Bechstein: Die beiden Brüder – Analyse

Text: http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Die+beiden+Br%C3%BCder

Bechstein erzählt hier einen Schwank, bei dem zwei Brüder die „Helden“ sind; manchmal wird für die beiden Positionen des Klugen und des Dummen auch ein Ehepaar genommen, so etwa in „Der Frieder und das Catherlieschen“ oder in Bechsteins „Die drei Gaben“, wo letztlich beide dumm sind und doch Glück haben. – Man kann den Schwank auch noch in Klasse 5 und 6 vorlesen, da können die Kinder sich recht an der Dummheit anderer erfreuen (ich selber habe oft die Geschichte von Frieder und Katherlieschen vorgelesen).

 

Ausgangssituation:

Zwei Brüder, ein kluger und ein dummer, hüten die Schafe eines Metzgers; sie wechseln sich im Kochen und Schafehüten täglich ab.

Geschehen:

  • Der Dumme bessert eines Tages mit den von ihm gekochten Klößen und dem Sauerkraut eine Brücke aus, sodass sie nichts zu essen haben.
  • Der Kluge spottet und ermahnt den Dummen, am nächsten Tag bloß auf die Schafe zu achten, statt „kluge“ Gedanken auszuführen.
  • Am nächsten Tag schlägt der Dumme die Schafe tot, weil sie sich nicht der Reihe nach hinlegen wollen.
  • Sie streiten über ihre Situation (Wortspiel: „verloren sein“) und beschließen zu fliehen.
  • Sie kommen in einen Wald und steigen in der Nacht auf einen Baum, nehmen dabei auch ihr Essen mit.
  • Es kommen zwei Räuber mit einem Sack Nüsse und einem Sack Geld, die unter dem Baum ihr Geld teilen wollen.
  • Den Brüdern fällt Essen aus dem Kessel, so dass die Räuber schließlich glauben, es komme ein Gewitter mit Wolkenbruch, und fliehen.
  • Die beiden Brüder teilen die gefundenen Säcke: Der Dumme wählt den großen Sack mit den Nüssen und lässt dem Klugen den kleinen Sack mit den harten Sachen übrig.
  • Der Dumme isst die Nüsse nach und nach auf, gibt auch seinem Bruder davon ab.
  • Dem Klugen wird der Geldsack zu schwer, aber der Dumme weigert sich, ihn für den Klugen zu tragen.
  • Sie teilen das Geld, so dass jeder die Hälfte tragen kann, und kaufen sich Schafe für das Geld.

Abschluss:

„[…] und sie fingen ihr Wesen wieder von vorn an.“

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

 

Hiermit endet die Serie meiner kurzen Analysen von Bechstein-Märchen. Ich hatte sämtliche Märchen gelesen und die ausgesucht, die mir am besten gefielen; dazu gehören einmal die Schwänke und phantastische Märchen, dann aber auch Märchen mit geistreichen Wortspielen, welche Kinder sicher oft noch nicht zu schätzen wissen. Bei solchen Märchen habe ich den Eindruck, dass Bechstein die Märchenform benutzt hat, um seine Lust am Wortspiel auszutoben.

Die Märchen, die er von den Brüdern Grimm übernommen hat, habe ich nicht berücksichtigt; die knappere Fassung der Grimms gefällt mir durchweg besser. Auch Märchen mit inneren Widersprüchen und Lücken oder allzu moralisierende Exemplare habe ich nicht berücksichtigt; Bechsteins Lust am Fabulieren hat eben ihre Vor- und Nachteile. Doch sind eine ganze Reihe seiner Märchen es wert, dass sie nicht vergessen werden.

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Bechstein: Vom Knaben, der das Hexen lernen wollte – Analyse

Text: http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Vom+Knaben,+der+das+Hexen+lernen+wollte

http://www.spatzenkino.de/pdf/maerchen/spezi-maerchen-Vom-Knaben_komma_-der-das-Hexen-lernen-wollte.pdf (vereinfachte Fassung für Kinder)

Vorlage: http://mvdok.lbmv.de/mjbrenderer?id=mvdok_document_00000212 (Mussäus, Meklenburgische Volksmährchen, 1840, dort Nr. 7)

Bechstein hat (wie „Der gastliche Kalbskopf“) wieder ein von Mussäus gesammeltes Märchen aufgegriffen und ausgebaut, diesmal zu einem eher harmlosen Zauberwettkampf.

Ausgangssituation:

Ein Knabe möchte hexen lernen.

Geschehen:

  • Er geht in den Wald und ruft: „Wer lehrt mich das Hexen?“
  • Ein alte Frau kommt und führt ihn in ihre Hütte.
  • Darin gibt es Kröten als Diener und ein hübsches Mädchen, Lieschen.
  • Die Alte und Lieschen essen zu Abend; aber dem Jungen kommt es so vor, als seien Menschenknochen im Essen, und er isst nichts.
  • Er wird zu Bett gebracht; die Alte plant, ihn am nächsten Tag zu schlachten (Aufgabe).
  • Lieschen hat in der Nacht Mitleid mit dem schönen Knaben.
  • [Vorgeschichte:] Lieschen war vor Jahren von der Hexe verschleppt worden und hat das Hexenwerk gelernt.
  • Lieschen weckt den Jungen, um mit ihm zu fliehen.
  • Mit Spucke behext Lieschen mehrere Stellen, die an ihrer Stelle am nächsten Morgen sprechen und so die Alte täuschen.
  • Die Alte erwacht nach Sonnenaufgang und bemerkt die Flucht der beiden [sehr schön: Die Sonne hatte die Spucke auf der Schwelle eintrocknen lassen, so dass sie nicht mehr antworten konnte.]
  • Sie verfolgt auf ihrem Besen die Flüchtenden.
  • Lieschen verwandelt die beiden in Dornstrauch und Schlehe.
  • Die Hexe isst die Schlehen, doch die letzte Friedel-Schlehe fällt ab.
  • Verwandlung von Strauch und Schlehe in Teich und Ente.
  • Die Bekämpfung der Ente mittels Raubvogel und Krokodil misslingt.
  • Die Alte trinkt den Teich aus, doch das Wasser in ihrem Leib verwandelt sich in Feuer.
  • Die Hexe platzt, Lieschen und Friedel nehmen wieder ihre menschliche Gestalt an (Ende der Bewährung).
  • Sie bleiben miteinander treu verbunden (Belohnung, Bestätigung).

