Dostojewski: Schuld und Sühne – Inhalt

Die Übersetzung des Titels schwankt zwischen „Schuld und Sühne“ und „Verbrechen und Strafe“, die Schreibweise des Namens zwischen „Dostojewski“, „Dostoevskij“, „Dostojewsky“ und „Dostojewskij“ (mindestens). Ich verzichte darauf, in diesen Streit einzugreifen, und referiere den Inhalt des Romans, wobei ich für mehrere Namen eine Abkürzung einführe; zitiert wird die Übersetzung von Swetlana Geier, weil sie fürs Lesen die handlichste war – zur Problematik des Übersetzens siehe den vorigen Artikel!

Erster Teil

I Raskolnikow (R), ein junger Mann, bei seiner Wirtin verschuldet, geht im Juli zu Aljona Iwanowna und beleiht eine Uhr; danach in eine Kneipe. Er hat etwas vor, wovor er erschrickt.

II Der versoffene Titularrat Marmeladow erzählt ihm seine Geschichte (inklusive Sonja); R bringt ihn nach Hause, der Familie droht unmittelbar der Rauswurf aus der Wohnung.

III Die Magd Nastassja weckt R um 10 h, bringt ihm Tee und einen Brief. Die Mutter schreibt ihm über ihre finanzielle Lage, Dunjas (der Schwester) bevorstehende Hochzeit mit Hofrat Luschin, ihre beruflichen Hoffnungen für R und eine anstehende Reise nach Petersburg, kündigt Geldsendung an. Der Brief erregt R.

IV R reflektiert den Brief und ist absolut gegen die geplante Heirat, weil Dunja sich damit opfere; auf der Straße will er ein betrunkenes Mädchen vor Belästigung schützen – er war auf dem Weg zu Rasumichin (Ras).

V R ist völlig verwirrt, trinkt einen Wodka und schläft ein; Traum vom Pferdchen, das erschlagen wird und dem er nicht helfen kann; er bedenkt den Traum und schreckt vor dem geplanten Mord zurück. Zufällig begegnet er Lisaweta Iwanowna, der Schwester der Pfandleiherin, welche am nächsten ab 18 h nicht zu Hause sein wird … günstig für seinen Anschlag.

VI Vorgeschichte: Wie R ein Wirtshausgespräch mit anhörte, in dem ein Student dafür plädierte, die Pfandleiherin zu ermorden, um mit ihrem Geld Gutes zu tun – Parallele zu seinem Vorhaben. Zu Hause schläft er ein. Nastassja weckt ihn um 10 h und um 14 h; gegen 18 h steht er auf, näht eine Schlinge fürs Beil in den Mantel – Gedanken über die Unzulänglichkeiten der Planung eines Verbrechens; er findet ein Beil und ist gegen 19.30 h an der Wohnung des Opfers.

VII R erschlägt die Alte, sucht Geld und Schmuck, tötet dann auch Lisaweta und entkommt knapp zwei weiteren Kunden, die Geld leihen wollen und die Tür von innen verschlossen finden; unter Mühe entsorgt er das Beil und geht nach Hause.

Zweiter Teil

I R erwacht in der Nacht mit Fieber, sucht Spuren zu beseitigen. Nastassja und der Hausknecht wecken ihn, mit Vorladung zur Polizei; verspätet geht er hin – es geht um eine Geldforderung seiner Vermieterin – er ist beruhigt; R erklärt dem Hauptmann Formitsch die Umstände, wie der Schuldschein zustande gekommen ist; er hat das seltsame Gefühl, alles gestehen zu müssen, Übelkeit – Gespräch der Polizisten über den Mord und mögliche Verdächtige.

II R fühlt sich verfolgt und will den Raub entsorgen; er versteckt die Beute in einer Mauer hinter einem schweren Stein; er ist voller Selbstzweifel geht zu Ras, ohne es zu wollen; er bekommt von einer Frau ein Almosen; zu Hause phantasiert er, Nastassja bringt ihm zu essen und zu trinken; er verliert das Bewusstsein.

III Nach Delirien kommt R am vierten Tag zu sich (Montag, 10 h). Ras ist da, ein Bote bringt Geld, Nastassja Essen; Ras hat über die Wirtin alles von R erfahren und bürgt für den Wechsel – er ist in die Nähe umgezogen und auch mit Bürovorsteher Samjotow bekannt; R erwacht gegen 18 h, Ras hat neue (gebrauchte) Kleidung für ihn besorgt.

