Droste-Hülshoff: Das Spiegelbild – Analyse

Schaust du mich an aus dem Kristall…

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=63

Das lyrische Ich erblickt sich im Spiegel; es spricht zu seinem Spiegelbild, um die eigentümliche Erfahrung der Begegnung mit dem eigenen Bild im Spiegel zu verarbeiten…

Die Analyse finden Sie jetzt auf dem Lehrermarktplatz unter meinem Namen (Norbert Tholen).

 

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=uo3yj_B5Ex8 (interessant)

https://www.youtube.com/watch?v=LRLJ86TGM9o (Verfilmung, schwach, beliebig und grausam, dazu schlecht gesprochen: Was soll eine solche angebliche Gedichtsverfilmung?)

Sonstiges

http://www.zeno.org/Literatur/M/Droste-H%C3%BClshoff,+Annette+von (Leben und Werke der Droste)

http://www.grupello.de/dateien/C091.pdf („Zu früh, zu früh geboren“ Die Modernität der Droste)

https://archive.org/stream/dielyrikderannet00pfeiuoft/dielyrikderannet00pfeiuoft_djvu.txt Die Lyrik der Droste – Diss. 1923)

http://www.gedichte.levrai.de/gedichte_von/droste_annette_von_droste_huelshoff.htm (Gedichte der Droste)

http://www.thokra.de/html/droste-hulshoff_5.html (dito)

http://www.dein-eigenes-gedicht.de/ausgewaehlte_gedichte/klassiker/droste.html (dito)

http://www.literaturportal-westfalen.de/main.php?id=00000157&author_id=00000080 (Droste im Literaturportal Westfalen)

Spiegel(bild)

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Spiegel

http://www.ureda.de/php/spider/anzeige.php3?id=256

http://www.internetloge.de/symhandb/symb09.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel

http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/spiegelbild-oder-foto-was-kommt-der-wirklichkeit-n%C3%A4her

http://www.gss.ucsb.edu/projects/hesse/papers/Esselborn-spiegel.pdf (Spiegelsymbol bei Hesse)

http://abgedichtet.org/files/pdf/spiegelmetapher.pdf (Spiegelmetapher und -literatur)
https://www.youtube.com/watch?v=B-1j-blr_ug (Vortrag: Spiegelmetaphorik)

Spiegelbild in der bildenden Kunst:

http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/78k175a.jpg (Max Klinger: Philosoph, 1910) oder

http://img14.deviantart.net/ccfe/i/2012/306/6/c/carnet_de_croquis___max_klinger___der_philosoph_by_in2ni-d5jqouo.jpg

http://www.griseldaonline.it/rifiuti-scarti-esuberi/img/pistoletto%20etrusco.jpg (M. Pistoletto: L’Etrusco, 1976) oder

http://www.artphaire.com/wp-content/uploads/2014/09/pistoletto_l-etrusco.jpg (dito)

Das Gedicht der Droste wird inzwischen häufig gelesen; ich habe deshalb einmal versucht, die darin ausgearbeitete Spiegelbild-Erfahrung in den Kontext des Erlebens anderer zu stellen, und zwar unter den Stichworten „Spiegelbild“ und „Spiegelbild Augen“:

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1310894 (Spiegel – Physik und Kulturgeschichte)

http://www.physiologus.de/spiegelbi.htm („Spiegelbild“ in der Literatur)

http://www.dissoziation-info.de/html/spiegelbild.html Spiegelbild-Gedicht

http://www.sueddeutsche.de/karriere/lebenskunst-ist-sich-morgens-im-spiegel-anzulaecheln-1.591239 (Spiegelbild)

http://www.bernhard-sandkuehler.de/Selbst.html (dito)

http://www.felten.name/marga/spiegelbuch.html (dito)

http://mymonk.de/nackt-vorm-spiegel/ (dito)

http://undermyskyyy.blogspot.de/2011/09/spiegelbild.html (dito)

http://www.gutefrage.net/frage/ich-habe-angst-meinem-spiegelbild-in-die-augen-zu-kucken (Angst vor dem Spiegelbild)

http://www.therapeutenfinder.com/news/1476-die-augen-sind-der-spiegel-der-seele.html (Augen)

http://cochise59.wordpress.com/2010/07/12/die-augen-sind-das-spiegelbild-unserer-seele/ (dito)

http://www.domo-ev.de/augenblicke (dito)

