Dostojewski: Die Dämonen – Inhalt

ERSTER TEIL

Erstes Kapitel: Statt einer Einführung. Einige Einzelheiten …

I Stepan Werchowenskij (St) wird vom Ich-Erzähler vorgestellt: ein Möchtegern-Verfolgter, eine Beinahe-Gelehrter, ein Quasi-Dichter. Das Prinzip Ich-Erzähler wird aber nicht durchgehalten; vieles wird erzählt, was Ich gar nicht wissen kann.

II Er nimmt das Angebot der Stawrogina (Sta) an, Hauslehrer ihres Sohnes zu werden; sie achtet auch darauf, dass er (zweimaliger Witwer) nicht versumpft.

III Die beiden stritten sich wegen Kleinigkeiten, dann schrieb St große Briefe an sie, welche unbeantwortet blieben, und man ging zur Tagesordnung über. Er war ihre Erfindung, ihr Traum.

IV Zwei Episoden der Streitereien, die mit ihrem Satz „Das werde ich Ihnen nie vergessen!“ enden.

V Sie hat auch St’ Kostüm erdacht (nach dem Vorbild eines von ihr verehrten Dichters); die neuen Ideen kann er ihr aber nicht erklären, so dass sie nach Petersburg reisen wollen, um sich ein Bild von der Moderne zu machen.

VI Dort finden sie den Winter über kaum Anschluss an höhere Kreise, aber an viele unsäglich geschwätzige Literaten; sie wollen auch eine Zeitschrift gründen … Im Frühjahr fahren sie wieder ab.

VII Zur Erholung fährt St vier Monate ins Ausland, nach Berlin, wo er angeblich hart arbeitet und feiert; er schreibt nutzlose Briefe voller Sehnsucht, kommt heim und erkennt, dass er ein Schmarotzer ist.

VIII In den nächsten Jahren trifft sich regelmäßig ein Freundeskreis, dem u.a. Lipútin, Schátoff und Wirgínskij gehören – sie werden jeweils vorgestellt.

IX Es wird über das belanglose Treiben des Kreises und dessen bedeutsame Gesprächsthemen berichtet – das ganze erste Kapitel ist eine hübsche Satire auf das Leben unnützer Schwätzer.

Zweites Kapitel: Prinz Heinz. Die Brautwerbung

I Nikolai Stawrogin (Nik), Sohn der Sta: als Schüler St’, dann im Lyzeum, glänzende Karriere beim Militär, Degradierung wegen zweier Duelle, erneut Aufstieg zum Offizier, verkommt nach der Entlassung und kommt mit ca. 25 Jahren als ein schöner Mann zurück – Sta beginnt wieder, ihr eigenes Gut zu bewirtschaften.

II Zwei dumme Streiche Nik’: Er führt einen alten Herrn an der Nase herum und küsst bei einem Fest die Frau des Gastgebers Liputin. [Nik wird mit Prinz Heinrich nach Shakespeare vergleichen.]

III Er wird vom Gouverneur Ossipowitsch zur Rechenschaft gezogen und beißt den ins Ohr; Nik wird verhaftet, er bekommt ein Fieberdelirium, gilt als krank und reist nach Italien – verabschiedet sich noch vom Fourieristen Liputin.

IV Nik verreist für drei Jahre, reussiert in Paris bei der Drosdowa (D) und ihrer reichen Stieftochter Lisa (L); der neue Gouverneur ist von Lembke, dessen Frau Julia mit Sta verfeindet ist. Sta fährt in die Schweiz und stört die Intrigen Julias (gegen Verbindung Nik – L); nach der Rückkehr spricht sie ernsthaft mit St, um wieder mit ihm Eindruck machen zu können.

V St, der sich immer als schönen Mann gesehen hat, bemerkt mit Sta, dass er ein heruntergekommener Mensch ist.

VI Nik hat sich mit L überworfen, die D macht eine Szene bei Sta; diese klärt das energisch und bestimmt Darja Schatowa, ihr Pflegekind, mit der Nik gelegentlich freundlich gesprochen hatte, den alten St zu heiraten.

VII Sta geht zu St, der auch schon Lisas und Darjas Lehrer gewesen war, und macht ihm plausibel, er (53) werde Darja (20) heiraten. St äußert zwar Bedenken, aber …

VIII St hatte das Gut seines Sohne Pjotr heruntergewirtschaftet; der möchte es zum alten Wert verkaufen – St fehlen Tausende Rubel, weshalb er Sta’ Vorschlag gut findet (er soll 8.000 bekommen, über Darja). Sta kommt und erklärt, er brauche nicht um Darja zu werben, sie regele alles, inklusive Hochzeit.

Drittes Kapitel: Fremde Sünden

I St quält sich in der Unsicherheit, wie es nun ist; Spannungen mit dem Ich-Erzähler; St vermutet, das Liputin (Lip) mehr weiß.

II Ich trifft Schriftsteller Karmasinoff; von der Selbstüberschätzung alternder Schriftsteller und von der Karmasinoffs; dessen Eitelkeit bei der Begegnung.

III St hat von Sta verschiedene Anordnungen bekommen, wie er sich bei einem Besuch Karmasinoffs zu verhalten habe; St ist erregt – er will sich der Sta widersetzen, da erscheint Lip.

IV Er kommt mit einem Ingenieur, Kirilloff (K), der sich für das Prinzip der allgemeinen Zerstörung begeistert und dessen Vorhaben von Lip dauernd falsch dargestellt werden. K kennt Pjotr, St’ Sohn, der werde bald kommen.

V Beim Abschied spricht man von Lebädkin, der seine verrückte Schwester verprügelt und auffällig viel Geld hat; Lip berichtet, Sta habe ihn rufen lassen, um zu fragen, ob Nik verrückt ist – das muss er erzählen.

VI Sta habe ihn zu sich gebeten und im Vertrauen gefragt, of er Nik für irrsinnig halte; zur Bestätigung seiner Meinung (ja) beruft er sich auf K und Lebädkin – K will aber nicht von Lip in Anspruch genommen werden; die Störung liege in Nik’ Charakter, er sei außerdem ein Schürzenjäger; K beschimpft Lip als Klatschmaul und Spion, zumal da dieser noch eine Geldgeschichte (Nik schickt Lebädkin Geld) preisgibt; K und Lip gehen.

VII St will zu Sta gehen und sich weigern, „Fremde Sünden“ (die Nik’) zu heiraten; Ich macht ihm wegen seines Verdachts Vorwürfe; draußen treffen sie L, die sich freut, St nach Langer Zeit zu sehen; sie küsst ihn auf die Stirn und besucht ihn dann mit ihrem Begleiter Drosdoff (MD). Sie nimmt das Ich als Vertrauten St’ und lädt St direkt zu einem Gegenbesuch ein, spielt auch auf die geplante Hochzeit an; Ich wird beauftragt, Schatoff zu L zu bestellen.

VIII Ich geht zu Schatoff, trifft ihn nicht an, dafür K; der lädt ihn zum Tee ein, sie sprechen über Selbstmord; K predigt den neuen Menschen: ohne Angst vor dem Tod, er wird selber Gott sein; Freiheit heiße: sich zu töten wagen; K will eine Nachricht an Schatoff weitergeben.

IX An der Pforte trifft Ich Lebädkin und Lip; Lebedäkin ist betrunken und in L verliebt – Lip sagt, dass Nik dem Lebädkin sein Gut verkauft hat.

X Ich trifft St, der von seinem Besuch zurück und ganz durcheinander ist; St ist für Sonntag zu Sta bestellt und soll dort mit Schatoff, Darjas Bruder, die Hochzeit klären; St hat an Nik und Darja geschrieben, um seinen Verdacht zu zerstreuen, und hofft jetzt auf Pjotrs Ankunft. Ich tadelt ihn.

Viertes Kapitel: Die Hinkende

I Ich kommt um 12 h mit Schatoff zu Drosdoffs; D ist ziemlich zänkisch, Ich heißt Antón Lawréntjewitsch G–ff; MD soll mit Ich sprechen.

II L will ein Buch herausgeben, Schatoff soll ihr helfen: die in den Zeitungen eines Jahres berichteten Ereignisse sammeln, ordnen und so greifbar machen (nur Ereignisse, die die Persönlichkeit des russischen Volkes zeigen); L will das finanzieren, Schatoff soll arbeiten; Schatoff will nicht –da zeigt L den Liebesbrief Lebädkins an sie; L fragt nach Lebädkins Schwester; Schatoff soll das Buch auch drucken – er will nicht.

III Als Ich gegangen ist, ruft L Ich zurück: Sie möchte unbedingt die lahme Lebädkina sehen, Ich soll ihr dazu verhelfen, evtl. über Schatoff; sie appelliert an die Zuneigung Ich’, welches dunkle Hintergründe ahnt; Verabredung für nächsten Tag.

IV Ich geht zu Schatoff, wo auch K und Schigaljóff sind, die aber bald gehen; Schatoff erzählt, dass er mit K in Amerika war, um Ausbeutung am eigenen Leib zu erleben, dass er betrogen wurde und nur mit Hilfe Nik’ habe zurückkehren können; er stimmt zu, die Lebädkina heimlich zu besuchen. Zwischendurch Gespräch über russischen Atheismus.

V Ich geht mit Schatoff zu Lebädkina, die verkommen und verwirrt ist; sie erzählt von einem Kloster und ihrem Kind; sie verwechselt die Ereignisse, nennt Schatoff Schatuschka; die Männer gehen, ehe Lebädkin kommt.

VI Als sie bei Schatoff sind, kommt Lebädkin und macht Radau, sie lassen ihn nicht herein; er deutet ein Geheimnis seiner Schwester an, sagt aber nichts; Ich geht.

VII Am nächsten Tag geht Ich mit St zu Sta, auch Schatoff kommt, dann kommt Sta mit L und Lebädkina. Rückblende: In der Kirche war der erste Besuch der neuen Gouverneurin; Sta betete, küsste das Kreuz als erste und ging, als Lebädkina vor ihr kniete und die Hand küssen wollte; Sta gab ihr 10 Rubel, einen Schal gegen die Kälte und nahm sie mit; L wollte ebenfalls mitfahren; kurze freundliche Begegnung mit der neuen Gouverneurin, Heimfahrt.

Fünftes Kapitel: Die allwissende Schlange

I Die ganze Versammlung trifft sich bei Sta, Lebädkina bekommt einen Kaffee; sie agiert ungeschickt-vertraulich; D kommt hinzu.

II Situation der Rivalität Sta – D.

III Offener Streit Sta – D, mit unklarer Anspielung auf die Lebädkina und anonyme Briefe; Darja kommt hinzu – sie hatte in Nik’ Auftrag 300 Rubel an Lebädkin (Leb) überbracht; Leb wird hereingelassen [Verfasser der anonymen Briefe] – Lisas Hass auf Darja (unverständlich).

IV Leb kommt, er tritt ungeschickt auf, will der Sta 20 Rubel zurückgeben – inszeniert; seine Schwester würde nur von Sta Geld annehmen – warum? Leb erzählt eine Schaben-Fabel (von sich als Schabe), antwortet nicht auf die Frage nach dem von Darja übermittelten Geld; Nik wird angekündigt – es kommt ein Unbekannter.

V Beschreibung des Unbekannten – er kündigt Nik an – es ist Pjotr; er wehrt des Vaters Überschwang ab; Nik kommt; Sta fragt ihn, ob Lebädkina seine Gattin ist; er stellt sich als deren Freund vor und bringt sie nach Hause; Lisa ist betroffen.

VI Aufregung – Pjotr erzählt, wie Nik vor fünf Jahren in Petersburg die Lebädkina einmal vor Spott geschützt und sie gelobt hat, während sie ihn wohl als Bräutigam verehrte; er habe ihr eine Jahrespension ausgesetzt – das war alles; Sta erklärt, wie Nik (resp. ein Mensch) einen Getretenen zur selbsterdachten Traumgestalt machen kann (sie spielt damit auch auf St an?); Sta will Lebädkina an Kindes annehmen; Pjotr berichtet weiter, dass Leb sich das Geld seiner Schwester angeeignet hat und sie aus einem Kloster, wo sie untergebracht war, des Geldes wegen herausgeholt hat und nun verprügelt usw.; Leb bestätigt, was Pjotr gesagt hat; als er gehen will/darf, kommt Nik.

VII L wird hysterisch; Pjotr stellt seinen Vater bloß, indem er aus dessen Briefen zitiert („Fremde Sünden heiraten“, ihn retten usw.), nachdem er bereits Darja gratuliert hatte; Sta verweis St auf immer ihres Hauses – Unruhe.

VIII Schatoff steht auf und schlägt Nik ins Gesicht; der, sonst kalt und todesmutig, tut nichts, schaut Schatoff an – der geht leise weg. L fällt in Ohnmacht.

ZWEITER TEIL

Erstes Kapitel: Die Nacht

I Kurzer Rückblick des erzählenden Ich auf die Ereignisse damals, die man jetzt verstehe. – St und Ich ziehen sich zurück. – Gerüchte in der Stadt über die Ereignisse bei Sta; Leb zieht mit Schwester fort; Pjotr erfreut sich der Protektion der Julia von Lembke, steigt in der Stadt schnell auf.

II Sta hat die Sache mit St’ Gut geregelt, es gehört jetzt ihr; Pjotr besucht zweimal St, was diesem nicht gut bekommt; Fremdheit zwischen den beiden; L verlobt sich mit MD. – Ab jetzt werde aus der späteren Kenntnis der Zusammenhänge berichtet.

III Acht Tage später, 19 h, Nik in seinem Arbeitszimmer, kapselt sich nicht mehr ab – Pjotr kommt; er schwatzt unendlich, redet u.a. von „unserer Sache“; er stehe Nik ganz zur Verfügung – Nik wahrt Abstand zu ihm; Pjotr will Nik wieder in die Gesellschaft holen; Nik will in fünf Tagen um L’ Hand anhalten; Pjotr kennt Fejdka, einen entsprungenen Zuchthäusler, der auch zu allem bereit sei.

IV Nik schläft eine Stunde, 21.30 kommt der Diener und bringt Schirm und Lampe; Nik geht zu K, will spätestens 2 h zurück sein.

V Nik berichtet K von Gaganows beleidigenden Briefen; er sei bereit, sich zu entschuldigen, bittet K aber zugleich, sein Sekundant für ein Duell am nächsten Tag zu sein; K sagt zu; Einzelheiten des Duellablaufs; sie sprechen über Zeit und Glück – K ist glücklich, weil alles gut ist; die Menschen seien nur unglücklich, weil sie nicht wissen, dass sie glücklich sind; Nik geht.

VI Zu Schatoff, im gleichen Haus: warum der ihn geschlagen hat – Lebädkina ist Niks Ehefrau, aber noch ein Mädchen; das Schlagen war spontan; Nik warnt Schatoff, man wolle ihn ermorden; sie sind neide Mitglieder eines Bundes, aus dem Schatoff ausgetreten ist; man wolle Schatoff aber nicht freilassen, Pjotr solle ihn beseitigen. Nik sei eigentlich nicht Mitglied, habe nur bei der Organisation geholfen und solle auch getötet werden: Schatoff hat zwei Jahre auf dieses Gespräch mit Nik gewartet, er ist sehr erregt.

VII Es geht um die Russen als das „Gottträgervolk“, wovon Nik gesprochen hatte, obwohl er Atheist war und ist; Schatoff wiederholt alte Gedanken Nik’ vom Glauben eines Volkes an seinen Gott – Nik sagt, Schatoff verändere durch seinen Fanatismus den Gedanken. Nik fragt seinerseits, ob Schatoff an Gott glaubt – der glaubt an Russland. Er wirft Nik die Heirat der Lebädkina vor, weil der so das Gemeine und Sinnlose habe steigern wollen. Nik fragt nach dem Sinn von Schatoffs Fragen – der antwortet mit einer grenzenlosen Bewunderung Nik’; Nik sei ein Herrensohn, könne deshalb das Volk nicht verstehen – Gott könne man nur durch Arbeit erringen; Schatoff solle sich um die Lebädkina kümmern, Nik solle einmal zum früheren Bischof Tíchon gehen. Nik geht. – Man beginnt, den Titel „Die Dämonen“ zu verstehen.

