Arnaldur Idridason: Duell – Besprechung

Dieser Roman Arnaldurs Idridason überzeugt mich nicht: Zwar wächst mit der Lektüre die Spannung, wie es zum Mord an dem Teenager Ragnar im Kino kam und wer der Täter ist, aber der Roman hat doch mehrere Schwachstellen: Die Kindheit des Kommissars Marian Briem und seine Beziehung zu Katrín bleibt dem erzählten Geschehen äußerlich aufgesetzt, hat mit dem Kommissar Marian nichts zu tun; zweitens ist dessen Auftreten in der russischen Botschaft allzu forsch, und drittens ist es nicht glaubwürdig, dass der Mörder durch seinen alten Freund Vidar verraten und den Russen ausgeliefert wird, finde ich – nach jahrzehntelanger Freundschaft weiß man, was man dem Freund alles zutrauen muss, zumal wenn man dessen Überlaufen billigt und fördert. Auch hätte man mehr aus dem Schach-Duell Fischer-Spassky (Reykjavik 1972) machen können; was von den Partien berichtet wird, bleibt mehr als vordergründig, und Fischers Macken waren vielleicht noch verrückter, als sie hier erscheinen.

http://icelandreview.com/de/kulturblick/2014/04/11/duell-ein-krimi-um-schach-politik-und-verrat (Inhalt, Würdigung)

http://legimus.blogspot.de/2014/01/rezension-duell-arnaldur-indridason.html (Inhalt, Würdigung)

http://jogiexperience.blogspot.de/2014/02/arnaldur-indridason-duell-island-krimi.html (Inhalt, Würdigung: knapp)

http://www.krimis.com/arnaldur-indridason-duell (Inhalt, knapp)

2 thoughts on “Arnaldur Idridason: Duell – Besprechung

    • Vielen Dank für den Kommentar – ich empfehle, Herrn Schiffers Besprechung des Romans ebenfalls zu lesen; er bewertet den Roman als sehr gut, also anders als ich.

      Von Island versteht Herr Schiffers wesentlich mehr als ich, dafür verstehe ich vermutlich mehr von Schach: Und was im Roman aus diesem großen Wettkampf Spassky-Fischer gemacht wurde, ist kläglich; einmal ist die Aljechinverteidigung genannt und mit einem Schlagwort charakterisiert worden, das war alles – kein Wort über das großartige und spannende Bauernendspiel dieser Partie.
      Dann möchte ich noch eine Lanze für den Mörder brechen: Ein hochrangiger russischer Funktionär ist dabei, zu den Amerikanern zusammen mit seiner Familie überzulaufen, und glaubt sich bei einem konspirativen Treffen beobachtet – kein Wunder, dass er schnell zusticht. Dass ihn sein alter Freund dafür den Russen ausliefert, damit diese jenen „bestrafen“, leuchtet mir nicht ein [bei allem Mitgefühl mit dem toten Ragnar, der zur falschen Zeit am falschen Ort war]; das ist künstlich aufgesetzt, genau wie die schwierige Kindheit des Kommissars.

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