Brecht: Die Pappel vom Karlsplatz – lockere Analyse

Eine Pappel steht am Karlsplatz…

Text

http://www.eule2003.de/gbereich/g-Deutsch/d13/D13-Lyrik/brecht_pappel.pdf (mit Interpretation und Tafelbild)

http://www.sos-halberstadt.bildung-lsa.de/vergangenheit/pdf/PappelvomKarlsplatz.pdf (mit Illustration)

http://www.flickr.com/photos/wolf-rabe/5627805989/ (mit Bild)

http://rauscherpeter.wordpress.com/tag/brecht/

Eisler hat 1950 Brecht dazu angeregt, neue Kinderlieder zum Vertonen für ihn zu schreiben; aber auch die Feiern zum 1. Mai 1950 und das erste Pfingsttreffen der FDJ mögen für Brecht Anlass gewesen sein, sich der Aufgabe zu stellen. Er verfasste jedenfalls 1950 dieses Gedicht, das in „Sinn und Form“ (1950, Heft 6) veröffentlicht wurde. Brechts „Kinderlieder“ konnten dann in der DDR nicht in der von Brecht vorgesehenen Fassung veröffentlicht werden, sondern nur in einer überarbeiteten Fassung (1953): So groß, wie die Sänger des „Einheitsfrontlied[s]“ hofften, war die Freiheit im real existierenden Sozialismus nicht.

In möchte diese Analyse ein bisschen anders als die bisherigen anpacken, ich kommentiere einfach die vorliegenden Links. Das hat zwei Gründe: Erstens gibt es zwei solide Analysen, zweitens habe ich eine besondere Beziehung zu Pappeln; mit dieser Beziehung fange ich an. Sie ist darin begründet, dass ich am linken Niederrhein aufgewachsen bin und dass mein Vater (+ 1945) Holzschuhmacher war; Holzschuhe werden am Niederrhein aber aus Pappeln gemacht, einem landschaftstypischen Baum mit weichem Holz, das gut zu bearbeiten ist. Ein Holzschuh aus Pappelholz, das (halbe) Werkstück der Meisterprüfung meines Vaters, steht auf meinem Schreibtisch. Über die Pappeln im Allgemeinen informieren http://baum-des-jahres.de/index.php?id=376&type=500 (Pappel: Nutzung, Verwendung und Heilkunde; kurz) und ausführlicher, echt niederrheinisch, Gisela Behrendt: Welchen Weg geht die Pappel?

Nun kommen wir zu Brechts Gedicht; einen schön markierten Text mit Analyse bietet oben der erste Link (eule2003); ergänzend weise ich auf den Kontrast zwischen Trümmerstadt/Grün (1. Str.) hin. Was bei eule2003 zur Bedeutung der Waisen (reimlose Verse) und über die Existenz des Daktylus (zu V. 7) gesagt wird, halte ich allerdings für spinnert bzw. falsch. Solide ist die Analyse in http://www.litde.com/stationen-der-deutschen-lyrik/erneuerungs-und-warngedicht/bertolt-brecht-ii-die-pappel-vom-karlsplatz-das-freundliche-grn.php; aber die ist auch wörtlich von Walter Hinck: Stationen der deutschen Lyrik: von Luther bis in die Gegenwart, abgeschrieben, wie man hier (S. 53-55) sehen kann.

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=qelOkryNDN4 (Ernst Busch)

http://www.youtube.com/watch?v=PH6mrMla1K8 (schwedisch?)

Sonstiges gibt es reichlich, und zwar zunächst drei Berichte der „Berliner Zeitung“ aus den Jahren 1998-2007 über die Pappeln vom Karlplatz, wie er richtig heißt:

http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/motorsaegentod,10917074,9423518.html (über den Pappel-Mythos, 1998, mit der Erinnerung von Ruth Berlau!)

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/tafel-erinnert-an-das-schicksal-eines-baumes-brechts-pappel-auf-dem-karlsplatz,10810590,9999914.html (die historische Wahrheit über die Pappel vom Karlsplatz, 2002)

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/die-geschichte-eines-beruehmt-gewordenen-berliner-stadtbaums-und-es-fiel-der-stamm-im-sturm—–,10810590,10490402.html (mit Geschichten von Brechts Leben in Berlin und der Fortsetzung der Pappel-Geschichte)

Eine Parallele zum Bericht von 2002 ist http://www.berliner-kurier.de/archiv/es-gibt-sie-wieder–brechts-pappeln-am-karl-s-platz,8259702,4310314.html

Auf http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/stadtbaeume/de/einzelbaeume/mitte/pappel.shtml findet man ein Bild vom Karlplatz mit Pappeln.

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/02/02/a0214 (Ein Hoch der Pappel – eine allgemeine Hommage an die Pappel, mit Bezug zu Berlin)

Über Heinz Kahlau, gestorben am 6. April 2012, der eine Fortsetzung zu Brechts Gedicht geschrieben hat, schreibt „Unsere Zeit“: Ab 1953 studierte er an der Akademie der Künste und wurde Meisterschüler Bertolt Brechts am Berliner Ensemble. Brechts bekanntes Gedicht „Die Pappel vom Karlsplatz“ setzte er fort mit „Neue Bäume am Karlsplatz“ und ging auf die fünf jungen Bäume ein, die anstelle von Brechts Pappel 1953 gepflanzt wurden: „Dass es aber denen, die da wohnten, / die in Kält und Not die Pappel schonten, / nicht an frischem Grün gebrach / pflanzte man fünf junge Bäume nach. // Wenn sie euch mit Grün beschenken, / möchte ich bitten, dass ihr euch nicht scheut, / auch noch an den alten Baum zu denken. / Er hat euch in schwerer Zeit erfreut.“ (http://www.dkp-online.de/uz/4416/s1302.htm )

http://www.youtube.com/watch?v=EKuioqmHy90 (moderne Musik unter dem Titel von Brechts Gedicht)

http://www.zeit.de/1997/18/Die_Pappelfrage/seite-1 (die Pappelfrage als Paradigma politischer Entscheidungen – lebt vom Pappelmythos, nicht von der historischen Wahrheit!)

http://home.arcor.de/manfred.roessmann/BaumGedichte.html (Links zu Baumgedichten)

Fazit: Ein Gedicht, das eine breite Spur hinterlassen hat und sehr bekannt ist.

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