Zweites Kapitel: Die Nacht. Fortsetzung

I Nik geht in Gedanken zum Fluss, als sich ein Unbekannter ihm anschließt – Fejdkin (F); Pjotr wolle ihm einen Pass besorgen; er bettelt Nik um 3 Rubel an; der lehnt ab, lehnt auch dessen Dienste ab und verbietet ihm, ihn noch einmal abzupassen.

II Nik geht zu Leb, der ihn erwartet; Leb beklagt sich über die Abhängigkeit von Pjotr; er trägt ein Gedicht vor; Nik wirft Leb dessen Vergehen vor und teilt mit, er werde die bisher geheime Heirat mit Lebädkina bekannt machen, wonach Leb kein Geld mehr bekäme; Nik wirft ihm vor, er wolle Leute denunzieren – habe bereits mit Lip darüber gesprochen, sollte besser den Mund halten; Leb hat revolutionäre Flugblätter verteilt und dafür Geld bekommen; Leb denkt über das Gespräch nach, Nik geht zu seiner Frau.

III Sie hat schlimm von ihm geträumt; er möchte sie evtl. wieder ins Kloster schicken; er kündigt an, die Heirat bekannt zu machen, und bietet ihr an, zusammen an einen kleinen Ort im Gebirge zu ziehen; sie lehnt ab – hält ihn für einen Fürsten bzw. ihren Mann für einen Fürsten und Nik für einen Betrüger; sie verflucht ihn.

IV F hat auf Nik gewartet, Nik stößt ihn zu Boden; F hat eine Kirche ausgeraubt und den Wächter erstochen; er hätte auch Leb bestehlen können, habt aber auf mehr Geld von Nik (für dessen Ermordung) gehofft; Nik wirft ihm Geld zu.

Drittes Kapitel: Das Duell

I Gaganoff will sich unbedingt mit Nik schlagen, hat MD als Sekundanten; K überbringt Nik’ Forderung; man trifft sich bei einem Wäldchen.

II Beschreibung Gaganoffs – er lehnt eine Versöhnung ab; er trifft Nik am Finger, der schießt extra vorbei; beim 2. Gang schießen beide vorbei; beim dritten Mal wird Nik’ Hut getroffen, er schießt in den Wald. Er und K reiten einfach weg.

III Kurzes Gespräch, warum Nik nicht gezielt hat: Er wolle eine Bürde tragen.

IV Nik möchte Tee, Darja kommt – es geht darum, ob ihre geheime Beziehung bestehen bleibt; Darja scheint an Nik zu hängen; er berichtet von F’ Angebot, die Lebädkins zu töten – Darja sieht ihn von „jenen“ umstellt; er beschimpft sie als „Krankenschwester“; sie sagt, Gott werde ihn „vor Ihrem Dämon beschützen“.

Viertes Kapitel: Alle in Erwartung

I Am nächsten Tag wird bei einem Fest L’ Verlobung erwähnt (aber nicht ganz geglaubt) und Nik’ Duell kommentiert: Er erscheint in strahlendem Licht; Sta besucht Frau von Lembke, sie nähern sich an, St soll rehabilitiert werden; Pjotr ist oft bei Sta; Pjotr spricht Nik an, der lässt ihn abblitzen.

II Protr zu St; er beleidigt seinen Vater und informiert ihn über den Auftrag, etwas vorzutragen – er stellt sein Verhältnis zu Sta als lächerlich und schmarotzerhaft dar; Pjotr hat Sta den letzten verzweifelten Brief St’ gezeigt; ihm ist egal, wer sein Vater ist; er will dessen Vortrag beim Fest zensieren; St verflucht ihn.

III Der Werdegang des von Lembke zum Ehemann Julias und Gouverneur; Pjotr setzt von Lembke herab, Julia protegiert Pjotr; der hat ein Roman-Manuskript von Lembke ausgeliehen und „verloren“; er hat mit jenem vertrauliche politische Gespräche geführt; Julia meint, Pjotr sei einflussreich, gehorche ihr unbedingt und mache es so möglich, die ganze Jugend zu retten. Kommentar: Ohne Julias Selbstüberschätzung hätte alles Folgende gar nicht geschehen können.

Fünftes Kapitel: Vor dem Fest

I Es weht ein neuer (Un)Geist in der Stadt; junge Leute provozieren die anderen – sie sind bei Julia v.L. verortet; auch den größten Flegeln wird Verständnis entgegengebracht; bei der Sammlung für eine beraubte Madonna geben zwei junge Flegel eine Kopeke, L gibt ihre Brillantohrringe.

II Die jungen Leute reiten zum Propheten Jákowlewitsch (Jak). Unterwegs besichtigen sie respektlos einen Selbstmörder; Jak gibt einigen Besuchern Tee, einer Frau Zuckerhüte; L will MD demütigen, er soll sich knien; eine der jungen Damen wird von Jak demonstrativ überhört; L will Nik schlagen, der weicht aus.

III Wiedersehen von Sta und St – Sta bereitet ein eigenes Fest vor; sie teilt St mit, er erhalte insgesamt 3.000 Rubel pro Jahr und solle nicht mehr bei ihr wohnen; sie rechnet mit ihm ab, oft in Worten Pjotrs, Julias v. L. und der neuen Leute; sie verlangt von ihm einen netten kleinen Beitrag zum Fest, er aber will über die Sixtinische Madonna sprechen; er droht, mittellos wegzugehen – sie bezweifelt das Vorhaben. Tiefe Verstimmung.

Sechstes Kapitel: Pjotr Stepanowitsch in Tätigkeit

I Unregelmäßigkeiten und Fehler in der Verwaltung unter dem Einfluss der Julia v. L.; sie sammelt alle, die sie „verehren“; sie hofft, mit Pjotrs Hilfe eine Verschwörung aufzudecken und groß herauszukommen.

II Pjotr kommt unaufgefordert in von Lembkes Arbeitszimmer, benimmt sich rüpelhaft, wird zurechtgewiesen und erlangt über die Rückgabe des Manuskripts des Romans von Lembkes die Oberhand.

III Die beiden sprechen über revolutionäre Flugblätter, wo Pjotr sich auskennt (und worüber er in Petersburg berichtet habe); Pjotr bittet anscheinend hilflos-vertraulich für Schatoff, der ein revolutionäres Gedicht nicht drucken wollte; er bittet um sechs Tage Ruhe, dann wolle er alle Verschwörer ausliefern; von Lembke zeigt ihm einen anonymen Brief, in dem sich ein Denunziant anbietet; Pjotr nimmt den Brief, um den Schreiber zu ermitteln – spielt die Bedeutung des Briefs herunter.

IV Blümer warnt von Lembke vor Pjotr und will eine Hausdurchsuchung bei St vornehmen, wo er die Quelle der Flugblätter vermutet; von Lembke wehrt sich dagegen – unklarer Schluss des Gesprächs.

V Pjotr besucht Karmasínoff (Kar), frühstückt und wertet dessen Fest-Gedicht ab; sie sprechen über die Flugblätter, Kar sieht in ihnen die Wahrheit offen und geschmacklos ausgesprochen; Pjotr sagt auf Kar’ Frage, die Revolution werde im nächsten Jahr beginnen – Kar will sein Gut verkaufen, ist Deutscher geworden.

VI MD bei Nik – Nik könne L heiraten, da sie trotz ihres Hasses und Wahnsinns am tiefsten ihn liebe; Geplänkel; Nik bekennt, dass er bereits verheiratet ist; MD besteht darauf, dass er dann L in Ruhe lasse – er droht ihm und geht; Pjotr kommt, Nik geht mit ihm zur Versammlung; Nik fragt unterwegs nach den Leuten, die kommen; Pjotr hält sie durch Ämter und Titel, ihre Sentimentalität und die Scheu vor eigenem Denken zusammen; sie seien „Material“, er und Nik seien das Zentralkomitee; Nik sagt, durch Ermordung eines Verräters binde man die Leute noch fester; Nik fragt, ob Pjotr von der höheren Polizei sei … Nik soll eine Rede halten, als „Anordner aus dem Ausland“ (in der Sozialistischen Internationale).

Siebtes Kapitel: Bei den Unsrigen

I Die Wirginskijs (W) – Versammlung (angeblich Namenstag) bei ihnen; die Gäste sind die Blüte des grellrotesten Liberalismus der Stadt; sie werden vorgestellt – es gibt eine revolutionäre Fünfergruppe.

II Die Gäste streiten sich, giften sich an; es wird abgestimmt, ob es nun eine Versammlung ist oder nicht; das scheitert, man einigt sich mündlich auf „Versammlung“, W ist der Präsident; Pjotr trinkt Kognak und schneidet sich die Fingernägel – Schigaljóff redet über das System der neuen Weltordnung, mit dem er nicht klargekommen ist; ein Lehrer erklärt es kurz (statt an zehn Abenden): Ein Zehntel der Menschen wird frei, neun Zehntel werden unfrei und glücklich – man streitet darüber; Pjotr bekennt sich als den Einladenden, der „Mitteilungen“ zu machen habe; der Lehrer wehrt sich gegen Pjotrs Vorgehen; Gretchenfrage Pjotrs: Würde jemand einen geplanten politischen Mord anzeigen? Diskussion – Schatoff geht weg; Nik und K gehen ebenfalls, Pjotr ist blamiert. Nik, K und Pjotr wollen sich bei K treffen. – Dieses Unterkapitel ist eine Satire auf die Reden der politischen Revolutionäre.

Achtes Kapitel: Zarewitsch Iwan

Bei K zeigt Pjotr den anonymen Brief an den Gouverneur, er will von Nik geld, um die Anzeige zu verhindern; Nik weigert sich und analysiert Pjotrs Gedanken; F kommt hinzu (wohnt bei K?); Nik geht – Pjotr hängt sich verzweifelt an ihn, er will einen Aufstand machen; er will die totale Gleichheit einführen, mit Nik als Haupt des Aufstands, weil der schön sei; er solle als „Zarewitsch Iwan“ die durch Terror und moralischen Verfall Vorbereiteten ins neue Russland führen; er will auch Niks Frau ermorden und ihm L bringen, falls Nik mitmacht – Nik lehnt ab; Pjotr gibt ihm drei Tage Bedenkzeit.

Neuntes Kapitel: Bei Tichon

I Am nächsten Tag geht Nik zu Bischof Tichon (T); das allgemeine Bild von T ist unscharf; T kennt Nik angeblich, weiß einiges; Nik erzählt von Erscheinungen eines Gespenstes oder Dämons – ob das der Teufel sei; T meint, er sei krank und solle zum Arzt gehen; dann geht es um den Glauben an Gott – das Schlimmste sei Gleichgültigkeit; beide bekennen, einander zu lieben; Nik distanziert sich und ist doch mit einem Anliegen gekommen, wie T sieht. Nik gibt ihm Papiere zu lesen, die noch keiner kennt.

II Sie tragen die Überschrift „von Stawrogin“ – orakelnder Kommentar des Ich-Erzählers. Es folgt der Text: Nik entblößt sein Ich, erzählt von der mit Erniedrigung verbundenen Lust, von einem Diebstahl, von Liebesverhältnissen und dem seltsamen Verhältnis zum kleinen Mädchen Matrjoscha, die sich erhängt hat; aus Ekel vor sich hat er Lebädkina geheiratet; die Vision der drohenden Matrjoscha verfolgt ihn, er könnte sie aber bannen; Nik hat dieses Bekenntnis drucken lassen, um es zu veröffentlichen.

III T schlägt einige Verbesserungen vor, Nik lehnt ab; T erkennt die tiefe Reue Nik’ im Text und zugleich eine Demonstration der Gefühllosigkeit; wenn einer (T) ihm verzeihe, wäre das eine große Erleichterung für Nik; T spricht von lächerlichen Aspekten des Textes, die Spott erzeugen könnten; Nik will durch Leiden dahin kommen, sich selbst verzeihen zu können – das ist der Glaube an Gott, sagt T; T trägt ihm auf, einem Staretz in der Nähe fünf oder sieben Jahre zu dienen – Nik lehnt ab; da hat T eine Vision: Nik werde ein noch größeres Verbrechen begehen, um die Veröffentlichung der Blätter zu verhindern. Nik wird wütend und geht in Raserei.

Zehntes Kapitel: Wie Stepan Trofimowitsch „beschlagnahmt“ wurde

Bei St hat es eine Hausdurchsuchung gegeben, Papiere sind beschlagnahmt worden – Ich wird gerufen; Blümer war da – St befürchtet, verhaftet zu werden, und versteckt Geld in der Kleidung; St besitzt nur die Werke A. Herzens, das ist sein einziges „Vergehen“ – und er war stets für den Fortschritt; außerdem wurden zwei Proklamationen gefunden, die man ihm ins Haus geworfen hatte; St befürchtet, gefoltert zu werden; er rappelt sich auf und will zu Lembke gehen – und er bekreuzigt sich vor der Ikone, was er noch nie getan hat.

Elftes Kapitel: Die Flibústier. Der verhängnisvolle Vormittag

I Etwa 70 Arbeiter ziehen zum Gouverneur, um von ihm Recht gegen den Fabrikbesitzer zu erbitten; sie werden von Polizei eingekreist. – Der Gouverneur leidet an seiner Situation und hatte in der Nacht einen heftigen Streit mit Julia, wobei er u.a. gedroht hat, Pjotr verhaften zu lassen; am nächsten Morgen jagt er per Kutsche sinnlos durch die Welt – da erhält er die Nachricht, in der Stadt seien Unruhen ausgebrochen; Lembke ist hilflos, schreit, hört nicht auf die Arbeit und befiehlt „Auspeitschen!“. In diese Aufregung hinein kommen St und Ich; St verzichtet auf Protest, sie gehen in den Empfangssaal Julias.

II Im Haus sprechen St und Lembke miteinander, Lembke zuerst heftig, dann beinahe hilfesuchend; St bittet um Rückgabe der Bücher.

III Julia kommt mit Gefolge, von Lämschin informiert; man nimmt St mit, belanglose Gespräche mit Kar und Julia; da kommt Nik und erkundigt sich nach St’ Befinden; Julia bittet St um seinen Auftritt auf dem Fest, der will nicht mehr – da kommt Pjotr und stänkert gegen St – da geht Lembke auf St zu, spricht kurz und verlässt den Raum, Julia hinterher, sie kommt zurück – da bitte L Nik laut, sie vor den Briefen Leb’  zu bewahren – da macht Nik seine Verwandtschaft öffentlich und sagt ihr Hilfe zu – Nik geht raus, Aufregung in der Stadt. St bereitet sich auf seinen Vortrag vor.

DRITTER TEIL

Erstes Kapitel: Das Fest. Die Matinee

I Fest findet am nächsten Tag statt – alle erwarten einen Eklat. Aber alle machen mit – ein unheilvoller Geist hat sich ausgebreitet.

II Die literarische Matinee soll 12-16 h dauern; das Essen und Trinken soll entfallen, damit zur Unterstützung der Gouvernanten Geld übrig bleibt; dann soll um 22 h der Ball beginnen – dann soll es auch Tee und Gebäck geben; die Damen brauchen unbedingt zwei Kleider für den Tag, viele werden bettelarm; um 12 h beginnt Musik, fremder Pöbel fragt nach dem Büfett, Lembkes erscheinen, Unruhe; dann erscheint Leb statt Kar, wird entfernt, Lip trägt ein dämliches Gedicht vor – Ich wirft Lip vor, einen Skandal erzeugen zu wollen.

III Kar beginnt mit geschwollener Einleitung zu reden – es folgt ein endloser sinnloser Sermon – es entsteht Unruhe, einer schreit „Unsinn“; Kar fragt das Publikum, darauf kommentieren Hörer das Geschmuse; Kar trägt nur noch den Schluss vor; es gibt Beifall und böse Kommentare sowie einen Lorbeerkranz; dann geht es weiter – eine wunderbare Satire!

IV St tritt auf – er entlarvt das Geheimnis der Flugblätter: Dahinter stecke pure Dummheit; dann stellt er die Schönheit Shakespeares oder Raffaels über die sozialen Fragen und die Wissenschaft – ein Seminarist fragt ihn nach F, den St beim Kartenspiel verloren habe … Unruhe – St geht weg – da erscheint ein dritter Vortragender, ein auswärtiger Professor; er geißelt den Verfall Russlands und löst Begeisterungsstürme aus, er wird weggeschleppt; eine revolutionäre Studentin beginnt zu reden – da geht das Ich weg.

