Matthias Claudius: Der Tod – Analyse

Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer …

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=46

http://www.zeno.org/Literatur/M/Claudius,+Matthias/Gedichte+und+Prosa/Asmus+omnia+sua+secum+portans/Sechster+Teil/Der+Tod

Das Gedicht ist 1798 erschienen.

Ein erlebendes Ich, das sich in seinen Wahrnehmungen und Wertungen bemerkbar macht, beschreibt, was es „in des Todes Kammer“ (V. 1) erlebt; der Tod wird personifiziert, das macht ihn als handelnde Figur wahrnehmbar. Das Sprecher-Ich beschreibt, was gerade („nun“, V. 3) geschieht: Der Tod schlägt mit seinem schweren Hammer die Stunde – die letzte Stunde, muss man angesichts des Todes sagen. Das Bild vom „Stunde Schlagen“ stammt aus der Zeit, wo die Zeit alle volle Stunde durch einen Glockenschlag im Kirchturm angezeigt wurde. Wenn die Stunde für etwas geschlagen wird, dann ist dessen Zeit um; als Kinder mussten wir beim Abendläuten um 19.00 Uhr („die Abendglocke“) zu Hause sein oder nach Hause kommen. Wenn jemandem die letzte Stunde schlägt (angeschlagen wird), dann kommt der Tod – eine geläufige Wendung.

Das Sprecher-Ich klagt: „Ach“; denn was es erlebt, ist bedrückend. Dunkel ist es in des Todes Kammer (V. 1); das ist metaphorisch die Wohnung des Todes, sachlich das Grab. Und wenn er selber die Stunde schlägt, dann tönt es „traurig“ – eine Bezugsgruppe wird nicht genannt, gemeint ist also derjenige, der diesen Glockenschlag als seinen letzten hört.

Form: Die vier Verse stehen im Trochäus, sind ernst und gemessen zu sprechen; sie sind im Kreuzreim verbunden. Der erste Vers weist sechs Takte auf, der 2. fünf (mit männlicher Kadenz, als um eine Silbe verkürzt: leichtes Innehalten der Stimme), der 3. fünf und der 4. drei, wiederum um eine Silbe verkürzt. Die Reduktion auf drei Takte lässt für den Leser/Hörer in der Erwartung der beiden fehlenden Takte eine Pause entstehen: eine Besinnungspause.

Das Gedicht ist eher ein Sinnspruch, konventionell in der Bildlichkeit und Personifikation des Todes; eine kleine Gelegenheitsarbeit. Vielleicht erleichtert die Personifikation des Todes in einem mythischen Weltbild das Sterben, macht es begreifbar?

http://www.zeit.de/1960/47/der-tod

https://norberto42.wordpress.com/2013/03/08/matthias-claudius-der-tod-und-das-madchen-analyse/ (M. Claudius: Der Tod und das Mädchen)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=cXFqPoUTpwo

Sonstiges

http://www.youtube.com/watch?v=F940rwC-A3k (interpretierende Verfilmung)

http://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/trauergedichte/index.php?fnr=385 (Gedichte an den Tod)

http://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/trauergedichte/index.php?fnr=375 (ähnlich)

http://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/trauergedichte/index.php?fnr=110 (ähnlich)

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/5803/pdf/Claudius_Aufsatz_2002_2008.pdf (Bilder des Schlafes und des Todes bei Matthias Claudius und seinen Zeitgenossen)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s