Dostojewski: Die Dämonen – Inhalt

ERSTER TEIL

Erstes Kapitel: Statt einer Einführung. Einige Einzelheiten …

I Stepan Werchowenskij (St) wird vom Ich-Erzähler vorgestellt: ein Möchtegern-Verfolgter, eine Beinahe-Gelehrter, ein Quasi-Dichter. Das Prinzip Ich-Erzähler wird aber nicht durchgehalten; vieles wird erzählt, was Ich gar nicht wissen kann.

II Er nimmt das Angebot der Stawrogina (Sta) an, Hauslehrer ihres Sohnes zu werden; sie achtet auch darauf, dass er (zweimaliger Witwer) nicht versumpft.

III Die beiden stritten sich wegen Kleinigkeiten, dann schrieb St große Briefe an sie, welche unbeantwortet blieben, und man ging zur Tagesordnung über. Er war ihre Erfindung, ihr Traum.

IV Zwei Episoden der Streitereien, die mit ihrem Satz „Das werde ich Ihnen nie vergessen!“ enden.

V Sie hat auch St’ Kostüm erdacht (nach dem Vorbild eines von ihr verehrten Dichters); die neuen Ideen kann er ihr aber nicht erklären, so dass sie nach Petersburg reisen wollen, um sich ein Bild von der Moderne zu machen.

VI Dort finden sie den Winter über kaum Anschluss an höhere Kreise, aber an viele unsäglich geschwätzige Literaten; sie wollen auch eine Zeitschrift gründen … Im Frühjahr fahren sie wieder ab.

VII Zur Erholung fährt St vier Monate ins Ausland, nach Berlin, wo er angeblich hart arbeitet und feiert; er schreibt nutzlose Briefe voller Sehnsucht, kommt heim und erkennt, dass er ein Schmarotzer ist.

VIII In den nächsten Jahren trifft sich regelmäßig ein Freundeskreis, dem u.a. Lipútin, Schátoff und Wirgínskij gehören – sie werden jeweils vorgestellt.

IX Es wird über das belanglose Treiben des Kreises und dessen bedeutsame Gesprächsthemen berichtet – das ganze erste Kapitel ist eine hübsche Satire auf das Leben unnützer Schwätzer.

Zweites Kapitel: Prinz Heinz. Die Brautwerbung

I Nikolai Stawrogin (Nik), Sohn der Sta: als Schüler St’, dann im Lyzeum, glänzende Karriere beim Militär, Degradierung wegen zweier Duelle, erneut Aufstieg zum Offizier, verkommt nach der Entlassung und kommt mit ca. 25 Jahren als ein schöner Mann zurück – Sta beginnt wieder, ihr eigenes Gut zu bewirtschaften.

II Zwei dumme Streiche Nik’: Er führt einen alten Herrn an der Nase herum und küsst bei einem Fest die Frau des Gastgebers Liputin. [Nik wird mit Prinz Heinrich nach Shakespeare vergleichen.]

III Er wird vom Gouverneur Ossipowitsch zur Rechenschaft gezogen und beißt den ins Ohr; Nik wird verhaftet, er bekommt ein Fieberdelirium, gilt als krank und reist nach Italien – verabschiedet sich noch vom Fourieristen Liputin.

IV Nik verreist für drei Jahre, reussiert in Paris bei der Drosdowa (D) und ihrer reichen Stieftochter Lisa (L); der neue Gouverneur ist von Lembke, dessen Frau Julia mit Sta verfeindet ist. Sta fährt in die Schweiz und stört die Intrigen Julias (gegen Verbindung Nik – L); nach der Rückkehr spricht sie ernsthaft mit St, um wieder mit ihm Eindruck machen zu können.

V St, der sich immer als schönen Mann gesehen hat, bemerkt mit Sta, dass er ein heruntergekommener Mensch ist.

VI Nik hat sich mit L überworfen, die D macht eine Szene bei Sta; diese klärt das energisch und bestimmt Darja Schatowa, ihr Pflegekind, mit der Nik gelegentlich freundlich gesprochen hatte, den alten St zu heiraten.

VII Sta geht zu St, der auch schon Lisas und Darjas Lehrer gewesen war, und macht ihm plausibel, er (53) werde Darja (20) heiraten. St äußert zwar Bedenken, aber …

VIII St hatte das Gut seines Sohne Pjotr heruntergewirtschaftet; der möchte es zum alten Wert verkaufen – St fehlen Tausende Rubel, weshalb er Sta’ Vorschlag gut findet (er soll 8.000 bekommen, über Darja). Sta kommt und erklärt, er brauche nicht um Darja zu werben, sie regele alles, inklusive Hochzeit.

Drittes Kapitel: Fremde Sünden

I St quält sich in der Unsicherheit, wie es nun ist; Spannungen mit dem Ich-Erzähler; St vermutet, das Liputin (Lip) mehr weiß.

II Ich trifft Schriftsteller Karmasinoff; von der Selbstüberschätzung alternder Schriftsteller und von der Karmasinoffs; dessen Eitelkeit bei der Begegnung.

III St hat von Sta verschiedene Anordnungen bekommen, wie er sich bei einem Besuch Karmasinoffs zu verhalten habe; St ist erregt – er will sich der Sta widersetzen, da erscheint Lip.

IV Er kommt mit einem Ingenieur, Kirilloff (K), der sich für das Prinzip der allgemeinen Zerstörung begeistert und dessen Vorhaben von Lip dauernd falsch dargestellt werden. K kennt Pjotr, St’ Sohn, der werde bald kommen.

V Beim Abschied spricht man von Lebädkin, der seine verrückte Schwester verprügelt und auffällig viel Geld hat; Lip berichtet, Sta habe ihn rufen lassen, um zu fragen, ob Nik verrückt ist – das muss er erzählen.

VI Sta habe ihn zu sich gebeten und im Vertrauen gefragt, of er Nik für irrsinnig halte; zur Bestätigung seiner Meinung (ja) beruft er sich auf K und Lebädkin – K will aber nicht von Lip in Anspruch genommen werden; die Störung liege in Nik’ Charakter, er sei außerdem ein Schürzenjäger; K beschimpft Lip als Klatschmaul und Spion, zumal da dieser noch eine Geldgeschichte (Nik schickt Lebädkin Geld) preisgibt; K und Lip gehen.