Zweites Kapitel: Das Ende des Festes

I Ich geht zu St, der ihn nicht empfängt – er habe mit allen abgeschlossen. – Auszug aus St’ Brief an Darja. Ich geht zu Julia.

II Julia streitet mit Pjotr, ob die Störungen geplant waren und ob der Ball stattfinden soll; Pjotr wirft ihr vor, sie habe die ganze Bande gewähren lassen, er habe sie gewarnt – glatt gelogen, wie Julia feststellt; Streiterei – Pjotr erzählt nebenher von einer Flucht L’ mit Nik, gerüchteweise; Ich schaltet sich ein und wirft Pjotr vor, das alles eingefädelt zu haben; Ich geht zu St und Darja, kommt nicht an, dann zu Schatoff. Abends geht Ich zum Ball.

III Gegen 23 h kommt Ich dort an – die bessere Gesellschaft fehlt, noch mehr Frauen fehlen, dafür sind viele zweifelhafte Typen da; Lembke steht neben sich, Julia ist bei ihm, der alte General bei ihr; die Literarische Quadrille wird aufgeführt – eher geschmacklos, mit Kritik des Publikums – da wird bemerkt, dass in der Vorstadt Brände gelegt worden sind; alle rennen weg, Julia fällt in Ohnmacht, Lemke fährt delirierend zum Brand; das Fest endet mit Besäufnis der Rüpel.

IV F und drei Arbeiter waren die Brandstifter – Beschreibung des Feuers, Lembke ist hilflos allein, hilft einer Frau und wird von einem Balken getroffen; ein einzelnes Haus hat auch gebrannt – darin waren Leb mit Schwester und Magd ermordet, das Bargeld gestohlen worden; Mieter des Hauses war Nik.

Drittes Kapitel: Ein beendeter Roman

I Zwischen 5-6 h, L und Nik – sie verstehen sich nicht, L weist ihn ab (sie war allein zu ihm gekommen) – Pjotr hatte ihr etwas von seinem Projekt vorgeschwatzt; L hat ihr Leben auf eine einzige Stunde gesetzt; Pjotr kommt hinzu, Nik erklärt sich für das, was dieser berichten wird, verantwortlich.

II Pjotr: Sie sind ermordet worden, aber nicht verbrannt; Pjotr erzählt die Vorgeschichte des Mordes und Brandes, er hatte Leb Geld gegeben, damit der nach Moskau fahren könnte; Nik befürchtet, in die Geschichte hineingezogen zu werden; MD stehe draußen und warte; L kommt hinzu und hört vom Mord; Nik habe nicht gemordet, aber nichts dagegen unternommen; L rennt weg, Pjotr wird auf den nächsten Tag bestellt.

III Pjotr hinter L her, will sie nach Hause bringen; sie will die Toten sehen; sie rennt weg und fällt, MD sieht sie, hebt sie auf; sie vergeht in Schuld vor ihm, sie gehen zu Fuß im Regen zur Brandstätte und treffen auf St – er hat sich aufgemacht wegzugehen; sie lassen St zurück und gehen zur Brandstätte. Man schlägt L dort zusammen.

Viertes Kapitel: Der letzte Beschluss

I Pjotr bei Gaganoff und Julia, macht Julia schlecht; dann mit den Fünf bei Fährich Erkel; die Fünf rebellieren gegen Pjotr, auch wegen Nik und des Mordes; Pjotr geht zum Gegenangriff über, wirft ihnen Eigenmächtigkeit und Brandstiftung vor; er kündigt ihre Verhaftung an, Schatoff sei ein Denunziant -> Plan: Schatoff ermorden, K nach seinem Selbstmord die Schuld übernehmen lassen.

II Pjotr ist über Niks Abreise nach Petersburg verärgert und traut Schatoff die Denunziation zu; Lip und Pjotr gehen zu K, Lip hasst Pjotr: er lehnt Pjotrs Proklamation ab und will sich von ihm abwenden, geht dann aber doch mit.

III Bei K – Erinnerung an das Versprechen; Streiterei K – Pjotr; nebenan isst F, Pjotr geht hin – F will verreisen; Pjotr will F noch benutzen und verspricht ihm Geld, F glaubt ihm nicht, verspottet ihn, lobt Nik dagegen – Pjotr ist wütend und will schießen, F schlägt ihn zusammen und geht; Pjotr droht Lip und rennt weg, Lip hinterher; Pjotr erinnert an den nächsten Tag und geht.

IV Lip beschließt, ins Ausland zu fliehen, zögert – und hört am nächsten Tag, dass F erschlagen worden ist; das ist ihm nach Pjotrs Drohung eine Lehre (obwohl der in der Nacht zu Hause war) – er bleibt.

Fünftes Kapitel: Eine Reisende

I Schatoff leidet an den Ereignissen – da taucht in der Nacht seine Frau Marja auf, von der er seit drei Jahren getrennt ist; er freut sich – sie will nicht zu ihm zurück, sondern sucht Arbeit; er besorgt Essen und Trinken; sie schläft ein, da kommt Erkel, bestellt ihn für den nächsten Abend zur Übergabe der Druckmaschine (mit geplanter Ermordung).

II Er lässt seine normale Vorsicht außer Acht, ist nur um Marie besorgt; sie ist krank, will Buchbinderei eröffnen; sie hat Geburtswehen, er holt eine Hebamme,

III und zwar die Wirginskaja; dann verkauft er Lämschin seinen Revolver zurück, um Geld zu bekommen; der feilscht mit ihm.

IV W und Frau sehen Schatoff nun anders – Wirginskaja bereitet das Nötige für die Entbindung vor; Marie schwankt wild in der Stimmung.

V Schatoff holt bei K Sachen – der spricht vom Erleben vollkommener Harmonie und Freude.

VI Gegen Morgen wird ein Sohn geboren; die Hebamme will ihn ins Kinderasyl geben, Schatoff ihn behalten; Marie und er sind selig; sie küsst ihn auf die Stirn, nachdem sie ihn bisher nur angegiftet hatte, will ihn nicht mehr weglassen; der Junge soll Iwan heißen; am Abend holt Erkel Schatoff ab, er will um 21 h zurück sein.

Sechstes Kapitel: Die mühevolle Nacht

I Die fünf treffen sich in der Nähe des Sta’ Gutes; W will den Mord verhindern, da Schatoff als glücklicher Mensch nicht denunzieren werde; mehrere widersprechen dem Vorhaben, aber Pjotr drängt auf den Mord, Schigaljoff geht weg; Schatoff kommt, zeigt die Stelle, wo die Maschine vergraben ist, und wird von Pjotr erschossen; Lämschin bekommt einen Anfall, schreit tierisch; man befestigt Steine an der Leiche und wirft sie in einen Teich; W distanziert sich von der Tat, Pjotr hält eine revolutionäre Rede; Lip fragt Pjotr nach der Anzahl der Fünfergruppen – Pjotr ist überzeugt, dass alle schweigen werden.

II Pjotr packt seine Sachen und fährt zu K. Vorausblick: Pjotr soll verhaftet werden und flieht ins Ausland. – Er isst bei K ein Huhn; K weigert sich, etwas über Schatoff zu schreiben – sie bekommen Streit, Pjotr droht K, der verachtet ihn; K philosophiert: Wenn es Gott nicht gibt, muss ich meinen eigenmächtigen Willen bezeugen – und mich töten (um so selber Gott zu werden); ich bin verpflichtet, autonomen Willen zu bezeugen und so die Menschen von der Angst vor der Freiheit zu befreien; plötzlich will er alles schreiben, was Pjotr verlangt; Pjotr diktiert das Schuldgeständnis (Morde), K unterschreibt und geht in den Nebenraum; Pjotr überlegt, was K wohl denkt, und geht in den Nebenraum nachschauen – K steht da starr und beißt Pjotr in den Finger – Pjotr stürzt davon und hört den Schuss; er geht nachschauen, sieht die Leiche und geht.

III 5.50 h sind Pjotr und Erkel am Bahnhof; Pjotr verspricht, bald wiederzukommen; er trifft einen Verwandten Julias, der auch verreist, und wendet sich dem zu – Erkel ist darüber enttäuscht.

Siebtes Kapitel: Stepán Trofímowitschs letzte Wanderschaft

I Die große Landstraße, das war für St etwas Langes, eine Idee – deshalb geht er zu Fuß, statt mit der Post zu fahren, er hat ja auch kein Ziel; er geht hinter einem Bauernwagen her; für ½ Rubel darf er mitfahren, ins nächste Dorf; dort isst er und trinkt einen Schnaps; er kauft von einer Frau eine Bibel und wird von Anissim angesprochen, einem Diener, der ihn wiedererkennt; er fährt mit der verwitweten Bibelverkäuferin nach Spassoff (von Anissim angeregt).

II Die Witwe, Ssofja, kümmert sich um den leicht erkrankten St; der möchte immer bei ihr bleiben und die Bibel auslegen; er erzählt ihr seine Lebens- und Liebesgeschichte(n), leicht ausgeschmückt; er hält sie für die richtige Frau für sich; in der Nacht bekommt er einen Anfall von Cholerine – sie versorgt ihn; er wird richtig krank, sie muss ihm aus der Bibel vorlesen – stößt auf Akp 3,14-17, was ihn begeistert; sie will bei ihm bleiben, muss auch Luk 8,32-37 vorlesen – St deutet die Stelle: Die bösen Geister sind in die Russen gefahren, die zugrunde gehen werden … St ist sehr krank.

III In einer Kutsche kommt Sta mit Darja, von Anissim informiert; Sta übernimmt das Kommando, schickt Ssofja weg, lässt einen Arzt holen; St bekennt, er habe Sta 20 Jahre geliebt; dann verhört Sta Ssofja; der Arzt hält St’ Zustand für sehr ernst, man holt einen Priester – St empfängt die Sakramente, er ist gläubig geworden; er stirbt am dritten Tag; Sta lässt ihn begraben und nimmt Ssofja mit zu ihrem Gut.

Achtes Kapitel: Der Schluss

Wirginskaja erfährt von ihrem Mann, was geschehen ist; Marie findet den toten K und rennt mit dem Kind weg; sie erkältet sich und stirbt mit ihrem Kind. Die Polizei deckt einiges auf, glaubt aber K’ Brief; Lämschin verzweifelt, geht zur Polizei und gesteht alles – Pjotr wird entlarvt als treibende Kraft mit dem Ziel der „systematischen Zersetzung der ganzen Gesellschaft“, um schließlich die Macht zu ergreifen; Lämschin entlastet Nik in der Hoffnung auf dessen Protektion; die übrigen Mittäter werden verhaftet. „Jetzt, drei Monate nach jenen Geschehnissen“ (984) ist der Zeitpunkt des Erzählens. – Sta kommt zurück, Darja erhält einen Brief Nik’: Er lädt Darja ein, mit in die Schweiz zu reisen; er analysiert sein Leben als Kraftprobe ohne Ziel; er warnt sie zugleich vor sich; er müsste sich eigentlich umbringen, aber selbst das wäre nicht ehrlich; er ruft Darja als seine „Krankenschwester“. Sie zeigt Sta den Brief, beide wollen losfahren – da ist Nik auf dem Gut angekommen, hören sie. Sie fahren hin und finden ihn erhängt.

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Ich habe die Übersetzung E. K. Rahsins (Piper) gelesen; sie kann sich nicht entscheiden, ob bei Wirginskij Geburtstag (539) oder Namenstag (sonst, z.B. 543) gefeiert wird. Die 68 Anmerkungen der Übersetzerin beziehen sich auf die Zeit- und Literaturgeschichte Russlands.

Zwei Bibelstellen werden zweimal zitiert, Apk 3,14-17 und Luk 8,32-37; das dürfte Indiz für ihre Bedeutung zum Verständnis des Romans sein. Luk 8,32-37 ist bereits das Motto des Erzählers und auch für den Titel des Romans verantwortlich: Die aus dem Besessenen von Gerasa ausgetriebenen Dämonen (Luk 8,26-31), die dann in die Schweineherde fahren, sind ja nach St’ Deutung seit langem in die Russen gefahren.

Was sie dort anrichten, zeigt sich am deutlichsten in dem Scheusal Pjotr, den man anstandshalber ebenfalls hätte sterben lassen sollen, in seinem nihilistischen Zynismus, aber auch in anderen Figuren. Die Reden Pjotrs im achten Kapitel des zweiten Teils sollte man wörtlich zur Kenntnis nehmen. Aber auch Lämschins Äußerung beim Verhör im Schluss-Kapitel ist bereits aufschlussreich: „Auf die Frage, wozu denn so viele Mordtaten, Skandalgeschichten und Schändlichkeiten begangen seien, antwortete er eilig und eifrig: zum Zwecke einer systematischen Erschütterung der Fundamente; zum Zwecke einer systematischen Zersetzung der Gesellschaft und aller Elemente; um alle zu entmutigen und aus allem einen Mischmasch zu machen und, wenn dann die Gesellschaft auf diese Weise ins Wanken gebracht, krank und matt, zynisch und ungläubig geworden sei, sich aber grenzenlos nach einem leitenden Gedanken und nach Selbsterhaltung sehne, sie auf einmal selbst in die Hand zu nehmen, indem man die Fahne der Empörung erhebe und sich auf ein ganzes Netz von Fünferkomitees stütze, die unterdes gewirkt, geworben und praktisch alle Kunstgriffe und alle schwachen Stellen, die man in Angriff nehmen könne, ausprobiert hätten. Er schloß damit, hier in unserer Stadt sei durch Peter Stepanowitsch nur ein erster Versuch der systematischen Herbeiführung einer solchen Unordnung gemacht worden; es sei damit sozusagen ein Programm der weiteren Aktionen, sogar als Muster für alle Fünferkomitees, aufgestellt worden.“

 

http://www.zeno.org/Literatur/M/Dostoevskij,+F%C3%ABdor+Michajlovi%C4%8D/Romane/Die+D%C3%A4monen (Text, nach der Übersetzung von Hermann Röhl)

http://universal_lexikon.deacademic.com/229922/Dostojewskij (F.D.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_D%C3%A4monen_%28Dostojewski%29 (Roman)

http://www.deutschlandfunk.de/boese-geister.700.de.html?dram:article_id=80306

http://dostojewskij.virtusens.de/dostojewskij_bibliographie.php?werknr=626

http://www.pnn.de/potsdam-kultur/138633/

http://www.zeit.de/1979/48/die-daemonen

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2007/05/12/a0014

http://kruemel.iphpbb3.com/forum/10385128nx42658/weltliteratur-klassiker-f1/dostojewski-fjodor-daemonen-t3897.html

http://www.dctp.tv/filme/pissigkeit-unverwechselbar/ (Film)

http://www.dostojewski.eu/02_WERK/18711_Die_Daemonen.htm

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article845457/Wie-Literatur-dazu-beitraegt-die-Gesellschaft-zu-verstehen.html

http://www.iguw.de/uploads/media/dosto3.pdf (Dostojewski und das NT)

http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/7147/Totale_ted.pdf (hier S. 12 ff.)

http://www.math.uni-augsburg.de/~eschenbu/Was%20willst%20du%20armer%20Teufel%20geben.pdf (Darstellung und Rolle des personifizierten Bösen in der Literatur nach der Aufklärung, dort 3.1)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/drei-meister-balzac-dickens-dostojewski-6852/4 (Stefan Zweig: Dostojewski)

Dostojewski: Der Idiot – Inhalt

Erster Teil

1) Im Zug nach Petersburg lernen sich Fürst Myschkin (M) und Rogoschin kennen, beide ca. 27 Jahre alt; bei ihnen sitzt Lebedew, ein Beamter, der alle Leute kennt; sie sprechen u.a. über die schöne Nastasja Filippowna (N); Rogoschin lädt M zu sich ein.

2) General Jepantschin (J) wird vorgestellt: klug, reich, erfolgreich; seine Frau ist eine geborene Myschkin, er hat drei schöne Töchter; M spricht im Vorzimmer mit einem Diener (u.a. über die Todesstrafe) und wird dann zum General vorgelassen.

3) Audienz beim General, der zuerst reserviert ist, dann M eine Schreiberstelle (wegen dessen schöner Handschrift) und eine Wohnung in seinem Haus besorgt. Zwischendurch spricht J mit seinem Sekretär Ganja (G), der offensichtlich die schöne N heiraten soll. M sieht ihr Bild, ist verzaubert.

