Brüder Grimm: Hans mein Igel

Hans mein Igel

Es war einmal ein reicher Bauer, der hatte keine Kinder. Da ward er traurig und sprach: „Ich will ein Kind haben, und sollt’s ein Igel sein.“ Da kriegte seine Frau ein Kind, das war oben ein Igel und unten ein Junge, und als sie das Kind sah, erschrak sie und sprach: „Siehst du, du hast uns verwünscht!“ Da sprach der Mann: „Was kann das alles helfen, getauft muss der Junge werden; wir nennen ihn Hans mein Igel.“ Dann wurde hinter dem Ofen ein wenig Stroh zurecht gemacht und Hans mein Igel darauf gelegt. So lebte er acht Jahre lang. Nun trug es sich zu, dass in der Stadt ein Markt war und der Bauer wollte dahin gehen, da fragte er alle, was er ihnen mitbringen sollte. Die Bäuerin wollte Fleisch und Brot bekommen. Hans aber sprach: „Väterchen, bringt mir doch einen Dudelsack mit.“ Der Bauer tat alles, was man ihm aufgetragen hatte.

Wie nun Hans mein Igel den Dudelsack hatte, sprach er: „Väterchen, geht doch zur Schmiede und lasst mir meinen Göckelhahn beschlagen, dann will ich fortreiten.“ Da war der Vater froh, dass er den missratenen Sohn loswerden sollte, und ließ ihm den Hahn beschlagen, und als er fertig war, setzte sich Hans mein Igel darauf und ritt fort; er nahm auch Schweine und Esel mit, die wollte er draußen im Walde hüten. Im Wald aber musste der Hahn mit ihm auf einen hohen Baum fliegen, da saß er und hütete die Esel und Schweine, bis die Herde ganz groß war. Wenn er aber auf dem Baum saß, blies er seinen Dudelsack und machte Musik, die war sehr schön.

Einmal kam ein König vorbeigefahren, der hatte sich verirrt und hörte die Musik; da wunderte er sich darüber und schickte seinen Diener hin, er sollte sich einmal umgucken, wo die Musik herkäme. Der guckte sich um, sah aber nichts als ein kleines Tier auf dem Baum oben sitzen, das sah aus wie ein Göckelhahn, auf dem ein Igel saß, und machte die Musik. Der Diener fragte ihn nach dem Weg zurück ins Königreich; Hans sprach, er wollte ihnen den Weg zeigen, wenn der König versprechen wollte, was ihm zuerst begegnete am königlichen Hofe, wenn er nach Haus käme. Da dachte der König, das kannst du leicht tun, Hans mein Igel versteht’s doch nicht und du kannst schreiben, was du willst. Da schrieb der König etwas auf und Hans mein Igel zeigte ihm den Weg und er kam glücklich nach Hause. Seine Tochter lief ihm entgegen und küsste ihn. Er dachte an Hans mein Igel und erzählte ihr, wie es ihm gegangen wäre und dass er einem wunderlichen Tier, das auf einem Hahn geritten und schöne Musik gemacht, hätte verschreiben müssen, was ihm daheim zuerst begegnen würde; er hätte aber geschrieben, es sollt’s nicht haben, denn Hans mein Igel könnt es doch nicht lesen. Darüber war die Prinzessin froh und sagte, das wäre gut, denn sie wäre doch nimmermehr hingegangen.

Hans mein Igel aber hütete die Esel und Schweine, war immer lustig, saß auf dem Baum und blies auf seinem Dudelsack. Nun geschah es, dass ein anderer König gefahren kam mit seinen Dienern und hatte sich verirrt und wusste nicht wieder nach Haus zu kommen, weil der Wald so groß war. Der hörte gleichfalls die schöne Musik von weitem und sprach zu einem Diener, er sollt’ einmal zusehen, woher es kommt. Da ging der Diener unter den Baum und sah den Göckelhahn sitzen und Hans mein Igel oben drauf. Der Diener sagte, sie hätten sich verirrt und könnten nicht wieder ins Königreich, ob er ihnen den Weg nicht zeigen wollte. Da stieg Hans mein Igel mit dem Hahn vom Baum herunter und sagte zu dem alten König, er wollt’ ihm den Weg zeigen, wenn er ihm zu eigen geben wollte, was ihm zu Haus vor seinem königlichen Schloss als erstes begegnen würde. Der König sagte ja und unterschrieb die Abmachung. Als das geschehen war, ritt Hans auf dem Göckelhahn ein Stück voraus und zeigte ihm den Weg und er gelangte er glücklich wieder in sein Königreich. Wie er auf den Hof kam, fiel ihm seine einzige Tochter um den Hals und freute sich, dass ihr alter Vater wieder da war. Da erzählte er ihr, er wär’ beinahe gar nicht wieder gekommen, aber einer halb wie ein Igel, halb wie ein Mensch, habe auf einem Hahn in einem hohen Baum gesessen und, schöne Musik gemacht, der hätte ihm fortgeholfen und den Weg gezeigt; dafür habe er ihm das versprochen, was ihm am königlichen Hofe zuerst begegnete, und das wäre sie. Da versprach sie ihm aber, sie wollte gern mit Hans gehen, wenn er käme, ihrem Vater zu Liebe.

Hans mein Igel aber hütete seine Schweine, und die Schweine bekamen wieder Schweine und diese wieder und wurden so viele, dass der ganze Wald voll war. Da ging Hans mein Igel mit seinen Herden ins Dorf uns schenkte den Bauern die Schweine. Zu seinem Vater aber sagt er: „Väterchen, lasst mir meinen Göckelhahn noch einmal in der Schmiede beschlagen, dann reit’ ich fort und komm’ mein Lebtag nicht wieder.“ Da ließ der Vater den Göckelhahn beschlagen und war froh, daß Hans mein Igel nicht wiederkommen wollte.

Hans mein Igel ritt fort in das erste Königreich; da hatte der König befohlen, wenn einer käme auf einem Hahn geritten und hätte einen Dudelsack bei sich, dann sollten alle auf ihn schießen, damit er nicht ins Schloß käme. Aber Hans flog auf dem Hahn an des Königs Fenster, setzte sich da und rief ihm zu, er wollte ihn töten, wenn er nicht die Tochter bekäme. Da gab der König der Prinzessin gute Worte, schenkte ihr eine Kutsche und sie fuhr mit Hans fort. Aber als sie ein Stück Wegs von der Stadt entfernt waren, da zog Hans mein Igel seine Braut aus und stach sie mit seiner Igelhaut, bis sie ganz blutig war; er sagte: „Das ist der Lohn für eure Falschheit, geh’ weg, ich will dich nicht,“ und jagte sie damit nach Hause.

Hans mein Igel aber ritt weiter zu dem anderen Königreich. Der König dort aber hatte befohlen, wenn einer käm’ wie Hans mein Igel, sollten sie das Gewehr vor ihm präsentieren und ihn ins königliche Schloss bringen. Da wurde Hans mein Igel von der Prinzessin begrüßt, musste mit an die königliche Tafel gehen und sie setzte sich zu seiner Seite. Als sie am Abend schlafen gehen wollte, da fürchtete sie sich jedoch vor seinen Stacheln; er aber sprach, es geschäh’ ihr kein Leid. Zum König sagte er, man sollte eine Wache vors Zimmer stellen; wenn er seine Igelhaut ausgezogen habe, sollte man sie ins Feuer werfen. Wie die Glocke nun elfe schlug, da ging er in die Kammer und streifte die Igelhaut ab, und ließ sie vor dem Bett liegen, da kamen die Männer und holten sie geschwind und warfen sie ins Feuer, da war er erlöst und lag da im Bett ganz als ein schöner junger Herr. Wie das die Prinzessin sah, war sie froh; am anderen Morgen standen sie auf und es ward die Hochzeit gehalten; Hans mein Igel bekam den Thron und das Königreich von dem alten König.

Als etliche Jahre herum waren, fuhr er mit seiner Gemahlin zu seinem Vater und sagte, er wäre sein Sohn; der Vater aber sprach, er hätte einmal einen gehabt, der wär’ wie ein Igel mit Stacheln geboren worden und weggegangen. Da gab er sich zu erkennen, und der alte Vater freute sich und ging mit ihm fort in sein Königreich.

(Nach der ersten Fassung der KHM, gekürzt und sprachlich leicht überarbeitet)

Die Füchsin und ihre Freier

Als der alte Herr Fuchs gestorben war, kam der Wolf als Freier; er wollte die Füchsin zur Frau nehmen. Er klopfte an die Türe, und die Katze, die als Magd bei der Frau Füchsin diente, machte auf.
Der Wolf grüßte sie und sprach:
„Guten Tag, Frau Katz von Kehrewitz,
wie kommt’s, dass sie alleine sitzt?
was macht sie Gutes da?“
Die Katze antwortete:
„Brock mir Brot und Milch ein:
will der Herr mein Gast sein?“
„Dank schön, Frau Katze“, antwortete der Wolf, „ist die Frau Füchsin nicht zu Haus?“
Die Katze sprach:
„Sie sitzt droben in der Kammer,
beweint ihren Jammer,
beweint ihre große Not,
dass der alte Herr Fuchs ist tot.“
Der Wolf antwortete.
„Will sie haben einen andern Mann,
so soll sie nur herunter gan.“
Die Katz, die lief die Trepp hinan
sie hielt ihr Schwänzchen himmelan,
bis sie kam vor den langen Saal:
klopfte an mit ihren fünf goldenen Ringen.
„Frau Füchsin, ist sie drinnen?
Will sie haben einen andern Mann,
so soll sie nur herunter gan.“

Die Frau Füchsin fragte:
„Hat der Herr rote Höslein an, und hat er ein spitz Mäulchen?“
„Nein“, antwortete die Katze, „er trägt einen grauen Anzug.“ „So kann er mir nicht dienen“, antwortete die Füchsin.

Als der Wolf abgewiesen war, kamen ein Hund, ein Hirsch, ein Hase, ein Bär, ein Löwe und nacheinander alle Waldtiere. Aber es fehlte immer eine von den guten Eigenschaften, die der alte Herr Fuchs gehabt hatte; der Hund hatte ein schwarzes Fell, der Hirsch konnte keine Mäuse fangen, der Löwe war so groß, dass er nicht in den Fuchsbau hineinkam – und die Katze musste den Freier jedes Mal wegschicken.

Endlich kam ein junger Fuchs. Da fragte die Frau Füchsin ihre Katze:
„Hat der Herr rote Höslein an, und hat er ein spitz Mäulchen?“
„Ja“, sagte die Katze, „das hat er.“
„So soll er heraufkommen“, sprach die Frau Füchsin und hieß die Magd das Hochzeitsfest vorbereiten:
„Katze, kehr die Stube aus,
schmeiß den alten Fuchs zum Fenster raus –
brachte manche fette Maus,
fraß sie immer alleine,
gab mir aber keine.“

Da wurde die Hochzeit gehalten mit dem jungen Herrn Fuchs, und es wurde gegessen und getrunken, gesungen und getanzt, und wenn sie nicht aufgehört haben, so tanzen sie heute noch.

(Ich habe das Märchen aus den KHM sprachlich leicht verändert und modernisiert.)

Brüder Grimm: Die Bienenkönigin – überarbeitet

Die Bienenkönigin

Zwei Königssöhne gingen einmal auf Abenteuer aus und führten ein wildes Leben, so dass sie gar nicht wieder nach Haus kamen. Der jüngste, welcher der Dummling hieß, machte sich auf und suchte seine Brüder; aber wie er sie endlich fand, verspotteten sie ihn, dass er mit seiner Einfalt sich in der Welt behaupten wollte – dabei könnten sie beide das nicht, und sie wären doch viel klüger.

Sie zogen nun alle drei miteinander fort und kamen an einen Ameisenhaufen. Die zwei ältesten wollten ihn aufwühlen und sehen, wie die kleinen Ameisen in der Angst herumkröchen und ihre Eier forttrügen, aber der Dummling sagte: „Lasst die Tiere in Frieden, ich mag’s nicht, dass ihr sie stört.“ Da gingen sie weiter und kamen an einen See, auf dem schwammen viele, viele Enten. Die zwei Brüder wollten ein paar fangen und braten, aber der Dummling ließ es nicht zu und sprach: „Lasst die Tiere in Frieden, ich mag’s nicht, dass ihr sie tötet.“ Endlich kamen sie an einen Baum mit einem Bienennest, darin war so viel Honig, dass er am Stamm herunterlief. Die zwei wollten Feuer unter den Baum legen und die Bienen ersticken, damit sie den Honig wegnehmen könnten. Der Dummling hielt sie aber wieder ab und sprach: „Lasst die Tiere in Frieden, ich mag’s nicht, dass ihr sie verbrennt.“

Endlich kamen die drei Brüder in ein Schloss, wo in den Ställen lauter steinerne Pferde standen, auch war kein Mensch zu sehen; sie gingen durch alle Säle, bis sie vor eine Tür ganz am Ende kamen, davor hingen drei Schlösser; es war aber mitten in der Türe ein Löchlein, dadurch konnte man in die Stube sehen. Da sahen sie ein graues Männchen, das an einem Tisch saß. Sie riefen es an, einmal, zweimal, aber es hörte nicht; endlich riefen sie zum dritten Mal, da stand es auf, öffnete die Schlösser und kam heraus. Es sprach aber kein Wort, sondern führte sie zu einem gedeckten Tisch; und als sie gegessen und getrunken hatten, brachte es einen jeden in sein eigenes Schlafgemach.

Am andern Morgen kam das graue Männchen zu dem ältesten, winkte und führte ihn zu einer steinernen Tafel; darauf standen drei Aufgaben geschrieben, wodurch das Schloss erlöst werden könnte. Die erste war: In dem Wald unter dem Moos lagen die Perlen der Königstochter, tausend an der Zahl, die mussten gesucht und aufgehoben werden, und wenn vor Sonnenuntergang nur eine einzige fehlte, so wurde der, welcher gesucht hatte, zu Stein. Der älteste ging hin und suchte den ganzen Tag; als aber der Tag zu Ende war, hatte er erst hundert gefunden; und es geschah wie auf der Tafel stand, er wurde in einen Stein verwandelt. Am folgenden Tag unternahm der zweite Bruder das Abenteuer; es ging ihm aber nicht viel besser als dem ältesten, er fand nicht mehr als zweihundert Perlen und wurde zu Stein.

Endlich kam auch der Dummling an die Reihe, der suchte im Moos; es war aber so schwer, die Perlen zu finden, und ging so langsam. Da setzte er sich auf einen Stein und weinte. Und wie er so saß, kam der Ameisenkönig, dem er einmal das Leben gerettet hatte, mit fünftausend Ameisen, und es währte gar nicht lange, so hatten die kleinen Tiere die Perlen gefunden und auf einen Haufen getragen. Die zweite Aufgabe aber war, den Schlüssel zum Schlafzimmer der Königstochter aus dem See zu holen. Wie der Dummling zum See kam, schwammen die Enten, die er einmal gerettet hatte, heran, tauchten unter und holten den Schlüssel aus der Tiefe. Die dritte Aufgabe aber war die schwerste: Aus den drei schlafenden Töchtern des Königs sollte die jüngste und die liebste herausgesucht werden. Sie glichen sich aber vollkommen und waren in nichts verschieden, außer dass sie, bevor sie eingeschlafen waren, verschiedene Süßigkeiten gegessen hatten, die älteste ein Stück Zucker, die zweite ein wenig Sirup, die jüngste einen Löffel voll Honig. Da kam die Königin der Bienen, die der Dummling vor dem Feuer geschützt hatte, und flog um den Mund von allen dreien; zuletzt blieb sie auf dem Mund sitzen, der Honig gegessen hatte, und daran erkannte der Königssohn die richtige Prinzessin.

Da war der Zauber vorbei, alles war aus dem Schlaf erlöst, und wer ein Stein gewesen war, erhielt seine menschliche Gestalt wieder. Und der Dummling vermählte sich mit der jüngsten und liebsten und wurde König nach ihres Vaters Tod; seine zwei Brüder aber erhielten die beiden andern Schwestern.

(KHM 62 ab 2. Aufl., sprachlich minimal für heutige Kinder überarbeitet: https://de.wikisource.org/wiki/Die_Bienenk%C3%B6nigin_%281857%29)

Brüder Grimm: Der Bauer und der Teufel – überarbeitet

Der Bauer und der Teufel

Es war einmal ein kluger Bauer. Der hatte eines Tages seinen Acker gepflügt und machte sich auf den Heimweg, als die Dämmerung schon eingetreten war. Da erblickte er mitten auf seinem Acker einen Haufen feuriger Kohlen, und als er voll Verwunderung dahin ging, so saß oben auf der Glut ein kleiner schwarzer Teufel.

„Du sitzest wohl auf einem Schatz“, sprach der Bauer. „Jawohl“, antwortete der Teufel“, „auf einem Schatz, der mehr Gold und Silber enthält, als du dein Lebtag gesehen hast.“ „Der Schatz liegt auf meinem Feld und gehört deshalb mir“, sprach das Bäuerlein. „Er ist dein“, antwortete der Teufel, „wenn du mir zwei Jahre lang die Hälfte von dem gibst, was auf deinem Acker wächst: Geld habe ich genug, aber ich möchte einmal die Früchte der Erde genießen.“ Der Bauer ging auf den Handel ein. „Damit aber kein Streit bei der Teilung entsteht“, sprach er, „so soll dir gehören, was über der Erde wächst, und mir, was unter der Erde ist.“ Dem Teufel gefiel das wohl, aber das listige Bäuerlein hatte Rüben gesät.

Als nun die Zeit der Ernte kam, so erschien der Teufel und wollte seine Früchte holen; er fand aber nichts als die gelben welken Blätter, und der Bauer, ganz vergnügt, grub seine Rüben aus. „Einmal hast du den Vorteil gehabt“, sprach der Teufel, „aber für das nächste Mal soll das nicht gelten. Dein ist nächstes Jahr, was über der Erde wächst, und mein, was darunter ist.“ „Mir auch recht“, antwortete das Bäuerlein.

Als aber die Zeit zur Aussaat kam, säte der Bauer nicht wieder Rüben, sondern Weizen. Die Frucht wurde reif, der Bauer ging auf den Acker und schnitt die vollen Halme bis zur Erde ab. Als der Teufel kam, fand er nichts als die Stoppeln und die Wurzeln in der Erde und fuhr wütend in eine Felsenschlucht hinab.

„So muss man mit den Dummköpfen umgehen“, sprach das Bäuerlein, ging hin und holte sich den Schatz ab.

KHM, leicht überarbeitet

Brüder Grimm: Die Wassernixe – überarbeitet

Die Wassernixe

 

Ein Brüderchen und ein Schwesterchen spielten an einem Brunnen. Wie sie so spielten, plumpsten sie plötzlich beide hinein. Unten war eine Wassernixe, die sprach: „Jetzt hab ich euch! Jetzt bleibt ihr bei mir und werdet brav arbeiten“, und führte sie mit sich fort.

Dem Mädchen gab sie Flachs zu spinnen und es musste Wasser in ein hohles Fass umfüllen. Der Junge aber sollte einen Baum mit einer stumpfen Axt fällen. Sie bekamen nichts zu essen außer trockenen steinharten Klößen. Da wurden die Kinder so unzufrieden, dass sie warteten, bis die Nixe eines Sonntags in der Kirche war, und flohen.

Als sie aus der Kirche kam, sah die Nixe, dass ihre Vögelchen ausgeflogen waren, und setzte ihnen mit großen Sprüngen nach. Die Kinder erblickten sie schon von weitem, und das Mädchen warf eine Bürste hinter sich. Diese wurde zu einem großen Bürstenberg, mit vielen tausend Stacheln, über welche die Nixe mit großer Mühe klettern musste.

