Döblin: Berlin Alexanderplatz – Inhaltsangabe

Dies ist die Wikipedia-Inhaltsangabe vom 23. Juli 2016, und zwar in der Fassung, wie ich sie vom 4.- 9. August überarbeitet habe. Was Wikipedia aus meiner Überarbeitung macht, wird man sehen. Ich habe dort einiges Fehlende ergänzt, Fehler korrigiert und ganz selten Text gestrichen; ich habe mich bemüht, in die Vorlage nicht allzu stark einzugreifen. So stellt die folgende Inhaltsangabe also einen Kompromiss dar.

Der Roman „berichtet von einem ehemaligen Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf in Berlin. Er ist aus dem Gefängnis, wo er wegen älterer Vorfälle saß, entlassen und steht nun wieder in Berlin und will anständig sein.“ (aus dem Vorspruch zum ganzen Roman)

Erstes Buch

Franz Biberkopf wird aus der Strafanstalt Tegel entlassen. Nachdem er aus Eifersucht seine Freundin Ida erschlagen hatte, musste er dort eine vierjährige Haftstrafe wegen Totschlags verbüßen. Vom großstädtischen Alltag überfordert, reagiert Biberkopf auf seine neue Umgebung mit einer verzerrten Wahrnehmung; so verschmelzen die leblos gewordenen Passanten mit den Gebäuden, am Rosenthaler Platz erschrickt er vor einem speisenden Paar und wechselt wegen der angenehmen Dunkelheit, die ihn an den Gefängnisaufenthalt erinnert, die Straßenseite. Dort fürchtet sich Biberkopf bald vor herunterrutschenden Dächern. In einem Hausflur sucht er nach Schutz; dem erschöpften wie sichtlich angeschlagenen Biberkopf eilt ein rotbärtiger Ostjude zu Hilfe und nimmt ihn in der Stube eines Rabbiners mit. Im Zimmer angekommen streitet sich Nachum mit einem Alten über Biberkopfs Anwesenheit. Um Biberkopf zu beruhigen, erzählt Nachum die Geschichte des Stefan Zannowich, Sohn eines Betrügers und Falschspielers. In Padua soll jener Stefan sich das vornehme Verhalten von den Adeligen abgeschaut haben. Später gab er sich als Baron Warta aus und nannte sich selbst Skanderbeg, oder, nachdem der Tod des Herrschers bekannt war, einen Nachfahren des albanischen Nationalhelden, Prinz Castriot von Albanien. Er sei nach Deutschland und Montenegro gereist und habe sich mit dem sächsischen Kurfürsten, dem Kronprinzen von Preußen und Kaiserin Therese angefreundet. Deren Zuneigung sei sogar so weit gegangen, dass die Kaiserin den Hochstapler vor möglicher Verfolgung bewahrt habe. Als Biberkopf sich endlich vom Boden erhebt und auf dem Sofa Platz nimmt, betritt ein weiterer Mann das Zimmer. Eliser, ein junger, braunhaariger Jude erzählt die Geschichte zu Ende; demnach war Stefan Zannochwich hochverschuldet und wurde in Brüssel angezeigt. Mit dreißig Jahren sei er schließlich im Gefängnis durch Selbstmord verstorben. Sie verabschieden Biberkopf, der erst einmal einen Cognac trinken möchte. Nach dem Besuch eines nicht jugendfreien Films im Kino verlangt es ihn nach Beischlaf, sodass er sich für drei Mark anschließend mit einer dicken kleinen Frau amüsiert: „Sie knöpfte sich von oben die Bluse auf. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb. Wenn der Hund mit der Wurst übern Rinnstein springt. Sie griff ihn, drückte ihn an sich. Putt, putt, putt, mein Hühnchen, putt, putt putt, mein Hahn.“ Der Geschlechtsverkehr verläuft enttäuschend. In den nächsten Tagen säuft und isst er reichlich. Biberkopf besucht Idas Schwester Minna und vergnügt sich mit ihr; die zerrissene Schürze ersetzt er ihr. Er sucht erneut die beiden Juden auf. Er schwört sich und aller Welt, anständig zu bleiben. „Dann aber ging ihm das Geld aus…“