VII St will zu Sta gehen und sich weigern, „Fremde Sünden“ (die Nik’) zu heiraten; Ich macht ihm wegen seines Verdachts Vorwürfe; draußen treffen sie L, die sich freut, St nach Langer Zeit zu sehen; sie küsst ihn auf die Stirn und besucht ihn dann mit ihrem Begleiter Drosdoff (MD). Sie nimmt das Ich als Vertrauten St’ und lädt St direkt zu einem Gegenbesuch ein, spielt auch auf die geplante Hochzeit an; Ich wird beauftragt, Schatoff zu L zu bestellen.

VIII Ich geht zu Schatoff, trifft ihn nicht an, dafür K; der lädt ihn zum Tee ein, sie sprechen über Selbstmord; K predigt den neuen Menschen: ohne Angst vor dem Tod, er wird selber Gott sein; Freiheit heiße: sich zu töten wagen; K will eine Nachricht an Schatoff weitergeben.

IX An der Pforte trifft Ich Lebädkin und Lip; Lebedäkin ist betrunken und in L verliebt – Lip sagt, dass Nik dem Lebädkin sein Gut verkauft hat.

X Ich trifft St, der von seinem Besuch zurück und ganz durcheinander ist; St ist für Sonntag zu Sta bestellt und soll dort mit Schatoff, Darjas Bruder, die Hochzeit klären; St hat an Nik und Darja geschrieben, um seinen Verdacht zu zerstreuen, und hofft jetzt auf Pjotrs Ankunft. Ich tadelt ihn.

Viertes Kapitel: Die Hinkende

I Ich kommt um 12 h mit Schatoff zu Drosdoffs; D ist ziemlich zänkisch, Ich heißt Antón Lawréntjewitsch G–ff; MD soll mit Ich sprechen.

II L will ein Buch herausgeben, Schatoff soll ihr helfen: die in den Zeitungen eines Jahres berichteten Ereignisse sammeln, ordnen und so greifbar machen (nur Ereignisse, die die Persönlichkeit des russischen Volkes zeigen); L will das finanzieren, Schatoff soll arbeiten; Schatoff will nicht –da zeigt L den Liebesbrief Lebädkins an sie; L fragt nach Lebädkins Schwester; Schatoff soll das Buch auch drucken – er will nicht.

III Als Ich gegangen ist, ruft L Ich zurück: Sie möchte unbedingt die lahme Lebädkina sehen, Ich soll ihr dazu verhelfen, evtl. über Schatoff; sie appelliert an die Zuneigung Ich’, welches dunkle Hintergründe ahnt; Verabredung für nächsten Tag.

IV Ich geht zu Schatoff, wo auch K und Schigaljóff sind, die aber bald gehen; Schatoff erzählt, dass er mit K in Amerika war, um Ausbeutung am eigenen Leib zu erleben, dass er betrogen wurde und nur mit Hilfe Nik’ habe zurückkehren können; er stimmt zu, die Lebädkina heimlich zu besuchen. Zwischendurch Gespräch über russischen Atheismus.

V Ich geht mit Schatoff zu Lebädkina, die verkommen und verwirrt ist; sie erzählt von einem Kloster und ihrem Kind; sie verwechselt die Ereignisse, nennt Schatoff Schatuschka; die Männer gehen, ehe Lebädkin kommt.

VI Als sie bei Schatoff sind, kommt Lebädkin und macht Radau, sie lassen ihn nicht herein; er deutet ein Geheimnis seiner Schwester an, sagt aber nichts; Ich geht.

VII Am nächsten Tag geht Ich mit St zu Sta, auch Schatoff kommt, dann kommt Sta mit L und Lebädkina. Rückblende: In der Kirche war der erste Besuch der neuen Gouverneurin; Sta betete, küsste das Kreuz als erste und ging, als Lebädkina vor ihr kniete und die Hand küssen wollte; Sta gab ihr 10 Rubel, einen Schal gegen die Kälte und nahm sie mit; L wollte ebenfalls mitfahren; kurze freundliche Begegnung mit der neuen Gouverneurin, Heimfahrt.

Fünftes Kapitel: Die allwissende Schlange

I Die ganze Versammlung trifft sich bei Sta, Lebädkina bekommt einen Kaffee; sie agiert ungeschickt-vertraulich; D kommt hinzu.

II Situation der Rivalität Sta – D.

III Offener Streit Sta – D, mit unklarer Anspielung auf die Lebädkina und anonyme Briefe; Darja kommt hinzu – sie hatte in Nik’ Auftrag 300 Rubel an Lebädkin (Leb) überbracht; Leb wird hereingelassen [Verfasser der anonymen Briefe] – Lisas Hass auf Darja (unverständlich).

IV Leb kommt, er tritt ungeschickt auf, will der Sta 20 Rubel zurückgeben – inszeniert; seine Schwester würde nur von Sta Geld annehmen – warum? Leb erzählt eine Schaben-Fabel (von sich als Schabe), antwortet nicht auf die Frage nach dem von Darja übermittelten Geld; Nik wird angekündigt – es kommt ein Unbekannter.

V Beschreibung des Unbekannten – er kündigt Nik an – es ist Pjotr; er wehrt des Vaters Überschwang ab; Nik kommt; Sta fragt ihn, ob Lebädkina seine Gattin ist; er stellt sich als deren Freund vor und bringt sie nach Hause; Lisa ist betroffen.

VI Aufregung – Pjotr erzählt, wie Nik vor fünf Jahren in Petersburg die Lebädkina einmal vor Spott geschützt und sie gelobt hat, während sie ihn wohl als Bräutigam verehrte; er habe ihr eine Jahrespension ausgesetzt – das war alles; Sta erklärt, wie Nik (resp. ein Mensch) einen Getretenen zur selbsterdachten Traumgestalt machen kann (sie spielt damit auch auf St an?); Sta will Lebädkina an Kindes annehmen; Pjotr berichtet weiter, dass Leb sich das Geld seiner Schwester angeeignet hat und sie aus einem Kloster, wo sie untergebracht war, des Geldes wegen herausgeholt hat und nun verprügelt usw.; Leb bestätigt, was Pjotr gesagt hat; als er gehen will/darf, kommt Nik.