Nachtrag:

Lieschen merkt auf dessen Bitte hin an, der Knabe könne schon hexen, „du hast ja mich behext“.

 

Das Märchen hat ein bisschen von „Hänsel und Gretel“ (Gefährdung durch Hexe, Rettung der Kinder), ist aber doch auch Zauberwettkampf (vgl. Bechstein: „Der Zauber-Wettkampf“). Die Märchen von der magischen Flucht sind sowohl bei Bechstein („Der alte Zauberer und seine Kinder“, „Der goldne Rehbock“ u.a.) als auch bei Grimm (KHM 51, 56, 70a, 79, 113, 186, 193) recht zahlreich. Man kann das Märchen ohne weiteres in der Grundschule vorlesen; es ist auch verfilmt worden. Oben habe ich eine sprachlich vereinfachte Fassung verlinkt.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Die scharfe Schere – Analyse

Text: http://www.internet-maerchen.de/maerchen/scharfe-schere.htm

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Die+scharfe+Schere

„Der geprellte Teufel“, das ist ein Motiv, das sich häufig in Märchen und Sagen findet. In nenne nur ein paar Beispiele:

http://de.wikisource.org/wiki/Der_geprellte_Teufel

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Bauer_und_der_Teufel_%281857%29

http://www.sagen.at/texte/sagen/liechtenstein/larese/teufel_geprellt.html

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/oberoesterreich/traunviertel/umgebung%20steyr/geprellte_teufel.html

http://halle.katjaelsner.net/archives/der-geprellte-teufel

Scherf weiß nicht recht, ob er das Märchen „Die scharfe Schere“ zum Typus der Erzählungen vom geprellten Teufel zählen soll; ich finde, er hat mit seinem Zweifel recht – der Teufel wird ja nicht bei einer Abmachung geprellt, sondern erkannt, gestutzt und vertrieben. – Wieder ein Märchen voller Wortspiele, in der Nähe zum Schwank, mit einigen zeitkritischen Bemerkungen und einem Schlusskommentar des Erzählers (in der Art einer Ätiologie, aber natürlich witzig gemeint).

Ausgangssituation:

Ein Schneider verarmt immer mehr und verliert den letzten Lehrling.

Geschehen:

  • Es meldet sich ein Geselle, der dem Meister Arbeit zu beschaffen verspricht und eingestellt wird.
  • Der Geselle arbeitet fabelhaft schnell, hat aber in Aussehen und Sprache manches von einem Ziegenbock.
  • Es kommt umgehend ein Fremder, der einen Anzug bestellt und vorab bezahlt.
  • Der Geselle versucht vergebens, den Meister beim Geld und beim Tuch zum Betrug zu verleiten.
  • Der Geselle gefällt dem Meister nicht; aber dieser weicht jedem Streit aus.
  • Am Sonntag arbeitet der Geselle, was ihm verboten wird.
  • Der Geselle macht sich zum Spaziergang zurecht; aber Bart und Kappe verraten etwas Bockähnliches.
  • Den Vorschlag des Meisters, mit in die Kirche zu gehen, lehnt der Geselle mit mancherlei Ausreden ab.
  • Am Nachmittag spricht der Schneider mit einem geistlichen Herrn über seinen neuen Gesellen; der Geistliche erkennt in ihm den Teufel und gibt Anweisungen, wie diesem zu begegnen sei.
  • Am Abend gibt es eine Schlägerei unter den Gesellen (Eindruck, „der Teufel sei völlig los gewesen“).
  • Am Montag machen alle Gesellen blau; am Abend gibt es wieder eine wilde Prügelei, bei der erstmals die Schneider unter Anführung des neuen Gesellen gewinnen.
  • Der Geselle arbeitet am Dienstag wieder normal.
  • Der geistliche Herr kommt und spricht einen Exorzismus über den Teufel, der darauf zu zittern beginnt.
  • Der Schneider schneidet ihm mit scharfer Schere den Schwanz ab, worauf der Teufel entflieht.
  • Der Schwanz kommt in die Reliquienkammer, der Schneider ist ein gemachter Mann und hat Arbeit bis zu seinem Tod.

Kommentar:

Seitdem geht der Teufel ohne Schwanz umher; es kam der Name „Stutzer“ auf, für Leute, die hochmütig umhergehen „und dabei doch nichts als arme oder dumme Teufel sind“.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Der gastliche Kalbskopf – Analyse

Text: http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Der+gastliche+Kalbskopf

http://www.ipad-library.net/eBooks/WPLBN0002918490-Sammlung-kurzer-deutscher-Prosa-034—Chapter-06—Der-Gastliche-Kalbskopf-by-Various.aspx? (erzählt)

Von Johann Jacob Mussäus erschienen 1840 posthum „Meklenburgische Volksmährchen“; die Nr. 13 ist „Hans und der Kalbskopf“. Bechstein hat dieses Märchen (neben anderen) übernommen und wieder reich ausgebaut – ein Märchen sicher nicht für kleine Kinder, eher für Erwachsene, die sich am Sprachwitz des Erzählers erfreuen können – schon der sprechende Kalbskopf ist ein Witz. Im Vergleich mit der Vorlage kann man wieder schön erkennen, wie Bechstein beim Märchenerzählen arbeitet.