Zweites Buch

Zu Beginn des Kapitels wird aus vielen kleinen Teilen ein Bild Berlins gezeichnet. Biberkopf treibt sich auf dem Rosenthaler Platz herum („Der Rosenthaler Platz unterhält sich“). In einer Versammlung werden ihm von einem aufgebrachten Redner Papiere angedreht, die ihn als ambulanten Gewerbetreibender für Textilwaren ausweisen. Er beginnt mit dem Verkauf von Schlipshaltern. Später entscheidet er sich für den Verkauf von Zeitungen (zuerst Zeitschriften für sexuelle Aufklärung), worin er auch durch seine neue Freundin, die Polin Lina Przyballa, unterstützt wird. In einer Kneipe trifft er auf einen betrunkenen Invaliden und beginnt dessen Einstellung zu teilen. Biberkopf, der eigentlich nichts gegen Juden hat und lediglich für Ordnung ist, beginnt völkische Zeitungen zu vertreiben. Als er eines Mittags in seine Stammkneipe eintreten will, wird er von einigen Linken beobachtet. Im Lokal ziehen sie seine Hakenkreuz-Armbinde hervor und machen sich über Franz lustig. Der ehemalige Häftling, offenbar von der gescheiterten Novemberrevolution in den Jahren 1918/1919 enttäuscht und jetzt anscheinend zum feindlichen Lager übergewechselt, erinnert die aufgebrachten Gäste vergeblich an Arras. Am Abend sitzt Biberkopf wieder in seiner Kneipe und wird diesmal von einigen Linken angegriffen. Wegen der drohenden Schlägerei fordert der Wirt Henschke Biberkopf zum Verlassen seines Lokals auf. Biberkopf tobt und brüllt seine Gegner nieder. Er geht mit Lina weg, die auf eine richtige Verlobung hofft. Zum Schluss wird Franz Biberkopf als Mann vorgestellt; seine Vorgeschichte wird nachgetragen: wie er im Streit seine Braut Ida so geschlagen hat, dass sie fünf Wochen später starb. Dieser Totschlag wird in Parallele zur Ermordung Agamemnons und Klytemnestras gesetzt – Franz wurde aber nicht von den Erinnyen gehetzt.

Drittes Buch

Pünktlich zu Weihnachten verlagert Franz seinen Verkauf auf Schnürsenkel. Er hat Erfolg („Zwanzich Märker“): Er hat das Herz einer Witwe gewonnen, die ihm nach einer Schmuserei allerhand abkauft. Bei dieser lässt er dann einige seiner Waren, um sie später abzuholen. In einer Kneipe prahlt Franz vor Lüders, Linas Onkel, mit dieser Geschichte; der besucht am nächsten Vormittag die Witwe und gibt vor, im Auftrag Biberkopfs die Ware abzuholen. Auch raubt er ihr Geld und wühlt noch in den Tischkästen. Die Frau verliert das Bewusstsein und Lüders verschwindet. Der ahnungslose Franz besucht an einem anderen Tag die Witwe, doch sie schlägt die Tür zu und schiebt den Riegel vor. Aus einem Brief erfährt Franz von Otto Lüders‘ Betrug und kündigt am gleichen Tag sein Zimmer; er verschwindet spurlos. Nach vierundzwanzig Stunden wendet sich die besorgte Lina an Meck, der Lüders niederschlägt und ihn so zwingt, Biberkopf aufzusuchen. Der gibt Franz Geld, vermutlich das der Witwe geraubte Geld. Franz bespritzt ihn mit Wasser und muss auch die neue Wohnung aufgeben. Danach bleibt er verschwunden. – Im Vorspruch des dritten Buchs ist das erzählte Geschehen als der erste Schlag angekündigt, den das Schicksal Franz verpasst.