4) Gegen 12.30 begibt sich der General zum „Frühstück“ der Familie. Einschub: Familie J; Tozkij (T) wirbt vorsichtig um die älteste Tochter; Geschichte N.s vom Waisenkind zur Geliebten T.s; der will sie endgültig loswerden und an G verheiraten (mit 75.000); dessen Familie sträubt sich, er selbst ist zwiespältig – an diesem Abend (N.s 25. Geburtstag, der 27.November) will N sich entscheiden; Komplikation: J hat anscheinend ein Verhältnis mit ihr, will ihr Perlen schenken.

5) Man lädt M zum Frühstück ein, der General verschwindet; M gefällt der Mutter, er muss von der Schweiz erzählen, u.a. von der nicht vollzogenen Hinrichtung eines Sträflings und vom Bild (Kopf) eines zum Tod verurteilten (mit der Vorstellung der Hinrichtung); er soll erzählen, wie er verliebt war – war er aber nicht, war so glücklich.

6) Monolog M.s über sein gutes Verhältnis zu den Kindern in der Schweiz als Quelle seines Glücks; über seine Offenheit ihnen gegenüber, seine Zuneigung zur verfemten Marie, den Widerstand der Erwachsenen und die Meinung, dass er selbst ein Kind sei; er beurteilt die Damen nach ihren Gesichtern.

7) Die Mutter ist begeistert, die Mädchen halten sich zurück; er muss von G N.s Bild holen, die er so schön findet; G gibt ihm geheimen Brief für Aglaja mit, die ihn ohne Antwort an G zurückgeben lässt; M geht mit G zur Wohnung, der ist wütend; M verbittet sich, Idiot genannt zu werden.

8) G zeigt ihm Haus und Zimmer, M lernt dessen Schwester Warwara und Bruder Kolja kennen; Ptizyn ist Warwaras Verlobter, Ferdystschenko stellt sich vor, danach General Iwolgin, der sich als Bekannter von M.s Vater ausgibt; Frau Nina bittet M zu sich, der General kommt hinterher und redet von M.s totem Vater; Nina fragt M nach seinem Verhältnis zu G – der kommt mit Ptizyn, Streit G.s mit Schwester Warja; M geht und öffnet N die Haustür, die ihn gleich als Idioten beschimpft.

9) Gequälter Empfang N.s, G ist gegen M zornig, der wird als Fürst vorgestellt; M sagt, woher er N kennt; der General kommt hinzu und erzählt eine Geschichte (Hund zum Fenster rausgeworfen), warum er mit J zerstritten sei; N kennt die Geschichte aus der Zeitung – G führt den Vater hinaus.

10) Rogoschin kommt mit einem Haufen angetrunkener Leute, beschimpft G und fragt N nach der Heirat; G soll für 3.000 zurücktreten, N 18.000 bekommen oder 40.000; Streit zwischen G und Warja, M hält einen Schlag G.s auf und bekommt eine Ohrfeige; er beschämt alle, N geht, ebenso Rogoschin und Begleiter.

11) M spricht mit Kolha, Warja und G, der sich bei M entschuldigt; längeres Gespräch der beiden, u.a. über N, das Heiraten und G, den M für einen normalen Menschen hält, was diesem zu wenig ist; Kolja bringt eine Einladung des Vaters.

12) Kolja und M gehen zum General ins Kaffeehaus; M gibt ihm sein Geld (wartet vergeblich auf die Rückzahlung von 15 Rubel), der General betrinkt sich, redet viel dummes Zeug, gibt das Geld einer Witwe, der er mehr schuldet; M möchte von ihm bei N eingeführt werden, Kolja bringt ihn hin; die beiden gefallen einander; Kolja urteilt über seine Familie.

13) M geht in die Wohnung, etwas unschlüssig; N begrüßt ihn freudig und weist Ferdystschenko gleich in seine Schranken; der Fürst muntert die Gesellschaft auf, dazu gibt es Sekt; Ferdystschenko schlägt vor, reihum solle jeder seine böseste Tat erzählen; N, die Fieber hat, unterstützt den Vorschlag; Ferd. soll anfangen.

14) Ferd erzählt vom Diebstahl von 3 Rubel, worauf ein Dienstmädchen entlassen wurde; der General erzählt, wie er wütend von einer alten Frau eine Suppenterrine zurückverlangte, die gerade im Sterben lag; T erzählt, wie er aus einer Laune einem anderen rote Kamelien vor der Nase wegschnappte, worauf dieser Mann zusammenbrach und später als Soldat fiel; als N erzählen soll, fragt sie M, ob sie G heiraten soll – M sagt nein – damit ist die Frage entschieden; sie vertraut M – sie gibt G die 75.000, dem General J die Perlen zurück, will am nächsten Tag ihre Wohnung aufgeben, ein neues Leben beginnen – es klingelt.

15) Rogoschin kommt mit seiner angetrunkenen Truppe; er legt 100.000 verpackt auf den Tisch; N verhöhnt die Männer, die meinten, sie mit Geld kaufen zu können, sagt sich von ihnen los (hat einen Schwips) – M nähme sie „als ehrbares Weib“ zur Frau; M liebt N und hat eine große Erbschaft in Aussicht (Brief dazu).

16) Ptizyn bestätigt, dass die Erbschaft juristisch einwandfrei ist; N stimmt dem Antrag zu – alle sind erstaunt; dann rückt sie davon ab – sie will keinen „Säugling“ zugrunde richten; sie hält M für einen Schwärmer, auch wenn sie von so einem Mann geträumt habe; sie wirft das Paket mit den 100.000 ins Feuer – allein G darf es herausholen (Test); der weigert sich und bricht zusammen; sie holt mit der Zange das Paket heraus und gibt es G; sie fährt mit Rogoschin ab, M in einer Droschke hinterher; Schlussbemerkungen des Generals und T.s.

Zweiter Teil

1) M reist zwei Tage später nach Moskau (Erbschaft) – G hat M das Geld gegeben, sich mit ihm angefreundet, N ist ebenfalls dort, aber Rogoschin durchgebrannt trotz Eheversprechen – M ihr hinterher? M ist bei Fürstin Belonkonskaja gut angeschrieben; Warja hat Ptizyn geheiratet und sich mit den Töchtern J angefreundet; T hat sich eine Französin zugelegt, Fürst Sch. will Adelaida J heiraten, ein Leutnant bewirbt sich um Aglaja J, General Iwolgin sitzt im Schuldgefängnis; Kolja freundet sich mit den Töchtern J an, gibt Aglaja einen Brief M.s (er brauche sie, wünsche sie glücklich).

2) J ziehen im Juni ins Landhaus, zwei Tage später kommt M aus Moskau an; er fährt zu Lebedew; der hat Streit mit seinem Neffen, M solle entscheiden; beide giften sich an – M sucht Kolja; M spricht mit Lebedew über N und deren Flucht vor Rogoschin; man plant, dem Fürsten einen Teil des Lebedew-Hauses in Pawlowsk zu vermieten und gemeinsam hinzuziehen – viele Andeutungen.

3) M geht zu Rogoschin (R), R ist verlegen; sie sprechen auch über N – M.s Liebe zu ihr sei Mitleid – sie solle ins Ausland gehen und sich erholen, die Hochzeit mit R werde böse enden; R und M verstehen sich jetzt gut, R berichtet über das absurde Verhältnis zu N – er hatte sie in Moskau verprügelt und dann um Verzeihung gebeten, dann hat sie den Hochzeitstermin gemacht, dann ist sie wieder geflohen; sie hat ihn in seinem Haus besucht und voll Achtung von ihm gesprochen; R sagt, dass sie in Wahrheit M liebe, aber fürchte, ihn zugrunde zu richten; M geht verworren.

4) Sie betrachten im Gehen Bilder an den Wänden; R fragt, ob M an Gott glaubt – der erzählt daraufhin vier Episoden und als Konsequenz daraus, dass das Wesen des religiösen Empfindens von keinem Verbrechen berührt und vom Atheismus nicht erfasst wird; auf R.s Vorschlag tauschen sie ihre Kreuze; R führt ihn zu seiner Mutter, die M segnet; mit sich ringend tritt er N an M ab, sie umarmen sich.

5) M sucht (15 h) Kolja vergeblich; M geht unruhig umher – wie vor einem Anfall; der kennt einen Moment höchster Harmonie und dann den Absturz; gegen 19 h geht er los, Gewitterluft; er denkt wirr, über Mord und R; er kommt zu N.s Haus, sie ist nach Pawlowsk gefahren; M sieht wieder „diese Augen“ (R.s), die ihn mehrfach beobachtet haben; R verfolgt ihn weiter – er stellt ihn auf einer Treppe, R zückt ein Messer: ein epileptischer Anfall, R rennt weg, ohne zuzustechen. Kolja bringt M zu Lebedew, der ihn nach Pawlowsk.

6) Kolja umsorgt M, Lebedew hält Iwolgin möglichst fern; Frau J und die Töchter kommen; Gespräche der Gäste; Anspielung auf den „armen Ritter“ reiner Liebe, den Aglaja malen wollte, im Zusammenhang mit G oder M – sie will die Ballade vortragen.

7) Aglaja blickt bei ihrem Vortrag M an, trägt intensiv vor; J kommt mit Radomskij; Lebedew verkauft der interessierten Frau J seinen Puschkin, von dem das Gedicht stammt; es kommen vier junge Gäste mit Iwolgin, aufrührerische Leute, für die G zuständig war.

8) Sie treten frech auf; Kolja liest einen Zeitungsartikel vor, in dem ein angeblich illegitimer Sohn die Erbansprüche M.s moralisch bestreitet und ihn verunglimpft; Burdowskij hat den Artikel gebilligt (verfasst hat ihn Keller), nennt sich „Sohn Pawlistschews“; Lebedews Neffe trägt „Forderung“, nicht Bitte um Geld vor – Appell an M.s Anstand; M klärt die Vorgeschichte, hinter der Anwalt Tschebarow steht; M will Geld geben, aber beklagt die Verleumdungen des Artikels – Burdowskij ist nicht Pawlistschews Sohn! Die Aktion ist reine Erpressung.

9) G hat die wahre Vorgeschichte Burdowskijs erforscht; der war irrtümlich der Meinung …. ist kein Gauner, auch der Anwalt in diesem Fall nicht – Burdowskij gibt M Geld zurück, M entschuldigt sich wegen seines voreiligen Verdachts; Frau J trumpft gegen die vier jungen Leute auf und gegen die Naivität M.s; der todkranke Ippolit, der sich ebenfalls aufgespielt hatte, appelliert an Frau J.s Mitgefühl; Entspannung, es gibt Tee, 23 h.

10 ) Es kommt heraus, dass Lebedew den verleumderischen Aufsatz teilweise korrigiert hat; er hat auch „Tatsachen“ dazu geliefert; Gespräche – Ippolit lädt J zu seinem Begräbnis ein; er philosophiert angesichts des Todes; man sorgt sich um ihn und M; eine Droschke holt die vier jungen Männer an; Fam. J reist teils zornig ab; es kommt eine Kutsche, aus der eine Frau Radomskij wegen dessen Wechsel anspricht.

11) Verstimmung mit J; Adelaida und Fürst Sch. kommen zu Besuch, man spricht über die Dame in der Kutsche = N; G kommt, ebenso Warja; M überlegt kurz, sich völlig zurückzuziehen – Keller besucht ihn, beichtet seine Übeltaten und pumpt ihn an (25 Rubel); Lebedew soll M über den Vorfall mit der Kutsche aufklären, kann aber nicht ausreden; Kolja informiert M über Streit bei J: Warja hat totales Hausverbot, Aglaja hat Streit – M ist anscheinend auf G (wegen Aglaja) eifersüchtig. Am nächsten Tag trifft M in der Bahn J, am dritten Tag findet die Versöhnung mit Fam. J statt.

12) Frau J kommt und fragt nach dem alten Brief M.s an Aglaja: ob M in Aglaja verliebt sei (nein) und ob er N heiraten werde (nein); was er von dem Vorgfall mit der Kutsche wisse (nichts) – Aglaja werde nicht verheiratet; G habe ein Verhältnis mit ihr; M erzürnt sie, sie will mit M brechen – als sie hört, Aglaja habe sich den Besuch M.s verbeten, schleppt sie ihn sofort ab; sie versteht Aglajas Verbot als Einladung an M, der das bloß nicht verstanden habe.

Dritter Teil

1) Fam. J ist nicht so tranig wie die meisten Russen – ironische Reflexionen des Erzählers; die Sorgen der Frau J (völlig überzogen) – M wird in eine Diskussion hineingeschleppt, über das Russische und die Sozialisten; Radomskij führt das große Wort gegen die Liberalen; verworrene Diskussion um M.s Einschätzungen und das Verhältnis zu Ippolit.

2) M wendet sich an Rodomskij; dann stellt er sich vor der Versammlung als Sonderling dar – Aglaja ereifert sich für ihn gegen die anderen, M distanziert sich von Heiratsplänen bezüglich Aglaja, er führt mit Aglaja den Spaziergang an; sie zeigt ihm eine Bank, wo sie früh um 7 allein sitzt; Konzert in der Vauxhall, M fühlt sich fehl am Platz; N taucht mit einem Schwarm auf, sehr auffällig – M ist beeindruckt; sie spricht Radomskij direkt an, sein Onkel habe sich erschossen und Schulden hinterlassen. J gehen, ein Offizier stürzt sich auf N, sie schlägt ihn, M hält seinen Arm zurück, der Boxer mischt sich ein, R holt N ab – Aglaja hat die Szene beobachtet; Polizei kommt.

3) Aufregung im Haus J; Aglaja beauftragt M, sich eine Pistole und Pulver zu besorgen; J spricht mit M über den Selbstmord usw. – Radomskij habe sich vor einem Monat eine förmliche Absage von Aglaja geholt; sie habe gesagt, man wolle sie mit M verheiraten … Abschied, tröstliche Worte. M liest einen Zettel Aglajas, mit dem sie ihn nächsten Tag um 7 h zur grünen Bank bestellt; Keller (Boxer) hat ihn abgepasst – er bietet sich als Sekundant für das drohende Duell an; M allein im Park, rechnet nicht mit der Möglichkeit, dass Aglaja ihn liebt – R kommt gegen 23.30: N bestelle ihn direkt zu sich; sie sprechen über ihr Verhältnis und über N – die korrespondiere mit Aglaja und wolle ihn mit dieser verheiraten, damit M glücklich werde; M lädt R ein, gleich beginne sein Geburtstag und ein neues Leben.

4) In der Wohnung M.s erwarten ihn fröhliche Gäste und gratulieren; Radomskij sucht seine Freundschaft; Diskussion über alles mögliche Moderne und Bedrohliche, über Kannibalismus im Mittelalter u.a.

5) Der schlafende Ippolit erwacht und will etwas vorlesen; man lost – er soll vorlesen: „Meine notwendige Erklärung. Après moi le déluge!“ (Gedanken, Träume; Erfahrungen in der Situation vor dem nahen Tod)

6) (u.a. eine Begegnung mit dem Bild der Kreuzabnahme bei R und mit R selbst – es geht u.a. darum, wie er zu seiner endgültigen Entscheidung gekommen ist)

7) (Er will sich erschießen und erkennt keinen Richter über sich an. Er sei in der schönen Welt überflüssig.) teilweise ablehnende Reaktionen; Ippolit erschießt sich, aber ohne Zündhütchen versagt die Pistole; Gelächter, die Gäste gehen; M spricht noch mit Radomskij über Ippolit und geht dann in den Park, gegen 3.30, er ist unruhig; er schläft ein – bis vor ihm Aglaja steht und lacht.

8) M erzählt von Ippolit, Aglaja will dessen Abhandlung sehen; sie streiten ein bisschen – da bittet Aglaja ihn, ihr Freund zu werden; Verlegenheit – sie will aus dem Elternhaus fliehen, er soll ihr helfen; sie will nicht länger bevormundet werden, will mit ihm Erzieherin werden – andernfalls heirate sie G; M rät ihr energisch von der Flucht ab; sie sei nicht in M verliebt, sondern liebe G; der habe aus Liebe zu ihr seine Hand ins Feuer gehalten – was gelogen ist, wie M weiß; sie wirft ihm seine Liebe zu N vor – er erklärt ihr seine Sorge um N und dass diese wisse, dass M nur noch Mitleid für sie habe; Aglaja sagt, N liebe nur M, der solle sich opfern und N heiraten; Verwirrung in den Beziehungen – Aglaja will N durch M deren Briefe zurückgeben und notfalls ihren Vater einschalten – da kommt Frau J und nimmt M mit ins Haus, um alles von ihm zu erfragen.

