Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Inhalt der ungekürzten Neuausgabe (2011)

Erster Teil

Die Quangels

1. Kap.: Briefträgerin Eva Kluge bringt Feldpostbrief zu Quangel: Nachricht vom Tod des Sohnes. Pg Persicke feiert mit seinen Söhnen die Kapitulation Frankreichs; Eheleute Quangel sind von der Todesnachricht getroffen. (Kontrast)

2. Kap.: Analyse des Bildes von Hitlers Jauchzen durch Baldur Persicke, 16, einen skrupellosen Handlanger des Systems. (Antipathie gegen die Nazis Persicke geweckt)

3. Kap.: Quangel begegnet Barkhausen, einem Nichtstuer, der mit Anzeige droht und so Geld erpressen will. B. will dann die alte Frau Rosenthal erpressen oder bestehlen, wird von Baldur auf der Treppe erwischt; bekommt bei Persicke Geld; seine Frau hat zu Hause einen spendablen Freier, er selber hat einen Auftrag für Enno. (B: mieser Typ)

4. Kap.: Quangel geht zu Trudel, Freundin des Sohnes, in die Fabrik und informiert sie; vor einem Plakat (Bekanntmachung von Hinrichtungen) bekommt er aufständische Gedanken. Trudel ruft ihn offen zur Sabotage auf und deutet ihr eigenes künftiges Schicksal an; sie arbeitet in der KP. (Trudel u. Quangel positiv; indirekte Andeutung zukünftiger Ereignisse)

5. Kap.: Eva Kluge kommt müde nach Hause; ihr Mann Enno will bei ihr übernachten, um 10 Tage zu arbeiten und sich dann wieder krankschreiben zu lassen. Eva denkt an ihre Söhne (Soldaten) nach. Frau Gesch, Nachbarin, klagt und kommt rein und schleppt so Enno mit rein. Eva gibt ihm nichts zu essen; er bedrängt sie mit Eskapaden des Sohnes Karl; sie ist fertig, er will sie bestehlen, sie schmeißt ihn raus. Sie gibt Karl verloren, will aus der Partei austreten und schreibt an Sohn Max. (Eva als begrenzt stark, Enno als Dreckskerl)

6. Kap.: Gedanken Quangels, Charakterisierung des Werkmeisters Q. („gerecht“); er will im Betrieb den Bummelanten Dollfuß zurechtweisen. Er muss zu einer Versammlung von NS-Leuten, wo der Betrieb auf Leistungssteigerung getrimmt wird. Er schlägt vor, neue Maschinen anzuschaffen, und schwärzt Pg Dollfuß als Drückeberger öffentlich an. – Zurück im Betrieb: Q. bleibt Werkmeister, Dollfuß bekommt sein Amt in der DAF. Ankündigung: „Miesmacher und Meckerer“ kommen ins KZ.

7. Kap.: Barkhausen überredet Enno zu einem Einbruch bei Fr. Rosenthal. Sie ist nicht anwesend; die beiden wühlen und saufen und planen und werden von Baldur Persicke überrascht.

8. Kap.: Persickes schlagen die Einbrecher zusammen und wollen sich ihrerseits bereichern, werden aber von Quangel überrascht, der seinerseits vom pensionierten Richter Fromm überrascht und mit hochgeschleppt worden war. Fromm ist die überlegene Figur. (Nazis und Mitläufer: kleine raffgierige Schweine)

9. Kap.: Trudel ist zum Übernachten bei Quangel geblieben; Q. merkt, dass noch jemand da ist: Fr. Rosenthal. Die beordert er für nächsten Morgen zu Fromm; Trudel soll nicht mehr kommen. Q. macht sich für Kämpfe bereit und will dabei mit seiner Frau allein sein. (Andeutung des Kommenden)

10. Kap.: [neuer Tag: Mittwoch] Trudel verlässt früh die Wohnung und liefert Fr. Rosenthal bei Fromm ab. Einer der Persickes bringt Barkhausen zu dessen Frau, der andere Enno zu Frau Gesch. – Rosenthal bekommt bei Fromm Frühstück [auktorialer Erzähler: drei Jahre später, S. 95]. Fromm: der Gerechtigkeit verpflichtet (wie Q.); er ist über den verhafteten Herrn Rosenthal informiert; nimmt Frau R. heimlich bei sich auf. Sie leidet an der kalten Art Fromms und der Einsamkeit.