Endlich aber kam sie doch hinüber. Wie das die Kinder sahen, warf der Knabe einen Kamm hinter sich, der zu einem großen Kammberg mit tausendmal tausend Zinken wurde. Aber die Nixe konnte sich daran festhalten und kam zuletzt doch hinüber.

Da warf das Mädchen einen Spiegel hinter sich, welches einen Spiegelberg gab, der war so glatt, so glatt, dass die Nixe unmöglich drüber konnte. Da dachte sie: „Ich will geschwind nach Haus’ gehen und meine Axt holen. Dann haue ich den Spiegelberg entzwei.“

Bis sie aber wiederkam und das Glas zerschlagen hatte, waren die Kinder längst weit entflohen, und die Wassernixe musste wieder in ihren Brunnen kriechen.

KHM, leicht überarbeitet

Brüder Grimm: Der süße Brei – überarbeitet

Der süße Brei

Es war einmal ein armes, braves Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald; dort begegnete ihm eine alte Frau, die wusste schon von seiner Not und schenkte ihm ein Töpfchen, zu dem sollte es sagen: „Töpfchen, koche“, so kochte es guten süßen Hirsebrei, und wenn es sagte: „Töpfchen, steh“, so hörte es wieder auf zu kochen. Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie von ihrer Armut und ihrem Hunger befreit und aßen süßen Brei, sooft sie wollten.
Nach einiger Zeit war das Mädchen einmal ausgegangen, da sprach die Mutter: „Töpfchen, koche“, da kocht es, und sie isst sich satt; nun will sie, dass das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immerzu, die Küche und das ganze Haus voll und das zweite Haus und dann die Straße, als wollt’s die ganze Welt satt machen. Da herrschte große Not, und kein Mensch wusste sich mehr zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig war, da kam das Kind heim und sprach nur: „Töpfchen, steh“, da stand es und hörte auf zu kochen; aber der Brei war noch da, und wer in die Stadt wollte, der musste sich durch einen großen Berg Brei hindurch essen.

KHM, leicht überarbeitet

Brüder Grimm: Der Fuchs und die Gänse – überarbeitet

Der Fuchs und die Gänse.

Der Fuchs kam einmal auf eine Wiese, wo eine Herde schöner fetter Gänse saß; da lachte er und sprach: „Ei, ich komme ja wie gerufen, ihr sitzt hübsch beisammen, da kann ich eine nach der andern auffressen.“ Die Gänse quiekten vor Schrecken, sprangen auf und fingen an, gar kläglich um ihr Leben zu bitten, der Fuchs aber sprach: „Da gibt es keine Gnade, ihr müsst sterben.“

Endlich nahm sich eine das Herz und sagte: „Sollen wir schon unser junges Leben lassen, so gewähre uns die einzige Gnade und erlaub’ uns noch ein Gebet, damit wir nicht mit unsern Sünden sterben; danach wollen wir uns auch in eine Reihe stellen, damit du dir immer die fetteste aussuchen kannst.“ „Ja, sagte der Fuchs, das ist billig und eine fromme Bitte; betet, ich will so lange warten.“

Also fing die erste ein recht langes Gebet an: ga! ga! ga! und weil sie gar nicht aufhören wollte, wartete die zweite nicht, bis die Reihe an sie kam, sondern fing auch an: ga! ga! ga! Und dann fing die dritte an: ga! ga! ga! (Und wenn sie alle ausgebetet haben, soll das Märchen weiter erzählt werden, sie beten aber noch immer.)

KHM 86, leicht verändert

Brüder Grimm: Die Bremer Stadtmusikanten – überarbeitet

Die Bremer Stadtmusikanten.

Einst hatte ein Mann einen Esel, der ihm schon lange Jahre treu gedient, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er nicht mehr arbeiten konnte. Da wollte ihm der Herr nicht länger Futter geben; aber der Esel merkte, was sein Herr vorhatte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen; dort, dachte er, kannst du Stadtmusikant werden – das kann jeder. Als er ein Weilchen gegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der japste wie einer, der viel gelaufen ist. „Nun, was japst du so?“, sprach der Esel. „Ach“, sagte der Hund, „weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde und nicht mehr laufen kann, hat mich mein Herr totschlagen wollen, da habe ich Reißaus genommen; aber woher soll ich nun zu fressen kriegen?“ „Weißt du was“, sprach der Esel, „ich gehe nach Bremen, um dort Stadtmusikant zu werden; geh’ mit und lass’ dich auch bei der Musik anwerben. Der Hund war’s zufrieden und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so saß da eine Katze und machte ein trübseliges Gesicht. „Nun, was ist dir denn in die Quere gekommen?“, sprach der Esel. „Ach“, antwortete die Katze, „wer kann lustig sein, wenn’s ihm an den Kragen geht? Weil ich alt geworden bin, meine Zähne stumpf werden und ich lieber hinter dem Ofen sitze, als Mäuse zu jagen, hat mich meine Frau ertränken wollen; ich hab mich zwar noch fortgemacht, aber nun ist guter Rat teuer; wo soll ich hin?“ „Geh’ mit uns nach Bremen, du verstehst doch was von Nachtmusik, da kannst du Stadtmusikant werden.“ Die Katze war’s zufrieden und ging mit. Darauf kamen die drei Flüchtlinge an einem Hof vorbei, da saß auf dem Tor der Hahn und schrie aus Leibeskräften. „Du schreist einem durch Mark und Bein“, sprach der Esel, „was hast du vor?“ „Da hab ich immer fröhlich gekräht“, sprach der Hahn, „ aber weil morgen Gäste kommen, hat die Hausfrau der Köchin gesagt, sie wollten aus mir eine Suppe machen – und da soll mir heute Abend der Kopf abgeschnitten werden. Deshalb schrei’ ich aus vollem Hals, so lang’ ich noch kann.“ „Ei was“, sagte der Esel, „zieh lieber mit uns fort, nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall; du hast eine gute Stimme, und wenn wir zusammen musizieren, muss es ganz toll klingen.“ Dem Hahn gefiel dieser Vorschlag, und sie gingen alle vier zusammen fort.

Sie konnten aber die Stadt Bremen nicht in einem Tag erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum; die Katze kletterte den Stamm empor und der Hahn flog bis in die Spitze, wo’s am sichersten für ihn war, und sah sich noch einmal um. Da schien es ihm, als säh’ er in der Ferne ein Fünkchen Licht, und er rief seinen Kameraden zu, es müsste nicht gar weit ein Haus sein, denn da scheine noch Licht. Sprach der Esel: „So wollen wir uns aufmachen und hingehen, in einem Haus schläft man besser.“ Und der Hund sagte: „Ja, ein paar Knochen mit etwas Fleisch daran täten mir auch gut!“ Nun machten sie sich auf den Weg dahin, wo das Licht war, und sahen es bald stärker schimmern, bis sie vor ein hell erleuchtetes Räuberhaus kamen. Der Esel, als der größte, ging ans Fenster und schaute hinein. „Was siehst du?“ fragte der Hahn. „Was ich sehe?“, antwortete der Esel, „einen gedeckten Tisch mit tollem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen es sich gut gehen.“ „Das wär’ was für uns“, sprach der Hahn. Da hielten die Tiere Rat, wie sie es anfangen könnten, die Räuber zu vertreiben; endlich fanden sie die Lösung. Der Esel musste sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken, die Katze auf den Hund klettern und der Hahn setzte sich der Katze auf den Kopf. Wie das geschehen war, fingen sie insgesamt auf ein Zeichen an, ihre Musik zu machen; der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte – damit stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, so dass die Scheiben klirrten. Die Räuber, die schon über das entsetzliche Geschrei erschrocken waren, meinten, ein Gespenst käme herein, und flohen in größter Furcht in den Wald. Nun setzten sich die vier Kameraden an den Tisch und aßen alles auf, was noch in den Schüsseln war.

Wie die vier Musikanten fertig waren, löschten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstelle: Der Esel legte sich draußen auf den Mist, der Hund hinter die Türe, die Katze auf den warmen Herd und der Hahn setzte sich auf einen Balken; und weil sie müde waren, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, sprach der Hauptmann: „Wir hätten uns nicht so einfach vertreiben lassen sollen.“ Er befahl einem Räuber, hinzugehen und das Haus zu untersuchen. Der fand im Haus alles still, ging in die Küche, wollte ein Licht anzünden und nahm ein Streichholz, und weil er die glühenden Augen der Katze für glimmende Kohlen ansah, hielt er es daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze verstand keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht, spuckte und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zur Hintertüre hinaus, aber der Hund, der da lag, sprang auf und biss ihm ins Bein, und als er über den Hof am Mist vorbei rannte, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuß; der Hahn aber, der vom Lärm munter geworden war, rief vom Balken herab: „Kikeriki!“ Da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach: „O weh, in dem Haus sitzt eine gräuliche Hexe, die hat mich angefaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt, und vor der Türe steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen, und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungeheuer, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen, und oben auf dem Dache sitzt der Richter, der rief: ‚Bringt mir den Kerl her!’ Da machte ich, dass ich fortkam.“ Von nun an trauten sich die Räuber nie mehr in das Haus; den Musikanten gefiel’s aber so gut darin, dass sie nicht wieder heraus wollten – und der das zuletzt erzählt hat, der wäre gern auch ein Stadtmusikant geworden.

 

[nach der ältesten Fassung, 1819, sprachlich leicht für heutige Kinder überarbeitet]

Brüder Grimm: Die drei Federn – überarbeitet

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne, davon waren zwei klug und gescheit, aber der dritte sprach nicht viel; er wurde der Dummling genannt. Als der König nun alt wurde, dass er an sein Ende dachte, wusste er nicht, welcher von seinen Söhnen nach ihm das Reich erben sollte. Da sprach er zu ihnen: „Ziehet hinaus, und wer mir den feinsten Teppich bringt, der soll nach meinem Tod König sein.“ Und damit es keinen Streit unter ihnen gab, führte er sie vor sein Schloss, blies drei Federn in die Luft und sprach: „Wie die fliegen, so sollt ihr ziehen.“ Die eine Feder flog nach Osten, die andere nach Westen, die dritte flog aber geradeaus, und flog nicht so weit wie die andern, sondern fiel zur Erde. Nun ging der eine Bruder rechts, der andere ging links, und sie lachten den Dummling aus, da er bei der dritten Feder auf der Erde sitzen bleiben müsse.

Der Dummling setzte sich hin und war traurig. Da bemerkte er auf einmal neben der Feder eine Türe in der Erde. Er öffnete sie, fand eine Treppe und stieg hinab. Da kam er vor eine andere Türe, wo er anklopfte, und hörte, wie es innen rief:

„Jungfer grün und klein,
Hutzelbein,
Hutzelbeins Hündchen,
Hutzel hin und her,lass’ geschwind sehen, wer draußen wär.“

Nun ging die Türe auf, und er sah eine große, dicke Itsche (Kröte) sitzen und rings um sie eine Menge kleiner Itschen. Die dicke Itsche fragte, was er wolle. Er antwortete: „Ich hätte gerne den schönsten und feinsten Teppich.“ Da rief sie eine junge Kröte und sprach:

„Jungfer grün und klein,
Hutzelbein,
Hutzelbeins Hündchen,
Hutzel hin und her,
bring mir die große Schachtel her.“

Die junge Itsche holte die Schachtel, die dicke Itsche machte sie auf und gab dem Dummling einen Teppich daraus, so schön und so fein, wie oben auf der Erde überhaupt keiner gewebt werden konnte. Da dankte er ihr und ging wieder fort. Die beiden andern aber hatten ihren jüngsten Bruder für so dämlich gehalten, dass sie glaubten, er würde nicht das Mindeste gegen sie aufbringen können. „Was sollen wir uns mit Suchen groß Mühe geben“, sprachen sie, kauften der ersten besten Schäfersfrau, die ihnen begegnete, ein paar grobe Tücher ab und trugen sie zum König hin. Da kam der Dummling auch und brachte seinen schönen Teppich, und als der König den sah, erstaunte er, und sprach: „Das Reich gehört dem Jüngsten.“

Aber die zwei andern ließen dem König keine Ruhe und sprachen, es wäre nicht möglich, dass der Dummling König würde; und sie baten ihn, er möchte noch eine Bedingung stellen. Da sagte der Vater: „Der soll das Reich erben, der mir den schönsten Ring bringt“, und führte die drei Brüder hinaus und blies drei Federn in die Luft, denen sie nachgehen sollten. Die zwei ältesten zogen wieder nach Osten und Westen, und für den Dummling flog die Feder geradeaus und fiel neben der Erdtüre nieder. Da stieg er wieder hinab zu der dicken Itsche und sagte ihr, dass er den schönsten Ring brauchte. Sie ließ sich ihre große Schachtel holen und gab ihm daraus einen Ring, so schön wie ihn kein Goldschmied auf der Erde machen konnte. Die zwei ältesten hatten über den Dummling gelacht, dass er einen goldenen Ring suchen wollte, gaben sich gar keine Mühe, sondern schlugen den ersten besten Wagenringen die Nägel aus und brachten die Wagenringe dem König. Als dieser dagegen den schönen Ring des Dummlings sah, sprach er: „Ihm gehört das Reich.“

Aber die zwei ältesten quälten den König so lang, bis er noch eine dritte Bedingung machte und den Ausspruch tat, der solle das Reich haben, der die schönste Frau heimbrächte. Die drei Federn blies er auch wieder in die Luft, und sie flogen wie die vorigen Male. Da ging der Dummling zum drittenmal hinab zu der dicken Itsche und sprach: „Ich soll die schönste Frau heimbringen.“ „Ei“, antwortete die Itsche, „die schönste Frau! Nun, die sollst du haben.“ Und sie gab ihm eine gelbe Rübe mit sechs Mäuschen bespannt. Da sprach der Dummling ganz traurig: „Was soll ich damit anfangen?“ Die Itsche antwortete: „Nun setz’ eine von meinen kleinen Itschen hinein.“ Da griff er auf Geratewohl eine aus dem Kreis und setzte sie auf die gelbe Rübe, aber kaum berührte sie die Rübe, so wurde sie zu einem wunderschönen Fräulein, die Rübe zur Kutsche und die sechs Mäuschen zu Pferden. Da stiegen sie beide in die Kutsche, und er küsste sie und brachte sie zum König. Seine Brüder kamen auch, die hatten den Dummling so verachtet, dass sie die ersten besten Bauernweiber genommen und heimgeführt hatten. Da sprach der König: „Dem Jüngsten gehört das Reich nach meinem Tod.“

Aber die zwei älteren Söhne lärmten von neuem, sprachen: „Wir können’s nicht zugeben“, und verlangten, der sollte den Vorzug haben, dessen Frau durch einen Ring springen könnte, der mitten in dem Saal hing; sie dachten: „Die Bauernweiber können das wohl, die sind stark genug, aber das zarte Fräulein springt sich tot.“ Endlich willigte der König ein. Da sprangen die zwei Bauernweiber, sprangen auch hindurch, waren aber so plump, dass sie fielen und ihre Arme und Beine brachen. Darauf sprang das schöne Fräulein, das der Dummling mitgebracht hatte, und sprang ganz leicht durch den Ring und gewann ihm das Reich. Und als der König starb, erhielt er die Krone und hat lange in Weisheit geherrscht.

[nach der ersten Fassung, 1837, sprachlich leicht für Kinder von heute überarbeitet]

Bilder von Wagenrädern

http://de.wikisource.org/wiki/Die_drei_Federn_%281837%29

http://www.roie-event.de/images/deko01_500.jpg

Brüder Grimm: Der Froschkönig – überarbeitet

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich.

Es war einmal eine Königstochter, die ging hinaus in den Wald und setzte sich an einen kühlen Brunnen. Sie hatte eine goldene Kugel, die war ihr liebstes Spielzeug; die warf sie in die Höhe und fing sie wieder in der Luft auf und hatte ihre Freunde daran. Einmal war die Kugel ganz hoch geflogen, sie hatte die Hand schon ausgestreckt und die Finger gekrümmt, um sie wieder zu fangen, da schlug sie neben ihr auf die Erde, rollte und rollte und geradezu in das Wasser hinein.

Die Königstochter blickte ihr erschrocken nach; der Brunnen war aber so tief, dass kein Grund zu sehen war. Da fing sie an, jämmerlich zu weinen und zu klagen: „Ach! wenn ich meine Kugel wieder hätte, da wollt’ ich alles darum geben, meine Kleider, meine Edelsteine, meine Perlen und was es auf der Welt nur wär’.“ Wie sie so klagte, steckte ein Frosch seinen Kopf aus dem Wasser und sprach: „Königstochter, was jammerst du so laut?“ – „Ach“, sagte sie, „du garstiger Frosch, was kannst du mir helfen! Meine goldene Kugel ist mir in den Brunnen gefallen.“ – Der Frosch sprach: „Deine Perlen, deine Edelsteine und deine Kleider, die verlang’ ich nicht, aber wenn du mich zum Freund nehmen willst, und ich soll neben dir sitzen und von deinem gold’nen Tellerchen essen und in deinem Bettchen schlafen und du willst mich lieb haben, so will ich dir deine Kugel wiederbringen.“ Die Königstochter dachte: ‚Was schwätzt der dumme Frosch da, der muss doch in seinem Wasser bleiben; vielleicht aber kann er mir meine Kugel holen, da will ich nur ja sagen;’ und sagte: „Ja meinetwegen, schaff mir nur erst die gold’ne Kugel wieder, es soll dir alles versprochen sein.“ Der Frosch steckte seinen Kopf unter Wasser und tauchte hinab; es dauerte auch nicht lange, so kam er wieder in die Höhe, hatte die Kugel im Maul und warf sie ans Land. Wie die Königstochter ihre Kugel wieder erblickte, lief sie geschwind darauf zu, hob sie auf und war so froh, sie wieder in ihrer Hand zu halten, dass sie an nichts weiter dachte, sondern damit nach Haus eilte. Der Frosch rief ihr nach: „Warte, Königstochter, und nimm mich mit, wie du versprochen hast.“ Aber sie hörte nicht darauf. Am nächsten Tage saß die Königstochter am Tisch, da hörte sie etwas die Marmortreppe heraufkommen, plitsch, platsch! plitsch, platsch! Bald darauf klopfte es auch an der Türe und rief: „Königstochter, jüngste, mach mir auf!“ Sie lief hin und machte die Türe auf, da war es der Frosch, an den sie nicht mehr gedacht hatte; ganz erschrocken warf sie die Türe hastig zu und setzte sich wieder an den Tisch. Der König aber sah, dass ihr das Herz klopfte, und sagte: „Warum fürchtest du dich?“ – „Da draußen ist ein garstiger Frosch“, sagte sie, „der hat mir meine gold’ne Kugel aus dem Wasser geholt; ich versprach ihm dafür, er sollte mein Freund werden; ich glaubte aber nicht, dass er aus seinem Wasser heraus könnte, nun ist er draußen vor der Tür und will herein.“ Indessen klopfte es zum zweitenmal und rief:

„Königstochter, jüngste,
mach’ mir auf,
weiß du nicht, was gestern
du zu mir gesagt
bei dem kühlen Brunnenwasser?
Königstochter, jüngste,
mach mir auf.“

Der König sagte: „Was du versprochen hast, musst du halten, geh’ und mach’ dem Frosch die Türe auf.“ Sie gehorchte und der Frosch hüpfte herein, und ihr auf dem Fuße immer nach, bis zu ihrem Stuhl, und als sie sich wieder gesetzt hatte, da rief er: „Heb’ mich herauf auf einen Stuhl neben dich.“ Die Königstochter wollte nicht, aber der König befahl es ihr. Wie der Frosch oben war, sprach er: „Nun schieb’ dein goldenes Tellerchen näher, ich will mit dir davon essen.“ Das musste sie auch tun. Wie er sich satt gegessen hatte, sagte er: „Nun bin ich müd’ und will schlafen, bring mich hinauf in dein Zimmer, mach dein Bettchen zurecht, da wollen wir uns hineinlegen.“ Die Königstochter erschrak, wie sie das hörte; sie fürchtete sich vor dem kalten Frosch. Sie traute sich nicht einmal, ihn anzurühren, und nun sollte er sogar bei ihr in ihrem Bett liegen! Sie fing an zu weinen und wollte durchaus nicht. Da wurde der König zornig und befahl ihr, zu tun, was sie versprochen hatte, sonst würde er zornig. Es half nichts, sie musste so tun, wie ihr Vater wollte, aber sie war bitterböse in ihrem Herzen. Sie packte den Frosch mit zwei Fingern und trug ihn hinauf in ihre Kammer, legte sich ins Bett, und statt ihn neben sich zu legen, warf sie ihn bratsch! an die Wand; „da nun wirst du mich in Ruh lassen, du garstiger Frosch!“

Aber der Frosch fiel nicht tot herunter, sondern wie er auf das Bett gefallen war, da war’s ein schöner junger Prinz. Der war nun ihr lieber Freund, und sie hatte ihn gern, wie sie versprochen hatte, und sie schliefen vergnügt zusammen ein. Am anderen Morgen aber kam ein prächtiger Wagen mit acht Pferden bespannt, mit Federn geschmückt und goldschimmernd; dabei war der treue Heinrich, der Diener des Prinzen; der war so betrübt über dessen Verwandlung, dass er drei eiserne Bänder um sein Herz gelegt hatte, damit es vor Traurigkeit nicht zerspränge. Der Prinz setzte sich mit der Königstochter in den Wagen, der treue Diener aber stand hinten auf dem Tritt, so wollten sie in sein Reich fahren. Und wie sie ein Stück Weges gefahren waren, hörte der Prinz hinter sich ein lautes Krachen, da drehte er sich um und rief:

„Heinrich, der Wagen bricht!“ –
„Nein, Herr, der Wagen nicht,
es ist ein Band von meinem Herzen,
das da lag in großen Schmerzen,
als ihr in dem Brunnen saßt,
als ihr eine Fretsche (Frosch) was’t.“ (wart)

Noch einmal und noch einmal hörte es der Prinz krachen, und meinte, der Wagen bräche; aber es waren nur die Bänder, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erlöst und glücklich war.

