Feuchtwanger: Exil – Inhalt

Zusammen mit „Erfolg“ und „Die Geschwister Oppermann“ macht das Buch „Exil“ Feuchtwangers Wartesaal-Trilogie aus.

Erstes Buch: Sepp Trautwein

1  Sepp Trautweins Tag beginnt

Josef Trautwein, ein Musiker, und seine Frau Anna wohnen als Emigranten im billigen Hotel Aranjuez (Paris), mit Sohn Hanns (17). Man bemüht sich um eine Aufführung von „Die Perser“ im Rundfunk. Die beiden sind kurz nach dem 30.01.1933 emigriert; sie arbeitet beim Zahnarzt Dr. Wohlgemuth, er schreibt gelegentlich für die Exilzeitung „Pariser Nachrichten“. – Hanns geht zur Schule, sie zur Arbeit.

2  Die Pariser Nachrichten

Trautwein diktiert in der Redaktion der PN einen Artikel; Gespräch mit dem Chefredakteur Heilbrun und dem Herausgeber Gingold; Josef wird von Friedrich Benjamin zum Essen eingeladen. Er kennt den letzten Artikel Benjamins über zwei Hinrichtungen in Deutschland; Gespräch darüber, wozu die journalistische Arbeit gut ist. Er soll Benjamin fünf Tage als Redakteur vertreten.

3  Einer fährt im Schlafwagen in sein Schicksal

Die schöne Ilse verabschiedet ihren Mann Fritz Benjamin (Mittwoch); der will in Basel Dittmann treffen, der ihm einen Pass versprochen hat. Er hatte in Berlin als kritischer Journalist die geheime Rüstung aufgedeckt. Er denkt (März 1935) an das viele Geld, das Ilse braucht. Man will ihm seine „Plattform“ finanzieren, damit er kritisch über die deutsche Aufrüstung schreibt; er wird ablehnen.

4  Eine verirrte Bürgerstochter

Ilse verplempert mit ihren inneren Widersprüchen die Tage; ihr Verehrer „Janosch“ muss ihr Karten für einen Auftritt Marlene Dietrichs besorgen, sie schläft mit ihm. Montag kommt ein Telegramm, Fritz fahre nach Genf und komme Mittwoch. Als er auch am Freitag noch nicht da ist, fährt Ilse in die Redaktion; Polizei wird eingeschaltet. Sie bleibt im Hotel Atlantic; sie weiß, wie deutsche „Vernehmungen“ vorgenommen werden. – Man hat Fritz nach Deutschland verschleppt und Dittmann verhaftet.

5  Zahnschmerzen

Anna kümmert sich um die Emigrantin Elli, verspätet sich deshalb bei der Arbeit. Wohlgemuth erzählt von komischen Emigranten, sie bringt Elli als Dienstmädchen bei ihm unter. Der Sekretär der deutschen Botschaft von Gehrke, Nazi, wird beim Zahnarzt behandelt; er hat das dicke Geld für seine Behandlung dafür bekommen, dass er Benjamin durch Dittmann hat verschleppen lassen. Wohlgemuth schleift ihm die Zähne, er will 15.000 vom Honorar den Emigranten zugute kommen lassen. [Verquickung von Nazis und Emigranten beim Geld und in der Literatur]

6  Kunst und Politik

Trautwein leidet an Benjamins Verschleppung; er soll dessen Stelle als Redakteur bei den PN einnehmen – er möchte annehmen; Anna ist dagegen, weil dann seine Musik darunter leidet. Er besucht den Exildichter Tschernigg; der liest ihm neue Verse vor. Josef fragt jenen um Rat in Sachen Festanstellung; der rät heftig ab, er könne Benjamin damit nicht helfen. Entgegen seinem Vorsatz sagt Josef den PN zu. Er schreibt einen fantastischen Aufsatz über den Fall Benjamin, den Millionen lesen und der offenbar doch nichts bewirkt.

7 Einer der neuen Herren

Erich Wiesener (47), Pariser Vertreter der Westdeutschen Zeitung, denkt morgens über Trautweins Artikel und Benjamins Verschleppung, über sich und den Journalismus nach. Er agiert pro NS, schreibt heimlich aber seine Historia arcana, eitel und relativ ehrlich. Von Gehrke besucht ihn, damit er den Trautwein-Artikel nicht beachte; Wiesener reflektiert die Minderwertigkeitsgefühle der Berliner und rät zum Nichtstun. Man überlegt, wie man die Exilpresse zurückdrängen kann. Seiner Sekretärin Maria diktiert Wiesener einen Artikel über einen Pariser Streik; sie ist vom Trautwein-Artikel beeindruckt, er diktiert ihr seine Biografie Beaumarchais’.

8  Trübe Gäste

(über die deutschen Emigranten)

9  In der Emigrantenbaracke

Bedeutung der „Pariser Nachrichten“. Am 29. März ist es amtlich, dass Benjamin entführt worden ist. Tscherniggs Gedichte in den PN: ein Misserfolg. Harry Meisel (19), Dichter, wohnt wie Tschernigg im „Asyl“; Trautwein bekommt Texte von ihm: Exilgeschichten als Kommentare zu einem Shakespeare-Sonett („Sonett 66“).

