Peter von Matt: Die Intrige – Besprechung

 

Ich kenne vier Bücher des Germanisten Peter von Matt; das neue, „Die Intrige“, kann sich mit dem „Liebesverrat“ darum streiten, welches das beste von allen ist. „Die Intrige“ ist also ein großes Buch, ein lesenswertes Buch: weil von Matt anschaulich Literatur referieren kann; weil er offensichtlich die europäische Literatur hervorragend kennt; und weil das Thema ein elementar menschliches ist.

Matt zeigt also, wie das Intrigieren mit dem Versuch des sich aufklärenden Menschen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, verbunden ist; wie es die europäische Literatur seit der Ilias bestimmt; wie die scheinbar einfache Form der Fabel mit dem Fuchs als Akteur in der Literatur zentral ist. Und er zeigt in einem, was der Umbruch von der feudalen zur bürgerlichen Literatur im 18. Jahrhundert fürs Intrigieren bedeutet (das ist nichts mehr für Frauen) und wie sich der Umbruch zur Moderne ab 1900 in der Darstellung der Intrige spiegelt. Nebenher kriegt man noch einiges von Kriminalromanen mit, die man (also ich) nur dem Namen nach kannte.

Mich hat das Buch angeregt, einzelne seiner Gedanken weiterzuspinnen und sie an Themen zu binden, die mich interessieren; ich habe sogar Anregungen dafür gefunden, was ich in einem Jahr bei meiner Pensionierung sagen und nicht kann. Ein schönes Buch, für das ich seinem Autor danke.

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