 

[Nach der 1. Fassung der Brüder Grimm, 1812, sprachlich leicht überarbeitet]

Bilder einer Kutsche: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/05/Berlin_%28PSF%29.svg/2000px-Berlin_%28PSF%29.svg.png

http://zh.wiktionary.org/zh/Kutsche#mediaviewer/File:The_Great_Coach.jpg

http://www.handgemalt24.de/media/images/product/popup/Kutsche-der-Royal-Mail-zwischen-Derby-und-London-auf-offener-Strasse-im-Winter-von-Henry-Alken-11390.jpg

Brüder Grimm: die schönsten Märchen, mit Interpretationen

Eine heute Märchen deutende Frau bekennt: „GOTT sagte mir im Sommer 1997, ich sei Dornröschen.“ Das ist eine verwegene Interpretation des Märchens aus den KHM; im Folgenden soll es etwas seriöser zugehen – gleichwohl muss man zugeben, dass Märchen (wie auch andere Texte) verschiedene Deutungen zulassen, je nach Perspektive, Ausbildung und Lebensgeschichte des Deutenden.

Ich habe versucht, „die schönsten Märchen“ der Brüder zu benennen – diejenigen, von denen ich mir wünsche, dass sie bekannt bleiben oder werden. Bei meiner Auswahl bin ich von den 50 Märchen ausgegangen, welche die Brüder Grimm selbst als „Kleine Auswahl“  zusammengestellt hatten. Aus diesen 50 Exemplaren habe ich 20 gestrichen, dafür 10 andere eingefügt; so komme ich auf die 40 schönsten Märchen (mit KHM-Nummerierung), wobei ich natürlich weiß, dass Schönheit auch im Auge des Betrachters liegt – das ist in meinem Fall zum Beispiel an der Tatsache zu erkennen, dass ich weitere Schwänke, aber auch lehrhafte Märchen berücksichtigt habe. Ich nenne noch eine andere Auswahl der 50 schönsten Märchen, nur zum Vergleich der Titel. Eine ganz kurze Übersicht über alle Märchen der Brüder Grimm habe ich hier zusammengestellt.

Ich verzichte auf eigene Deutungen und begnüge mich damit, die im Internet greifbaren Hilfen zum Verständnis aufzuzählen. Die Anmerkungen von Bolte-Polívka (Band 2, Band 3 – eine neuere Auflage ist im Internet nicht greifbar, obwohl es sie als Buch gibt) habe ich nur dann genannt, wenn sonst nicht viel zu finden war; aber man kann natürlich immer auf sie oder auf die Anmerkungen der Brüder Grimm zurückgreifen. Zum Schluss zähle ich noch weitere Titel auf, in denen man Ausführungen über bestimmte Aspekte der KHM bzw. über die Arbeit mit Märchen in der Schule findet.

1 Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Froschk%C3%B6nig_oder_der_eiserne_Heinrich

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/frosch.htm

http://www.märchenkristall.de/Interpretationen/froschkoenig.htm

http://anizer.org/schoeneseele/schoeneseele.pdf

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 206 ff.)

4 Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rchen_von_einem,_der_auszog_das_F%C3%BCrchten_zu_lernen

http://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/mj_grimm.pdf (Die Rolle des Übernatürlichen im Märchen)

http://universal_lexikon.deacademic.com/316622/Von_einem,_der_auszog,_das_F%C3%BCrchten_zu_lernen (Verweise)

http://www.dasa-dortmund.de/fileadmin/user_upload/pdf/VA/Juko/Unterrichtsmaterial/2008/Unterrichtsmaterial_Selbstbestimmung_Juko_2007.pdf (Unterrichtsreihe)

5 Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/geislein.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wolf_und_die_sieben_jungen_Gei%C3%9Flein

http://maerchen-cut.de/wolf_int.html

http://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:167177/FULLTEXT01.pdf (S. 71 ff.)

http://coltrc.ksu.edu.sa/sites/coltrc.ksu.edu.sa/files/imce_images/2110.pdf (Zu den pädagogischen und moralischen Aspekten…)

http://www.nmsottensheim.com/app/download/6162519581/Sieben+Gei%C3%9Flein.pdf?t=1360665956 (Projekt einer Grundschule)

6 Der treue Johannes

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_treue_Johannes

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 71 ff.)

http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_%281856%29/Anmerkungen (Anmerkungen der Brüder Grimm, zu Nr. 6)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden01grim#page/42/mode/2up (Bolte-Polívka, Bd. 1, S. 42 ff.)

7 Der gute Handel

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Der_gute_Handel (Bolte-Polívka, 1. Band, S. 59 ff.)

http://deutsch-wort.de/der+gute+handel

11 Brüderchen und Schwesterchen

http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCderchen_und_Schwesterchen

http://www.märchenkristall.de/Interpretationen/BuS.htm

http://www.param-verlag.de/Buecher/hm08.htm

http://lanzerat.de/maerchenlexikon/Bruederchen_und_Schwesterchen/interpretation/brueschwi.htm

http://www.mythos-magazin.de/ideologieforschung/kz_feindbild.pdf (Feindbild Hexe, S. 13 ff.)

http://www.vfa-ev.de/index.php?id=42&tx_ttnews[tt_news]=69&cHash=6c1e29878d52be89d8e19858567ca3a1

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Stiefmutter (Stiefmutter)

14 Die drei Spinnerinnen

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_drei_Spinnerinnen

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Spinnen (Spinnen)

http://maerchenquelle.ch/2435/maerchen-mehr/betrachtungen/2011/die-drei-muhmen-eine-betrachtung/ (ähnliches Märchen)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden01grim#page/108/mode/2up (Bolte-Polívka, 1. Band, S. 109 ff.)

15 Hänsel und Gretel

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4nsel_und_Gretel

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at327.htm (Kinder bei der Hexe)

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/hansel.htm

http://www.maerchenapfel.de/haensel-und-gretel/interpretation.html

http://www.44iq.de/html/Haensel_und_Gretel.html

http://www.joachimschmid.ch/docs/DMtTeStrukt.pdf (Strukturelemente des literarischen Textes)

http://lanzerat.de/maerchenlexikon/Haensel_und_Gretel/interpretation/haensgreti.htm

http://www.mythos-magazin.de/ideologieforschung/kz_feindbild.pdf (Feindbild Hexe, S. 12 ff.)

http://othes.univie.ac.at/3797/1/2009-02-03_0101899.pdf (dito, S. 33 ff.)

http://www.maerchenpaedagogik.de/geister_materialien_haensel_gretel.pdf (Text mit Materialien)

http://kita.zentrumbildung-ekhn.de/fileadmin/kita/U3/Material_FT_Gott_in_der_Krippe2011/AG_Reggio_in_der_Krippe-_Die_Geschichte_vom_boesen_Haensel.pdf (Geschichte aus Perspektive der Hexe, erzähltechnisch schwach)

http://ifb.bsz-bw.de/bsz267075731rez-1.pdf (Buchbesprechung)

19 Von dem Fischer un syner Fru

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-schonsten-kinder-und-hausmarchen-6248/49 (Text hochdeutsch)

http://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Fischer_und_seiner_Frau

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at555.htm

http://de.wikisource.org/wiki/Literarische_Umbildung_des_M%C3%A4rchens_vom_Fischer_und_siner_Fru (Literarische Umbildung des Märchens)

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/fischer.htm

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Fischer.pdf (philosophische Deutung)

http://asslaender.de/wp-content/uploads/fischer1.pdf (Spiritualität…)

http://www.swr.de/-/id=4998182/property=download/nid=660174/1me7u6n/swr2-leben-20090729.pdf (Jellouscheks Deutung)

https://norberto42.wordpress.com/2014/10/12/bechstein-mann-und-frau-im-essigkrug-analyse/ (Bechsteins Parallelmärchen)

http://www.schule-oberfranken.de/lehrerbildung/data/2013_wertestunde_gs_maerchen_vom_fischer_und_seiner_frau_klinger.pdf (Unterrichtsentwurf 3. Schuljahr)

20 Das tapfere Schneiderlein

http://www.durchblick-filme.de/schneiderlein/pdf/2_5_Deutung.pdf

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/dastapfereschneiderlein/dastapfereschneiderlein_interpretation.php

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 187 ff.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_tapfere_Schneiderlein

http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/9sp-ecke/artikel/201/2010/10-02-23.htm (Riesen und Zwerge)

http://edudoc.ch/record/108954/files/Bu%CC%88ndnerSchulblatt-1-2013.pdf (S. 15: Arbeit im Kindergarten)

21 Aschenputtel

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/aschenpu.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Aschenputtel

http://www.zora.uzh.ch/60801/1/Boothe_Asche_Glanz.pdf (B. Boothe)

https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/47804/pdf/Bausinger_Hermann_Aschenputtel_zum_Problem_der_Maerchensymbolik.pdf?sequence=1&isAllowed=y (H. Bausinger)

http://www.mraz.de/Qualitatszirkel/Aschenputtel_als_Individuationsmarchen.pdf

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=9&sqi=2&ved=0CFQQFjAI&url=http%3A%2F%2Fscholar.sun.ac.za%2Fbitstream%2Fhandle%2F10019.1%2F2145%2Fwittman_aschenputte_2008.pdf%3Fsequence%3D1&ei=bK9YVK34D8LLO73mgKAM&usg=AFQjCNFrBaKh2RD-PbwWGIXBI5hcZN_BqQ&sig2=1YZe8o39docbPTBxzLQJIQ&bvm=bv.78677474,d.ZWU bzw. http://scholar.sun.ac.za/handle/10019.1/2145 (G.-E. Wittmann: Aschenputtel und ihre Schwestern, S. 44 ff.)

http://www.maerchenapfel.de/aschenputtel/interpretation.html (Gesäusel)

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/aschenputtel/aschenputtel_interpretation.php

http://lanzerat.de/maerchenlexikon/Aschenputtel/interpretation/ASCHENPI.HTM

http://www.goethe.de/ins/it/lp/prj/gri/rab/ar3/de9324509.htm

http://is.muni.cz/th/109313/ff_m/diplomka.pdf (Bearbeitungen des Märchens, S. 21 ff.)

24 Frau Holle

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/holle.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Frau_Holle

http://www.kritische-ausgabe.de/artikel/gedeutete-wirklichkeit

http://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/sr_hausmaerchen.pdf (Numinose Frauenfiguren…, S. 60 ff.)

http://www.gabriele-uhlmann.de/mythen.htm (mythisch-matriarchalisch)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Holle (Holle)

http://www.celtoi.net/celtoipedia/index.php5?title=Frau_Holle (Holle)

http://www.diemärchenwerkstatt.de/45048.html (Holle – Holunder)

http://www.godeweg.de/07_1_hoher-meissner/Forschungsbericht_Annette.html (Hoher Meißner – Holle)

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at334.htm (märchengeschichtl. Kontext)

http://www.maerchenapfel.de/frau-holle/interpretation.html (Gesäusel)

http://lanzerat.de/maerchenlexikon/Frau_Holle/interpretation/FRAUHOLI.HTM

http://www.didageo.uni-hannover.de/fileadmin/institut/pdf/BachelorarbeitKatharinaKotzur.pdf (Didaktisches)

25 Die sieben Raben

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_sieben_Raben

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at451.htm

http://www.märchenkristall.de/Interpretationen/Zwoelf_brueder.htm

http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/phil/inst_auslgerm/Die_Sieben_Raben___fuer_Deutschlerner.pdf (produktive Arbeiten)

26 Rotkäppchen

http://de.wikipedia.org/wiki/Rotk%C3%A4ppchen

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/rotkapp.htm

http://www.fuehlenunddenken.de/texte/der-weg-von-rotkappchen/

http://www.bruehlmeier.info/Rotk%C3%A4ppchen.htm

http://funkjunge.com/2010/12/07/rotkappchen-wollte-den-bosen-wolf-e2-80-93-psychoanalytischer-aspekt-eines-marchens/

http://www.serwis.wsjo.pl/files/katalog/archiwum%20serwis/S.Tomaszewska.pdf (Das Gute und das Böse im Rotkäppchen…)

http://www.ta7.de/txt/rotkaeppchen/rotk28.htm (mit „Varianten“)

http://www.maerchenfrank.de/sites/maerchendeutung/maerchen/rotkaeppchen.htm

http://www.geistheilerschule.de/attachments/064_DL%202009-01%20Rotk%C3%A4ppchen.pdf

http://is.muni.cz/th/109313/ff_m/diplomka.pdf (Moderne Bearbeitungen, S. 65 ff.)

http://www.theater-regensburg.de/fileadmin/user_upload/Theaterpaedagogik/Materialmappen/Materialmappe_Rotkaeppchen.pdf (Theater Regensburg)

http://www.zeit.de/1984/52/die-affaere-rotkaeppchen (Die Affäre Rotkäppchen)

http://www.janko.at/Humor/Rotkaeppchen/Psychologe.htm (Parodie)

27 Die Bremer Stadtmusikanten

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bremer_Stadtmusikanten

http://www.jenbach.at/gemeindeamt/html/221665866_1.pdf

http://lanzerat.de/maerchenlexikon/Die_Bremer_Stadtmusikanten/interpretation/bremersti.htm

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/die_bremer_stadtmusikanten/die_bremer_stadtmusikanten_interpretation.php

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Esel (Esel)

http://faecher.lernnetz.de/faecherportal/index.php?DownloadID=2321 (Unterrichtseinheit Deutsch, Kl. 5/6)

29 Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Teufel_mit_den_drei_goldenen_Haaren

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at461.htm

http://fressnet.de/m160_teufel.htm (Text, kommentiert)

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 52 ff.)

http://www.biographiearbeit.de/downloads/Seyffer_vom_abenteuer_mensch_zu_werden-november_2007.pdf (v.a. S. 4 ff.)

http://www.8000lichter.com/lesegenuss-fuer-die-sinne/der-teufel-mit-den-3-goldenen-haaren.html

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/derteufelmitdendreigoldenenhaaren/derteufelmitdendreigoldenenhaaren_interpretation.php

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Wurzel (Wurzel)

34 Die kluge Else

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_kluge_Else

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Die_kluge_Else (Bolte-Polívka)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frank-rutger-hausmann-das-kopflose-kind-die-kluge-else-1281496.html

Eine Parallele ist das Märchen „Wie ein Mann Hausfrau war“.

36 Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack

http://de.wikipedia.org/wiki/Tischchen_deck_dich,_Goldesel_und_Kn%C3%BCppel_aus_dem_Sack

http://www.goethezeitportal.de/wissen/illustrationen/legenden-maerchen-und-sagenmotive/tischlein-deck-dich.html (Texte und Bilder zum Märchen)

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Tischchen_deck_dich,_Goldesel_und_Kn%C3%BCppel_aus_dem_Sack (Bolte-Polívka)

37 Daumesdick

http://de.wikipedia.org/wiki/Daumesdick

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Des_Schneiders_Daumerling_Wanderschaft

http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/files/5673/Loewe_Irmgard_Dissertation.pdf (Genetische Erkrankungen bei Figuren in der Märchensammlung der Brüder Grimm)

44 Der Gevatter Tod

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gevatter_Tod (derzeit noch schwach)

http://www.maerchenstiftung.ch/bilder/MF_Sommer09_probeseiten.pdf (dort S. 3 ff.: Armut in den KHM)

http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=305 (Text mit Deutung und

http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=304 produktive Fortsetzung des Märchens)

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Der_Gevatter_Tod (Bolte-Polívka)

http://www.sebastianlau.de/blog-leser/items/Hospiz_trauer_sterben_tod_erz%C3%A4hlen_seelsorge_m%C3%A4rchen_mythen.html (über Märchen und Tod, allgemein)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Armut (Armut)

47 Von dem Machandelboom

http://de.wikipedia.org/wiki/Von_dem_Machandelboom

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at720.htm

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/aschenpu.htm

http://12koerbe.de/phosphoros/machand.htm (Text mit Kommentar)

http://othes.univie.ac.at/3797/1/2009-02-03_0101899.pdf (Stiefmutter in den KHM, S. 10 ff. und S. 56 ff.)

https://norberto42.wordpress.com/2014/10/12/bechstein-der-wacholderbaum-analyse/

50 Dornröschen

http://www.maerchenlexikon.de/texte/archiv/luethi01.htm

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/dornrosc.htm

http://www.maerchenapfel.de/dornroeschen/interpretation.html

http://www.durchblick-filme.de/dornroeschen/02_2_Barthelmes2.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Dornr%C3%B6schen

http://www.eichfelder.de/nibelung/parallel/maeren/dornroes.html (2. Teil)

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/8/876.pdf

http://is.muni.cz/th/109313/ff_m/diplomka.pdf (S. 47 ff.)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Spindel (Spindel)

52 König Drosselbart

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_Drosselbart

http://www.durchblick-filme.de/drosselbart/pdf/2_5_Deutung.pdf

http://anizer.org/schoeneseele/schoeneseele.pdf (S. 8 ff.)

http://www-itec.uni-klu.ac.at/~laszlo/Antro/Maerchen.pdf (S. 11 ff.)