Ausgangssituation:

Ein Ehepaar hat drei Söhne; Hans, der dritte, ist dumm, aber Mutters Liebling.

Geschehen:

  • Die beiden älteren brechen in die Welt auf und werden ausgestattet.
  • Auch Hans bricht gegen den Widerstand der Eltern mit ihnen auf.
  • Die beiden älteren wollen ihn im Gehen abhängen; mit angeblichen Schatzfunden ruft er sie zweimal zurück. Beim dritten Mal beachten sie ihn nicht mehr und gehen allein weiter.
  • Hans stärkt sich und legt sich schlafen.
  • Am Abend erwacht er und sieht in der Ferne ein erleuchtetes Haus.
  • Er geht zum Haus, findet einen gedeckten Tisch und einen Kalbskopf.
  • Er wird vom Kalbskopf zum Essen eingeladen und gebeten, von der Welt zu erzählen.
  • Hans erzählt alles, was er weiß, und spielt auf seiner Maultrommel.
  • Als er nach einiger Zeit nach Hause aufbricht, bekommt er einen feinen Anzug, ein gutes Pferd, Geld und ein Zauberpfeifchen (um immer unter der Führung von Tieren ans Ziel zu kommen).
  • [neuer Erzählstrang] Die Brüder kehren nach zehn Tagen um und werden zu Hause als Nichtsnutze ausgeschimpft.
  • Hans kommt unerkannt wie ein Junker ins Heimatdorf zurück und wird herzlich aufgenommen.
  • Die Brüder wollen ihn in der Nacht bestehlen; Hans wehrt sie ab, und der Vater verprügelt sie.
  • Hans bricht erneut auf; er sehnt sich nach seinem Kalbskopf, bei dem er unter Führung der Tiere auch ankommt.
  • Der Kalbskopf begrüßt ihn freudig und gibt Anweisungen, ihm den Kopf von seinem bisher verborgenen schlangenartigen Leib abzuschlagen.
  • Als Hans dies tut, wird aus dem Kalbskopf eine Prinzessin, die ihm ihr Schloss und ihre Hand anbietet („du Guter, Reiner, Treuer“).
  • Hans nimmt das Angebot dankbar an und lebt mit ihr in „in einer frohen und genußreichen Einsamkeit“.

Scherf verweist auf die später von Bechstein ausgeschiedenen Märchen „Des Teufels Pate“ und „Der Schäfer und die Schlange“ (wegen der Nähe zum Schwanenjungfraumärchen) sowie auf mehrere Märchen der Brüder Grimm: „Der König vom goldenen Berg“, „Die Rabe“, „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ und „Der Trommler“.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Seelenlos – Analyse

Text: http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Seelenlos bzw.

http://www.internet-maerchen.de/maerchen/seelenlos.htm

(Vorlage: http://www.zeno.org/M%C3%A4rchen/M/Flandern/Johann+Wilhelm+Wolf%3A+Deutsche+M%C3%A4rchen+und+Sagen/20.+Ohneseele bzw. https://archive.org/stream/deutschemrchenu00wolfgoog#page/n120/mode/2up)

Für dieses Märchen hat Bechstein eine Vorlage aus Wolfs „Deutsche Märchen und Sagen“, 1845, genommen und überarbeitet; Wolf bemerkt, er habe das Märchen von Van Duyse aus Gent gekommen. Zwei Einzelheiten hat Bechstein aus Wolfs Märchen „Die dankbaren Tiere“ übernommen (dass der Held ein Messer mitbekommt und dass er einen gefallenen Esel statt eines Pferdes teilt). An diesem Märchen kann man schön sehen, wie Bechstein arbeitet – man muss dazu nur die Vorlage lesen und mit Bechsteins Märchen mit ihr vergleichen. Scherf spricht von einer „Verschwankung eines an sich echten Märchens“. – Auch bei diesem Märchen gehen die zahlreichen sprachlichen Feinheiten Bechsteins unter, wenn man es auf seine Struktur reduziert:

Ausgangssituation:

Ein Menschenfresser frisst junge Mädchen.

Geschehen:

  • Das Los trifft die Königstochter.
  • Der Menschenfresser lehnt ein Geschäft mit dem König ab.
  • Der König setzt für die Rettung seiner Tochter eine Belohnung aus (Aufgabe).
  • Ein Soldat meldet sich und bekommt ein großes Messer.
  • Der Soldat schlichtet den Streit eines Löwen, eines Adlers, eines Bären und einer Fliege um einen toten Esel und teilt ihn auf.
  • Zur Belohnung bekommt er eine wunderbare Adlerfeder und die Fähigkeit, sich in eine Fliege zu verwandeln.
  • Er geht bzw. fliegt zur Königstochter und fragt sie, wo des Seelenlos Seele sei.
  • Seelenlos teilt ihr das Geheimnis mit (Insel im Roten Meer).
  • Der Soldat bekommt diese Information und fliegt zum Schloss der vier Winde.
  • Er bekommt ein Wünschelflughütchen und fliegt mit den Winden zum Roten Meer.
  • Ein Fisch besorgt das Kästchen mit der Seele des Seelenlos.
  • Der Soldat fliegt mit dem Kästchen zum Seelenlos und tauscht die Seele gegen die Prinzessin.
  • Seelenlos saugt seine Seele ein und wird erlöst, er wird ein Kavalier.
  • Die Prinzessin ist befreit, sie heiratet den zum Prinzen geadelten Soldaten (Belohnung).