IV Arzt Sossimow (Soss) ist da, gibt Ratschläge; unterhält sich mit Ras über den Mordfall und Verdächtige, der lädt zur Feier seines Einzugs in die neue Wohnung ein; Ras entlastet den Verdächtigen psychologisch, konstruiert den Ablauf des Geschehens nach der Tat – R hört ihm dabei zu.

V Ein Fremder tritt auf – Luschin stellt sich vor, neu eingekleidet; er hat für Mutter und Braut eine billige Absteige gebucht; Luschin redet modernes Zeug vom Eigennutz daher; man spricht wieder über den Mord – R wirft Luschin dessen Kalkül, bewusst eine arme Braut zu heiraten, vor – Streit – R wirft Luschin raus; R will allein sein – die anderen bemerken sein Interesse am Mord.

VI R zieht die neuen Kleider an und geht fort, unter die Leute; er trifft in einem Lokal Samjotow (Polizei); R weist Samjotow auf sein eigenes Interesse am Mord hin; er erzählt, was er nach dem Mord gemacht hätte (= wie es wirklich war); er geht, trifft Ras und weist dessen Hilfe brüsk zurück; Ras lädt ihn zur Feier am Abend ein; eine Frau springt ins Wasser, wird gerettet – so nicht, denkt R; er will zum Polizeibüro gehen und landet im Haus der Ermordeten, schaut sich um, zieht die Klingel, will mit Handwerkern ins Polizeibüro gehen, will allein dahin …

VII Unfall – Marmeladow ist unter eine Kutsche geraten; R kümmert sich um ihn, lässt ihn nach Hause bringen; Zuschauer werden verscheucht; Arzt und Priester kommen, ebenfalls Sonja (Tochter, Dirne); Marmeladow bittet um Vergebung und stirbt; R gibt der Frau 20 Rubel und geht; kleine Tochter rennt ihm nach, fragt nach dem Namen – Gespräch und Zuneigung; R wendet sich innerlich um – dem Leben zu; er geht zu Ras – der Arzt gibt ihm ein Pülverchen (und hält ihn für verrückt); Ras deutet ihm den Verdacht der anderen (Mord) an und bringt ihn nach Hause – dort warten Mutter und Schwester auf ihn; R fällt in Ohnmacht.

Dritter Teil

I R besteht darauf, dass Dunja die Verlobung auflöst; er möchte allein sein; Ras organisiert das Weitere – Dunja gefällt ihm; er bringt die Damen in ihr Hotel; später kommt er mit Soss und berichtet über R, beruhigt die Frauen; Ras will dem Arzt R.s Wirtin andrehen; beide bleiben im Haus, um nach R zu schauen.

II Ras erwacht gegen 7 h, hat Gewissensbisse; Gespräch mit Soss über R; Ras geht gegen 9 h ins Hotel und spricht mit den Frauen über R.s ambivalenten Charakter; die Mutter fragt ihn zu einem Brief Luschins, der erst am Abend zu einem Gespräch – unbedingt ohne R – kommen will; gemeinsam gehen sie zu R.

III R ist gewaschen und angekleidet, steht unter Spannung; man spricht vorsichtig über R.s Zustand; R versöhnt sich mit Dunja; alle haben Angst vor R – der steht unter dem Eindruck seines nahenden Endes – große Verlegenheit; Ras gefällt auch Dunja; R streitet mit Dunja über ihre Heiratspläne, er liest Luschins Brief – Dunja bittet R, am Abend ebenfalls zu kommen (gegen Luschins Willen), ebenso Ras; Mutter will „die volle Wahrheit sagen“.

IV Sonja kommt überraschend, lädt R zur Aussegnung und zum Totenmahl ein; Mutter mag Sonja nicht, sie geht mit Dunja zum Mittagessen; R will mit Ras den verliehenen Ring und die Uhr bei der Polizei geltend machen; Sonja geht, ein Fremder folgt ihr – sie wohnen im gleichen Haus; R und Ras gehen zu Petrowitsch, R weist Ras auf seine Verliebtheit hin.