9) Sie fragt M nach dem Treffen mit Aglaja, der antwortet diskret und kurz; Aglaja taucht auf, M verabschiedet sich, ist gegen 9 h zu Hause. Kolja kommt und spricht über Ippolit; dann Lebedew, dem 400 Rubel abhanden gekommen sind – man einigt sich auf Ferd als potenziellen Dieb (der von Iwolgin systematisch schlecht gemacht worden ist).

10) Ein Traum M.s – Kommentar über Träume; die Briefe N.s zu lesen wirkt wie ein Traum; Zitate aus den Briefen, in denen N. v.a. Aglaja verehrt und mit M verbinden will; M geht bei J vorbei, trifft 0.30 nur Alexandra, die ihn heimschickt; er hat eine Vision, dann kommt N wirklich und fragt, ob M glücklich ist – verabschiedet sich; R kommt allein zurück und verabschiedet sich ebenfalls.

Vierter Teil

1) Erzählerkommentar zu literarischen Figuren als Typen / Alltagsmenschen (ebenfalls „Typen“); Warja, Ptizyn und G als Durchschnittsmenschen; die beschränkten Alltagsmenschen seien die glücklicheren, z.B. Gogols „Pirogow“; die klügeren Alltagsmenschen jagen der verpassten Leistung hinterher; G gehört zur zweiten Sorte – er hat seine Stelle aufgegeben und lebt bei und von Ptizyn; über Warjas beharrliches Wirken – eine Woche nach M.s Geburtstag berichtet sie von der bevorstehenden Verlobung M.s mit Aglaja; Iwolgin scheint als Dieb identifiziert zu sein; Ippolit wohnt bei Ptizyn und kompliziert das Geflecht der Beziehungen.

2) Iwolgin wettert gegen Ippolit, der die Existenz einer Fantasiegestalt bezweifelt; G gegen beide; Ippolyt rechnet ab: Er hasst G als Repräsentanten der widerwärtigen Mittelmäßigkeit; Aglaja hat G zu einem Gespräch um 7 h auf die grüne Bank eingeladen; Warja freut sich – Ippolit zieht aus.

3) Vorgeschichte des gegenwärtigen Zustands Iwolgins: innige Saufkumpanei mit Lebedew, Gespräch mit M ohne Inhalt mit Verabredung eines weiteren Gesprächs; M spricht mit Lebedew, der ihm sagt, dass Iwolgin offensichtlich die Brieftasche mit den 400 zurückgelegt hat – er habe dazu noch nichts gesagt; M rät zu stillem Vorgehen.

4) M trifft Iwolgin am nächsten Tag um 12 h; Iwolgin hat sich mit Lebedew überworfen, weil der seine Lügengeschichten (Iwolgin als Page Napoleons) mit einer eigenen Lüge beantwortet habe; Iwolgin erzählt die Napoleon-Geschichte, M schaltet sich gelegentlich ein, bis ca. 14 h; am Abend trennt Iwolgin sich auch von M; Kolja findet ihn am nächsten Morgen, er hatte einen Schlaganfall.

5) Bei J hat sich der Eindruck ergeben, für Aglaja stehe eine große Entscheidung an – man ist ratlos; Frau J fragt die Belokonskaja um Rat; Aglaja hat mit M Schach und Karten gespielt, ihn beschimpft und ihm dann einen Igel geschenkt; am Abend geht M zu J, Aglaja fragt ihn, ob er um ihre Hand anhalte – nach Zögern: ja; sie fragt ihn nach Vermögen und Karriereplänen – rennt lachend weg, ist danach aufgeräumt; in den nächsten Tagen geht das Hin und Her weiter; Gespräch M.s mit Ippolit, sehr verworren – der beklagt sich über G; M sagt zu ihm: „gehen Sie an uns vorüber und verzeihen Sie uns unser Glück!“

6) M soll bei J in die große Gesellschaft eingeführt werden – man fürchtet, er könnte sich blamieren; Aglaja hält ihm eine vorwurfsvolle Predigt; am nächsten Morgen trifft M Lebedew, der einen Brief Aglajas an G bei J abgeben wollte, rausgeflogen ist und ihn M gibt, der ihn weiterleitet; am Abend ist M in der Gesellschaft bei J; kritischer Erzählerkommentar zu den Manieren der großen Welt; es sind Vertreter verschieden hoher Kreise anwesend; M ahnt nicht, wie die wahren Verhältnisse sind und wie viel bloß glänzende Oberfläche ist; Aglaja ist unzufrieden, M froh.

7) Im Gespräch stellt sich heraus, dass einer der vornehmen Gäste, Iwan Petrowitsch, mit M.s Ziehvater Pawlistschew bekannt war, M als Kind getroffen hat, worauf M in Begeisterung gerät; Pawlistschew sei katholisch geworden – M reagiert darauf heftig, die anderen versuchen ihn zu dämpfen; in seiner Rage schmeißt er die chinesische Vase um [wovor Aglaja gewarnt hatte] – man lacht; M ereifert sich erneut über die Güte und Qualität der Anwesenden, steht hysterisch begeistert auf und bekommt einen Anfall; die Gäste verschwinden, M ist als Bräutigam erledigt; Aglaja distanziert sich am nächsten Tag von ihm – Frau J widerspricht ihr.

8) Am nächsten Tag besuchen ihn viele kurz, auch die J; sie versichern ihn ihrer dauernden Verbundenheit; Aglaja lässt ihm auftragen, das Haus bis zum Abend nicht zu verlassen; Ippolyt kommt vor seinem Tod noch einmal, berichtet M vom morgendlichen Treffen Aglajas mit G plus Warja, die eine Abfuhr bekommen haben, und von einem Treffen Aglajas mit N am gleichen Abend; Ippolit geht, gegen 19.15 holt Aglaja M ab; sie treffen R und N; Aglaja und N hassen sich, Aglaja will auf N.s Briefe antworten: warum sie M verlassen hat und sich nun in sein Verhältnis zu Aglaja einmischt (und nicht einfach R heiratet); die Frauen giften sich an: N droht, M werde sich für sie entscheiden, wenn sie wolle; M hat Mitleid mit N – das ist zu viel, Aglaja rennt weg, N fällt in Ohnmacht; sie erwacht, schickt R weg, M tröstet sie.

9) Zwei Wochen später – Gerüchte; die Hochzeit M – N ist festgesetzt; der Erzähler bekundet mehrfach, er verstehe nicht alles; M wurde bei J nicht mehr empfangen; M spricht mit Radomskij über Aglaja und den Bruch mit ihr; Radomskij analysiert M (s.u.!) – M gesteht, dass er Aglaja liebt, aber das Gesicht N.s nicht ertragen konnte, und dass N verrückt ist; er will mit Aglaja sprechen oder ihr schreiben – es geht nicht mehr, die eine Sekunde Zögern war zu viel.

10) Iwolgin stirbt; die Hochzeit M.s wird vorbereitet; allerlei Gespräche; N wird immer bedrückter; für die Hochzeit beruft der Erzähler sich auf glaubwürdige Zeugen: Als N zur Kirche fahren will, sieht sie R, stürzt auf ihn zu und ruft „Rette mich!“. Sie fahren los und weg; die Hochzeitsgäste trinken dann Tee mit M … Am nächsten Morgen fährt M nach Petersburg.

11) Dort versucht M vergeblich, R oder N zu treffen; dann passt R ihn ab, sie gehen zu R.s Haus, ohne dass jemand das bemerken kann; N liegt hinter einem Vorhang, tot, R hat sie ermordet; R dreht durch.

12) R hat Gehirnhautentzündung und wird dann zu 15 Jahren Sibierien verurteilt; M kommt wieder zu Dr. Schneider in die Schweiz, sein Zustand verschlechtert sich; Radomskij besucht ihn gelegentlich und knüpft Beziehung zu Lebedews Tochter Wera an, die M gemocht hat; Aglaja hat einen vermeintlichen polnischen Grafen geheiratet und ist katholisch geworden, sie hat sich von der Familie abgewandt.

Wie Radomskij Myschkin analysiert:

»Die Beziehungen zwischen Ihnen beiden [Myschkin – Nastasja, N.T.]«, begann er, »hatten gleich von Anfang an etwas Unwahrhaftes; und was mit Unwahrhaftigkeit anfängt, das muß auch mit Unwahrhaftigkeit enden; das ist ein Naturgesetz. Ich erkläre mich nicht einverstanden, wenn manche (na, dieser und jener tut es) Sie einen Idioten nennen; ich bin sogar empört darüber; Sie sind zu verständig für eine solche Benennung; aber Sie haben doch soviel Seltsames, daß Sie nicht so sind wie alle Menschen; das müssen Sie selbst zugeben. Ich bin zu der Ansicht gelangt, daß die Grundlage alles Geschehenen sich aus folgenden Momenten zusammensetzt: erstens aus Ihrer sozusagen angeborenen Unerfahrenheit (beachten Sie wohl diesen Ausdruck, Fürst: ›angeborenen‹!); dann aus Ihrer ungewöhnlichen Gutmütigkeit; ferner aus Ihrem phänomenalen Mangel an Gefühl für das rechte Maß (was Sie schon mehrmals selbst zugegeben haben), und endlich aus einer gewaltigen Masse von Resultaten des Denkens, die Sie bei Ihrer außerordentlichen Ehrlichkeit noch bis jetzt für echte, natürliche, unmittelbare Überzeugungen halten! Sie müssen selbst zugeben, Fürst, daß in Ihren Beziehungen zu Nastasja Filippowna gleich von Anfang an etwas relativ Demokratisches (ich bediene mich der Kürze wegen dieses Ausdrucks), sozusagen der zauberhafte Reiz der Frauenfrage (um es noch kürzer auszudrücken) lag. Ich kenne ja genau jene ganze Skandalszene, die sich bei Nastasja Filippowna abspielte, als Rogoschin ihr sein Geld brachte. Wenn Sie wollen, werde ich Sie vor Ihren eigenen Augen sezieren, ich werde Sie Ihnen wie in einem Spiegel zeigen, so genau weiß ich, wie die Sache zusammenhing, und warum sie diese Wendung genommen hat! Sie, ein Jüngling, dürsteten in der Schweiz nach der Heimat; Sie strebten nach Rußland wie nach einem unbekannten verheißenen Land; Sie lasen viele Bücher über Rußland, Bücher, die vielleicht an sich vortrefflich, aber für Sie schädlich waren; Sie kamen mit dem ersten heißen Durst nach Tätigkeit her und stürzten sich sozusagen auf die Tätigkeit! Und siehe da, gleich an demselben Tag teilt man Ihnen die traurige, herzergreifende Geschichte einer entehrten Frau mit, Ihnen, einem ritterlich denkenden, keuschen Menschen diese Geschichte einer Frau! An demselben Tag sehen Sie diese Frau; Sie sind bezaubert von ihrer Schönheit, einer phantastischen, dämonischen Schönheit (ich gebe ja zu, daß sie schön ist). Nehmen Sie Ihre Nervosität hinzu, Ihre Epilepsie, unser Petersburger die Nerven schwächendes Tauwetter; nehmen Sie hinzu, daß Sie diesen ganzen Tag in einer Ihnen bisher unbekannten, für Sie beinah märchenhaften Stadt zubrachten, mit allerlei Menschen zusammenkamen, allerlei Szenen erlebten, unerwartete Bekanntschaften machten, einer ganz unerwarteten Wirklichkeit gegenübertraten, die drei schönen Fräulein Jepantschin und darunter Aglaja kennenlernten; nehmen Sie Ihre Ermüdung und Ihr Schwindelgefühl hinzu; nehmen Sie Nastasja Filippownas Salon und den dort herrschenden Ton hinzu, und … was meinen Sie: was konnten Sie von sich selbst in einem solchen Augenblick erwarten?«

»Ja, ja; ja, ja«, sagte der Fürst, nickte wieder mit dem Kopf und begann zu erröten; »ja, so ist das ungefähr gewesen; und wissen Sie, ich hatte wirklich die ganze vorhergehende Nacht im Waggon nicht geschlafen, und ebenso die zweitletzte nicht, und war sehr zerstreut …«

»Nun ja, gewiß; das ist es ja eben, worauf ich ziele«, fuhr Jewgeni Pawlowitsch eifrig fort. »Es ist klar, daß Sie sozusagen in einem Wonnerausch sich auf die Möglichkeit stürzten, öffentlich eine hochherzige Anschauung zu äußern, nämlich die, daß Sie, ein geborener Fürst und ein reiner Mensch, eine nicht durch eigene Schuld, sondern durch die Schuld eines abscheulichen, vornehmen Wüstlings entehrte Frau nicht für ehrlos halten. O Gott, das ist ja so begreiflich! Aber darum handelt es sich nicht, lieber Fürst, sondern darum, ob dieses Ihr Gefühl wahr und echt und natürlich oder nur ein auf einem Denkprozeß beruhendes Entzücken war. Was meinen Sie: im Tempel ist einst einer Frau verziehen worden, einer ebensolchen Frau; aber es wurde ihr nicht gesagt, daß sie recht handle und aller Ehren und aller Achtung wert sei. Hat Ihnen selbst denn nicht nach drei Monaten Ihr gesunder Verstand zugeflüstert, wie die Sache zusammenhing? Mag sie auch jetzt schuldlos sein (behaupten werde ich das nicht; denn soweit will ich nicht gehen), aber kann denn alles, was ihr widerfahren ist, ihren unerträglichen, dämonischen Stolz und ihren frechen, gierigen Egoismus rechtfertigen? Verzeihen Sie, Fürst, ich lasse mich hinreißen; aber …«

»Ja, alles das ist vielleicht richtig; vielleicht haben Sie recht …«, murmelte der Fürst wieder. »Sie ist wirklich sehr reizbar, und Sie haben recht, gewiß; aber …«

»Sie verdient Mitleid? Das wollten Sie sagen, lieber Fürst? Aber durften Sie denn aus Mitleid mit ihr und zu ihrem Vergnügen ein anderes, hochgesinntes, reines Mädchen schmählich kränken und vor den Augen jener hochmütigen, haßerfüllten Nebenbuhlerin erniedrigen? Da geht denn doch das Mitleid zu weit! Das ist denn doch eine arge Überspannung! Durften Sie denn ein Mädchen, das Sie liebten, so vor seiner eigenen Rivalin demütigen und sich um der andern willen und vor den Augen eben dieser andern von ihm abwenden, nachdem Sie ihm schon selbst einen ehrlichen Antrag gemacht hatten … und das hatten Sie doch getan, und zwar in Gegenwart der Eltern und Schwestern! Gestatten Sie die Frage, Fürst: sind Sie bei einer solchen Handlungsweise noch ein ehrenhafter Mensch? Und haben Sie nicht das herrliche Mädchen betrogen, als Sie ihr versicherten, daß Sie sie liebten?«

»Ja, ja, Sie haben recht; ich fühle, daß ich eine Schuld auf mich geladen habe!« sagte der Fürst in unbeschreiblichem Gram.

»Aber genügt denn das?« rief Jewgeni Pawlowitsch ganz entrüstet. »Genügt denn das, einfach auszurufen: ›Ach, ich habe eine Schuld auf mich geladen‹? Sie sind schuldig und bleiben dabei doch hartnäckig! Und wo hatten Sie denn damals Ihr Herz, Ihr christliches Herz? Sie haben ja ihr Gesicht in jenem Augenblick gesehen: was meinen Sie, hat sie etwa weniger gelitten als jene andere, um derentwillen Sie sich von ihr trennten? Wie konnten Sie nur das alles mitansehen und zugeben? Wie war es nur möglich?«

»Aber … ich habe es ja gar nicht zugegeben …«, murmelte der unglückliche Fürst.