Viertes Buch

Franz verkriecht sich in seiner neuen Bude in der Linienstraße und verbringt seine Zeit mit Trinken und Schlafen, während das wieder breit geschilderte großstädtische Leben seinen Lauf nimmt. Er denkt über sein Leben nach, doch die Fragerei führt ihn nicht aus der Auswegslosigkeit heraus. Also sucht er einen Pastor auf, der ihm jedoch nicht weiterhelfen kann. Anschließend besucht Biberkopf die Juden in der Münzstraße, ohne sich an ihren Gesprächen zu beteiligen. Es folgt die Schlachthofszene, die mit der Beschreibung des Berliner Schlachthofes im Nordosten der Stadt beginnt und über die Darstellung verschiedener Schlachtungen (Schweine, ein Stier, ein Lämmchen) bis zur Auslegung der Fleischware im Metzgerladen geht. Zahlreiche Informationen, wie die Zahl des Viehs, die Größe und Lage des Hofes werden dem Leser unterbreitet. Die Allegorie wird durch ein Gespräch Hiobs unterbrochen, worin eine unbekannte „Stimme“ (Gott, Satan, Engel?) dem schwer gepeinigten Hiob offenbart, dass nur er sich selbst helfen könne; nachdem Hiob die ganze Nacht geschrien hat, wird er von seinen ersten Geschwüren geheilt.

Als dann ein Kalb geschlachtet worden ist, endet die Schlachthofzsene: „Der Körper auf der Bank wirft sich. Die Beine zucken, stoßen, kindlich dünne, knotige Beine. Aber die Augen sind ganz starr, blind. Es sind tote Augen. Das ist ein gestorbenes Tier.“ Eine Zwischenüberschrift („Und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr denn das Vieh“ – ein Satz der biblischen Weisheitsliteratur) deutet den Sinn der Schlachthofszene an. – In einer Nacht im Februar 1928 wird der als Hausverwalter angestellte Zimmerer Gerner Zeuge eines Diebstahls; er beschließt mit seiner Frau, sich als Dieb selbständig zu machen, aber zweimal kommen die Ganoven hinzu, als er im Lager klauen will. Die Diebesware wird in seiner Wohnung gelagert; er betrinkt sich vor Glück mit seiner Frau und wird am nächsten Tag von der Polizei überrascht und abgeführt. Franz sieht die Verhaftung und die gaffenden Spießer. Er kommt aus seinem Trott heraus, geht etwas essen und widersteht der Versuchung, wieder mit dem Saufen zu beginnen. Er geht zu Minna und trifft dort nur Karl, Minnas Mann (und Idas Schwager). Eine Versöhnung scheitert, Karl weist ihn ab; Franz beschimpft Karl und verlässt unzufrieden das Gebäude. – Zum Schluss spricht Franz mit einer ihm unbekannten Stimme; er ist sich wieder seiner selbst und seiner Kraft bewusst.