V Bei Petrowitsch, Samjotow ist auch da; R trägt sein Anliegen (Pfandsachen) vor, er soll eine schriftliche Eingabe machen – man hatte erwartet, dass er sich meldet; R wittert überall den Verdacht der Polizisten; man kommt auf das Gespräch des Vorabends (beim Fest) zurück: Ist die sozialistische Theorie des Verbrechens (Protest in maroder Gesellschaft) richtig? Ras: nein! Petrowitsch spricht R auf dessen Artikel über das Verbrechen und die Vorrechte der Außergewöhnlichen an – R erläutert seine alte Idee (350 ff.); Ras ist entsetzt, dass R Morden „aus Gewissen“ erlauben will; Petrowitsch wendet die Theorie auf R.s Selbstverständnis an, Samjotow spielt auf den Mord an, Petrowitsch lädt R zum Gespräch ins Büro ein. Falle: Petrowitsch fragt R nach den Anstreichern im 2. Stock, der hat angeblich nichts gesehen; R und Ras gehen.

VI R spricht mit Ras über den Verdacht der Polizisten und ihr Vorgehen; R geht kurz nach Hause und kontrolliert die Wohnung; ein Fremder hat ihn gesucht – der geht weg und bezeichnet ihn auf der Straße als Mörder; R ist fertig, er legt sich hin; R reflektiert seinen Mord im Licht seiner Theorie: Er hat versagt, hat sich selbst betrogen; R findet sich auf der Straße wieder, er folgt dem Fremden ins Haus der Ermordeten, er ermordet die Frau noch einmal – ein Traum; ein Fremder kommt in sein Zimmer: Swidrigajlow (Swi).

Vierter Teil

I Swi lässt sich nicht wegschicken und redet Unklares – er ist der Mann der verstorbenen Marfa Petrowna (Dunjas Arbeitgeberin); er war Falschspieler, Marfa hat ihn aus dem Gefängnis freigekauft; seine tote Frau erscheine ihm; Swi möchte die Heirat Luschins mit Dunja verhindern – seine Frau hatte die Heiratspläne eingefädelt, er will Dunja mit 10.000 Rubel entschädigen; er möchte Dunja sehen – seine Frau habe ihr 3.000 Rubel vermacht.

II R erklärt Ras, wer Swi ist; sie gehen gegen 8 h zum Treffen, kommen mit Luschin an; der informiert die Frauen über Swis Reise nach Petersburg, macht ihn schlecht; R berichtet kurz von Swis Besuch; Luschin will gehen – Dunja nötigt ihn zu bleiben; Auseinandersetzung der beiden, dann auch mit Mutter und R – Dunja schickt ihn weg, sie will ihn nicht wiedersehen; Luschin macht ihr unverschämte Vorwürfe … Ras will ihn verprügeln, R wirft ihn raus.

III Erzählerkommentar zu Luschins Agieren – der plant für den nächsten Tag; Freude der von Luschin Verlassenen, R berichtet vom Treffen mit Swi; Ras plant die Zukunft: einen eigenen Verlag gründen; bis auf die Mutter stimmen alle zu – R verabschiedet sich für immer; R überträgt Ras die Verantwortung für die Frauen; Ras ahnt die Wahrheit über R – Ras wird den Frauen „Sohn und Bruder“ und tröstet sie.

IV R geht zu Sonja, die verwirrt ist; Sonja erklärt ihr Verhältnis zur Stiefmutter, die in ihrer Not nicht weiter weiß; R sieht deren Tod voraus und fragt nach den Kindern; er küsst Sonjas Fuß; ihre Situation ist ausweglos – warum geht sie nicht ins Wasser? Sie glaubt an Gott; sie war mit Lisaweta befreundet; sie muss ihm die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11) vorlesen; er schlägt Sonja vor, gemeinsam zu gehen, weil sie beide eine Grenze überschritten hätten – auf Gott zu hoffen helfe nicht; er rät „niederreißen und das Leid auf sich nehmen“; er verabschiedet sich auf „morgen“ – Swi hat gelauscht.