»Wie meinen Sie das?«

»Ich habe bei Gott nichts zugegeben. Ich weiß bis auf den heutigen Tag noch nicht, wie das alles so gekommen ist … ich … ich lief damals Aglaja Iwanowna nach, und Nastasja Filippowna fiel in Ohnmacht; und nachher hat man mir bis jetzt den Zutritt zu Aglaja Iwanowna verwehrt.«

»Ganz gleich; Sie hätten hinter Aglaja herlaufen sollen, wenn auch die andere in Ohnmacht lag!«

(http://www.zeno.org/Literatur/M/Dostoevskij,+F%C3%ABdor+Michajlovi%C4%8D/Romane/Der+Idiot/Vierter+Teil/9., S. 309 ff.)

Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass der Roman sich in der Mitte deutlich in die Länge zieht, während es am Schluss rasant zugeht: Myschkin ist krank, hat ein gutes Herz und ist naiv – dadurch hat er Chancen bei schönen Frauen, dadurch kann er diesen Frauen aber auch nicht gerecht werden, genau wie sie ihm nicht gerecht werden: Geschichte eines notwendigen Scheiterns aller Liebesversuche. Was darüber hinaus alles zum Wesen Russlands und von der Verderbnis der Sozialisten, Nihilisten und Liberalen gesagt wird, ist nicht mehr relevant; nur die „Frauenfrage“ schwirrt auch heute noch durch die Luft …

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski (F.D.)

http://universal_lexikon.deacademic.com/229922/Dostojewskij (F.D.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Idiot („Der Idiot“)

http://deutsch-daten.de/der_idiot (dito, kurz)

http://www.artikel33.com/deutsch/1/der-idiot.php (dito)

http://www.theaterhaus-jena.de/blog/dostojewski-fur-eilige-der-idiot-in-sieben-punkten-zusammgefasst/ (Inhalt – ganz kurz)

https://buchweltennotizen.wordpress.com/2012/10/09/der-idiot/ (Leseerfahrungen)

http://litteratur.ch/index.php?topic=16.0 (Leseerfahrungen)

http://www.gss.ucsb.edu/projects/hesse/Idiot-mit-Dostobild.pdf (Hesse zu: Der Idiot)

http://xmartin.lima-city.de/DateienBlogKK/20131014_Dostojewskij/Dostojewskij.pdf (zu „Der Idiot“ und „Schuld und Sühne“ – schöne Einführung!)

http://www.blauenarzisse.de/index.php/rezension/item/2234-schmerz-kunst-politik-ueber-dostojewskis-idioten-und-tolstojs-kreutzersonate

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/6938/1/LuegengeneralIwolgin.pdf (Der Lügengeneral Iwolgin in „Der Idiot“)

http://www.walter-altvater.de/wordpress/wp-content/Myschkin_f0.4.pdf (Wir Myschkins. Anmerkungen zu Dostojewskis ‚Idiot’ aus der Sicht eines Idioten)

http://lesekreis.org/2007/12/10/der-schoenste-erste-satz-von-fjodor-michailowitsch-dostojewski/ (der 1. Satz – verschiedene Übersetzungen)

http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/7147/Totale_ted.pdf (dort S. 5 ff.)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-idiot-2098/1 (Übersetzung des Romans von Hermann Röhl)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Dostoevskij,+F%C3%ABdor+Michajlovi%C4%8D/Romane/Der+Idiot (nach der Übersetzung von Hermann Röhl – nicht besser als diese, aber mit Anmerkungen versehen)

Daneben gibt es noch die Übersetzungen von E.K. Rahsin (= Elisabeth Kaerrick), Klara Brauner, Reinhold von Walter, Rose Herzog, Arthur Luther (habe ich gelesen), R. Candreia, Hartmut Herboth und Swetlana Geier (mindestens – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und die richtige chronologische Reihenfolge!)

http://agonfilosofia.es/index.php?option=com_content&view=article&id=80:mordost&catid=8 („Der Idiot“ bei Nietzsche und Dostojewski)

http://www.imgwf.uni-luebeck.de/_data/Epilepsie_zwischen_Ph_nomen_und_Symbol_im_Werk_Dostojewskijs.pdf (Epilepsie zwischen Phänomen und Symbol im Werk Dostojewskijs)

https://archive.org/stream/Dostojewski-SkizzeZuSeinerPsychoanalyse/4_Neufeld_1923_Dostojewski#page/n5/mode/2up (Jolan Neufeld: Dostojewski. Skizze zu seiner Psychoanalyse, 1923)

Dostojewski: Schuld und Sühne – Inhalt

Die Übersetzung des Titels schwankt zwischen „Schuld und Sühne“ und „Verbrechen und Strafe“, die Schreibweise des Namens zwischen „Dostojewski“, „Dostoevskij“, „Dostojewsky“ und „Dostojewskij“ (mindestens). Ich verzichte darauf, in diesen Streit einzugreifen, und referiere den Inhalt des Romans, wobei ich für mehrere Namen eine Abkürzung einführe; zitiert wird die Übersetzung von Swetlana Geier, weil sie fürs Lesen die handlichste war – zur Problematik des Übersetzens siehe den vorigen Artikel!

Erster Teil

I Raskolnikow (R), ein junger Mann, bei seiner Wirtin verschuldet, geht im Juli zu Aljona Iwanowna und beleiht eine Uhr; danach in eine Kneipe. Er hat etwas vor, wovor er erschrickt.

II Der versoffene Titularrat Marmeladow erzählt ihm seine Geschichte (inklusive Sonja); R bringt ihn nach Hause, der Familie droht unmittelbar der Rauswurf aus der Wohnung.

III Die Magd Nastassja weckt R um 10 h, bringt ihm Tee und einen Brief. Die Mutter schreibt ihm über ihre finanzielle Lage, Dunjas (der Schwester) bevorstehende Hochzeit mit Hofrat Luschin, ihre beruflichen Hoffnungen für R und eine anstehende Reise nach Petersburg, kündigt Geldsendung an. Der Brief erregt R.

IV R reflektiert den Brief und ist absolut gegen die geplante Heirat, weil Dunja sich damit opfere; auf der Straße will er ein betrunkenes Mädchen vor Belästigung schützen – er war auf dem Weg zu Rasumichin (Ras).

V R ist völlig verwirrt, trinkt einen Wodka und schläft ein; Traum vom Pferdchen, das erschlagen wird und dem er nicht helfen kann; er bedenkt den Traum und schreckt vor dem geplanten Mord zurück. Zufällig begegnet er Lisaweta Iwanowna, der Schwester der Pfandleiherin, welche am nächsten ab 18 h nicht zu Hause sein wird … günstig für seinen Anschlag.

VI Vorgeschichte: Wie R ein Wirtshausgespräch mit anhörte, in dem ein Student dafür plädierte, die Pfandleiherin zu ermorden, um mit ihrem Geld Gutes zu tun – Parallele zu seinem Vorhaben. Zu Hause schläft er ein. Nastassja weckt ihn um 10 h und um 14 h; gegen 18 h steht er auf, näht eine Schlinge fürs Beil in den Mantel – Gedanken über die Unzulänglichkeiten der Planung eines Verbrechens; er findet ein Beil und ist gegen 19.30 h an der Wohnung des Opfers.

VII R erschlägt die Alte, sucht Geld und Schmuck, tötet dann auch Lisaweta und entkommt knapp zwei weiteren Kunden, die Geld leihen wollen und die Tür von innen verschlossen finden; unter Mühe entsorgt er das Beil und geht nach Hause.

Zweiter Teil

I R erwacht in der Nacht mit Fieber, sucht Spuren zu beseitigen. Nastassja und der Hausknecht wecken ihn, mit Vorladung zur Polizei; verspätet geht er hin – es geht um eine Geldforderung seiner Vermieterin – er ist beruhigt; R erklärt dem Hauptmann Formitsch die Umstände, wie der Schuldschein zustande gekommen ist; er hat das seltsame Gefühl, alles gestehen zu müssen, Übelkeit – Gespräch der Polizisten über den Mord und mögliche Verdächtige.

II R fühlt sich verfolgt und will den Raub entsorgen; er versteckt die Beute in einer Mauer hinter einem schweren Stein; er ist voller Selbstzweifel geht zu Ras, ohne es zu wollen; er bekommt von einer Frau ein Almosen; zu Hause phantasiert er, Nastassja bringt ihm zu essen und zu trinken; er verliert das Bewusstsein.

III Nach Delirien kommt R am vierten Tag zu sich (Montag, 10 h). Ras ist da, ein Bote bringt Geld, Nastassja Essen; Ras hat über die Wirtin alles von R erfahren und bürgt für den Wechsel – er ist in die Nähe umgezogen und auch mit Bürovorsteher Samjotow bekannt; R erwacht gegen 18 h, Ras hat neue (gebrauchte) Kleidung für ihn besorgt.

IV Arzt Sossimow (Soss) ist da, gibt Ratschläge; unterhält sich mit Ras über den Mordfall und Verdächtige, der lädt zur Feier seines Einzugs in die neue Wohnung ein; Ras entlastet den Verdächtigen psychologisch, konstruiert den Ablauf des Geschehens nach der Tat – R hört ihm dabei zu.

V Ein Fremder tritt auf – Luschin stellt sich vor, neu eingekleidet; er hat für Mutter und Braut eine billige Absteige gebucht; Luschin redet modernes Zeug vom Eigennutz daher; man spricht wieder über den Mord – R wirft Luschin dessen Kalkül, bewusst eine arme Braut zu heiraten, vor – Streit – R wirft Luschin raus; R will allein sein – die anderen bemerken sein Interesse am Mord.

VI R zieht die neuen Kleider an und geht fort, unter die Leute; er trifft in einem Lokal Samjotow (Polizei); R weist Samjotow auf sein eigenes Interesse am Mord hin; er erzählt, was er nach dem Mord gemacht hätte (= wie es wirklich war); er geht, trifft Ras und weist dessen Hilfe brüsk zurück; Ras lädt ihn zur Feier am Abend ein; eine Frau springt ins Wasser, wird gerettet – so nicht, denkt R; er will zum Polizeibüro gehen und landet im Haus der Ermordeten, schaut sich um, zieht die Klingel, will mit Handwerkern ins Polizeibüro gehen, will allein dahin …

VII Unfall – Marmeladow ist unter eine Kutsche geraten; R kümmert sich um ihn, lässt ihn nach Hause bringen; Zuschauer werden verscheucht; Arzt und Priester kommen, ebenfalls Sonja (Tochter, Dirne); Marmeladow bittet um Vergebung und stirbt; R gibt der Frau 20 Rubel und geht; kleine Tochter rennt ihm nach, fragt nach dem Namen – Gespräch und Zuneigung; R wendet sich innerlich um – dem Leben zu; er geht zu Ras – der Arzt gibt ihm ein Pülverchen (und hält ihn für verrückt); Ras deutet ihm den Verdacht der anderen (Mord) an und bringt ihn nach Hause – dort warten Mutter und Schwester auf ihn; R fällt in Ohnmacht.

Dritter Teil

I R besteht darauf, dass Dunja die Verlobung auflöst; er möchte allein sein; Ras organisiert das Weitere – Dunja gefällt ihm; er bringt die Damen in ihr Hotel; später kommt er mit Soss und berichtet über R, beruhigt die Frauen; Ras will dem Arzt R.s Wirtin andrehen; beide bleiben im Haus, um nach R zu schauen.

II Ras erwacht gegen 7 h, hat Gewissensbisse; Gespräch mit Soss über R; Ras geht gegen 9 h ins Hotel und spricht mit den Frauen über R.s ambivalenten Charakter; die Mutter fragt ihn zu einem Brief Luschins, der erst am Abend zu einem Gespräch – unbedingt ohne R – kommen will; gemeinsam gehen sie zu R.

III R ist gewaschen und angekleidet, steht unter Spannung; man spricht vorsichtig über R.s Zustand; R versöhnt sich mit Dunja; alle haben Angst vor R – der steht unter dem Eindruck seines nahenden Endes – große Verlegenheit; Ras gefällt auch Dunja; R streitet mit Dunja über ihre Heiratspläne, er liest Luschins Brief – Dunja bittet R, am Abend ebenfalls zu kommen (gegen Luschins Willen), ebenso Ras; Mutter will „die volle Wahrheit sagen“.

IV Sonja kommt überraschend, lädt R zur Aussegnung und zum Totenmahl ein; Mutter mag Sonja nicht, sie geht mit Dunja zum Mittagessen; R will mit Ras den verliehenen Ring und die Uhr bei der Polizei geltend machen; Sonja geht, ein Fremder folgt ihr – sie wohnen im gleichen Haus; R und Ras gehen zu Petrowitsch, R weist Ras auf seine Verliebtheit hin.

V Bei Petrowitsch, Samjotow ist auch da; R trägt sein Anliegen (Pfandsachen) vor, er soll eine schriftliche Eingabe machen – man hatte erwartet, dass er sich meldet; R wittert überall den Verdacht der Polizisten; man kommt auf das Gespräch des Vorabends (beim Fest) zurück: Ist die sozialistische Theorie des Verbrechens (Protest in maroder Gesellschaft) richtig? Ras: nein! Petrowitsch spricht R auf dessen Artikel über das Verbrechen und die Vorrechte der Außergewöhnlichen an – R erläutert seine alte Idee (350 ff.); Ras ist entsetzt, dass R Morden „aus Gewissen“ erlauben will; Petrowitsch wendet die Theorie auf R.s Selbstverständnis an, Samjotow spielt auf den Mord an, Petrowitsch lädt R zum Gespräch ins Büro ein. Falle: Petrowitsch fragt R nach den Anstreichern im 2. Stock, der hat angeblich nichts gesehen; R und Ras gehen.

VI R spricht mit Ras über den Verdacht der Polizisten und ihr Vorgehen; R geht kurz nach Hause und kontrolliert die Wohnung; ein Fremder hat ihn gesucht – der geht weg und bezeichnet ihn auf der Straße als Mörder; R ist fertig, er legt sich hin; R reflektiert seinen Mord im Licht seiner Theorie: Er hat versagt, hat sich selbst betrogen; R findet sich auf der Straße wieder, er folgt dem Fremden ins Haus der Ermordeten, er ermordet die Frau noch einmal – ein Traum; ein Fremder kommt in sein Zimmer: Swidrigajlow (Swi).

Vierter Teil

I Swi lässt sich nicht wegschicken und redet Unklares – er ist der Mann der verstorbenen Marfa Petrowna (Dunjas Arbeitgeberin); er war Falschspieler, Marfa hat ihn aus dem Gefängnis freigekauft; seine tote Frau erscheine ihm; Swi möchte die Heirat Luschins mit Dunja verhindern – seine Frau hatte die Heiratspläne eingefädelt, er will Dunja mit 10.000 Rubel entschädigen; er möchte Dunja sehen – seine Frau habe ihr 3.000 Rubel vermacht.

II R erklärt Ras, wer Swi ist; sie gehen gegen 8 h zum Treffen, kommen mit Luschin an; der informiert die Frauen über Swis Reise nach Petersburg, macht ihn schlecht; R berichtet kurz von Swis Besuch; Luschin will gehen – Dunja nötigt ihn zu bleiben; Auseinandersetzung der beiden, dann auch mit Mutter und R – Dunja schickt ihn weg, sie will ihn nicht wiedersehen; Luschin macht ihr unverschämte Vorwürfe … Ras will ihn verprügeln, R wirft ihn raus.

III Erzählerkommentar zu Luschins Agieren – der plant für den nächsten Tag; Freude der von Luschin Verlassenen, R berichtet vom Treffen mit Swi; Ras plant die Zukunft: einen eigenen Verlag gründen; bis auf die Mutter stimmen alle zu – R verabschiedet sich für immer; R überträgt Ras die Verantwortung für die Frauen; Ras ahnt die Wahrheit über R – Ras wird den Frauen „Sohn und Bruder“ und tröstet sie.

IV R geht zu Sonja, die verwirrt ist; Sonja erklärt ihr Verhältnis zur Stiefmutter, die in ihrer Not nicht weiter weiß; R sieht deren Tod voraus und fragt nach den Kindern; er küsst Sonjas Fuß; ihre Situation ist ausweglos – warum geht sie nicht ins Wasser? Sie glaubt an Gott; sie war mit Lisaweta befreundet; sie muss ihm die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus (Joh 11) vorlesen; er schlägt Sonja vor, gemeinsam zu gehen, weil sie beide eine Grenze überschritten hätten – auf Gott zu hoffen helfe nicht; er rät „niederreißen und das Leid auf sich nehmen“; er verabschiedet sich auf „morgen“ – Swi hat gelauscht.

