Hofmannsthal: Was ist die Welt? – Analyse

Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht…

Text

http://www.zeno.org/Literatur/M/Hofmannsthal,+Hugo+von/Gedichte/Die+Gedichte+1891-1898/Was+ist+die+Welt

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=1483

http://home.bn-ulm.de/~ulschrey/literatur/hofmannsthal/was%20ist%20die%20welt.html (mit Interpretation)

http://www.az01.de/Lyrik/1,000000538835,8,1;focus=CM_de_dtag_hosting_hpcreator_widget_Download_262012&path=download.action&frame=CM_de_dtag_hosting_hpcreator_widget_Download_262012&view=raw?id=31582 (mit Interpretation)

Das 1890 entstandene und veröffentlichte Gedicht ist das Werk eines Frühreifen, bei dem ich mich frage: Weiß er, was er sagt?

Es liegen drei Interpretationen im Netz vor, so dass ich nur auf diese hinzuweisen brauche. Wenn ich die erste (U. Schrey) richtig lese, ist dort der Satzbau des Gedichts missverstanden. Ich lese den Text folgendermaßen: „Was ist die Welt?“ (V. 1) [Sie ist] „Ein ewiges Gedicht…“ Das ist ein Spiel von Frage und Antwort, welches das Thema vorgibt: die Welt. Zu diesem (Rahmen)Thema kommt ab V. 5 ein zweites Thema hinzu; die unausgesprochene Frage dazu lautet: ‚Und was ist der Mensch?’ Diese Frage ergibt sich als Fortsetzung von V. 1 und angesichts der Antwort in V. 5 – „der Mensch“ ist das einzige Thema ab V. 5. Der Mensch wird zuerst im Verhältnis zur Welt als klein beschrieben (Strahl vs. Sonne, verhallender Vers vs. ewiges Gedicht); im Gegensatz dazu wird er ab V. 9 als jedoch als „eine Welt für sich“ beschrieben, als eigenständiges Universum. Diese Erhöhung gipfelt in V. 13 f.: Unter der Bedingung, dass „Du gar zu lesen d’rin verstündest“, sähst du, dass er mehr als bloß ein Vers (V. 7) ist (Kontrast oder Steigerung): ein ganzes „Buch, das Du im Leben nicht ergründest“ (V. 14).

Bereits in der Alltagssprache gibt es die Wendung, dass man etwas „an den Gesichtszügen [eines anderen] ablesen“ kann (7200 Einträge bei google). – Das Buch ist seit alters u.a. ein „Symbol der Seele. Gott schreibt sein Gesetz in die Herzen der Menschen (Jer 31,33, 2 Kor 3,3). Die Seele gleicht einem Buch; die Erinnerung ist eine im Gedächtnis hinterlassene Schriftspur des Vergangenen (Platon, Philebos). […] Die menschl. Psyche mit ihrer Auffächerung in dem Bewusstsein zugängl. und unzugängl. Zonen ist mit einem ‚Wunderblock’ vergleichbar, der die unsichtbaren Spuren früherer Einschreibprozesse trägt, welche wieder lesbar gemacht werden können (Freud, Notiz über den Wunderblock).“ (Monika Schmitz-Emans, Art. „Buch“ in: Metzler Lexikon literarischer Symbole, 2008) Das Bild vom Menschen als Buch wurde 1973 von Daliah Lavi in einem damals erfolgreichen Schlager entfaltet.

Die Pointe bei Hofmannsthal besteht darin, dass man das Buch „Mensch“ eben nicht zu ergründen vermag. Dieser „Tiefsinn“ muss mit der sprachlichen Fülle des Gedichtes zusammen gesehen werden, mit den blumigen Bildern – dann hat man das Gedicht verstanden. Aus diesem Grund finde ich auch die vier Vorträge des Gedichtes (s.u.) nicht gut; ihnen fehlt das Geheimnis, das Abgründige von Welt und Mensch, wovon Hofmannsthals Gedicht schließlich lebt.

Analyse

http://www.litde.com/stationen-der-deutschen-lyrik/feier-spter-schnheit/hugo-von-hofmannsthal-ii-was-ist-die-welt-schnheit-als-droge.php

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=9ldZjWq6dTE

http://www.youtube.com/watch?v=bCMWJL5cM2k (unsauber gesprochen)

http://www.youtube.com/watch?v=eGHl6KC34ew

http://media1.roadkast.com/sprechbude/was_ist_die_welt_hofmannsthal.mp3 (Peter Kempkes)

Sonstiges

http://www.sonett-archiv.com/gh/Hofmannsthal/sonette.htm (Sonette Hofmannsthals)

http://www.youtube.com/watch?v=9cW_Fv7uS7k (Daliah Lavi: Wär ich ein Buch zum Lesen)

http://www.youtube.com/watch?v=MQFma60OTTI (dito)

http://d-nb.info/1042724725/34 (Diss: Das Buch im Buch, dort S. 94 ff: Der Mensch wird zum Buch)

http://www.zikg.eu/bibliothek/pdf/festrede-grasskamp (Rede Walter Grasskamps)