Der Meisterdieb – ein literarisches Motiv

„Der Meisterdieb“ ist ein Märchen der Brüder Grimm, hat aber in vielen Sprachen Parallelen und Vorläufer [http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Meisterdieb_(M%C3%A4rchen)]. Text des Märchens: hier oder dort.

In Johann Peter Hebels „Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes“ (1811) gibt es die Erzählung „Wie der Zundelfrieder und sein Bruder dem roten Dieter abermal einen Streich spielen“ (Text: http://gutenberg.spiegel.de/buch/329/41); hier ist der zweite Streich des Meisterdiebs aus seinem Kontext „Meisterdieb“ gelöst und an die Gestalten des Zundelheiner und Zundelfrieder gebunden worden. Dies soll hier als Beispiel gelten, wie ein literarischer Stoff wandert und sich beinahe zu einem eigenständigen Motiv entwickelt.

Bechstein: „Die Probestücke des Meisterdiebes“ (1845), finden Sie hier, vgl. diese Analyse. Auch Adalbert Kuhn (1848) hat in seinen Märchen einen Schwank von einem Meisterdieb (http://www.zeno.org/Literatur/M/Kuhn,+Adalbert/M%C3%A4rchen+und+Sagen/Norddeutsche+Sagen,+M%C3%A4rchen+und+Gebr%C3%A4uche/B.+M%C3%A4rchen/19.+Der+Meisterdieb).

In den Anmerkungen der Brüder Grimm zu ihren Märchen finden wir Folgendes:

192.
Der Meisterdieb.

Nach einer von Friedrich Stertzing in Thüringen aufgefaßten, in Haupts Zeitschrift mitgetheilten Überlieferung. Dergleichen durch die dabei angewandte List entschuldigte Diebsstreiche werden mannigfach verschieden erzählt. Hierher gehört ein Märchen bei Kuhn und Schwarz S. 362, in Wolfs Hausmärchen S. 397, bei Zingerle S. 300, bei Meier Nr. 55. Norwegisch bei Asbjörnsen S. 218. Italienisch bei Straparola 1, 2. In inniger Verwandtschaft damit steht die aus Herodot (2, 121) bekannte Erzählung von dem ägyptischen König Rhampsinit, dessen Schatzkammer von den Söhnen seines verstorbenen Baumeisters bestohlen wird. Nachweisungen von den verschiedenen Darstellungen bei Dunlop (Liebrecht S. 63. 64) und Keller in der Einleitung zu den sept sages CXCIII. und dem Diocletian von Bühel S. 55. Nachzutragen ist ein altniederländisches Gedicht De deif van Brugghe in Haupts Zeitschrift 5, 385–404. (http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_(1856)/Anmerkungen#192)

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