Heine: Das Fräulein stand am Meere – Analyse

Das Fräulein stand am Meere…

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=1233

http://www.zeno.org/Literatur/M/Heine,+Heinrich/Gedichte/Neue+Gedichte/Verschiedene/Seraphine/10.+%5BDas+Fr%C3%A4ulein+stand+am+Meere%5D?hl=das+fraulein+stand+am+meere

Das Gedicht ist um 1832 entstanden; es steht im kleinen Zyklus „Seraphine“ unter „Verschiedene“ in „Neue Gedichte“ (1844) als Nr. 10. Es ist in der Schule das Paradebeispiel für das, was man „romantische Ironie“ nennt.

Aufbau: In der 1. Str. wird ein unbekanntes „Fräulein“, mit bestimmten Artikel versehen und so als dem Sprecher bekannt eingeführt, genannt; in einer kleinen Erzählung wird beschrieben, wie es am Meer steht: vom Sonnenuntergang gerührt, seufzend. In der 2. Strophe wendet sich der Sprecher direkt, als ob er in der Situation präsent wäre, mit einem guten Rat und einer Erklärung an das Fräulein. Der Rat ist: „sein Sie munter“ (V. 5); der passt überhaupt nicht zur Rührung des Fräuleins, bezieht sich aber auf das Adverb „bang“, was seinerseits nicht zur Rührung angesichts eines Sonnenuntergangs passt. Die Erklärung lautet im Kern: „Das ist ein altes Stück“ (V. 6). Ein Stück ist etwas, das bloß aufgeführt wird, das man also nicht bitter ernst nehmen muss; als altes Stück dürfte es bekannt sein, ist es schon ein bisschen abgegriffen – kein Grund also zu großer Rührung! Es folgt die zweite Erklärung, wie das alte Stück funktioniert (V. 7 f.). Die 2. Strophe mit ihren banalen Erklärungen lässt den Ton in der 1. Strophe nachträglich ins Ironische umschlagen, wenn man dort nicht bereits angesichts der Übertreibung „lang und bang“ (V. 2, inklusive Binnenreim) und der sprachlichen Extravaganz „so sehre“ (V. 3) die Ironie in der Beschreibung des gerührten Fräuleins gespürt hat.

Form: dreihebiger Jambus, abwechselnd weibliche und männliche Kadenzen, Kreuzreim; im letzten Vers haben wir drei Hebungen mit freier Füllung, also, gemessen an der Regelmäßigkeit vorher, einen Holpervers, der die Harmonie des Taktes (zer)stört.

Ob man den Sprecher ein lyrisches Ich nennen darf? Im Pronomen „Mein “ (V. 5) in der Anredeformel muss man nicht mehr als das Signal einer Sprechfunktion erkennen; es spricht weniger ein lyrisches als ein antilyrisch aufklärendes Ich, wenn man überhaupt einen Ich-Sprecher wahrnehmen kann.

http://www.ploecher.de/2009/10-T2-D-E2-09/Heine%20Das%20Fraeulein%20stand%20am%20Meere.pdf (unsauber gearbeitet, bis in die Rechtschreibung des Heine-Textes)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=599rAzdaFbE (Dieter Mann)

http://www.youtube.com/watch?v=bykqG15pZqk (Martin Held)

http://www.rezitator.de/gdt/565/ (Lutz Görner)

http://www.vorleser.net/hoerbuch.php?id=heine_das_fraeulein_stand_am_meere

http://www.youtube.com/watch?v=Ixn1jzYp7yk (nettes Spiel)

http://www.youtube.com/watch?v=tTqip4hVwQc (J. Dreyfsandt zu Schlamm)

http://www.youtube.com/watch?v=lmBcDM_4QAc (Görner spricht Heine)

Sonstiges

http://www.panoramio.com/photo/72498554 (romantisches Foto)

http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=23764 (Vertonungen)

http://www.leselupe.de/lw/titel-Das-Fraeulein-am-Meer-58536.htm (Diskussion in der „Leselupe“)

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