Droste-Hülshoff: Das Spiegelbild – Analyse

Schaust du mich an aus dem Kristall…

Text

http://www.wortblume.de/dichterinnen/spiegbil.htm

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=63

http://www.hs-augsburg.de/~%20harsch/germanica/Chronologie/19Jh/Droste/dro_44g4.html (dort das letzte Gedicht)

„Eine Phase höchster poetischer Inspiration erlebte die Autorin im Winter 1841/42, den sie zu Besuch bei ihrer Schwester Jenny von Laßberg auf der Meersburg am Bodensee verbrachte. Angespornt durch ihren ‚Seelenfreund’ Levin Schücking, gelang es ihr, fast täglich ein neues Gedicht zu verfassen. Es entstand damals der Grundstock ihrer zweiten Gedichtsammlung, die 1844 erschien und viele ihrer be­kannten Texte enthält, so Das Spiegelbild, Am Thurme oder die heimatbezogenen Haidebilder mit ihrer Einsicht in die Doppelbödigkeit der Natur.“ (http://www.droste-gesellschaft.de/cms/?navi=2)

Das lyrische Ich erblickt sich im Spiegel; es spricht zu seinem Spiegelbild, um die eigentümliche Erfahrung der Begegnung mit dem eigenen Bild im Spiegel zu verarbeiten. Das ist für mich ungewöhnlich, da ich in solchen Fällen der Spiegelbetrachtung mit mir selbst spreche, nicht zu meinem Spiegelbild. Das Ich erlebt sein Bild als ein ihm Fremdes und setzt sich damit auseinander. Eine  ähnliche Erfahrung finden wir in den Gedichten von Hugo Salus (1866 – 1929, „Das Spiegelbild“: http://gedichte.xbib.de/Salus_gedicht_Das+Spiegelbild.htm: „ein wesenloses Ich“) und Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar (1793 – 1860, „Das Spiegelbild“: http://gedichte.xbib.de/Lynar_gedicht_061.+Das+Spiegelbild.htm: „Was ist’s, daß mich mein Spiegelbild
/ Unheimlich oft mit Grau’n erfüllt?“); möglicherweise sind sie vom Gedicht der Droste angeregt, vielleicht ist jedoch Lynars Gedicht das älteste [Lynars Gedichte sind bibliografisch mit meinen Hilfsmitteln nicht zu identifizieren].

Das lyrische Ich spricht also sein Spiegelbild mit „du“ an (V. 1), als wäre diese seine Doppelung ein selbständiges Wesen; dies tut es, weil ihm das Bild fremd vorkommt. Zu dieser Fremden (ich nehme an, dass das lyrische Ich für die Droste spricht) steht das Ich in einer ambivalenten Beziehung – diese ist das Thema das Gedichts.

Den Aufbau des Gedichts erfasse ich als eine Dreiteilung: In den ersten beiden Strophen stellt das lyrische Ich die elementare Fremdheit des Spiegelbildes fest (V. 7), relativiert diese aber, indem es die Möglichkeit, das Bild zu lieben oder zu hassen, einräumt, falls dieses als Person aus dem Spiegel herausträte (V. 11 ff. „Und dennoch…“). In der 3./4. Strophe setzt es die Beschreibung seiner möglichen ambivalenten Reaktionen auf diese selbständige Bildperson fort. Die beiden Strophen 5 und 6 gleichen im Aufbau den Strophen 1 und 2: Zuerst wird wieder die Nichtidentität (Fremdheit) beklagt, darauf folgt eine Relativierung mit „Und dennoch…“ (V. 36 ff., vgl. V. 11 ff., wiederum an das [un]mögliche Heraustreten der Person aus dem Spiegel gebunden).

Zunächst (1. Str.) spricht das lyrische Ich über den Beginn einer Begegnung mit seinem Spiegelbild, die es schon öfter erlebt hat (konditional „Schaust du mich an…“, V. 1, mit dem Hauptsatz „dann flüstre ich“, V. 6 f.). Dabei fallen ihm die Augen als bleich (Nebel, V. 2; verbleichen, V. 3), die Gesichtszüge als „wunderlich“ (V. 4 – die „zwei Seelen“ mit dem Spionenvergleich müssen wohl für eine Ambivalenz stehen; sie bezeugen hier Fremdheit, während die zwei Seelen in der eigenen Brust jedem aufmerksamen Selbstbeobachter bekannt sein dürften) auf. Das Bild wird als „Phantom“ erlebt und bezeichnet (V. 7); das ist „ein Blendwerk, eine Erscheinung, ein Gespenst“ (Krünitz), ein „Trug- oder Schreckbild, Luftgesicht“ (Damen Conversations Lexikon, 1834/38): Davon grenzt das Ich sich erschrocken, entsetzt ab: „du bist nicht meinesgleichen“ (V. 7), obwohl der Spiegel ja gerade ein identisches Bild der Person, nur seitenverkehrt, liefert. Worin diese Spiegel-Erfahrung begründet ist, soll zum Schluss bedacht werden.

Die ganze erste Strophe ist ein einziger Satz, wobei hinter V. 3 und V. 6 jeweils eine kleine Pause gemacht wird. Das Tempo des Sprechens ist entsprechend der Erregung des Ichs recht hoch, wozu auch der vierhebige Jambus beiträgt, durchweg mit männlicher Kadenz, nur in V. 3 und 7 mit weiblicher. Das Reimschema ist so eigenwillig wie der Aufbau der Strophe aus 7 Versen: a – a – b – c – c – c – b. Dieser schwungvolle Aufbau hält sich durch; in allen Strophen (bis auf die 5.) wird nach Vers 3 eine Pause gemacht, nur in der 5. nach V. 5. In der 1. Strophe kommt noch eine Pause in V. 6 hinzu (Ende des Nebensatzes hinter „Umschleichen“), ähnlich in der 6. Strophe in V. 7 (hinter dem Einschub: Gedankenstrich). Die einzelnen Verse sind wegen der Satzlänge keine selbständigen Gedanken, daher braucht man prinzipiell nicht nach der Semantik der Reime zu suchen; nur in „Kristall/Nebenball“ (V. 1 f.) liegt vielleicht ein Kontrast vor.