53 Schneewittchen

http://www.heinrich-tischner.de/50-ku/marchen/marchen/snewitch.htm

https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/bitstream/handle/10900/47611/pdf/Bausinger_Hermann_Anmerkungen_zu_Schneewittchen.pdf?sequence=1&isAllowed=y (Bausinger)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen

http://www.pnn.ch/adt/bilder/psychologie_schneewittchen.pdf

http://www.kultur-fibel.de/Kultur%20Fibel,%20Buch,%20Jung,%20Schneewittchen.htm

http://www.märchenkristall.de/Interpretationen/Schneewittchen.htm

http://www.artikel33.com/deutsch/1/tiefenpsychologische-analyse-von-schneewittchen.php

http://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/files/88/Dokumentation.pdf (Deutung S. 15 ff.)

55 Rumpelstilzchen

http://maerchen-cut.de/rumpel_int.html

http://www.goethe.de/ins/it/lp/prj/gri/rab/ar4/de9414903.htm (Rölleke)

http://de.wikipedia.org/wiki/Rumpelstilzchen

http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2012/3432/pdf/39.19907_4_34327.pdf_new.pdf (ab S. 6)

http://www.ip.kyusan-u.ac.jp/J/noguti/kai1-37/kai-zf/38umenai.htm

http://members.aon.at/neuhold/misc/rumpelstilzchen.html

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Spinnen (Spinnen)

Es gibt eine englische Variante des Märchens: http://www.hekaya.de/maerchen/tom-tit-tot–europa_617.html bzw. http://www.sacred-texts.com/neu/eng/eft/eft02.htm

59 Der Frieder und das Katherlieschen

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Frieder_und_das_Katherlieschen

http://bidok.uibk.ac.at/library/luepke-fuehlhorn.html (großer theoretischer Hintergrund)

http://de.wikisource.org/wiki/Anmerkungen_zu_den_Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen_der_Br%C3%BCder_Grimm_I/Der_Frieder_und_das_Catherlieschen (Bolte-Polívka)

65 Allerleirauh

http://de.wikipedia.org/wiki/Allerleirauh

http://www.e-hausaufgaben.de/Facharbeiten/D11104-Facharbeit-Analyse-des-Grimmschen-Maerchens-Allerleirauh.php

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Vater-Tochter-Beziehung (Vater-Tochter-Beziehung)

http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_%281856%29/Anmerkungen#65 (Anmerkungen der Brüder Grimm)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/44/mode/2up (Bolte-Polivka)

73 Der Wolf und der Fuchs

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wolf_und_der_Fuchs

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/derwolfundderfuchs/derwolfundderfuchs_interpretation.php

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/108/mode/2up (Bolte-Polívka)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Fuchs (Fuchs)

http://www.maerchen-sammlung.de/tag/Fuchs/ (Fuchs: Märchen und Fabeln)

http://deutsche-sprache.ru/wp-content/uploads/2009/05/maerchen_variationen1.pdf (Unterrichtsmaterial)

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Bildungsmaterialien/wolf_deutsch.pdf (Unterrichtsmaterial: Wolf)

77 Das kluge Gretel

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_kluge_Gretel

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/128/mode/2up (Bolte-Polívka)

83 Hans im Glück

http://www.ewald-rumpf.de/psychologie/texte/interpretation-des-maerchens-hans-im-glueck/

http://www.erzaehlkarawane-ammersee.de/geschichtenundinterpretationen/bruedergrimm/hansimglueck/hansimglueck_interpretation.php

http://asslaender.de/wp-content/uploads/hans-im-glueck1.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_im_Gl%C3%BCck

http://asslaender.de/wp-content/uploads/hans-im-glueck1.pdf

87 Der Arme und der Reiche

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 121 ff.)

http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2564284/

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Arme_und_der_Reiche

http://www.maerchenstiftung.ch/bilder/MF_Sommer09_probeseiten.pdf (dort S. 3 ff.: Armut in den KHM, S. 6 ff. Interpretation)

94 Die kluge Bauerntochter

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at875.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_kluge_Bauerntochter

http://www.erkenntnis.pub/blog/?p=417#_Toc378594469

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/348/mode/2up (Bolte-Polívka)

98 Doktor Allwissend

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (S. 154 ff.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Doktor_Allwissend_%28Br%C3%BCder_Grimm%29

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/400/mode/2up (Bolte-Polívka)

https://norberto42.wordpress.com/tag/doktor-allwissend/ (zum Motiv)

104 Die klugen Leute

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Bauer (Bauer)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/440/mode/2up (Bolte-Polívka)

106 Der arme Müllersbursch und das Kätzchen

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at402.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_arme_M%C3%BCllerbursch_und_das_K%C3%A4tzchen

http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/files/5673/Loewe_Irmgard_Dissertation.pdf (Hier sieht man unter 4.4, wie viele Dumme in KHM vorkommen.)

114 Vom klugen Schneiderlein

http://de.wikipedia.org/wiki/Vom_klugen_Schneiderlein

http://www.maerchenfrank.de/sites/maerchendeutung/maerchen/Vom-klugen-Schneiderlein.htm

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/528/mode/2up (Bolte-Polívka)

144 Das Eselein

http://www.maerchenfrank.de/sites/maerchendeutung/maerchen/das-eselein.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Eselein

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden03grim#page/152/mode/2up (Bolte-Pokívka)

147 Das junggeglühte Männlein

http://www.maerchenfrank.de/sites/maerchendeutung/maerchen/junggegluehte-maennlein.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_junggegl%C3%BChte_M%C3%A4nnlein

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden03grim#page/152/mode/2up (Bolte-Polívka)

176 Die Lebenszeit

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Lebenszeit

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden03grim#page/290/mode/2up (Bolte-Polívka)

http://www.leopoldina.org/fileadmin/redaktion/Politikberatung/pdf/H%C3%B6ffe__O.pdf (Höffe: Bilder des Alters und des Alterns im Wandel)

178 Meister Pfriem

http://www.maerchenfrank.de/sites/maerchendeutung/maerchen/meister-pfriem.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Meister_Pfriem

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden03grim#page/296/mode/2up (Bolte-Polívka)

Aspekte der KHM

http://www.maerchenlexikon.de/texte/archiv/panzer01.htm (Märchen)

http://www.brakel.de/media/custom/2209_274_1.PDF?1358861384 (Die Brüder Grimm und ihre Beziehung zum Brakeler Raum)

http://www.mythos-magazin.de/mythosforschung/sr_hausmaerchen.pdf (Numinose Frauenfiguren in den KHM)

http://othes.univie.ac.at/1040/1/2008-09-04_0009753.pdf (Christliche Vorstellungen, Motive und Personen in den KHM)

http://theses.cz/id/jq5yk8/Die_Mrchen_der_Brder_Grimm__Eine_psychologische_Analyse_.pdf (Psychologische Analyse der KHM)

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/20620 (AaTh, schau nach in

http://www.maerchenlexikon.de/lexikon.htm Lexikon der Zaubermärchen)

http://www4.existential-analysis.org/uploads/media/Lehnert_01.pdf (Märchen, Mythen & Sagen in der Logotherapie und Existenzanalyse)

http://www.diva-portal.org/smash/get/diva2:167177/FULLTEXT01.pdf (Das eigensinnige Kind. Schrecken in pädagogischen Warnmärchen…)

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2011/2604/2604.pdf (Märchen – erlebte und gelebte Erziehung, Diss.)

http://www.uni-kassel.de/upress/online/frei/978-3-89958-360-1.volltext.frei.pdf (Juristische Strukturen in den KHM)

http://www.pangloss.de/cms/index.php?page=marchen (Speisen und Verzehr im Märchen)

http://othes.univie.ac.at/9542/1/2010-04-15_0507189.pdf (Märchen als Referenztexte moderner Kinder- und Jugendliteratur)

http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/files/5673/Loewe_Irmgard_Dissertation.pdf (Genetische Erkrankungen bei Figuren in der Märchensammlung der Brüder Grimm, medizin. Diss.)

http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/medizin/beier-barbara/HTML/beier.html (Der nicht natürliche Tod in Volksmärchen, medizin. Diss.)

http://www.rhverlag.de/Archiv/4_04_Wunderer.pdf (Vom Selbst- zum Fremdvertrauen – Konzepte, Wirkungen, Märcheninterpretationen)

http://www.ein-plan.de/ewf/text/Deutsch_Maerchen_Theorien_Struktur_Rezeption_Deutungsmuster.pdf (Das Märchen: Sammlung von Referaten)

http://basisreligion.reliprojekt.de/maerchen.htm (kritisch gegenüber Märchen)

http://www.uni-kassel.de/projekte/uploads/media/Grimmkongress_Referentenabstracts_02.pdf (Grimm-Kongress 2012, abstracts)

Arbeit mit Märchen in der Schule

http://edoc.sub.uni-hamburg.de/haw/volltexte/2012/1679/pdf/WS.SA.BA.ab12.36.pdf (Märchen im pädagogischen Alltag)

http://www.academia.edu/7110359/BA-Thesis_Die_Gebr%C3%BCder_Grimm_und_die_15-Counterintuitive-Knowledge-Domains (Die Gebrüder Grimm und die 15 Counterintuitive-Knowledge-Domains)

http://www.philhist.uni- augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/didaktik/downloads_intern/Reisen_ins_Wunderbare.pdf (Märchen und ihre Didaktik)

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/schule/schulformen_und_schularten/grundschulportal/publikationen_grundschule/Vom_Zuhoeren_zum_Erzaehlen_2013.pdf (dito)

http://www.goethe.de/lrn/pro/maerchen/unterrichtsmaterial/Goethe_Maerchen_Didaktisches_Material.pdf (Unterrichtsvorschläge)

http://www.muenster.de/~voigt/maerchenvideo.html (Unterrichtsreihe 6. Kl.)

http://www.ph-heidelberg.de/fileadmin/wp/wp-haerle/Pruef-Lit_Maerchen_WiSe2010-11.pdf (Literatur)

Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen – Übersicht

Es gibt zwei große Sammlungen, wo man online die Märchen der Brüder Grimm der Reihe nach lesen kann, und zwar in allen Versionen von der 1. bis zur 7. Auflage: http://khm.li/ und http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Hausm%C3%A4rchen (beim Text der 1. Auflage sind auch die Erläuterungen der Brüder Grimm abgedruckt; außerdem kann man dort ihr Handexemplar einsehen); ich gebe hier einen ganz kurzen Überblick über die verschiedenen Märchen. Die Zählung ist die der letzten Auflage (1857 = KHM), deren Text hier berücksichtigt wird:

1 Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Erlösung des in einen Frosch verzauberten Prinzen (wider Willen), Befreiung Heinrichs von den drei eisernen Ringen.

2 Katze und Maus in Gesellschaft

Die Katze betrügt ihre Freundin Maus und frisst sukzessive den gemeinsamen Vorrat an Fett auf (sprechende Namen); als die Maus im Winter den Betrug erkennt, wird sie selbst von der Katze gefressen.

3 Marienkind

Das von der Gottesmutter Maria adoptierte arme Kind lebt im Himmel, übertritt ein Verbot, bestreitet das und wird auf die Erde in einen Wald versetzt [Parallele zum Sündenfall]; der König sieht sie dort und heiratet sie, obwohl sie stumm ist. Die Jungfrau Maria nimmt ihr dreimal ein Neugeborenes weg, weil sie immer noch leugnet; erst auf dem Scheiterhaufen gesteht sie ihre Tat und wird gerettet.

4 Mährchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen

Der zweite Sohn eines Vaters ist dumm; er versteht auch nicht, was „sich gruseln“ ist. Die beiden ersten Versuche, ihm das beizubringen, scheitern. Der dritte Versuch erfolgt im Auftrag des Königs: in einem verzauberten Schloss drei Nächte zu wachen. Er besteht die Probe und heiratet die Königstochter, ohne zu wissen, was „sich gruseln“ ist. Da schüttet das Kammermädchen einen Eimer kaltes Wasser mit kleinen Fischen über ihn und er weiß es.

5 Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Der Wolf betrügt die sieben jungen Geißlein, gibt sich als ihre Mutter aus und frisst sie bis auf das jüngste; zusammen mit seiner Mutter befreit es die Geschwister. Der Wolf ertrinkt, weil die in seinen Bauch eingenähten Wackersteine ihn in den Brunnen ziehen.

6 Der treue Johannes

Der treue Johannes wird zum Pflegevater eines Prinzen ernannt. Er hilft ihm, die Jungfrau vom goldenen Dach zur Frau zu gewinnen; er rettet ihn dreimal aus einer Lebensgefahr und muss dafür selbst zu Stein werden. Der König ist bereit, für des Johannes Rettung seine beiden Söhne zu opfern; so rettet er Johannes und auch seine Söhne.

6a Von der Nachtigall und der Blindschleiche (1819 durch Nr. 6 ersetzt)

Ätiologische Fabel: wie es kommt, dass die Blindschleiche keine Augen hat und mit der Nachtigall verfeindet ist.

7 Der gute Handel

Ein dummer Bauer verliert zweimal Geld bzw. Fleisch an Tiere. Er beschwert sich beim König und soll dessen Tochter zur Frau bekommen, was er ablehnt. Die ihm stattdessen zugedachten „500“ (Hiebe ) ergaunern sich ein Soldat und ein Jude. Er bekommt vom König Geld und bringt schließlich den Juden, der ihn anschwärzen wollte, auch noch um seinen guten Rock. [Schwank; „Der gestohlene Heller“, jetzt Nr. 154, wird 1819 durch Nr. 7 ersetzt.]

8 Der wunderliche Spielmann

Ein Spielmann bezaubert durch sein Spiel nacheinander einen Wolf, einen Fuchs und einen Hasen; er entledigt sich ihrer mit List. Als sie sich befreit haben und ihm auf den Pelz rücken wollen, hat er einen Menschen bezaubert, der ihn schützt. (Das Märchen ersetzt 1819 „Die Hand mit dem Messer“.)

8a Die Hand mit dem Messer

Ein zurückgesetztes Mädchen bekommt zum Torfstechen von ihrem Geliebten, einem Elfen, ein wundersames Messer; ihre Brüder nehmen es ihr ab und schneiden dem Elfen die Hand ab, welcher darauf verschwindet.

9 Die zwölf Brüder

Die zwölf Söhne eines Königs fliehen, weil sie ihrer neugeborenen Schwester wegen getötet werden sollen. Die Schwester findet sie nach Jahren im Wald, bricht zwölf Studentenblumen und verwandelt sie so in Raben. Ein König heiratet sie, obwohl sie nicht sprechen darf. Indem sie sieben Jahre (selbst auf dem Scheiterhaufen) schweigt und nicht lacht, erlöst sie ihre Brüder; die böse Schwiegermutter wird bestraft.

10 Das Lumpengesindel

Hähnchen und Hühnchen engagieren eine Ente als Zugtier, fahren abends mit zwei Nadeln in eine Wirtschaft, übernachten und machen sich am nächsten Morgen durch die Lappen; die Ente flieht, die Nadeln picken den Wirt. [eine Art Schwank]

11 Brüderchen und Schwesterchen

Die beiden fliehen vor der bösen Stiefmutter; Brüderchen wird beim Trinken in ein Reh verwandelt. Der König findet sie und heiratet das Mädchen. Die Stiefmutter tötet die Königin nach der Geburt eines Kindes und schiebt dem König ihre Tochter unter; die Tote erscheint nachts, wird vom König gesehen und gerettet, die Bösen werden bestraft, das Reh erlöst.

12 Rapunzel

Ein neugeborenes Mädchen kommt in die Gewalt einer Hexe und wird Rapunzel genannt; die Hexe sperrt sie in einen Turm. Ein Königssohn kommt und gewinnt sie als Braut – die Hexe zerstört das Glück, doch der erblindete Mann findet seine Frau mit zwei Kindern nach Jahren in der Wüste und wird wieder sehend.

13 Die drei Männlein im Walde

Ein von der Stiefmutter schikaniertes Mädchen teilt mit drei Haulemännerchen [Zwerge, die im Bergbau arbeiteten] ihr Brot und wird dafür belohnt, sie heiratet den König. Ihre herzlose Stiefschwester wird bestraft. Die Stiefmutter tötet die Königin nach der Entbindung und legt ihre eigene Tochter ins Bett. Der Tote erscheint, der König erlöst sie, die beiden Bösen werden bestraft.

14 Die drei Spinnerinnen

Ein faules Mädchen wird vor der Königin als tüchtige Spinnerin ausgegeben; sie soll drei Kammern Flachs spinnen und dann den Königssohn heiraten. Es helfen ihr drei hässliche Frauen (mit Platschfuß, großer Unterlippe und breitem Daumen). Sie erscheinen als „Basen“ zur Hochzeit; der Königssohn erfährt, dass die Missgestaltung vom Spinnen herrührt, und verbietet sofort seiner Frau das Spinnen. [schwankartig]

15 Hänsel und Grethel

Zwei ausgesetzte Kinder retten sich einmal; beim zweiten Mal finden sie nicht heim. Sie kommen in ein Hexenhaus und werden gemästet. Als Hänsel geschlachtet werden soll, stößt Gretel die Hexe in den Ofen. Sie entkommen mit den Schätzen der Hexe nach Hause.

16 Die drei Schlangenblätter

Ein armer junger Mann verhilft als Soldat dem König zum Sieg und heiratet dessen Tochter unter der Bedingung, bei ihrem Tod mit begraben zu werden. Als der Fall eintritt, findet er im Gewölbe drei wundertätige Blätter, die Tote erwecken. Als seine Frau ihn bei einer Schifffahrt über Bord wirft, erweckt sein Diener ihn mit Hilfe der Blätter. Die Frau und ihr Liebhaber werden vom König überführt und bestraft.

16a Herr Fix und Fertig

Nach seiner Entlassung aus dem Heer wird Fix und Fertig Lakai; er bekommt den Auftrag, die Prinzessin Nomini für seinen Herrn zu freien. Das gelingt ihm mit Hilfe der Tiere (Vögel, Raben, Fisch), die er geschont bzw. gerettet hat. Er wird erster Minister. (1819 durch Nr. 16 ersetzt)

17 Die weiße Schlange

Ein Diener isst von der behüteten Speise des Königs, einer weißen Schlange, und kann so die Sprache der Tiere verstehen. Damit rettet er sich von dem Verdacht, den Ring der Königin gestohlen zu haben; mit Hilfe von Tieren, die er auf seinem Weg gerettet hat, erfüllt er drei schwere Aufgaben und gewinnt eine als Preis ausgesetzte Königstochter zur Frau.

18 Strohhalm, Kohle und Bohne

Ein Strohhalm, eine Kohle und eine Bohne entkommen dem Verbrauchtwerden und gehen auf Wanderschaft. An einem Bach verunglücken Strohhalm und Kohle, die Bohne platzt; ein Schneider näht sie mit schwarzem Garn – seitdem haben alle Bohnen eine schwarze Naht. [ätiologisch]

19 Von dem Fischer un syner Fru

Ein Fischer fängt einen sprechenden Butt und lässt ihn wieder frei. Im Auftrag seiner Frau kehrt er zurück und wünscht sich eine kleine Hütte, später ein Schloss; dann will sie König, Kaiser, Papst und schließlich lieber Gott werden – da sitzt sie wieder im Pisspott wie zu Beginn des Geschehens.

20 Das tapfere Schneiderlein

Ein Schneider schlägt sieben Fliegen tot und näht sich einen Gürtel mit der Aufschrift „siebene auf einen Streich!“. Damit zieht er los, besiegt mit List einen Riesen in drei Kraftproben und wird beim König angestellt. Er bekommt drei Aufgaben: zwei Riesen beseitigen, das Einhorn unschädlich machen und ein Wildschwein fangen, was er mit List schafft. Er bekommt dafür die Königstochter zur Frau, die jedoch bemerkt, dass sie einen Schneider geheiratet hat. Auch ihren Anschlag wehrt er ab und bleibt König. [schwankartig]

21 Aschenputtel

Ein von seinen Stiefschwestern schikaniertes Mädchen zieht einen Baum am Grab der Mutter hoch, aus dem ihm ein weißes Vögelchen jeden Wunsch erfüllt. Gegen die Widerstände der Familie geht auch Aschenputtel in Kleidern, die der Vogel ihm geschenkt hat, dank der Hilfe der Tiere dreimal zum Fest des Königssohnes, der mit ihr tanzt, schließlich ihren Schuh erlangt und an der Schuhprobe erkennt, dass nicht die beiden Schwestern, sondern Aschenputtel die rechte Braut ist.

