Bechstein: Der gastliche Kalbskopf – Analyse

Text: http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Der+gastliche+Kalbskopf

http://www.ipad-library.net/eBooks/WPLBN0002918490-Sammlung-kurzer-deutscher-Prosa-034—Chapter-06—Der-Gastliche-Kalbskopf-by-Various.aspx? (erzählt)

Von Johann Jacob Mussäus erschienen 1840 posthum „Meklenburgische Volksmährchen“; die Nr. 13 ist „Hans und der Kalbskopf“. Bechstein hat dieses Märchen (neben anderen) übernommen und wieder reich ausgebaut – ein Märchen sicher nicht für kleine Kinder, eher für Erwachsene, die sich am Sprachwitz des Erzählers erfreuen können – schon der sprechende Kalbskopf ist ein Witz. Im Vergleich mit der Vorlage kann man wieder schön erkennen, wie Bechstein beim Märchenerzählen arbeitet.

Ausgangssituation:

Ein Ehepaar hat drei Söhne; Hans, der dritte, ist dumm, aber Mutters Liebling.

Geschehen:

  • Die beiden älteren brechen in die Welt auf und werden ausgestattet.
  • Auch Hans bricht gegen den Widerstand der Eltern mit ihnen auf.
  • Die beiden älteren wollen ihn im Gehen abhängen; mit angeblichen Schatzfunden ruft er sie zweimal zurück. Beim dritten Mal beachten sie ihn nicht mehr und gehen allein weiter.
  • Hans stärkt sich und legt sich schlafen.
  • Am Abend erwacht er und sieht in der Ferne ein erleuchtetes Haus.
  • Er geht zum Haus, findet einen gedeckten Tisch und einen Kalbskopf.
  • Er wird vom Kalbskopf zum Essen eingeladen und gebeten, von der Welt zu erzählen.
  • Hans erzählt alles, was er weiß, und spielt auf seiner Maultrommel.
  • Als er nach einiger Zeit nach Hause aufbricht, bekommt er einen feinen Anzug, ein gutes Pferd, Geld und ein Zauberpfeifchen (um immer unter der Führung von Tieren ans Ziel zu kommen).
  • [neuer Erzählstrang] Die Brüder kehren nach zehn Tagen um und werden zu Hause als Nichtsnutze ausgeschimpft.
  • Hans kommt unerkannt wie ein Junker ins Heimatdorf zurück und wird herzlich aufgenommen.
  • Die Brüder wollen ihn in der Nacht bestehlen; Hans wehrt sie ab, und der Vater verprügelt sie.
  • Hans bricht erneut auf; er sehnt sich nach seinem Kalbskopf, bei dem er unter Führung der Tiere auch ankommt.
  • Der Kalbskopf begrüßt ihn freudig und gibt Anweisungen, ihm den Kopf von seinem bisher verborgenen schlangenartigen Leib abzuschlagen.
  • Als Hans dies tut, wird aus dem Kalbskopf eine Prinzessin, die ihm ihr Schloss und ihre Hand anbietet („du Guter, Reiner, Treuer“).
  • Hans nimmt das Angebot dankbar an und lebt mit ihr in „in einer frohen und genußreichen Einsamkeit“.

Scherf verweist auf die später von Bechstein ausgeschiedenen Märchen „Des Teufels Pate“ und „Der Schäfer und die Schlange“ (wegen der Nähe zum Schwanenjungfraumärchen) sowie auf mehrere Märchen der Brüder Grimm: „Der König vom goldenen Berg“, „Die Rabe“, „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ und „Der Trommler“.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

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