Mit der 2. Strophe wird syntaktisch V. 7 fortgesetzt: Das Subjekt „Du“ ist ausgelassen; diese Ellipse beschleunigt das Sprechen und setzt die anklagende Beschreibung des Phantoms fort: wie es als Traumgestalt das Ich zu Tode erschreckt („eisen“ und „blassen“ als Neologismen). Es folgt in der Rede des Ichs die erste Kehrtwendung „Und dennoch…“ (V. 11); mit der Anrede „dämmerndes Gesicht“ (V. 11) wird die anfängliche Beschreibung (V. 2 f.) aufgenommen, mit dem „Doppellicht“ (V. 12) die anfänglich genannte Ambivalenz (V. 4-6). Das Doppellicht (Neologismus für „Zwielicht“, enthält „die vorstellungen ‚halb, gespalten, geteilt‘ oder ‚zweifelhaft, schwankend“, Deutsches Wörterbuch) ist wiederum sachlich nicht zu erklären – wie das Bild der zwei Seelen in den Gesichtszügen (solches kann man nicht im Spiegel sehen!) – sondern als beschriebene Erfahrung festzuhalten. Es folgt ein eigentümlicher Gedanke: „Trätest du vor“ (V. 13) – was natürlich unmöglich ist, also ein Gedankenexperiment einleitet, welches den Ernstfall realer Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild eröffnet: Was geschähe dann? „ich weiß es nicht“ (V. 13), bekennt das Ich, das Bild zu lieben und zu hassen wäre möglich: Ambivalenz gegenüber dem eigenen Bild. Die hier noch nicht zu klärende Sachfrage ist, ob damit auch eine Ambivalenz gegenüber dem eigenen Ich ausgedrückt wird, welches man nach allgemeinem Verständnis (wenn auch nicht zwingend!) doch liebt – möglich ist es, aber nicht zwingend erforderlich; denn die Erfahrung mit dem eigenen Spiegelbild ist recht eigentümlich, wie zum Schluss noch erklärt werden soll.

Die Sprache des lyrischen Ichs ist gehoben („der Träume Hut“, V. 8; Neologismen sind die Verben „eisen“ und „blassen“, eine Locke blassen, V. 10). Die Reime „dämmerndes Gesicht / Doppellicht“ (V. 11 f.) verbinden Ähnliches, „hassen“ (V. 14) könnte als Reaktion auf „blassen“ (V. 10) verstanden werden. Auf der gleichen Sprachebene bewegt sich das lyrische Ich in der 3. Strophe (Gedanken leisten Fron, V. 16; des Auges Glast, V. 18 – „Glast“ ist so viel wie „Glanz“: „Im Oberdeutschen ist statt dessen von alten Zeiten her auch Glaß, Glast, Glest, Glis, Gliz üblich gewesen. Der tag mit siner glesten, König Wenzel. Din spilnder ougen glast, der von Gliers. Der lichten Sonnen glast, S. Sachs. Aus welchem Worte es durch die sonst nicht ungewöhnliche Einschaltung des n entstanden ist, wo es nicht unmittelbar von beyder gemeinschaftlichem Stammworte Glo, Lo, Licht, gloa, leuchten, herkommt.“ (Adelung, 1811)

Wie gesagt, wird in den Strophen 3 und 4 konsequent die Ambivalenz des Ichs gegenüber dem potenziell eigenständigen Spielbild durchgespielt: Verehrung der tiefen Gedanken (der Stirn), aber große Distanz gegenüber dem kalten Blick (3. Str.); liebevolle Zuwendung zu des Mundes weichen Zügen, aber Abscheu vor seinen höhnenden Worten (4. Str.) – das zielt schon eindeutig auf eine Stellungnahme gegenüber dem eigenen Ich, nicht bloß gegenüber dem Bild; die großen Gedanken und der Spott sind nämlich dem Bild nicht anzusehen, die kennt das Ich von sich selbst, auch wenn es dafür leicht verzerrte Gesichtszüge bemüht (V. 27).

Bei den Reimen fallen „Thron / Fron“ (V. 15 f.), „schüchtern blicken / weit rücken“ (V. 17/21), „kalter Glast  / gebrochen fast“ (V. 18 f.), „lind / Kind“ (V. 22 f.), „bergen / fliehen wie vor Schergen“ (V. 24/28) und die drei Reime V. 25-27 als semantisch korrespondierend auf. Auch in der 4. Strophe liegt das Ich wieder deutlich über dem Niveau der Umgangssprache (Fron leisten, kalter Glast, ein scheuer Gast, Schergen). In V. 18-20 fällt auf, dass dem Gesicht des Bildes eine Todeskälte zu entströmen scheint (Adjektive: kalt, tot, gespenstig); die Wirkung dieser Kälte hat das Ich gleich zu Beginn seiner Begegnung mit dem Bild bereits verspürt (V. 9 f.).

In den Strophen 5 und 6 wird die gleiche Bewegung wie in den Strophen 1 und 2 vollzogen. Der Beginn „du bist nicht ich“ (V. 29) und die Bestürzung über die Fremdheit des Bildes entsprechen fast wörtlich V. 7; darauf folgt erneut die ambivalente Zuwendung zum Bild, eingeleitet mit der Partikel „dennoch“ (V. 36, vgl. V. 11). Der Schluss ist jedoch keine platte Wiederholung, sondern weist gegenüber der gleichen Figur zu Beginn auch Neues auf. In Str. 5 wird der Gedanke mehr als angedeutet, dass die Seele des als fremd erkannten Bildes (dreimal „fremd“, V. 30, 33) im Inneren des lyrischen Ichs schlummert. Dieser Gedanke wird zwar rhetorisch abgewehrt („Gnade mir Gott“, V. 34, plus Konjunktiv II in V. 35 – „ruhet“ ist die vom Reim geforderte Umwandlung des Konjunktivs „ruhte“), aber indem er ausgesprochen und abgewehrt wird, wird er schon als wahr anerkannt. Der Vergleich mit dem Zögern des Moses vor dem brennenden Dornbusch (Ex 3) ist nicht nur Ausdruck gehobener Frömmigkeit, sondern auch ein wenig verfehlt: Moses ging ganz unbeschwert auf den Dornbusch zu, weshalb der HERR ihm Zurückhaltung gebieten musste („Komm nicht näher heran!“ Ex 3,5).

Auch die Reaktion auf das aus dem Rahmen heraustretende Spiegelbild fällt ein wenig anders als bisher aus; das Ich bekennt nämlich, sich „Zu deinen Schauern wie gebannt“ zu fühlen (V. 37), was es im Vergleich als Verwandtschaft erkennt (V. 36). Schauer: „Eine schnell vorüber gehende Erschütterung der Haut, dergleichen man bey einem plötzlichen Anfalle der Kälte, bey einem hohen Grade des Schreckens, des Abscheues, der Angst u. s. f. empfindet.“ (Adelung, 1811) Die Schauer des Bildes sind also diejenigen, welche es beim Ich auslöst, und mit dem Schrecken verbindet sich die Faszination („gebannt“, V. 37) – diese Verbindung ist von Rudolf Otto als typisch für die Begegnung mit dem Göttlichen (Numinosen) beschrieben worden. Wenn Liebe sich mit der Furcht verbindet (V. 38), ist das die entsprechende Antwort auf die Erfahrung des numinos Fremden.