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Eichendorff: Wünschelrute – Analyse, Interpretation

Schläft ein Lied in allen Dingen …

Text

http://www.uni-due.de/lyriktheorie/texte/1838_eichendorff.html (mit Sekundärliteratur)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=126

http://www.zeno.org/Literatur/M/Eichendorff,%20Joseph%20von/Gedichte/Gedichte%20(Ausgabe%201841)/2.%20S%E4ngerleben/W%FCnschelrute

http://de.wikisource.org/wiki/W%C3%BCnschelrute

http://www.textlog.de/22558.html

Das Gedicht ist 1835 entstanden und 1838 in „Deutscher Muselalmanach“ veröffentlicht worden. In der Ausgabe der Gedichte von 1841 steht es unter „2. Sängerleben“ als letztes.

Die Überschrift heißt „Wünschelrute“; in V. 4 wird die Kenntnis oder das Finden eines Zauberworts erwähnt; statt „Zauberwort“ sind „Zauberformel“ oder „Beschwörungsformel“ geläufig. Beide Größen gehören in den Bereich des Magischen oder des Märchenhaften; auch wenn sie von Eichendorff metaphorisch gebraucht werden, sollte die ursprüngliche Eigenart beider Größen bekannt sein. Daher fangen wir hier mit deren Klärung an:

Wünschelrute, s. v. w. Zauberrute, nach dem altdeutschen Wort wünschen, welches s. v. w. zaubern bedeutet, auch kurz der »Wunsch« genannt (z. B. im Nibelungenlied, wo es heißt: »Es lag der Wunsch darunter, von Gold ein Rütelein«), ein Baumzweig, mit dessen Hilfe man vergrabene Schätze, Metalladern, Quellen und andre verborgene Dinge aufzufinden hoffte.“ (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1892)

Wünschelrute, ein zauberhafter heilbringender Stab, war in Deutschland von alters her bekannt und wurde besonders im spätern Mittelalter zum Gegenstande eines bis in die neuere Zeit fortdauernden Aberglaubens. Man glaubte mittels der W. verborgene Schätze, Erzadern, Wasserquellen, ja selbst Verbrecher entdecken zu können und brach sie unter gewissen Bedingungen und Formeln von dem gezwieselten (gabeligen) Aste eines Haselstrauchs oder Kreuzdorns, oder machte sie nach aus Metalldraht […]. Bei dem Gebrauche kam es darauf an, sie unter Hersagung der nötigen Formeln richtig in der Hand zu halten; dann zeigte sie durch ihre Bewegung, ob und wo die gewünschten Gegenstände verborgen seien.“ (Brockhaus’ Konversationslexikon, 1896)

Beschwörungsformel (v. mhd. beswern = bitten, mit Zaubersprüchen bewältigen; mlat. incantatio, incantamentum). Bei magischen Handlungen zur Schadensabwehr und zur Heilszuwendung kam – neben zeremoniellen Gebärden und Zeichen sowie der Beachtung bestimmter Zeiten und Orte – dem Wort in gebundener Rede besondere Zauberkraft zu. Zur Verhütung mannigfaltiger Schadensfälle bei Mensch und Tier gab es Abwehr-, Heil- und Lösesprüche, etwa gegen Ungeziefer, Raubgetier, Unwetter, Feuer, Diebe, Dämonen, Geister und Hexen sowie gegen eine Vielzahl von Krankheiten. Nicht selten haben sich Beschwörungsformeln aus Gebetsformeln entwickelt, wenn anstatt eines christlichen Idols ein Dämon angerufen wurde.“ (Mittelalter Lexikon)