V Am nächsten Morgen gegen 11 ist R bei der Polizei; bei Petrowitsch ist die Sache mit den Pfändern schnell erledigt; R ist voller Misstrauen und Hass – er bittet um klare Vernehmung – Petrowitsch plaudert mit ihm – Vortrag über das Vorgehen der Polizei bei Verhör und Verdacht; ein Verdächtiger müsse nicht gleich verhaftet werden, er könne ja nicht fliehen … R fühlt sich provoziert (Petrowitsch trifft psychologisch exakt seine Situation!); er erklärt, dass Petrowitsch ihn als Mörder verdächtige – der bietet ihm Wasser und frische Luft ob seiner heftigen Reaktion an; R leide an Wahnvorstellungen; R wirft ihm vor zu lügen, als Petrowitsch analysiert, wieso R nicht der Täter sein könne; R will in aller Form als verdächtig behandelt werden – Petrowitsch hatte die Bedeutung der Form heruntergespielt; R habe sich klar genug verraten – er habe eine Überraschung für R hinter der Tür.

VI Nach Lärmen draußen kommt Nikolaj, ein junger Mann, ins Zimmer und bekennt sich als der Mörder; R wird weggeschickt – Petrowitsch kündigt ihm ein kleines Verhör an; zu Hause reflektiert R das Gespräch; er will zum Totenmahl gehen, da kommt der Mann von gestern – der entschuldigt sich, er hatte R angezeigt und stand bei Petrowitsch hinter der Tür als Überraschung für R; er geht, R ist zuversichtlich und will kämpfen.

Fünfter Teil

I Am nächsten Morgen setzt Luschin sich mit seiner Abfuhr und seinen Fehlern auseinander; er wohnt bei seinem ehemaligen Mündel Lebesjatnikow (Lebes), der zu den jungen Intellektuellen und Entlarvern gehört – gespanntes Verhältnis der beiden; sie wollen trotz Einladung nicht zum Totenmahl gehen – sie streiten, auch über Sonja, welche Lebes in eine Kommune holen will; er will Sonja „entwickeln“; er holt Sonja – Luschin will angeblich etwas für die Witwe Marmeladow tun; er gibt Sonja 10 Rubel und vereinbart ein Treffen am Abend mit ihr; Lebes fabuliert über freie Liebe und das Ende von „Untreue“ …

II Warum die Witwe wohl eingeladen hat … Die Vermieterin hat den Tisch gedeckt, aber die meisten Eingeladenen fehlen; R kommt und wird hofiert, Sonja kommt von Luschin und entschuldigt ihn; die Witwe palavert zu viel – jemand schickt Sonja zwei aus Brot geknetete Herzen, die Wirtin will ablenken; die Witwe schwafelt von einem geplanten Mädchenpensionat und gerät mit der Wirtin in Streit – da erscheint Luschin.

III Der geht zu Sonja und fordert eine angeblich verschwundene 100 Rubel-Note ein; Sonja weiß von nichts, die Witwe zetert; in Sonjas rechter Tasche ist das Geld, Luschin verzichtet „großmütig“ auf weitere Schritte; Lebes schaltet sich ein und beschuldigt Luschin, den Schein heimlich in die Tasche gesteckt zu haben; Streit; R klärt Luschins Motiv auf: letztlich R diskreditieren; Lebes stimmt ihm zu und schmeißt Luschin raus, Sonja bekommt einen Anfall und geht heim; die Wirtin kündigt Marmeladows auf der Stelle und wirft alles auf den Boden; R geht zu Sonja.

IV Er fordert sie auf, für Luschin über dessen Recht zu leben zu entscheiden; Sonja verzweifelt; er deutet an, dass er selber Lisaweta ermordet hat; Sonja ist verstört, umarmt ihn – sie will zu ihm halten; er ringt mit sich und bekennt: „Ich wollte ein Napoleon werden, darum habe ich gemordet …“ R erklärt, er habe die Alte umgebracht, um ein neues Leben nach dem Studium zu beginnen; Sonja glaubt das nicht; R ringt um eine Erklärung: Der Mensch ändere sich nicht, wer etwas wagt, habe Macht über die Menschen; das viele Denken habe ihn zermartert, er wollte „nur um meiner selbst willen“ morden; probieren, ob er imstande sei, eine Grenze zu überschreiten; R sieht, dass auch er nur eine Laus ist, vom Teufel verführt; Sonja sagt, er solle sich stellen: das Leid auf sich nehmen und dadurch Erlösung finden; R will sich noch wehren – Sonja will ihm ein Kreuz gehen, da kommt Lebes herein.

V Der berichtet, die Marmeladow sei durchgedreht; Sonja rennt weg, R geht nach Hause; Dunja kommt, sie kennt den Verdacht und versichert ihm ihre Solidarität; R geht raus, Lebes informiert ihn, dass die Witwe verrückt geworden ist; Auftritt der Frau mit den Kindern, auch R kann ihr nicht helfen; ein Polizist will sie heimbringen, die Kinder rennen weg, man bringt die gefallene Frau in Sonjas Zimmer – Swi kommt hinzu; sie fantasiert und stirbt; Swi wendet sich an R und erklärt, für die Waisen sorgen zu wollen; Swi will R näher kennenlernen.

Sechster Teil

I R in einer seltsamen Lage, wie im Nebel; Verhältnis zu Swi belastet ihn; Sonja zeigt ihm einmal ihre Zuneigung, sonst ist alles fade; Ras kommt besorgt, R trägt ihm Verantwortung für Mutter und Schwester auf; Dunja hat einen Brief bekommen, der „Mörder“ Mikolka hat gestanden; R traut Petrowitschs psychologischen Erklärungen nicht; der kommt unerwartet zu Besuch.

II Er möchte sich mit R „aussprechen“; er wolle offen reden; er erklärt seinen früheren Verdacht und sein Vorgehen gegen R; Mikolka sei ein guter Mensch und religiöser Phantast, aber unschuldig; beim Mord gehe es „um ein sich an Theorien entzündendes Herz“ (616); er hält R für den Mörder, der bestreitet es vergeblich; Petrowitsch schlägt ein offenes Geständnis vor, er werde ihn in einigen Tagen einsperren; er erklärt die Vorteile eines baldigen Geständnisses; auch nach einer Verurteilung habe er das Leben vor sich; er fürchtet nicht, dass R flieht; er solle das Leid auf sich nehmen, in der Haft werde er gestehen.

III R geht zu Swi; er findet ihn zufällig im Restaurant; R spricht aggressiv, Swi hält ihn für einen interessanten Menschen; Swi deutet ein wichtiges Thema an, ohne sich näher zu äußern; als R gehen will, möchte Swi von Dunja erzählen.

IV Swi erzählt seine Geschichte: wie Dunja ihn retten wollte; er habe zuletzt Schmeichelei eingesetzt, der Erfolg scheiterte an seiner offenen Begierde; er habe Dunja verhöhnt, seine Frau habe darauf das Verlöbnis mit Luschin arrangiert; R verdächtigt Swi, noch hinter Dunja her zu sein; Swi berichtet von seiner 16jährigen Braut, mit er sich vor zwei Tagen verlobt hat; erzählt dann, wie er einer armen Familie geholfen hat – R beschimpft ihn als Lüstling; der nennt R „Schiller“; R folgt Swi.

V Der wehrt sich vergeblich dagegen – im Disput hält er R seinen Mord vor und nimmt ihn mit in die Wohnung; er täuscht eine Droschkenfahrt vor und hängt R ab; Dunja sieht ihn trübselig, Swi winkt sie zu sich; Dunja geht trotz Abneigung mit ihm in die Wohnung; er begehrt sie – sie kommt auf den Brief zu sprechen; Swi sagt, er habe gelauscht und R.s Geständnis vor Sonja gehört; er klärt Dunja über den Bruder auf, sie lehnt Swi kategorisch ab – er will R retten, gesteht Dunja seine Liebe und bedrängt sie, die Tür sei verschlossen; sie zieht einen Revolver und schießt, Streifschuss; sie wirft den Revolver weg, lehnt Swi endgültig ab – der gibt ihr den Schlüssel, sie geht. Er nimmt den Revolver.

VI Swi treibt sich herum – Gewitter – geht nach Hause und zu Sonja: gibt ihr Geld und Wertpapiere für 15.000; er geht in eine Wirtschaft, nimmt ein Zimmer, denkt nach, schläft und träumt … Gegen 3 h will er gehen, trifft ein kleines misshandeltes Mädchen, legt es ins Bett; am Feuerwehrturm erschießt er sich.

VII Gegen 19 h taucht R abgerissen bei der Mutter auf; sie hat seinen Aufsatz gelesen und sieht ihn große Karriere machen; er versichert sie seiner Liebe und kündigt eine Reise an; in seinem Zimmer wartet Dunja auf ihn; sie bestärkt ihn, den Leidensweg zu gehen; er sagt, er habe nur beim ersten Schritt versagt; er bittet sie um Vergebung, gibt ihr ein Bild seiner ehemaligen Braut; er geht und denkt an Sibirien.

VIII Er geht zu Sonja, die schon seinen Selbstmord befürchtet hatte; sie gibt ihm ein Kreuz, er redet wirr, sie will mit ihm gehen – er lehnt das ab; verabschiedet sich nicht, draußen ist er gerührt und küsst die Erde, wie Sonja ihm vorgeschlagen hatte; er sieht, wie Sonja ihm folgt, und geht zur Polizei; Petrowitsch empfängt ihn, redet Allgemeines über die Zeitläufte; Swi habe sich erschossen; Samjotow ist versetzt worden, Petrowitsch entlässt R; draußen sieht er Sonja, er geht zurück und gesteht Petrowitsch den Mord.

Epilog

I Anderthalb Jahre später in Sibirien – Rückblick auf den Prozess, 8 Jahre Zwangsarbeit 2. Klasse (mildes Urteil); die Mutter ist verstört, fragt nicht nach R; Sonja geht mit ihm nach Sibirien, Dunja und Ras heiraten; die Mutter stirbt bald – hat doch mehr geahnt als zugegeben; Sonja hält Briefkontakt, sie berichtet über das ärmliche Leben und die gedrückte Stimmung R.s.

II Grund dafür: Er sieht keine Schuld, sondern einen Fehler – er habe nicht durchgehalten (anders als etwa Putschisten), daher ist er nicht im Recht; er hält Abstand von den anderen Gefangenen, man will ihn als Gottlosen totschlagen; Sonja ist bei allen Gefangenen beliebt, sie arbeitet im Ort; sein Traum von einem chaotischen Bürgerkrieg; als er gesund wird, ist Sonja krank – er hat Sehnsucht (sonst war er oft abweisend); sie findet ihn allein, er fällt vor ihr nieder; da ist er in Liebe auferstanden – sie schauen auf das Ende der sieben ausstehenden Jahre – es beginnt seine allmähliche Erneuerung.

 

http://www.inhaltsangabe.de/dostojewski/schuld-und-suehne/ (kurze Inhaltsangabe)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schuld_und_S%C3%BChne (dito)

http://suite101.de/article/buchbesprechung—verbrechen-und-strafe-a95587#.VORfi1OG8mc

https://buchjunkie.wordpress.com/2010/07/30/fjodor-dostojewski-schuld-und-suhne/ (Leseerfahrungen)

http://www.uni-frankfurt.de/46835514/Peter-Wolfart.pdf (Vorstellungen von Freiheit bei P. Bieri und Dostojewski in der Figur Raskolnikow)

http://xmartin.lima-city.de/DateienBlogKK/20131014_Dostojewskij/Dostojewskij.pdf (zu „Der Idiot“ und „Schuld und Sühne“ – schöne Einführung!)

http://www.zeit.de/1994/02/uebertretung-und-zurechtweisung (Diskussion des „richtigen“ Titels)

http://limotee.blogspot.de/2012/07/schuld-suhne-gewissen-verantwortung.html (Motiv von „Schuld und Sühne“ in der Literatur)

Es fällt auf, dass es im Internet kaum Vernünftiges zur Interpretation des Romans gibt; allgemein wird er als Psycho- und Krimi-Roman gehandelt, er ist aber auch ein poetischer Liebesroman (Sonjas Liebe zu R). Die Kapitel V im Dritten und Vierten Teil sind ungewöhnlich eindrucksvoll. Gegen Swetlana Geier behaupte ich, dass der Roman nicht aus 40, sondern aus 41 Szenen besteht (bitte addieren!); sie gibt S. 762-764 eine Übersicht auf die Aufteilung der Szenen auf 14 oder 15 Tage (5.-7. und 11.-13. Tag fallen wegen Bewusstlosigkeit aus), der Epilog ist ein Rückblick aus der Zeit anderthalb Jahre später.

Dostojewski übersetzt – von Swetlana Geier u.a.

Ich lese gerade Dostojewskis „Schuld und Sühne“ bzw. „Verbrechen und Strafe“ in der Übersetzung von Swetlana Geier; diese Übersetzung wird von den Kritikern überschwänglich gelobt – ich bin aber (bisher: in den beiden ersten Teilen des Romans) auf einige Stellen gestoßen, die ich nicht verstehe oder für sinnlos halte. Zum Vergleich ziehe ich drei andere alte Übersetzungen heran: Wird an diesen Stellen in den anderen Übersetzungen der Text Dostojewskis verständlich? Folgende Übersetzungen liegen mir vor:

Swetlana Geier: Verbrechen und Strafe (1994): Fischer-Taschenbuch

Hermann Röhl: Schuld und Sühne (1912): Projekt Gutenberg

Alexander Eliasberg: Verbrechen und Strafe (1924): zeno.org

Werner Bergengruen: Schuld und Sühne (1925): Übersetzung der Manesse Bibliothek

http://www.kamahe-literatur.net/pdf/dostojewski/schuld%20und%20suehne.pdf (nachträglich gefunden – Übersetzer unbekannt)

 

Hier sind die Stellen in den verschiedenen Übersetzungen; unter jeder Stelle werte ich den Vergleich aus:

 

G: Es war ein langer, dicker Brief, zwei Lot schwer; zwei große Bogen waren winzig klein und eng beschrieben (43) [wie viel sind zwei Lot?]

R: es war ein großer, dicker Brief von zwei Lot; zwei große Briefbogen waren mit kleiner Schrift ganz vollgeschrieben.

E: der Brief war lang, ganze zwei Lot schwer; zwei große Briefbogen waren eng beschrieben

B: einen umfangreichen, dicken Brief, wohl zwei Lot schwer; zwei große Bogen waren über und über beschrieben

(Alle setzen irrtümlich voraus, dass ich das Gewicht Lot – ca. 14-18 g – und die Größe eines Bogens – 42 x 59,4 cm – kenne.)

 

G: streckte er mit einem einzigen Fausthieb einen Ordnungshüter nieder, der gute zwölf Werschok groß war (72; Werschok: altes russ. Längenmaß, 4,4 cm) [sinnlos: ein 55 cm großer Mann – Lisaweta ist übrigens mindestens acht Werschok groß, 89]

R: mit einem einzigen Schlage einen baumlangen Wächter niedergeschmettert

E: mit einem Hiebe einen hünenhaften Hüter der öffentlichen Ordnung niedergeschlagen

B: einen baumlangen Hüter des Gesetzes mit einem einzigen Hieb zu Boden geschlagen

(Alle außer Geier sind verständlich, R und B am klarsten.)

 

G: weil ich damals den noch feuchten Geldbeutel in die Tasche gesteckt habe (125 f.) [damals: am Vortag!]

R: da ja der Beutel damals, als ich ihn in die Tasche steckte, noch feucht war

E: weil ich den noch nassen Beutel in die Tasche steckte

B: ich habe ja das noch feuchte Beutelchen in die Tasche gesteckt

(E und B sind sachlich richtig, „damals“ ist sinnlos.)

 

G: hatte ein ausdruckvolles, brünettes Gesicht (132) [ungewöhnlich: brünett]

R: mit einem gebräunten, lebhaften Gesicht

E: mit dunklem Teint und beweglichem Gesicht

B: mit einem dunkelfarbigen und lebhaften Gesicht

(R und B sind sprachlich am besten.)