Das erwartete leise Zittern (V. 41, statt der Flucht, vgl. V. 21 f., und des Hasses, V. 14, der der bloßen Furcht gewichen ist, V. 38) drückt die erfahrene Ambivalenz aus. Durch „Mich dünkt“ (V. 42) ein wenig relativiert, bleibt als negative Reaktion nur „um dich weinen“ (V. 42) übrig. Dieses Weinen muss man nach Hass (V. 14), Flucht (V. 21), Furcht (V. 38) als Abschwächung der bisherigen Ablehnung begreifen; sachlich ist die Bedeutung von „weinen um dich“ nicht ganz klar so wird am ehesten ein Verlust ausgedrückt (http://www.myvideo.de/watch/7797687/Zarah_Leander_Ein_paar_Traenen_werd_ich_weinen_um_dich; vgl. „Du hattest schon einen Platz, kleine Maus, doch wir haben Dich verloren und wir weinen um Dich!“ oder „Aber wir, die wir zurück geblieben sind, sind voller Trauer, wir weinen um dich Bernie, weil du nicht mehr hier bist.“ u.ä. Wendungen im Internet!). In diesem Verständnis wäre „um dich weinen“ m.E. nicht ganz geeignet, die volle Ambivalenz von Fremdheit und Verwandtschaft, von Liebe und Furcht auszudrücken. Das Weinen müsste so sein, dass im Verlust auch ein Gewinn gespürt wird – dann wäre es der angemessene Schluss des Gedichts. Vielleicht kann man den Schluss „retten“, wenn man ihn so versteht, dass das lyrische Ich das Phantom als Phantom verloren und als Verwandte bewahrt hat – aber das wäre kein Grund zum Weinen!?

Von den Reimen sind die in V. 32-34 als besonders sinnvoll zu erwähnen, auch V. 36 f. und V. 37/42 passen gut zueinander. Die Sprache ist wieder erhaben („aus des Kristalles Rund“, der Mosesvergleich und V. 35 als Beispiele). Das Tempo ist ein wenig niedriger als zu Beginn, weil gelegentlich nach einzelnen Versen eine kleine Pause zusätzlich gemacht wird (V. 29, 31, 32, 37, 39, 40 zusätzlich zu den großen Pausen).

Wir haben ein Gedicht vor uns, in dem aus dem Erleben der Fremdheit des Spiegelbildes Erleben und Anerkennung der Fremdheit des eigenen Ichs werden (6. und Beginn der 7. Strophe); dieser Übergang, in den ambivalenten Wahrnehmungen der ersten vier Strophen vorbereitet, wird in dem verunglückten Schluss V. 42 nicht durchgehalten. – Vgl. auch C. F. Meyers Gedicht „Möwenflug“ (1883)!

Exkurs: Warum mutet das eigene Spiegelbild fremd an? Ein Versuch

„Ich hasse mich wenn ich mich im Spiegel sehe, ich könnte mir eine in die Fresse geben, in meine blöde. ich hasse mein Spiegelbild. woher kommt dieser Hass, wem geht es auch so?“ (Katrinchen 25 im ‚forum.gofeminin’) So wie die eigene Stimme auf Band fremd klingt, mutet auch das eigene Spiegelbild fremd an. Ich nehme an, dass dies damit zu tun hat, dass dem Spiegelbild jede eigene Aktivität fehlt: Mit ihm ist keine mimische Kommunikation möglich, es äußert sich nicht – und deshalb (oder umgekehrt) hat es auch kein Innen. Es ist bloße Fassade ohne jede Tiefe, auch wenn man ihm in die Augen schaut – man sieht nichts. Darüber erschrickt man, ich jedenfalls. Vgl. auch: „Er hatte damals […] einen Blick in den Spiegel geworfen, aus dem ihm seine schmalen, tief liegenden Augen angeschaut hatten, als betrachteten sie jemanden, den sie nicht kannten. Zwischen den buschigen Augenbrauen hatten sich zwei steile Falten eingekerbt, unter denen eine große Nase mit einer kleinen runden Geschwulst im Nasenwinkel das Gesicht beherrschte. Der Mund war unauffällig, aber nicht ganz verschlossen, irgendwie zögernd. Ich bin es, hatte er gedacht, aber ich weiß nicht, was ich von mir halten soll. Das Gesicht war leicht verzogen von unterdrückter Spannung. Er hatte es so lange angeschaut, bis es ihm wie ein erstarrtes Brodeln erschien.“ (Dieter Wellershoff: Der Himmel ist kein Ort, Köln 2009, S. 109) Vgl. auch die bei Adorno zitierten Ausführungen Schopenhauers über das Individuum: »Jedes Individuum ist einerseits das Subjekt des Erkennens, das heißt, die ergänzende Bedingung der Möglichkeit der ganzen objektiven Welt, und andererseits einzelne Erscheinung des Willens, desselben, der sich in jedem Dinge objektiviert. Aber diese Duplizität unseres Wesens ruht nicht in einer für sich bestehenden Einheit: sonst würden wir uns unserer selbst an uns selbst und unabhängig von den Objekten des Erkennens und Wollens bewußt werden können: dies können wir aber schlechterdings nicht, sondern sobald wir, um es zu versuchen, in uns gehen und uns, indem wir das Erkennen nach Innen richten, einmal völlig besinnen wollen; so verlieren wir uns in eine bodenlose Leere, finden uns gleich der gläsernen Hohlkugel, aus deren Leere eine Stimme spricht, deren Ursache aber nicht darin anzutreffen ist, und indem wir so uns selbst ergreifen wollen, erhaschen wir, mit Schaudern, nichts, als ein bestandloses Gespenst.«

P.S. Eine wichtige Rolle spielt das Spiegelbild in Döblins Roman „November 1918“, Band 3: „Heimkehr der Fronttruppen“. Dort wird erzählt, wie der Dramatiker Stauffer seine Skrupel, sich auf seine neue Liebe einzulassen (Lucie, die quasi 20 Jahre auf ihn gewartet hat), durch einen Blick in den Spiegel überwindet: „Und da blickte ihm aus dem Spiegel ein bekümmerter älterer Herr zu. Der Herr schien bestürzt zu sein.“ (dtv 1389, München 1978, S. 159) Als er das Bild fragt, wie dieses sich entscheiden würde, „blickte ihn das Spiegelbild wehmütig an, und Stauffer begriff“ (S. 159). Das Spiegelbild sagt ihm dann, dass auch er sich verändert hat, ohne dass Lucie ihm deswegen Vorwürfe machte – er müsse daher  akzeptieren, dass auch Lucie sich verändert habe. „Und wie das Spiegelbild ihm das aufrichtig und überzeugend mitteilte, legte Stauffer seine Stirn an das freundliche Glas und stimmte ihm zu.“ (S. 160, im Kapitel „Erwin und Lucie“) – Natürlich ist die Begegnung mit dem sprechenden Spiegelbild surreal, aber eben doch realistisch erzählt: Das Spiegelbild hat einem etwas zu sagen.