Zaubersprüche aus Grimms Märchen

http://www.paranormal.de/hexen/forum/19052-zaubersprueche-aus-grimms-maerchen

http://bruggernet.de/edeltraud/maerchen/zaubersprueche.htm

Ein ungenannter allwissender Sprecher erklärt, wie man die Welt zum Singen bringen kann. Er beschreibt zu Beginn, dass in allen Dingen ein Lied „schläft“ – dadurch, dass mit diesem Wort das Gedicht eröffnet wird (das grammatisch korrekte „Es“ ist fortgelassen), wird dieses Schlafen als der Elementarzustand eingeführt; das ist eine so durch und durch metaphorische Aussage, dass wir keinen Anhalt für eine sichere Deutung haben. Das gilt erst recht für den folgenden Relativsatz, der an „Dingen“ anschließt: „Die da träumen fort und fort.“ Wenn man die Vorstellung von der Wünschelrute hinzunimmt, kann man den Sinn der beiden ersten Verse so verstehen, dass da von einem verborgenen Wesen der Dinge die Rede ist, welches durch die Wünschelrute gefunden werden soll.

Mit der Konjunktion „Und“ (V. 3) schließt dann die entscheidende Aussage an:

„Und die Welt hebt an [fängt an] zu singen,

Triffst du nur das Zauberwort.“

„Und“ drückt aus, was aus sich der ersten Aussage ergibt: Wenn man über die Wünschelrute verfügt, wenn man das Zauberwort „trifft“, erlöst man die Welt aus ihrem Traum-Bann und bringt sie zum Singen: Man befreit das in allen Dingen schlafende Lied.

Zwei Fragen stellen sich an diese metaphorisch gesättigten Aussagen: 1. Was tun die Dinge, wenn sie nicht singen? 2. Wie kann man das Zauberwort treffen? Die zweite Frage beruht auf der Voraussetzung, dass „du“ jedermann ist, also kein einzelner Adressat – die Aussagen des Gedichts sind ja ganz allgemein gehalten, ohne eine Markierung der Ich-hier-jetzt-Position.

Was tun die Dinge, wenn sie nicht singen? Sie sind stumm. In Schillers Gedicht „Die Götter Griechenlands“ (1788, hier in der 2. Fassung 1800) wird diese durch die neuzeitliche Rationalität heraufgeführte Stummheit beklagt:

„Da ihr [die Götter Griechenlands, N.T.] noch die schöne Welt regieret,

An der Freude leichtem Gängelband

Selige Geschlechter noch geführet,

Schöne Wesen aus dem Fabelland!

Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,

Wie ganz anders, anders war es da!

Da man deine Tempel noch bekränzte,

Venus Amathusia!

 

Da der Dichtung zauberische Hülle

Sich noch lieblich um die Wahrheit wand, –

Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,

Und, was nie empfinden wird, empfand.

An der Liebe Busen sie zu drücken,

Gab man höhern Adel der Natur,

Alles wies den eingeweihten Blicken,

Alles eines Gottes Spur.“

Und die letzte Strophe der zweiten Fassung (1800) lautet:

„Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne,

Alles Hohe nahmen sie mit fort,

Alle Farben, alle Lebenstöne,

Und uns blieb nur das entseelte Wort.

Aus der Zeitflut weggerissen, schweben

Sie gerettet auf des Pindus Höhn,

Was unsterblich im Gesang soll leben,

Muß im Leben untergehn.“

Wenn man Schillers Gedicht zur Erklärung heranzieht, ergibt sich für Eichendorff: Die Dinge schlafen, weil sie nur noch mit entseelten Worten benannt werden. (Schiller machte dafür das Christentum verantwortlich, bei Eichendorff ist kein Schuldiger benannt; romantisch ist primär die Abkehr von der mathematisch-technisch bestimmten Naturwissenschaft und Industrie). Wenn man jedoch die Lebenstöne trifft, selber den Gesang anstimmen kann, dann hebt auch die Welt an zu singen, sagt Eichendorff. Das kann jedoch allein ein Dichter – wobei „Dichter“ nicht den professionellen Schriftsteller meint, sondern den, der aus seinem Herzen heraus lebt und spricht und singt. Das ist auch „das Volk“, dessen Märchen und Lieder seit Herder, also etwa seit 1770 als die wahre Poesie gelten. (Über die Verbindung des Sturm und Drang zur Romantik brauchen wir jetzt nicht zu sprechen.)

