Chinua Achebe: Okonkwo oder Das Alte stürzt – Besprechung

 

Im Jahr 2011 hat besagt Herr Achebe einen englischen Literaturpreis bekommen; aus diesem Grund wurde er im WDR vorgestellt, aus diesem Anlass „kenne“ ich ihn erst, ihn und seinen 1958  erschienenen großen Roman vom Leben der Afrikaner in Nigeria vor und nach der Ankunft weißer Missionare: Das Alte stürzt.

Erzählt wird also das Leben des Herrn Okonkwo – eines starken, nicht immer sympathischen Mannes, der unter dem Eindruck, Sohn eines verkommenen freundlichen Faulenzers zu sein, hart gegen sich und andere geworden ist; ein kämpferischer Mann, der Erfolg hat, Ansehen in seinem Dorf gewinnt; der schließlich für sieben Jahre ins Exil muss, weil er durch die Explosion seines Gewehrs einen Dorfgenossen getötet hat; der erlebt, wie in dieser Zeit das Dorf unter dem Einfluss zweier englischer Missionare sich verändert hat: seinen Geist aufgegeben hat; der schließlich einen der Gerichtsdiener, die ihn gedemütigt hatten, tötet und sich anschließend erhängt.

Makabre Pointe ist zum Schluss, dass der Distriktsverwalter diesem verzweifelten Selbstmord ein Kapitel oder zumindest einen größeren Abschnitt in einem gepanten Buch widmen will, dessen Titel schon feststeht: „Beiträge zur Befriedung der Eingeborenenstämme im Gebiet des Unteren Niger“. – Eine Kritik des von den Weißen gebrachten (christlichen) „Fortschritts“ aus afrikanischer Sicht. Unbedingt lesenswert!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s