2. P.S. Kristina Kuhns Artikel „Spiegel“ im Wörterbuch philosophischer Metaphern (3. Aufl. 2011) verdanke ich den Hinweis auf Herders Fragment „Selbst“ (https://de.wikisource.org/wiki/Selbst; vgl. auch das vorhergehende Fragment https://de.wikisource.org/wiki/Das_Ich): „Vergiß dein Ich: Dich selbst verliere nie.“ Mit diesem zunächst rätselhaften Satz beginnt das Fragment. Ich zitiere die Verse 76 ff., um die Problematik der Droste’schen Selbstbespiegelung zu verstehen:

„Wer sich verlohr, was hätt’ er ohne Sich?
Was in dem Herzen andrer von Uns lebt,
Ist unser wahrestes und tiefstes Selbst.“

Und in der nächsten Strophe wird dem Selbst die Kraft zugeschrieben, uns mit der weiten Welt zu einen und inneren Frieden zu schaffen. Dieses gepriesene Selbst kann man natürlich im Spiegel nicht sehen – was die Droste sehen kann, ist nur die Hülle der Person, gesehen mit den Augen der anderen, dazu noch seitenverkehrt. Kein Wunder, dass sie an diesem Bild verzweifelt! Herder hat in der 3. Strophe seines Gedichts genau dieses Problem behandelt (V. 12 ff.):

„Nicht was du siehest; […] die innre Seherinn,
Die aus der Vorwelt sich die Nachwelt schafft;
Die Ordnerinn, die aus Verwirrungen
Entwirrend webt den Knäuel der Natur […];
Das bist du selbst; die Gottheit ists, wie Du.“

Man kann an diesem Gedicht Herders manches problematisch finden, das sei zugegeben; aber Herder hat 1797 klar gesehen, dass das bloße Spiegelbild nicht dich selbst zeigt. Kristina Kuhn hat selber zwei Gedanken ausgeführt, die die Problematik dieser Selbstbespiegelung vertiefen: 1. Da Frauen für Männer Objekte sein können, kann der Spiegel ihnen nicht zur Selbstvergewisserung dienen. Wo die eigene Autonomie nicht gegeben sei, könne sich weibliche Identität nicht ausbilden (S. 388). – Angesichts der beengten Möglichkeiten des adeligen „Fräuleins“ von Droste-Hülshoff (Konvention und Finanzen) erklärt Kuhns Hinweis, wieso seine Selbstbespiegelung scheitern muss. 2. Kuhn weist ferner darauf hin, dass überhaupt ein „Bild“ nicht der Dynamik der Verhältnisse zwischen Welt und Subjekt etc. gerecht werden kann. „Dynamisiert wäre das Spiegelbild lediglich durch die Bewegungsfolge, die vor dem Spiegel statt hat.“ (S. 389) Das bloße Betrachten des Abbildes könne zu nichts führen.

3. P.S. Nach der Lektüre von Peter von Matts Buch „… fertig ist das Angesicht“ (1983) müsste man die Gesichtsbeschreibung der Droste noch einmal als Zeugnis der Gesichtsbeschreibung im bürgerlichen Zeitalter lesen.

http://homepage.bnv-bamberg.de/lk-deutsch/droste-spiegelbild.doc  (schülerhaft-hilflos)

https://norberto42.wordpress.com/2013/07/23/keller-winternacht-interpretation/ (zum Vergleich)

https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelg%C3%A4nger Das Gedicht „Das Spiegelbild“ wird in der Wikipedia dem Doppelgänger-Motiv zugeordnet. Vgl. auch das andere Gedicht http://www.wortblume.de/dichterinnen/doppelga.htm (Gedicht „Doppeltgänger“ der Droste)!

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=uo3yj_B5Ex8 (interessant)

https://www.youtube.com/watch?v=LRLJ86TGM9o (Verfilmung, schwach, beliebig und grausam, dazu schlecht gesprochen: Was soll eine solche angebliche Gedichtsverfilmung?)

Sonstiges

http://www.zeno.org/Literatur/M/Droste-H%C3%BClshoff,+Annette+von (Leben und Werke der Droste)

http://www.grupello.de/dateien/C091.pdf („Zu früh, zu früh geboren“ Die Modernität der Droste)

https://archive.org/stream/dielyrikderannet00pfeiuoft/dielyrikderannet00pfeiuoft_djvu.txt Die Lyrik der Droste – Diss. 1923)

http://www.gedichte.levrai.de/gedichte_von/droste_annette_von_droste_huelshoff.htm (Gedichte der Droste)

http://www.thokra.de/html/droste-hulshoff_5.html (dito)

http://www.dein-eigenes-gedicht.de/ausgewaehlte_gedichte/klassiker/droste.html (dito)

http://www.literaturportal-westfalen.de/main.php?id=00000157&author_id=00000080 (Droste im Literaturportal Westfalen)

Spiegel(bild)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Spiegel

http://www.ureda.de/php/spider/anzeige.php3?id=256

http://www.internetloge.de/symhandb/symb09.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel

http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/spiegelbild-oder-foto-was-kommt-der-wirklichkeit-n%C3%A4her

http://www.gss.ucsb.edu/projects/hesse/papers/Esselborn-spiegel.pdf (Spiegelsymbol bei Hesse)

http://abgedichtet.org/files/pdf/spiegelmetapher.pdf (Spiegelmetapher und -literatur)
https://www.youtube.com/watch?v=B-1j-blr_ug (Vortrag: Spiegelmetaphorik)

Spiegelbild in der bildenden Kunst:

http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/78k175a.jpg (Max Klinger: Philosoph, 1910) oder

http://img14.deviantart.net/ccfe/i/2012/306/6/c/carnet_de_croquis___max_klinger___der_philosoph_by_in2ni-d5jqouo.jpg

http://www.griseldaonline.it/rifiuti-scarti-esuberi/img/pistoletto%20etrusco.jpg (M. Pistoletto: L’Etrusco, 1976) oder

http://www.artphaire.com/wp-content/uploads/2014/09/pistoletto_l-etrusco.jpg (dito)

Das Gedicht der Droste wird inzwischen häufig gelesen; ich habe deshalb einmal versucht, die darin ausgearbeitete Spiegelbild-Erfahrung in den Kontext des Erlebens anderer zu stellen, und zwar unter den Stichworten „Spiegelbild“ und „Spiegelbild Augen“:

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1310894 (Spiegel – Physik und Kulturgeschichte)

http://www.physiologus.de/spiegelbi.htm („Spiegelbild“ in der Literatur)

http://www.dissoziation-info.de/html/spiegelbild.html Spiegelbild-Gedicht

http://www.sueddeutsche.de/karriere/lebenskunst-ist-sich-morgens-im-spiegel-anzulaecheln-1.591239 (Spiegelbild)

http://www.bernhard-sandkuehler.de/Selbst.html (dito)

http://www.felten.name/marga/spiegelbuch.html (dito)

http://mymonk.de/nackt-vorm-spiegel/ (dito)

http://undermyskyyy.blogspot.de/2011/09/spiegelbild.html (dito)

http://www.gutefrage.net/frage/ich-habe-angst-meinem-spiegelbild-in-die-augen-zu-kucken (Angst vor dem Spiegelbild)

http://www.therapeutenfinder.com/news/1476-die-augen-sind-der-spiegel-der-seele.html (Augen)

http://cochise59.wordpress.com/2010/07/12/die-augen-sind-das-spiegelbild-unserer-seele/ (dito)

http://www.domo-ev.de/augenblicke (dito)

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Eichendorff: Wünschelrute – Analyse, Interpretation

Schläft ein Lied in allen Dingen …

Text

http://www.uni-due.de/lyriktheorie/texte/1838_eichendorff.html (mit Sekundärliteratur)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=126

http://www.zeno.org/Literatur/M/Eichendorff,%20Joseph%20von/Gedichte/Gedichte%20(Ausgabe%201841)/2.%20S%E4ngerleben/W%FCnschelrute

http://de.wikisource.org/wiki/W%C3%BCnschelrute

http://www.textlog.de/22558.html

Das Gedicht ist 1835 entstanden und 1838 in „Deutscher Muselalmanach“ veröffentlicht worden. In der Ausgabe der Gedichte von 1841 steht es unter „2. Sängerleben“ als letztes.