Scherf nennt als verwandte Erzählungen Bechsteins Märchen „Der Mann ohne Herz“ sowie von den Brüdern Grimm „Die Kristallkugel“ und „Die drei Schwestern“; für die Motivketten von den dankbaren Tieren nennt er Besteins „Die verzauberte Prinzessin“ und „Die Bienenkönigin“ der Brüder Grimm.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Der starke Gottlieb – Analyse

Text:

http://www.hekaya.de/maerchen/der-starke-gottlieb–bechstein_26.html

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Der+starke+Gottlieb

Vgl. das Volksmärchen „Der Bärensohn“ (aus Pommern)

Brüder Grimm: Der junge Riese

Bechstein hat dieses Märchen in „Neues deutsches Märchenbuch“ (1856) breit ausgemalt, drastische und witzige Dialoge eingefügt und an Wortspielen nicht gespart, wie bei ihm üblich. Das Motiv des Helden übernatürlicher Abstammung, der entsprechend über ungewöhnliche Kräfte verfügt, ist prädestiniert, als Schwank ausgebaut zu werden. Ich skizziere die Struktur des Märchens kurz, wobei natürlich die Witze des Erzählers zum größten Teil verschwinden.

Ausgangssituation:

Mit Genehmigung des Rittergutsbesitzers heiratet ein Knecht; er bekommt einen Sohn, Gottlieb, der später auch wie sein Vater in den Dienst des Herrn treten soll.

Geschehen:

  • Damit er stark wird, wird Gottlieb sieben Jahre mit Muttermilch ernährt.
  • Er besteht einer Probe seiner Kraft nicht und wird weitere sieben Jahre mit Muttermilch ernährt.
  • Zur Probe reißt er einen dicken Baum mit einem Finger aus und wird als Knecht angenommen.
  • Er isst allein auf, was als Mahlzeit für alle Knechte gedacht war.
  • Beim Dreschen arbeitet er mit einem Baum und schlägt alles in Grund und Boden hinein.
  • Der Herr macht mit ihm einen geheimen Vertrag um den Lohn.
  • Der Herr gesteht seiner Frau, dass im Vertrag vereinbart wurde, dass Gottlieb seinem Herrn zum Ende seiner Arbeitszeit eine Ohrfeige geben dürfe, worüber die Frau erschrickt.
  • Die Frau unternimmt mehrere Versuche, Gottlieb loszuwerden:
  • (1) Sie schickt ihn in eine Mühle, in der es spukt; Gottlieb vertreibt eine große Katze, verprügelt einen Riesen und mahlt erfolgreich sein Getreide.
  • (2) Der Versuch, ihn beim Reinigen eines Brunnens zu töten, scheitert.
  • (3) Aus einem Spukschloss holt er Geld und besiegt erneut den bereits bekannten Riesen.
  • Der Versuch des Herrn, Gottlieb unter einem Vorwand zu entlassen, scheitert, weil dieser für eine Überschwemmung sorgt und so verhindert, dass die anderen Knechte vor ihm ihr im Wald geschlagenes Holz abliefern können.
  • Der Rittergutsbesitzer stellt einen Schäfer als Ersatzmann, der an seiner Stelle die Ohrfeige bekommen soll; Jakob akzeptiert diesen Vorschlag bedingungsweise.
  • Der Schäfer bekommt eine Ohrfeige, dass er durch die Luft wirbelt und davonfliegt.
  • Der Herr und seine Frau ziehen aus Angst vor Gottlieb fort und überlassen ihm ihr Gut.
  • Gottlieb holt seine Mutter und bereitet ihr zum Dank das schönste Leben.
  • Nach einem Jahr kommt der Schäfer aus der Luft zurück und fällt auf einen großen Heuhaufen, so dass er am Leben bleibt.

Kommentar des Erzählers als Abschluss

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Das klagende Lied – Analyse

Text:

http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/605-das-klagende-lied.htm

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Das+klagende+Lied (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=YX0i40YxLk4 (Vertonung durch G. Mahler)

https://archive.org/stream/jstor-20649955/20649955#page/n1/mode/2up (Vorlage: W. Wackernagel: Sagen und Märchen aus dem Aargau, Nr. 3)

Bechstein hat eine Vorlage des Basler Germanisten Wilhelm Wackernagel dramatisch ausgebaut und in sein „Neues deutsches Märchenbuch“ (1856) übernommen.

Ausgangssituation:

Der König ist gestorben, er hinterlässt eine Tochter und einen jüngeren Sohn.

Geschehen 1:

  • Die Kinder streiten sich, wer von ihnen König werden soll.
  • Die Mutter bestimmt, dass derjenige König wird, der ein ganz bestimmtes Blümchen zuerst im Wald findet. (Aufgabe)
  • Das Mädchen findet die Blume, wartet auf den Bruder und schläft ein. (Erfolg)
  • Der Bruder ermordet und verscharrt sie, nimmt die Blume und wird König, als er mündig geworden ist. (Vergehen)

Geschehen 2:

  • Ein Hirtenknabe findet nach Jahren einen Knochen der Prinzessin, macht daraus eine Flöte und erzeugt so ein unendlich klagendes Lied: „O Hirte mein…“, in dem das Schicksal der Prinzessin ausgesprochen wird.
  • Ein Ritter, von dem Lied bewegt, kauft die Flöte.
  • Er spielt das Lied vor der alten Königin, die in Ohnmacht fällt und vom Ritter die Flöte erbittet; sie spielt das Lied immer wieder.
  • Auf einem Fest spielt sie, in Schwarz gekleidet, das Lied vor dem ganzen Hof.
  • Der König verliert die Krone, fällt vom Thron und stirbt; die Gäste fliehen. (Strafe)
  • Die Königin weint und betet neben dem sterbenden Sohn.
  • Um Mitternacht löscht sie die letzte Kerze und zerbricht die Flöte.

