Fontane: Der Stechlin – statt einer Besprechung

Nachdem ich die wichtigsten Gedichte Fontanes kurz analysiert habe, habe ich „Der Stechlin“ gelesen – im zweiten Anlauf, aber rundum begeistert. Vielleicht muss man bis zum 3. Kapitel vorstoßen, um in den Roman hineinzukommen, aber dann liest er sich von allein – vielleicht aber auch nur, wenn man schon selber älter ist und sich mit dem Hauptthema, dem Verhältnis des Alten zum Neuen, beschäftigt hat.

Dieses Thema wird für die Entstehungszeit des Romans durchgespielt, also für die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts; das bedeutet, dass man sich ein wenig in dieser Zeit auskennen muss: bei den preußischen Kurfürsten und Königen (am besten seit dem 17. Jahrhundert), bei Adel und Militär und Schlachten, bei Liberalismus und Sozialdemokratie, aber auch in der märkischen Landschaft und in Berlin. Dem kann man aber mit google, google-maps und den zeitgenössischen Lexika nachhelfen; auch ich musste selber manches nachschauen und nachschlagen.

Das Geschehen geht, mit ganz wenigen Rückblenden, vom 3. Oktober (1894?, jedenfalls Anfang der 90er) bis Ende Dezember (32. Kap.), dann von Ende Februar bis Ende März (44. Kap.), Anfang April (45. Kap.), dann summarisch über den Sommer bis in den September (46. Kap.). Es passiert außerordentlich wenig, wenn Aktionen das Geschehen darstellen: Reisen, Besuche, Ausflüge, eine Nachwahl zum Reichtstag, eine Verlobung, eine Hochzeit, ein Todesfall; fast alles, was geschieht, geschieht in Gesprächen – in ihnen spiegeln sich nicht nur die Verhältnisse, sondern auch die Menschen: wie sie über die Verhältnisse und die anderen Menschen sprechen, welche wiederum über die Verhältnisse und andere Menschen sprechen… Und wo sollen sich Verhältnisse auch spiegeln, wenn nicht in Gesprächen und Erzählungen, Zeitungsberichten oder wissenschaftlichen Untersuchungen? Und da wir hier einen Roman vor uns haben, finden wir Gespräche und einige kurze Erzählungen vor.

Es ist ein Roman, in dem der sogenannte Epochenumbruch um 1900 behandelt wird, und insofern berührt er auch die Fundamente unserer Zeit. Aber weil so wenig „passiert“ – sowohl die Liebe Armgards und Woldemars wie auch der Tod des alten Dubslav werden nicht erzählt, nur erwähnt – kann man den Roman kaum mit Schülern in der Schule lesen; es wäre ihnen auch zu viel zu erklären, weil das historische Wissen der Schüler heutzutage erst mit 1933 beginnt [meine Tochter Hanna meint, es beginne „früher: zumindest auszugsweise Mittelalter; Franz. Revolution; Imperialismus etc.. Und dann endet es auch mit 1945.“], ja, weil historisches Verstehen eigentlich überhaupt noch nichts für Schüler ist (ich selber habe erst mit 22 angefangen, etwas von Kirchengeschichte zu begreifen).

Mit diesen Einschränkungen also: ein ganz großer Roman, unbedingt lesenswert. Ich zitiere eine längere Passage aus dem 29. Kapitel (Gespräch zwischen Melusine und Lorenzen), die den Kern des Themas behandelt:

„Ich kann Ihnen zustimmen,“ lächelte Lorenzen. „Aber wenn ich, Frau Gräfin, in Ihren Mienen richtig lese, so sind diese Bekenntnisse doch nur Einleitung zu was andrem. Sie halten noch das Eigentliche zurück und verbinden mit Ihrer Aussprache, so sonderbar es klingen mag, etwas Spezielles und beinah’ Praktisches.“

„Und ich freue mich, daß Sie das herausgefühlt haben. Es ist so. Wir kommen da eben von Ihrem Stechlin her, von Ihrem See, dem Besten, was sie hier haben. Ich habe mich dagegen gewehrt, als das Eis aufgeschlagen werden sollte, denn alles Eingreifen oder auch nur Einblicken in das, was sich verbirgt, erschreckt mich. Ich respektiere das Gegebene. Daneben aber freilich auch das Werdende, denn eben dies Werdende wird über kurz oder lang abermals ein Gegebenes sein. Alles Alte, so weit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben. Und vor allem sollen wir, wie der Stechlin uns lehrt, den großen Zusammenhang der Dinge nie vergessen. Sich abschließen, heißt sich einmauern, und sich einmauern ist Tod. Es kommt darauf an, daß wir gerade das beständig gegenwärtig haben. Mein Vertrauen zu meinem Schwager ist unbegrenzt. Er hat einen edeln Charakter, aber ich weiß nicht, ob er auch einen festen Charakter hat. Er ist feinen Sinnes, und wer fein ist, ist oft bestimmbar. Er ist auch nicht geistig bedeutend genug, um sich gegen abweichende Meinungen, gegen Irrtümer und Standesvorurteile wehren zu können. Er bedarf der Stütze. Diese Stütze sind Sie meinem Schwager Woldemar von Jugend auf gewesen. Und um was ich jetzt bitte, das heißt: ‚Seien Sie’s ferner‘.“

„Daß ich Ihnen sagen könnte, wie freudig ich in Ihren Dienst trete, gnädigste Gräfin. Und ich kann es um so leichter, als Ihre Ideale, wie Sie wissen, auch die meinigen sind. Ich lebe darin und empfind’ es als eine Gnade, da, wo das Alte versagt, ganz in einem Neuen aufzugehn. Um ein solches ‚Neues‘ handelt es sich. Ob ein solches ‚Neues‘ sein soll (weil es sein muß) oder ob es nicht sein soll, um diese Frage dreht sich alles. Es giebt hier um uns her eine große Zahl vorzüglicher Leute, die ganz ernsthaft glauben, das uns Überlieferte – das Kirchliche voran (leider nicht das Christliche) – müsse verteidigt werden, wie der salomonische Tempel. In unserer Obersphäre herrscht außerdem eine naive Neigung, alles ‚Preußische‘ für eine höhere Kulturform zu halten.“

„Genau wie Sie sagen. Aber ich möchte doch, um der Gerechtigkeit willen, die Frage stellen dürfen, ob dieser naive Glaube nicht eine gewisse Berechtigung hat?“

„Er hatte sie mal. Aber das liegt zurück. Und kann nicht anders sein. Der Hauptgegensatz alles Modernen gegen das Alte besteht darin, daß die Menschen nicht mehr durch ihre Geburt auf den von ihnen einzunehmenden Platz gestellt werden. Sie haben jetzt die Freiheit, ihre Fähigkeiten nach allen Seiten hin und auf jedem Gebiete zu bethätigen. Früher war man dreihundert Jahre lang ein Schloßherr oder ein Leinenweber; jetzt kann jeder Leinenweber eines Tages ein Schloßherr sein.“

„Und beinah’ auch umgekehrt,“ lachte Melusine. „Doch lassen wir dies heikle Thema. Viel, viel lieber hör’ ich ein Wort von Ihnen über den Wert unsrer Lebens- und Gesellschaftsformen, über unsre Gesamtanschauungsweise, deren besondere Zulässigkeit Sie, wie mir scheint, so nachdrücklich anzweifeln.“

„Nicht absolut. Wenn ich zweifle, so gelten diese Zweifel nicht so sehr den Dingen selbst, als dem Hochmaß des Glaubens daran. Daß man all diese Mittelmaßdinge für etwas Besonderes und Überlegenes und deshalb, wenn’s sein kann, für etwas ewig zu Konservierendes ansieht, das ist das Schlimme. Was mal galt, soll weiter gelten, was mal gut war, soll weiter ein Gutes oder wohl gar ein Bestes sein. Das ist aber unmöglich, auch wenn alles, was keineswegs der Fall ist, einer gewissen Herrlichkeitsvorstellung entspräche… Wir haben, wenn wir rückblicken, drei große Epochen gehabt. Dessen sollen wir eingedenk sein. Die vielleicht größte, zugleich die erste, war die unter dem Soldatenkönig. Das war ein nicht genug zu preisender Mann, seiner Zeit wunderbar angepaßt und ihr zugleich voraus. Er hat nicht bloß das Königtum stabiliert, er hat auch, was viel wichtiger, die Fundamente für eine neue Zeit geschaffen und an die Stelle von Zerfahrenheit, selbstischer Vielherrschaft und Willkür Ordnung und Gerechtigkeit gesetzt. Gerechtigkeit, das war sein bester ‚rocher de bronce‘.“

„Und dann?“

„Und dann kam Epoche zwei. Die ließ, nach jener ersten, nicht lange mehr auf sich warten und das seiner Natur und seiner Geschichte nach gleich ungeniale Land sah sich mit einem Male von Genie durchblitzt.“

