Der Fuchs und die Gans

Einmal fing ein Fuchs eine Gans. Er wollte sie eben verzehren, da bat sie ihn darum, dass er ihr doch erlauben möchte, vor ihrem Tod noch einmal zu tanzen. Der Fuchs dachte: »Das kann ich ihr wohl gewähren; sie soll mir nachher um so besser schmecken, wenn ich ihr beim Tanzen zugesehen habe.« Als nun die Gans die Erlaubnis hatte, sprang sie mit den Füßen mehrmals ein wenig vom Boden auf, machte dabei auch die Flügel auseinander und begann, vor dem Fuchse recht artig zu tanzen, wie die Gänse tun, bevor sie anfangen zu fliegen. Nachdem sie aber so ein Weilchen zum großen Vergnügen des Fuchses getanzt hatte, flog sie einfach davon. Da hatte der Fuchs das Nachsehen, und weil dies bei einem Gänsebraten so viel wie nichts ist, sprach er: »Wie diesmal soll es mir gewiss nicht wieder ergehen: Vor dem Essen gibt es kein Tanzen mehr!«

(von Heinrich Pröhle)

http://www.hekaya.de/fabeln/der-fuchs-und-die-gans–proehle_1.html u.a., leicht überarbeitet

(Bei Marlis Arnold: 3-Minuten-Märchen aus aller Welt, Könemann 2001, S. 22 unter dem Titel: Von der Gans, die tanzen wollte)

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