Dieses anrührende Märchen von der magisch-schicksalhaften Bestrafung des Mordes an der eigenen Schwester ist von Gustav Mahler vertont worden und wird wegen seiner dramatischen Qualität gelegentlich als Spiel aufgeführt. Solche Themen werden normalerweise in Balladen behandelt: Statt der sonst in Märchen dominierenden Struktur von Aufgabe/Bewährung/Belohnung, welche hier eine Art Vorgeschichte bildet, geht es um Vergehen/Bestrafung. Schicksalhaft und magisch ist dieses Geschehen, weil die aus einem Knochen der Ermordeten geschnitzte Flöte von selbst das Schicksalslied der Prinzessin hervorbringt, welches das Vergehen des Prinzen aufdeckt und von sich aus die Strafe bewirkt.

Ein verwandtes Märchen ist „Der singende Knochen“ der Brüder Grimm, wo ein Brudermord auf die gleiche Weise gerächt wird; ein ähnliches Schicksalslied singt auch das Vögelchen in Bechsteins Märchen „Der Wacholderbaum“.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Die Nonne, der Bergmann und der Schmied – Analyse

Text:

http://www.maerchen.net/classic/b-nonne-bm_schmied.htm

http://www.hekaya.de/maerchen/die-nonne-der-bergmann-und-der-schmied–bechstein_44.html

Rudolph Friedrich Moriz Haupt (1808-1874) hat seit 1841 die „Zeitschrift für deutsches Altert[h]um“ herausgegeben; aus dieser Zeitschrift hat Bechstein mehrere seiner Märchen übernommen, u.a. „Die Nonne, der Bergmann und der Schmied“. Bechstein hat sich ziemlich genau an die Vorlage gehalten; 1853 hat er es aus „Deutsches Märchenbuch“ wieder ausgeschieden, obwohl es sich doch um eine flott erzählte Geschichte handelt. Scherf zählt das Märchen zum Dreibrüdertyp (drei Brüder unternehmen etwas, nur dem dritten gelingt es – die Nonne in der Rolle des ältesten Bruders, ein kleiner Scherz).

Ausgangssituation:

Eine Nonne, ein Bergmann und ein Schmied wandern miteinander durch die Welt.

Geschehen:

  • In einem finstern Wald finden sie ein verfallenes Schloss.
  • Sie beschließen: Einer bleibt zu Hause und macht den Haushalt [Aufgabe], die beiden andern gehen Nahrungsmittel beschaffen [ebenfalls Aufgabe?].
  • (1) Als erste bleibt die Nonne zu Hause; sie arbeitet und isst ihren Teil.
  • Sie nimmt ein graues Männchen auf; dieses isst aber alles auf und verprügelt die Nonne.
  • Die beiden andern zürnen der Nonne und glauben ihr nicht.
  • (2) Als zweiter bleibt der Bergmann zu Hause; er arbeitet und isst seinen Teil.
  • Er nimmt das graue Männchen auf, das inzwischen zwei Köpfe hat; dieses isst aber alles auf und verprügelt den Bergmann.
  • Der Schmied zürnt dem Bergmann und will es am nächsten Tag besser machen.
  • (3) Das Männchen kommt erneut, hat inzwischen aber drei Köpfe; der Schmied setzt ihm ein wenig zu essen vor.
  • Das Männchen will ihn verprügeln, aber der Schmied schlägt ihm zwei Köpfe ab, worauf das Männchen hinter eine eiserne Tür flieht (-> Aufgabe).
  • Die drei beschließen, sich am nächsten Tag ganz von dem grauen Männchen zu befreien.
  • Sie öffnen gewaltsam eine eiserne Tür und finden eine erlöste Königstochter (Bewährung).
  • Sie finden eine zweite Königstochter und befreien auch diese (Bewährung).
  • Der Schmied erschlägt einen schrecklichen Hund und sie finden einen großen Schatz (Bewährung).
  • Aus dem Hund (und grauen Männchen) ist ein erlöster Königssohn geworden (dritte Erlösung).
  • Sie teilen den Schatz und heiraten die drei erlösten Personen (Belohnung).
  • Bestätigung: Sie lebten in Frieden und Freude zusammen.

Der Auftrag für den, der zu Hause blieb, ist klar umschrieben; Nonne und Bergmann versagen schuldlos, weil das Männchen sich mehr nimmt, als sie ihm zuzuteilen gedachten, und weil es stärker ist als sie. Der Schmied bewährt sich, weil er der Mann mit dem Hammer ist; die ihm zukommende Belohnung erhalten alle drei, weil die beiden anderen nur schuldlos [bei einer Teilaufgabe!] versagt haben und weil sie offenbar eine Solidargemeinschaft sind, in der alle an den Verdiensten des einen teilhaben. – Warum die beiden Königstöchter und der Königssohn, die erlöst werden, verzaubert waren, ist wie regelmäßig nur kurz angedeutet; sie gehören zum „Schatz“, den die Bewährten erwerben. Pro Kopf des Männchens ist eine Person erlöst worden – ein kleiner Scherz am Rande.

Die nächstverwandten Märchen Bechsteins sind „Die drei Musikanten“ und „Das winzige, winzige Männlein“; von den Brüdern Grimm ist „Dat Erdmänneken“ (KHM 91) bzw. „Das Erdmännchen“ zu nennen.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Der Wacholderbaum – Analyse

= Brüder Grimm: Von dem Machandelboom

Text Bechstein: Der Wacholderbaum http://www.märchenkristall.de/Bechstein/Wacholderbaum.htm

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Der+Wachholderbaum (dito)

Vgl. https://norberto42.wordpress.com/2014/10/13/bechstein-das-klagende-lied-analyse/ (Bechstein: Das klagende Lied, Märchen mit dem gleichen Motiv)

Bechstein hat das Märchen wörtlich von den Brüdern Grimm übernommen; dort heißt es „Von dem Machandelboom“. Es gibt hinreichend sorgfältige Kommentare zum Grimm’schen Märchen, so dass weitere Erläuterungen hier überflüssig sind.