Die Überschrift heißt „Wünschelrute“; in V. 4 wird die Kenntnis oder das Finden eines Zauberworts erwähnt; statt „Zauberwort“ sind „Zauberformel“ oder „Beschwörungsformel“ geläufig. Beide Größen gehören in den Bereich des Magischen oder des Märchenhaften; auch wenn sie von Eichendorff metaphorisch gebraucht werden, sollte die ursprüngliche Eigenart beider Größen bekannt sein. Daher fangen wir hier mit deren Klärung an:

Wünschelrute, s. v. w. Zauberrute, nach dem altdeutschen Wort wünschen, welches s. v. w. zaubern bedeutet, auch kurz der »Wunsch« genannt (z. B. im Nibelungenlied, wo es heißt: »Es lag der Wunsch darunter, von Gold ein Rütelein«), ein Baumzweig, mit dessen Hilfe man vergrabene Schätze, Metalladern, Quellen und andre verborgene Dinge aufzufinden hoffte.“ (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1892)

Wünschelrute, ein zauberhafter heilbringender Stab, war in Deutschland von alters her bekannt und wurde besonders im spätern Mittelalter zum Gegenstande eines bis in die neuere Zeit fortdauernden Aberglaubens. Man glaubte mittels der W. verborgene Schätze, Erzadern, Wasserquellen, ja selbst Verbrecher entdecken zu können und brach sie unter gewissen Bedingungen und Formeln von dem gezwieselten (gabeligen) Aste eines Haselstrauchs oder Kreuzdorns, oder machte sie nach aus Metalldraht […]. Bei dem Gebrauche kam es darauf an, sie unter Hersagung der nötigen Formeln richtig in der Hand zu halten; dann zeigte sie durch ihre Bewegung, ob und wo die gewünschten Gegenstände verborgen seien.“ (Brockhaus’ Konversationslexikon, 1896)

Beschwörungsformel (v. mhd. beswern = bitten, mit Zaubersprüchen bewältigen; mlat. incantatio, incantamentum). Bei magischen Handlungen zur Schadensabwehr und zur Heilszuwendung kam – neben zeremoniellen Gebärden und Zeichen sowie der Beachtung bestimmter Zeiten und Orte – dem Wort in gebundener Rede besondere Zauberkraft zu. Zur Verhütung mannigfaltiger Schadensfälle bei Mensch und Tier gab es Abwehr-, Heil- und Lösesprüche, etwa gegen Ungeziefer, Raubgetier, Unwetter, Feuer, Diebe, Dämonen, Geister und Hexen sowie gegen eine Vielzahl von Krankheiten. Nicht selten haben sich Beschwörungsformeln aus Gebetsformeln entwickelt, wenn anstatt eines christlichen Idols ein Dämon angerufen wurde.“ (Mittelalter Lexikon)

Zaubersprüche aus Grimms Märchen

http://www.paranormal.de/hexen/forum/19052-zaubersprueche-aus-grimms-maerchen

http://bruggernet.de/edeltraud/maerchen/zaubersprueche.htm

Ein ungenannter allwissender Sprecher erklärt, wie man die Welt zum Singen bringen kann. Er beschreibt zu Beginn, dass in allen Dingen ein Lied „schläft“ – dadurch, dass mit diesem Wort das Gedicht eröffnet wird (das grammatisch korrekte „Es“ ist fortgelassen), wird dieses Schlafen als der Elementarzustand eingeführt; das ist eine so durch und durch metaphorische Aussage, dass wir keinen Anhalt für eine sichere Deutung haben. Das gilt erst recht für den folgenden Relativsatz, der an „Dingen“ anschließt: „Die da träumen fort und fort.“ Wenn man die Vorstellung von der Wünschelrute hinzunimmt, kann man den Sinn der beiden ersten Verse so verstehen, dass da von einem verborgenen Wesen der Dinge die Rede ist, welches durch die Wünschelrute gefunden werden soll.

Mit der Konjunktion „Und“ (V. 3) schließt dann die entscheidende Aussage an:

„Und die Welt hebt an [fängt an] zu singen,

Triffst du nur das Zauberwort.“

„Und“ drückt aus, was aus sich der ersten Aussage ergibt: Wenn man über die Wünschelrute verfügt, wenn man das Zauberwort „trifft“, erlöst man die Welt aus ihrem Traum-Bann und bringt sie zum Singen: Man befreit das in allen Dingen schlafende Lied.

Zwei Fragen stellen sich an diese metaphorisch gesättigten Aussagen: 1. Was tun die Dinge, wenn sie nicht singen? 2. Wie kann man das Zauberwort treffen? Die zweite Frage beruht auf der Voraussetzung, dass „du“ jedermann ist, also kein einzelner Adressat – die Aussagen des Gedichts sind ja ganz allgemein gehalten, ohne eine Markierung der Ich-hier-jetzt-Position.

Was tun die Dinge, wenn sie nicht singen? Sie sind stumm. In Schillers Gedicht „Die Götter Griechenlands“ (1788, hier in der 2. Fassung 1800) wird diese durch die neuzeitliche Rationalität heraufgeführte Stummheit beklagt:

„Da ihr [die Götter Griechenlands, N.T.] noch die schöne Welt regieret,

An der Freude leichtem Gängelband

Selige Geschlechter noch geführet,

Schöne Wesen aus dem Fabelland!

Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,

Wie ganz anders, anders war es da!

Da man deine Tempel noch bekränzte,

Venus Amathusia!

 

Da der Dichtung zauberische Hülle

Sich noch lieblich um die Wahrheit wand, –

Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,

Und, was nie empfinden wird, empfand.

An der Liebe Busen sie zu drücken,

Gab man höhern Adel der Natur,

Alles wies den eingeweihten Blicken,

Alles eines Gottes Spur.“

Und die letzte Strophe der zweiten Fassung (1800) lautet:

„Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne,

Alles Hohe nahmen sie mit fort,

Alle Farben, alle Lebenstöne,

Und uns blieb nur das entseelte Wort.

