Mörike: Denk es, o Seele – Analyse

Ein Tännlein grünet wo …

Text

http://www.dradio.de/download/108395/ (Text mit Unterrichtsmaterialien)

http://www.dradio.de/download/108396/ (dito, kürzer, stärker analyrisch)

http://www.moerike-gesellschaft.de/2009.pdf (dort im November: Text mit Kommentar Reiner Wilds)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=758

http://www.zeno.org/Literatur/M/M%C3%B6rike,+Eduard/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1867)/Denk+es,+o+Seele

„Das Gedicht ‚Denk es, o Seele’ von Eduard Mörike ist spätestens im September Jahr 1851 entstanden. Zuerst erschien das Gedicht mit dem Titel ‚Grabgedanken’ 1852 in Stuttgart in der ‚Frauenzeitung für Hauswesen, weibliche Arbeiten und Moden’ I, Nr. 14, dann 1855 ohne Titel am Ende der Novelle ‚Mozart auf der Reise nach Prag’ und schließlich 1856, 1867 und 1873 in der Sammlung der ‚Gedichte’ mit der Überschrift ‚Denk es, o Seele’.“ (mpg-trier)

Die Kommunikationssituation ist nicht klar: Ein lyrisches Ich spricht zu einem Du, wobei mit „o Seele“ eine Seele (als Du) angesprochen wird, ohne dass ganz klar wäre, welche Seele gemeint ist. Das Bedeutungsspektrum von „Seele“ ist ziemlich breit. Adelung nennt als Bedeutungen:

„1. Das Leben, und die Lebenskraft, eines lebendigen Dinges; eine der ersten und ältesten Bedeutungen. […]

2. Das Vermögen, die Kraft, zu empfinden und zu begehren. […]

3. Das Wesen, welches in uns denkt, Verstand und Willen hat, ein mit einem organischen Körper verbundener Geist.

(1) Eigentlich, sowohl in Verbindung mit seinem Körper. Die Seele des Menschen, die menschliche Seele. […]

(2) Figürlich.

(a) Ein mit einer vernünftigen Seele begabtes Geschöpf, zunächst ein Mensch, in Ansehung seines Empfindungs- und Begehrungsvermögens. […]

(b) Dasjenige, was einem Dinge Leben, regelmäßige Bewegung und Wirksamkeit ertheilet. […]

(c) In noch weiterm Verstande, der vornehmste, wesentlichste Theil, die nothwendigste Eigenschaft einer Sache. […]“

Man wird zwischen den Bedeutung 3. (1) und 3. (2)(a) zu wählen haben; es wäre demnach möglich, dass als Du eine andere Person angesprochen wird, aber auch, dass der Sprecher zu sich selber spricht, und zwar im Hinblick auf die der Todesnähe angemessene Lebensführung: mahnend, das große „Vielleicht“ zu erwägen, am Ende mit einem Rufzeichen. Dass das Ich den Leser anspricht, halte ich aus methodischen Gründen für unmöglich – auch wenn man sich als Leser gern in die Personalpronomina „ich“ oder „du“ hineinfühlt oder –versetzt.

„Sie sind erlesen schon …“ (V. 5) setzt ein überlegenes Wissen des sprechenden Ichs wie auch eine erlesende Größe voraus; dabei bleibt unklar, woher das Ich solches weiß und wer die erlesende Größe ist. „erlesen“ steht in gehobener Sprache für „auslesen“ im Sinn von „aussuchen, auswählen“ (Adelung).

Da die kurze Analyse von Reiner Wild und die große Analyse auf mpg-trier völlig ausreichen, verzichte ich auf eine weitere Analyse. Stattdessen erstelle ich ein Inhaltsverzeichnis der Datei des ungenannten Kollegen vom mpg-trier:

Entstehung des Gedichts, S. 1

V. 1-4 (mit Unklarheiten), S. 2 f.

V. 5-8 als Kommentar dazu, S. 3 f.

2. Strophe, S. 4 f.

Volksliedhaftes im Gedicht (Stil, Satzbau), S. 5-7

Strophen- und Versform, S. 7-11

Satzbau, S. 11 f.

Wortwahl, S. 12 f.

Lautung, S. 13 f.

„Wirkung“, S. 14

Tabelle: Taktfolge, S. 15

Tabelle: Gliederung der Verse, S. 16

Tabelle: Alliterationen, Assonanzen, S. 17

http://mpg-trier.de/d7/read/moerike_denkes_oseele.pdf (große Analyse)

Vortrag

http://www.lutzgoerner.de/gdt/537/ (Lutz Görner)

http://www.youtube.com/watch?v=nR2cdeMqRC0 (Hugo Wolf)

http://www.youtube.com/watch?v=Pum_-8LCEkU (Wolf: Fischer-Dieskau)

http://www.youtube.com/watch?v=quR6CEebhaI (Wolf/Fischer: W. Holzmair)

http://www.youtube.com/watch?v=3TXA2UU1JNU (Wolf: Szeles?)

http://www.youtube.com/watch?v=JDCmH_nw7O0 (Wolf: Evelyn Lear)

http://www.youtube.com/watch?v=aMQBHK4iGGU (Wolf: Antonia Gust)

http://www.youtube.com/watch?v=RIb4uXkPwvc (Kurt Lissmann: Chor)

Sonstiges

http://cingolani.com/45em.html (engl. Übersetzung)

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