V Am nächsten Morgen gegen 11 ist R bei der Polizei; bei Petrowitsch ist die Sache mit den Pfändern schnell erledigt; R ist voller Misstrauen und Hass – er bittet um klare Vernehmung – Petrowitsch plaudert mit ihm – Vortrag über das Vorgehen der Polizei bei Verhör und Verdacht; ein Verdächtiger müsse nicht gleich verhaftet werden, er könne ja nicht fliehen … R fühlt sich provoziert (Petrowitsch trifft psychologisch exakt seine Situation!); er erklärt, dass Petrowitsch ihn als Mörder verdächtige – der bietet ihm Wasser und frische Luft ob seiner heftigen Reaktion an; R leide an Wahnvorstellungen; R wirft ihm vor zu lügen, als Petrowitsch analysiert, wieso R nicht der Täter sein könne; R will in aller Form als verdächtig behandelt werden – Petrowitsch hatte die Bedeutung der Form heruntergespielt; R habe sich klar genug verraten – er habe eine Überraschung für R hinter der Tür.

VI Nach Lärmen draußen kommt Nikolaj, ein junger Mann, ins Zimmer und bekennt sich als der Mörder; R wird weggeschickt – Petrowitsch kündigt ihm ein kleines Verhör an; zu Hause reflektiert R das Gespräch; er will zum Totenmahl gehen, da kommt der Mann von gestern – der entschuldigt sich, er hatte R angezeigt und stand bei Petrowitsch hinter der Tür als Überraschung für R; er geht, R ist zuversichtlich und will kämpfen.

Fünfter Teil

I Am nächsten Morgen setzt Luschin sich mit seiner Abfuhr und seinen Fehlern auseinander; er wohnt bei seinem ehemaligen Mündel Lebesjatnikow (Lebes), der zu den jungen Intellektuellen und Entlarvern gehört – gespanntes Verhältnis der beiden; sie wollen trotz Einladung nicht zum Totenmahl gehen – sie streiten, auch über Sonja, welche Lebes in eine Kommune holen will; er will Sonja „entwickeln“; er holt Sonja – Luschin will angeblich etwas für die Witwe Marmeladow tun; er gibt Sonja 10 Rubel und vereinbart ein Treffen am Abend mit ihr; Lebes fabuliert über freie Liebe und das Ende von „Untreue“ …

II Warum die Witwe wohl eingeladen hat … Die Vermieterin hat den Tisch gedeckt, aber die meisten Eingeladenen fehlen; R kommt und wird hofiert, Sonja kommt von Luschin und entschuldigt ihn; die Witwe palavert zu viel – jemand schickt Sonja zwei aus Brot geknetete Herzen, die Wirtin will ablenken; die Witwe schwafelt von einem geplanten Mädchenpensionat und gerät mit der Wirtin in Streit – da erscheint Luschin.

III Der geht zu Sonja und fordert eine angeblich verschwundene 100 Rubel-Note ein; Sonja weiß von nichts, die Witwe zetert; in Sonjas rechter Tasche ist das Geld, Luschin verzichtet „großmütig“ auf weitere Schritte; Lebes schaltet sich ein und beschuldigt Luschin, den Schein heimlich in die Tasche gesteckt zu haben; Streit; R klärt Luschins Motiv auf: letztlich R diskreditieren; Lebes stimmt ihm zu und schmeißt Luschin raus, Sonja bekommt einen Anfall und geht heim; die Wirtin kündigt Marmeladows auf der Stelle und wirft alles auf den Boden; R geht zu Sonja.

IV Er fordert sie auf, für Luschin über dessen Recht zu leben zu entscheiden; Sonja verzweifelt; er deutet an, dass er selber Lisaweta ermordet hat; Sonja ist verstört, umarmt ihn – sie will zu ihm halten; er ringt mit sich und bekennt: „Ich wollte ein Napoleon werden, darum habe ich gemordet …“ R erklärt, er habe die Alte umgebracht, um ein neues Leben nach dem Studium zu beginnen; Sonja glaubt das nicht; R ringt um eine Erklärung: Der Mensch ändere sich nicht, wer etwas wagt, habe Macht über die Menschen; das viele Denken habe ihn zermartert, er wollte „nur um meiner selbst willen“ morden; probieren, ob er imstande sei, eine Grenze zu überschreiten; R sieht, dass auch er nur eine Laus ist, vom Teufel verführt; Sonja sagt, er solle sich stellen: das Leid auf sich nehmen und dadurch Erlösung finden; R will sich noch wehren – Sonja will ihm ein Kreuz gehen, da kommt Lebes herein.

