Büchner: Dantons Tod – Analysen ab II,7

Analyse II 7
1. Vorgeschichte
Am Ende des Gesprächs zwischen Robespierre und St. Just ist die Entscheidung gefallen, Danton „morgen“ zu verhaften (I 6). Trotz des Drängens seiner Freunde (II 1) unternimmt Danton zunächst nichts

Das Lehrerheft mit diesen Analysen zu „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ ist bei Krapp & Gutknecht erschienen.

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Büchner: Dantons Tod – Überblick, Analysen bis II,6

Grundlagen

1. Man versteht „Dantons Tod“ am ehesten, wenn man es als ein Drama vom Typus der offenen Form versteht; diese wird von der geschlossenen Form unterschieden:

Offene Form des Dramas:

idealtypische dramatische Bauform (versus geschlossene Form): dramatische Präsentation eines unabgeschlossenen Geschehens in nicht wesentlich miteinander verknüpften Einzelsequenzen, die keinen Gesamtzusammenhang bilden – „idealtypisch“ heißt, dass diese Definition auf einer Abstraktion beruht, dass die Form also rein so selten vorkommt, dass hier eben ein Typus erfasst wird, eine Idee.

(http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/8330.htm; dort weitere Erläuterungen).

Geschlossene Form:

dramatische Präsentation eines in sich geschlossenen, also ganzen Handlungszusammenhangs aus strikt aufeinander bezogenen Elementen als exemplarisches Geschehen

(http://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html?page=/EUROL/termini/8320.htm)

Das Lehrerheft mit Analysen zu „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ ist bei Krapp & Gutknecht erschienen.

Büchner: Woyzeck – Analyse, Interpretation

Das Lehrerheft zu zwei Unterrichtsreihen (Büchner: „Dantons Tod“ und „Woyzeck“) ist gerade im Verlag Krapp & Gutknecht erschienen. (1. Juli 2010)

 

DAS BESAGTE LEHRERHEFT:

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Georg Büchner

A Georg Büchners Leben

B Die politische Lage zur Zeit Büchners

C Büchners Werke

– Der Hessische Landbote

– Dantons Tod

– Lenz

– Leonce und Lena

– Woyzeck

D Büchner in der Literaturgeschichte

E Materialien zu beiden Unterrichtseinheiten

– Brief an die Braut (Anfang 1834: Fatalismusbrief)

– Brief an die Familie (28. Juli 1835)

– Auszug aus „Lenz“ (zur Literaturtheorie)

– Auszug aus „Lenz“ (Themen: Ruhe, Wahnsinn)

– Auszug aus „Leonce und Lena“ (III 3: Automatenrede)

– Georg Büchner: Probevorlesung „Über Schädelnerven“

– Ursula März: Pilger, Pfarrer, Promis. Poetik des Authentischen

2. Unterrichtseinheit „Dantons Tod“

A Didaktische Überlegungen

– Verständnis des Dramas – Aspekte

– Ziele des Unterrichts

– Überlegungen zum Gang des Unterrichts

– Analytische und produktive Arbeitsformen

– Einsatz des Films

B Untersuchungen zum Text

– Danton und seine Freunde: ihr Porträt in I 1

– Exposition: Akteure und Themen (I 1 und I 2)

– Politische Rhetorik Robespierres in I 3

– Robespierre (I 6 – Analyse im Überblick)

– Der Gang des Geschehens

– Der Kampf der Revolutionäre – Aspekte

– Analyse II 7

– Danton im Angesicht des Todes (im Wesentlichen ab III)

– Marion, Lucile, Julie – drei Frauengestalten

– Die Lieder in „Dantons Tod“, exemplarisch untersucht

– Figurenkonstellation und Figuren

C Materialien

– Lektürekontrolle 1. Akt

– Offene Form des Dramas

– Anleitung zur Szenenanalyse

– Das revolutionäre Geschehen (historischer Hintergrund)

– Vorlagen der Lieder in „Dantons Tod“

– Hans Mayer: Thermidorstimmung

– Max Weber: Politik als Beruf (Auszug)

D Klausuren (mit Lösungserwartung)

– Vergleichende Analyse zweier fiktionaler Texte

– Analyse eines Sachtextes mit weiterführendem Schreibauftrag

3. Unterrichtseinheit „Woyzeck“

A Didaktische Überlegungen

– Zum Verständnis des Dramas – Aspekte

– Ziele des Unterrichts

– Zum Verlauf des Unterrichts

– Arbeitsformen, Arbeitsergebnisse, Arbeitsvorschläge

– Woyzeck-Inszenierungen in Schulen

– Der Film „Woyzeck“ von Werner Herzog

– Weitere Hilfsmittel

B Erläuterungen zum Text

C Untersuchungen zum Text

– Der Doctor und Woyzeck: Subjekt und Objekt (8. – 10.)

– Woyzeck und der Hauptmann (5. und 9.)

– Die 3. Szene – Aspekte einer Szene

– Funktion der Lieder – exemplarisch untersucht

– Vergleich der 4. Szene mit Faust I, „Abend“

– Der Gang des Geschehens

– Marie zwischen zwei Männern: Woyzeck und Tambourmajor

– Woyzecks Sprachlosigkeit

– Arbeit mit dem Wörterbuch – methodische Übungen

– Was der Narr sagt – methodische Übungen

– Sprachliche Handlungen bestimmen – methodische Übungen

– „Woyzeck“ als offenes Drama – verschiedene Arten von Szenen

– Büchners Literaturtheorie

– Woyzeck – Figur und Figurenkonstellation

– Todessignale

D Materialien

– Lektürekontrolle 1. – 18. Szene

– Die wunderliche Gasterei (zu Blutwurst-Leberwurst, 17.)

– Goethe: Faust I, Szene „Abend“ (zum Vergleich mit 4.)

– Reinhard Lindenhahn: Dialog-Theorie

– Fragen zu einer Inszenierung des Stücks – beantwortet von Christian Stückl

– Marius von Mayenburg im Gespräch über Thomas Ostermeiers „Woyzeck“-Inszenierung

– Der Himmel über Marzahn (Rezension von Ostermeiers Inszenierung)

– Wir sind wir (Rezension von Volker Löschs Inszenierung)

– Werner Morlang: Wer und wer? – Mensch ist Mensch (Beispiel produktiven Arbeitens)

E Klausuren (mit Lösungserwartung)

– Analyse eines fiktionalen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag

– Vergleich zweier fiktionaler Texte mit weiterführendem Schreibauftrag

4. Sonstige Hilfsmittel

Büchner: Woyzeck, Szene H 4,17 (Kaserne)

Zum Geburtstag Woyzecks, zum Datum des Testamentvollzugs und des Mordes:

Offensichtlich liegt hier ein Versehen Woyzecks oder Büchners vor: Die Altersberechnung Woyzecks („heut“) passt zum Geburtstag am 8. Dezember; an diesem Tag ist aber nicht Mariae Verkündigung, sondern Mariä Empfängnis („Unbefleckte Empfängnis“, mit „Mariä Geburt“ am 8. September).

Der oft zitierte Kommentar Wittkowskis zum 20. Juli, Fest des hl. Hieronymus Ämilianus, ist ein anachronistischer Unsinn: Besagter Heiliger ist erst 1928 zum Schutzheiligen der verwaisten Kinder ernannt worden.