11. Kap.: Gesch hat Enno kurz aufgenommen. Eva Kluge ist nach ihrem Parteiaustritt massiv verhört und vom Postdienst suspendiert worden [Rückblick]. Sie beschließt, zu ihrer Schwester aufs Land zu fahren.

12. Kap.: Barkhausen zu Hause, sinnt auf Rache gegen Baldur P.; Enno ist in der Stadt unterwegs, findet Geld in seiner Tasche, sucht vergeblich Tutti, geht ins Hotel und beschließt, wieder ein ordentliches Leben zu führen.

13. Kap.: [Freitagabend] Tanzcafé Elysium, neben vielen Pgs trifft sich die kommunistische Zelle. Trudel gesteht ihren „Verrat“; man will sie beseitigen, einer der drei anderen liebt sie jedoch; fast wäre die Zelle  aufgeflogen. Trudel bleibt gegenüber einem neuen Liebesgeständnis reserviert.

14. Kap.: [Rückblick] Stimmung bei Quangel, Otto ist verändert; er steht [am Samstag] mitten im Essen auf und geht, inspiziert ein großes Treppenhaus, das ihm geeignet erscheint (wofür?). Er wird von einem Unbekannten auf Trudel angesprochen und schlägt Karl Hergesell, Trudes Verehrer, zusammen. Q. kauft in der Stadt Schreibwaren und geht zur Arbeit.

15. Kap.: Enno geht wieder zur Arbeit, bespöttelt und angebrüllt; er holt sich bei Lotte seinen Koffer – mit der Aussicht, in drei Wochen wieder zu ihr kommen zu dürfen.

16. Kap.: Fr. Rosenthal ist unglücklich in ihrem Versteck; sie geht raus, trifft die Putzfrau, nimmt Schlaftabletten und geht in ihre Wohnung; sie wird von Baldur bemerkt, der Polizei ruft [Sonntagmorgen] | [Rückblick: Anna Q. hat eingelenkt, doch Otto war nicht böse] | Frau R. wird von drei NS-Leuten „besucht“, von einem „verhört“ und springt aus dem Fenster | Quangel beobachten das Geschehen | Fromm räumt hinter der verschwundenen Frau R. auf | Frau R. ist tot, Barkhausen verhaftet (wegen des gestohlenen Armbands), Baldur regt Hausdurchsuchung an und wird abgewiesen; Kommissar Rusch bewegt Baldur zu einem Geständnis, der darf sich dafür Radio und Wäsche bei R. nehmen.

17. Kap.: Bei Q. kehrt Friede ein, Otto sieht aber von seinem Vorhaben ab | [unter der Woche] Barkhausen ist wieder entlassen. Anna Q. will aus der Frauenschaft raus: Sie besucht Frau Gerich und verärgert sie, diese schaltet ihren Mann (Obersturmbannführer) ein – beim Anpfiff stellt Anna sich dumm und linientrau, wird von ihrer NS-Überprüferei „beurlaubt“.

18. Kap.: [nächster Sonntag] Frau Q. wartet auf das Gespräch mit Otto; der schnitzt an einem Kopf. Oto will Karten schreiben und zum Widerstand aufrufen; sie erwartet größere Taten – er weist sie auf die Lebensgefahr selbst bei seinem Unternehmen hin. Er schreibt in Blockschrift, eine Karte bis zum Abend. Sie sprechen über die möglichen Erfolge ihres Unternehmens.