Fünftes Buch

Zunächst wird wieder das Leben und Treiben am Alexanderplatz geschildert. – Franz Biberkopf bleibt anständig. Am Alexanderplatz verkauft er Zeitungen, wenn auch die Zahl seiner Abnehmer klein bleibt. Am Abend des 9. Februar trifft er den kleinen Meck, der ihn in eine Kneipe lockt. Dort fragt ihn ein gewisser Pums, ob er nicht einmal mit „Obst“ handeln möchte. Biberkopf verneint, wird aber von Meck auf einen „Gelben“ aufmerksam gemacht. Es ist Reinhold, der aufgrund seines Aussehens und des Gebarens eines Kranken Mitleid in Biberkopf erregt. Franz findet Gefallen an Reinhold, distanziert sich aber weiterhin von Pums Bande. Eines Abends kommt Reinhold zu Biberkopf und erzählt ihm von einer Kutscherfrau, die er gerne loshaben möchte. Statt dass er sie einfach selbst fortschickt, übernimmt Biberkopf seine Freundin Fränze. Biberkopf erfährt von Reinholds Hypersexualität, so muss dieser alle vier Wochen eine neue Freundin haben; Franz übernimmt bald dessen Freundin Cilly. Als Reinhold wieder eine Freundin an Franz abgeben will, weigert der sich, denn er liebt Cilly tatsächlich. Mit Reinhold bespricht er dessen Sucht nach neuen Frauen, ohne dass sie zu einem Ergebnis kommen. Franz trifft an einem anderen Tag Meck in einer Kneipe, auch Pums und seine Leute sind da; Pums, der offenbar unsaubere Geschäfte macht, will Franz in seine Geschäfte einbeziehen – Franz zögert. Durch ein Jeremiazitat („Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt…“), das später wiederholt wird, deutet der Erzähler an, dass bald der im Vorspruch angekündigte erste schwere Streich Franz trifft: Am 8. April, einem Sonntag, beobachtet Franz eine Prügelei zwischen zwei Pums-Leuten; Franz lässt sich überreden, für einen von ihnen eine Bestellung bei Pums abzugeben. Pums engagiert ihn zu einem guten Stundenlohn, beim Obsthandel mitzumachen (fünf Mark pro Stunde). Auch Reinhold ist da, aber ganz verändert: stark und dominierend. Franz merkt nicht, wie er zu einem Raubzug mitgenommen wird; er soll Schmiere stehen. Als er zu fliehen versucht, wird er von Reinhold aufgehalten. „Die Welt ist von Eisen, man kann nichts machen, da kommt sie, da läuft sie, da sitzen sie drin…“ Als sie mit dem Diebesgut losfahren, werden sie von einem Auto verfolgt. Reinhold wird zornig, weil er Franz seine Probleme offenbart hat; Franz wird von Reinhold und dessen Komplizen brutal aus dem fahrenden Fluchtauto gestoßen. Das Verfolgungsauto überfährt ihn. – Das fünfte Buch schließt mit Überlegungen des Erzählers zum Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Sechstes Buch

Reinhold ist glücklich; er verprügelt seine Freundin Trude, womit es ihm gelingt, sie loszuwerden. Franz Biberkopf wird in der Nacht zum 9. April nach Magdeburg gefahren, der rechte Arm wird ihm abgesägt. Der Zuhälter Herbert und dessen Freundin Eva besuchen Biberkopf im Krankenhaus, doch auf Fragen nach dem Unglück reagiert er nicht, er schweigt. Nach Berlin zurückgekommen, offenbaren ihm die Freunde Herbert, Eva und Emil, dass es sich bei Pums um einen ausgekochten Betrüger handelt; doch Franz verzichtet darauf, die Pums-Bande zu bestrafen oder Schadenersatz für den Arm zu verlangen. Nachdem der Pums-Bande klar wurde, dass Franz überlebt hat, verlangt Reinhold als einziger seine Tötung; die anderen sammeln Geld für Franz, das aber von Schreiber unterschlagen wird.

Der Erzähler berichtet Berliner Ereignisse aus dem Juni 1928. Franz konsumiert nun apolitische Zeitungen, Herbert und Eva übernehmen seinen Unterhalt. Allerdings begibt er sich wieder in Berliner Kneipen, lernt Emmi kennen und plant gar, auf eigenen Beinen stehen zu wollen. Dem neugierigen Meck erzählt er von einer Schießerei mit Polizisten. Über Willi kommt er zur Hehlerei. Biberkopf kleidet sich neu und legt sich einen neuen Namen zu; er trägt einen Sommeranzug, das gekaufte Eiserne Kreuz an seiner Brust erklärt die Verletzung. Als Franz Räcker gelingt ihm das große Geschäft. Nachdem Eva Biberkopf ein Mädchen, Emilie Parsunke, die lieber Sonja heißt, besorgt, obwohl sie selbst noch in ihn verliebt ist, scheint seine Welt in Ordnung zu sein. Sonja geht für ihn anschaffen. Kurzfristig politisiert er wieder und plädiert auf einer Veranstaltung gegen die anständige Arbeit. Eva und Herbert machen sich Sorgen um den Umgang Franzens; Eva will ein Kind von Franz, was Sonja überschwänglich gutheißt. Es drängt Franz noch einmal nach Tegel, er bleibt betrunken über Nacht weg. Er versöhnt sich wieder mit Sonja und schläft einmal mit Eva, seiner Ex-Freundin, weil Sonja nichts dagegen hat. Den Verlust seines Armes hat Franz jedoch nicht verwunden; er wendet sich dem Alkohol zu und lehnt jede Hilfe ab. Er sucht Reinhold auf und erfährt aus dessen Munde, dass Cilly mit ihm zusammen ist. Reinhold gibt vor, die Wunde sehen zu wollen, und als Biberkopf ihm den Stumpf zeigt, ekelt er sich davor. Dann verhöhnt er ihn mit banalen Fragen und schlägt Biberkopf einen falschen Arm vor. Als Biberkopf ablehnt, greift Reinhold nach Taschentüchern und Strümpfen, die er in den leeren Ärmel stopft. Der Gedemütigte muss sich von Reinhold noch anhören, dass dieser Krüppel nicht leiden könne – Franz zittert die ganze Zeit und ist fertig. Er schämt sich wegen dieser Demütigung; bald darauf fährt er erneut zu Reinhold, diesmal ist er stark und selbstbewusst und erzählt von Sonja. Reinhold ist bereit, mit ihm über eine Entschädigung zu verhandeln, will ihm aber heimlich Sonja wegnehmen.

