Die Geschichte von der kleinen Tschiep-Tschiep – englisches Märchen

Als das kleine Fräulein Tschiep-Tschiep (oder: Piep-Piep) eines Tages in den Wald ging, fiel ihr eine Eichel auf den Kopf und sie dachte, dass der Himmel runterfällt. Da sagte sie: „Ich muss zum Bürgermeister und ihm sagen, dass alle sich verstecken müssen, weil der Himmel runterfällt.“ Also machte Tschiep-Tschiep sich auf den Heimweg und traf Madame Putt-Putt. „Na, Frau Putt-Putt, wo wollen Sie denn hin?“ Und Madame Putt-Putt sagte: „Ich will im Wald spazieren gehen.“ Fräulein Tschiep-Tschiep antwortete: „Oh, Putt-Putt, ich würde da nicht hingehen, ich war gerade dort und mir ist der Himmel auf den Kopf gefallen; jetzt gehe ich zum Bürgermeister und erzähle es ihm.“ Dann gingen beide zurück und trafen Herrn Kikeriki.

„He, Meister Kikeriki, wohin soll’s denn gehen?“ Herr Kikeriki sagte: „Ich will im Wald spazieren gehen.“ Da sagte Frau Putt-Putt: „Oh, Kikeriki, dreh’ wieder um, denn ich wollte auch dorthin; doch da traf ich Fräulein Tschiep-Tschiep und sie war schon im Wald gewesen, da fiel ihr der Himmel auf ihren Kopf, jetzt gehen wir zum Bürgermeister und berichten es ihm.“ Dann machten sich alle drei auf den Weg und trafen Frau Biele-Biele.

„Guten Tag, Biele-Biele, wo wollen Sie denn hin?“ Frau Biele-Biele antwortete: „Ich will im Wald spazieren gehen.“ Da erschrak Herr Kikeriki: „Oh, meine gute Frau Biele-Biele, daraus wird nichts; ich wollte auch dorthin, da begegneten mir Frau Putt-Putt und Frau Putt-Putt hat Fräulein Tschiep-Tschiep getroffen und Tschiep-Tschiep war im Wald, da ist ihr der Himmel auf ihr Köpfchen gefallen; jetzt gehen wir zum Bürgermeister und berichten es ihm.“ Da ging Frau Biele-Biele auch mit ihnen und sie begegneten Madame Husch-Husch.

„Ui, Frau Husch-Husch, wohin so früh?“ Frau Husch-Husch antwortete: „Ich will in den Wald, spazieren gehen.“ Da sagte Frau Biele-Biele: „Oh, meine gute Madame Husch-Husch, das lassen Sie nur sein; denn ich wollte auch dorthin, da begegnete mir Herr Kikeriki und Herr Kikeriki hatte Madame Putt-Putt und diese hatte wieder das kleine Fräulein Tschiep-Tschiep getroffen, und Tschiep-Tschiep war im Wald gewesen, dort war der Himmel auf ihren nackten Kopf gefallen, und nun gehen wir alle hin zum Bürgermeister wollen ihm das zu sagen.“ Also drehte auch Frau Husch-Husch um, da kam auf einmal Dr. Schnatter-Schnatter angewackelt.

„Hallo Schnatter-Schnatter, wo wollen Sie denn hin?“ Schnatter-Schnatter meinte: „In den Wald will ich, spazieren gehen.“ Frau Husch-Husch antwortete: „Oh, Schnatter-Schnatter, daraus wird nichts; denn dorthin wollte ich auch, da begegnete mir aber Frau Biele-Biele und Frau Biele-Biele war Herrn Kikeriki begegnet und dieser wieder Frau Putt-Putt und Frau Putt-Putt hatte Fräulein Tschiep-Tschiep getroffen und diese war im Wald gewesen, da war der Himmel auf ihren Kopf gefallen; jetzt sind wir auf dem Weg zum Bürgermeister, um es ihm zu mitzuteilen.“ So kehrte also auch Dr. Schnatter-Schnatter um und stieß auf Herrn Kauter-Kauter:

„Guten Tag, Kauter-Kauter, wohin willst du denn?“ Und Kauter-Kauter antwortete: „Ich will im Wald spazieren gehen.“ Da sagte Schnatter-Schnatter: „Oh, lieber Kauter-Kauter, kehre nur wieder um; denn ich war auch schon auf dem Weg dorthin, da kam Frau Husch-Husch gelaufen und die hatte Madame Biele-Biele gesprochen und Madame Biele-Biele war Herrn Kikeriki begegnet und der hatte Frau Putt-Putt gesehen, und da war Fräulein Tschiep-Tschiep schon im Wald gewesen und der war der Himmel auf ihren kahlen Kopf gefallen; nun sind wir alle auf dem Weg zum Bürgermeister und wollen es ihm erzählen.“ Also drehte Herr Kauter-Kauter ebenfalls um und ging mit Schnatter-Schnatter, Husch-Husch, Biele-Biele, Kikeriki, Putt-Putt und Tschiep-Tschiep weiter.

Und als sie nun so zusammen dahinzogen, da kam der Fuchs, der Herr Fuchs-Fuchs. Und Fuchs-Fuchs fragte: „Ei, wo soll es denn hingehen?“ Da antworteten sie: „Fräulein Tschiep-Tschiep ist im Wald gewesen, da ist der Himmel auf ihr kahles Köpfchen gefallen und nun gehen wir zum Bürgermeister und wollen es ihm berichten.“ Da sprach Meister Fuchs-Fuchs: „Kommt mit mir, ich zeige euch den Weg.“ Aber Fuchs-Fuchs führte sie nicht zum Bürgermeister, sondern in einen Fuchsbau; da fraßen er und seine Söhne und Töchter Fräulein Tschiep-Tschiep, Frau Putt-Putt, Meister Kikeriki, Frau Biele-Biele, Madame Husch-Husch und Dr. Schnatter-Schnatter sowie Kauter-Kauter auf. Sie sahen nie den Bürgermeister und konnten ihm nicht erzählen, dass der Himmel eingefallen sei und die Leute sich verstecken müssten.

(Sprachlich leicht überarbeitet, übernommen von http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?6214 = Carl-von-Weinberg-Schule, Klasse 7Gb 2004; diese wiederum hat das englische Märchen „Die Geschichte von der kleinen Tschiep-Tschiep“ abgeschrieben und geringfügig bearbeitet, vgl. zum Beispiel „Der Märchenpalast“, hrsg. von Ulf Diederichs, 1992 bzw. Weltbild 2002, S. 315 ff.)

P.S. Ich schlage vor, den gestrichenen Text (die Begegnung mit Kauter-Kauter) beim Vorlesen auszulassen, wie ich es in meiner Vorlesepraxis bei Vorschulkindern inzwischen tue; denn erstens ist inzwischen die Pointe des Wiederholens erschöpft und zweitens weiß ich nicht, was man sich unter einem Kauter-Kauter vorstellen soll.

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