„Muß das ein Staunen gewesen sein.“

„Ja. Aber doch mehr draußen in der Welt als daheim. Anstaunen ist auch eine Kunst. Es gehört etwas dazu, Großes als groß zu begreifen.. Und dann kam die dritte Zeit. Nicht groß und doch auch wieder ganz groß. Da war das arme, elende, halb dem Untergange verfallene Land nicht von Genie, wohl aber von Begeisterung durchleuchtet, von dem Glauben an die höhere Macht des Geistigen, des Wissens und der Freiheit.“

„Gut, Lorenzen. Aber weiter.“

„Und all das, was ich da so hergezählt, umfaßte zeitlich ein Jahrhundert. Da waren wir den andern voraus, mitunter geistig und moralisch gewiß. Aber der ‚Non soli cedo-Adler‘ mit seinem Blitzbündel in den Fängen, er blitzt nicht mehr, und die Begeisterung ist tot. Eine rückläufige Bewegung ist da, längst Abgestorbenes, ich muß es wiederholen, soll neu erblühn. Es thut es nicht. In gewissem Sinne freilich kehrt alles einmal wieder, aber bei dieser Wiederkehr werden Jahrtausende übersprungen; wir können die römischen Kaiserzeiten, Gutes und Schlechtes, wieder haben, aber nicht das spanische Rohr aus dem Tabakskollegium und nicht einmal den Krückstock von Sanssouci. Damit ist es vorbei. Und gut, daß es so ist. Was einmal Fortschritt war, ist längst Rückschritt geworden. Aus der modernen Geschichte, der eigentlichen, der lesenswerten, verschwinden die Bataillen und die Bataillone (trotzdem sie sich beständig vermehren) und wenn sie nicht selbst verschwinden, so schwindet doch das Interesse daran. Und mit dem Interesse das Prestige. An ihre Stelle treten Erfinder und Entdecker, und James Watt und Siemens bedeuten uns mehr als du Guesclin und Bayard. Das Heldische hat nicht direkt abgewirtschaftet und wird noch lange nicht abgewirtschaftet haben, aber sein Kurs hat nun mal seine besondere Höhe verloren, und anstatt sich in diese Thatsache zu finden, versucht es unser Regime, dem Niedersteigenden eine künstliche Hausse zu geben.“

„Es ist, wie Sie sagen. Aber gegen wen richtet sich’s? Sie sprachen von ‚Regime‘. Wer ist dies Regime? Mensch oder Ding? Ist es die von alter Zeit her übernommene Maschine, deren Räderwerk tot weiterklappert, oder ist es Der, der an der Maschine steht? Oder endlich ist es eine bestimmte abgegrenzte Vielheit, die die Hand des Mannes an der Maschine zu bestimmen, zu richten trachtet? In allem, was Sie sagen, klingt eine sich auflehnende Stimme. Sind Sie gegen den Adel? Stehen Sie gegen die ‚alten Familien‘?“

„Zunächst: nein. Ich liebe, hab’ auch Ursach’ dazu, die alten Familien und möchte beinah’ glauben, jeder liebt sie. Die alten Familien sind immer noch populär, auch heute noch. Aber sie verthun und verschütten diese Sympathien, die doch jeder braucht, jeder Mensch und jeder Stand. Unsre alten Familien kranken durchgängig an der Vorstellung, ‚daß es ohne sie nicht gehe‘, was aber weit gefehlt ist, denn es geht sicher auch ohne sie; – sie sind nicht mehr die Säule, die das Ganze trägt, sie sind das alte Stein- und Moosdach, das wohl noch lastet und drückt, aber gegen Unwetter nicht mehr schützen kann. Wohl möglich, daß aristokratische Tage mal wiederkehren, vorläufig, wohin wir sehen, stehen wir im Zeichen einer demokratischen Weltanschauung. Eine neue Zeit bricht an. Ich glaube, eine bessere und eine glücklichere. Aber wenn auch nicht eine glücklichere, so doch mindestens eine Zeit mit mehr Sauerstoff in der Luft, eine Zeit, in der wir besser atmen können. Und je freier man atmet, je mehr lebt man. Was aber Woldemar angeht, meiner sind Sie sicher, Frau Gräfin. Bleibt freilich, als Hauptfaktor, noch die Comtesse. Für die müssen Sie die Bürgschaft übernehmen. Die Frauen bestimmen schließlich doch alles.“

Zu diesem Thema könnte man auch das 41. Kapitel lesen; ich möchte zum Schluss noch eine kurze Passage aus dem 42. Kapitel zitieren, die mich beeindruckt hat:

Engelke ging, und Dubslav war wieder allein. Er fühlte, daß es zu Ende gehe. „Das ‚Ich‘ ist nichts, – damit muß man sich durchdringen. Ein ewig Gesetzliches vollzieht sich, weiter nichts, und dieser Vollzug, auch wenn er ‚Tod‘ heißt, darf uns nicht schrecken. In das Gesetzliche sich ruhig schicken, das macht den sittlichen Menschen und hebt ihn.“

Er hing dem noch so nach und freute sich, alle Furcht überwunden zu haben. Aber dann kamen doch wieder Anfälle von Angst, und er seufzte: „Das Leben ist kurz, aber die Stunde ist lang.“

http://www.schneid9.de/literatur/stechlin_inhalt.html (detaillierte Inhaltsangabe)

http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/ringvorlesungen/romane_antike_19jh/Fontane_Stechlin.pdf (Analyse: Vorlesung Kiel)

http://www.zeit.de/1979/11/der-stechlin/seite-1 (Besprechung, 1979)

http://www.xlibris.de/Autoren/Fontane/Werke/Der%20Stechlin (Besprechung)

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Stechlin_%28Roman%29 (im Wesentlichen kurze Inhaltsangabe)

http://www.schneid9.de/literatur/stechlin_personen.html (Personenverzeichnis)

Untersuchungen:

http://www.kulinaristik.net/dokumente/e-papers/Gisbertz.pdf (Nahrung und Lebensstil im Stechlin)

http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/seiler/drucke/fontane/agnes.html (Lütt’ Agnes im Stechlin)

http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2011/5587/pdf/Sarah_Knippel_Der_Stechlin.pdf (Analyse literarischer Dialoge am Beispiel Stechlin)

http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstream/handle/urn:nbn:de:bsz:352-opus-79349/Sprachvergleich.pdf?sequence=1 (Der Sprachvergleich im lit. Text, am Beispiel Fontanes)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/romanatlas/deutschland-neuglobsow-theodor-fontane-der-stechlin-1437559.html /Stechlin-See)

http://deposit.d-nb.de/ep/netpub/8x/55/24/97824558x/_data_dyna/_snap_stand_2006_03_19/sonderveroeffentlichungen/stechlin.html (dito)

http://www.stechlin.de/stechlinsee.html (dito)

Text:

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Stechlin (Text)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Fontane,+Theodor/Romane/Der+Stechlin (Text)

http://gutenberg.spiegel.de/buch/4434/1 (Text)

http://www.cluberzengel.de/download/ebooks/pdf/Fontane,%20Theodor%20-%20Der%20Stechlin.pdf (Text)

http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/fontane_stechlin_1899 (Text)

http://librivox.org/der-stechlin-by-theodor-fontane/ (Links, v.a. das ganze Buch vorgelesen, vgl. http://archive.org/details/stechlin_1009_librivox, vgl. http://tunein.com/radio/Stechlin-Der-by-Fontane-Theodor-p408843/)

http://www.gawl.de/Fontane.html (e-book)

Hilfsmittel:

https://peter-hug.ch/lexikon/home (die zeitgenössischen Lexika Meyers und Brockhaus)

http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Brandenburg

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Brandenburgs

http://www.brandenburg1260.de/die_mark_brandenburg.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen

http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/recherche/fontane_stechlin_bibliographie.html (Bibliografie)

Fontane: Würd‘ es mir fehlen, würd‘ ich’s vermissen? – Analyse

Heute früh, nach gut durchschlafener Nacht…

Text

http://www.zeno.org/Literatur/M/Fontane,+Theodor/Gedichte/Gedichte+%28Ausgabe+1898%29/Lieder+und+Spr%C3%BCche/W%C3%BCrd%27+es+mir+fehlen,+w%C3%BCrd%27+ich%27s+vermissen

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=683

Ein letztes Gedicht aus der Alterslyrik Fontanes, 1888 entstanden, 1889 veröffentlicht. Fontane, selber das lyrische Ich, reflektiert die Bedeutung dessen, was so auf einen einströmt, wenn man am Morgen erwacht: Was alles in der Zeitung steht, was man draußen auf der Straße sieht… Und er zieht das Fazit: „Alles war freundlich, alles war nett,“ (V. 11), um dann rhetorisch zu fragen:

„Aber wenn ich weiter geschlafen hätt’

Und tät von alledem nichts wissen,

Würd’ es mir fehlen, würd’ ich’s vermissen?“ (V. 12-14)

Die Antwort ist klar: Nein, mir würde nichts fehlen, und ich würde nichts davon vermissen.