Ausgangssituation:

Ein gutes Ehepaar wünscht sich vergebens ein Kind.

Geschehen:

  • Die Frau schneidet sich unter dem Wacholderbaum in den Finger und wünscht sich erneut ein Kind.
  • Sie bekommt einen Sohn und stirbt.
  • Der Mann heiratet wieder und bekommt eine Tochter.
  • Die Stiefmutter schikaniert den Sohn (Aufgabe?).
  • Sie tötet ihn und schiebt die Schuld ihrer kleinen Tochter in die Schuhe (Aufgabe).
  • Sie setzt den toten Sohn als Essen ihrem Mann vor.
  • Marlenchen sammelt die Knochen ein und legt sie unter den Wacholderbaum (Bewährung).
  • Daraus erhebt sich ein Vogel, der fortan das Lied von seinem Schicksal singt.
  • Vom Goldschmied bekommt er dafür eine goldene Kette.
  • Vom Schuster bekommt er dafür ein Paar roter Schuhe.
  • Von den Müllerburschen bekommt er dafür einen Mühlstein.
  • Er fliegt mit den drei Gaben zu des Vaters Haus.
  • Durch sein Lied werden die drei Insassen seltsam bewegt und gehen ins Freie.
  • Der Vogel verteilt seine Gaben: die Kette dem Vater, die Schuhe Marlenchen (Belohnung), den Mühlstein auf die böse Mutter (Belohnung).
  • Als die Mutter tot ist (Strafe), lebt an der gleichen Stelle der ermordete kleine Bruder wieder auf (Belohnung).
  • Bestätigung: Die drei gehen vergnügt ins Haus und essen gemeinsam.

Hat jemand in dem Märchen eine Aufgabe? Marlenchen kann ihren Bruder nicht vor der Bosheit der Mutter retten, aber sie sammelt seine Knochen und legt sie unter den Wacholderbaum – insofern ist sie die einzige, die sich bewährt. Der Vater versagt eigentlich; dass er belohnt wird, wundert mich – die Zuneigung zu seinem Sohn in Form des Essens scheint dem Erzähler zu genügen. Der wunderbare Helfer ist der Wacholderbaum; zuerst versorgt er die Eltern mit einem Kind, später gibt er diesem eine Zwischenexistenz als Vogel und schließlich das Leben zurück.

 

Brüder Grimm: Von dem Machandelboom (KHM 47) http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/von_dem_machandelbaum

http://machandelboom.de.ki/ (Text mit Kommentar)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden01grim#page/412/mode/2up (Erläuterungen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Von_dem_Machandelboom (Erläuterungen)

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at720.htm (Erläuterungen)

http://othes.univie.ac.at/3797/1/2009-02-03_0101899.pdf (Magisterarbeit: Die Figur der Stiefmutter in den Grimm’schen Märchen)

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/machandelbaum/machandelbaum_interpretation.php (Interpretation)

http://www.rolf-riehm.de/verzeichnis/machandel.htm (Interpretation)

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Mann und Frau im Essigkrug – Analyse

Text: http://www.maerchen.com/bechstein/mann-und-frau-im.php (1847)

http://maerchenbasar.de/mann-und-frau-im-essigkrug-2700.html (1857)

http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/von_dem_fischer_un_seiner_frau (Grimm: Von dem Fischer und seiner Frau)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-schonsten-kinder-und-hausmarchen-6248/48 (plattdeutsch, bereits 1812 in KHM)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-sch-6248/49 (hochdeutsch)

http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_%281856%29/Anmerkungen#19 (Anmerkungen der Brüder Grimm zum Märchen)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/drei-m-5602/1 (Puschkin: Märchen vom Fischer und dem Fischlein, 1836)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-m-7593/1 (dito)

Bechstein hat das Märchen aus August Stöbers „Elsässisches Volksbüchlein“ (1842) übernommen; die sehr ähnliche Geschichte der Brüder Grimm (Von dem Fischer und seiner Frau, KHM 19) wurde zuerst von Philipp Otto Runge (1777-1810) in pommerscher Mundart aufgezeichnet. Die Geschichte ist bereits im Mittelalter nachweisbar. – Ich wollte Bechsteins Erzählung wegen ihrer großen Nähe zum Märchen der Brüder Grimm zuerst hier nicht aufnehmen; aber sie hat doch eigentümliche Züge, sie ist nicht von den Grimms abgeschrieben. Eigentlich ist sie kein Märchen, sondern eine Parabel; das zeigt sich nicht nur am lehrhaften Schlusssatz Bechsteins, sondern am exemplarischen Weg der unersättlichen Leute, die auf keinen guten Rat hören und deren Streben nach immer mehr durch den Misserfolg (in der Art einer Fabel) als falsch erwiesen wird. Auch dass sie in einem Essigkrug wohnen, ist ein surrealer Zug, der zur Parabel passt.

Ausgangssituation:

Ein Mann und ein Frau wohnen in einem Essigkrug; sie werden unzufrieden und bekommen Streit.

Geschehen:

Das Geschehen wird dadurch ausgelöst, dass ein goldiges Vöglein kommt und den unzufriedenen streitenden Eheleuten neue Möglichkeiten eröffnet:

  • Es führt sie in ein neues Häuschen.
  • Es ermahnt zur Zufriedenheit und zu friedlichem Zusammenleben.
  • Es bietet an, wiederzukommen, „wenn ihr mich braucht“.

