Mörike: Der letzte König von Orplid – Inhalt, Geschehen

Der unmittelbare Kontext der Ballade „Die Geister am Mummelsee“ im Roman „Maler Nolten“ (1832):

Der letzte König von Orplid (ein Schattenspiel)

1. Szene: Einem Kind wird die Geschichte der Neubesiedlung Orplids erzählt (das erinnert an Wilhelm Tells Gespräch mit Walter III,3); dabei wird „der heidnische uralte König“ erwähnt, der immer noch wie ein Gespenst an der Nordküste des Sees wandelt.

2. Szene: Einmal wird erzählt, wieso der alte König Ulmon nicht sterben kann (er ist von den Göttern wegen eines Frevels gestraft); ferner erhält sein Diener Anselmo erneut von ihm den Auftrag, ein geheimnisvolles Buch zu suchen, in dem geschrieben steht, wie Ulmon vom Lebensfluch erlöst werden soll.

3. Szene: Thereile, eine junge Feenfürstin, hat Ulmon mit einem Liebeszauber an sich gebannt; außerdem wird ihre kleine Schwester Silpelit eingeführt, die gute Beziehungen zum Riesen, dem sicheren Mann, unterhält. Ulmon lehnt die Liebe Thereiles ab.

4. Szene: Zwei Einwohner Orplids haben ein altes Buch gefunden; sie machen sich vergeblich Hoffnungen auf zwei Mädchen, die Töchter Anselmos.

5. Szene: Anselmo berichtet, dass „er“ (der König) das gesuchte Buch erhalten hat und dass allerlei Bemerkenswertes geschehen ist.

6. Szene: Ulmon beauftragt Silpelit, einen Wunderpfeil herzustellen, mit dessen Hilfe der Liebeszauber gelöst werden kann, der ihn an Thereile bindet, indem sie mit dem Pfeil den Zauberbaum ritzt.

7. Szene: Zwei Feenkinder tragen angesichts eines Leichenzugs am See in Wechselrede „Die Geister vom Mummelsee“ vor (hier natürlich ohne Überschrift). Ulmon hat in dem Sarg seine verstorbene Gattin erkannt und hofft auf Erlösung von seinem langen Leben.

8. Szene: Thereile wütet, weil der Liebeszauber zerstört ist.

9. Szene: Verschiedene Feen an der schwarzen Weide, welche der Liebeszauber-Baum war; Thereile nimmt Abschied vom Baum und vom Pfeil.

10. Szene: Ein Leichenzug, ähnlich dem der 7. Szene, schwebt herunter. Es ertönt ein Gesang, der bereits in der 2. Szene von Ulmon zitiert worden ist („Ein Priester sang ihn an der Wiege mir…“), welcher Ulmons Tod umschreibt oder ankündigt. Der König stirbt und wird vom See verschlungen; der Zug mit dem offenen Sarg der Königin verschwindet im See.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/5517/15 (Text: Der letzte König von Orplid)

2 thoughts on “Mörike: Der letzte König von Orplid – Inhalt, Geschehen

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