VII L wird hysterisch; Pjotr stellt seinen Vater bloß, indem er aus dessen Briefen zitiert („Fremde Sünden heiraten“, ihn retten usw.), nachdem er bereits Darja gratuliert hatte; Sta verweis St auf immer ihres Hauses – Unruhe.

VIII Schatoff steht auf und schlägt Nik ins Gesicht; der, sonst kalt und todesmutig, tut nichts, schaut Schatoff an – der geht leise weg. L fällt in Ohnmacht.

ZWEITER TEIL

Erstes Kapitel: Die Nacht

I Kurzer Rückblick des erzählenden Ich auf die Ereignisse damals, die man jetzt verstehe. – St und Ich ziehen sich zurück. – Gerüchte in der Stadt über die Ereignisse bei Sta; Leb zieht mit Schwester fort; Pjotr erfreut sich der Protektion der Julia von Lembke, steigt in der Stadt schnell auf.

II Sta hat die Sache mit St’ Gut geregelt, es gehört jetzt ihr; Pjotr besucht zweimal St, was diesem nicht gut bekommt; Fremdheit zwischen den beiden; L verlobt sich mit MD. – Ab jetzt werde aus der späteren Kenntnis der Zusammenhänge berichtet.

III Acht Tage später, 19 h, Nik in seinem Arbeitszimmer, kapselt sich nicht mehr ab – Pjotr kommt; er schwatzt unendlich, redet u.a. von „unserer Sache“; er stehe Nik ganz zur Verfügung – Nik wahrt Abstand zu ihm; Pjotr will Nik wieder in die Gesellschaft holen; Nik will in fünf Tagen um L’ Hand anhalten; Pjotr kennt Fejdka, einen entsprungenen Zuchthäusler, der auch zu allem bereit sei.

IV Nik schläft eine Stunde, 21.30 kommt der Diener und bringt Schirm und Lampe; Nik geht zu K, will spätestens 2 h zurück sein.

V Nik berichtet K von Gaganows beleidigenden Briefen; er sei bereit, sich zu entschuldigen, bittet K aber zugleich, sein Sekundant für ein Duell am nächsten Tag zu sein; K sagt zu; Einzelheiten des Duellablaufs; sie sprechen über Zeit und Glück – K ist glücklich, weil alles gut ist; die Menschen seien nur unglücklich, weil sie nicht wissen, dass sie glücklich sind; Nik geht.

VI Zu Schatoff, im gleichen Haus: warum der ihn geschlagen hat – Lebädkina ist Niks Ehefrau, aber noch ein Mädchen; das Schlagen war spontan; Nik warnt Schatoff, man wolle ihn ermorden; sie sind neide Mitglieder eines Bundes, aus dem Schatoff ausgetreten ist; man wolle Schatoff aber nicht freilassen, Pjotr solle ihn beseitigen. Nik sei eigentlich nicht Mitglied, habe nur bei der Organisation geholfen und solle auch getötet werden: Schatoff hat zwei Jahre auf dieses Gespräch mit Nik gewartet, er ist sehr erregt.

VII Es geht um die Russen als das „Gottträgervolk“, wovon Nik gesprochen hatte, obwohl er Atheist war und ist; Schatoff wiederholt alte Gedanken Nik’ vom Glauben eines Volkes an seinen Gott – Nik sagt, Schatoff verändere durch seinen Fanatismus den Gedanken. Nik fragt seinerseits, ob Schatoff an Gott glaubt – der glaubt an Russland. Er wirft Nik die Heirat der Lebädkina vor, weil der so das Gemeine und Sinnlose habe steigern wollen. Nik fragt nach dem Sinn von Schatoffs Fragen – der antwortet mit einer grenzenlosen Bewunderung Nik’; Nik sei ein Herrensohn, könne deshalb das Volk nicht verstehen – Gott könne man nur durch Arbeit erringen; Schatoff solle sich um die Lebädkina kümmern, Nik solle einmal zum früheren Bischof Tíchon gehen. Nik geht. – Man beginnt, den Titel „Die Dämonen“ zu verstehen.

Zweites Kapitel: Die Nacht. Fortsetzung

I Nik geht in Gedanken zum Fluss, als sich ein Unbekannter ihm anschließt – Fejdkin (F); Pjotr wolle ihm einen Pass besorgen; er bettelt Nik um 3 Rubel an; der lehnt ab, lehnt auch dessen Dienste ab und verbietet ihm, ihn noch einmal abzupassen.

II Nik geht zu Leb, der ihn erwartet; Leb beklagt sich über die Abhängigkeit von Pjotr; er trägt ein Gedicht vor; Nik wirft Leb dessen Vergehen vor und teilt mit, er werde die bisher geheime Heirat mit Lebädkina bekannt machen, wonach Leb kein Geld mehr bekäme; Nik wirft ihm vor, er wolle Leute denunzieren – habe bereits mit Lip darüber gesprochen, sollte besser den Mund halten; Leb hat revolutionäre Flugblätter verteilt und dafür Geld bekommen; Leb denkt über das Gespräch nach, Nik geht zu seiner Frau.

III Sie hat schlimm von ihm geträumt; er möchte sie evtl. wieder ins Kloster schicken; er kündigt an, die Heirat bekannt zu machen, und bietet ihr an, zusammen an einen kleinen Ort im Gebirge zu ziehen; sie lehnt ab – hält ihn für einen Fürsten bzw. ihren Mann für einen Fürsten und Nik für einen Betrüger; sie verflucht ihn.

IV F hat auf Nik gewartet, Nik stößt ihn zu Boden; F hat eine Kirche ausgeraubt und den Wächter erstochen; er hätte auch Leb bestehlen können, habt aber auf mehr Geld von Nik (für dessen Ermordung) gehofft; Nik wirft ihm Geld zu.