22 Das Räthsel

Ein Königssohn besteht mit seinem Diener die Gefahr, von einer Hexe und in einem Räuberhaus ermordet zu werden. Er kommt zu einer Königstochter, die alle Rätsel zu lösen imstande ist und nur den heiratet, der ihr ein unlösbares Rätsel stellt. Das von ihm gestellte Rätsel löst sie, indem sie ihn in der Nacht aushorcht; das kann er beweisen und so heiratet er sie.

22a Wie die Kinder Schlachtens mit einander gespielt hatten

Zwei kurze Anekdoten von Kindern, die mit einem richtigen Messer „Schlachten“ gespielt haben. (ab 1819 durch Nr. 22 ersetzt)

23 Von dem Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst

Ein Mäuschen, ein Vögelchen und eine Bratwurst tun sich zusammen und verteilen die Aufgaben: Der Vogel holt Holz, die Maus Wasser, die Bratwurst kocht. Das geht gut, bis der Vogel sich zur Unzufriedenheit anstiften lässt: Die Aufgaben werden neu verteilt, aber alle drei gehen dabei zugrunde.

24 Frau Holle

Auf der Suche nach einer verlorenen Spule kommt ein schikaniertes gutes Mädchen in eine andere Welt; es besteht drei Proben (Brot aus dem Ofen holen, Äpfel pflücken und Hausarbeit erledigen) und wird von Frau Holle belohnt. Seine hässliche und faule Schwester besteht anschließend die drei Proben nicht und wird bestraft.

25 Die sieben Raben

Ein Vater verwünscht im Zorn seine sieben Söhne zu Raben. Ihr Schwester bricht auf, sie zu erlösen, und bekommt von den Sternen ein Hinkelbeinchen, mit dem es den Glasberg öffnen kann, in dem seine Brüder leben. Es verliert den Schlüssel und schneidet sich einen kleinen Finger ab, der den gleichen Dienst leistet. Es kommt in den Glasberg und erlöst so seine Brüder.

26 Rothkäppchen

Rotkäppchen lässt sich auf dem Weg zur Großmutter vom Wolf verleiten, den Weg zu verlassen und Blumen zu pflücken. Der Wolf frisst die Großmutter und Rotkäppchen; der Jäger findet ihn, schneidet den Bauch auf und rettet die beiden. Sie füllen den Bauch mit Steinen, woran der Wolf stirbt.

Im Anhang wird von einem zweiten Wolf erzählt, von dem Rotkäppchen sich nicht mehr verleiten lässt; sie und die Großmutter überlisten diesen Wolf, so dass er ertrinkt.

27 Die Bremer Stadtmusikanten

Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn tun sich zusammen, um in Bremen Stadtmusikanten zu werden. Sie vertreiben Räuber aus einem Haus und machen sich darin breit; einen Kundschafter, der in der Nacht kommt, vertreiben sie und bleiben fortan in dem Haus. [schwankartig]

27a Der Tod und der Gänsehirt

Der Tod kommt zu einem Gänsehirten, der lebensmüde ist; der Tod erledigt zuerst noch einen Geizhals und bringt dann den Gänsehirten in die jenseitige Welt. Seine Gänse werden zu weißen Schafen, er selbst wird von Abraham etc. empfangen und mit einer Königskrone geehrt. (ab 1819 durch Nr. 27 ersetzt)

28 Der singende Knochen

Zwei Brüder machen sich auf, ein wildes Schwein zu erlegen und so des Königs Tochter zu gewinnen. Der jüngere, unschuldig und dumm, kriegt mit Hilfe eines besonderen Spießes das Schwein erlegt; am Abend wird er von seinem Bruder ermordet, der das Schwein als seine Beute ausgibt und die Königstochter heiratet. Ein Hirte findet nach Jahren einen der Knochen und macht daraus ein Mundstück für sein Horn; der Knochen singt selber ein Lied mit der Geschichte des Ermordeten, der König deckt die Tat auf und lässt den Mörder hinrichten.

29 Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Einem Glückskind ist verheißen, mit 14 die Königstochter zu heiraten; gegen alle Intrigen des Königs geschieht das auch. Darauf fordert der König, jener müsse ihm drei goldene Haare des Teufels holen; die Ellermutter [Eldermutter, Großmutter] des Teufels verhilft ihm dazu und verschafft ihm auch die Antworten auf drei Fragen der Menschen. Mit Hilfe der Antworten bekommt er viel Gold und kann seinen Schwiegervater bestrafen.

30 Läuschen und Flöhchen

Seriell erzählte kleine Ereignisse, die in wachsenden Sprüchlein eingefangen werden.

31 Das Mädchen ohne Hände

Legendenartig: Ein dem Teufel versprochenes Mädchen wird gerettet, aber nur gegen den Verlust ihrer Hände. Sie wird von einem Engel geschützt und vom König geheiratet. Sie muss auf Betreiben des Teufels mit ihrem Söhnlein fliehen, aber der König findet sie später, und die Hände sind auch nachgewachsen.

32 Der gescheite Hans

Hans geht mehrmals zu seiner Braut Grete, bekommt immer etwas geschenkt und geht damit falsch um, weil er die Ratschläge seiner Mutter falsch anwendet; zum Schluss verliert er seine Grete. [Schwank]

33 Die drei Sprachen

Der dumme Sohn eines Grafen lernt in drei Jahren nur die Sprache der Hunde, der Vögel und der Frösche. Er wird vom Vater verstoßen und gewinnt durch seine Fähigkeiten einen großen Schatz; in Rom wird er zum Papst gewählt, wie die Frösche gesagt haben, und zwei Tauben sagen ihm vor, was er in der Messe singen muss. [schwankartig]

33a Der gestiefelte Kater

Ein Kater als einziges Erbstück eines Müllersohnes bekommt Stiefel und fängt zuerst Rebhühner für den König, um seinen Herrn ins rechte Licht zu rücken. Darauf beseitigt er einen Zauberer, bringt seinen Herrn in die Nähe des Königs und imponiert ihm mit dem Besitz des toten Zauberers, so dass der Müllerssohn als „Graf“ die Königstochter bekommt. (1819 durch Nr. 33 ersetzt)

34 Die kluge Else

Die kluge Else ist ziemlich dumm; ihre Dummheit erweist sich, als sie im Keller für einen potenziellen Freier Bier holen soll (Gefahr einer später möglicherweise herabfallenden Kreuzhacke). Der Freier heiratet sie. Als sie später im Feld arbeiten soll, tut sie nichts, wird darüber ertappt und verstoßen, weil sie selber nicht weiß, wer sie ist. [Schwank, vgl. Nr. 59]

34a Hansens Trine

Hansens Trine ist faul. Indem Hans ihr den Rock abschneidet, irritiert er sie so, dass sie nicht mehr weiß, wer sie ist, und fortgeschickt wird. [Schwank, 1819 durch Nr. 34 ersetzt bzw. zu Nr. 34 erweitert]

35 Der Schneider im Himmel

Petrus lässt gegen Gottes Verbot einen Schneider in den Himmel. Der setzt sich auf Gottes Stuhl und sieht, wie eine alte Frau beim Waschen betrügt. Voll Zorn wirft er einen Schemel nach ihr. Gott weist ihn zurecht mit der lehrhaften Bemerkung, dass er selbst nicht so hart urteilen könne wie der Schneider, und wirft ihn aus dem Himmel hinaus. [legendenartig] („Der Sperling und seine Kinder, ursprünglich Nr. 35, ist seit 1819 die Nr.157.)

36 Tischlein deck dich, Goldesel, und Knüppel aus dem Sack

Wegen der Lügen seiner Ziege verjagt ein Schneider seine drei Söhne. Die Söhne lernen jeweils ein Handwerk und kommen nacheinander mit einem wunderbaren Tischlein, einem Goldesel und einem Knüppel heim; die beiden älteren sind von einem Wirt um ihre wundersamen Besitztümer gebracht worden und stehen zu Hause als Lügner da. Der dritte Bruder prügelt mit dem Knüppel die geraubten Stücke aus dem Wirt heraus und alle sind froh. – Am Schluss wird das Schicksal der vertriebenen Ziege aufgeklärt: Sie ist verschwunden.

37 Daumesdick

Bauersleute bekommen ein schrecklich kleines, aber kluges Kind in Daumengröße, den Daumesdick. Er lässt sich verkaufen und entkommt den Käufern; lässt sich von Dieben engagieren und vertreibt sie; wird von einer Kuh verschluckt und betreibt deren Schlachtung; wird von einem Wolf mitgefressen uns leitet diesen zum Haus des Vaters, der den Wolf erschlägt und Daumesdick befreit. [schwankartig]

37a Von der Serviette, dem Tornister, dem Kanonenhütlein und dem Horn

Von drei Brüdern werden zwei reich; der dritte gewinnt eine Serviette, mit der man Speisen herbeizaubern kann, und gewinnt mit deren Hilfe mehrere Instrumente vorzüglicher Kriegsführung. Er kommt heim und besiegt seine Brüder, die ihn verstoßen; er gewinnt die Königstochter, wird von ihr betrogen und bläst schließlich mit seinem Zauberhorn alle Städte in Schutt und Asche. (1819 durch Nr. 37 ersetzt, beinahe gleich Nr. 54)

38 Die Hochzeit der Frau Füchsin

Ein alter Fuchs mit neuen Schwänzen will die Treue seiner Frau erproben und stellt sich tot; die Frau weist alle Freier ab, bis ein anderer Fuchs mit neuen Schwänzen kommt. Der Fuchs verprügelt die feiernde Gesellschaft. Nach seinem Tod weist die Füchsin wieder alle Freier ab, bis ein junger Fuchs kommt, den sie heiratet – alles mit vielen reimenden Sprüchlein erzählt. [schwankartig]

39 Die Wichtelmänner

Einem armen Schuster helfen zwei Wichtelmänner bei der Arbeit, so dass er reich wird; als er ihnen zum Dank Kleidung macht, verschwinden sie.

Eine Magd wird von den Wichtelmännern als Taufpatin gebeten, reich beschenkt und kommt nach drei Tagen zurück – tatsächlich sind sieben Jahre vergangen.

Einer Mutter wird das Kind von den Wichtelmännern gestohlen; den unterschobenen Wechselbalg [vom Teufel o.ä. unterschobenes missgebildetes Kind] wird sie mit Hilfe einer Nachbarin zugunsten des eigenen Kindes wieder los.

40 Der Räuberbräutigam

Ein Müller verspricht seine Tochter einem Fremden, gegen den sie eine Abneigung hat. Sie besucht ihn in seinem Haus und wird gewarnt; sie entdeckt, dass sie in einem Mörderhaus ist, kann aber fliehen. Bei der Hochzeit erzählt sie ihre Erlebnisse als Traum und beweist schließlich deren Wahrheit; der Räuber und seine Bande werden vor Gericht gestellt. [andere Version des Blaubart-Stoffes?]

41 Herr Korbes

Ein Hühnchen und ein Hähnchen reisen in Begleitung zum Haus des Herrn Korbes und bringen ihn zu Tode; er „muß ein recht böser Mann gewesen sein“.

42 Der Herr Gevatter

Ein Armer bittet einen Fremden, Gevatter (Taufpate) eines Neugeborenen zu werden; der schenkt ihm Wasser, mit dem er Kranke heilen kann, wenn der Tod am Kopf des Bettes steht. Er wird ein reicher Arzt. Als er den Gevatter besuchen will, entdeckt er allerlei Seltsames; der Gevatter scheint der Teufel zu sein; der Arzt entflieht.

43 Frau Trude

Ein Zauberin, Frau Trude, verhext ein ungehorsames Kind in einen Holzklotz und verbrennt ihn.

43a Die wunderliche Gasterei

Die Leberwurst geht die Blutwurst besuchen, kommt in eine seltsame Wirtschaft und kann gerade noch fliehen, ehe sie geschlachtet wird. (ab 1837 durch Nr. 37 ersetzt)

44 Der Gevatter Tod

Ein armer Mann wählt den Tod als Gevatter seines 13. Kindes; später gibt der seinem Patenkind ein Wunderkraut, womit man Kranke heilen kann, wenn der Tod zu Häupten des Kranken steht. Der Arzt wird reicht, betrügt jedoch den Tod beim kranken König. Trotz dessen Warnung betrügt er ihn erneut bei der kranken Königstochter. Der Tod zieht ihn zur Rechenschaft, er stirbt.

45 Daumerlings Wanderschaft

Der winzig kleine Sohn eines Schneiders, Daumerling, entkommt einem Schneider, bei dem er gearbeitet hat; er nutzt seine Größe, um beim König zu stehlen, wird in einem Gasthof mit der Mahd an die Kühe verfüttert, kommt schließlich in eine Blutwurst, wird auf dem Heimweg versehentlich von einem Fuchs verschluckt und kommt mit dessen Hilfe nach Hause zurück.

46 Fitchers Vogel

Ein Hexenmeister, der Mädchen fängt, um sie zu schlachten, gerät an drei Töchter eines Armen. Die beiden ersten werden aufgrund ihrer Neugierde von ihrem Schicksal ereilt; die dritte deckt die Untaten auf, rettet ihre Schwestern und veranlasst dass der Hexer mitsamt seinem Anhang bei der Hochzeitsfeier verbrannt wird (mit Sprüchlein).

47 Von dem Machandelboom

Ein kleiner Junge wird von seiner Stiefmutter schikaniert, getötet und an seinen Vater verfüttert. Seine Schwester Marlenchen sammelt die Knochen und legt sie unter den Machandelbaum, wo die dort begrabene Mutter sie in einen Vogel verwandelt, der sein Schicksal in einem Lied besingt. Er bekommt dafür Gaben, mit denen er Vater und Marlenchen beschenkt und die Stiefmutter tötet, worauf der Vogel wieder zum kleinen Jungen wird.

48 Der alte Sultan

Ein Bauer will Sultan, seinen alten Hund, töten; der spielt mit Hilfe des Wolfes den Retter des geraubten Kindes und darf am Leben bleiben. Als der Wolf ein Schaf rauben will, bleibt Sultan seinem Herrn treu. Der Zweikampf mit dem Wolf fällt aus, weil die begleitende dreibeinige Katze für ein Untier gehalten wird; am Ende wird Friede geschlossen. [schwankartig]

49 Die sechs Schwäne

Ein König heiratet die Tochter einer Hexe, die seine sechs Söhne in Schwäne verwandelt; ihre Schwester macht sich auf, sie zu erlösen. Ein König heiratet sie; sie muss jedoch 7 Jahre stumm bleiben. Sie entgeht knapp den Verfolgungen ihrer Schwiegermutter und erlöst die Brüder, die Böse wird verbrannt.

50 Dornröschen

Bei der Taufe der einzigen Tochter kann der König eine von 13 weisen Frau nicht einladen; die verhängt einen Bann über die Tochter, worauf diese mitsamt dem Schloss in einen 100jährigen Tiefschlaf verfällt, als sie 15 Jahre wird. Nach 100 Jahren kommt ein Prinz, überwindet leicht die abschirmende Hecke aus Rosen, erweckt das Schloss zum Leben und heiratet die Prinzessin.

51 Fundevogel

Ein Förster findet ein Mädchen im Wald und nennt es Fundevogel; es wächst mit seiner Tochter Lenchen auf. Als die Haushälterin Fundevogel in heißem Wasser kochen will, fliehen die beiden; sie entgehen den Nachstellungen der Knechte durch Verwandlung und töten zum Schluss die böse Haushälterin, die eine Hexe war.

52 König Drosselbart

Eine schöne stolze Königstochter verwirft und verspottet alle Freier, so dass ihr Vater sie einem Bettelmann zur Frau gibt. Sie erweist sich bei verschiedenen Arbeiten als ungeschickt und muss schließlich als Küchenmagd im Schloss arbeiten. Als der von ihr verspottete „König Drosselbart“ heiratet, wird sie vor dem ganzen Hofstaat bloßgestellt und dann doch von ihm geheiratet, weil sie ihr Unrecht erkannt und bereut hat.

53 Sneewittchen

Eine schöne Königstochter wird von ihrer Stiefmutter aus Neid verjagt; sie soll getötet werden, entgeht aber diesem Schicksal und kommt zu den sieben Zwergen. Zwei Mordanschläge der Stiefmutter überlebt sie, beim dritten liegt sie wie tot da. Die im Glassarg aufgebettete Prinzessin wird von einem Prinzen mitgenommen, der vergiftete Apfel entfällt ihr; sie ist gerettet und heiratet den Prinzen, der die böse Stiefmutter hinrichten lässt.

54 Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein

Drei Brüder ziehen in die Welt und finden Silber, Gold und ein Essen spendendes Tischtuch. Mit Hilfe des Tischtuchs erlangt der dritte drei Zaubermittel für allerlei Soldaten und Kriegsgeräte; er bestraft seine Brüder, die ihn nicht kennen wollen, heiratet die Königstochter, wird von ihr hintergangen und bestraft auch sie mitsamt Vater, um endlich allein König des Reiches zu werden. (beinahe gleich 37a)

54a Hans Dumm

Auf der Suche nach dem Vater des unehelichen Kindes der Prinzessin wird der hässliche Hans Dumm ausgewählt; als beide vertrieben sind, erweist er sich als einer, der sich alles wünschen kann. So wird er ein schöner Prinz mit Schloss und heiratet die Prinzessin, die anschließend ihrem voreiligen Vater eine Lehre erteilt. (1819 durch Nr. 54 ersetzt)

55 Rumpelstilzchen

Ein Müller preist seine Tochter dem König an, sie könne Stroh zu Gold spinnen. Bei der Probe hilft ihr ein kleines Männlein, dem sie beim dritten Mal ihr erstes Kind versprechen muss. Der König heiratet sie, das Männlein lässt sich nach der Geburt des ersten Kindes drei Tage vertrösten und will sie freigeben, wenn sie seinen Namen weiß. Ein Kundschafter informiert sie am dritten Tag, mit dem Namen „Rumpelstilzchen“ kann sie sich loskaufen; das Männlein tötet sich.

56 Der Liebste Roland

Eine Stieftochter soll von der Hexenstiefmutter ermordet werden; sie flieht mit ihrem Liebsten Roland und entgeht der Hexe durch Verwandlungen. Roland bricht auf, die Hochzeit zu bestellen, kommt aber nicht wieder; das Mädchen bleibt ihm treu, auch wenn sie einem Schäfer den Haushalt führt, taucht auf Rolands Hochzeit auf und wird als die wahre Braut anerkannt.

57 Der goldene Vogel

Eine Erzählung vom Dreibrüder-Typus: Die beiden älteren Söhne des Königs versagen, der jüngere bewährt sich trotz einiger Leichtfertigkeiten (die dazu dienen, die Geschichte auszuspinnen), weil ihm ein Fuchs rät und hilft, den er geschont hat. So kommt er über viele Stationen an seine Königstochter als Braut mitsamt weiteren Gaben und erlöst zum Schluss den Fuchs, den Bruder seiner Frau.

58 Der Hund und der Sperling

Ein Hund und ein Sperling freunden sich an; der Sperling besorgt dem Hund zu fressen und rächt ihn an einem Fuhrmann, der achtlos den Hund mit seinem Wagen überfährt: Zum Schluss ist der Fuhrmann nicht nur völlig verarmt, sondern auch noch tot.

