Charakterlosigkeit zu verschonen. —
F., von der Anrede „Ihr“ zu „du“ zu „er“ und zurück zu „du“ wechselnd, bestimmt das Geschehen, aber nicht das Gespräch (er ist von seiner Eifersucht getrieben); er verzichtet auf Rache am Marschall – der Plan Wurms scheint sich zu bewähren, L. droht sogar der Tod.

Skizze der Lösungserwartung in einer Klausur (2006)
Situation:
Plan Wurms: Ferdinand durch Eifersucht mürbe machen (III 1, S. 55)
Marschall macht mit (III 2)
L schreibt den Brief unter Zwang (III 6)
F hat den Brief gefunden, ist informiert, rast, sucht den H (IV 1 f.).                4 P.
Absicht: F will den H zur Rede stellen, evtl. töten
Szene:
Das sprachliche Handeln (!) der Figuren muss erfasst werden:
F informiert den H, stellt ihn wegen des Briefs zur Rede (77/14)                    2 P.
F trifft Vorbereitungen fürs Duell (ab 77/17)                                                    2 P.
H will fliehen, wird zurückgehalten (ab 77/19)                                                 2 P.
F beschimpft H, verspottet ihn (ab 77/34), H will ausweichen (78/16 f.)          2 P.
Serien von Spott (78/16 ff.); F beruhigt sich; Wut erneuert sich bei der Metaphorik von Pflanze und Ungeziefer   3 P.
F fragt dreimal: „Wie weit kamst du…?“ H will alles gestehen                          2 P.
F missversteht drei Antworten, unterbricht ihn… (mit Erklärung)                      3 P.
– Sie sind ja betrogen
– Ihr eigener leiblicher Vater
– Ich kenne sie nicht
F wiederholt in Wut die drei Äußerungen, verstößt den „schlechten“ Kerl        3 P.
und richtet seine Wut jetzt gegen Lusie (80/15 f.) – das ist das Ergebnis
Fortgang:
In IV 4 beschließt F den Tod bzw. den Doppelmord, in V 2 stellt er Luise zur Rede… 2 P.
Summe 25 Punkte; Sonderpunkte gibt es für die Untersuchung der Dominanz F.s oder bestimmter Sprechweisen; zusätzlich gibt es 8 Punkte für gute Sprache, geordneten Aufbau und richtiges Zitieren.

IV 7 – Aufbau
Ausgangssituation: In IV 7 begegnen sich die beiden Frauen, welche F lieben, zum ersten und einzigen Mal; Lady Milford hat L zu sich bestellt, angeblich um ihr eine Stelle als Kammerjungfer anzubieten…

Aufbau V 1
Ausgangssituation: Miller war verhaftet (III 6), ist aber wieder entlassen worden, hat offensichtlich L nicht angetroffen und hat sie vergeblich gesucht  – in einem Monolog berichtet er von dieser Suche und…

V 2 – Grundzüge einer Analyse
Ausgangssituation: Vater und Tochter haben sich gerade entschlossen, die Stadt gemeinsam zu verlassen (V 1) – von der Mutter ist nicht die Rede, sie steht außerhalb der Herzensbindung von Vater und Tochter -, als F erscheint. Er will …

Kurze Analyse V 5
Situation: Ferdinand hat Luises erzwungenen Brief an den Hofmarschall gefunden (IV 1) und beschlossen, sie und sich selbst als Rächer der enttäuschten Liebe zu töten (IV 4). Er ist zu Miller gekommen und

Die Analysen finden Sie jetzt auf dem Lehrermarktplatz unter meinem Namen (Norbert Tholen).

Siehe auch den Überblick über Inhalt und Aufbau des Dramas sowie die Untersuchung wichtiger Themen!

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