Helon Habila: Öl auf Wasser – Besprechung

Zu Weihnachten habe ich ein großartiges Buch geschenkt bekommen, „Öl auf Wasser“ (2012). In diesem Roman fungiert ein junger Reporter, Rufus, ein Nigerianer aus Port Harcourt, als Ich-Erzähler. Zusammen mit dem ehemaligen Star-Reporter Zaq, der jetzt versoffen und heruntergekommen ist, macht er sich auf die Suche nach einer in Nigeria entführten Weißen; er findet sie schließlich nach vielen Abenteuern bei Rebellen, die gegen die Ölindustrie und die mit dieser verbündeten Regierung kämpfen. Im Lauf des erzählten Geschehens werden die Lebensgeschichten Zaqs und Isabel Floodes, eben der Entführten, sowie Episoden aus dem Leben derer, mit denen sie zu tun haben, eingeflochten bzw. berichtet. Damit ist die kriminalistische Seite des Verschwindens von Frau Floode geklärt, während ihre Befreiung zum Schluss nach aussteht. Ebenso steht noch Rufus’ Reportage über seine Erlebnisse und über die Ziele und Taten der Rebellen aus – indirekt hat Helon Habila diese mit seinem Roman geliefert: ihr Kampf gegen die Cliquen, welche mit ihrer Erdölförderung ein afrikanisches Land zerstören.

Es gibt eine Reihe begeisterter Rezensionen, denen ich keine weitere hinzuzufügen brauche:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/roman-oel-auf-wasser-taschenspielertricks-des-lichts-1.1470771

http://www.zeit.de/2012/32/Helon-Habila-Oel-auf-Wasser

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article109431098/Nie-mehr-mit-gutem-Gewissen-an-der-Tanke.html

http://www.deutschlandradiokultur.de/gegen-das-vergessen.950.de.html?dram:article_id=216111 (weitere Links)

http://www.buecherrezensionen.org/buecher/rezension/helon-habila-oel-auf-wasser.htm

http://www.krimi-couch.de/krimis/helon-habila-oel-auf-wasser.html

http://www.marabout.de/Habila/Habila2.htm

Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich mich noch gefragt: Warum wünscht man (konkret ich), dass die zarte Liebesgeschichte zwischen Rufus und der Krankenschwester Gloria gut ausgehe – gut in dem Sinn, dass sie „sich kriegen“, dass sie nicht nur zwei Nächte des Glücks miteinander erleben? Es ist, als ob man nicht verstanden hätte, was Mrozek mit seiner tiefsinnigen Geschichte „Schneewittchen“ uns sagt. Slawomir Mrozek hat erzählt, wie es weitergeht, nachdem der Prinz Schneewittchen wachgeküsst hat („Schneewittchen“, in: Das Leben ist schwer. dtv, München 1985, S. 69 ff.): Schneewittchen möchte in der Pose des Küssens verharren, weil dies das Glück sei; aber dem Prinzen tut bald der Rücken weh, und nicht nur deswegen stimmt Schneewittchen zu, dass der Prinz sich entfernt – angeblich um Zigaretten zu holen…

 

Über Helon Habila

http://de.wikipedia.org/wiki/Helon_Habila

http://en.wikipedia.org/wiki/Helon_Habila

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