Drittes Kapitel: Das Duell

I Gaganoff will sich unbedingt mit Nik schlagen, hat MD als Sekundanten; K überbringt Nik’ Forderung; man trifft sich bei einem Wäldchen.

II Beschreibung Gaganoffs – er lehnt eine Versöhnung ab; er trifft Nik am Finger, der schießt extra vorbei; beim 2. Gang schießen beide vorbei; beim dritten Mal wird Nik’ Hut getroffen, er schießt in den Wald. Er und K reiten einfach weg.

III Kurzes Gespräch, warum Nik nicht gezielt hat: Er wolle eine Bürde tragen.

IV Nik möchte Tee, Darja kommt – es geht darum, ob ihre geheime Beziehung bestehen bleibt; Darja scheint an Nik zu hängen; er berichtet von F’ Angebot, die Lebädkins zu töten – Darja sieht ihn von „jenen“ umstellt; er beschimpft sie als „Krankenschwester“; sie sagt, Gott werde ihn „vor Ihrem Dämon beschützen“.

Viertes Kapitel: Alle in Erwartung

I Am nächsten Tag wird bei einem Fest L’ Verlobung erwähnt (aber nicht ganz geglaubt) und Nik’ Duell kommentiert: Er erscheint in strahlendem Licht; Sta besucht Frau von Lembke, sie nähern sich an, St soll rehabilitiert werden; Pjotr ist oft bei Sta; Pjotr spricht Nik an, der lässt ihn abblitzen.

II Protr zu St; er beleidigt seinen Vater und informiert ihn über den Auftrag, etwas vorzutragen – er stellt sein Verhältnis zu Sta als lächerlich und schmarotzerhaft dar; Pjotr hat Sta den letzten verzweifelten Brief St’ gezeigt; ihm ist egal, wer sein Vater ist; er will dessen Vortrag beim Fest zensieren; St verflucht ihn.

III Der Werdegang des von Lembke zum Ehemann Julias und Gouverneur; Pjotr setzt von Lembke herab, Julia protegiert Pjotr; der hat ein Roman-Manuskript von Lembke ausgeliehen und „verloren“; er hat mit jenem vertrauliche politische Gespräche geführt; Julia meint, Pjotr sei einflussreich, gehorche ihr unbedingt und mache es so möglich, die ganze Jugend zu retten. Kommentar: Ohne Julias Selbstüberschätzung hätte alles Folgende gar nicht geschehen können.

Fünftes Kapitel: Vor dem Fest

I Es weht ein neuer (Un)Geist in der Stadt; junge Leute provozieren die anderen – sie sind bei Julia v.L. verortet; auch den größten Flegeln wird Verständnis entgegengebracht; bei der Sammlung für eine beraubte Madonna geben zwei junge Flegel eine Kopeke, L gibt ihre Brillantohrringe.

II Die jungen Leute reiten zum Propheten Jákowlewitsch (Jak). Unterwegs besichtigen sie respektlos einen Selbstmörder; Jak gibt einigen Besuchern Tee, einer Frau Zuckerhüte; L will MD demütigen, er soll sich knien; eine der jungen Damen wird von Jak demonstrativ überhört; L will Nik schlagen, der weicht aus.

III Wiedersehen von Sta und St – Sta bereitet ein eigenes Fest vor; sie teilt St mit, er erhalte insgesamt 3.000 Rubel pro Jahr und solle nicht mehr bei ihr wohnen; sie rechnet mit ihm ab, oft in Worten Pjotrs, Julias v. L. und der neuen Leute; sie verlangt von ihm einen netten kleinen Beitrag zum Fest, er aber will über die Sixtinische Madonna sprechen; er droht, mittellos wegzugehen – sie bezweifelt das Vorhaben. Tiefe Verstimmung.

Sechstes Kapitel: Pjotr Stepanowitsch in Tätigkeit

I Unregelmäßigkeiten und Fehler in der Verwaltung unter dem Einfluss der Julia v. L.; sie sammelt alle, die sie „verehren“; sie hofft, mit Pjotrs Hilfe eine Verschwörung aufzudecken und groß herauszukommen.

II Pjotr kommt unaufgefordert in von Lembkes Arbeitszimmer, benimmt sich rüpelhaft, wird zurechtgewiesen und erlangt über die Rückgabe des Manuskripts des Romans von Lembkes die Oberhand.

III Die beiden sprechen über revolutionäre Flugblätter, wo Pjotr sich auskennt (und worüber er in Petersburg berichtet habe); Pjotr bittet anscheinend hilflos-vertraulich für Schatoff, der ein revolutionäres Gedicht nicht drucken wollte; er bittet um sechs Tage Ruhe, dann wolle er alle Verschwörer ausliefern; von Lembke zeigt ihm einen anonymen Brief, in dem sich ein Denunziant anbietet; Pjotr nimmt den Brief, um den Schreiber zu ermitteln – spielt die Bedeutung des Briefs herunter.

IV Blümer warnt von Lembke vor Pjotr und will eine Hausdurchsuchung bei St vornehmen, wo er die Quelle der Flugblätter vermutet; von Lembke wehrt sich dagegen – unklarer Schluss des Gesprächs.

V Pjotr besucht Karmasínoff (Kar), frühstückt und wertet dessen Fest-Gedicht ab; sie sprechen über die Flugblätter, Kar sieht in ihnen die Wahrheit offen und geschmacklos ausgesprochen; Pjotr sagt auf Kar’ Frage, die Revolution werde im nächsten Jahr beginnen – Kar will sein Gut verkaufen, ist Deutscher geworden.

VI MD bei Nik – Nik könne L heiraten, da sie trotz ihres Hasses und Wahnsinns am tiefsten ihn liebe; Geplänkel; Nik bekennt, dass er bereits verheiratet ist; MD besteht darauf, dass er dann L in Ruhe lasse – er droht ihm und geht; Pjotr kommt, Nik geht mit ihm zur Versammlung; Nik fragt unterwegs nach den Leuten, die kommen; Pjotr hält sie durch Ämter und Titel, ihre Sentimentalität und die Scheu vor eigenem Denken zusammen; sie seien „Material“, er und Nik seien das Zentralkomitee; Nik sagt, durch Ermordung eines Verräters binde man die Leute noch fester; Nik fragt, ob Pjotr von der höheren Polizei sei … Nik soll eine Rede halten, als „Anordner aus dem Ausland“ (in der Sozialistischen Internationale).