In Eichendorffs Gedicht „An die Dichter“, dem vorletzten der Abteilung „Sängerleben“ von 1841, heißt es:

„Der Dichter kann nicht mit verarmen;

Wenn alles um ihn her zerfällt,

Hebt ihn ein göttliches Erbarmen –

Der Dichter ist das Herz der Welt.

 

Den blöden Willen aller Wesen,

Im Irdischen des Herren Spur,

Soll er durch Liebeskraft erlösen,

Der schöne Liebling der Natur.

 

Drum hat ihm Gott das Wort gegeben,

Das kühn das Dunkelste benennt,

Den frommen Ernst im reichen Leben,

Die Freudigkeit, die keiner kennt.

 

Da soll er singen frei auf Erden,

In Lust und Not auf Gott vertraun,

Daß aller Herzen freier werden,

Eratmend in die Klänge schaun.“

Als einen solchen  Dichter hat Eichendorff sich sicher selbst gesehen; er stellt mit der „Wünschelrute“ wie auch mit dem voraufgehenden „An die Dichter“ sein poetisches Programm vor, beide sind poetologische Gedichte.

Wir haben ein Gedicht vor uns, das aus zwei Hauptsätzen (V. 1, 3) und zwei Nebensätzen besteht, einem Relativsatz (V. 2) und einem Konditionalsatz (V. 4). Es ist im Trochäus verfasst, vierhebig, wobei die Hauptsätze eine weiche Kadenz aufweisen, also vier volle Takte, während die Nebensätze um eine Silbe verkürzt sind (männliche Kadenz), was „Pause“ signalisiert – abgesehen davon, dass jeweils auch ein Satzgefüge vollendet ist. Betont sind die Wörter „Schläft, Lied, träumen, [fort, fort,] singen, Zauberwort“. Dem Wortfeld des Schlafens (schlafen, träumen) steht das der Musik (Lied, singen) gegenüber; sie werden miteinander durch die Wörter des Zauberischen (Wünschelrute, Zauberwort) verbunden. Wenn die Verbindung gelingt, beginnt („hebt an“) etwas Neues, der Klang oder Gesang der  Welt.  – Sowohl durch die Liedform (Volksliedstrophe) als auch durch die benannten Wortfelder ist dem Gedicht etwas Zauberhaftes eigen, das seine bis heute ungebrochene Wertschätzung begründet.

Nachtrag zur Wortgeschichte „Wünschelrute“

Im DWB (Grimm) finden wir zu „Wünschelrute“: „2) im nhd. die von bestimmten sträuchern geschnittene meist gabelförmige rute zum aufspüren von erzen, wasseradern und überhaupt verborgenen dingen.“ Und dann gibt es Zeugnisse für einen metaphorischen Sprachgebrauch: „c) übertragen auf kräfte, fähigkeiten u. dgl., die nichtdingliches, besonders nicht unmittelbar einsichtige geistige oder seelische gegebenheiten aufzudecken vermögen: (einige musiktheoretiker) machen die music zu einer solchen mathematischen wissenschafft, dabey alle zahlen, linien, maassen, gewichte … ins gewehr und spiel kommen müssen. überdies thun sie mit ihrer wünschel-ruthe der ton-lehre noch den schimpf an, und machen sie dem einmahleins gar unterwürffig Mattheson d. vollk. capellmeister (1739) 5; und wie heilig wäre mir die scene mit dem baum, wenn die wünschelruthe des dichters historische wahrheit entblöszt haben sollte Lenz in: aus Herders nachlasz 1, 226 Düntzer-H.; Lichtenbergs schriften können wir uns als der wunderbarsten wünschelruthe bedienen; wo er einen spasz macht, liegt ein problem verborgen Göthe II 11, 119 W.;“ bereits bei Herder und Goethe finden wir also „Wünschelrute“ im gleichen Sinn wie bei Eichendorff gebraucht, während Mattheson (1739) gerade das streng regulierte Komponieren als Arbeit mit einer mathematischen Wünschelrute verspottet. – Das sind lexikalische Befunde: Die Frage ist, ob Eichendorff und erst recht seine Leser sie gekannt haben; sie zeigen jedoch, dass die Wünschelrute-Metapher um 1800 nicht ganz abwegig war.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=W%C3%BCnschelrute_(Eichendorff)&stable=0&shownotice=1&fromsection=Inhalt