Ich würde die beiden Fragen der letzten Strophe ein wenig anders beantworten als Fontane: Mir würde nichts fehlen, wenn ich die ganzen Freundlichkeiten und Aufgeregtheiten nicht mitbekäme, das ist richtig; denn sie sind letztlich immer gleich, und wenn man das Ganze kennt, braucht man es sich nicht täglich erneut zu Gemüte zu führen. Anderseits ist die Alternative „Einfach weiterschlafen!“ auch nicht der Weisheit letzter Schluss: Dann nähme man ja gar nicht mehr am Leben teil. Will man sich des Lebens freuen, muss man daran teilnehmen; ist man jedoch alt und lebenssatt wie Abraham (Gen 25,8), dann kann man getrost sich die Antwort Theodor Fontanes zu eigen machen. Ganz unrecht hat er ja nicht!

Das Gedicht ist in Knittelversen abgefasst, je zwei Verse sind im Paarreim verbunden; durchweg passen die reimenden Verse auch semantisch zusammen, z.B. „nichts wissen / nicht vermissen“ (V. 13 f.) oder „Frühstückstisch / Semmel war frisch“ (V. 3 f.), nur bei V. 11 f. geht es aus Gründen des Satzbaus nicht auf.

Aus diesem Gedicht spricht wie auch aus anderen Gedichten der Alterslyrik Fontanes die Distanz, die der alte Mann gegenüber dem Leben, zumindest gegenüber seinen Aufgeregtheiten gewonnen hat (vgl. „Überlass es der Zeit“; „Es kribbelt und wibbelt weiter“). Dagegen endet „Mein Herze, glaubt’s, ist nicht erkaltet“ so:

„Ich bin wie Wein, der ausgegoren:

Er schäumt nicht länger hin und her,

Doch was nach außen er verloren,

Hat er an innrem Feuer mehr.“

http://www.poetry.de/showthread.php?t=17030 (wie die Leute interpretieren)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=6jplO2NVT5s (Mädchen, gut)

http://www.youtube.com/watch?v=G_xCY_a_KGY (?)

Sonstiges

http://neckarstrand.blogspot.de/2011/07/dies-und-das-uber-das-vermissen.html (moderne Variation)

Fontane: Meine Gräber – Analyse

Kein Erbbegräbnis mich stolz erfreut…

Text

http://de.wikisource.org/wiki/Meine_Gr%C3%A4ber_%28Fontane%29

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=668

Ein Erbbegräbnis ist „ein bestimmter Platz, auf den eine Familie oder ein Geschlecht das vererbliche Recht auf Nutzung zur Bestattung der Überreste ihrer verstorbenen Mitglieder hat“ (Wikipedia). So viel Geld gab es bei Fontanes Eltern nicht, dass sie sich ein Erbbegräbnis hätten erlauben können. Die Toten wurden an den Orten begraben, wo sie gestorben waren – „Aber all in märkischem Sand“ (V. 4).Nicht ohne Stolz erwähnt Fontane, hier ohne Weiteres gleich dem lyrischen Ich, diese Tatsache, dass „seine“ Gräber alle in der Heimat liegen; „meine Gräber“ (V. 2), das sind die Gräber, die er zu besuchen pflegt: das der Mutter, des Vaters und seines Sohnes George. Sie sind „zu weit zerstreut“ (V. 2) für einen alten Mann – Fontane hat das Gedicht 1888 geschrieben und 1889 veröffentlicht, da war er 70 Jahre alt. Er wiederholt „weit zerstreut“ (V. 3) und fügt „über Stadt und Land“ hinzu, über das ganze Land der Mark Brandenburg, also doch noch im weiten Umkreis der Heimat.

Die drei Gräber werden kaum beschrieben – beschrieben wird die Landschaft, in der sie liegen; die Toten sind in den Mutterboden heimgekehrt, das ist die Botschaft dieses Gedichts. Sie gehören der Erde an. Das wird beim dritten Grab deutlich, dem Grab seines vorzeitig verstorbenen Sohnes George, der gerade erst Vater geworden war; er ist „seines Todes froh“ (V. 21), obwohl er noch nicht 40 war, als er starb.

Die Mutter ist 1869 in Neuruppin gestorben und ist auch dort begraben, in der Nähe des Rhin, eines rechten Nebenflusses der Havel. Der Vater war1867 gestorben; sein Grab liegt bei der Kirche in Neutornow (auf der Oderinsel Neuenhagen), heute Bad Freienwalde. 1887 verstarb George Fontane; er wurde auf dem Friedhof Lichterfelde (heute Berlin: Steglitz-Zehlendorf, Moltkestraße) begraben, auf dem Teltow-Plateau östlich von Potsdam; Fontane besuchte oft sein Grab.

Neuruppin: http://img.fotocommunity.com/images/Wild-lebende-Voegel/Reiher-Stoerche-Ibisse/Storchennest-Modell-Neuruppin-a27179875.jpg

http://oderbruchpavillon.de/bausteine/beitraege/bacher.htm (Oderbruch: zu Neutornow)

http://de.wikipedia.org/wiki/Teltow_(Landschaft) (Teltow)

Wie gesagt, beschrieben wird die Landschaft, in der die Gräber liegen – es ist mir nicht möglich, im Netz Bilder davon zu bekommen, wie die Landschaften 1890 aussahen; Mummeln (V. 16) sind übrigens Seerosen. Am Ende der 2. und 3. Strophe steht bloß lakonisch: „Da ist meiner Mutter Grab.“ (V. 12) Da hat mein Vater seinen Stein.“ (V. 20) Nur bei seinem Sohn ist der Schluss anders: „Der Wind, der Wind geht drüber hin.“ (V. 32) Mit dem Wind wird eine zentrale Metapher des Vergessens aufgerufen: „Für viele Metaphern des Vergessens lassen sich Landschaftsbezüge konstruieren. Die meisten Bezüge finden sich zum Wasser. Diese entspringen dem Unterweltfluss Lethe, aus dem die Verstorbenen langes Vergessen trinken. […] Weitere Landschaftsbezüge finden sich im Sand und der Wüste, dem Wind und dem Gras, das über eine Sache wächst.“ (Mario Röhrle) Wenn der Wind über dieses Grab des zuletzt Verstorbenen und damit auch über die der anderen geht, dann heißt das, dass sie irgendwann vergessen werden (vgl. „Sag’ mir, wo die Blumen sind“); George Fontanes Grab gibt es heut bereits nicht mehr, und wäre sein Vater nicht Schriftsteller gewesen, würde keiner mehr den Namen George Fontane kennen.

In die heimatliche Landschaft eingebettet sind die Gräber, und der Wind geht darüber hin. Der alte Mann gedenkt noch seiner Toten – aber auch er wird bald nicht mehr sein. Fontane starb am 20. September 1898, er liegt auf dem Friedhof II der Berliner Französisch-Reformierten Gemeinde begraben.

Das Gedicht ist in Knittelversen abgefasst, so wie Fontane auch seine Balladen gedichtet hat; die Verse sind im Paarreim aneinander gebunden. Die mittleren Strophen umfassen 8 Verse, die letzte 12; dem entspricht, dass es eine kleine Vorstrophe zu 4 Versen gibt (4+8=12). Die Reime sind teilweise semantisch sinnvoll (z.B. nicht erfreut / zu weit zerstreut, V. 1/2), teilweise zufällig gereimt (am Horizont / sich sonnt, V. 27 f.).

Durch das Gedicht „Meine Gräber“, das die Mutter ihr vorgelesen hat, wurde Agnes Miegel zur Dichterin. Heute ist es wenig bekannt, zumindest im Westen Deutschlands – zu weit waren nach 1948 der märkische Sand und der Rhin vom Rhein entfernt, als dass man sich für diese Landschaft und ihre Gräber interessiert hätte. Die Schönheit des Gedichtes erschließt sich erst, wenn man es zum dritten Mal liest.

Sonstiges

http://de.wikipedia.org/wiki/Erbbegr%C3%A4bnis (Erbbegräbnis)

http://www.historischer-verein-ruppin.de/98.htm (Fontanes Mutter)

http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Henry_Fontane (Fontanes Vater)

http://www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/derbezirk/2visit/friedhoflichterfelde.html (zum Grab des Sohnes George)

http://www.historic-maps.de/stadtplaene/stadtplaene-1800-1900/index.htm (Berlin 1869)

http://www.txtbank.de/metaphern/vergessen_und_memoria/ (Metaphern des Vergessens)

http://www.youtube.com/watch?v=HRhHpTRuBrk (Sag mir, wo die Blumen sind)

http://www.youtube.com/watch?v=JpVlMRJifLQ (dito)

http://www.luise-berlin.de/lesezei/blz00_06/text47.htm (aus dem Familienleben der Fontanes)

http://www.neuruppin.de/fileadmin/dateien/Kultur/Kultur_Downloads/Fontane_-_Chronik.pdf (Chronik: Fontane)

Fontane: John Maynard – Analyse

John Maynard!…

Text

http://johnmaynard.net/Poem.html (Text mit engl. Übersetzung)

http://www.forums9.ch/sprachen/johnmaynard.htm (dito)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=669

Die Ballade ist vielleicht 1885 entstanden, jedenfalls 1886 in „Berliner Bunte Mappe“ veröffentlicht worden. Gegenüber „Archibald Douglas“ oder „Der 6. November 1662“ ist neu, dass der Stoff nicht der Sage und der Vergangenheit entstammt, sondern der Gegenwart und der Arbeitswelt – immerhin ein Versuch, das veraltete Balladenschema zu verändern!

