G. Saunders: Lincoln im Bardo (2018) – angelesen

Es scheint nur begeisterte Rezension von George Saunders‘ Roman „Lincoln im Bardo“ zu geben; in den vier Exemplaren, die ich nenne, kann man sich über das Buch informieren:

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/lincoln-im-bardo-von-george-saunders-einblick-in-die-vorhoelle-a-1207578.html

https://www.swr.de/swr2/literatur/buch-der-woche/saunders-george-lincoln-im-bardo/-/id=8316184/did=22053228/nid=8316184/dn6tl6/index.html

https://www.zeit.de/2018/25/lincoln-im-bardo-george-saunders-roman

https://www.kulturradio.de/rezensionen/buch/2018/05/George-Saunders-Lincoln-im-Bardo.html

Gleichwohl habe ich nach 30 Kapiteln von 108 mit dem Lesen aufgehört. Für die Person Lincoln interessiere ich mich nicht, und dass die Untoten die Lebenden spiegeln und kommentieren, ist so weit hergeholt, dass es mich nicht davon abbringt, im vormaligen Geschick der richtig Toten und bei den richtig Lebenden (und sogar bei Tieren – ich denke etwa an Weckherlins wunderbare Parabel „Monolog einer Milbe im siebenten Stock eines Edamerkäses“) die Spiegelungen menschlichen Seins zu suchen. Die Toten sind tot; man soll sie tot „sein“ lassen, ihnen die „ewige Ruhe“ gönnen – die Sprache versagt, da wir von ihnen sprechen, als gäbe es sie irgendwo/-wie. Nach allem, was wir wissen, ist dem nicht so. Belassen wir es dabei.

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