Ätiologien als Märchen: Wie kommt es …?

Warum sich die Hunde beriechen“ ist ein Märchen in der Sammlung „Deutsche Märchen erzählt von Karl Simrock“, Stuttgart 1864 = https://archive.org/details/bub_gb_fEMJAAAAQAAJ/page/n137; in einem wird erklärt, woher die Feindschaft zwischen Hunden und Katzen rührt und warum die Katzen die Mäuse verfolgen; ähnlich ist „Hund und Katze“ in „Deutsche Märchen seit Grimm“, 1919, S. 403 f. (https://archive.org/details/deutschemrchen00zaun/page/402). Solche Erzählungen nennt man Ätiologien (griechisch, so viel wie „Ursachenerzählungen“).

Es gibt eine Sammlung solcher Märchen: Naturgeschichtliche Volksmärchen aus nah und fern. Gesammelt von Oskar Dähnhardt. Leipzig 1998 = https://archive.org/details/bub_gb_KclIAAAAIAAJ/page/n5; da gibt es natürlich gleich mehrere, in denen das Beschnüffeln der Hunde und deren Feindschaft zu den Katzen erklärt wird.

Wenn man so will, sind Ätiologien eine Vorstufe der Wissenschaften: Man hat viele Fragen, weiß aber noch keinen Weg zu überprüfbaren Antworten und denkt sich eine „plausible“ Erklärung aus.

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7 thoughts on “Ätiologien als Märchen: Wie kommt es …?

  1. Gern hätte ich, nachdem ich nun endlich meine Hebel-Ausgabe in den schattigen Tiefen meiner Regale gefunden habe, nach Ihrem Hinweis „Merke“ noch etwas über Hebel und über moralische Zeigefinger aller Art, über Political Correctness, Brechts Fressen-und-Moral-Diktum und aristotelische Logik gesagt, aber leider war das unter dem betreffenden Beitrag nicht möglich, weil die Kommentarfunktion bereits geschlossen war. Nun weiß ich für die Zukunft, daß es hier wohl mehr um Selbstdarstellung geht (was ja durchaus berechtigt ist und gern auch als Primärfunktion von Posts anerkannt werden kann) als um das Gespräch. Schade. Grundsätzlich kann ich Ängste vor Kommentaren nicht verstehen. Widerspruch (und Ablehnung?) sollten für einen souveränen Menschen ebenso erfreulich oder akzeptabel sein wie Zustimmung und Lob. Allzu grobe Beleidigungen kann man (bei Bedarf) einfach löschen und Spam sowieso. Wo ist das Problem?

    • Eigentlich ist die Kommentarfunktion fünf Tage offen, weil ich es leid bin, den von spam-Maschinen verbreiteten Mist dauernd zu löschen. Ich habe also durchaus nichts gegen sachliche Kommentare, und du solltest mit dem Vorwurf der Selbstdarstellung vorsichtig umgehen.
      Vielleicht könnte ich die Frist der Kommentierung etwas verlängern?
      Oder du schickst mir den Kommentar an meine mail-Adresse und ich füge ihn dann hinzu?
      P.S. Ich habe die Kommentarfrist gerade auf 10 Tage verlängert – genügt das?

      • Lieber Norberto,
        Selbstdarstellung ist völlig legitim, und deshalb gehe ich auch vorsichtig damit um, wenn ich den Verdacht habe, es gehe bei einem Post vorrangig nicht um Anbahnung von Gespräch und Diskussion, Meinungsaustausch und so weiter. Da du Kommentare erst betrachten möchtest, bevor sie bei dir erscheinen, und dann auch noch Fristen setzt, gehe ich folgerichtig davon aus, daß Kommentare dir nicht so wichtig sind. Das ist in Ordnung.
        Auf meinem eigenen Blog geht es in erster Linie tatsächlich um Selbstdarstellung, genauso wie bei jemandem, der sich tätowieren läßt oder anders auf sich aufmerksam macht. Ist doch nicht schlimm. Aber darüber hinaus darf bei mir jeder jederzeit sagen, was er von dem Gelesenen hält, ob er Einwände hat oder etwas gut findet. Wenn mir einer blöde kommt, dann gibt es halt verbal was auf die Mütze.
        Gern darf man auch etwas sagen über ein Gedicht, das ich vor zehn Jahren geschrieben habe. Gern auch unsachlich. Daraus kann man besonders viel lernen. Leider macht das kaum einer. Wozu also Fristen?
        Und Spam? Das bißchen Spam ist doch nicht der Rede wert, und ich muß nicht mal die Papiertonne bemühen wie beim Werbemüll.

        Immer locker bleiben. Bis zum nächsten Mal. Alles Gute.

      • Mit Diskussionen im Internet habe ich (in einem Philosophie-Blog) schlechte Erfahrungen gemacht – da kommt leicht eine Schärfe hinein, die im persönlichen Gespräch nicht aufkommt oder entschärft wird, weil man dort den anderen sieht und sofort reagieren kann.
        Wenn ich das richtig sehe, bist du der einzige, der evtl. an einer Diskussion interessiert ist; in der Regel gibt es kurze Zustimmung oder dümmliche Beschimpfung, und halt doch ganz viel Werbe-spam: Ich habe inzwischen eine Menge Artikel hier veröffentlicht, da könnte ich jeden Tag mindestens zehn Spams löschen.

      • Ich habe (bei Blogigo) überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Kann man demnächst sehen. Nachdem Blogigo zugemacht wurde, habe ich viele Kommentare mit Hilfe des Literaturarchivs Marbach retten können. Muß ich noch hierher übertragen. Da ich noch berufstätig bin, dauert das. Ich melde mich wieder.

      • Wie geht das mit dem Literaturarchiv Marbach?
        Bei mir sind schon mehrere Blogs untergegangen (bloghof.net, 20six, kulando.de – nur von kulando.de habe ich eine Reihe von Beiträgen auf wordpress übertragen).

  2. In Marbach hatte man sich vor Jahren auf die Suche nach brauchbaren literarischen Blogs gemacht und bei den Autoren nachgefragt, ob diese mit der Archivierung einverstanden seien. Ich war natürlich einverstanden. Jetzt gibt es dort allerdings technische Probleme, so daß zur Zeit keine neue Archivierung mehr möglich ist. Aber noch ist das Archiv (bis Ende des Jahres) offen. Ich muß mich also sputen mit der Zwischenlagerung.

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