Das Gedicht bezieht sich auf ein Unglück, das sich am 9. August 1841 ereignete: Der Raddampfer „Erie“ geriet auf der Fahrt von Buffalo nach Detroit in Brand; von den über 200 Passagieren kamen die meisten ums Leben, der Kapitän wurde gerettet. Der Steuermann hieß Fuller; er hat das Steuerrad nicht aus der Hand gegeben und kam mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls ums Leben. Dieses Ereignis wurde am 12. September 1845 sehr frei zu einer Zeitungsstory im „Commercial Advertiser“ verarbeitet; der Steuermann erhält dabei den Namen John Maynard. Gut 20 Jahre später hat der Engländer J.B. Gough daraus eine erbauliche Geschichte gemacht, das Sprachrohr als Verständigungsmittel eingebaut und die Fahrt nach Buffalo stattfinden lassen. 1868 macht der Schriftsteller Horatio Alger jr. daraus eine Ballade – Fontane kannte vielleicht die beiden letzten Fassungen des Stoffs.

Aufbau: Die Ballade besteht aus drei Teilen – ich orientiere mich in der Verszählung an der Ausgabe der Freiburger Anthologie (s.o.). Den ersten Teil bildet ein Gespräch zwischen einem Frager und einem der Geretteten (V. 1-7). Im zweiten Teil wird die Geschichte des Unglücks und der Rettung mitsamt dem Tod des Steuermanns John Maynard erzählt (V. 9-49). Im dritten Teil wird schließlich das Begräbnis Maynards erzählt und zum Abschluss der Spruch auf seinem Grabstein zitiert.

Es fällt auf, dass die Antwort des Geretteten teilweise (V. 5 f.) mit dem Spruch des Grabsteins (V. 63 f.) übereinstimmt. Dieser Lobpreis des tapferen John Maynard bildet also die Klammer, innerhalb deren das erzählte Geschehen steht. Die einleitenden Verse 3 f., die Antwort auf die Frage nach dem Mann, nehmen in nuce bereits die Heldentat John Maynards vorweg und lassen den Leser fragen: Was ist da passiert? Diese Frage wird im zweiten Teil beantwortet.

In der 1. Strophe des 2. Teils wird die glückliche Fahrt des Schiffs „Schwalbe“ über den Erie-See beschrieben; die Atmosphäre ist entspannt („plaudernd“, V. 15), die Herzen der Passagiere sind „frei und froh“ (V. 12, Alliteration, wiederholt in V. 19). Mit der Zeitangabe „dreißig Minuten“ (V. 18) wird eine Marke gesetzt, die bei der Beschreibung der Not in den nächsten Strophen genutzt werden kann.

Wir sehen hier zwei Kompositionsprinzipien der Ballade: die Wiederholung und die Steigerung. Wiederholt werden die Verse 3 f. (s.o.), die Metapher „fliegt“ (V. 9, 11), die Adjektive „frei und froh“ (s.o.), die Frage „Noch da, John Maynard?“ (V. 35, 41), das „Feuer“ (V. 21, 48), „Ein Qualm“ (V. 22 f.), das Steuer (V. 28, 32), „Ich halte drauf hin.“ (V. 38, leicht verändert V. 42), „Rettung“ (V. 46, 49); die Gegenüberstellung alle – einer (V. 49 mit V. 51 und 54) sowie die entsprechende Gegenüberstellung er – uns (V. V. 5 f. und 63 f.), die Blumen am Grab (V. 57 f.). Die Steigerung wird im weiteren Bericht deutlich und mit den Zeitangaben 20, 15, 10 Minuten verbunden (V. 24, 30, 40). In den beiden nächsten Strophen (V. 19-40) wird berichtet, wie plötzlich das Feuer bemerkt und von den Passagieren als Bedrohung erlebt wird (Kontrast zur Atmosphäre V. 9 ff.). Im Gespräch des Kapitäns mit dem Steuermann (V. 31 ff.) wird dann das Prinzip der Steigerung bemerkbar: Der Zugwind wächst, die Qualmwolke steht, die ersterbende Stimme – und dann die dramatische Rettung, angedeutet in V. 43-46, ausgesprochen in V. 48 f. Den dritten großen Kontrast (nach V. 19 f. und V. 49) finden wir im Bericht vom Begräbnis: die Töne der Glocken – das Schweigen der Menschen (V. 51 ff.).

„John Maynard“ ist die Ballade eines modernen Helden, der im Beruf so treu seinen Dienst verrichtet, dass „alle“ beim Brand gerettet werden, während er sein Leben verliert. Das wird an zwei Stellen ausgesprochen; das erste Mal steht es im Erzählerbericht: „Gerettet alle. Nur einer fehlt.“ (V. 49). Diese Wendung erinnert an den Spruch „Alle für einen, einer für alle.“ Das Motto stammt aus dem Roman „Die drei Musketiere“ von Alexander Dumas; er wird heute vielfältig verwendet, er bezeichnet das Prinzip wechselseitiger Solidarität, ein Fundament jeder Gemeinschaft. Die zweite Wendung ist der wiederholte Doppelvers „Er hat uns gerettet…“ (V. 5 f., V. 63 f.). „Er trägt die Kron“ erinnert an die Krone oder den Kranz des Lebens, den der im Glauben Getreue von Gott erhält (Apk 2,10); das passt dazu, dass mit „Er starb für uns“ die Bekenntnisformel „Christus ist für unsere Sünden gestorben…“ (1 Kor 15,3) aufgegriffen wird. John Maynard ist für unser Leben gestorben, sagen die Geretteten; die Krone, die er bekommt, ist „unsre Liebe“.

Zur Form ist noch zu sagen, dass wir einen Knittelvers vor uns haben, dass die Strophen ungleich lang sind, dass die dialogischen Momente einen starken Akzent in der Erzählung setzen. Unklar ist mir die Funktion des abschließenden „John Maynard“ sowohl in V. 7 wie in V. 65. Wenn es die Namensangabe auf dem Grabstein wäre, müsste es über dem Grabspruch stehen (V. 61-64), nicht darunter. In V. 7 ist es aus V. 65 übernommen, hat aber in der Antwort der Geretteten (V. 3-6) wirklich keine Funktion. So bleibt ihm nur die rhetorische Funktion der eindringlichen Wiederholung des Namens, der ja schon aus der Überschrift und dem Zuruf (V. 1) bekannt war.

Fontane wollte mit dieser Ballade ein Zeichen gegen den Zeitgeist setzen, als dessen Signatur er erkannte, dass jeder nur an sich und seinen Vorteil denkt. Das hat Karl Richter in seiner Analyse „Stilles Heldentum“ (in: Gedichte und Interpretationen. Deutsche Balladen, hrsg. von Gunter E. Grimm, Reclam 1988, S. 345 ff., hier S. 361 ff.) gezeigt.

Wie man an den Links sieht, ist die Ballade sowohl bei professionellen Sprechern beliebt als auch (oder: weil?) im Unterricht der Schulen gut vertreten: Balladen werden meist in Kl. 7 gelesen, ohne dass ich dafür einen Grund anzugeben wüsste – so war es immer schon.

http://de.wikipedia.org/wiki/John_Maynard

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/22/4.5.pdf (U-Vorbereitung)

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_John-Maynard.pdf

http://www.mein-lernen.at/index.php?option=com_content&view=article&id=2629:ballade-john-maynard-theodor-fontane&catid=630:literatur&Itemid=433 (knapp)

http://www.studentshelp.de/p/referate/02/1950.htm (unfreiwillig komisch)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=qBBYtoeIZjs (O.E. Hasse)

http://www.vorleser.net/hoerbuch.php?id=fontane_maynard (Claudia Gräf)

http://www.sprechbude.de/john-maynard-von-theodor-fontane/ (Chr. Maasch)

http://www.youtube.com/watch?v=CTIP3vXN0aE (EAPoeProductions)

http://www.lyrik-audio.de/?id=35 (Norbert Steinke ?)

http://ia700508.us.archive.org/13/items/sammlung_gedichte_001_librivox/13_john_maynard_tf_fce.mp3 (mäßig)

http://www.youtube.com/watch?v=Yx4Z_OS24po (ein Lehrer?)

http://www.youtube.com/watch?v=1mXPPYDZhK8 (rap)

http://www.youtube.com/watch?v=KMZnuVj0mbg (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=OcG2pVYBYRk (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=pLZK-xKA-L8 (Danny, gesungen)

http://www.youtube.com/watch?v=C-6a334ugo0 (Achim Reichel, gesungen)

Sonstiges

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/525223/354-Theodor-Fontane-John-Maynard (parodierte Kurzfassung)

http://www.youtube.com/watch?v=Lprmm2CgSv0 (Parodie)

http://www.martinum.de/erstehomepage/material/ballade8.htm (drei Parodien, schülerhaft)

http://www.peter-becker.de/index.htm (Umformung in Pressemeldung)

http://www.youtube.com/watch?v=t6VFs0H14JY und http://www.youtube.com/watch?v=okcd53QLAK8 (Erzähltheater: Was hat das mit Fontane zu tun?)