19. Kap.: [Vormittag] Sie gehen die Karte ablegen, auf ihren Rat weiter von der eigenen Wohnung weg; sie hat Angst, als er in ein Haus geht | Q. im Haus, das eigentlich als modernes Bürohaus ungeeignet ist, legt die Karte ab. Sie gehen zurück.

Zweiter Teil

Die Gestapo

20. Kap.: [Schauspieler Harteisen und sein Anwalt und Freund Toll: Vorgeschichte von Harteisens Höhe und Fall bei Goebbels] H. findet Q.s Karte und geht damit in Tolls Büro: Misstrauen und Ratlosigkeit. Sie melden den Fund | Besprechung des Falls bei der Gestapo, mit Planung des weiteren Vorgehens (zunächst abwarten)

21. Kap.: [Ein halbes Jahr später: Sammelbericht über Q.s subversive Schreiberei und ihre falschen Hoffnungen] Q. bekommen Besuch von Annas Bruder plus Frau, mit Gegenbesuch sechs Wochen später und Gesprächen über die Jugend und die Eltern.

22. Kap.: Kommissar Escherich (ein „Jäger“) wird vom Vorgesetzten bedrängt und bespricht mit ihm die Kartenfunde in Berlin (40 von 44 gefunden); ein Anruf an E.: Kartenleger gefasst, E. fährt zur Vernehmung.

23. Kap.: Enno beim Arzt, will krankgeschrieben werden [Rückblick: die Geschichte seines halb erfolgreichen Arbeitens, seine Frauengeschichten]. Die Sprechstundenhilfe, die sich mit Enno gezankt hat, findet eine neue Karte, der Arzt ruft die Polizei. Ein Assistent untersucht den Fall, Enno wird im Wartezimmer beobachtet, zum Gespräch gebeten, flieht, wird gefangen und verhört, ist aber offensichtlich nicht der Schreiber.

24. Kap.: Escherich übernimmt den Fall; er bequatscht Enno zuzugeben, er habe die Karte von einem Unbekannten erhalten. Enno wird überwacht werden; er unterschreibt alles und wird entlassen.

25. Kap.: Escherich bespricht sich mit dem Assistenten und geht zur Gestapo-Zentrale [auktorialer Erzähler: „eine der häufigen Zusammenkünfte höherer Führer also. Geselligkeit, Umtrunk, heitere Zwanglosigkeit, Erholung nach der schweren Mühe, Mitmenschen zu quälen und an den Galgen zu bringen“]; komisches Gespräch und Besäufnis mit seinem Vorgesetzten. Enno entkommt den Bewachern. Escherich fährt zu Kluges Wohnung und spricht mit Frau Gesch, geht dann zu Ennos Fabrik und gibt Anweisungen zum Umgang mit Enno.

26. Kap.: [Bericht, wie Enno den Verfolgern entkommen war] Er holt seine Sachen und geht zu Hete Häberle; die lässt ihn mitarbeiten und nimmt den von der Gestapo Verfolgten auf. In der Nacht gesteht er ihr weitere Halbwahrheiten; er darf bei ihr bleiben (trotz seiner Ehe usw.). [Erzähler kommentiert die Irrtümer der guten Hete, S. 286]

27. Kap.: E. darf das Haus nicht verlassen, weiß aber weder zu arbeiten noch zu lesen. Sie lässt ihn im Laden mitarbeiten. Nach Besorgungen kommt Hete zurück: Laden geschlossen, Kasse leer, Wäsche durchsucht. Kurz vor Ladenschluss kommt er wieder (hat gewettet); am Abend zieht sie ihn zur Rechenschaft; er redet sich raus, ohne Verständnis für ihre Vorwürfe. Sie beschließt, ihn trotz seiner Tränen wegzuschicken. [Kommentar dazu, S. 302]

28. Kap.: Escherich unter Druck, weil E. entwischt war; er bespricht sich mit seinem Assistenten. Barkhausen will Persicke bei ihm anzeigen, wird aber genutzt, um E. zu finden. Am zweiten Tag sieht er E. und folgt ihm zum Haus Häberle. Am Abend beobachtet er Ennos Versuche der Besänftigung (von Kap. 27). Barkhausen möchte möglichst viel Geld aus dem Fall herausholen; er sagt Escherich noch nicht Bescheid.