Siebtes Kapitel: Bei den Unsrigen

I Die Wirginskijs (W) – Versammlung (angeblich Namenstag) bei ihnen; die Gäste sind die Blüte des grellrotesten Liberalismus der Stadt; sie werden vorgestellt – es gibt eine revolutionäre Fünfergruppe.

II Die Gäste streiten sich, giften sich an; es wird abgestimmt, ob es nun eine Versammlung ist oder nicht; das scheitert, man einigt sich mündlich auf „Versammlung“, W ist der Präsident; Pjotr trinkt Kognak und schneidet sich die Fingernägel – Schigaljóff redet über das System der neuen Weltordnung, mit dem er nicht klargekommen ist; ein Lehrer erklärt es kurz (statt an zehn Abenden): Ein Zehntel der Menschen wird frei, neun Zehntel werden unfrei und glücklich – man streitet darüber; Pjotr bekennt sich als den Einladenden, der „Mitteilungen“ zu machen habe; der Lehrer wehrt sich gegen Pjotrs Vorgehen; Gretchenfrage Pjotrs: Würde jemand einen geplanten politischen Mord anzeigen? Diskussion – Schatoff geht weg; Nik und K gehen ebenfalls, Pjotr ist blamiert. Nik, K und Pjotr wollen sich bei K treffen. – Dieses Unterkapitel ist eine Satire auf die Reden der politischen Revolutionäre.

Achtes Kapitel: Zarewitsch Iwan

Bei K zeigt Pjotr den anonymen Brief an den Gouverneur, er will von Nik geld, um die Anzeige zu verhindern; Nik weigert sich und analysiert Pjotrs Gedanken; F kommt hinzu (wohnt bei K?); Nik geht – Pjotr hängt sich verzweifelt an ihn, er will einen Aufstand machen; er will die totale Gleichheit einführen, mit Nik als Haupt des Aufstands, weil der schön sei; er solle als „Zarewitsch Iwan“ die durch Terror und moralischen Verfall Vorbereiteten ins neue Russland führen; er will auch Niks Frau ermorden und ihm L bringen, falls Nik mitmacht – Nik lehnt ab; Pjotr gibt ihm drei Tage Bedenkzeit.

Neuntes Kapitel: Bei Tichon

I Am nächsten Tag geht Nik zu Bischof Tichon (T); das allgemeine Bild von T ist unscharf; T kennt Nik angeblich, weiß einiges; Nik erzählt von Erscheinungen eines Gespenstes oder Dämons – ob das der Teufel sei; T meint, er sei krank und solle zum Arzt gehen; dann geht es um den Glauben an Gott – das Schlimmste sei Gleichgültigkeit; beide bekennen, einander zu lieben; Nik distanziert sich und ist doch mit einem Anliegen gekommen, wie T sieht. Nik gibt ihm Papiere zu lesen, die noch keiner kennt.

II Sie tragen die Überschrift „von Stawrogin“ – orakelnder Kommentar des Ich-Erzählers. Es folgt der Text: Nik entblößt sein Ich, erzählt von der mit Erniedrigung verbundenen Lust, von einem Diebstahl, von Liebesverhältnissen und dem seltsamen Verhältnis zum kleinen Mädchen Matrjoscha, die sich erhängt hat; aus Ekel vor sich hat er Lebädkina geheiratet; die Vision der drohenden Matrjoscha verfolgt ihn, er könnte sie aber bannen; Nik hat dieses Bekenntnis drucken lassen, um es zu veröffentlichen.

III T schlägt einige Verbesserungen vor, Nik lehnt ab; T erkennt die tiefe Reue Nik’ im Text und zugleich eine Demonstration der Gefühllosigkeit; wenn einer (T) ihm verzeihe, wäre das eine große Erleichterung für Nik; T spricht von lächerlichen Aspekten des Textes, die Spott erzeugen könnten; Nik will durch Leiden dahin kommen, sich selbst verzeihen zu können – das ist der Glaube an Gott, sagt T; T trägt ihm auf, einem Staretz in der Nähe fünf oder sieben Jahre zu dienen – Nik lehnt ab; da hat T eine Vision: Nik werde ein noch größeres Verbrechen begehen, um die Veröffentlichung der Blätter zu verhindern. Nik wird wütend und geht in Raserei.

Zehntes Kapitel: Wie Stepan Trofimowitsch „beschlagnahmt“ wurde

Bei St hat es eine Hausdurchsuchung gegeben, Papiere sind beschlagnahmt worden – Ich wird gerufen; Blümer war da – St befürchtet, verhaftet zu werden, und versteckt Geld in der Kleidung; St besitzt nur die Werke A. Herzens, das ist sein einziges „Vergehen“ – und er war stets für den Fortschritt; außerdem wurden zwei Proklamationen gefunden, die man ihm ins Haus geworfen hatte; St befürchtet, gefoltert zu werden; er rappelt sich auf und will zu Lembke gehen – und er bekreuzigt sich vor der Ikone, was er noch nie getan hat.

Elftes Kapitel: Die Flibústier. Der verhängnisvolle Vormittag

I Etwa 70 Arbeiter ziehen zum Gouverneur, um von ihm Recht gegen den Fabrikbesitzer zu erbitten; sie werden von Polizei eingekreist. – Der Gouverneur leidet an seiner Situation und hatte in der Nacht einen heftigen Streit mit Julia, wobei er u.a. gedroht hat, Pjotr verhaften zu lassen; am nächsten Morgen jagt er per Kutsche sinnlos durch die Welt – da erhält er die Nachricht, in der Stadt seien Unruhen ausgebrochen; Lembke ist hilflos, schreit, hört nicht auf die Arbeit und befiehlt „Auspeitschen!“. In diese Aufregung hinein kommen St und Ich; St verzichtet auf Protest, sie gehen in den Empfangssaal Julias.

II Im Haus sprechen St und Lembke miteinander, Lembke zuerst heftig, dann beinahe hilfesuchend; St bittet um Rückgabe der Bücher.

