Roger Smith: Kap der Finsternis – Besprechung

In diesem Krimi wird bedenken- und skrupellos gefoltert und gemordet – dieses Drama von Leben und Sterben wird in Kapstadt lokalisiert. Ich habe Coetzees Roman „Schande“ mehrfach in Kl. 13 (als es die noch gab) gelesen und dabei auch verfolgt, was in Südafrika los ist: Da ist einiges los, da ist man sich seines Lebens nicht sicher – aber dieser Roman mit seinen Blutorgien toppt vermutlich die beschissene Wirklichkeit.

Da ist einmal Jack Burn, ein wegen Polizistenmordes geflohener Amerikaner mit seiner hochschwangeren Frau (nebst Ehekrise) und dem bald entführten Sohn Matt; da ist die drogensüchtige Carmen Fortune mit Gangster-Mann und Krüppelkind, die beide verschwinden; da ist das potenzierte Ekel Rudi Barnard, stinkender fetter weißer Polizist, Betrüger und Mörder; und es gibt Benny Mongrel, den Ex-Knacki, der unbedingt ein normales Leben führen will, als Wachmann arbeitet und durch seine Liebe zu einem alten Wachhund in die Ereignisse hineingezogen wird. Daneben gibt es eine Reihe von Polizisten und Gangstern, die miteinander interagieren und jede Menge Leute umlegen; auch ein roter BMW spielt als Gangsterauto eine Rolle.

In einem rasanten und spannend abgespulten „Film“ voller Schimpfwörter, Drogen und Gemeinheiten läuft das Geschehen einmal darauf hinaus, dass Burns falsche Identität enttarnt wird, zweitens dass sein Sohn Matt schließlich gerettet und dass drittens vor allem der sadistische Polizist Barnard, nach seinem Lieblingsessen auch Gatsby genannt, gefoltert und gelyncht wird – diesem grausamen Geschehen fiebert man entgegen, das gönnt man dieser Bestie von Herzen. Nebenher wird noch die Tochter der Burns per Kaiserschnitt geboren, und zum Schluss stirbt deren Vater, der nur seine Haut retten will, bei seiner Flucht durch einen Unfall in der Wüste.

Der Roman kommt nicht ohne Kolportage und Klischees aus, aber spannend ist er, sogar sehr spannend; eigentlich wundert man sich, dass die von Barnard Terrorisierten ihn nicht längst beseitigt haben – aber dann könnte dieser Roman nicht erzählt werden. Nachdem Barnard gelyncht worden ist, klingt das Geschehen ruhiger aus, um mit der Verfluchung Jack Burns durch seine Ehefrau und dessen Unfalltod zu enden.

http://www.krimi-couch.de/krimis/roger-smith-kap-der-finsternis.html

http://www.cicero.de/salon/am-kap-der-finsternis/40905

https://kriminalakte.wordpress.com/2009/06/15/gelungenes-debut-vom-%E2%80%9Ekap-der-finsternis%E2%80%9C/

http://culturmag.de/rubriken/buecher/roger-smith-kap-der-finsternis/741  (knapp)

http://www.rollingstone.de/roger-smith-kap-der-finsternis-349979/ (dito)

http://afrika.himpenmacher.de/kap-der-finsternis (dito)

http://www.deutschlandfunk.de/aus-der-traum-von-der-regenbogennation.700.de.html?dram:article_id=84045

http://www.textem.de/index.php?id=2062 (ziemlich kritisch)

Es gibt weitere Rezensionen; schließlich hat der Roman den Deutschen Krimipreis 2010 bekommen.

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