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/A#Alle_f.C3.BCr_einen.2C_einer_f.C3.BCr_alle.21 („Alle für einen…“)

Fontane: Der 6. November 1632 – Analyse

Schwedische Heide, Novembertag…

Text

http://www.handmann.phantasus.de/g_6november1632.html (mit Erläuterungen)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=675

Vermutlich muss man sehr protestantisch sein, schon älter und am besten aus der alten DDR stammen, um heute noch mit dem Datum bzw. der Überschrift „Der 6. November 1632“ ein Vorstellung zu verbinden: die Schlacht bei Lützen, der Tod Gustav Adolfs. Die Ballade, 1866 entstanden, wurde 1872 im „Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft“ veröffentlicht. Laut Untertitel liegt ihr eine schwedische Sage zugrunde. Es wird ein geisterhaftes Auftreten des in der Schlacht bei Lützen gefallenen Königs Gustav Adolf erzählt.

Ein neutraler Erzähler berichtet zu Beginn, wie sich zwei Männer mit einem Karren in Schweden in der Region Dalarn im Nebel verirrt haben. In den beiden ersten Versen wird das Geschehen lokalisiert; danach wird die Situation der beiden Männer beschrieben und Niels Rudbecks Erklärung wörtlich berichtet. Lorns Atterdags Antwort (V. 13 ff.) leitet zum Kern der Erzählung über: Was da rauscht, ist nicht die Dal-Elf (ein Geist); der Lärm erinnert eher an das Traben von Reitern. Dann kommt in der 5. Strophe die Präzisierung in Vergleichen: „Es ist wie Schlacht […], Wie [das protestantische] Kirchenlied […] Eine feste Burg ist unser Gott!“ (V. 17-20; so singt ein Heer der Protestanten.) Spätestens hier (eventuell aber bereits nach der 3. Str.) ist die Exposition des Geschehens beendet. Durch das Datum und die Erklärung Lorns Atterdags wird der Leser damit konfrontiert, dass die Schlacht bei Lützen „irgendwie“, jedenfalls geisterhaft (vgl. Niels Rudbecks Vermutung: die Dal-Elf) in Schweden zu hören ist.

Mit der Überleitung „Und kaum gesprochen“ (V. 21) geht es zum Höhepunkt der Erzählung: Was bisher nur aus der Ferne undeutlich zu hören war, ist jetzt deutlich zu hören (V. 21) und in Schweden auch zu sehen: Da „bricht es herein“ (V. 22). Reiter-Geschwader sausen kämpfend vorbei, an der Spitze „ein Reiter auf weißem Pferd“ (V. 24); er wird als einziger vom Erzähler herausgehoben, während die Masse der Kämpfer in ihren Geschwadern bleibt – ein Geschwader umfasste in Deutschland im 19. Jh. rund 150 Pferde und fünf Offiziere. Die beiden Schweden erleben den Kampf, der in Deutschland stattfindet, unmittelbar, sie ducken sich zitternd (V. 28). Das Geschehen wiederholt sich, diesmal geht die Schlacht rückwärts (V. 29 f.); wieder steht das weiße Pferd im Fokus (V. 32).

Dem Pferd gilt dann die ganze Aufmerksamkeit des Erzählers (V. 33 ff.): Es hat keinen Reiter mehr, es flieht, es ist rot, es zeigt Blutspuren – so wird hinreichend angedeutet, dass sein Reiter erschossen oder erstochen ist. Es folgt die sagen-hafte Erklärung: „Ganz Schweden hat das Roß gesehn“ (V. 38); das Pferd und sein Reiter müssen also eine Bedeutung für Schweden haben. Nach dem Gedankenstrich folgt die Auflösung des historischen Rätsels und des sagenhaften Geschehens: Es war die Schlacht bei Lützen, wo der schwedische König Gustav Adolf „am selben Tag“ umgekommen ist – am selben Tag, das ist der Tag, an dem Lorns und Niels in Dalarn die Schlacht miterlebt haben und ganz Schweden das Ross gesehen hat.

Das Gedicht ist in Knittelversen geschrieben, die sich gut fürs Erzählen eignen; jeweils zwei Verse sind im Paarreim verbunden, was bei einem solchen Erzählen oft zu semantisch kaum ergiebigen Verbindungen führt (z.B. zwingen’s nicht / Niels aber spricht, V. 7 f.), aber auch sinnvolle Kombinationen ergibt (z.B. Novembertag / Nebel am Boden lag, V. 1 f.).

Fontane hat hier einen Sagenstoff in einer Art Schauerballade verarbeitet, die an den „Erlkönig“ und ähnliche ältere Gedichte erinnert; er hatte offenbar eine Vorliebe für solche Stoffe (vgl. auch „Die Brück’ am Tay“), obwohl die Zeit der Schauerballaden eigentlich vorbei war. Aber auch Theodor Storm hat mit „Der Schimmelreiter“ in der Zeit des epischen Realismus 1888 noch eine Novelle geschrieben, wo geisterhafte Mächte sich bemerkbar machen. Die Problematik des Dreißigjährigen Krieges spielt im Gedicht jedenfalls keine Rolle.

Sonstiges

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_L%C3%BCtzen (die Schlacht von Lützen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_II._Adolf_%28Schweden%29 (Gustav Adolf)

http://www.archive.org/stream/dieballadendicht00rhynuoft/dieballadendicht00rhynuoft_djvu.txt  (Hans Rhyn: Die Balladendichtung Theodor Fontanes)

Fontane: Archibald Douglas – Analyse

Ich hab’ es getragen sieben Jahr…

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=664

http://de.wikisource.org/wiki/Archibald_Douglas_%28Fontane%29

Die Ballade ist 1854 entstanden und 1857 veröffentlicht worden. Fontane hat eine von Walter Scott erzählte Anekdote verarbeitet, d.h. abgeändert: Graf Archibald Douglas von Kilspindie wurde vom schottischen König Jakob V. zusammen mit der ganzen Familie Douglas verbannt, obwohl dieser an seinem alten Waffenmeister hing. Als Douglas als alter Mann zurückkehrte, um des Königs Gnade zu erflehen, wurde er ins Exil zurückgeschickt; er starb in Frankreich. – Die von schulzeux behauptete Abhängigkeit von der Ballade des Grafen Strachwitz kann ich nicht erkennen.

Aufbau

Die Ballade beginnt mit einem Selbstgespräch (I-III), das eindrucksvoll die Entschlossenheit des Sprechers spürbar macht, seine seelische Last nicht länger zu ertragen. Das Was und Warum seines Leidens wird in dem unbestimmten „es“ (I) und den Pronomen „sein“ und „er“ (II u. III) bloß angedeutet. Die folgenden anderthalb Strophen (bis V. 18) beenden die Exposition. Douglas wird vom Erzähler als Sprecher eingeführt und beschrieben.

Erzählerbericht (V-VII): In die Einsamkeit des alten Grafen bricht der lärmende Jagdzug des jungen Königs. Die Unterschiede in Haltung und Verhalten deuten auf die Unterschiede, die beide Männer trennen – die Konfrontation hat begonnen.

Rede des Grafen Douglas (VIII-XII): Die Erinnerung an Douglas’ Fürsorge für den König als Kind soll den König besänftigen. Zum Anfang und Schluss der Ansprache beteuert er seine Unschuld hin; nur um seines Namens willen habe er sieben Jahre gebüßt.

Antwort des Königs (XIII-XV): Die Erinnerungen stürzen den König in einen Konflikt: Er ist dem Grafen wegen seiner Kindheit zugetan, hasst ihn aber als einen Douglas. So äußert er paradox: „Ich sehe Dich nicht…“ (V. 50 f., V. 57) – erster Höhepunkt der Spannung.

Es wird erzählt, wie der alte Graf sich nicht abweisen lässt und mühsam neben dem Pferd des Königs her läuft. Douglas stellt den König mit seiner Bitte vor eine Alternative: Er will einfachste Dienste verrichten, um wieder im Vaterland leben zu können, oder vom König getötet werden. (XVI-XX)

Dramatischer Höhepunkt und Lösung des Konflikts (XXI-XXIII): Es wird erzählt, wie der König vom Pferd springt und sein Schwert zieht (V. 81 ff., nimmt die Bitte des Grafen um seinen Tod auf, V. 79 f.). Der König spricht die erlösenden Worte: Er ernennt den Grafen zu seinem Leibwächter und will mit ihm zusammen wie ihn alter Zeit leben (Str. XXIII, wie Str. XI).