59 Der Frieder und das Catherlieschen

Die Frau Catherlieschen richtet in ihrer Dummheit nur Unheil an: lässt Essen und Bier verkommen, lässt sich bestehlen, verplempert die Vorräte, lässt das Haus offenstehen. Durch ihre Dummheit werden allerdings die Spitzbuben vertrieben und das Gold wieder gewonnen. Frieder wird sie los („bin ichs oder bin ichs nicht?“), zum Schluss vertreibt sie noch als vermeintlicher Teufel den Pfarrer. [Schwank, vgl. Nr. 34]

59a Prinz Schwan

Ein Mädchen wirkt bei der Erlösung eines verzauberten Schwans mit, die nicht ganz gelingt; sie bekommt von Sonne, Mond und Sternen Hilfsmittel, mit deren Hilfe sie auf den Glasberg kommt und in der dritten Nacht von ihrem bereits verheirateten Schwan-Bräutigam erkannt und geheiratet wird. [1819 durch Nr. 59 ersetzt]

60 Die zwei Brüder

Die beiden Söhne eines Besenbinders werden reich, aber auf Druck des Onkels ausgesetzt. Ein Jäger findet und erzieht sie. Sie finden Tiere als Helfer; der eine befreit eine Königstochter vom Drachen, heiratet sie und wird in einem Wald verzaubert; der zweite findet ihn, bezwingt die Hexe und erlöst so den Bruder – zwischenzeitlich werden auch Tote durchs Zauberkraut zum Leben erweckt.

60a Das Goldei

Zwei Söhne eines Besenbinders finden den Vogel mit den goldenen Eiern; sie essen versehentlich dessen Herz und Leber, was ihnen zu großem Glück verhelfen wird und den künftigen Schwager vertreibt, der selber Herz und Leber essen wollte. [1819 durch Nr. 60 ersetzt bzw. zu Nr. 60 verändert und ausgebaut]

61 Das Bürle

Ein armes Bäuerlein kommt durch Witz und Kaltschnäuzigkeit über mehrere Stationen zu großem Reichtum, nimmt dabei den Tod eines Schäfers in Kauf und jagt die bösen anderen Bauern des Dorfes in den Tod. [Schwank]

61a Von dem Schneider, der bald reich wurde

Im Prinzip eine Geschichte mit den gleichen Motiven wie in Nr. 61 (Pfarrer beim Ehebruch erwischt, „Wahrsagerei“ mit einem Raben, Betrug eines Schäfers und der Bauern des Dorfes) [Schwank, 1819 zu Nr. 61 ausgebaut]

62 Die Bienenkönigin

Dreibrüder-Motiv: Der jüngste Königssohn verschont die Tiere, welche seine Brüder töten wollen; mit Hilfe der Tiere erfüllt er dann die Aufgaben, an denen sein Brüder gescheitert sind, bekommt die liebste Königstochter und erlöst auch seine Brüder.

62a Blaubart

Ein Mann mit blauem Bart freit ein Mädchen, das sich innerlich sperrt; sie entdeckt in seinem Schloss, dass er ein Frauenmörder ist, und soll selbst getötet werden. Sie ruft ihre Brüder zu Hilfe, die sie befreien und den Mörder töten. [1819 durch Nr. 62 ersetzt; der Stoff geht auf Perrault zurück, vgl. Nr. 40 und 73a]

63 Die drei Federn

Dreibrüder-Motiv: Der König veranstaltet einen Wettbewerb um seine Nachfolge; der jüngste und dümmste Sohn gewinnt dreimal mit Hilfe einer Itsche (Kröte); auch den Schlusswettbewerb gewinnt seine Prinzessin gegen die beiden Bauernweiber der anderen. So wird er König.

64 Die goldene Gans

Dreibrüder-Motiv: Der Dummling, der dritte und jüngste Sohn, teilt im Unterschied zu den Brüdern sein Essen mit einem Männlein, gewinnt eine goldene Gans, an der alle hängen bleiben, besteht drei Proben und bekommt die Königstochter zur Frau.

64a Von dem Dummling

Der Dummling, dritter Sohn eines Königs, findet im Unterschied zu den Brüdern heraus, wer Birnen stiehlt, folgt einer Taube und erlöst ein Männlein und eine Taube, die zur Prinzessin wird, die geheiratet wird. [1819 durch Nr. 64 ersetzt]

65 Allerleirauh

Eine schöne Königstochter wird von ihrem Vater als Frau begehrt; sie lässt ihn allerlei Kleider anfertigen, u.a. einen Mantel aus Fellen aller Tiere, und flieht. Im Wald wird sie entdeckt und als Magd im Schloss eines anderen Königs angestellt, wo sie sich bei seltenen Festen hervortut und schließlich Königin wird. [Warum sie sich dort aber geziert hat, Königin zu werden, verstehe ich nicht – offenbar müssen alle drei schönen Kleider zum Einsatz kommen.]

66 Häsichenbraut

Ein Mädchen soll ein Häschen verjagen, das die Kohl frisst, wird von diesem eingeladen und soll die Hochzeit mit Häschen vorbereiten; da baut sie eine Strohpuppe an ihrer Statt und flieht.

66a Hurleburlebutz

Ein kleines weißes Männchen führt den König um den Preis der jüngsten Tochter aus dem Wald; ein Fuchs kommt sie holen – er bekommt beim dritten Mal die richtige Tochter. Er verwandelt sich wieder in das Männchen, gibt der Prinzessin einen Auftrag und wird von ihr erlöst: Königssohn, Heirat. [1819 durch Nr. 66 ersetzt]

67 Die zwölf Jäger

Einer Königstochter wird ihr Verlobter genommen; sie verkleidet sich mit elf anderen Mädchen als Jäger und tritt in den Dienst des Verlobten, von dem sie schließlich erkannt und geheiratet wird. [1812 unter dem Titel „Der König mit dem Löwen“, seit 1819 unter dem heutigen Titel]

68 De Gaudeif un sien Meester

Ein Sohn lernt das Handwerk des Gaudiebs (schneller listiger Dieb) und kann dann zaubern; er trägt einen Wettkampf mit seinem Meister aus und besiegt ihn. [Schwank]

68a Von dem Sommer- und Wintergarten

Eine Kaufmannstochter wird einem schwarzen Tier versprochen; sie gewinnt es lieb, muss aber ihren Vater besuchen und begraben und verpasst den Termin der Rückkehr. Sie erweckt das verstorbene Tier wieder zum Leben und erlöst es. [1819 durch Nr. 68 ersetzt]

69 Jorinde und Joringel

Ein Brautpaar wird von einer Hexe getrennt, die Braut Jorinde in einen Vogel verwandelt. Joringel findet eine Wunderblume, mit der kann er den Zauber rückgängig machen und allen Hexenzauber brechen.

70 Die drei Glückskinder

Ein Vater vererbt seinen Söhnen einen Hahn, eine Sense und eine Katze. Sie kommen jeweils auf eine Insel, wo sie ihr dort unbekanntes Erbteil für viel Geld verkaufen. Das „Miau“ der Katze jagt den Leuten jedoch Angst ein und sie schießen mit Kanonen auf die Katze. [Schwank]

70a Der Okerlo

Eine Königstochter kommt auf die Insel der Menschenfresser und soll dort einen Sohn des Okerlo heiraten; sie findet jedoch einen Prinzen, flieht mit ihm und entzieht sich der Verfolgung durch Verwandlung. Zu Hause heiratet sie den Prinzen. [1819 durch Nr. 70 ersetzt]

71 Sechse kommen durch die ganze Welt

Ein mit wenig Lohn entlassener Soldat schwört Rache, sammelt sechs besonders befähigte Männer und geht zum König, wo sie verschiedene Proben bestehen; sie trotzen ihm seinen gesamten Schatz ab und teilen ihn unter sich auf. [Schwank]

71a Prinzessin Mäusehaut

Ein König verstößt seine Tochter, die ihn lieber als das Salz hat; sie gewinnt einen anderen König als Mann und lässt das Hochzeitsmahl ohne Salz kochen. Da versteht der Vater, was sie gemeint hat, und bittet um Verzeihung. [18191 durch Nr. 71 ersetzt]

72 Der Wolf und der Mensch

Ein Wolf will die Stärke des Menschen kennenlernen; der Fuchs weist ihn an den Jäger, der den Wolf abfertigt.

72a Das Birnli will nit fallen

Gedicht mit stetiger Steigerung der Verszahl: Das Binrli will erst fallen, als der Herr den Schinder losschickt. [Mir unter dem Titel „Der Herr, der schickt den Jockel aus“ bekannt, 1819 durch Nr. 72 ersetzt]

73 Der Wolf und der Fuchs

Der Fuchs muss dem Wolf zu fressen beschaffen, der will jedoch immer noch mehr; deshalb wird er zweimal erwischt und verprügelt, beim dritten Mal jedoch totgeschlagen, während der Fuchs entwischen kann. [Schwank]

73a Das Mordschloß

Die Tochter eines Schuhmachers wird einem reichen Mann verlobt und reist mit ihm; sie entdeckt, dass sie in einem Mordschloß gelandet ist, und wird durch eine alte Frau bzw. mittels einer Heufuhre gerettet. Bei einem Fest wird der Mörder überführt und sie heiratet den Sohn des Hausherrn. [Die Geschichte, eine Variante zum Ritter Blaubart, ist nicht richtig durchkomponiert; sie wurde 1819 durch Nr. 73 ersetzt.]

74 Der Fuchs und die Frau Gevatterin

Der Fuchs wird Gevatter bei einem Wolfsjungen; er regt an, ein Schaf zu reißen, beteiligt sich aber nicht und wartet darauf, dass die Wölfin verprügelt wird; schließlich lässt er sich von ihr heimtragen und verspottet sie. [Schwank]

74a Von Johannes-Wassersprung und Caspar-Wassersprung

Eine jungfräuliche Prinzessin bekommt wunderbarerweise Kinder, die Jäger werden; sie gewinnen Tiere als Helfer. Der eine besiegt einen Drachen, gewinnt eine Prinzessin und soll sie heiraten; er wird auf der Jagd verzaubert und von seinem Bruder befreit. Die Prinzessin heiratet dann ihren Retter. [große Nähe zu Nr. 60; 1819 durch Nr. 74 ersetzt und offenbar zu Nr. 60 ausgearbeitet]

75 Der Fuchs und die Katze

Ein Fuchs prahlt gegenüber einer Katze mit seinen Listen; als ein Jäger mit seinen Hunden kommt, rettet sich die Katze, während der Fuchs gepackt und dazu von der Katze verspottet wird. [fabel- oder schwankartig]

75a Vogel Phönix

Einem Waisenkind wird von einem Reichen übel mitgespielt; aber mit Hilfe eines alten Mannes gewinnt er die Tochter des Reichen und nach Überwindung einiger Hindernisse – verschiedene Helfer unterstützen ihn – kann er sie heiraten, nachdem er drei Federn des Vogels Phönix geholt hat. [erinnert ein bisschen an Nr. 29 (drei Federn statt drei Haare); 1819 durch Nr. 75 ersetzt]

76 Die Nelke

Einer Königin wird ihr Kind, das wünschliche Gedanken hat, geraubt; sie wird dafür zu Unrecht bestraft. Der Junge wird groß, gewinnt eine Braut, bestraft den bösen Räuber, bringt den Vater zur Einsicht und der Mutter die Freiheit. Er heiratet die Braut und wird schließlich König.

77 Die kluge Gretel

Die Köchin Gretel segnet sich beim Essen zuerst selbst, isst zwei für das Abendessen vorgesehene Hühner auf und schafft es, ihren Herrn und den Gast daran zu hindern, dies aufzudecken. [Schwank]

77a Vom Schreiner und Drechsler

Mit Hilfe der von einem Schreiner verfertigten Flügel fliegt ein Prinz fort, fiindet Prinzessin, entkommt und kehrt mit Heer und Prinzessin zurück. [1819 durch Nr. 77 ersetzt]

78 Der alte Großvater und sein Enkel

Ein Sohn erkennt, dass es nicht recht ist, wie er seinen Vater behandelt, als sein Sohn im demonstriert, dass er später als alter Mann selber genauso behandelt werden soll.

79 Die Wassernixe

Zwei von einer Wassernixe festgehaltene Kinder entkommen dieser mit Hilfe ihrer zauberhaften Hilfsmittel.

80 Von dem Tode des Hühnchens

Ein Hühnchen stirbt; das Hähnchen will es begraben, da verunglückt der ganze Hochzeitszug und das Hähnchen stirbt auch. [der verunglückte Übergang über den Bach, erinnert an Nr. 18]

81 Bruder Lustig

Ein Soldat, Bruder Lustig, ist mit Petrus als einem Heilenden unterwegs – das ist im Kern die Geschichte „Vom Schwaben, der das Leberlein gefressen“; Petrus rettet ihn und gibt ihm einen Ranzen, in den er sich alles Beliebige hineinwünschen kann. Er wünscht sich zuerst zwei gebratene Gänse und dann in einem verwunschenen Schloss neun Teufel hinein. Einer entkommt, der will ihn schließlich nicht in die Hölle hineinlassen; Petrus will ihn nicht in den Himmel lassen, nimmt aber seinen Ranzen zurück und der Soldat wünscht sich hinein uns ist so in den Himmel gekommen. [Schwank]

81a Der Schmidt und der Teufel

Ein Schmied schließt gegen Reichtum einen Bund mit dem Teufel und bekommt noch einen Sack, in den er alles bannen kann; schließlich bannt er den Teufel hinein und kommt so frei. Als er tot ist, nagelt er zwei Teufel an den Ohren fest, so dass der Teufel einen Aufstand macht und Gott ihn in den Himmel aufnimmt, um den Teufel wieder loszuwerden. [1819 durch Nr. 81 ersetzt, d.h. i.W. übernommen und um die Geschichte vom Schwaben, der das Leberlein gefressen hat, erweitert]

82 Der Spielhansl

Der Spielhansl beherbergt Gott und den hl. Petrus und bekommt Karten und Würfel, mit denen man immer gewinnt, und einen Baum, auf den er jeden bannen kann. So spielt er sich reich und bannt den Tod, als dieser kommt, auf den Baum; als er ihn freilässt, stirbt er. Man will ihn weder in der Hölle noch im Himmel, so dass er noch lebt. [Schwank, mundartlich, kaum verständlich]

82a Die drei Schwestern

Ein König verprasst immer wieder seinen Reichtum und muss seine Töchter einem Bären-, einem Adler- und einem Walfisch-Prinzen geben. Sein spätgeborener Sohn Reinald macht sich auf, die Schwestern zu erlösen, kommt der Reihe nach bei ihnen an und erhält von seinen Schwägern jeweils drei hilfreiche Mittel. Mit deren Hilfe besiegt er einen gewaltigen Stier und kommt ins verzauberte Schloss, wo er eine verzauberte Prinzessin erlöst, die Schwester seiner drei Schwäger, so dass zum Schluss alle heimkehren können. [1819 durch Nr. 82 ersetzt]

83 Hans im Glück

Hans tauscht nach seinem Dienst in der Fremde einen Klumpen Gold so lange gegen anderes, bis er nichts mehr hat; er erfreut sich seiner Freiheit und kehrt glücklich heim. [Hier hat ursprünglich Nr. 153, „Die Sternthaler“, unter dem Titel „Das arme Mädchen“ gestanden.]

84 Hans heiratet

Ein junger Bauer erwirbt mit Hilfe seines Vetters aufgrund missverständlicher Wortspiele eine reiche Braut. [Schwank]

84a Die Schwiegermutter

Eine böse Schwiegermutter will ihre Enkelkinder essen und bekommt dafür Tiere vorgesetzt. [unvollständig; 1819 durch Nr. 84 ersetzt]

85 Die Goldkinder

Ein Mann fängt dreimal einen Zauberfisch; zweimal bekommt er ein Schloss, das er durch die Neugier seiner Frau wieder verliert. Beim dritten Mal muss er den Fisch aufteilen, das ergibt zwei goldene Söhne, zwei goldene Pferde und zwei Lilien. Der eine reitet aus, hat Erfolg, wird aber verzaubert; der zweite bricht auf und erlöst ihn.

85a Fragmente: Schneeblume

Bloß Exposition: die schöne Königstochter Schneeblume

85b Fragmente: Prinzessin mit der Laus

Eine Prinzessin füttert eine Laus und lässt sich aus dem Fell ein Kleid machen, dessen Herkunft zu erraten ist.

85c Fragmente: Vom Prinz Johannes

Bloß die Skizze einer geplanten Erzählung vorhanden

85d Fragmente: Der gute Lappen

„Das gute Pflaster“: Eine dumme Näherin lässt sich von einem Juden ein Zauberpflaster abschwatzen. Skizze des Fortgangs der Erzählung

„Der gute Lappen“: Eine dumme Näherin lässt sich von einem Juden einen Zauberlappen abschwatzen. Skizze des Fortgangs der Erzählung (gleich der vorigen Skizze)

[Die Fragmente standen nur in der 1. Auflage von 1812; 1819 durch Nr. 85 ersetzt.]

86 Der Fuchs und die Gänse

Der Fuchs fängt eine Herde Gänse; vor dem Tod dürfen sie noch beten und sschnattern „ga! ga!“, womit sie noch nicht aufgehört haben. [schwankartig]

87 Der Arme und der Reiche

Der Reiche weigert sich, Gott zu beherbergen; der Arme nimmt ihn auf und wird mit einem neuen Haus belohnt. Der Reiche erreicht, dass auch er drei Wünsche tun darf; doch hat er dadurch nur Arbeit und verliert ein Pferd. [Schwank]

88 Das singende springende Löweneckerchen

Ein Mann muss für ein Löweneckerchen (Lerche) seine jüngst Tochter verpfänden; der Löwe, der sie holt, ist ein verzauberter Prinz. Durch Unachtsamkeit wird er in eine Taube verwandelt, welche seine Gattin erlöst, aber an eine fremde Prinzessin verliert. Sie setzt jedoch ihre Suche fort und erreicht mittels weiterer Hilfsmittel, dass ihr Mann sie schließlich in der dritten Nacht erkennt. Mit Hilfe weiterer Zaubermittel können sie entkommen. [Das Märchen ist mit Bechsteins „Das Nußzweiglein“ verwandt.]

89 Die Gänsemagd

Eine Königstochter wird auf der Reise zum Bräutigam von der Kammerjungfer überwältigt und muss deren Stelle einnehmen; sie dient als Gänsemagd, aber mit Hilfe des Kopfes ihres geschlachteten sprechenden Pferdes wird durch eine List des Königs ihre Identität offenbar und sie heiratet den Prinzen.

90 Der junge Riese

Ein daumengroßer Bauernsohn wird von einem Riesen dreimal zwei Jahre lang gesäugt, bekommt Riesenkräfte und setzt diese bei der Arbeit und beim Prügeln ein. [Schwank, bei Bechstein zum Märchen „Der starke Gottlieb“ ausgebaut]

91 Dat Erdmänneken

Märchen vom Dreimänner-Typus: Drei Jäger ziehen aus, drei verschwundene Königstöchter zu suchen; nur der jüngste besteht die Probe des Kampfes mit dem Erdmännchen. Auch er allein besteht den Kampf mit den drei Drachen, rettet die Töchter und wird von seinen Brüder zurückgelassen. Mit Hilfe einer Zauberflöte kommt er wieder auf die Erde und wird schließlich als der Retter erkannt und geheiratet. (Vgl. „Das winzige, winzige Männlein“ von Bechstein und „Die drei Musikanten“)

92 Der König vom goldenen Berge

Ein Mann verwettet leichtfertig seinen Sohn an den Teufel; der kann diesen aber nicht überwältigen. Der Junge kommt in ein fernes Reich und erlöst eine Prinzessin. Er verliert seine Frau durch Leichtsinn, wird dann von ihr verlassen, erlangt aber drei Zaubermittel von Riesen und erledigt so im Schlussakt alle sein Feinde. (Die drei Zaubermittel sind bekannt aus Nr. 54)

93 Die Rabe

Eine Königstochter wird leichtfertig verzaubert; als Rabe spricht sie einen Mann an, sie zu erlösen. Er versagt dreimal aus Leichtfertigkeit, bekommt von ihr neue Hilfsmittel und sucht sie. Mit Hilfe dreier Mittel, die er Räubern durch List abnimmt, kommt er zu ihr und heiratet sie.