http://books.google.de/books?id=fEWg3iU6Y-sC&pg=PA657&lpg=PA657&dq=eichendorff+w%C3%BCnschelrute&source=bl&ots=Cv7XhYxjGx&sig=z7yTSkLJu0c-OkbYXmcp7egLdpI&hl=de&sa=X&ei=pD4rUa2GLuzQ4QTuyIGICQ&ved=0CDsQ6AEwAzgy#v=onepage&q=eichendorff%20w%C3%BCnschelrute&f=false (Otto Eberhardt, „Wünschelrute“ sachlich bei Eichendorff, S. 657 f.)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-wuenschelrute,textbearbeitung,244.html (langatmig bis geschwätzig, nicht alles richtig)

http://www.stiftikus.de/umbruh19/wuenschel.doc (abgeschrieben von Alewyn)

http://de.scribd.com/doc/28156676/K12-Deutsch-Mitschrift-Einfuhrung-in-die-Romantik (Stichworte aus dem Unterricht)

http://www.abiunity.de/print.php?threadid=2040&page=1&sid= (Interpretation in einem Forum)

http://www.marie-herberger.de/mediawiki/index.php/Joseph_Freiherr_von_Eichendorff_-_W%C3%BCnschelrute (knapp)

http://suite101.de/article/gedichtinterpretation-eichendorff-a51381 (Anregungen zur eigenen Analyse)

http://www.uni-regensburg.de/sprache-literatur-kultur/germanistik-ndl-1/medien/pdf/ditsche.pdf (Neuro-Erklärung der sprachlichen Wünschelrute)

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=PQk9Z67A2Bk (Konrad Beikircher)

http://www.deutschelyrik.de/index.php/schlaeft-ein-lied-in-allen-dingen.html (Fritz Stavenhagen)

http://www.youtube.com/watch?v=YAKNJbKyX5s (Lutz Görner)

http://www.lyrik-audio.de/index.php?cat=DichterD-F (mir unbekannt)

http://www.youtube.com/watch?v=FuigwpfFT4o (vertont: T. Baumann)

http://www.youtube.com/watch?v=se2BoivJXqY (vertont)

http://www.youtube.com/watch?v=eAbCqAYQMuY („Die Zaunreiter“)

http://www.youtube.com/watch?v=z-YI_QUbLzM ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=ecf0LJpdIAg ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=sXnWJDpXxAo ( ? )

http://www.youtube.com/watch?v=saM_wu9uBrM (Kinderchor)

http://www.youtube.com/watch?v=zTh5U6XNSF0 (Schüler spielen „Lindenberg singt Eichendorff“)

Sonstiges

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCnschelrute (Erklärung: Wünschelrute)

http://www.lehrer-online.de/427686.php (Unterrichtsanregungen)

http://www.e-hausaufgaben.de/Thema-156093-Die-Wuenschelrute-Gedicht-in-Prosa-umwandeln.php (Unterricht de facto: „Ich soll es zu einer Prosa umwandeln … aber wie?“)

http://www.gedichte.com/threads/145804-Glossengedicht-zu-Eichendorffs-W%C3%BCnschelrute-als-Themagedicht (Unterricht de facto: ein Glossengedicht dazu schreiben)

http://romantischeschule.wordpress.com/2009/01/27/novalis-wenn-nicht-mehr-zahlen-und-figuren/ (vergleichen mit Novalis: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren)

http://www.studienseminar-lueneburg.de/asu/fach/deutsch_holmes/musterentwurf_d2.pdf (Stundenentwurf: Anregung zum Gedichtvergleich mit Rilke: Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort)

http://www.weberberg.de/triffst-du-nur-das-zauberwort.html (Parodie des Gedichts)

Eichendorff: Mondnacht – Analyse

Es war, als hätt’ der Himmel …

Text

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=gedichte&sub=show&noheader=1&add=&id=113

http://www.zeno.org/Literatur/M/Eichendorff,+Joseph+von/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1841)/6.+Geistliche+Gedichte/Mondnacht

http://meister.igl.uni-freiburg.de/gedichte/eic_jf05.html

http://www.lyrik123.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht-2-10378/