Dramatisch lebt die Ballade von der Wiederholung des Schwertwortes, der Knechtsgestalt (V. 6 – V. 71 ff.) und der Worte vom Leben in Linlithgow.

Form

Siehe dazu den 2. Link, dort 2.1; der Text dieses Links ist gleich dem des 3. – da hat also mindestens einer abgeschrieben, wie man auch an der Wiederholung des massiven Patzers „das Stück“ Fontanes – eine Ballade ist kein Stück! – erkennt. Die Ballade wurde von Carl Loewe vertont, siehe dazu die Links unter „Vortrag“. Die Vielzahl der Rezitationen zeigt die Beliebtheit der Ballade an.

http://www.kloster-dobbertin.de/fontane/archiv2012/2012_fontane_schottische_balladen.htm

http://www.9io.de/downloadarea/Archibald%20Douglas/Archibald%20Douglas.htm

http://www.schreiben10.com/referate/Literatur/11/Archibald-Douglas-von-Theodor-Fontane-reon.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Archibald_Douglas_%28Ballade%29

http://www.schulzeux.de/deutsch/gedichtvergleich-das-herz-von-douglas-von-moritz-graf-strachwitz-und-archibald-douglas-von-theodor-fontane_epoche-des-realismus.html (Gedichtvergleich mit Strachwitz: Das Herz von Douglas)

Vortrag

http://www.angeln-videos.de/theodor-fontane-archibald-douglas-iii.html (Gert Westphal)

http://www.youtube.com/watch?v=_rWXA8gxMRw (Otto Sander)

http://www.deutschelyrik.de/index.php/archibald-douglas.html (Fritz Stavenhagen)

http://www.youtube.com/watch?v=UqoHnWKhEFI (EAPoeProductions)

http://www.youtube.com/watch?v=0lnxbboNk58 (?)

http://www.youtube.com/watch?v=EZi_T1VJPoA (mit modernen Requisiten inszeniert)

http://www.youtube.com/watch?v=EMsurE7ySIE (Loewe – D. Jerusalem)

http://www.youtube.com/watch?v=VVy73o096Is (dito – F. Frantz) und http://www.youtube.com/watch?v=tAv4lMdUGFc

http://www.youtube.com/watch?v=gzV2vMRHnR8 (dito – A. Busshoff)

http://www.youtube.com/watch?v=h5FjYh261eQ (dito – H. Grundmann)

Fontane: An meinem Fünfundsiebzigsten – Analyse

Hundert Briefe sind angekommen…

Text

http://de.wikisource.org/wiki/An_meinem_F%C3%BCnfundsiebzigsten_(Fontane)

Erläuterungen

V. 6 „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (1862-1889): Fontane beschreibt in den fünf Bänden Schlösser, Klöster, Orte und Landschaften der Mark Brandenburg, ihre Bewohner und ihre Geschichte.

V. 7 Vgl. unter Fontanes Gedichten „Bilder und Balladen“, dort die Abteilung „Deutsches. Märkisch-Preußisches

V. 9 der alte Fritz: Friedrich II. (König von Preußen 1740-1786)

V. 13 Die von Jagow sind ein altes und bedeutendes altmärkisches Adelsgeschlecht. http://de.wikipedia.org/wiki/Jagow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 13 Die Herren von Lochow gehörten zum Uradel im Havelland. http://de.wikipedia.org/wiki/Lochow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 14 Stechow ist der Name eines alten märkischen Adelsgeschlechts. http://de.wikipedia.org/wiki/Stechow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 14 Bredow ist der Name eines alten mittelmärkischen Adelsgeschlechts. http://de.wikipedia.org/wiki/Bredow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 14 Die Quitzow, im 14. Jahrhundert eines des mächtigsten märkischen Adelsgeschlechter, verloren danach an Bedeutung. http://de.wikipedia.org/wiki/Quitzow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 14 Auch das Adelsgeschlecht Rochow hatte seine größte Zeit im Spätmittelalter. http://de.wikipedia.org/wiki/Rochow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 16 Curt Christoph Graf von Schwerin, von Fontane in einem Gedicht besungen: http://www.zeno.org/Literatur/M/Fontane,+Theodor/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1898)/Bilder+und+Balladen/Deutsches.+M%C3%A4rkisch-Preu%C3%9Fisches/Schwerin

V. 16 Hans Joachim von Zieten war ein enger Vertrauter und General Friedrichs des Großen.

V. 18 Oppen, ein märkisches Adelsgeschlecht

V. 18 Groeben, ein märkisches Adelsgeschlecht

V. 18 Kracht, ein altes Adelsgeschlecht, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hildebrand_von_Kracht

V. 18 Thümen, altes märkisches Adelsgeschlecht

V. 20 Pfuel, uraltes Adelsgeschlecht http://de.wikipedia.org/wiki/Pfuel

V. 20 Itzenplitz, altes Adelsgeschlecht http://de.wikipedia.org/wiki/Itzenplitz

V. 22 Ribbeck, märkischer Uradel http://de.wikipedia.org/wiki/Ribbeck_%28Adelsgeschlecht%29

V. 22 Katte, ebenso http://de.wikipedia.org/wiki/Katte

V. 22 Bülow, mecklenburgischer Uradel http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 22 Arnim, märkischer Uradel http://de.wikipedia.org/wiki/Arnim_%28Adelsgeschlecht%29

V. 23 Tresckow bzw. Treskow, märkischer Adel http://de.wikipedia.org/wiki/Tresckow_%28Adelsgeschlecht%29

V. 23 Schlieffen, pommersches Adelsgeschlecht http://de.wikipedia.org/wiki/Schlieffen_%28Adelsgeschlecht%29

V. 23 Schlieben, Adelsgeschlecht in der Lausitz http://de.wikipedia.org/wiki/Schlieben_%28Adelsgeschlecht%29

V. 27 Der Chevalier de Bayard (1476-1524) war „der Ritter ohne Furcht und Tadel“; die Bezeichnung wird heute sprichwörtlich verwendet.

V. 32 Pollack: abschätzige Bezeichnung für einen Polen

V. 33 jüdische Vornamen, hier mit Bezug auf die Bibel scherzhaft als „Patriarchen“-Namen verstanden (Abraham, Isaak, Jakob-Israel)

V. 40 Friedrich Cohn betrieb gemeinsam mit Fontanes jüngstem Sohn in Berlin einen Verlag.

Fontane reflektiert hier nicht ohne Ironie, wer ihm 1894 zum 75. Geburtstag gratuliert hat. Es sind nicht die Vertreter des preußischen Adels, dem er Bücher und Gedichte gewidmet hat, sondern ganz andere Leute (V. 25 ff.), die ihn schätzen und verehren; so fragt er:

„Was sollen mir da noch die Itzenplitze!
Jedem bin ich was gewesen,
Alle haben sie mich gelesen,
Alle kannten mich lange schon“ (V. 36 ff.),

und das sei schließlich die Hauptsache für einen Schriftsteller. Als letzten nennt er seinen jüdischen Verleger Cohn.

Meiner Meinung ist dieses Gedicht Fontanes nicht bedeutend, sondern nett, die schmunzelnde Selbstbescheidung eines alten Herrn. Und es ist uns fremd, weil die preußischen Adelsgeschlechter uns fremd sind, wenn wir nicht Fontanes „Wanderungen“ kennen. Preußen ist untergegangen – das sehe ich an diesem Gedicht, weil ich alle Namen der Adelsgeschlechter in der Wikipedia aufrufen musste, weil ich nur ein paar der Namen überhaupt kannte. In welchen Formen lebt Preußen weiter (außer in den Preußen- oder Borussia-Namen von Fußballvereinen und in Bismarckplätzen)?

Sonstiges

http://loomings-jay.blogspot.de/2011/12/geburtstag.html (zu Fontanes Geburtstag)

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-2-008 (Fontane und die Juden)

Preußen

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen_%28historische_Landschaft%29

http://www.derweg.org/deutschland/geschichte/preussen.html (sehr kurz)

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecialgeschichte/d-52673140.html (Abschied von Preußen)

Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland – Analyse

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland…

Text

http://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/ribbeck.html

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=665

http://www.memocard.de/mC5/PDF-Muster/Ribeck.pdf (Text als memocard, Doppelverse farbig markiert)

http://www.vonribbeck.de/html/gedicht.html

Erläuterungen für Schüler

V. 1 Havelland: Die Havel ist ein Nebenfluss der Elbe, fließt durch Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt.

