Mörike: Der Feuerreiter – Analyse

Sehet ihr am Fensterlein …

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&add=&noheader=1&id=1640 (frühe Fassung!)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&add=&noheader=1&id=769

http://www.zeno.org/Literatur/M/M%C3%B6rike,+Eduard/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1867)/Der+Feuerreiter

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Feuerreiter

http://www.moerike-gesellschaft.de/2005.pdf (dort November: Text mit Kommentar)

http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/moerike_feuerreiter/moerike_feuerreiter.html

Feuerreiter: „Die Herbeirufung auswärtiger Hilfsmannschaften geschieht noch heute in der Regel durch Absendung reitender oder fahrender Boten in die Orte, die Brandhilfe zu leisten haben. Den Boten werden in Vorrat gehaltene Brandkarten mitgegeben, welche die Inschrift »Brandhilfe« und den Ortsstempel tragen und welche die Boten den Ortsvorständen der betreffenden Gemeinden einzuhändigen haben, worauf diese Ortsvorstände die für den auswärtigen Löschdienst bestimmten Feuerwehr- und Löschmannschaftsabteilungen in der in 2 b. angegebenen Weise alarmieren lassen und mit den erforderlichen Geräten in der vorgeschriebenen Weise absenden. In Orten, die telegraphisch verbunden sind, hat man vor dreißig Jahren begonnen, den Telegraphen zur Herbeiführung auswärtiger Hilfsmannschaften zu benutzen. [….] Jetzt haben in Württemberg schon in vielen Oberamtsbezirken die meisten Gemeinden Telegraphenleitungen mit Telephonbetrieb und Unfallmeldestelle, und wenn die Verbreitung dieser höchst wertvollen und wohltätigen Einrichtung, entsprechend fortschreitet, so wird das Institut der Feuerreiter und Feuerboten in nicht zu ferner Zeit ganz eingegangen sein.“ (Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswisenschaften, Bd. 3, 1906: Feuerschutz und Feuerrettungswesen)

Das Gedicht ist 1824 entstanden, Mörike war 19 Jahre alt; er studierte zu dieser Zeit Theologie in Tübingen. Mörike hat sich über einen Zeitraum von 43 Jahren mit dem Gedicht beschäftigt und verschiedene Fassungen erstellt; die jetzige 3. Strophe wurde 1841 eingefügt. „M. hatte 1823 das Schenkmädchen Maria Meyer, eine auffallend schöne, nicht ungebildete Schweizerin dunkler Herkunft, kennengelernt und war der labilen Vagantin in leidenschaftlicher Zuneigung verfallen. Getroffen von ihrem plötzlichen Verschwinden, weigerte er sich nach ihrer Rückkehr standhaft, sie wiederzusehen, und verließ Tübingen krank und zutiefst verstört, um Zuflucht bei der Familie zu suchen. Der schweren Erschütterung gab M. in ganz vom Visionären bestimmten Traumgedichten Ausdruck. Sie gewinnen, wie sich schon am frühesten, „Nächtliche Fahrt“ (ursprünglich „Ein Traum“, 1823), zeigt, den Reichtum ihrer Bilder aus der Offenheit gegenüber dem Magisch-Dämonischen. Auch die 1824 entstandene, ursprünglich unter dem Titel „Romanze vom wahnsinnigen Feuerreiter“ erschienene Ballade „Der Feuerreiter“ (umgearbeitet 1841) hat hier ihren Ursprung.“ (Rüdiger Frommholz, in NDB)

Aufbau: In den ersten vier Strophen wird erzählt, wie ein Feuer in der Mühle ausbricht und wieder erlischt. Diese Feuersbrunst ist in der Gestalt des Feuerreiters gespiegelt, der zu einem rasenden Ritt hin zur Mühle aufbricht; dabei wendet sich der Erzähler zweimal an seine Zuhörer („Seht ihr“, 1. Str.; „Schaut!“, 2. Str.) und einmal an den Feuerreiter selbst („Weh! …“, 3. Str.), nachdem er zuvor retardierend den Feuerreiter vorgestellt hat (V. 21-24). In der 5. Strophe wird aus der Rückschau erzählt, wie ein Müller später das Gerippe des Feuerreiters findet; der Erzähler wendet sich abschließend mit einem Segenswunsch an den Feuerreiter: „Ruhe wohl, / Ruhe wohl / Drunten in der Mühle!“ (V. 48-50)

Es gibt mehrere Interpretationen im Netz (einschließlich der Beschreibung formaler Besonderheiten des Gedichts, s.u.), sodass eine weitere Interpretation überflüssig ist. Die Vielzahl der Vertonungen zeigt, wie lebendig das Gedicht heute noch ist.

http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/moerike_feuerreiter/moerike_feuerreiter.html (kurze Interpretation von Eva Reiprich)

http://www.feuerwehrseelsorge.de/Lieder/Feuerreiter_brede.pdf (große Interpretation von Christoph Brede) = http://home.arcor.de/anima.mundi/Moerike_index.htm

Eine Interpretation bei http://www.litde.com/ ist wie oft auf dieser Seite von Walter Hinck abgeschrieben oder gescannt (politische Interpretation).

http://de.wikisource.org/wiki/M%C3%B6rikes_%E2%80%9EFeuerreiter%E2%80%9C (Interpretation von 1888, Gestalt Feuerreiter erklärt)

Vortrag

http://www.peregrina.de/texte.html (Sophie Rois, gut)

http://www.youtube.com/watch?v=95zTnkcmsXc (gesprochen, mit Musik von Rahib Merhi)

http://www.youtube.com/watch?v=tkuQi_PS1hE (Wolf: Hermann Prey)

http://www.youtube.com/watch?v=vMfjEH4AMTY (Wolf: Burkhard Zass)

http://www.youtube.com/watch?v=J5j35v_Qs6c (Wolf: Rüdiger Büll)

http://www.youtube.com/watch?v=GjI9cb96oso (Wolf: Bartolo Musil)

http://www.youtube.com/watch?v=JzwBZKcu790 (Hugo Distler: Chor)

http://www.youtube.com/watch?v=HegC0845w6M (Gruftierocker)

http://www.youtube.com/watch?v=-YTdSLAv01s (Geplärr)

Sonstiges

Erwähnung der Ballade und der Sagengestalt des Feuerreiters im Roman „Glasberg“ von Bruno Wille, dort S. 265: http://www.zeno.org/Literatur/M/Wille,+Bruno/Romane/Glasberg/Erstes+Buch/Der+Fuirlesreiter?hl=feuerreiter

http://www.peregrina.de/texte.html (Texte)

http://creatives-denken-by-truth-hunter.blogspot.de/2012/08/der-feuerreiter-neue-fassung-by-eduard.html (Umdichtung, misslungen)

http://www.youtube.com/watch?v=CwepFHAcGP8 (schulische Bearbeitung)

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