Popitz: Einführung in die Soziologie – kurze Besprechung

Hrsg. von Jochen Dreher und Michael K. Walter, 2010

Acht Jahre nach Popitz‘ Tod wurde seine Einführungsvorlesung aus dem Jahr 1957/58, die seitdem nicht wesentlich verändert wurde, herausgegeben und mit einigen Anmerkungen versehen. Um es vorweg zu sagen: Das ist ein Buch für Popitz-Fans und -Forscher; als Einführung in die Soziologie würde ich heute andere Bücher vorziehen, etwa die Einführung von Thomas Schwietring.

In dieser Vorlesung von 20 Stunden „haben wir uns zunächst mit den Aufgaben und der Entwicklung der Soziologie beschäftigt, haben uns dann der Beschreibung dreier Naturvölker zugewandt und damit einen Überblick über relativ einfache, übersehbare Sozialverhältnisse gewonnen, an die wir die weiteren, systematischen Fragestellungen anknüpfen konnten (und übrigens noch weiterhin anknüpfen werden). Wir (…) stießen dabei, nach einigen Irrwegen, auf einen überraschend einfachen, ja lapidaren Tatbestand: daß nämlich die ’soziale Produktivität des Menschen‘ in allen Kulturen und zu allen Zeiten die Eigentümlichkeit hat, zur Herausbildung sozialer Einheiten zu führen.“ (S. 149 f.) Der Einzelne werde durch soziale Rollen und ein System (vertikaler und horizontaler) reziproker Verpflichtungen in seine soziale(n) Einheiten(en) eingebunden. Den großen Abschluss bilden vier Vorlesungen über Institutionalisierung, in denen Popitz sich im Wesentlichen an Arnold Gehlens Theorie anlehnt. – Neben mancherlei vorlesungsbedingten Wiederholungen fällt auf, dass gegen Ende des Buches häufiger Stichwortsammlungen den fortlaufenden Text ersetzen.

Fazit: Ich bewundere Popitz wegen seiner Schriften „Phänomene der Macht“ und „Prozesse der Machtbildung“; von dieser Einführung war ich eher enttäuscht, wenn auch die Verfestigung sozialer Beziehungen gut erklärt wird.

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