Morgenstern: Der Schaukelstuhl auf der verlassenen Terrasse – Interpretation

Ich bin ein einsamer Schaukelstuhl…“

Text

http://christian-morgenstern.de/dcma/index.php?title=Der_Schaukelstuhl_auf_der_verlassenen_Terasse

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Schaukelstuhl_auf_der_verlassenen_Terrasse

Dieses wunderbare Gedicht steht in der Tradition der Märchen Hans Christian Andersens, wo auch Dinge wie Zündhölzchen, Zinnsoldaten und Nadeln ein seelisches Leben besitzen; hier ist es also ein Schaukelstuhl. Das Gedicht gehörte zu meinem Repertoire für Klasse 6: bildhafte Sprache, Personifikation.

Zunächst also beschreibt der Schaukelstuhl seine Situation, das ist noch mäßig originell; dann werden in Analogie zu „wackeln“ zwei neue Verben eingeführt, „nackeln und „rackeln“. Deren „Bedeutung“ erschließt sich daraus, dass sie so ähnlich wie „wackeln“ klingen und dass die Linde etwas Ähnliches wie „wackeln im Winde“ macht, indem sie nackelt und rackelt.

Pointe: die lustige Neubildung zweier Wörter und die andeutende Frage, „was sonst wohl noch wackeln mag im Winde“; da gab es geschlechtsspezifisch unterschiedliche Vorstellungen vom dem, was wackelt. Die Kinder hatten viel Freude an dem Gedicht.