29. Kap.: B. geht am nächsten Morgen im Geschäft „einkaufen“ und trifft „zufällig“ Enno. Er bespricht mit Häberle das Geschäft, Enno nicht zu verraten: Fahrt nach München, um dort 2000 M zu kassieren.

30. Kap.: Hete und Enno besprechen die Lage; sie will ihn bei ihrer Freundin unterbringen. Ein blonder Junge spioniert um Häberles Haus.

31. Kap.: B. steigt bereits in Lichterfelde aus und geht zum Haus Häberle zurück, findet Sohn Kuno nicht, wird nach Hause bestellt. Einer Einladung zu Escherich folgt er nicht. Diverse Jungen informieren ihn / streiten mit ihm um Geld; B. wird verprügelt, er sinniert über sein Unglück.

32. Kap.: Escherich in der Zwickmühle: Enno verhaften oder nicht? Er trifft B. in der Ansbacher Straße, sie gehen zu besagtem Haus, Enno suchen. Bei Frl. Schönlein entdeckt er Enno im Schrank; sie hatte zunächst gekontert, gesteht dann alles.

33. Kap.: E. geht mit Enno, draußen treffen sie B.; der bekommt kein Geld und wird fortgeschickt. E. und Enno gehen essen, dann fahren sie nach Schlachtensee. Enno wehrt sich, E. erklärt ihm die eigene Situation und droht ihm mit Gestapo; er legt Enno Selbstmord nahe. Kurzer Kampf, zwei Schüsse, Enno ist tot. (Da Kluge die Waffe in der Hand hat, S. 371, muss man von „Selbstmord“ ausgehen.)

Dritter Teil

Das Spiel steht gegen Quangels

34. Kap.: [Vorgeschichte: Eheleute Hergesell, aus Kap. 13: Trudel ist verheiratet und schwanger, sie wohnen in Erkner.] Sie fahren nach Berlin. Trudel trifft zufällig Quangel (wundersamer Zufall!), der eine Karte abgelegt hat; sie spricht kurz mit Q., legt die Karte wieder ab und liefert Kleid im Anwaltsbüro ab.

35. Kap.: Hergesell [zwei Jahre nach Ottos Tod] kann Kinderwagen nicht kaufen, trifft Grigoleit, einer Ex-KP-Genossen (wundersamer Zufall!); sie streiten sich über die politische Arbeit. Er lässt sich einen Koffer zum Aufbewahren andrehen, gibt ihn aber bei der Gepäckaufbewahrung ab. Trudel und er verheimlichen ihre gefährlichen Erlebnisse voreinander.

36. Kap.: [Sammelbericht: Qangel in der der Fabrik, viele Arbeiter sind ausgetauscht worden; sie produzieren Särge. Er schreibt nun auch werktags; er ist bereits zweimal beobachtet worden.] Quangel sprechen miteinander über die Gefahr, in der sie sind, und einen möglichen Tod.

37. Kap.: [Sammelbericht: Escherichs Leben nach Ennos Selbstmord] E wird von seinem Vorgesetzten Prall bedrängt, endlich den Schreiber aufzuspüren; er hat nur eine Woche Zeit dafür. Sitzung, er wird rausgeschmissen, verhaftet und eingesperrt.

38. Kap.: Quangel legen bei Fahrt zu Schwager Heffke eine Karte aus; Q. wird im Haus angesprochen und kommt nur mühsam von einem ihn begleitenden Arzt fort.

39. Kap.: Bei Heffke wird getrunken und gesungen; auf dem Heimweg legt Q. eine Karte ab, wird dabei beobachtet und bei einem Polizisten angezeigt. Verhör, der Denunziant ist als Querulant bekannt; Zott sucht einen Schreiber von der Straßenbahn und lässt Q. laufen.