Das Gedicht, 1835 entstanden, wurde erstmals 1837 veröffentlicht. Das Thema „Himmel küsst Erde“ finden wir bereits bei Friedrich von Logau, rund zweihundert Jahre vor Eichendorff. Ich zitiere den Vierzeiler, damit man vergleichen kann, was der Romantiker Eichendorff aus dem Motiv macht:

Der Mai

Dieser Monat ist ein Kuß,


den der Himmel gibt der Erde,


Daß sie jetzund [jetzt] seine Braut,


künftig eine Mutter werde.

Es gibt sehr viele Interpretationen des Gedichts, das derzeit das am meisten bei google aufgerufene Gedicht Eichendorffs ist. Ich zimmere nur einen Rahmen, in den man einordnen kann, was man über google alles findet – dabei sollte man das allzu heftig Phantasierte (Beziehungen zur Gottesmutter Maria, Wind als Heiliger Geist, drei Strophen -> Dreifaltigkeit, Sonnenuntergang, Geschehen im Mai usw.) kritisch herausfiltern.

Kommunikationssituation: Ein lyrisches Ich (s. V. 9) beschreibt ein vergangenes „Erleben“ (Präteritum: „Es war“, V. 1); dieses Erleben muss man sich wie üblich bei Eichendorff nicht als „real“ vorstellen, sondern als dichterisch-fiktive Komposition naturhafter Elemente zu einem Gesamtbild.

Zunächst beschreibt das Ich, ehe es einzelne „Eindrücke“ wiedergibt, in einem Vergleich, wie es insgesamt war: „als hätt’ der Himmel / die Erde still geküßt“ (V. 1 f.). Das ist ein irrealer Vergleich (Konjunktiv II); so war es also nicht – es war so, als wäre es so gewesen. Es war da so, als wäre die große Einheit der Welt wieder hergestellt worden; als wäre die Trennung von Himmel und Erde rückgängig gemacht worden, als hätte Erlösung stattgefunden. [Im Christentum wird dies im Mythos von der Menschwerdung Gottes ausgedrückt. Manche hören in diesem Kuss einen Anklang an den griechischen Mythos; aber dieser Bezug ist nicht zwingend erwiesen und auch nicht zum Verständnis erforderlich.] Was dieser fiktiv-irreale Kuss bedeutet, wird im folgenden Konsekutivsatz gesagt: so geküsst, „Daß sie im Blüten-Schimmer / Von ihm nun träumen müßt.“ (V. 3 f.) Der irreale Blütenschimmer (Es ist also nicht Mai, es sind auch keine Blüten zu sehen: Der Sprecher bewegt sich in einem irrealen Vergleich!) ist/wäre die Antwort der Erde auf den stillen Kuss, ihr bräutliches Leuchten, mit dem sie andeutet, dass sie von ihrem Himmelsbräutigam träumt.

Die vier Verse sind in dreihebigen Jamben abgefasst, abwechselnd mit weiblicher und männlicher Kadenz, wobei sich die Verse mit weiblicher Kadenz unrein, die mit männlicher Kadenz rein reimen und auch in semantischer Entsprechung stehen: still geküsst / träumen müsst (V. 2/4). Die Strophe besteht aus zwei Sätzen, Hauptsatz (V. 1 f. – genauer: Hauptsatz mit Nebensatz zum Vergleich, also Modalsatz) und Konsekutivsatz; jeder Satz wird durch die weibliche Kadenz im Sprechen in der Mitte (Ende V. 1, 3) ganz leicht angehalten, während der reine Reim und das Satzende hinter V. 2/4 eine große Pause erzeugen. Zusammen mit dem jambischen Takt ergibt das ein ruhig-fließendes Sprechen.