Nach anfänglicher Zufriedenheit werden sie auf die Nachbarn neidisch, die größere Höfe haben, und damit beginnt der Weg, der Stufe um Stufe ins Verderben führt, obwohl das Vöglein von Stufe zu Stufe deutlicher warnt:

  • Sie bekommen einen großen prächtigen Bauernhof.
  • Sie bekommen das schönste Haus in der Stadt.
  • Sie werden Edelleute.
  • Sie werden König und Königin.
  • Die Frau will Herrgott sein.

Strafe: Sie wird von einem großen schwarzen Vogel dazu verdammt, wieder im Essigkrug zu wohnen.

Bestätigung: Da sitzen sie noch…

Lehre des Erzählers.

 

Wenn man die Reaktionen des goldigen Vögleins beachtet, erkennt man eine Steigerung:

  • Es mahnt zur Zufriedenheit (und zu friedlichem Zusammenleben).
  • Es blinzelt ein wenig…
  • Es blinzelt erneut „mit seinen Guckäugelein…“
  • Es blinzelt arg mit den Äuglein und sagt: „Ihr unzufriednen Leute! Werdet ihr denn nicht einmal genug haben? […] es ist euch aber nichts nutz!“
  • Es sträubt die Federn, schlägt mit den Flügeln und sagt: „Ihr wüsten Leute, wann werdet ihr denn einmal genug haben? […] ihr habt nimmermehr genug!“
  • An seiner Stelle kommt ein großer schwarzer Vogel (Kontrast!) mit funkelnden Augen, „die wie Feuerräder rollten,“ und spricht die Strafe aus.

In Bechsteins Erzählung sind beide unzufrieden; bei den Brüdern Grimm ist nur die Frau unzufrieden, der Mann mahnt dagegen zur Zufriedenheit. Hier zeigt sich am Zustand der See, dass die Wünsche ins Ungeheure wachsen, was nicht gut enden kann. – Bei den Brüdern Grimm gibt es noch die surreale Pointe, dass die Frau Papst wird, was nach kirchlichem Recht natürlich unmöglich ist.

H. Schaaf referiert kurz Hans Jellouscheks Deutung des Märchens vom Fischer und seiner Frau: „Zunächst scheint es so, als sei die Frau des Fischers durch ihre unersättliche Ansprüchlichkeit an der wieder einkehrenden Armut der elenden Hütte am Ende der Geschichte allein schuld. Aber Jellouschek gelingt es, die gleich wichtigen Anteile Beider Schritt für Schritt nachvollziehbar und überzeugend herauszuarbeiten und gangbare Wege aus diesem wohl vielen bekannten Dilemma heraus aufzuzeigen.
Der Fischer wird mit seiner introvertierten Wunschlosigkeit konfrontiert, Ilsebil dagegen mit ihrer existentiellen Unzufriedenheit mit sich selber. Angesprochen wird bei diesem Märchen der Mut zur Eigenverantwortlichkeit und die entschiedene Absage an den zu oft gehörten Vorwurf „Du bis schuld“, verbunden mit der resignativen Bemerkung, „wenn Du nicht wärst, ginge es mir besser…“.“ Überhaupt sind die greifbaren Deutungen des Motivs alle mit dem Märchen der Brüder Grimm verbunden, sie können aber mit entsprechenden Änderungen auf die Parabel Bechsteins übertragen werden. Die beiden Elemente Mahnung zur Zufriedenheit und Widerstand gegen die Maßlosigkeit sind bei Bechstein im goldenen Vöglein verbunden; bei den Grimms werden sie auf den Mann und die See verteilt – das macht m.e. keinen großen Unterschied. Insofern bin ich gegen Jellouscheks Deutung skeptisch; Jellouschek muss als Therapeut natürlich beiden Parteien etwas zu sagen haben…

http://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Fischer_und_seiner_Frau

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden01grim#page/138/mode/2up (Erläuterungen von Bolte-Polívka zu Grimms Märchen)

http://de.wikisource.org/wiki/Literarische_Umbildung_des_M%C3%A4rchens_vom_Fischer_und_siner_Fru (A. A. Brandl: Literarische Umbildung des Märchens…, 1903)

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Fischer.pdf (Philosophische Deutung des Märchens)

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Die drei Hunde – Analyse

Text: http://gutenberg.spiegel.de/buch/m-7468/33

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Die+drei+Hunde

Bechstein gibt an, dass dieses Drachentötermärchen von Ludwig Köhler erzählt und beigesteuert worden sei. Es geht auf mündliche Überlieferung in Franken zurück.

Ausgangssituation:
Ein Schäfer stirbt und hinterlässt seinen Kindern drei Schafe und ein Häuschen.

Geschehen:

  • Die Tochter wählt der Häuschen, der Sohn bricht mit den Schafen auf.
  • Er tauscht die Schafe gegen drei große Hunde eines Fremden, die seltsame Namen tragen („bring Speisen, zerreiß`n, brich Stahl und Eisen“) und ihm Glück bringen sollen.
  • Er erprobt ihr Können und lässt sich Speisen bringen.
  • Er begegnet einer Kutsche mit einer Königstochter, die einem Drachen als Opfer dargebracht werden soll. [-> Aufgabe: den Drachen töten]
  • Er folgt der Jungfrau zum Drachen und lässt diesen von seinem Hund „zerreiß’n“ töten und auffressen.
  • Er schlägt die Einladung zum Königsschloss aus und will erst in drei Jahren zurückkommen. [retardierendes Moment]
  • Der Kutscher zwingt die Königstochter, ihn als ihren Retter zu benennen. [-> Aufgabe: den Betrüger entlarven, die Königstochter retten]
  • Der König bestimmt den Kutscher zum Mann seiner Tochter, doch wird die Hochzeit noch ein Jahr verschoben.
  • Die Königstochter erreicht es, dass die Hochzeit noch zweimal um ein Jahr verschoben wird.
  • Am Hochzeitstag kommt der Schäfer und wird festgenommen.
  • Er befreit sich mit Hilfe des Hundes „brich Stahl und Eisen“ und sendet mit Hilfe von „bring Speisen“ der Königstochter ein Zeichen, dass er da ist; außerdem bekommt er so vom Hochzeitsmahl zu essen.
  • Die Königstochter sagt ihrem Vater die Wahrheit über ihre Rettung.
  • Der Schäfer wird geholt, weist sich als Drachentöter aus und heiratet die Prinzessin (Belohnung); der Kutscher kommt in den Kerker (Strafe).