40. Kap.: Kriminalrat Zott trägt seine Überlegungen zum Kartenschreiber vor (232 Karten, acht Briefe), endet in der Vermutung, der Schreiber arbeite bei der Straßenbahn, und sucht ihn unter Straßenbahnern… [Kap. 39 spielt zwei Tage später als Kap. 40.]

41. Kap.: Q. werden unsicher; Anna will künftig die Karten austragen; sie beseitigen alte Schreibutensilien.

42. Kap.: Spitzel Klebs wird in die Jablonskistraße geschickt, befragt dort den betrunkenen Persicke und klaut mächtig, wird draußen von Barkhausen gestellt.

43. Kap.: B. will selber [Rückblick auf Barkhausens und Persickes Geschicke im letzten Jahr] die geklauten Sachen haben, schlägt Klebs zusammen, wird verhaftet.

44. Kap.: Eva Kluge [Rückblick auf die beiden letzten Jahre] arbeitet auf dem Feld, im Frühsommer; ihr Brot wird von einem streunenden Jungen geklaut: Kuno, der seit einem Jahr von zu Hause weg ist. Sie bietet ihm an zu bleiben und nimmt ihn auf. Ihr Freund Kniepschäper redet ihr gut zu und bestärkt sie im Projekt Kuno.

45. Kap.: Prall stellt Zott zur Rede, weil er den potenziellen Briefschreiber hat laufen lassen, droht ihm KZ an.

46. Kap.: Escherich kommt frei, wird gedemütigt und wieder auf den Fall angesetzt. Er ist durch die Angst ein anderer geworden und will nur noch den Schreiber fangen.

47. Kap.: An diesem Montag… ist Anna krank, Otto Q. wird außerplanmäßig in die Fabrik gerufen. In der Eile nimmt er zwei Karten mit; er hat sie in der Tasche, dann liegen sie versehentlich auf dem Boden. Er möchte einmal erleben, wie es ist, wenn Karten gefunden werden (konstruiert, unglaubwürdig); er lässt sie aufheben und schaltet den Mann von der Arbeitsfront ein; sofort Sonderregelung bei der Arbeit, Q. wird von Escherich verhaftet.

48. Kap.: [Schnitt: Wie Q. bei Durchsicht der Namen der Belegschaft entdeckt wurde, weil der Täter in der Nähe der Jablonskistraße wohnen muss – wegen Verteilung der Fundorte.

49. Kap.: Hausdurchsuchung bei Q.; Anna wird verhört, Tinte usw. gefunden, dazu eine angefangene Karte. Sie wird verhaftet, das Zimmer in Ordnung gebracht.]

50. Kap.: Escherich verhört Q. in der Wohnung, stößt ihn auf die angefangene Karte; Q. gesteht nichts. Er zeigt Q. im Büro den Plan Berlins mit den Kartenfunden und erklärt ihm die Angst der Leute… Wegen Ennos Selbstmord gesteht Q. Nur 18 Karten von 276 sind nicht abgegeben worden. Die beiden fragen sich gegenseitig, ob sie wissen, was sie tun / getan haben. E. ist von Q. beeindruckt.

51. Kap.: E. sitzt um Mitternacht allein – Rückblick auf die „Siegesfeier“ und Q.s Demütigung, bei der E. mitmachen musste. E. reflektiert seine Arbeit moralisch; er ist der einzige von Q. Bekehrte, er erschießt sich.

Vierter Teil

Das Ende

52. Kap.: [14 Tage später] Verhör Annas durch Kommissar Laub, brutal; sie verrät unabsichtlich, dass Trudel von den Karten wusste. Auch Schwägerin Heffke ist verhaftet.