Zum Schluss des sechsten Buches zieht der Erzähler ein Fazit: Es ist bei Franz eine Wendung nach rückwärts eingetreten. Er ist jetzt Lude (Zuhälter) und wird wieder ein Verbrecher sein. Er wollte anständig sein, aber diesen Eid hat er nicht halten können; denn Lüders hat ihn betrogen und Reinhold hat ihn aus dem Auto geschmissen. Er will fragen, warum er seinen Arm verloren hat. Nach einem zweimaligen „vielleicht“ ahnt der Leser, dass es mit Franz böse enden wird.

Siebentes Buch

Es beginnt mit Stadtszenen, einem Bericht über die kriminelle Karriere eines Fliegers, Tagebucheinträgen eines Mädchens und Szenen aus dem Arbeitsgericht. Franz besucht Reinhold, er schließt sich der Pums-Bande an, die ihn trotz anfänglichen Widerwillens aufnimmt. Da Pums stiller Teilhaber von fünf Pelzwarengeschäften ist, stehlen sie in einer Samstagnacht im September Tuchballen. Biberkopf wird mit 200 Mark bezahlt, die er seiner Freundin Mieze geben will. Sie vermutet, dass ihr Franz sie verlassen will, und bricht plötzlich in Tränen aus. Sie erinnert sich an Evas Bitte, auf Franz zu achten, und informiert daraufhin Eva, die wiederum ihren Freund Herbert; Eva ist besorgt. Als Franz gerade mit einem Kollegen die Gegend nach der Möglichkeit für den nächsten Einbruch absucht, besucht Reinhold Mieze, quatscht allerlei und erzählt ihr von seinem Frauentausch mit Franz. Auf Reinholds Drängen stellt Franz ihm seine Mieze vor; dafür versteckt er Reinhold in seinem Bett. An der Haustür lässt er Mieze schwören, dass sie sich nicht in das Bett legen wird, weil er dort eine Überraschung für sie versteckt habe. Mieze hält ihr Versprechen und erzählt Franz von einem jungen Schlosser, der sie liebt und verfolgt hat – sie will von Franz getröstet werden. Voller Eifersucht verprügelt der seine Freundin schwer, so dass Reinhold eingreifen muss. Am Abend vertragen sich Franz und seine verletzte Mieze wieder. Am 29. August geht Mieze, mit einer Maske verkleidet, auf den Ball in Rahnsdorf, den die Pumsbande regelmäßig besucht, und gibt sich mit dem Klempner Matter ab. Reinhold fasst nun den Entschluss, Biberkopf Mieze wegzunehmen. Es gelingt ihm, sie mit Hilfe seines Verbrecherkollegen Karl Matter, des Schlossers der Pumsbande, nach Bad Freienwalde (Oder) zu locken; aber im Hotel geht Mieze einfach auf ihr Zimmer und entzieht sich Reinhold. Am Samstag, dem 1. September, wiederholt sich das Spiel; Karl zieht sich zurück, Reinhold geht mit Mieze im Wald spazieren. Für einen Kuss soll er sagen, was Pums eigentlich macht. Nach einem wilden Schmusen flieht Mieze, doch Reinhold holt sie ein. Er erzählt ihr, wie Franz seinen Arm verloren hat; er will Mieze unbedingt für sich haben und versucht, sie zu vergewaltigen, aber sie wehrt sich. Da erwürgt er die Zwanzigjährige und verscharrt ihre Leiche mit Karls Hilfe im Wald. „Die Bäume schaukeln, schwanken. Jegliches, jegliches. (…) Wumm wumm.“ – Im Vorspruch des achten Buchs wird die Bedeutung des Mordes so umschrieben: „Franz Biberkopf hat den Hammerschlag erhalten (…).“