Zweites Geschehen (rundet den Anfang des Geschehens ab):

  • Der junge König erinnert sich an seine Schwester und lässt sie holen.
  • Die Hunde erkennen dies als wahre Bewährung, verwandeln sich in Vögel und fliegen fort.

Ein ähnliches Märchen Bechsteins ist „Der Wandergeselle“ (aus: Neues deutsches Märchenbuch). – Mit dem Märchen sind von der Brüdern Grimm die Märchen „Die zwei Brüder“ und „Die Goldkinder“ verwandt; möglicherweise ist der Typus des Drachentötermärchens älter als die Georgslegende.

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)

(Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935, Nachdruck 1984)

Bechstein: Die Hexe und die Königskinder – Analyse

Text: http://www.maerchen.com/bechstein/die-koenigskinder.php (Die Königskinder, 1845 – später stark überarbeitet)

http://www.maerchen.org/bechstein/die-koenigskinder.htm (dito)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-sch-623/6 (Die Hexe und die Königskinder, 1853/57)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch/Die+Hexe+und+die+K%C3%B6nigskinder (dito)

Bechstein hat die erste Fassung des Märchens stark überarbeitet; man kann die beiden Fassungen vergleichen oder das Ergebnis des Vergleichs bei Klaus Schmidt (s.u.) nachlesen. Das Märchen geht auf eine mündliche Überlieferung zurück.

Ausgangssituation:

Aussehen und Wirken der Hexe wird beschrieben; mittels des Hexenreifs mit dem roten Stein bannt sie die Hirschkühe. Mit deren Milch füttert sie fremde Kinder, verwandelt sie in Hirschkälbchen und verkauft sie an die Jäger. Ihre Tochter Käthchen ist dagegen gut und hat sich einige Zaubersprüche gemerkt.

[Aufgabe: dem Wirken der Hexe ein Ende setzen!]

Geschehen:

  • Die Hexe fängt zwei vornehme Kinder, sperrt sie ein und mästet sie.
  • Die Hexe geht in den Wald; es wird eine Familie Hirsch eingeführt, welche von der Hexe geschätzt und schikaniert wird, jedoch auf Rache sinnt.
  • In Abwesenheit der bösen Mutter wendet Käthchen sich an die Kinder; diese versprechen ihr eine Belohnung, falls sie ihnen helfe. Käthchen sagt Hilfe zu.
  • Am nächsten Morgen hat Käthchen mittels Zaubersprüchen ihre Abwesenheit vertuscht und ist mit den Kindern geflohen.
  • Die Hirschkuh trägt die drei Kinder fort.
  • Die Hexe verfolgt die Flüchtlinge; der Hirsch spießt die Hexe auf und raubt ihr dabei den Zauberring.
  • Die Hirschkuh trägt die Kinder zum Königsschloss.
  • Der Hirsch folgt ihr und wirft die Hexe in den Schlossteich.

Belohnung: Die Familie Hirsch kehrt heim und ist von der Bedrohung durch die Hexe befreit. Käthchen bleibt zur Belohnung im Schloss und wird wie ein Königskind gehalten.

 

Das Märchen ist leicht zu verstehen; wenn man es in der Grundschule vorliest, muss man den Text beim Aussehen der Hexe evtl. etwas glätten. Käthchens Zaubersprüche finde ich reizend; an solch sprachlichem Witz zeigt sich eine Eigentümlichkeit Bechsteins.

http://books.google.de/books?id=g3loRA1Vd8QC&pg=PA100&lpg=PA100&dq=bechstein:+die+hexe+und+die+k%C3%B6nigskinder&source=bl&ots=ctEbbzfG3h&sig=wgaqbIYwbF3SNPi0idlCdINgbOM&hl=de&sa=X&ei=4EE5VJraDon9ywOXtYKADQ&ved=0CCwQ6AEwAjgK#v=onepage&q=bechstein%3A%20die%20hexe%20und%20die%20k%C3%B6nigskinder&f=false (Klaus Schmidt: Untersuchungen zu den Märchensammlungen von Ludwig Bechstein, 1935 bzw. 1984, S. 100-102)

Kathrin Zachary: Konservierung eines Stereotyps – zur Entstehung und Funktion des Feindbilds Hexe (Seminararbeit 2006/07) http://www.mythos-magazin.de/ideologieforschung/kz_feindbild.pdf

 

http://www.maerchen.com/ludwig-bechstein.htm (Bechstein: Deutsches Märchenbuch, 1845)

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Deutsches Märchenbuch, Ausgabe letzter Hand 1857)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_deutsches_M%C3%A4rchenbuch (Neues deutsches Märchenbuch, 1856)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Bechstein,+Ludwig/M%C3%A4rchen/Neues+deutsches+M%C3%A4rchenbuch (dito)

(Ludwig Bechstein: Sämtliche Märchen. Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Walter Scherf, 1976)