In der mittleren Strophe beschreibt der Sprecher seine konkreten Natureindrücke in vier Hauptsätzen, die durch Komma (ohne Konjunktion) voneinander getrennt sind. Dass die Luft ging, spürte er; dass demgemäß die Ähren sacht wogten, sah er; dass die Wälder leis rauschten, hörte er. Schwierig ist der Anschluss des vierten Satzes, da man das einleitende „So“ nicht als Ausdruck eines kausalen Verhältnisses lesen kann; die Partikel „so“ ist „bei adjectiven und adverbien den grad, das masz bezeichnend“ (DBW Grimm), das passt genau in den V. 8 (d.h. dann auch, dass „So“ nicht betont wird). Die beiden Hauptaussagen stehen in V. 5 und v. 8; V. 6 und V. 7 erläutern den in V. 5 genannten Luftzug oder –gang.

Insgesamt fällt bisher auf, dass alle gedachten, gesehenen oder gehörten „Ereignisse“ die Qualität des Leisen und Sachten aufweisen (still, V. 1, mit „träumen“, V. 4; sacht, V. 6; leis, V. 7). Die Versöhnung von Himmel und Erde geschieht nicht beim Lärm einer Kreuzigung, sondern in der Ruhe einer „Mondnacht“ (Überschrift). Diese Überschrift ist erstaunlich, weil im Text des Gedichts nirgends vom Mond die Rede ist, auch nicht vom Mondschein. Man müsste also auf andere Gedichte Eichendorffs zurückgreifen, um die Bedeutung des Mondes und Mondscheins zu verstehen („Paläste im Mondenschein“, in „Sehnsucht“; Bäche „im Mondenschein“, in „Lockung“).

Von diesem Erleben wird das lyrische Ich ergriffen; wie es ergriffen wird, beschreibt es metaphorisch (durch „Und“ angeschlossen, V. 9): Meine Seele spannte ihre Flügel aus (V. 9 f.). Das ist ein Bild, wofür wir keine Anschauung besitzen. a) Wenn man sich an den Wortsinn hält, kann eine Seele mit Flügeln davonfliegen, sich über den täglichen Kleinkram und Ärger erheben – das passt gut in den Zusammenhang des Gedichts: Sie spannte die Flügel aus, als wollte sie zum Flug abheben, sich erheben. b) Es gibt ein Gedicht Herders aus dem Jahr 1786:

Die Flügel der Seele.



Unglückseliges Leben, das ohne Liebe gelebt wird;


     Wort und That; es gelingt ohne die Liebe mir nichts.


Träge bin ich und schleiche dahin; bei Zenophila’s Anblick


     flieg’ ich, glücklich und leicht wie der geflügelte Blitz.

Also rath’ ich es allen, der süssen Liebe zu folgen,

     nicht zu entfliehn. Sie giebt Fittig’ und Flügel dem Geist.

Dieses Gedicht, ob Eichendorff es nun gekannt hat oder nicht, zeigt die Seelen- oder Geistesflügel im Vergleich als Mittel, durch Liebe dem unglückseligen Leben und dem schleichenden Gang des Daseins zu entkommen; so haben wir sie oben bereits gedeutet.

Im nächsten Satz berichtet das Ich dann vom Flug der Seele oder des Herzens, wie ich „Seele“ lesen möchte [Es geht also nicht um „die Seele“ eines Toten, sondern wie bei Herder um das Herz als den Kern des Menschen.]: Sie „Flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus.“ (V. 11 f.) Der Flug folgt folgerichtig auf das Ausspannen der Flügel; Ort des Fliegens sind die stillen Lande, die in der zweiten Strophe beschrieben werden. In einem irrealen Vergleich [Die dritte Strophe wird also nicht vom Konjunktiv beherrscht, sondern am Schluss der 3. Strophe wird in einem irrealen Vergleich beschrieben, wie die Seele fliegt!] wird zum Schluss beschrieben, wie die Seele durch die stillen Land fliegt: als flöge sie nach Haus. Der Flug ist also ein glücklicher Flug, ein Seelenflug aus der Fremde in die Heimat; er wird durch die Versöhnung von Himmel und Erde möglich. Dieser Seelenflug hier und jetzt mag einem frommen Leser als Abbild oder Vor-Bild eines künftigen Seelenflugs in die himmlische Heimat erscheinen („Wir sind nur Gast auf Erden“, christlich-platonisch gesprochen), aber davon ist nicht die Rede; er ist in Wahrheit jetzt schon ein heimatlicher Flug, da Himmel und Erde ja versöhnt sind: So war es in dieser Mondnacht.