V. 5 wenn’s Mittag vom Turme scholl: wenn die Uhr im Kirchturm 12 schlug

V. 7 Pantinen: Holzschuhe (waren billiger als Lederschuhe)

V. 8 wiste ’ne Beer?: willst du eine Birne (haben)? [Plattdeutsch]

V. 9 lütt Dirn: kleines Mädchen

V. 10 Kumm man röwer: Komm mal her

V. 11 lobesam [veraltet]: lobenswert, verdienstvoll, löblich

V. 15 ich scheide ab: ich sterbe

V. 17 Doppeldachhaus: Schloss bzw. Herrenhaus (Haus mit zwei Dachgiebeln) des Herrn von Ribbeck

V. 18 sie trugen ihn zum Friedhof

V. 19 Büdner: Besitzer eines kleinen Anwesens (Bude: Haus mit ein wenig Land)

V. 19 Feiergesicht: feierliches Gesicht (passend zur Beerdigung des Herrn)

V. 20 sangen ein Kirchenlied zum Begräbnis

V. 22 He is dod nu: Er ist nun tot.

V. 22 giwt: gibt

V. 25 knausert: ist geizig, übertrieben sparsam

V. 31 aus dem stillen Haus: aus dem Grab (evtl.: aus dem Sarg?)

V. 38 So flüstert’s im Baume: Das Rauschen der Blätter hört sich so an, als ob jemand flüsterte – so soll sozusagen der Geist des alten Herrn von Ribbeck sprechen.

V. 41 f. Es ist (indirekt) die Hand des Herrn von Ribbeck, welche die Birnen verschenkt; denn er hat den freigebigen Birnbaum wachsen lassen. (Beachte auch, was der Birnbaum sagt, und vergleiche es mit den Worten des Herrn von Ribbeck!)

Aufbau des Gedichts

Ein Erzähler berichtet von der freigebigen Art des Herrn von Ribbeck, der sogar über seinen Tod hinaus die armen Kinder im Herbst mit Birnen versorgt.

In der 1. Strophe wird beschrieben, wie der Herr von Ribbeck im Herbst von sich aus den armen Kindern reife Birnen anbietet (und schenkt).

In der 2. Strophe wird erzählt, wie Herr von Ribbeck vor seinem Tod darum bittet, ihm eine Birne ins Grab zu legen; es wird erzählt, dass er begraben wird und dass die Kinder beklagen, dass sie nun keine Birnen mehr bekommen werden.

In der 3. Strophe erklärt der Erzähler, wieso diese Klage nicht berechtigt war und dass der alte Herr Ribbeck vorgesorgt hat. Er berichtet, dass im dritten Jahr ein kleiner Birnbaum auf dem Grab wächst. – Diese Strophe verlangt nach einer Fortsetzung, weil bisher nur angedeutet worden ist, wie Herr von Ribbeck vorgesorgt hat.

In der 4. Strophe macht der Erzähler einen großen Zeitsprung („Längst“, V. 34): Er berichtet, dass der Birnbaum groß ist und im Herbst flüsternd den Kinder wieder reife Birnen anbietet. – Damit wird klar, wie der Herr von Ribbeck vorgesorgt hat.

In der 5. Strophe zieht der Erzähler das Fazit des ganzen Geschehens, dass der Herr von Ribbeck bis heute noch Segen spendet (Birnen verschenkt).

Motive

Einige wenige Motive wiederholen sich: Herr von Ribbeck und die Kinder, Birnen im Herbst angeboten; der Tod des Herrn von Ribbeck unterbricht seine Wohltätigkeit nur kurz, weil die mit ihm begrabene Birne zu einem neuen Baum außerhalb des nun abgeschlossenen Gutes wird.

Form

Jeweils zwei Verse des 1889 entstandenen Gedichts bilden eine kleine Sinneinheit, sie sind im Paarreim verbunden. Der einzelne Vers hat vier Hebungen mit unregelmäßiger Füllung (Knittelvers, passt zum volkstümlichen Erzählen); im Einzelfall könnte man darüber streiten, ob nicht fünf Silben betont sind (z.B. V. 14, 16, 23, 24, 34). Die Strophen sind nicht gleich lang, aber nur die letzte fällt mit zwei Versen deutlich kleiner als die übrigen aus.

Rezeption

Die Links unter „Vortrag“ zeigen, dass das Gedicht weit verbreitet ist; sowohl professionelle Sprecher und Musiker wie auch Schüler tragen das Gedicht vor. Es wird auf verschiedene Weise im Unterricht zu produktiver Verarbeitung genutzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Herr_von_Ribbeck_auf_Ribbeck_im_Havelland

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Ribbeck.pdf

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=uAjYpSfw_GA (Fritz Stavenhagen) = http://www.deutschelyrik.de/index.php/herr-von-ribbeck-auf-ribbeck-im-havelland.html

http://www.rezitator.de/gdt/538/ (Lutz Görner)

http://www.rezitator.de/gdt/93/ (Lutz Görner)

http://www.vonribbeck.de/html/gedicht.html (F. von Ribbeck) = http://www.youtube.com/watch?v=yQ2cx9-5mX4

http://www.youtube.com/watch?v=CZiy_mzDkAs (Samuel Weiss)

http://www.youtube.com/watch?v=EILFNely_i4 (Otto Sander)

http://www.youtube.com/watch?v=cFH2FXZ5a-w (Claudia Steiner, mit Text)

http://www.youtube.com/watch?v=d6fmIYGVab4 (EAPoeProductions)

http://www.youtube.com/watch?v=v-kwpkwysHg (Werner Freise, mit Bildern, anschaulich!)

http://www.youtube.com/watch?v=5-tgkcUdjy0 (ein ruhiger Vortrag)

http://www.youtube.com/watch?v=MeHoiawwVkM (Achim Reichel, gesungen)

http://www.youtube.com/watch?v=NF7fDn4xtqE (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=ezgKc0Tgm_g (dito, Leo Kowald)

http://www.youtube.com/watch?v=1koh4V0qtYM (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=KA_NFnXLc9E (dito, RollinUke mit Ukulele)

http://www.youtube.com/watch?v=qPt0JUghYO0 (rap)

http://www.youtube.com/watch?v=QRb0cc0_X7M (zwischen rap und Gesang)

http://www.youtube.com/watch?v=9bN45U9HK0k (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=sczt0GoQKNo (Heidi Hedtmann, gesungen)

http://www.youtube.com/watch?v=wjabZPDrIuo (gesungen von den Backyards)

http://www.youtube.com/watch?v=WCD5F0ZAQko (Ernst Baeker, gesungen von Ute Beckert)

http://www.youtube.com/watch?v=El6e7z9I-nA (Verfilmung mit Rezitation, leider ohne Birnbaum),

… und es gibt noch mehr Beiträge auf youtube!

Sonstiges

http://verben.texttheater.net/Herr_von_Ribbeck_auf_Ribbeck_im_Havelland (spielerische Umformung des Textes)

http://www.youtube.com/watch?v=kRkUMHrFv7c (Parodie)

http://streiter-art.de/?cid=1243425280&name=Herr+von+Ribbeck+auf+Ribbeck+im+Havelland (Bilder zur Ballade)

http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/neunzehntes/vormaerz/fontane/balladen/ribbeck.htm (Text mit Bildern)

http://www.youtube.com/watch?v=F9jw5JycEq4 (Interview Majas von Hohenzollern mit Herrn Ribbeck)

http://www.lukas14.de/tag/herr-von-ribbeck (Gedichte)

http://www.vonribbeck.de/ (Seite der Familie von Ribbeck)

http://www.youtube.com/watch?v=N9FvvNhuoJM (Text mit Musik unterlegt)

http://www.youtube.com/watch?v=CI94efsx9_g (abgewandelt, Spiel)

Fontane: Die Brück‘ am Tay – Analyse

„Wann treffen wir drei wieder zusamm’?“…

Text

http://de.wikisource.org/wiki/Die_Br%C3%BCck%E2%80%99_am_Tay_%28Fontane,_1905%29

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=667

Das Gedicht ist 1880 entstanden, das entsprechende Unglück war am 28. 12. 1879. Es gibt so viele Interpretationen, dass es unsinnig wäre, selber eine weitere zu schreiben. Ich begnüge mich mit einer Beschreibung des Aufbaus.

Unter „Vortrag“ findet man vier Links (die ersten vier) zu Vorträgen professioneller Sprecher; die sollte man sich anhören. Bei youtube gibt es sicher 20-30 Aufnahmen von Schülervorträgen, die mehr oder weniger originell sind. Es gibt auch eine Menge Material zum Ablauf des Unglücks und zur Konstruktion der Brücke (unter „Sonstiges“). – Die Menge der Vorträge und des Materials zeigt, dass dieses Gedicht ein absoluter Klassiker des Unterrichts in der Schule ist.

Das Thema wird von Johnie genannt: Es geht um den Kampf der Menschen (V. 38) mit den Elementen (V. 40 – hier das Element Sturm). Durch den Rahmen der Hexengespräche (V. 1 ff., V. 57 ff.) wird das Element Sturm als lebendiger, schadenfroher Feind dargestellt; allerdings wird durch den Bezug auf Macbeth diese mythische Weltsicht relativiert, sozusagen mit einem Augenzwinkern als Literatur markiert.

