G. Cornelissen: Kleine Sprachgeschichte von NRW – Besprechung

Ich möchte lobend ein Buch erwähnen, das ich mit großer Freude gelesen habe: „Kleine Sprachgeschichte von Nordrhein-Westfalen“ von Georg Cornelissen (Greven Verlag, Köln 2015). Nun muss ich sagen, dass ich als Kind noch niederfränkisches Platt gesprochen habe und in der Sexta Schwierigkeiten hatte, „mir“ und „mich“ richtig zu gebrauchen.

Cornelissen präsentiert zunächst eine „Vorgeschichte“ der NRW-Sprache von rund 70 Seiten (beginnend mit der Unterscheidung fränkische/sächsische Dialekte entlang der Linie Bocholt – Olpe und der Benrather Linie), wobei er seine Darstellung immer wieder durch sprachliche Beispiele erläutert; wenn man noch Platt gesprochen hat, liest man diesen Teil vermutlich mit mehr Verständnis als im anderen Fall.

Es folgen dann rund 100 Seiten zu den aussterbenden Dialekten von NRW, zu Regiolekten und ihrer Annäherung ans Standarddeutsche, zu Einflüssen anderer Sprachen und der Bedeutung der Migration, zu Sprachkontakt und WDR-Deutsch. Ein schönes Buch, das man auch bei der Landeszentrale für politische Bildung bekommt. Da Georg Cornelissen ein ausgewiesener Fachmann (und Autor zahlreicher Bücher zum Thema) ist, ist Seriosität garantiert.

Was ich überhaupt nicht wusste: Maloche, Bohei, stickum, Tinnef und Zoff stammen wie eine Reihe anderer Wörter aus dem Jiddischen und haben sich im Ruhrdeutschen erhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekte_und_Sprachen_in_Nordrhein-Westfalen (Übersicht, verlinkte Stiwörter)

https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_Regiolekt

https://de.wikipedia.org/wiki/Niederrheinisch#/media/File:Niederfr%C3%A4nkisch.png

http://www.plattsatt.de/

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