V Der berichtet, die Marmeladow sei durchgedreht; Sonja rennt weg, R geht nach Hause; Dunja kommt, sie kennt den Verdacht und versichert ihm ihre Solidarität; R geht raus, Lebes informiert ihn, dass die Witwe verrückt geworden ist; Auftritt der Frau mit den Kindern, auch R kann ihr nicht helfen; ein Polizist will sie heimbringen, die Kinder rennen weg, man bringt die gefallene Frau in Sonjas Zimmer – Swi kommt hinzu; sie fantasiert und stirbt; Swi wendet sich an R und erklärt, für die Waisen sorgen zu wollen; Swi will R näher kennenlernen.

Sechster Teil

I R in einer seltsamen Lage, wie im Nebel; Verhältnis zu Swi belastet ihn; Sonja zeigt ihm einmal ihre Zuneigung, sonst ist alles fade; Ras kommt besorgt, R trägt ihm Verantwortung für Mutter und Schwester auf; Dunja hat einen Brief bekommen, der „Mörder“ Mikolka hat gestanden; R traut Petrowitschs psychologischen Erklärungen nicht; der kommt unerwartet zu Besuch.

II Er möchte sich mit R „aussprechen“; er wolle offen reden; er erklärt seinen früheren Verdacht und sein Vorgehen gegen R; Mikolka sei ein guter Mensch und religiöser Phantast, aber unschuldig; beim Mord gehe es „um ein sich an Theorien entzündendes Herz“ (616); er hält R für den Mörder, der bestreitet es vergeblich; Petrowitsch schlägt ein offenes Geständnis vor, er werde ihn in einigen Tagen einsperren; er erklärt die Vorteile eines baldigen Geständnisses; auch nach einer Verurteilung habe er das Leben vor sich; er fürchtet nicht, dass R flieht; er solle das Leid auf sich nehmen, in der Haft werde er gestehen.

III R geht zu Swi; er findet ihn zufällig im Restaurant; R spricht aggressiv, Swi hält ihn für einen interessanten Menschen; Swi deutet ein wichtiges Thema an, ohne sich näher zu äußern; als R gehen will, möchte Swi von Dunja erzählen.

IV Swi erzählt seine Geschichte: wie Dunja ihn retten wollte; er habe zuletzt Schmeichelei eingesetzt, der Erfolg scheiterte an seiner offenen Begierde; er habe Dunja verhöhnt, seine Frau habe darauf das Verlöbnis mit Luschin arrangiert; R verdächtigt Swi, noch hinter Dunja her zu sein; Swi berichtet von seiner 16jährigen Braut, mit er sich vor zwei Tagen verlobt hat; erzählt dann, wie er einer armen Familie geholfen hat – R beschimpft ihn als Lüstling; der nennt R „Schiller“; R folgt Swi.

V Der wehrt sich vergeblich dagegen – im Disput hält er R seinen Mord vor und nimmt ihn mit in die Wohnung; er täuscht eine Droschkenfahrt vor und hängt R ab; Dunja sieht ihn trübselig, Swi winkt sie zu sich; Dunja geht trotz Abneigung mit ihm in die Wohnung; er begehrt sie – sie kommt auf den Brief zu sprechen; Swi sagt, er habe gelauscht und R.s Geständnis vor Sonja gehört; er klärt Dunja über den Bruder auf, sie lehnt Swi kategorisch ab – er will R retten, gesteht Dunja seine Liebe und bedrängt sie, die Tür sei verschlossen; sie zieht einen Revolver und schießt, Streifschuss; sie wirft den Revolver weg, lehnt Swi endgültig ab – der gibt ihr den Schlüssel, sie geht. Er nimmt den Revolver.

VI Swi treibt sich herum – Gewitter – geht nach Hause und zu Sonja: gibt ihr Geld und Wertpapiere für 15.000; er geht in eine Wirtschaft, nimmt ein Zimmer, denkt nach, schläft und träumt … Gegen 3 h will er gehen, trifft ein kleines misshandeltes Mädchen, legt es ins Bett; am Feuerwehrturm erschießt er sich.