III Julia kommt mit Gefolge, von Lämschin informiert; man nimmt St mit, belanglose Gespräche mit Kar und Julia; da kommt Nik und erkundigt sich nach St’ Befinden; Julia bittet St um seinen Auftritt auf dem Fest, der will nicht mehr – da kommt Pjotr und stänkert gegen St – da geht Lembke auf St zu, spricht kurz und verlässt den Raum, Julia hinterher, sie kommt zurück – da bitte L Nik laut, sie vor den Briefen Leb’  zu bewahren – da macht Nik seine Verwandtschaft öffentlich und sagt ihr Hilfe zu – Nik geht raus, Aufregung in der Stadt. St bereitet sich auf seinen Vortrag vor.

DRITTER TEIL

Erstes Kapitel: Das Fest. Die Matinee

I Fest findet am nächsten Tag statt – alle erwarten einen Eklat. Aber alle machen mit – ein unheilvoller Geist hat sich ausgebreitet.

II Die literarische Matinee soll 12-16 h dauern; das Essen und Trinken soll entfallen, damit zur Unterstützung der Gouvernanten Geld übrig bleibt; dann soll um 22 h der Ball beginnen – dann soll es auch Tee und Gebäck geben; die Damen brauchen unbedingt zwei Kleider für den Tag, viele werden bettelarm; um 12 h beginnt Musik, fremder Pöbel fragt nach dem Büfett, Lembkes erscheinen, Unruhe; dann erscheint Leb statt Kar, wird entfernt, Lip trägt ein dämliches Gedicht vor – Ich wirft Lip vor, einen Skandal erzeugen zu wollen.

III Kar beginnt mit geschwollener Einleitung zu reden – es folgt ein endloser sinnloser Sermon – es entsteht Unruhe, einer schreit „Unsinn“; Kar fragt das Publikum, darauf kommentieren Hörer das Geschmuse; Kar trägt nur noch den Schluss vor; es gibt Beifall und böse Kommentare sowie einen Lorbeerkranz; dann geht es weiter – eine wunderbare Satire!

IV St tritt auf – er entlarvt das Geheimnis der Flugblätter: Dahinter stecke pure Dummheit; dann stellt er die Schönheit Shakespeares oder Raffaels über die sozialen Fragen und die Wissenschaft – ein Seminarist fragt ihn nach F, den St beim Kartenspiel verloren habe … Unruhe – St geht weg – da erscheint ein dritter Vortragender, ein auswärtiger Professor; er geißelt den Verfall Russlands und löst Begeisterungsstürme aus, er wird weggeschleppt; eine revolutionäre Studentin beginnt zu reden – da geht das Ich weg.

Zweites Kapitel: Das Ende des Festes

I Ich geht zu St, der ihn nicht empfängt – er habe mit allen abgeschlossen. – Auszug aus St’ Brief an Darja. Ich geht zu Julia.

II Julia streitet mit Pjotr, ob die Störungen geplant waren und ob der Ball stattfinden soll; Pjotr wirft ihr vor, sie habe die ganze Bande gewähren lassen, er habe sie gewarnt – glatt gelogen, wie Julia feststellt; Streiterei – Pjotr erzählt nebenher von einer Flucht L’ mit Nik, gerüchteweise; Ich schaltet sich ein und wirft Pjotr vor, das alles eingefädelt zu haben; Ich geht zu St und Darja, kommt nicht an, dann zu Schatoff. Abends geht Ich zum Ball.

III Gegen 23 h kommt Ich dort an – die bessere Gesellschaft fehlt, noch mehr Frauen fehlen, dafür sind viele zweifelhafte Typen da; Lembke steht neben sich, Julia ist bei ihm, der alte General bei ihr; die Literarische Quadrille wird aufgeführt – eher geschmacklos, mit Kritik des Publikums – da wird bemerkt, dass in der Vorstadt Brände gelegt worden sind; alle rennen weg, Julia fällt in Ohnmacht, Lemke fährt delirierend zum Brand; das Fest endet mit Besäufnis der Rüpel.

IV F und drei Arbeiter waren die Brandstifter – Beschreibung des Feuers, Lembke ist hilflos allein, hilft einer Frau und wird von einem Balken getroffen; ein einzelnes Haus hat auch gebrannt – darin waren Leb mit Schwester und Magd ermordet, das Bargeld gestohlen worden; Mieter des Hauses war Nik.

Drittes Kapitel: Ein beendeter Roman

I Zwischen 5-6 h, L und Nik – sie verstehen sich nicht, L weist ihn ab (sie war allein zu ihm gekommen) – Pjotr hatte ihr etwas von seinem Projekt vorgeschwatzt; L hat ihr Leben auf eine einzige Stunde gesetzt; Pjotr kommt hinzu, Nik erklärt sich für das, was dieser berichten wird, verantwortlich.

II Pjotr: Sie sind ermordet worden, aber nicht verbrannt; Pjotr erzählt die Vorgeschichte des Mordes und Brandes, er hatte Leb Geld gegeben, damit der nach Moskau fahren könnte; Nik befürchtet, in die Geschichte hineingezogen zu werden; MD stehe draußen und warte; L kommt hinzu und hört vom Mord; Nik habe nicht gemordet, aber nichts dagegen unternommen; L rennt weg, Pjotr wird auf den nächsten Tag bestellt.

III Pjotr hinter L her, will sie nach Hause bringen; sie will die Toten sehen; sie rennt weg und fällt, MD sieht sie, hebt sie auf; sie vergeht in Schuld vor ihm, sie gehen zu Fuß im Regen zur Brandstätte und treffen auf St – er hat sich aufgemacht wegzugehen; sie lassen St zurück und gehen zur Brandstätte. Man schlägt L dort zusammen.

Viertes Kapitel: Der letzte Beschluss

I Pjotr bei Gaganoff und Julia, macht Julia schlecht; dann mit den Fünf bei Fährich Erkel; die Fünf rebellieren gegen Pjotr, auch wegen Nik und des Mordes; Pjotr geht zum Gegenangriff über, wirft ihnen Eigenmächtigkeit und Brandstiftung vor; er kündigt ihre Verhaftung an, Schatoff sei ein Denunziant -> Plan: Schatoff ermorden, K nach seinem Selbstmord die Schuld übernehmen lassen.