[Hier ist im Roman ein Fehler in der Chronologie: Das Morddatum passt nicht zum Datum des Einbruchs.]

Achtes Buch

Biberkopf ist über Miezes Ausbleiben zunächst (am 2. und 3. September) nicht besonders besorgt, da er annimmt, sie sei mit einem vornehmen Kavalier verreist. Eva ist schwanger; sie vermutet, dass Mieze tot ist. Herbert weiß keine Hilfe – Ende September kommt Matter wieder nach Berlin. Der Erzähler schildert Eindrücke von Berlin und zitiert zur tristen Lage des Menschen Verse aus dem Buch Kohelet.

Die Mitglieder der Pumsbande beginnen sich zu streiten; denn sie fühlen sich von ihrem Hehler Pums überlistet. Nachdem auch der Einbruch in einer Verbandsstofffabrik scheitert, machen sie Klempnerkarl dafür verantwortlich, der über Reinhold in Wut gerät. Karl, von seinen ehemaligen Partnern enttäuscht, gründet seine eigene Bande; nach einem erfolgreichen ersten Einbruch wird er beim zweiten erwischt – vermutlich ist er von Reinhold verraten worden. Er entschließt sich, Reinhold zu bestrafen, und erzählt einem Richter von der Ermordung Miezes. Nach längerem Suchen – die Leiche war an anderer Stelle verscharrt worden – wird sie ausgegraben; die Polizei beginnt gegen Reinhold, der auch noch Franz Biberkopf in die Sache hineinzieht, zu ermitteln. Der Erzähler stellt Franz in Parallele zu Hiob, er werde von der großen Hure Babylon bedroht. Franz findet bei Bekannten Unterschlupf.

Aus der Zeitung erfährt Eva von Miezes Ermordung und teilt dies aufgelöst Franz mit; Franz und Reinhold werden als Tatverdächtige gesucht. Franz versteht Miezes Ermordung als Reinholds Rache; er will Reinhold bestrafen. Auch Herbert macht Jagd auf Reinhold; Franz ist am Ende. Im November sucht er Reinhold überall vergebens; er zündet dessen Haus zur Warnung an. Zwei Engel gehen neben Franz und beschützen ihn vorläufig, damit die Polizei ihn nicht erkennt. Erneut besucht Biberkopf die Kneipen am Alexanderplatz und gerät dort in eine Razzia; er wird von einem Polizisten angesprochen, zieht eine Waffe und schießt. Franz, der sich schon länger der Meldepflicht entzogen hatte und als Tatverdächtiger im Fall Emilie Parsunke gilt, wird festgenommen. Im Polizeipräsidium wird er als der wegen Mordes Gesuchte identifiziert.