94 Die kluge Bauerntochter

Eine Bauerntochter rät ihrem Vater, einen gefundenen Goldmörser nicht dem König zu verehren; gegen ihren Rat tut er es und wird verhaftet. Er erinnert sich an den Rat der Tochter; diese wird gerufen, besteht eine Probe und wird Königin. Sie berät einem Bauern, der vor Gericht nicht sein Recht bekommen hat, wird vom König verstoßen und nimmt den schlafenden König als ihr Liebstes mit, worauf die Versöhnung erfolgt. [Schwank]

95 Der alte Hildebrand

Ein Pfarrer tut sich mit einer Bäuerin zusammen und schickt den Mann auf Wallfahrt fort; der wird unterwegs von seinem Paten aufgeklärt und in einem Eierkorb heimgetragen, wo es Pfarrer und Bäuerin sich gut gehen lassen. Er prügelt den Pfarrer zur Tür hinaus. [Schwank]

96 Die drei Vügelkens

Einer Königin werden ihre Kinder fortgenommen, sie kommt in den Kerker, die Kinder werden von einem Fischer großgezogen. Auf der Suche nach dem Vater schafft die Schwester, das jüngste Kind den Durchbruch, findet einen Wundervogel und erlöst einen Prinzen. Der Vogel offenbart dann dem König die Wahrheit, und zum Schluss sind alle versöhnt.

97 Das Wasser des Lebens

Dreibrüder-Typus: Die älteren Söhne des Königs versagen, der jüngere findet mit Hilfe eines Zwerges das Wasser des Lebens für den kranken Vater, erlangt weitere Hilfsmittel und erlöst eine Prinzessin. Er wird von den Brüdern betrogen, entgeht den Nachstellungen des Königs und wird schließlich als der wahre Retter erkannt, geehrt und geheiratet.

98 Doktor Allwissend

Ein Bauer verlegt sich nach den Anweisungen eines Arztes auf die Doktorei, weil diese zu einem schönen Leben verhilft; durch Missverständnisse deckt er auf, wer einen Reichen bestohlen hat, und wird als „Doktor Allwissend“ ein berühmter Mann. [Schwank]

99 Der Geist im Glas

Der Sohn eines Holzhauers muss aus Armut sein Studium abbrechen; er bringt mit List einen von ihm befreiten Geist dazu, ihm ein Zauberpflaster zu schenken, mit dem er Eisen in Silber verwandeln und Wunden heilen kann. So beendet er sein Studium, verhilft dem Vater zu Geld und wird ein berühmter Arzt. [1812 noch Nr. 95: neunte Stelle des 2. Bandes]

99a Der Froschprinz

Ein Frosch bietet drei Königstöchtern an, sein Schatz zu werden; die jüngste sagt ohne große Bedenken zu. Der Frosch erweist sich nach der dritten Nacht als erlöster Prinz. [1819 gestrichen, große Nähe zu Nr. 1]

100 Des Teufels rußiger Bruder

Ein abgedankter Soldat dient dem Teufel sieben Jahre, in denen er sich nicht waschen und kämmen darf; er dient in der Hölle und sieht (verbotenerweise) seine Vorgesetzten in den Höllenkesseln schmoren. Zur Belohnung bekommt er Gold und des Königs jüngste Tochter, weil er auch musizieren gelernt hat.

101 Der Bärenhäuter

Ein abgedankter Soldat dient dem Teufel sieben Jahre, in denen er sich nicht waschen und kämmen darf (wie in Nr. 100); er tut mit seinem Geld aber Gutes und gewinnt so ein schönes Mädchen (dritte Tochter) zur Frau. Nach sieben Jahren wird er befreit und holt seine Braut, die anderen Schwestern töten sich vor Zorn und verfallen dem Teufel.

102 Der Zaunkönig und der Bär

Der Bär beschimpft die Kinder des Zaunkönigs; das führt zum Krieg zwischen Vögeln und Landtieren. Die Vögel kennen das Zeichen des Rückzugs ihrer Gegner; die Hornisse sticht den General Fuchs mehrfach in den Schwanz und erzwingt so das Zeichen des Rückzugs der Landtiere. Danach muss der Bär sich noch bei den jungen Zaunkönigen entschuldigen.

103 Der süße Brei

Arme Leute bekommen von einer alten Frau einen Zaubertopf, der süßen Brei hergibt. Die Mutter vergisst das Zauberwort, den Brei zu stoppen; erst die Tochter schafft es, ehe das ganze Dorf überschwemmt wird.

104 Die klugen Leute

Die Frau eines Bauern lässt sich in seiner Abwesenheit von einem Viehhändler betrügen; sie geht straffrei aus, weil der Bauer zwei Leute findet, die noch dümmer sind: Eine Frau glaubt ihm, er komme aus dem Paradies, und gibt ihm Geld für ihren verstorbenen Mann mit, ihr gibt ihm noch sein Pferd dazu. [Schwank, verarbeitet den alten Schwank „Von einem Studenten, der aus dem Paradies kam“]

104a Die treuen Tiere

Ein gutherziger Mann kauft eine Maus, einen Affen und einen Bären frei; als er sich von des Königs Schatz nimmt, wird er verhaftet. Die Tiere retten ihn zweimal und verschaffen ihm zweimal einen Wunderstein, mit dem man sich Wünsche erfüllen kann, so dass der Mann schließlich wieder in seinem von ihm erwünschten Schloss landet. [1859 durch Nr. 104 ersetzt]

105 Märchen von der Unke

Ein Kind ist mit einer Unke befreundet; die Mutter schlägt sie tot, das Kind stirbt.

Ein Waisenkind lockt eine Unke herbei und nimmt von ihr ein goldenes Krönchen; danach bleibt die Unke weg.

Sprüchlein mit dem Unkenruf (alles unzusammenhängend)

106 Der arme Müllersbursch und das Kätzchen

Ein Müller bestimmt von seinen drei Knechten den als Erben, der das schönste Pferd bringt. Der dritte, der dümmste, wird von einem Kätzchen angesprochen, dem er sieben Jahre dienen muss; danach bekommt er seinen Lohn, das Pferd, und die Katze ist eine erlöste Prinzessin geworden.

107 Die beiden Wanderer

Ein Schneider und ein Schuster tun sich zusammen, wobei der Schneider der Freigebige ist; trotz seines Hungers verschont er auf einer Reise verschiedene Tiere, der Schuster sticht ihm aber gegen Brot die Augen aus. Durch ein Wunder wird er wieder sehend; beim König schwärzt ihn der Schuster an, aber mit Hilfe der Tiere kann er alle ihm gestellten Aufgaben erfüllen und bekommt die älteste Prinzessin als Frau. Der Schuster wird vertrieben.

107a Die Krähen

Ein entlassener Soldat wird von zwei Kameraden ausgeraubt und geblendet; er hört von drei Krähen einige Geheimnisse, wodurch er wieder sehend wird und die Königstochter zur Frau gewinnt. Als König begnadigt er die zwei Übeltäter, die jedoch von drei Krähen unter dem Galgen geblendet und getötet werden. [1843 durch Nr. 107 ersetzt]

108 Hans mein Igel

Ein kinderloses Bauernpaar bekommt einen Sohn, der oben ein Igel und unten ein Mensch ist und von den Eltern abgelehnt wird. Er bekommt mit 8 Jahren einen Dudelsack; er fordert einen beschlagenen Hahn und einige Tiere und reitet fort. Er weist einem König den Weg, der ihm gegen die Abmachung die Tochter verweigert, und einem zweiten, dessen Tochter er schließlich heiratet. Er bestraft die Tochter des ersten und wird von seiner Igelnatur erlöst.

109 Das Todtenhemdchen

Ein Mutter lernt durch die Erscheinung ihres verstorbenen Kindes, sich in das Leid des Verlustes zu fügen.

110 Der Jude im Dorn

Ein Knecht wird von seinem Herrn um den Lohn betrogen und bekommt nur drei Heller für drei Jahre; die schenkt er einem Zwerg, der ihm dafür drei Gaben gewährt. Er schikaniert einen Juden, wird von diesem angezeigt, kann sich aber vor dem Tod retten und bekommt einen Beutel Gold; der Jude, der diesen gestohlen hatte, wird an seiner Stelle gehängt. [Schwank]

111 Der gelernte Jäger

Ein Schlosser lernt das Jägerhandwerk und bekommt eine unfehlbare Büchse. Drei Riesen führen ihn zu einem Turm mit einer Königstochter. Er nimmt ein paar Wahrzeichen und Hilfsmittel mit und tötet die Riesen. Ein Hauptmann beansprucht, der Retter zu sein, die Königstochter will ihn aber nicht; sie wird vom Vater bestraft. Der Jäger findet sie, weist sich mittels der Wahrzeichen aus und heiratet sie; der Hauptmann wird bestraft.

112 Der Dreschflegel vom Himmel

Ein Bauer verkauft seine Ochsen für unermessliches Geld, klettert an einem Wunderbaum in den Himmel und rettet sich vor dem Sturz des Baumes gerade noch; mit dem Dreschflegel der Engel weist er nach, dass er tatsächlich im Himmel war. [Lügengeschichte]

113 De beiden Künigeskinner

Ein Königssohn wird von einem großen Mann an ein Königsschloss gewiesen; er besteht mit Hilfe der drei Töchter drei Proben, aber der König verweigert ihm die Töchter und stellt ihm drei neuen Aufgaben. Mit Hilfe der jüngsten Tochter löst er sie (mit Hilfe von Zwergen). Er flieht mit ihr, sie wehrt die Verfolgung durch Vater und Mutter ab; er vergisst sie dann plötzlich, sie gewinnt ihn aber mittels dreier schöner Kleider zurück – die falsche Braut und die böse Mutter werden bestraft.

114 Vom klugen Schneiderlein

Von drei Schneidern, die die Königstochter freien, löst nur der dritte, „ein kleiner unnützer Springinsfeld“, die Aufgabe; er besteht dann auch die letzte Probe (eine Nacht mit einem wilden Bären verbringen) dank seiner List und bekommt die Prinzessin zur Frau.

115 Die klare Sonne bringts an den Tag

Ein Schneider beraubt und tötet einen Juden, der ihm Rache über die klare Sonne androht. Nach Jahren gesteht er seiner Frau die Tat, als die Sonne Lichtreflexe in seinem Kaffee erzeugt, und kommt schließlich vor Gericht. [nach dem Märchen 1827 die Ballade von Chamisso: „Die Sonne bringt es an den Tag“]

116 Das blaue Licht

Ein ohne Sold entlassener Soldat dient bei einer Hexe und gewinnt das blaue Licht, mittels dessen er einen schwarzen Zwerg in Dienst nehmen kann. Mit dessen Hilfe demütigt er den König, indem er dessen Tochter Mägdearbeit verrichten lässt. Er wird gefangen, befreit sich aber mit Hilfe des Zwerges und bekommt die Königstochter zur Frau.

117 Das eigensinnige Kind

Ein eigensinniges Kind wird vom lieben Gott mit dem Tod bestraft; ein Ärmchen kommt aber immer wieder aus der Erde, bis die Mutter mit einem Stöckchen kommt und aufs Ärmchen schlägt; da erst findet das Kind Ruhe unter der Erde. [schwarze Pädagogik in Reinkultur]

118 Die drei Feldscherer

Drei Feldscherer mit wunderbaren Fähigkeiten lassen sich zur Probe ihrer Kunst ein Auge, eine Hand und ein Herz abtrennen; die Katze stiehlt die Organe, die Magd besorgt Ersatz von einem Dieb und zwei Tieren. Die Feldscherer merken den Betrug und werden vom Herrn der Magd entschädigt. [Schwank]

119 Die sieben Schwaben

Die sieben Schwaben fürchten sich vor einer Hornisse und einem Hasen. An der Mosel missverstehen sie die Frage „wat?“ und das Quaken eines Frosches als Aufforderung, durch den Fluss zu waten, und ertrinken. [Schwank]

119a Der Faule und der Fleißige

Zwei Handwerksburschen tun sich zusammen; der eine wird faul, der andere bleibt fleißig. Am Beispiel zweier Raben sehen sie, dass Faulheit arm macht, dass Fleiß aber belohnt wird. [1819 durch Nr. 119 ersetzt]

120 Die drei Handwerksburschen

Drei verarmte Handwerksburschen lassen sich auf den Teufel ein und bekommen Geld, damit der eine andere Seele fangen kann; sie müssen immer nur der Reihe nach antworten „wir alle drei“, „ums Geld“ sowie „und das war Recht“. Sie werden dann eines Mordes angeklagt, den ein Wirt begangen hat; doch sie werden befreit und zeigen den wahren Mörder an. [Schwank]

121 Der Königssohn der sich vor nichts fürchtet

Ein Königssohn besorgt für einen Riesen den Apfel vom Baum des Lebens, gewinnt dabei aber einen hilfreichen Löwen und einen kraftverleihenden Ring. Der Riese will auch den Ring und blendet den Mann, aber mittels eines Zauberwassers und mit Hilfe des Löwen wird er gerettet. Er erlöst dann durch Leiden eine schwarze Prinzessin, die wieder weiß wird, und heiratet sie.

122 Der Krautesel

Ein Jäger kommt wegen seiner Mildtätigkeit in den Besitz eines Vogelherzens, aus dessen Kraft er jeden Morgen ein Goldstück findet, und eines Wunschmantels. Die Tochter einer Hexe betört ihn und raubt ihm die Schätze; er findet jedoch einen Zaubersalat, der Menschen in Esel verwandelt, und das Gegenmittel. So verzaubert er die beiden Hexen und ihre Magd und lässt die Hexe von einem Müller zu Tode prügeln. Die beiden anderen erlöst er, die Tochter heiratet er.

122a Die lange Nase

Drei abgedankte Soldaten bekommen von einem Zwerg drei Wunderdinge; eine böse Prinzessin betrügt sie um alle drei. Dann finden sie Birnen, die die Nasen wachsen macht, und der Zwerg zeigt ihnen Äpfel, die den Prozess umkehren. Mit diesen Mitteln zwingen sie die Prinzessin, ihnen ihre Schätze wieder herauszugeben, und wünschen sich wieder in ihr Schloss zurück. [Schwank, 1819 durch Nr. 122 ersetzt]

123 Die Alte im Wald

Ein Dienstmädchen überlebt einen Raubüberfalll im Wald und wird wundersam von einer Taube versorgt. Es bekommt einen Auftrag (einen Ring holen) und erfüllt ihn, wodurch ein verzauberter Prinz erlöst wird und sie heiratet.

124 Die drei Brüder

Dreibrüder-Typus: Von drei Brüdern soll das Haus derjenige erben, der das beste Meisterstück macht. Alle drei lernen Vorzügliches, den Sieg trägt der Fechter davon, der mit seinem Degenschwingen einen Wolkenbruch abhalten kann. [schwankartig]

125 Der Teufel und seine Großmutter

Drei desertierte Soldaten werden von einem Drachen, dem Teufel, gerettet; sie bekommen Geld und sollen ihm nach sieben Jahren verfallen. Mit Hilfe einer alten Frau und des Teufels Großmutter kennen sie aber nach sieben Jahren die Lösung des Rätsels, das der Teufel ihnen aufgibt, und sind dann frei.

126 Ferenand getrü und Ferenand ungetrü

Der Sohn eines Armen bekommt von seinem Paten einen Schlüssel für ein Schloss, welches es mit 14 öffnen kann. Darin steht ein wundersamer Schimmel, der sprechen kann und ihm (zusammen mit einem geretteten Fisch) in Gefahren und bei Aufgaben hilft, so dass er die Königin heiraten kann; der Schimmel wird zu einem Königssohn erlöst.

127 Der Eisenofen

Eine Königstochter erlöst einen Königssohn aus einem eisernen Ofen, spricht aber mehr als drei Worte mit ihrem Vater, wodurch sie ihren Bräutigam verliert. Kleine Itschen (Kröten) geben ihr Hilfsmittel, wodurch sie den Königssohn aus dem Bann seiner neuen Braut erlöst; Heirat und Erlösung der Itschen.

128 Die faule Spinnerin

Eine faule Frau schafft es durch Tricks, dass sie von der Pflicht, zu arbeiten und Ordnung zu halten, befreit wird. [Schwank]

129 Die vier kunstreichen Brüder

Vier Brüder lernen je ein Handwerk: Dieb, Sternengucker, Jäger und Schneider. Sie legen vor dem Vater eine Probe ihres großen Könnens ab und bewähren sich bei der Rettung einer Königstochter; sie bekommen jeweils ein halbes Königreich. [Schwank]

129a Der Löwe und der Frosch

Eine Königstochter sucht ihren verschollenen Bruder; mit Hilfe eines Löwen kommt sie in einen fremden Garten und muss ihm dienen. Ein Frosch hilft ihr bei ihren Aufgaben; schließlich tötet sie den Löwen befreit so ihren Bruder und dessen Liebste, die dann heiraten. [1819 durch Nr. 129 ersetzt]

130 Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein

Eine normale Schwester wird von den beiden anderen missgebildeten und der Mutter drangsaliert; eine Frau schenkt ihr einen Zauberspruch, mit dem sie Essen beschaffen kann. Als ihre Ziege getötet wird, erwächst daraus ein Wunderbaum, zu dem sie allein Zugang hat. Darüber lernt sie einen Ritter kennen, der sie mitnimmt und heiratet.

130a Der Soldat und der Schreiner

Zwei miteinander Befreundete kommen in ein verwunschenes Schloss und erlösen es mit Hilfe eines Jünglings, der aus einer Taube hervorgeht, indem sie zweimal drei Böse ermorden. Heirat mit zwei schönen Töchtern. [1819 durch Nr. 130 ersetzt]

131 Die schöne Katrinelje und Pif Paf Poltrie

Lustige Reimspiele bei der Werbung eines Besenbinders um Katrinelje.

132 Der Fuchs und das Pferd

Mit der List des Fuchses schleppt das alte Pferd einen Löwen zu seinem Herrn und darf dann bei ihm bleiben. [schwankartig]

133 Die zertanzten Schuhe

Es gilt herauszufinden, wo die zwölf Töchter eines Königs jede Nacht tanzen. Ein armer Soldat bekommt einen guten Rat und einen Zaubermantel und findet es heraus; so darf er sich eine der Töchter zur Frau nehmen.

134 Die sechs Diener

Ein Königssohn widersetzt sich mit Hilfe von sechs Dienern mit ungewöhnlichen Fähigkeiten den Anschlägen der Königin/Hexe und ihrer schönen Tochter, demütigt diese für ihre Bosheit und heiratet sie dann. [schwankartig]

135 Die weiße und die schwarze Braut

Eine böse Frau mitsamt Tochter hilft zunächst nicht dem lieben Gott und zerstört dann das Glück ihrer Stieftochter, die als frommes schönes Mädchen den König heiraten soll. Das Verbrechen der Alten fliegt auf, der König tötet den verzauberten Schwan, es ersteht die rechte Braut und die Erlösung ist vollbracht. (mit gereimten Sprüchlein)

136 Eisenhans

Der mit Mühe gefangene Eisenhans entkommt dem König und nimmt dessen Sohn mit, der aber schuldlos bei Hans versagt. Im Dienst des Königs entdeckt die Prinzessin seine Goldhaare. Mit Hilfe des Eisenhans gewinnt er den Krieg, besteht die Probe des Apfelfangens und heiratet die Prinzessin, wodurch dann auch Eisenhans erlöst ist.

