Brecht: Viele sehen es so – Analyse

Viele sehen es so, als drängten wir uns…

Text

http://www.redworks.info/BRECHT/bb_100/bb_viele.htm

http://sammelpunkt.philo.at:8080/79/1/brecht3.htm (mit Interpretation im weiteren Sinn)

http://gedichte.xbib.de/–55397_25572_34720_35920_36900_38563_43557_46978_47050_47468–.htm (Zeilenumbruch falsch bzw. missverständlich: unglücklich gesetzte Vorlage für viele Nachschreiber, z.B. manu baeren)

Ein Gedicht Brechts, das etwa 1944 entstanden ist und „offiziell“ wenig beachtet wird (es fehlt in der sechsbändigen Werkausgabe von 1997), aber doch relativ verbreitet ist – siehe unten die Rezeption.

Dazu trägt vermutlich seine große Unbestimmtheit bei, welche es möglich macht, es bei vielen Gelegenheiten zu zitieren. Es spricht jemand aus einer Gruppe „wir“ (V. 1); er spricht darüber, was „wir“ tun. Dazu stellt er eine falsche und eine richtige Sicht vor. Falsch sei der Eindruck, „als drängten wir uns zu den abgelegensten Verrichtungen…“ (V. 1-4). Richtig sehe dagegen, „wer uns das Unvermeidliche tun sieht“ (V. 5 f.).

Was das Unvermeidliche ist – „das Unvermeidliche tun“ mussten auch die SS-Leute! – wird in zwei sehr unbestimmten Bildern umschrieben: gerade gehen, die Hindernisse des Tages überwinden (V. 7 f.), danach als Ordnung des richtigen Denkens  bestimmt (V. 8-10). Diese vier Weisen, das Unvermeidliche zu tun, werden zusammengefasst in einem weiteren Bild: „Den Weg des Tropfens zu bahnen im Fluß…“ (V. 11 f.) Das Gedicht gipfelt in dieser Zusammenfassung vom „Sich den Weg Bahnen“ durch alle Hindernisse, die metaphorisch als Geröll wahrgenommen werden.

Das Gedicht steht im Zusammenhang mit dem Wasser-Motiv (vgl. „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking…“ oder „Das Lied vom Wasserrad“), welches bei Brecht öfter auftaucht. Da das Gedicht nur positiv besetzte Bilder zusammenstellt, sagt es nicht viel. Das Bild vom Tropfen, der sich im Fluss den Weg bahnen muss, halte ich für verunglückt: Im Fluss werden Tropfen bloß mitgerissen, so sie denn überhaupt als einzelne dort existieren.

Man könnte am Gedicht die Technik des Zeilenschnitts bei reimloser Lyrik studieren; aber es lohnt sich nicht, allzu viel Arbeit in eine Analyse zu stecken: Das Gedicht ist nett, nicht mehr und nicht weniger; deshalb ist es auch so vielseitig zitierbar.

Rezeption

http://www.spd-moessingen.de/index.php?mod=article (Artikel „Dr. Dieter Schmidt…“)

http://www.lawaetz.de/fileadmin/lawaetz/dokumente/archiv/veranstaltungen/20110909_stiftungsfest/Rede_Stiftungsfest_Schmalriede.pdf (dort S. 6 f.)

http://www.verein-fuer-sozialarbeit.de/files/ipb/downloads/IPB_10_Jahresbericht.pdf (dort S. 2)

http://www.kolumbus.fi/aue-stiftung/symposien.htm (Grabrede)

http://d-nb.info/992393515/04 (dort S. 3)

http://incidenze.blogspot.de/2008/10/bertolt-brecht-molti-pensano-viele.html (mit Übersetzung ins Italienische)

http://www.finanznavigator.de/stock-board/showpost.php3?p=44704&postcount=1268 (Rückblick in einem thread = http://www.stock-channel.net/stock-board/archive/index.php3/t-8551-p-6.html)

http://www.arbeiterbund-fuer-den-wiederaufbau-der-kpd.de/Archiv/Aktionen/OrdnungszelleBayern/1980_BRO_AngriffeAufStraussGegner.pdf (Motto, S. 2)

http://www.porgy.at/old/98_02/100298.htm (Plakat eines Konzerts)

http://www.katzen-forum.net/eine-katze-zieht-ein/33800-ich-ging-so-im-forum-fuer-mich-hin.html

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