10  Blick in eine neue Welt

Hanns will an der neuen Welt in Moskau mitbauen, geht zu „Vater Merkle“; er fragt ihn um Rat, ob er weiter mit seinem Vater über Politik diskutieren soll. Dessen Rat: Er solle vorsichtig für den Kommunismus werben, im Sinn der Einheitsfront. „Wen man nicht bekehren kann, den soll man wenigstens verwerten.“

11  Hanns Trautwein wird achtzehn Jahre

Am 2. April interveniert die Schweiz beim Dt. Reich in Sachen Benjamin; Trautwein kauft ein für ihn zu teures Mikroskop für Hanns, der am 3. April Geburtstag hat. Hanns freut sich kaum, sieht es auch als Bestechungsversuch; beim Abendessen diskutieren Trautwein über den Fall Benjamin, Hanns im Sinn der SU-Politik. – Wie Anna den Tag verbracht hat und den Streit von Mann und Sohn erlebt.

12  Einer riecht die Heimat im Exil

Sepp geht mit Tschernigg und Harry essen; auch diese beiden halten nicht viel von der Schweizer Note, woran Sepp leidet. Am 15. April kommt die deutsche Antwort – Sepps Artikel dazu wird nicht gut, er diktiert ihn neu direkt in die Setzmaschine. Er hat Angst vor zu Hause und geht mit seiner Sekretärin essen, ein langer vertraulicher Abend. Er geht zu Fuß nach Hause, dort trinkt er in der Frühe noch einen Kaffee, die Milch ist schlecht, es gibt heftigen Streit mit Anna.

13  Der Tod von Basel

Wiesener ist bei von Gehrke wegen des Falls Benjamin; Gehrke pfeift das Volkslied „Der Tod von Basel“. – Heydebregg soll als Emissär des Führers kommen. – Lea, seine langjährige Freundin, spricht Wiesener auf Trautweins neuen Artikel an, sie widerspricht der NS-Politik und setzt sich dafür ein, dass Trautwein und den PN nichts getan wird. Er denkt an seine Historia arcana als das Schlüsselwerk der Epoche.

14  Ein deutscher Junge in Paris

Raoul (18), Sohn Leas und Wieseners, offiziell Sohn von Leas erstem Mann, kommt im vom Vater bezahlten Frack zu Lea; sie ärgert sich über den Frack, sagt aber nichts dazu. Er zieht gegen Wiesener vom Leder. Am 5. April trifft Raoul Federsen, lädt ihn zu einem Besuch ein. Raoul bringt u.a. seine vom Vater abgelehnte Idee eines deutsch-französischen Jugendtreffens (mit ihm als Leiter der französischen Delegation) ins Gespräch. Nach einem Bordellbesuch erzählt Klaus Federsen Raoul, wie er seinen Vater (Chef der Mitropa-Bank) in seine Gewalt bekommen hat: durch Drohung mit Denunziation. Das beeindruckt Raoul.

15  Parteigenosse Heydebregg und seine Sendung

Heydebregg kommt nach Paris, um den Botschafter etwas zu deckeln; er ist ein alter Kämpfer, einflussreich. Wiesener kommt mit ihm ins Gespräch; Heydebregg soll das Gerede um den Fall Benjamin beenden, also die PN beseitigen – Kritik an Wiesener. Der soll darlegen, wie man die PN erledigen kann. Wiesener will ihn in Pariser Geschichten hineinziehen und setzt bei Lea durch, ihn zu einer Abendgesellschaft einzuladen. Lea und auch Raoul gefallen Heydebregg, er kommt in Paris gut an.

16  Der getretene Wurm krümmt sich

In den PN erscheint ein Artikel über Wiesener und seine nichtarische(n) Freundin(nen); Sekretärin Hegner warnt ihn vor Gefahren. Am nächsten Morgen wird er von Heydebregg zum Rapport bestellt; es ist unklar, wie das Gespräch gewirkt hat. Ein Telefonat mit Lea scheitert, Wiesener steht zwischen seiner Neigung zur viertelnichtarischen Lea und seiner NS-Karriere. Sekretärin Maria sagt, er müsse die Beziehung zu Lea beenden. Raoul kommt zornig und gibt Wiesener Geld zurück, er fühlt sich durch den Artikel in den PN erniedrigt. Zu seiner Rehabilitierung verlangt er energisch das deutsch-französische Jugendtreffen, was sein Vater ablehnt. Der lässt sich im Streit gehen und gibt Raoul eine Ohrfeige; das  Verhältnis ist zerbrochen. Heydebregg mahnt die Kampagne gegen die PN an. Wiesener muss sich im Moment entscheiden. Bis Mittwoch nächster Woche will er seinen Plan vorlegen, wie man die PN erledigen kann.

 

Diese Wiedergabe des „Inhalts“ kann nicht das Buch „Exil“ erfassen, weil dieses wesentlich von den Gedanken der Figuren und der Spannung zwischen dem, was sie sagen, und dem, was sie denken, lebt. Ich verzichte deshalb darauf, auch den Inhalt der beiden folgenden Bücher („Pariser Nachrichten“ und „Der Wartesaal“) wiederzugeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Exil_(Feuchtwanger)

http://www.schoolwork.de/literatur/feuchtwanger-lion_wartesaal.php

http://www.buchinformationen.de/rezension.php?id=3567

http://www.histo-couch.de/lion-feuchtwanger.html