Aus der Zeitflut weggerissen, schweben

Sie gerettet auf des Pindus Höhn,

Was unsterblich im Gesang soll leben,

Muß im Leben untergehn.“

Wenn man Schillers Gedicht zur Erklärung heranzieht, ergibt sich für Eichendorff: Die Dinge schlafen, weil sie nur noch mit entseelten Worten benannt werden. (Schiller machte dafür das Christentum verantwortlich, bei Eichendorff ist kein Schuldiger benannt; romantisch ist primär die Abkehr von der mathematisch-technisch bestimmten Naturwissenschaft und Industrie). Wenn man jedoch die Lebenstöne trifft, selber den Gesang anstimmen kann, dann hebt auch die Welt an zu singen, sagt Eichendorff. Das kann jedoch allein ein Dichter – wobei „Dichter“ nicht den professionellen Schriftsteller meint, sondern den, der aus seinem Herzen heraus lebt und spricht und singt. Das ist auch „das Volk“, dessen Märchen und Lieder seit Herder, also etwa seit 1770 als die wahre Poesie gelten. (Über die Verbindung des Sturm und Drang zur Romantik brauchen wir jetzt nicht zu sprechen.)

In Eichendorffs Gedicht „An die Dichter“, dem vorletzten der Abteilung „Sängerleben“ von 1841, heißt es:

„Der Dichter kann nicht mit verarmen;

Wenn alles um ihn her zerfällt,

Hebt ihn ein göttliches Erbarmen –

Der Dichter ist das Herz der Welt.

 

Den blöden Willen aller Wesen,

Im Irdischen des Herren Spur,

Soll er durch Liebeskraft erlösen,

Der schöne Liebling der Natur.

 

Drum hat ihm Gott das Wort gegeben,

Das kühn das Dunkelste benennt,

Den frommen Ernst im reichen Leben,

Die Freudigkeit, die keiner kennt.

 

Da soll er singen frei auf Erden,

In Lust und Not auf Gott vertraun,

Daß aller Herzen freier werden,

Eratmend in die Klänge schaun.“

Als einen solchen  Dichter hat Eichendorff sich sicher selbst gesehen; er stellt mit der „Wünschelrute“ wie auch mit dem voraufgehenden „An die Dichter“ sein poetisches Programm vor, beide sind poetologische Gedichte.

Wir haben ein Gedicht vor uns, das aus zwei Hauptsätzen (V. 1, 3) und zwei Nebensätzen besteht, einem Relativsatz (V. 2) und einem Konditionalsatz (V. 4). Es ist im Trochäus verfasst, vierhebig, wobei die Hauptsätze eine weiche Kadenz aufweisen, also vier volle Takte, während die Nebensätze um eine Silbe verkürzt sind (männliche Kadenz), was „Pause“ signalisiert – abgesehen davon, dass jeweils auch ein Satzgefüge vollendet ist. Betont sind die Wörter „Schläft, Lied, träumen, [fort, fort,] singen, Zauberwort“. Dem Wortfeld des Schlafens (schlafen, träumen) steht das der Musik (Lied, singen) gegenüber; sie werden miteinander durch die Wörter des Zauberischen (Wünschelrute, Zauberwort) verbunden. Wenn die Verbindung gelingt, beginnt („hebt an“) etwas Neues, der Klang oder Gesang der  Welt.  – Sowohl durch die Liedform (Volksliedstrophe) als auch durch die benannten Wortfelder ist dem Gedicht etwas Zauberhaftes eigen, das seine bis heute ungebrochene Wertschätzung begründet.

Nachtrag zur Wortgeschichte „Wünschelrute“

Im DWB (Grimm) finden wir zu „Wünschelrute“: „2) im nhd. die von bestimmten sträuchern geschnittene meist gabelförmige rute zum aufspüren von erzen, wasseradern und überhaupt verborgenen dingen.“ Und dann gibt es Zeugnisse für einen metaphorischen Sprachgebrauch: „c) übertragen auf kräfte, fähigkeiten u. dgl., die nichtdingliches, besonders nicht unmittelbar einsichtige geistige oder seelische gegebenheiten aufzudecken vermögen: (einige musiktheoretiker) machen die music zu einer solchen mathematischen wissenschafft, dabey alle zahlen, linien, maassen, gewichte … ins gewehr und spiel kommen müssen. überdies thun sie mit ihrer wünschel-ruthe der ton-lehre noch den schimpf an, und machen sie dem einmahleins gar unterwürffig Mattheson d. vollk. capellmeister (1739) 5; und wie heilig wäre mir die scene mit dem baum, wenn die wünschelruthe des dichters historische wahrheit entblöszt haben sollte Lenz in: aus Herders nachlasz 1, 226 Düntzer-H.; Lichtenbergs schriften können wir uns als der wunderbarsten wünschelruthe bedienen; wo er einen spasz macht, liegt ein problem verborgen Göthe II 11, 119 W.;“ bereits bei Herder und Goethe finden wir also „Wünschelrute“ im gleichen Sinn wie bei Eichendorff gebraucht, während Mattheson (1739) gerade das streng regulierte Komponieren als Arbeit mit einer mathematischen Wünschelrute verspottet. – Das sind lexikalische Befunde: Die Frage ist, ob Eichendorff und erst recht seine Leser sie gekannt haben; sie zeigen jedoch, dass die Wünschelrute-Metapher um 1800 nicht ganz abwegig war.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=W%C3%BCnschelrute_(Eichendorff)&stable=0&shownotice=1&fromsection=Inhalt

http://books.google.de/books?id=fEWg3iU6Y-sC&pg=PA657&lpg=PA657&dq=eichendorff+w%C3%BCnschelrute&source=bl&ots=Cv7XhYxjGx&sig=z7yTSkLJu0c-OkbYXmcp7egLdpI&hl=de&sa=X&ei=pD4rUa2GLuzQ4QTuyIGICQ&ved=0CDsQ6AEwAzgy#v=onepage&q=eichendorff%20w%C3%BCnschelrute&f=false (Otto Eberhardt, „Wünschelrute“ sachlich bei Eichendorff, S. 657 f.)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-wuenschelrute,textbearbeitung,244.html (langatmig bis geschwätzig, nicht alles richtig)

http://www.stiftikus.de/umbruh19/wuenschel.doc (abgeschrieben von Alewyn)

http://de.scribd.com/doc/28156676/K12-Deutsch-Mitschrift-Einfuhrung-in-die-Romantik (Stichworte aus dem Unterricht)

http://www.abiunity.de/print.php?threadid=2040&page=1&sid= (Interpretation in einem Forum)

http://www.marie-herberger.de/mediawiki/index.php/Joseph_Freiherr_von_Eichendorff_-_W%C3%BCnschelrute (knapp)

http://suite101.de/article/gedichtinterpretation-eichendorff-a51381 (Anregungen zur eigenen Analyse)

http://www.uni-regensburg.de/sprache-literatur-kultur/germanistik-ndl-1/medien/pdf/ditsche.pdf (Neuro-Erklärung der sprachlichen Wünschelrute)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=PQk9Z67A2Bk (Konrad Beikircher)

http://www.deutschelyrik.de/index.php/schlaeft-ein-lied-in-allen-dingen.html (Fritz Stavenhagen)

http://www.youtube.com/watch?v=YAKNJbKyX5s (Lutz Görner)

http://www.lyrik-audio.de/index.php?cat=DichterD-F (mir unbekannt)

http://www.youtube.com/watch?v=FuigwpfFT4o (vertont: T. Baumann)

http://www.youtube.com/watch?v=se2BoivJXqY (vertont)

http://www.youtube.com/watch?v=eAbCqAYQMuY („Die Zaunreiter“)

http://www.youtube.com/watch?v=z-YI_QUbLzM ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=ecf0LJpdIAg ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=sXnWJDpXxAo ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=saM_wu9uBrM (Kinderchor)

http://www.youtube.com/watch?v=zTh5U6XNSF0 (Schüler spielen „Lindenberg singt Eichendorff“)