Gerade bei diesem Gedicht wird außerordentlich viel „gedeutet“ und pseudomystischer Tiefsinn „gefunden“ = fabriziert; das hat nur nötig, wer den bei ruhigem Zuhören und (Vor)Lesen leicht greifbaren Sinn nicht erfasst.

http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/intermedialitaet/autoren/eichendorff/wahrnehmung-als-konstrukt-in-eichendorffs-mondnacht.html (von der Sekundärliteratur abhängig)

http://herrlarbig.de/2010/09/30/gedichtinterpretation-joseph-von-eichendorff-mondnacht/ (lineare Interpretation, mit deren Stärken und Schwächen)

http://www.lesekost.de/gedicht/HHL219.htm (solide Deutung)

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/17/84.pdf (deutungssüchtig, etwas unbeholfen: eine gute Schülerarbeit)

http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/587/586.pdf (die gleiche Arbeit)

http://www.michaelseeger.de/see/literat/mondnacht1.ppt (einige analytische Fragen, mit Antworten)

http://de.scribd.com/doc/29742149/K12-Deutsch-Mitschrift-Gedichtanalyse-Eichendorff-Mondnacht (Tafelbild einer Stunde, Stichworte, deutungssüchtig)

http://www.frustfrei-lernen.de/deutsch/mondnacht-joseph-von-eichendorff.html (hilflos, Schülerarbeit)

http://www.rhetoriksturm.de/mondnacht-eichendorff.php (hilflos, Schülerarbeit)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,13.html (sehr mythisch-phantasievoll)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,14.html (ebenfalls phantasievoll: Sonnenuntergang??)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,101.html (relativ solide)

http://lyrik.antikoerperchen.de/joseph-von-eichendorff-mondnacht,textbearbeitung,161.html (mit Gliederung – das „Deuten“ hat kein Ende)

http://de.wikibooks.org/wiki/A_Poem_a_Day/_25._Oktober:_Mondnacht_(Joseph_von_Eichendorff) (eine persönliche Rezeption)

Gerhard Kaiser: Mutter Natur als Himmelsbraut. Joseph von Eichendorff: „Mondnacht“. In: Augenblicke deutscher Lyrik, it 978, 1987, S. 178 ff.

Vortrag

http://www.youtube.com/watch?v=V-A4GDXxpng (Fritz Stavenhagen) = http://www.deutschelyrik.de/index.php/mondnacht.html

http://www.rezitator.de/gdt/345/ (Lutz Görner)

http://www.youtube.com/watch?v=6IaQ2F4BFyo (Karsten Eckert)

http://www.lyrik-audio.de/index.php?cat=DichterD-F (mir unbekannt)

http://www.youtube.com/watch?v=ihzZGy17LpQ (Frauenstimme)

http://www.youtube.com/watch?v=wCLcylYgG1c (Schumann: Peter  Schreier)

http://www.youtube.com/watch?v=ff1RRhVHnIg (Schumann: Fischer-Dieskau)

http://www.youtube.com/watch?v=kBGyJvHe0kc (dito)

http://morgenlaenders-notizbuch.blogspot.de/2012/04/musik-am-abend-mondnacht.html (Schumann: Regine Crespin)

http://www.youtube.com/watch?v=ZDaz46NE9yU (Schumann: Paloma P. Inigo)

http://www.youtube.com/watch?v=l2QhFc_dsbM (Oliver Kels: Manh Dung)

http://www.youtube.com/watch?v=5w3U-pzSRZc (als Kinderlied)

http://www.youtube.com/watch?v=_FODADv6l4k (gerappt)

http://www.youtube.com/watch?v=oM89kJMHUTo (dito)

Sonstiges

http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/intermedialitaet/autoren/eichendorff/schumanns-vertonung-von-eichendorffs-mondnacht.html (Noten von Schumanns Vertonung)

http://freiburger-anthologie.ub.uni-freiburg.de/fa/fa.pl?cmd=forum&sub=discussion&add=518 (Vertonungen)