II Pjotr ist über Niks Abreise nach Petersburg verärgert und traut Schatoff die Denunziation zu; Lip und Pjotr gehen zu K, Lip hasst Pjotr: er lehnt Pjotrs Proklamation ab und will sich von ihm abwenden, geht dann aber doch mit.

III Bei K – Erinnerung an das Versprechen; Streiterei K – Pjotr; nebenan isst F, Pjotr geht hin – F will verreisen; Pjotr will F noch benutzen und verspricht ihm Geld, F glaubt ihm nicht, verspottet ihn, lobt Nik dagegen – Pjotr ist wütend und will schießen, F schlägt ihn zusammen und geht; Pjotr droht Lip und rennt weg, Lip hinterher; Pjotr erinnert an den nächsten Tag und geht.

IV Lip beschließt, ins Ausland zu fliehen, zögert – und hört am nächsten Tag, dass F erschlagen worden ist; das ist ihm nach Pjotrs Drohung eine Lehre (obwohl der in der Nacht zu Hause war) – er bleibt.

Fünftes Kapitel: Eine Reisende

I Schatoff leidet an den Ereignissen – da taucht in der Nacht seine Frau Marja auf, von der er seit drei Jahren getrennt ist; er freut sich – sie will nicht zu ihm zurück, sondern sucht Arbeit; er besorgt Essen und Trinken; sie schläft ein, da kommt Erkel, bestellt ihn für den nächsten Abend zur Übergabe der Druckmaschine (mit geplanter Ermordung).

II Er lässt seine normale Vorsicht außer Acht, ist nur um Marie besorgt; sie ist krank, will Buchbinderei eröffnen; sie hat Geburtswehen, er holt eine Hebamme,

III und zwar die Wirginskaja; dann verkauft er Lämschin seinen Revolver zurück, um Geld zu bekommen; der feilscht mit ihm.

IV W und Frau sehen Schatoff nun anders – Wirginskaja bereitet das Nötige für die Entbindung vor; Marie schwankt wild in der Stimmung.

V Schatoff holt bei K Sachen – der spricht vom Erleben vollkommener Harmonie und Freude.

VI Gegen Morgen wird ein Sohn geboren; die Hebamme will ihn ins Kinderasyl geben, Schatoff ihn behalten; Marie und er sind selig; sie küsst ihn auf die Stirn, nachdem sie ihn bisher nur angegiftet hatte, will ihn nicht mehr weglassen; der Junge soll Iwan heißen; am Abend holt Erkel Schatoff ab, er will um 21 h zurück sein.

Sechstes Kapitel: Die mühevolle Nacht

I Die fünf treffen sich in der Nähe des Sta’ Gutes; W will den Mord verhindern, da Schatoff als glücklicher Mensch nicht denunzieren werde; mehrere widersprechen dem Vorhaben, aber Pjotr drängt auf den Mord, Schigaljoff geht weg; Schatoff kommt, zeigt die Stelle, wo die Maschine vergraben ist, und wird von Pjotr erschossen; Lämschin bekommt einen Anfall, schreit tierisch; man befestigt Steine an der Leiche und wirft sie in einen Teich; W distanziert sich von der Tat, Pjotr hält eine revolutionäre Rede; Lip fragt Pjotr nach der Anzahl der Fünfergruppen – Pjotr ist überzeugt, dass alle schweigen werden.

II Pjotr packt seine Sachen und fährt zu K. Vorausblick: Pjotr soll verhaftet werden und flieht ins Ausland. – Er isst bei K ein Huhn; K weigert sich, etwas über Schatoff zu schreiben – sie bekommen Streit, Pjotr droht K, der verachtet ihn; K philosophiert: Wenn es Gott nicht gibt, muss ich meinen eigenmächtigen Willen bezeugen – und mich töten (um so selber Gott zu werden); ich bin verpflichtet, autonomen Willen zu bezeugen und so die Menschen von der Angst vor der Freiheit zu befreien; plötzlich will er alles schreiben, was Pjotr verlangt; Pjotr diktiert das Schuldgeständnis (Morde), K unterschreibt und geht in den Nebenraum; Pjotr überlegt, was K wohl denkt, und geht in den Nebenraum nachschauen – K steht da starr und beißt Pjotr in den Finger – Pjotr stürzt davon und hört den Schuss; er geht nachschauen, sieht die Leiche und geht.

III 5.50 h sind Pjotr und Erkel am Bahnhof; Pjotr verspricht, bald wiederzukommen; er trifft einen Verwandten Julias, der auch verreist, und wendet sich dem zu – Erkel ist darüber enttäuscht.

Siebtes Kapitel: Stepán Trofímowitschs letzte Wanderschaft

I Die große Landstraße, das war für St etwas Langes, eine Idee – deshalb geht er zu Fuß, statt mit der Post zu fahren, er hat ja auch kein Ziel; er geht hinter einem Bauernwagen her; für ½ Rubel darf er mitfahren, ins nächste Dorf; dort isst er und trinkt einen Schnaps; er kauft von einer Frau eine Bibel und wird von Anissim angesprochen, einem Diener, der ihn wiedererkennt; er fährt mit der verwitweten Bibelverkäuferin nach Spassoff (von Anissim angeregt).

II Die Witwe, Ssofja, kümmert sich um den leicht erkrankten St; der möchte immer bei ihr bleiben und die Bibel auslegen; er erzählt ihr seine Lebens- und Liebesgeschichte(n), leicht ausgeschmückt; er hält sie für die richtige Frau für sich; in der Nacht bekommt er einen Anfall von Cholerine – sie versorgt ihn; er wird richtig krank, sie muss ihm aus der Bibel vorlesen – stößt auf Akp 3,14-17, was ihn begeistert; sie will bei ihm bleiben, muss auch Luk 8,32-37 vorlesen – St deutet die Stelle: Die bösen Geister sind in die Russen gefahren, die zugrunde gehen werden … St ist sehr krank.

