Bechstein: Das Natterkrönlein – Analyse

Text:

http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/609-das-natterkroenlein.htm

http://gutenberg.spiegel.de/buch/m-7468/47 (Es fehlt die Einleitung des Erzählers.)

Bechstein hat diese Märchen wie manches andere in „Neues deutsches Märchenbuch“ (1856) aus den Sammlungen der Brüder Zingerle übernommen, hier aus dem Buch „Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland“ (1854, S. 106-108: „Noch ein Mährchen von der Krönlnatter“); er hat es allerdings überarbeitet und ausgebaut, und zwar durch die Einleitung des Erzählers und beim Schimpfen des Bauern, v.a. ist die Heirat mit dem Sohn des Schulzen hinzugekommen. Das Motiv der Schlange bzw. des Natterkrönleins ist in eigenen Untersuchungen behandelt (s.u.).

Einleitung des Erzählers

Ausgangssituation:

Eine gute Magd dient bei einem geizigen Bauern; sie kümmert sich um die Kühe und gibt regelmäßig der im Haus lebenden Krönleinnatter etwas Milch zu trinken. Die Anwesenheit der Natter gereicht dem Stall zum Segen.

Geschehen:

  • Der Bauer entdeckt zufällig, dass die Magd der Schlange zu trinken gibt.
  • Er schimpft sie aus, droht ihr Schlimmes an und entlässt sie.
  • Die Magd verabschiedet sich vom Vieh.
  • Die Natter gibt dem Mädchen ihr Krönlein und verlässt das Haus.
  • [Erzählerkommentar zum Natterkrönlein]
  • Die Magd begegnet dem Sohn des Schulzen, der sich in sie verliebt und sie zu sich nach Hause einlädt.
  • Belohnung: Sie wird von allen geschätzt und vom Sohn zur Frau genommen.
  • Der geizige Bauer wird bestraft, indem sein Hof zugrunde geht und in den Besitz des Schulzensohnes gelangt.
  • Die junge Bauersfrau bedankt sich bei der Schlange und gibt ihr das Krönlein zurück.
  • Die Schlange wohnt fortan im Stall der jungen Frau, auf dem nun Segen ruht.

Der springende Punkt, an dem sich Gut und Böse scheiden, ist der Umgang mit der Schlange bzw. mit einem „unnützen“ Tier – Magd und Bauer verfügen nämlich nicht über das Wissen des Erzählers bzw. alter Großväter und Großmütter von Krönleinnattern und ihren Eigenschaften (so in der Einleitung!). Die Fürsorge für die Kreatur Schlange wird belohnt, und zwar von der Schlange selbst mit ihrem Zauberkrönlein; der Geiz des Bauern und seine Hartherzigkeit gegenüber der Kreatur wird bestraft. Für den Ablauf des Geschehens ist die Existenz eines Zauberkrönleins wichtig, weil so Lohn und Strafe verteilt werden können.

 

Zum Motiv „Schlange im Haus“ vgl. Bolte-Polívka, Bd. II, S. 459 ff. https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/458/mode/2up

Zum Schlangenkrönlein s. http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at672B.htm

Zur Krönleinnatter s. http://simorgh.de/niceswine/mythologien-und-folklore-kroenleinnattern-und-basilisken

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

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