Brüder Grimm: Der Fuchs und die Gänse – überarbeitet

Der Fuchs und die Gänse.

Der Fuchs kam einmal auf eine Wiese, wo eine Herde schöner fetter Gänse saß; da lachte er und sprach: „Ei, ich komme ja wie gerufen, ihr sitzt hübsch beisammen, da kann ich eine nach der andern auffressen.“ Die Gänse quiekten vor Schrecken, sprangen auf und fingen an, gar kläglich um ihr Leben zu bitten, der Fuchs aber sprach: „Da gibt es keine Gnade, ihr müsst sterben.“

Endlich nahm sich eine das Herz und sagte: „Sollen wir schon unser junges Leben lassen, so gewähre uns die einzige Gnade und erlaub’ uns noch ein Gebet, damit wir nicht mit unsern Sünden sterben; danach wollen wir uns auch in eine Reihe stellen, damit du dir immer die fetteste aussuchen kannst.“ „Ja, sagte der Fuchs, das ist billig und eine fromme Bitte; betet, ich will so lange warten.“

Also fing die erste ein recht langes Gebet an: ga! ga! ga! und weil sie gar nicht aufhören wollte, wartete die zweite nicht, bis die Reihe an sie kam, sondern fing auch an: ga! ga! ga! Und dann fing die dritte an: ga! ga! ga! (Und wenn sie alle ausgebetet haben, soll das Märchen weiter erzählt werden, sie beten aber noch immer.)

KHM 86, leicht verändert

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