III In einer Kutsche kommt Sta mit Darja, von Anissim informiert; Sta übernimmt das Kommando, schickt Ssofja weg, lässt einen Arzt holen; St bekennt, er habe Sta 20 Jahre geliebt; dann verhört Sta Ssofja; der Arzt hält St’ Zustand für sehr ernst, man holt einen Priester – St empfängt die Sakramente, er ist gläubig geworden; er stirbt am dritten Tag; Sta lässt ihn begraben und nimmt Ssofja mit zu ihrem Gut.

Achtes Kapitel: Der Schluss

Wirginskaja erfährt von ihrem Mann, was geschehen ist; Marie findet den toten K und rennt mit dem Kind weg; sie erkältet sich und stirbt mit ihrem Kind. Die Polizei deckt einiges auf, glaubt aber K’ Brief; Lämschin verzweifelt, geht zur Polizei und gesteht alles – Pjotr wird entlarvt als treibende Kraft mit dem Ziel der „systematischen Zersetzung der ganzen Gesellschaft“, um schließlich die Macht zu ergreifen; Lämschin entlastet Nik in der Hoffnung auf dessen Protektion; die übrigen Mittäter werden verhaftet. „Jetzt, drei Monate nach jenen Geschehnissen“ (984) ist der Zeitpunkt des Erzählens. – Sta kommt zurück, Darja erhält einen Brief Nik’: Er lädt Darja ein, mit in die Schweiz zu reisen; er analysiert sein Leben als Kraftprobe ohne Ziel; er warnt sie zugleich vor sich; er müsste sich eigentlich umbringen, aber selbst das wäre nicht ehrlich; er ruft Darja als seine „Krankenschwester“. Sie zeigt Sta den Brief, beide wollen losfahren – da ist Nik auf dem Gut angekommen, hören sie. Sie fahren hin und finden ihn erhängt.

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Ich habe die Übersetzung E. K. Rahsins (Piper) gelesen; sie kann sich nicht entscheiden, ob bei Wirginskij Geburtstag (539) oder Namenstag (sonst, z.B. 543) gefeiert wird. Die 68 Anmerkungen der Übersetzerin beziehen sich auf die Zeit- und Literaturgeschichte Russlands.

Zwei Bibelstellen werden zweimal zitiert, Apk 3,14-17 und Luk 8,32-37; das dürfte Indiz für ihre Bedeutung zum Verständnis des Romans sein. Luk 8,32-37 ist bereits das Motto des Erzählers und auch für den Titel des Romans verantwortlich: Die aus dem Besessenen von Gerasa ausgetriebenen Dämonen (Luk 8,26-31), die dann in die Schweineherde fahren, sind ja nach St’ Deutung seit langem in die Russen gefahren.

Was sie dort anrichten, zeigt sich am deutlichsten in dem Scheusal Pjotr, den man anstandshalber ebenfalls hätte sterben lassen sollen, in seinem nihilistischen Zynismus, aber auch in anderen Figuren. Die Reden Pjotrs im achten Kapitel des zweiten Teils sollte man wörtlich zur Kenntnis nehmen. Aber auch Lämschins Äußerung beim Verhör im Schluss-Kapitel ist bereits aufschlussreich: „Auf die Frage, wozu denn so viele Mordtaten, Skandalgeschichten und Schändlichkeiten begangen seien, antwortete er eilig und eifrig: zum Zwecke einer systematischen Erschütterung der Fundamente; zum Zwecke einer systematischen Zersetzung der Gesellschaft und aller Elemente; um alle zu entmutigen und aus allem einen Mischmasch zu machen und, wenn dann die Gesellschaft auf diese Weise ins Wanken gebracht, krank und matt, zynisch und ungläubig geworden sei, sich aber grenzenlos nach einem leitenden Gedanken und nach Selbsterhaltung sehne, sie auf einmal selbst in die Hand zu nehmen, indem man die Fahne der Empörung erhebe und sich auf ein ganzes Netz von Fünferkomitees stütze, die unterdes gewirkt, geworben und praktisch alle Kunstgriffe und alle schwachen Stellen, die man in Angriff nehmen könne, ausprobiert hätten. Er schloß damit, hier in unserer Stadt sei durch Peter Stepanowitsch nur ein erster Versuch der systematischen Herbeiführung einer solchen Unordnung gemacht worden; es sei damit sozusagen ein Programm der weiteren Aktionen, sogar als Muster für alle Fünferkomitees, aufgestellt worden.“

 

http://www.zeno.org/Literatur/M/Dostoevskij,+F%C3%ABdor+Michajlovi%C4%8D/Romane/Die+D%C3%A4monen (Text, nach der Übersetzung von Hermann Röhl)

http://universal_lexikon.deacademic.com/229922/Dostojewskij (F.D.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_D%C3%A4monen_%28Dostojewski%29 (Roman)

http://www.deutschlandfunk.de/boese-geister.700.de.html?dram:article_id=80306

http://dostojewskij.virtusens.de/dostojewskij_bibliographie.php?werknr=626

http://www.pnn.de/potsdam-kultur/138633/

http://www.zeit.de/1979/48/die-daemonen

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2007/05/12/a0014

http://kruemel.iphpbb3.com/forum/10385128nx42658/weltliteratur-klassiker-f1/dostojewski-fjodor-daemonen-t3897.html

http://www.dctp.tv/filme/pissigkeit-unverwechselbar/ (Film)

http://www.dostojewski.eu/02_WERK/18711_Die_Daemonen.htm

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article845457/Wie-Literatur-dazu-beitraegt-die-Gesellschaft-zu-verstehen.html

http://www.iguw.de/uploads/media/dosto3.pdf (Dostojewski und das NT)

http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/7147/Totale_ted.pdf (hier S. 12 ff.)

http://www.math.uni-augsburg.de/~eschenbu/Was%20willst%20du%20armer%20Teufel%20geben.pdf (Darstellung und Rolle des personifizierten Bösen in der Literatur nach der Aufklärung, dort 3.1)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/drei-meister-balzac-dickens-dostojewski-6852/4 (Stefan Zweig: Dostojewski)

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