53. Kap.: Trudel ruft ihren Mann zur Sabotage auf und will eine Jüdin aufnehmen; Streit darüber mit ihrem Mann. Zu Hause werden sie von der Polizei erwartet und verhört; Laub kennt ihre frühere kommunistische Zelle. Im Koffer Grigoleits ist eine Druckmaschine; sie gelten als überführt. „Nichts hatten sie getan. Und sie waren doch verloren…“ (Bsp. personales Erzählen, S. 530)

54. Kap.: Otto Q., 19 Tage bei der Gestapo: Das Schlimmste ist ein Mithäftling, Karl Ziemke, der einen verrückten Hund spielt; in den 19 Tagen wird er zahmer.

55. Kap.: Anna in Gefangenschaft: leidet an ihrem Verplappern, nimmt alle Schuld des Kartenschreibens auf sich. Trudel kommt zu ihr in die Zelle, wo auch noch die tote Berta ist. Gespräch der beiden; sie müssen / dürfen die Tote in den Leichenkeller schleppen.

56. Kap.: Baldur schafft es, dass sein Vater nicht wegen Unterschlagung bestraft wird; er besucht den Vater in der Entziehungsanstalt. Baldur droht  ihm ewiges Verweilen dort an. Im Gespräch mit dem Arzt deklariert er seinen Vater als unheilbar und besteht darauf, dass dieser die vermutlich tödliche „grüne Spritze“ bekommt. Arzt muss sich Morphium spritzen, um mit diesem Persicke-Besuch klarzukommen.

57. Kap.: Q. kommt zu Dr. Reichhardt in die Zelle, einem Dirigenten, der einige Privilegien genießt und sie mit Q. teilt. Q. ist zuerst misstrauisch; Dr. R. gesteht seine Angst und die Sorge um die Familie. Gespräch über R.s Arbeit, die Q. fremd ist; Diskussion um den rechten Umgang mit einem unverschämten Zellengenossen, R. predigt Güte.

58. Kap.: Leben in der Zelle; Q. ändert sich, durch die Musik und die Art Dr. R.s; er lernt Schach – und bereut, dass er als Einzelgänger so viel in seinem Leben versäumt hat. R. erklärt (wie Sokrates), wieso auch dieses ungerechte Leiden und Sterben nicht sinnlos ist.

59. Kap.: Gespräch des Pastors mit dem Gefängnisleiter, er solle den schlechten Arzt ablösen; und mit dem Arzt, er solle keine zu schwachen Leute in die Dunkelhaft schicken. Pfarrer ist schwer krank, Hergesell tot.

60. Kap.: Trudel und ihr grässliche Zellengenossin Hänsel; T. und der Pfarrer Friedrich Lorenz. Sie geht mit dem Pastor in die Zelle ihres toten Mannes und begeht Selbstmord: Aufstand im Gefängnis. Der Pastor wird suspendiert, er stirbt an einem Blutsturz.

61. Kap.: Verhandlung gegen die beiden Q. vor dem Volksgerichtshof, auch Fromm ist da. Q.s sitzen gegen Vorschrift nebeneinander. Otto drängt, die Wahrheit zu sagen; sie werden getrennt.

62. Kap.: Freisler wird als schlechter Mensch vorgestellt. Q.s bekennen sich schuldig, Freisler verhandelt trotzdem gehässig sieben Stunden. Otto wird vorab zu vier Wochen Dunkelhaft verurteilt.

63. Kap.: Der Staatsanwalt verhört und beleidigt Anna, schließlich ihren Sohn und Trudel; Anna beschimpft SA und SS, wird von der Verhandlung ausgeschlossen, kommt in die Dunkelhaft.

64. Kap.: [Vorgeschichte: Heffkes Vernehmungen und sinnlose Geständnisse] Heffke muss zur Verhandlung gegen Q. kommen; er soll sich zu Annas Vorleben äußern und singt; kommt in eine Anstalt und wird getötet.

65. Kap.: Annas Verteidiger will auf § 51 und Abhängigkeit von ihrem Mann hinaus; der Staatsanwalt setzt Bestrafung und Ausschluss des Anwalts durch. Der „Verteidiger“ Ottos, Dr. Stark, beschuldigt diesen und beantragt Bestrafung. Otto nennt ihn „Linksanwalt“ und lacht.

