Kästner: Herr im Herbst – Analyse

Nun wirft der Herbst die Blätter auf den Markt. […]

Durch die Überschrift ist der Sprecher als „Herr im Herbst“ ausgewiesen. Er geht über die Straße und spricht zu sich selbst über das, was er gerade erlebt: Herbst; das ist fallendes Laub, Tod, Krankheit, Regen…

usw. – Die Analyse wird in dem neuen Buch „Erich Kästner mit spitzer Feder“ stehen, das im Verlag Krapp & Gutknecht erscheinen soll.

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3 thoughts on “Kästner: Herr im Herbst – Analyse

  1. Ein schönes Gedicht, wenn auch sehr melancholisch bzw. auf jeden Fall gar traurig. Aber davon lebt die Lyrik ja häufig.

    Sie als Lehrer haben sicherlich Erfahrung mit folgendem Problem. Schüler neigen immer dazu, zu behaupten, dass man Literatur allgemein (aber gerade Gedichte) frei interpretieren könne und das meiste nach Belieben auslegen könne und das ganze Analysieren arbiträr sei.
    Wie entgegnen Sie solchen Kommentaren/Fragen? Denn gerade in der Lyrik ist es eben nicht so.

  2. Man muss ein Gedicht sehr genau lesen und kann auch die Leerstellen identifizieren; so ist hier nicht angegeben, warum Lehmanns verstorbene Tochter mit ihrem Tod Glück gehabt hat – den Grund zu vermuten ist man einigermaßen frei. Sonst aber muss jedes Verständnis sich am Text erweisen lassen. Das Verständnis von „Zwischenstufe“ als androgynes Aussehen lässt sich m.E. nicht am (Kon)Text erweisen; ich habe dafür Argumente genannt – was nicht durch Argumente gedeckt ist, gilt als freie Meinungsäußerung, interessiert mich aber nicht.
    Eine gute Probe ist es, ein Gedicht laut zu sprechen und sich dann zu fragen: Ist es das? Dann kann man andere „Sprechproben“ damit vergleichen – ein probates Mittel, das Verständnis zu überprüfen, finde ich. Dabei ist es gar nicht leicht, ein Gedicht sauber zu sprechen (Fritz Stavenhagen liefert gute Beispiele, oft auch Lutz Görner).

    • Ich weiß nicht, ob das einen Schüler überzeugen würde, aber ich verstehe genau, was Sie meinen und stimme dem zu. Wenn man durch Argumente beweisen kann, überzeugt das eigentlich. Aber für viele ist das immer noch zu schwammig und ich denke, sie verstehen dann nicht, wieso man es nicht auch anders auslegen könnte (obwohl es durch die Argumente ja nicht anders ausgelegt werden kann oder teilweise eben doch, aber dann eben durch Argumente, die einer kritischen Probe standhalten).

      Ein Gedicht laut zu lesen, um das Verständnis zu überprüfen, finde ich allerdings sehr interessant. Danke für den Tipp!

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