136a De wilde Mann

Ähnliche Geschichte wie Nr. 136, nur ohne Turnier. [1850 zu Nr. 136 ausgebaut und durch die neue Fassung ersetzt]

137 De drei schwatten Princessinnen

Der Sohn eines Fischers kommt in ein verwünschtes Schloss, worin drei schwarze Prinzessinnen zu erlösen sind. Als er ihnen auf Vorschlag seiner Mutter heißes Wachs einer geweihten Kerze aufs Gesicht träufelt, ist es mit der Erlösung der Prinzessinnen endgültig vorbei.

138 Knoist un sine dre Sühne

Unsinn-Geschichte aus dem Westfälischen [schwankartig]

139 Dat Mäken von Brakel

Schwank von einem Küster, der in einer Kapelle die Bitte um einen Mann an Stelle der heiligen Anna beantwortet.

140 Das Hausgesinde

Wachsende sich reimende Sprüchlein

141 Das Lämmchen und das Fischchen

Zwei von ihrer Stiefmutter verzauberte Kinder werden vor dem Tod gerettet, wieder erlöst und können in einem kleinen Häuschen im Wald leben.

142 Simeliberg

Ein Armer entdeckt den Zauberspruch, mittels dessen man in den Berg Semsi kommt und Schätze holen kann; sein bösen Bruder entlockt ihm den Spruch, vergisst die richtige Formel, wird von den Räubern geschnappt und getötet.

143 Up Reisen gohn

Ein Junge geht auf Reisen und sagt wechselnd ein einziges Sprüchlein, das aber jeweils nicht in die Situation passt, weshalb er verprügelt wird und das Reisen einstellt. [Schwank]

143a Die Kinder in Hungersnoth

Eine Mutter will aus Hunger ihre Kinder töten; diese legen sich nieder zu einem tiefen Schlaf, aus dem sie niemand aufwecken kann; die Mutter verschwindet. [1819 durch Nr. 143 ersetzt]

144 Das Eselein

Ein Königspaar bekommt ein Eselein als Kind; es lernt Laute spielen, entdeckt sein Aussehen und geht weg. An einem fremden Königshof kommt es in die Nähe des Königs und darf die Tochter heiraten; es wird entdeckt, wie es seine Eselhaut ablegt, diese wird verbrannt. Er ist erlöst.

145 Der undankbare Sohn

Der Geiz eines Mannes gegen seinen alten Vater wird bestraft.

146 Die Rübe

Ein Armer erntet eine Riesenrübe, schenkt sie dem König und wird reich belohnt. Sein Bruder schenkt dem König Gold und erhält dafür die Rübe. Er lässt seinen Bruder überfallen; der wird von einem fahrenden Schüler befreit, den er zum Dank dafür am Baum hochzieht. [Schwank]

147 Das junggeglühte Männlein

Gott glüht im Feuer einen alten Mann jung; als der Schmied das mit seiner Schwiegermutter wiederholen will, klappt es nicht. Über ihr Geschrei kriegen seine Frau und die Schwiegertochter je ein Kind, das wie ein Affe aussieht – „von ihnen stammt das Geschlecht der Affen ab“. [Schwank]

148 Des Herrn und des Teufels Gethier

Gott schafft alle Tiere, der Teufel aber die Ziegen; im Verlauf des Geschehen beißt er ihnen den Schwanz ab und setzt ihnen seine Augen ein – ein ätiologisches Märchen zum Aussehen der Ziegen.

149 Der Hahnenbalken

Ein Mädchen deckt den Zauber eines Zauberers auf; der stellt sie als Braut bloß, sodass sie verlacht wird. [Schwank]

150 Die alte Bettelfrau

Ein Junge lässt eine alte Bettlerin verbrennen.

151 Die drei Faulen

Den Wettbewerb dreier Königssöhne darum, wer der Faulste ist, gewinnt der dritte. [schwankartig]

151* Die zwölf faulen Knechte

Zwölf Knechte rühmen sich ihrer Faulheit. [Schwank; nur 1857]

152 Das Hirtenbüblein

Ein Hirtenbüblein beantwortet weise drei schwierige Fragen des Königs.

152a Die heilige Frau Kummerniß

Die heilige Kunnerniß rettet einen Gläubigen vor falschen Vorwürfen. [legendenartig; 1819 durch Nr. 152 ersetzt]

153 Die Sternthaler

Ein armes mildtätiges Mädchen wird vom Himmel her beschenkt.

154 Der gestohlene Heller

Ein gestorbenes Kind erscheint als Geist und sucht zwei Heller, die es einmal gestohlen und verloren hat. Als die Eltern das Geld einem Armen geben, ist es erlöst.

155 Die Brautschau

Mittels der Probe, wie ordentlich sie Käse schneiden, wählt ein Mann unter drei schönen Mädchen die richtige aus. [erst ab 1819]

156 Die Schlickerlinge

Eine faule Braut wird gegen ein fleißiges Mädchen ausgetauscht.

157 Der Sperling und seine vier Kinder

Vier Sperlinge müssen sich durchs Leben schlagen, ohne vom Vater belehrt zu sein; er holt das im Herbst nach und lobt den letzten, der sich mit Spinnen und Fliegen begnügt und viel frommes Zeug redet (dass Gott auch die Fliegen und Spinnen erschaffen hat, wird nicht berücksichtigt).

158 Das Märchen vom Schlaraffenland

Lügengeschichte [war 1812 die Nr. 153]

159 Das Dietmarsische Lügenmärchen

Lügengeschichte [war 1812 die Nr. 154]

160 Räthselmärchen

Ein Rätsel mit Auflösung. [war 1812 die Nr. 155]

161 Schneeweißchen und Rosenroth

Zwei Mustermädchen lernen einen Bären kennen und schätzen, der regelmäßig ins Haus kommt und mit den Zwergen verfeindet ist. Sie retten einen undankbaren Zwerg mehrfach; der Bär tötet den Zwerg und wird dadurch erlöst; er und sein Bruder heiraten die Mädchen. [erst ab 1837]

162 Der kluge Knecht

Ironisch erzählte Geschichte von einem dummen Knecht, der zu nichts nütze ist und als Vorbild hingestellt wird. [erst ab 1837]

163 Der gläserne Sarg

Ein Schneider beobachtet einen Tierkampf, wird vom siegreichen Hirsch in einen Berg gebracht und erlöst dort eine verzauberte Grafentochter, die ihm ihre Lebensgeschichte erzählt und ihn heiratet, nachdem ihr Bruder, der Hirsch, usw. auch erlöst worden sind. [erst ab 1837]

164 Der faule Heinz

Der faule Heinz heiratet die faule Trine; sie führen viele „kluge“ Reden vom Sinn des Faulenzens und haben am Ende nichts mehr. [erst ab 1837; schwankartig]

165 Der Vogel Greif

Dreibrüder-Typus: Der dritte und dümmste heilt mit Äpfeln dank seiner Freundlichkeit die kranke Königstochter, besteht weitere Proben und heiratet sie schließlich, während der wortbrüchige König bestraft wird. [erst ab 1837; Nähe zu Nr. 29]

166 Der starke Hans

Hans wird als Kind mit der Mutter von Räubern geraubt, befreit sich mit 12 Jahren und findet bald zwei starke Gesellen. Im Kampf mit dem kleinen Männlein gewinnt er allein, befreit die Königstochter und kann sie endlich gegen seine Kumpane mit Hilfe der Luftgeister gewinnen. [bekannte Einzelmotive; erst ab 1837]

167 Das Bürle im Himmel

Ein Bäuerlein wird nicht so prächtig im Himmel empfangen wie ein Reicher; Petrus erklärt den besonderen Empfang mit dem Seltenheitswert der Reichen im Himmel. [legendenartig-lehrhaft; erst ab 1837]

168 Die hagere Liese

Eine Frau arbeitet sich kaputt und lässt ihren Mann schuften; als sie künftige Gewinne phantasiert und ihren Mann nicht teilhaben lassen will, würgt er sie, bis sie einschläft. [schwankartig; erst ab 1840]

169 Das Waldhaus

Bei der Aufgabe, dem Vater Essen zu bringen, kommen drei Töchter einzeln in ein Waldhaus; nur die dritte bewährt sich, indem sie auf für die Tiere sorgt und ordentlich arbeitet. So erlöst sie einen Königssohn und heiratet ihn, während die Schwestern zu ihrer Besserung bei einem Köhler arbeiten müssen. [erst ab 1840]

170 Lieb und Leid teilen

Geschichte eines bösen Schneiders, der seine Frau schikaniert, den Spruch „Lieb und Leid teilen“ widersinnig auslegt und bestraft wird. [schwankartig; erst ab 1840]

171 Der Zaunkönig

Wie der Zaunkönig sich mittels List zum König der Vögel erklärt; ätiologischer Schluss: warum die Eule nachts unterwegs ist und die Mäuse jagt und warum der Zaunkönig sich nicht gern sehen lässt. [erst ab 1840]

172 Die Scholle

Ätiologie: warum die Scholle ein schiefes Maul hat. [erst ab 1840]

173 Rohrdommel und Wiedehopf

Ätiologie der Rufe von Rohrdommel und Wiedehopf. [erst ab 1840]

174 Die Eule

Wie das ganze Dorf Furcht vor einer Eule hat und die Scheune niederbrennt, um sie zu vernichten. [Schwank, erst ab 1840]

175 Der Mond

Ätiologie: wie der Mond zu seinen Phasen und an den Himmel kam. [erst 1857]

175a Das Unglück

Wie das Unglück einen Mann verfolgte. [erst ab 1840, 1857 durch Nr. 175 ersetzt]

176 Die Lebenszeit

Wie die Lebenszeit des Menschen und einiger Tiere sowie die Eigentümlichkeit der menschlichen Lebensphasen zustande kam (Ätiologie). [erst ab 1840]

177 Die Boten des Todes

Wie jemand die Boten des Todes nicht erkannte und überraschend sterben musste. [lehrhaft, erst ab 1840]

178 Meister Pfriem

Ein rastloser Schuster hat an allem etwas auszusetzten; er träumt, er wäre in den Himmel gekommen, wo doch alles vollkommen ist, kann sich aber auch da nicht beherrschen. Als er erwacht, rechtfertigt er seine Himmelskritik. [lehrhafter Schwank; erst ab 1843]

179 Die Gänsehirtin am Brunnen

Eine alte Hexe erweist sich als weise Frau, die eine verstoßene Königstochter bei sich aufgenommen hat; sie schikaniert zwischenzeitlich einen hilfsbereiten Grafen, damit der auch lernt, was harte Arbeit ist. Der Graf darf dann indirekt der Erlöser und später Gatte der Königstochter sein. [erst ab 1843]

180 Die ungleichen Kinder Evas

Wie Eva beim Besuch Gottes ihm die Kinder vorstellt, die von jenem gesegnet werden, und wie die zwölf hässlichen als Handwerker, Bauern und Knechte bestimmt werden – auf Evas Protest erklärt Gott, warum eine solche Ungleichheit sinnvoll ist. [lehrhaft, erst ab 1843]

181 Die Nixe im Teich

Eine Nixe verhilft einem Müller zu Reichtum und bekommt arglistig dafür seinen Sohn versprochen; sie greift sich den erwachsen gewordenen Sohn, dessen Frau befreit ihn mit Hilfe einer Alten aus den Fängen der Nixe. Sie werden voneinander getrennt und finden sich nach Jahren erst in der Fremde wieder. [erst ab 1843]

182 Die Geschenke des kleinen Volkes

Ein Schneider und ein Goldschmied geraten in ein Fest der Zwerge und werden mit Gold beschenkt. Der Goldschmied geht in der nächsten Nacht erneut los, um noch mehr zu kriegen, und wird wegen seiner Habgier schwer bestraft. [erst ab 1850]

182a Die Erbsenprobe

Ein Königssohn will heiraten; auf die Ausschreibung melden sich viele, u.a. eine unstandesgemäß reisende Prinzessin. Sie erweist sich jedoch als echte Prinzessin, weil sie durch viele Matratzen und Kissen hindurch merkt, dass sie auf Erbsen geschlafen hat. [1843; 1850 durch Nr. 182 ersetzt]

183 Der Riese und der Schneider

Ein Schneider wird von einem Riesen gefangen und muss ihm dienen; durch seine prahlerischen Reden beeindruckt er den Riesen und kommt wieder frei. [schwankhaft; erst ab 1843]

184 Der Nagel

Lehrhaft: Wie ein Kaufmann es versäumt, einen fehlenden Hufnagel einschlagen zu lassen, und dadurch das ganze Pferd verliert. [erst ab 1843]

185 Der arme Junge im Grab

Ein hartherziger Bauer schikaniert einen Waisenknaben, der ihm zugeteilt ist, und treibt ihn in den Tod; er wird dafür gestraft. [erst ab 1843]

186 Die wahre Braut

Ein Mädchen wird von der Stiefmutter schikaniert und löst mit Hilfe einer alten Frau drei unlösbare Aufgaben; sie bekommt ein Schloss, wird von der Stiefmutter befreit und verlobt sich mit einem Königssohn. Der vergisst sie dann, doch bei der Hochzeitsfeier wird sie als die rechte Braut erkannt und geheiratet. [wieder das Motiv der drei Kleider; erst ab 1843]

187 Der Hase und der Igel

Wie der Igel im Verbund mit seiner Frau den Wettlauf mit dem Hasen gewinnt, mit lehrhaftem Abschluss. [erst ab 1843]

188 Spindel, Weberschiffchen und Nadel

Ein armes, gutes, fleißiges Mädchen gewinnt durch ihre Art und mit wundersamer Hilfe ihrer Werkzeuge den Königssohn zum Mann, sie ist „die ärmste und die reichste“ zugleich. [lehrhaft, erst ab 1843]

189 Der Bauer und der Teufel

Geschichte vom durch einen Bauern geprellten Teufel. [Schwank; erst ab 1843]

190 Die Brosamen auf dem Tisch

Da ich nicht weiß, wer Güggel und Hüendlene sind, die sich verbotenerweise Brosamen vom Tisch nehmen, verstehe ich die Geschichte ihrer Bestrafung nicht. [erst ab 1843]

191 Das Meerhäschen

Eine stolze Königstochter kann alles sehen und legt ihren Freiern die Probe auf, sich vor ihr zu verstecken, andernfalls würden sie geköpft. Von drei Brüdern schafft allein der jüngste es im dritten Versuch, wobei ihm verschonte Tiere helfen. So wird er der Gatte und König. [Dreibrüder-Motiv, schwankhaft; 1857]

191a Der Räuber und seine Söhne

Die Söhne eines bekehrten Räubers werden ihrerseits Räuber, aber bald gefasst; der Vater muss zu ihrer Auslösung seine drei grauslichsten Abenteuer erzählen. [erst ab 1843; 1857 durch Nr. 191 ersetzt]

192 Der Meisterdieb

Ein reicher Mann kehrt nach langer Zeit heim und offenbart sich als Meisterdieb (inklusive Belehrung über die rechte Erziehung); er legt vor einem Grafen drei Proben seines Könnens ab und darf unbehelligt abziehen. [Schwank; erst ab 1843]

193 Der Trommler

Der Trommler überwältigt mit List die Riesen, kommt mit List auf den Glasberg und bewältigt drei unlösbare Aufgaben mit Hilfe der verzauberten Königstochter. Er vergisst sie dann; bei der Hochzeit mit einer falschen Braut schafft die Königstochter es mit Hilfe dreier Kleider, ihn wieder an sich zu erinnern, und heiratet ihn. [erst ab 1843]

194 Die Kornähre

Ätiologie: wie es kommt, dass die Kornähren nicht mehr Frucht bringen. [erst ab 1850]

195 Der Grabhügel

Ein hartherziger Reicher ist ein Mal barmherzig und stirbt bald darauf; der von ihm Beschenkte muss an seinem Grab Wache halten und prellt zusammen mit einem alten Soldaten den Teufel, der den Reichen holen will, um viel Gold; als die Sonne aufgeht und der Teufel fliehen muss, ist die arme Seele gerettet. Die beiden bleiben zusammen. [erst ab 1850]

196 Oll Rinkrank

Ein König lässt einen Glasberg anlegen; seine Tochter geht mit einem Freier darüber, sie versinkt im Glasberg. Sie muss einem alten Kerl dienen, kann sich aber schließlich befreien und ihren Bräutigam nach Jahren heiraten. Das Gold des alten, nun erschlagenen Mannes geht an die die neue Königin. [erst ab 1850]

197 Die Krystallkugel

Von den drei Söhnen einer Zauberin sind bereits zwei verzaubert; der dritte flieht, erlangt ein Wunschhütlein, kämpft mit einem Auerochsen und gewinnt mit Hilfe seiner verzauberten Brüder und einer verzauberten Königstochter die Krystallkugel, die einen Zauberer entmachtet, wodurch die Königstochter und alle anderen erlöst werden. [erst ab 1850]

198 Jungfrau Maleen

Eine Königstochter, Maleen, wird in einen Turm gesperrt, bricht nach sieben Jahren aus und findet ihren Verlobten, der gerade eine hässliche Königstochter heiraten soll. Sie wird an Stelle der Hässlichen mit ihm getraut, aber nach einigen Wirren bemerkt er alles und die beiden werden glücklich. [erst ab 1850]

199 Der Stiefel von Büffelleder

Ein entlassener Soldat verirrt sich im Wald, tut sich mit einem Fremden zusammen und kommt in ein Räuberhaus; er verzaubert beim Essen die Räuber und lässt sie gefangen nehmen. Der Fremde entpuppt sich als ein König, dem er das Leben gerettet hat und der ihm dankbar ist.

200 Der goldene Schlüssel

Ein Junge findet einen kleinen goldenen Schlüssel und ein Kästchen, dreht einmal um und nun müssen wir warten, bis er aufgeschlossen hat.

Es folgen noch 10 Kinderlegenden, die ich hier aber nicht berücksichtige. Online greifbare Verstehenshilfen (außer Einzelinterpretationen) sind

http://www.maerchenlexikon.de/Grimm/konkordanzkhmat.htm (mit Typ)

http://de.wikisource.org/wiki/Kinder-_und_Haus-M%C3%A4rchen_Band_3_%281856%29/Anmerkungen (Anmerkungen der Brüder Grimm zu den KHM)

https://archive.org/details/dieliterarischen00hamauoft (Hermann Hamann: Die literarischen Vorlagen der Kinder- und Hausmärchen und ihre Bearbeitung durch die Brüder Grimm, 1906)

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2012/04/Maerchen-Brueder-Grimm-Urspruenge (die Quellen der Grimms)

Bolte – Polívka: Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (3 Bände, 1913 ff. – es gibt neuere Auflagen in 5 Bd.):

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden01grim#page/n5/mode/2up (Nr. 1 – 60)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden02grim#page/n5/mode/2up (Nr. 61 – 120)

https://archive.org/stream/anmerkungenzuden03grim#page/n5/mode/2up (Nr. 121 ff.)

https://archive.org/stream/deutschemythenm00linngoog#page/n13/mode/2up (Franz Linnig: Deutsche Mythen-Märchen. Beitrag zur Erklärung der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, 1883)

vgl. auch meine Seite „Deutsche Märchen“.