 

G: „Gar keen Lärm und Prügelei waren bei mir…“ [sie berlinert!], mit starkem deutschem Akzent (137)

R: „Lärm und Schlägerei haben bei mir ganz und gar nicht stattgefunden…“. Sie sprach das Russische zwar mit starkem deutschem Akzent…

E: »Gar kein Lärm und Schlägerei bei mir, Herr Kapitän«, schnatterte sie plötzlich drauf los, auf russisch, doch mit einem starken deutschen Akzent [verkürzter Satzbau!]

B: „Bei mir ist weder Lärm noch Keilerei gewesen, Herr Kapitän“, plapperte sie plötzlich los… – sie sprach übrigens geläufig russisch, wenn auch fehlerhaft und mit einem sehr deutlichen deutschen Akzent

(Das Berlinern passt nicht zu Russisch – E scheint mit dem verkürzten Satzbau die Eigenart des Sprechens am besten zu treffen.)

 

G: Nicht die Niedertracht seiner Herzensergießungen vor Ilja Petrowitsch (…) hatten sein Inneres so plötzlich verändert. (142) ([unverständlich: Niedertracht]

R: Nicht daß er sich durch seine Herzensergießungen vor Ilja Petrowitsch so erniedrigt hatte…

E: Es war nicht die Erniedrigung durch die Herzensergüsse vor Ilja Petrowitsch…

B: Nicht, daß er sich durch seine Herzensergießungen vor Ilja Petrowitsch erniedrigt hatte…

(Alle außer Geier verständlich, R und B sind am besten.)

 

G: daß das Haus nicht Charlamow gehört, sondern einem gewissen Buch, so kann man sich von einem Laut irreführen lassen! 168) [unverständlich: ein Laut]

R: daß dein Hauswirt gar nicht Charlamow, sondern Buch geheißen hat – wie man sich doch manchmal in den Lauten irren kann!

E: daß es nicht von Charlamow, sondern von Buch war, – wie leicht kann man sich am Klange irren!

B: daß es überhaupt nicht das Charmowsche, sondern das Buchsche Haus war, so kann man sich eben im Klang täuschen!

(Alle außer Geier sind verständlich, R und E vielleicht am besten.)

 

G: Ihr seid alle aus Spermazet gemacht… (228) [Was ist das?]

R: Kerle wie aus Gallert…

E: Aus Spermacetsalbe seid ihr alle gemacht…

B: Ihr besteht ja alle miteinander nur aus Schleim…

(R und B übersetzen am verständlichsten.)

 

G: Das männliche Geschlecht wird meist im Pekesch gemalt… (234)

Was es nicht alles in diesem Piter gibt! [unverständlich – die Sprache der Arbeiter soll einfach sein, vgl. „der Schurnal“!]

R: Die Männer werden meistens in Pekeschen gemalt…

Nein, was es hier in Petersburg nicht alles gibt!

E: Das männliche Geschlecht wird meistens in Pekeschen dargestellt…

Was es in diesem Petersburg nicht alles gibt!

B: Die Männer sind da meistens mit Pekeschen, dem Schnürrock, gemalt…

Was es doch hier in Petersburg alles gibt!

(B gibt als einziger eine Erklärung zu „Pekesche“; den zweiten Satz haben m.E. R und E am besten getroffen.)

 

Fazit: An den von mir geprüften Stellen (bis auf die erste) sind die anderen Übersetzungen klarer als die von Swetlana Geier; R und B sind meistens die besten, E oft; E gibt die sprachliche Eigenart der Figuren selbständig wieder. So einsam hervorragend wie behauptet ist also Geiers Übersetzung nicht – und den „richtigen“ Titel „Verbrechen und Strafe“ hatte Eliasberg (wie Gregor Jancho) auch schon. Man muss jedoch ihren Versuch würdigen, die sprachliche Eigenart der Figuren deutlich zu machen; außerdem gibt sie einige Erläuterungen zum Text.

Dieses Ergebnis kann aber nicht als repräsentativ für die ganze Übersetzung gelten – ich habe ja nur Stellen untersucht, an denen ich mich an Geiers Übersetzung gestoßen hatte. Aber warum muss Napoleon sich ausgerechnet mit einem Calembour (Geier, 370) über eine halbe Million Tote hinwegsetzen? Bei Bergengruen genügt ein Witzwort, bei Eliasberg ein Wortspiel; beides ist besser als das veraltete Wort „Calembour“ (spricht Raskolnikow Französisch?).

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70228808.html (Interview mit S. Geier, 2010; bald darauf ist sie gestorben)

http://www.literaturuebersetzer.de/pages/uebersetzer-archiv/geier1987.htm (S. Geier über das Übersetzen)

http://www.taz.de/!47484/ (zu einem Film über die Übersetzerin)

http://www.literaturuebersetzer.de/pages/uebersetzer-archiv/nachruf-geier.htm (Nachruf)

http://de.rec.buecher.narkive.com/dPVAmBqS/dostojewski-empfehlung-hinsichtlich-ubersetzung (Diskussion von Übersetzungen)

http://www.zeit.de/1993/49/kleinigkeiten-kleinigkeiten/seite-2 (konkret zu „Schuld und Sühne“)

http://Schmid_1994_NZZ_Dostoevskij.pdf (zur Übersetzung Geiers von „Verbrechen und Strafe“)

http://www.peterlang.de/download/extract/51245/extract_56660.pdf (Dostoevskij auf Deutsch)

http://www.sprachwissenschaft.uni-jena.de/germsprach_multimedia/Downloads/Stud_+Tagung+Sprachwiss_/audio/Ekaterina+Kostina_2013_Figurative+Einheiten+des+Texts.pdf (zur Theorie des Übersetzens)

http://www.uebersetzungswissenschaft.de/theorien-ueb.htm (dito)

http://wiki.infowiss.net/%C3%9Cbersetzungswissenschaft (dito)

http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca07-3/wort.html (J. Lebedewa: Die vollkommene Übersetzung bleibt Utopie)

http://www.swr.de/-/id=7694244/property=download/nid=660374/1jfuqk7/swr2-wissen-20110407.pdf (Rundfunksendung: Übersetzungen)

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14982 (verschiedene Übersetzungen „Anna Karenina“)

Dostojewski: Die Legende vom Großinquisitor, mit Kommentar

Ich habe aus gutenberg.spiegel.de den Text der Legende übernommen und in Fußnoten die wesentlichen biblischen Bezugsstellen notiert: Der Großinquisitor_K

Text der Legende:

http://www.gutenberg.org/files/38336/38336-h/38336-h.htm (übersetzt von Rudolf Kassner)

hier im Kontext des Romans: http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-bruder-karamasow-2095/6#vol5chap5 (übersetzt von Hermann Röhl)

http://www.menschenkunde.com/pdf/texte/literatur/grossinquisitor.pdf (übersetzt von ?)

https://www.youtube.com/watch?v=1alPLm_uhPY (Vortrag zum Hören)

https://www.youtube.com/watch?v=hmJNq1wceW8 (Vortrag)

https://archive.org/details/grossinquisitor_ak_librivox (Vortrag)

https://www.youtube.com/watch?v=e43VcoWSJyk (Vortrag: Auszug)

Die Legende ist zunächst unabhängig vom Roman, in dem sie heute erzählt wird, in einer Zeitschrift (1879) veröffentlicht worden. Wenn man sie als eigenständige Erzählung liest, scheint ihr kirchenkritischer Sinn klar zu sein: Christus zeigt sich den Gläubigen, aber „seine“ Kirche fühlt sich durch ihn gestört, weil seine Gaben das Volk angeblich überfordern – es wolle Brot bekommen, Wunder für die Seele und Vorgesetzte zum Gehorchen; der Kardinal lässt Christus verhaften und will ihn als Ketzer verbrennen. – Da „Christus“ eine im Sinn des Erzählers wie des Autors unhinterfragbare Autorität ist, zeigt das Auftreten des Kardinals (seine Theorien über das Volk, sein Verhalten gegen Christus), dass der Kardinal und seine Kirche Christus verraten haben – im Sinn des Autors ist die Legende eine Anklage gegen eine Kirche, die sich selbst genug ist.

Man kann „Die Dämonen“ (1873), Zweiter Teil, erstes Kapitel, Teil VI, als Kommentar zur Legende vom Großinquisitor lesen – das Thema taucht dort zum ersten Mal (?) auf  („Die Brüder Karamasow“ erschienen 1879/80). Auch Pjotrs Visionen der Zukunft (Zweiter Teil, Achtes Kapitel) können zum Verständnis der Legende herangezogen werden. Florian Roth schreibt Folgendes (s.u., S. 7 f.): Als Dostojewskij die Legende vom Großinquisitor Dezember 1879 vor Studenten an der Petersburger Universität vortrug, schrieb er kleine Einführung. Darin heißt es: „Das ganze ist so zu verstehen: Wenn der Glaube an Christus verfälscht und mit den Zielsetzungen dieser Welt vermengt wird, dann geht auch der Sinn des Christentums verloren. Der Verstand fällt dem Unglauben anheim, und statt des großen Ideals Christi wird lediglich ein neuer Turm zu Babel errichtet werden. Während das Christentum eine hohe Auffassung vom einzelnen Menschen hat, wird die Menschheit nur noch als große Masse betrachtet. Unter dem Deckmäntelchen sozialer Liebe wird nichts als offenkundige Menschenverachtung gedeihen.“ (zitiert nach: Geir Kjetsaa: Dostojewskij- Sträfling – Spieler – Dichterfürst, Gernsbach 1986, S. 411)

 

Kommentare:

http://www.ev-kirche-riedenberg.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/KG_riedenberg/Dostojewskis_Legende_Der_Grossinquisitor_03.pdf (Pfarrer Dr. Dieter Koch: Kurz das Leben Dostojewkis und der Kontext der Legende, ausführliche Paraphrase des Textes) = https://religionheute.wordpress.com/2011/01/02/dostojewskis-legende-vom-grosinquisitor/ (der selbe Text, dreimal)

http://www.eulenfisch.de/extern/ef/2014-01/eulenfisch-01-2014.html#6-7/z (M.-L. Reis: Der Großinquisitor als Antichrist. Intertextuelle Bezüge zwischen Bibel und Literatur am Beispiel von Dostojewskis Großinquisitor – Akzent auf einer Exegese der Versuchungsgeschichte)

http://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/group_upload/64/online-text-Tolstoi_und_Dostojewski.pdf (Dr. Christian Thies: Tolstoi und Dostojewski; der Autor stellt die metaphysischen Probleme und Lösungsversuche Tolstois und Dostojewskis dar, wodurch er einen Hintergrund für die Legende vom Großinquisitor schafft, mit Bewertung richtig/falsch aus seiner Sicht.)

http://othes.univie.ac.at/19586/1/2012-02-14_0503384.pdf (In dieser Dissertation Daniel Cinkls über den Nihilismus bei Nietzsche und Dostojewski wird u.a. der Nihilismus Iwan Karamasows (S. 96 ff.) und Dostojewskis Überwindung des Nihilismus (S. 108 ff.) behandelt.)

http://www.florian-roth.com/philosophievortr%C3%A4ge/ (dort eine Datei: Dostojewskijs Großinquisitor oder die Überforderung des Menschen durch die Moral, von Florian Roth: Paraphrasierende Interpretation der Legende im Rahmen der Geistesgeschichte. Für mich neu: „Die Geschichte der Versuchung Jesu durch den Teufel als Schlüssel seiner Kritik besonders an der katholischen Kirche zu nutzen, ging auf eine Anregung zurück, die Dostojewskij von dem Religionsphilosophen Wladimir Solowjew empfing. Dostojewskij hatte 1878 in Petersburg Vorträge von ihm besucht. Darin hatte Solowjew die Entwicklung des Abendlands als einen Abstieg in mehreren Stufe gedeutet. Vom hehren Urchristentum habe man sich durch die Übernahme der Macht des Römischen Reiches abgewandt und diese Verfallsgeschichte in der Neuzeit fortgesetzt. Diese Stufen des Abstiegs werden in Parallele zu den drei Versuchungen Christi gesetzt. Im ersten Schritt sei die katholische Kirche den Verlockungen der äußeren Macht erlegen, dann sei zweitens das Abendland dem Hochmut des Rationalismus verfallen und dann sei es schließlich drittens auf dem Abweg des materialistischen Hochmuts des Fleisches geraten.“)

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/10191/pdf/NGH_31_1962_61_75.pdf (Heinz Wissemann: Die Idee des Übermenschen in Dostojewskijs Legende vom Großinquisitor. Wissemann sieht den Kern der Legende nicht in der Idee der Freiheit: „Es ist die Idee vom Übermenschen und vom Massenmenschen, die durch eine scharfe, unüberbrückbare Kluft voneinander geschieden sind. Das ist logisch und psychologisch die übergeordnete, die primäre Idee des Großinquisitors. Die Idee der Freiheit ist ihr logisch untergeordnet. Denn die Freiheit wird nicht an sich, absolut bejaht oder verneint, sondern bejaht oder verneint, je nachdem, ob sie der Übermensch oder der Massenmensch für sich in Anspruch nimmt.“ Die Legende sei die Antwort auf die Frage, was das Schicksal einer christlichen Seele ist, die sich von der Idee des Übermenschen leiten lässt. Der Großinquisitor sei ein Zerrbild und Gegenbild der Heiligen – die Perversion der christlichen Idee des Übermenschen.)

http://www.theologie-und-literatur.de/fileadmin/user_upload/Theologie_und_Literatur/Die_Aktualitaet_von_Dostojewskis_Grossinquisitot.pdf (H.-J. Benedict: Die Aktualität von Dostojewskij Großinquisitor, 2013: Die Legende wird gesellschafts-, kirchen- und kulturkritisch auf die heutige Zeit bezogen, um die Gefährdung der Freiheit heute auzuzeigen.) = http://www.theomag.de/85/hjb21.htm

http://www.sandammeer.at/rezensionen/dostojewskij-grossinquisitor.htm (Kommentar von Harald Schulz zur Legende, aus Anlass des Erscheinens eines Hörbuchs; übernommen in http://basisreligion.reliprojekt.de/freiheit.htm)

https://books.google.ch/books?id=SfwKRrOP480C&pg=PA314&lpg=PA314&dq=Dostojewski:+Die+Legende+vom+Gro%C3%9Finquisitor&source=bl&ots=og4JWvqRhS&sig=tbVjXVAa5Jirw0ulnTGl8d2n7Ko&hl=de&sa=X&ei=l_XQVPahNMbuUojwg7gB&ved=0CI8BEOgBMBc#v=onepage&q=Dostojewski%3A%20Die%20Legende%20vom%20Gro%C3%9Finquisitor&f=false (Deutung, Dissertation Alfons Motschenbachers über Carl Schmitt; leider fehlen einige Seiten im google-book: Der Christus in der Legende sei nach R. Guardini gar nicht der wahre christliche Christus.)

http://www.academia.edu/4777503/Entwurf_einer_Theorie_der_Figuration_bei_Dostojewski (Ulrich Schmid: Entwurf einer Theorie der Figuration bei Dostojewskij – sehr grundsätzlich-methodologisch, dort S. 164 ff.: Die Legende sei als Allegorie zu deuten; das inquisitorische Spanien stehe für das zeitgenössische Russland, der Großinquisitor für die Autorität offizieller Strukturen; er sei die figurale Inkarnation von Iwans Atheismus.)

http://www.theologe.de/kaiser-konstantin_kirche.htm (theologische „Anwendung“ der Legende auf die Konstantinische Wende: kirchenkritisch – unwichtig)

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/september/die-todkranke-kirche (theologische Anwendung in Küngs Kritik an der heutigen Kirche – unwichtig)

http://www.friedrichwolf.de/?q=content/eine-k%C3%BCnstlerische-beziehung-friedrich-wolfs-zu-fjodor-dostojewski („Fest steht, daß Friedrich Wolf seine Legende ‚Adam und der Mann am Kreuze‘ in frischer Kenntnis von Dostojewskis ‚Legende vom Großinquisitor‘ geschrieben hat.“ – sachlich eher unbedeutend)

Sonstiges:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski (Dostojewski)

http://mikiwiki.org/wiki/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski/Biografie (dito)

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Br%C3%BCder_Karamasow (Kontext: der Roman)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Finquisitor (Artikel: Großinquisitor)

http://www.dostojewski.eu/18_LINKS/Links_Texte.html (Links zu Arbeiten über Dostojewski und zu seinen Texten)

http://bildungsserver.hamburg.de/fjodor-dostojewski-nav/ (dito)