Aufbau

* Motto (Shakespeare: Macbeth I,1) – bereitet den Auftritt (Motiv) der Hexen vor

Gespräch der Hexen über ihren Plan (1. Str.): Ankündigung, eine Brücke zerstören zu wollen

Bericht von der Sorge der Brücknersleute, der Eltern Johnies (2. und 3. Str.): Erwartung des Zuges und der glücklichen Ankunft Johnies – teilweise Kontrast, teilweise Entsprechung zur 1. Str.

Bericht von der Fahrt des Zuges und von Johnies, des Heizers, Zuversicht im Kampf mit dem Sturm, seinem Vertrauen auf die Technik (4. und 5. Str.) – Kontrast zur 1. Str., Vorbereitung des Folgenden

Bericht vom Untergang der Brücke (6. Str.) – Bestätigung der Drohung der Hexen; Zuversicht der Menschen ist widerlegt

Gespräch der Hexen nach erfolgreicher Zerstörung der Brücke (7. Str.) – Genugtuung über die Zerstörung, also den Sieg im Kampf; Wiederholung der Hexen-Lehre: „Tand, Tand / ist das Gebilde von Menschenhand.“

[Die Gespräche der Hexen bilden den Rahmen der Erzählung und weisen damit die Richtung, in die die Interpretation gehen muss. In Johnies Worten wird das Motiv des Kampfes mit den Elementen klar.]

http://www.litde.com/gedichte-aus-sieben-jahrhunderten-interpretationen/die-brck-am-tay-theodor-fontane.php (große Interpretation, vermutlich von W. Hinck)

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Br%C3%BCck%E2%80%99_am_Tay

http://www.martinschlu.de/kulturgeschichte/neunzehntes/vormaerz/fontane/balladen/brueckeamtay.htm

http://www.rhetoriksturm.de/die-brueck-am-tay-fontane.php

http://www.gemeinsamlernen.at/siteBenutzer/mPopupFenster/beitrag.asp?id=8 (Bericht vom Unterricht)

http://community.eduhi.at/download.php?id=267705&folder=76419 (Anleitung zur Analyse, mit Formular zum Einsetzen)

http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Tand.pdf (philosophische Deutung)

http://home.arcor.de/bill.bergelt/taybruck.htm (Anregungen für den Unterricht)

http://www.fuerstenbergerschule.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/09/Die-Br%C3%BCck.doc (ähnlich – einfache Arbeitsaufträge)

http://www.standardsicherung.nrw.de/materialdatenbank/nutzersicht/materialeintrag.php?matId=380 (Anregung: Ballade in einen Bericht umformen)

http://www.babelboard.de/showthread.php/17700-Aufsatz-%C3%BCber-sprachl-Mittel-eines-Gedichtes (einige sprachl. Mittel, ohne Verstand)

http://homepage.univie.ac.at/m.neubauer/Ballade/09-Fontane,%20Br%FCck%20am%20Tay.pdf (Material zur Deutung)

http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/publikationen__broschueren/holding/netzwerk__unterrichtsmaterial.pdf (Eisenbahn – Texte und Ideen für den Unterricht)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=gaeccJJa-Kw (Fritz Stavenhagen) = http://www.deutschelyrik.de/index.php/die-bruecke-am-tay.html

http://www.youtube.com/watch?v=gaeccJJa-Kw (Otto Sander)

http://www.youtube.com/watch?v=9bpsiLnQAbs (Joachim Kerzell)

http://www.sprechbude.de/die-brueck-am-tay-von-theodor-fontane/ (Christoph Maasch)

http://balladenpodster.podspot.de/post/die-bruecke-am-tay/ (drei Schüler)

http://www.youtube.com/watch?v=RAaVDLCix2E (dito)

http://www.youtube.com/watch?v=7_mtz8x6LSA (dito usw., es gibt weitere ähnliche Aufnahmen!)

http://www.youtube.com/watch?v=jnZO780_q88 (dito, mit Bildern)

http://podcast.schul-internetradio.de/index.php?id=2139 (Hörbild Kl. 7)

http://www.myvideo.de/watch/1981010/Rap_Die_Brueck_am_Tay_Theodor_Fontane (rap)

http://www.youtube.com/watch?v=xcqg1Idpej4 (rap, Schüler)

http://www.youtube.com/watch?v=IqtBMKBloOg (Schüler, mit Einführung)

Sonstiges

http://www.bernd-nebel.de/bruecken/index.html?/bruecken/4_desaster/tay/tay.html (Konstruktion und Zusammenbruch der Brücke – sachlich)

http://www.elkage.de/src/public/showterms.php?id=2653 (ähnlich – mit Fachbegriffen)

http://suite101.de/article/wie-kam-es-zum-einsturz-der-bruecke-am-tay-a89270 (dito – Kurzfassung)

http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/architektur/bruecken/av_bruecken_fontane.jsp (Gespräch mit Brückenbauer Prof. Mertens)

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/2812-fontane100.html (Sendung BR)

http://derstandard.at/1324501221052/Otto-Sander-erinnert-sich-Theodor-Fontanes-Die–Brueck-am-Tay (Otto Sander berichtet von seinem Spiel als Kind)

http://www.xlibris.de/Autoren/Fontane/Werke/Lyrik+in+Auswahl?page=0%2C1 (zur Lyrik Fontanes)

Fontane: Aber wir lassen es Andere machen – Analyse

Ein Chinese (´s sind schon an 200 Jahr)…

Text

http://newikis.com/de/source_Aber_wir_lassen_es_Andere_machen.html

http://www.zeno.org/Literatur/M/Fontane,+Theodor/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1898)/Lieder+und+Spr%C3%BCche/Aber+wir+lassen+es+andere+machen

Das Gedicht ist 1889 erschienen. Es ist wieder eines der resignativen Altersgedichte Fontanes, und nur ältere Leser („Senioren“) können solche Gedichte schön finden: Leute, die pensioniert werden oder es schon sind.

Das Gedicht besteht aus zwei Strophen, es spricht ein lyrisches Ich, wie man in V. 8 bemerkt. In der 1. Strophe wird erzählt, wie ein Chinese – ein Fremder! – distanziert einen Hofball in Frankreich erlebt. Hofball: „Tanzfestlichkeit an Höfen, deren Gestaltung und Ablauf genauen Regelungen unterlag (Bal paré). Die Abhaltung von Hofbällen war nicht auf die Karnevalszeit begrenzt. […] Der Tanz am Hofe wurde zunächst von Italien, in eingeschränktem Umfang auch von Spanien, beeinflusst. Von der Mitte des 17. Jh.s an war die französische Tanzkunst auch für den Wiener Hof maßgeblich. Vorbild für die Entwicklung der höfischen Ballkultur im deutschsprachigen Raum stellte der Hof von Versailles unter Ludwig XIV. dar. Die hier entwickelte Institution des in allen Einzelheiten reglementierten H.es wurde auch vom Wiener Hof übernommen. Die Ausbildung im Tanzen oblag am Hofe dem „Edlkhnaben Tantzmeister“ (Wien 1567) bzw. dem „Kayserlichen Tanzmeister“ (Wien 1655), wobei bis zum Beginn des 18. Jh.s zwischen gesellschaftlichem und theatralischem Tanz keine klare Trennung bestand.“ (http://www.musiklexikon.ac.at/ml?frames=yes) Das muss man sich im Bild anschauen, damit man weiß, wie es dort zugeht: Bild 1, Bild 2, Bild 3. Nach seiner Sicht befragt, antwortet der Chinese lachend: „Wir nennen es tanzen, aber wir lassen es andere machen.“ (V. 5 f.)

Diese Episode eines distanzierten Blicks auf das große gesellschaftliche Ereignis, an dem teilzunehmen Lust und Ehre zugleich war, nimmt das lyrische bzw. belehrende Ich zum Anlass und Beispiel, um seine Einstellung zum Leben bzw. zur „Jagd nach dem Glück“ in der 2. Strophe zu umschreiben und zu rechtfertigen: 1. „Alles hat seine Zeit.“ (V. 12) Damit sagt es: Für mich ist diese Zeit vorbei – das Wort eines alten Menschen. 2. „All derlei Sachen, / Ich lasse sie längst durch andere machen.“ (V. 13 f.) Das ist alles ganz nett, aber bitte nicht mehr für mich!

Das Gedicht ist in Knittelversen abgefasst: vier Hebungen mit freier Füllung; sie reimen sich im Paarreim. Das passt zu dem volkstümlich-lehrhaften Charakter der 14 Verse.

Solche Gedichte sucht man vergebens in Schulbüchern; wenn sie gleichwohl beliebt sind oder sogar so sehr geschätzt werden, dass sie es in den „Kanon“ (Reich-Ranicki) schaffen, sagt das auch etwas über die Lebenssituation der sie Schätzenden aus.

Sonstiges

http://www.uni-due.de/~bj0063/texte/interpassiv.html (über „Interpassivität“)

http://edoc.hu-berlin.de/humboldt-vl/de-bruyn-guenter/PDF/Bruyn.pdf (Altersbetrachtungen über den alten Fontane, 2. Hälfte der Datei)