66. Kap.: Fromm lässt ihm ein Päckchen zukommen, mit Blausäure für Selbstmord; Q. sagt „Hitler verrecke“ und wird ausgeschlossen.

67. Kap.: Q. sitzt im Totenhaus von Plötzensee; er organisiert sein Leben nach dem Vorbild Dr. Reichhardts, muss Erbsen sortieren. Alle warten montags und donnerstags auf den Tod. Q versteht immer mehr vom Haus; er ist dank des Giftes frei, findet Ruhe und Heiterkeit.

68. Kap.: Dr. Stark bringt das Urteil; Q. lehnt ab, Gnadengesuch einzureichen, macht dem Anwalt Vorhaltungen- Die alten Heffke wandern nach Berlin und reichen Gnadengesuch ein: alles angelehnt [die Wege solcher Gnadengesuche].

69. Kap.: Anna leidet im Totenhaus, bekommt ebenfalls von Fromm das Gift. Sie ringt mit sich und wirft das Gift dann fort; ist von da an freundlich und heiter, hat ihre Angst überwunden.

70. Kap.: Neuer Pastor kommt, um Q. auf den Tod vorzubereiten: ein Mitläufer des Systems. Er betet ohne Q. Spruch zum Abschied: „Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“ (Phil 1,21)

71. Kap.: Der Arzt kommt, fühlt Puls, will Otto „was Betäubendes“ geben. Q. lehnt die Henkersmahlzeit ab; der Henker schneidet ihm die Haare ab. Direktor und Staatswalt holen ihn und bringen ihn zum Schafott. Er schiebt das Zerbeißen des Giftröhrchens hinaus und wird enthauptet.

72. Kap.: Anna erfährt nichts von Ottos Tod und strickt Strümpfe. Sie freut sich auf ein Wiedersehen; eine Bombe zerstört ihren Teil des Gefängnisses, sie ist tot.

73. Kap.: „Aber nicht mit dem Tod wollen wir dieses Buch beschließen, es ist dem Leben geweiht, dem unbezwinglichen, immer von neuem über Schmach und Tränen, über Elend und Tod triumphierenden Leben.“ (S. 662) Kuno ist von den Eheleuten Kienschäper adoptiert worden. Er fährt mit Pferd und Wagen nach Berlin und nimmt unterwegs eine zerlumpte Gestalt mit: seinen Vater. Der erkennt ihn, Kuno schmeißt ihn vom Wagen runter und droht ihm mit Anzeige. Danach ist er ein paar Monate stiller, aber im Sommer geht er wieder raus.

Jeder stirbt für sich allein – Rezensionen

http://www.zeit.de/2011/18/L-Fallada (kritisch)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/hans-fallada-jeder-stirbt-fuer-sich-allein-der-mensch-ist-dem-menschen-ein-verdacht-1613053.html

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/deutscher-weltbestseller-noch-ein-schnaps-bevor-die-gestapo-kommt-a-750031.html(voll des Lobes)

http://kritisch-lesen.de/rezension/drittes-reich-nur-land-der-entfesselten-unterwelt (sehr kritisch)

http://www.deutschlandfunk.de/differenzierte-darstellung-der-nazi-zeit.700.de.html?dram:article_id=85042 (Ob der Roman die Menschen so differenziert darstellt, wie hier behauptet wird, bezweifle ich.)

http://radiergummi.wordpress.com/2011/04/25/hans-fallada-jeder-stirbt-fur-sich-allein/

http://www.srf.ch/player/tv/literaturclub/video/jeder-stirbt-fuer-sich-allein-von-hans-fallada?id=c41d21b2-f760-4932-9c2b-88d22902ae04 (Hörbuch vorgestellt)

http://www.dieterwunderlich.de/Fallada-jeder-stirbt-allein.htm (i.W. ausführliche Inhaltsangabe, beinahe Nacherzählung)

http://www.ub.fu-berlin.de/service_neu/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/autorf/fallada.html (Links zu Fallada)