Sonstiges

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCnschelrute (Erklärung: Wünschelrute)

http://www.lehrer-online.de/427686.php (Unterrichtsanregungen)

http://www.e-hausaufgaben.de/Thema-156093-Die-Wuenschelrute-Gedicht-in-Prosa-umwandeln.php (Unterricht de facto: „Ich soll es zu einer Prosa umwandeln … aber wie?“)

http://www.gedichte.com/threads/145804-Glossengedicht-zu-Eichendorffs-W%C3%BCnschelrute-als-Themagedicht (Unterricht de facto: ein Glossengedicht dazu schreiben)

http://romantischeschule.wordpress.com/2009/01/27/novalis-wenn-nicht-mehr-zahlen-und-figuren/ (vergleichen mit Novalis: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren)

http://www.studienseminar-lueneburg.de/asu/fach/deutsch_holmes/musterentwurf_d2.pdf (Stundenentwurf: Anregung zum Gedichtvergleich mit Rilke: Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort)

http://www.weberberg.de/triffst-du-nur-das-zauberwort.html (Parodie des Gedichts)

Eichendorff: Mondnacht – Analyse

Es war, als hätt’ der Himmel …

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=113

http://www.zeno.org/Literatur/M/Eichendorff,+Joseph+von/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1841)/6.+Geistliche+Gedichte/Mondnacht

http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/eic_jf05.html

http://www.lyrik123.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht-2-10378/

Das Gedicht, 1835 entstanden, wurde erstmals 1837 veröffentlicht. Das Thema „Himmel küsst Erde“ finden wir bereits bei Friedrich von Logau, rund zweihundert Jahre vor Eichendorff. Ich zitiere den Vierzeiler, damit man vergleichen kann, was der Romantiker Eichendorff aus dem Motiv macht:

Der Mai

Dieser Monat ist ein Kuß,


den der Himmel gibt der Erde,


Daß sie jetzund [jetzt] seine Braut,


künftig eine Mutter werde.

Es gibt sehr viele Interpretationen des Gedichts, das derzeit das am meisten bei google aufgerufene Gedicht Eichendorffs ist. Ich zimmere nur einen Rahmen, in den man einordnen kann, was man über google alles findet – dabei sollte man das allzu heftig Phantasierte (Beziehungen zur Gottesmutter Maria, Wind als Heiliger Geist, drei Strophen -> Dreifaltigkeit, Sonnenuntergang, Geschehen im Mai usw.) kritisch herausfiltern.

Kommunikationssituation: Ein lyrisches Ich (s. V. 9) beschreibt ein vergangenes „Erleben“ (Präteritum: „Es war“, V. 1); dieses Erleben muss man sich wie üblich bei Eichendorff nicht als „real“ vorstellen, sondern als dichterisch-fiktive Komposition naturhafter Elemente zu einem Gesamtbild.

Zunächst beschreibt das Ich, ehe es einzelne „Eindrücke“ wiedergibt, in einem Vergleich, wie es insgesamt war: „als hätt’ der Himmel / die Erde still geküßt“ (V. 1 f.). Das ist ein irrealer Vergleich (Konjunktiv II); so war es also nicht – es war so, als wäre es so gewesen. Es war da so, als wäre die große Einheit der Welt wieder hergestellt worden; als wäre die Trennung von Himmel und Erde rückgängig gemacht worden, als hätte Erlösung stattgefunden. [Im Christentum wird dies im Mythos von der Menschwerdung Gottes ausgedrückt. Manche hören in diesem Kuss einen Anklang an den griechischen Mythos; aber dieser Bezug ist nicht zwingend erwiesen und auch nicht zum Verständnis erforderlich.] Was dieser fiktiv-irreale Kuss bedeutet, wird im folgenden Konsekutivsatz gesagt: so geküsst, „Daß sie im Blüten-Schimmer / Von ihm nun träumen müßt.“ (V. 3 f.) Der irreale Blütenschimmer (Es ist also nicht Mai, es sind auch keine Blüten zu sehen: Der Sprecher bewegt sich in einem irrealen Vergleich!) ist/wäre die Antwort der Erde auf den stillen Kuss, ihr bräutliches Leuchten, mit dem sie andeutet, dass sie von ihrem Himmelsbräutigam träumt.

Die vier Verse sind in dreihebigen Jamben abgefasst, abwechselnd mit weiblicher und männlicher Kadenz, wobei sich die Verse mit weiblicher Kadenz unrein, die mit männlicher Kadenz rein reimen und auch in semantischer Entsprechung stehen: still geküsst / träumen müsst (V. 2/4). Die Strophe besteht aus zwei Sätzen, Hauptsatz (V. 1 f. – genauer: Hauptsatz mit Nebensatz zum Vergleich, also Modalsatz) und Konsekutivsatz; jeder Satz wird durch die weibliche Kadenz im Sprechen in der Mitte (Ende V. 1, 3) ganz leicht angehalten, während der reine Reim und das Satzende hinter V. 2/4 eine große Pause erzeugen. Zusammen mit dem jambischen Takt ergibt das ein ruhig-fließendes Sprechen.

In der mittleren Strophe beschreibt der Sprecher seine konkreten Natureindrücke in vier Hauptsätzen, die durch Komma (ohne Konjunktion) voneinander getrennt sind. Dass die Luft ging, spürte er; dass demgemäß die Ähren sacht wogten, sah er; dass die Wälder leis rauschten, hörte er. Schwierig ist der Anschluss des vierten Satzes, da man das einleitende „So“ nicht als Ausdruck eines kausalen Verhältnisses lesen kann; die Partikel „so“ ist „bei adjectiven und adverbien den grad, das masz bezeichnend“ (DBW Grimm), das passt genau in den V. 8 (d.h. dann auch, dass „So“ nicht betont wird). Die beiden Hauptaussagen stehen in V. 5 und v. 8; V. 6 und V. 7 erläutern den in V. 5 genannten Luftzug oder –gang.