VII Gegen 19 h taucht R abgerissen bei der Mutter auf; sie hat seinen Aufsatz gelesen und sieht ihn große Karriere machen; er versichert sie seiner Liebe und kündigt eine Reise an; in seinem Zimmer wartet Dunja auf ihn; sie bestärkt ihn, den Leidensweg zu gehen; er sagt, er habe nur beim ersten Schritt versagt; er bittet sie um Vergebung, gibt ihr ein Bild seiner ehemaligen Braut; er geht und denkt an Sibirien.

VIII Er geht zu Sonja, die schon seinen Selbstmord befürchtet hatte; sie gibt ihm ein Kreuz, er redet wirr, sie will mit ihm gehen – er lehnt das ab; verabschiedet sich nicht, draußen ist er gerührt und küsst die Erde, wie Sonja ihm vorgeschlagen hatte; er sieht, wie Sonja ihm folgt, und geht zur Polizei; Petrowitsch empfängt ihn, redet Allgemeines über die Zeitläufte; Swi habe sich erschossen; Samjotow ist versetzt worden, Petrowitsch entlässt R; draußen sieht er Sonja, er geht zurück und gesteht Petrowitsch den Mord.

Epilog

I Anderthalb Jahre später in Sibirien – Rückblick auf den Prozess, 8 Jahre Zwangsarbeit 2. Klasse (mildes Urteil); die Mutter ist verstört, fragt nicht nach R; Sonja geht mit ihm nach Sibirien, Dunja und Ras heiraten; die Mutter stirbt bald – hat doch mehr geahnt als zugegeben; Sonja hält Briefkontakt, sie berichtet über das ärmliche Leben und die gedrückte Stimmung R.s.

II Grund dafür: Er sieht keine Schuld, sondern einen Fehler – er habe nicht durchgehalten (anders als etwa Putschisten), daher ist er nicht im Recht; er hält Abstand von den anderen Gefangenen, man will ihn als Gottlosen totschlagen; Sonja ist bei allen Gefangenen beliebt, sie arbeitet im Ort; sein Traum von einem chaotischen Bürgerkrieg; als er gesund wird, ist Sonja krank – er hat Sehnsucht (sonst war er oft abweisend); sie findet ihn allein, er fällt vor ihr nieder; da ist er in Liebe auferstanden – sie schauen auf das Ende der sieben ausstehenden Jahre – es beginnt seine allmähliche Erneuerung.

 

http://www.inhaltsangabe.de/dostojewski/schuld-und-suehne/ (kurze Inhaltsangabe)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schuld_und_S%C3%BChne (dito)

http://suite101.de/article/buchbesprechung—verbrechen-und-strafe-a95587#.VORfi1OG8mc

https://buchjunkie.wordpress.com/2010/07/30/fjodor-dostojewski-schuld-und-suhne/ (Leseerfahrungen)

http://www.uni-frankfurt.de/46835514/Peter-Wolfart.pdf (Vorstellungen von Freiheit bei P. Bieri und Dostojewski in der Figur Raskolnikow)

http://xmartin.lima-city.de/DateienBlogKK/20131014_Dostojewskij/Dostojewskij.pdf (zu „Der Idiot“ und „Schuld und Sühne“ – schöne Einführung!)

http://www.zeit.de/1994/02/uebertretung-und-zurechtweisung (Diskussion des „richtigen“ Titels)

http://limotee.blogspot.de/2012/07/schuld-suhne-gewissen-verantwortung.html (Motiv von „Schuld und Sühne“ in der Literatur)

Es fällt auf, dass es im Internet kaum Vernünftiges zur Interpretation des Romans gibt; allgemein wird er als Psycho- und Krimi-Roman gehandelt, er ist aber auch ein poetischer Liebesroman (Sonjas Liebe zu R). Die Kapitel V im Dritten und Vierten Teil sind ungewöhnlich eindrucksvoll. Gegen Swetlana Geier behaupte ich, dass der Roman nicht aus 40, sondern aus 41 Szenen besteht (bitte addieren!); sie gibt S. 762-764 eine Übersicht auf die Aufteilung der Szenen auf 14 oder 15 Tage (5.-7. und 11.-13. Tag fallen wegen Bewusstlosigkeit aus), der Epilog ist ein Rückblick aus der Zeit anderthalb Jahre später.

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