Neuntes Buch

Reinhold ist bereits verhaftet: Er hat sich auf Fahndungsplakaten gesehen und, um sich zu tarnen, mit den Papieren des polnischen Taschendiebs Moroskiewicz eine Dame überfallen; so hoffte er der Fahndung zu entgehen. Reinhold kommt im Zuchthaus mit dem Polen Dluga in der Mattenweberei zusammen. Durch die Bekanntschaft Dlugas mit dem wahren Moroskiewicz droht Reinholds Tarnung aufzufallen. Tatsächlich beginnt der Pole, den falschen Moroskiewicz zu erpressen. Reinhold verprügelt Dluga, woraufhin er seine Haft in einer Einzelzelle verbringen muss. Nachdem er einige Wochen alleine zugebracht hatte, begeht Miezes Mörder den entscheidenden Fehler. Er schläft mit einem jungen Mithäftling, der nach seiner Entlassung vor einem Arbeitslosen mit seinem Wissen über Reinholds Mord prahlt. Der Arbeitslose, Konrad, verpfeift Reinhold, um die 1000 Mark Belohnung zu bekommen; Reinhold wird nach Berlin verlegt. Franz Biberkopf dreht durch und wird halb verhungert in die Irrenanstalt Buch überführt; er wird zwangsweise künstlich ernährt. Er wehrt sich dagegen; die jungen Ärzte analysieren ihn und behandeln ihn mit Elektroschocks. Er hört die Sturmgeister; die alten Ärzte resignieren, seine Seelenteile schleichen sich davon.

Der Tod hat sein Lied begonnen; Franz hört ihn singen, der Tod schwingt sein blitzendes Beil. Er wirft Franz Biberkopf vor, die Augen im Leben nicht aufgemacht und nicht auf den Tod gehört zu haben. Die wichtigen Gestalten seines Lebens tauchen vor Franz auf; Reinhold erscheint ihm als Teufel, mit dem hätte er nicht kämpfen dürfen. Auch Ida erscheint ihm. Franz weint über sich, was er getan hat und wie er gewesen ist. Mieze erscheint auch noch. Franz hat seine Fehler bereut und stirbt.

Nun wird von den ersten Tagen des neuen Menschen Franz Biberkopf erzählt. Die Hure Babylon hat den Kampf mit dem Tod verloren. Den Kranken, der Franz war, haben Schupos und Ärzte befragt; er war unschuldig bzw. nicht zurechnungsfähig, er wird aus Buch entlassen. Der Erzähler gibt ihm zur Unterscheidung vom alten Franz Biberkopf den Namen Karl. Er geht zu Eva, die von Herbert getrennt ist und ihr Kind verloren hat; gemeinsam gehen sie zu Miezes Grab. Sie nehmen auch an der Verhandlung gegen Reinhold und Matter teil: Reinhold wird zu zehn Jahren Zuchthaus wegen Totschlags im Affekt verurteilt. Nach dem Prozess nimmt Biberkopf eine Stelle als Hilfsportier in einer Fabrik an. – Zum Schluss reflektiert der Erzähler den Lebensweg Franzens: „Wach sein, wach sein, man ist nicht allein.“

„Es geht in die Freiheit, die Freiheit hinein, die alte Welt muß stürzen, wach auf, die Morgenluft.

Und Schritt gefaßt und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebumm widebumm, dem einen gehts gerade, dem einen gehts krumm, der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebumm.“

Abschließend ist zu drei Aspekten etwas zu sagen:

  • Eine „Inhaltsangabe“ ist nach meiner Einsicht ein missliches Ding; sie lebt von der falschen Vorstellung, ein Roman werde durch seinen Inhalt erfasst. In Wahrheit konstituiert der Blick und das Gebaren des Erzählers den Roman; daher habe ich an verschiedenen Stellen den Erzähler in die Inhaltsangabe eingeführt.
  • Erst recht Döblins Roman „Alexanderplatz“ kann nicht vom Inhalt, wie er in der Wikipedia am 3. August 2016 vorgestellt wurde, erfasst werden: Viele Anspielungen oder Zitate aus der Literatur, aus Liedern oder der Bibel gehören wesentlich zum Text und geben dem „Inhalt“ seine Bestimmung. Ich habe zaghaft versucht, diese Elemente andeutungsweise in die Inhaltsangabe hineinzunehmen.
  • Eine Übersicht über die Diskussion des Romans gibt Dieter Liewerscheidt: Döblins Berlin Alexanderplatz, ein Ostberliner Initiationsroman, in: wirkendes wort, 66. Jg., August 2016, S. 279-292.

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