Insgesamt fällt bisher auf, dass alle gedachten, gesehenen oder gehörten „Ereignisse“ die Qualität des Leisen und Sachten aufweisen (still, V. 1, mit „träumen“, V. 4; sacht, V. 6; leis, V. 7). Die Versöhnung von Himmel und Erde geschieht nicht beim Lärm einer Kreuzigung, sondern in der Ruhe einer „Mondnacht“ (Überschrift). Diese Überschrift ist erstaunlich, weil im Text des Gedichts nirgends vom Mond die Rede ist, auch nicht vom Mondschein. Man müsste also auf andere Gedichte Eichendorffs zurückgreifen, um die Bedeutung des Mondes und Mondscheins zu verstehen („Paläste im Mondenschein“, in „Sehnsucht“; Bäche „im Mondenschein“, in „Lockung“).

Von diesem Erleben wird das lyrische Ich ergriffen; wie es ergriffen wird, beschreibt es metaphorisch (durch „Und“ angeschlossen, V. 9): Meine Seele spannte ihre Flügel aus (V. 9 f.). Das ist ein Bild, wofür wir keine Anschauung besitzen. a) Wenn man sich an den Wortsinn hält, kann eine Seele mit Flügeln davonfliegen, sich über den täglichen Kleinkram und Ärger erheben – das passt gut in den Zusammenhang des Gedichts: Sie spannte die Flügel aus, als wollte sie zum Flug abheben, sich erheben. b) Es gibt ein Gedicht Herders aus dem Jahr 1786:

Die Flügel der Seele.



Unglückseliges Leben, das ohne Liebe gelebt wird;


     Wort und That; es gelingt ohne die Liebe mir nichts.


Träge bin ich und schleiche dahin; bei Zenophila’s Anblick


     flieg’ ich, glücklich und leicht wie der geflügelte Blitz.

Also rath’ ich es allen, der süssen Liebe zu folgen,

     nicht zu entfliehn. Sie giebt Fittig’ und Flügel dem Geist.

Dieses Gedicht, ob Eichendorff es nun gekannt hat oder nicht, zeigt die Seelen- oder Geistesflügel im Vergleich als Mittel, durch Liebe dem unglückseligen Leben und dem schleichenden Gang des Daseins zu entkommen; so haben wir sie oben bereits gedeutet.

Im nächsten Satz berichtet das Ich dann vom Flug der Seele oder des Herzens, wie ich „Seele“ lesen möchte [Es geht also nicht um „die Seele“ eines Toten, sondern wie bei Herder um das Herz als den Kern des Menschen.]: Sie „Flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus.“ (V. 11 f.) Der Flug folgt folgerichtig auf das Ausspannen der Flügel; Ort des Fliegens sind die stillen Lande, die in der zweiten Strophe beschrieben werden. In einem irrealen Vergleich [Die dritte Strophe wird also nicht vom Konjunktiv beherrscht, sondern am Schluss der 3. Strophe wird in einem irrealen Vergleich beschrieben, wie die Seele fliegt!] wird zum Schluss beschrieben, wie die Seele durch die stillen Land fliegt: als flöge sie nach Haus. Der Flug ist also ein glücklicher Flug, ein Seelenflug aus der Fremde in die Heimat; er wird durch die Versöhnung von Himmel und Erde möglich. Dieser Seelenflug hier und jetzt mag einem frommen Leser als Abbild oder Vor-Bild eines künftigen Seelenflugs in die himmlische Heimat erscheinen („Wir sind nur Gast auf Erden“, christlich-platonisch gesprochen), aber davon ist nicht die Rede; er ist in Wahrheit jetzt schon ein heimatlicher Flug, da Himmel und Erde ja versöhnt sind: So war es in dieser Mondnacht.

Gerade bei diesem Gedicht wird außerordentlich viel „gedeutet“ und pseudomystischer Tiefsinn „gefunden“ = fabriziert; das hat nur nötig, wer den bei ruhigem Zuhören und (Vor)Lesen leicht greifbaren Sinn nicht erfasst.

http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/intermedialitaet/autoren/eichendorff/wahrnehmung-als-konstrukt-in-eichendorffs-mondnacht.html (von der Sekundärliteratur abhängig)

http://herrlarbig.de/2010/09/30/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-mondnacht/ (lineare Interpretation, mit deren Stärken und Schwächen)

http://www.lesekost.de/gedicht/HHL219.htm (solide Deutung)

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/17/84.pdf (deutungssüchtig, etwas unbeholfen: eine gute Schülerarbeit)

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/587/586.pdf (die gleiche Arbeit)

http://www.michaelseeger.de/see/literat/mondnacht1.ppt (einige analytische Fragen, mit Antworten)

http://de.scribd.com/doc/29742149/K12-Deutsch-Mitschrift-Gedichtanalyse-Eichendorff-Mondnacht (Tafelbild einer Stunde, Stichworte, deutungssüchtig)

http://www.frustfrei-lernen.de/deutsch/mondnacht-joseph-von-eichendorff.html (hilflos, Schülerarbeit)

http://www.rhetoriksturm.de/mondnacht-eichendorff.php (hilflos, Schülerarbeit)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,13.html (sehr mythisch-phantasievoll)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,14.html (ebenfalls phantasievoll: Sonnenuntergang??)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,101.html (relativ solide)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,161.html (mit Gliederung – das „Deuten“ hat kein Ende)

http://de.wikibooks.org/wiki/A_Poem_a_Day/_25._Oktober:_Mondnacht_(Joseph_von_Eichendorff) (eine persönliche Rezeption)

Gerhard Kaiser: Mutter Natur als Himmelsbraut. Joseph von Eichendorff: „Mondnacht“. In: Augenblicke deutscher Lyrik, it 978, 1987, S. 178 ff.

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=V-A4GDXxpng (Fritz Stavenhagen) = http://www.deutschelyrik.de/index.php/mondnacht.html

http://www.rezitator.de/gdt/345/ (Lutz Görner)

http://www.youtube.com/watch?v=6IaQ2F4BFyo (Karsten Eckert)

http://www.lyrik-audio.de/index.php?cat=DichterD-F (mir unbekannt)

http://www.youtube.com/watch?v=ihzZGy17LpQ (Frauenstimme)

http://www.youtube.com/watch?v=wCLcylYgG1c (Schumann: Peter  Schreier)

http://www.youtube.com/watch?v=ff1RRhVHnIg (Schumann: Fischer-Dieskau)

http://www.youtube.com/watch?v=kBGyJvHe0kc (dito)

http://morgenlaenders-notizbuch.blogspot.de/2012/04/musik-am-abend-mondnacht.html (Schumann: Regine Crespin)

http://www.youtube.com/watch?v=ZDaz46NE9yU (Schumann: Paloma P. Inigo)

http://www.youtube.com/watch?v=l2QhFc_dsbM (Oliver Kels: Manh Dung)

http://www.youtube.com/watch?v=5w3U-pzSRZc (als Kinderlied)

http://www.youtube.com/watch?v=_FODADv6l4k (gerappt)

http://www.youtube.com/watch?v=oM89kJMHUTo (dito)

Sonstiges

http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/intermedialitaet/autoren/eichendorff/schumanns-vertonung-von-eichendorffs-mondnacht.html (Noten von Schumanns Vertonung)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=forum&sub=discussion&add=518 (Vertonungen)