Die Legende vom vierten König

Dies ist eine Bearbeitung von Edzard Schapers Erzählung „Die Legende vom vierten König“, die 1961 in Köln im Verlag Jakob Hegner erschienen ist und von der ich vor rund 40 Jahren diese gekürzte Fassung hergestellt habe, damit sie vorlesbar wird.

Als das Jesuskind in Bethlehem geboren werden sollte, erschien sein Stern den Weisen aus dem Morgenlande – diese Geschichte kennt ihr schon. Der Stern, der die Geburt des Heilandes aller Menschen anzeigte, erschien aber auch einem König im weiten Russland, der menschenfreundlich war und auch gern einmal lachte. Er wusste es von seinen Vorfahren: Einmal wird ein großer Stern leuchten und die Ankunft des Herrn aller Menschen und Länder anzeigen – und wer dann König in Russland wäre, der müsste aufbrechen und ihn besuchen und ihm huldigen. Der kleine König freute sich, dass der Stern gerade ihm erschienen war, und weil er jung war, wollte er sofort aufbrechen.

Aber halt, dachte der kleine König, ohne Geschenke geht man nicht zu Besuch, schon gar nicht zur Verehrung des höchsten Herrn der Welt. So packte er einige Rollen Leinen ein, warme Pelze von Fuchs und Bär, einige Säckchen Gold und schließlich noch ein Töpfchen Honig; denn der süße Honig aus Russland werde das Kindchen noch am ehesten an seine himmlische Heimat erinnern. Nachdem er den Seinen noch die letzten Anweisungen gegeben hatte, ritt er eines Nachts – der Stern leuchtete da besonders hell – auf seinem Pferdchen Wanka davon. Er kam über die Grenzen seines Reiches hinaus, rastete am Tag und ritt des Nachts und sah manches, was ihn tief bekümmerte; aber im Ausland hatte er ja nichts zu sagen.

Zwei, drei Monate war er schon geritten, da stieß er auf eine fremde Karawane, und das Seltsamste war: Die Männer ritten nicht auf Pferden, sondern auf unförmigen Tieren, die sie Kamele nannten. Der kleine König aus Russland gesellte sich zu ihnen; drei prächtig Gekleidete ragten aus der Gesellschaft heraus, und er staunte nicht schlecht, als er hörte, sie seien zum gleichen Ziel unterwegs wie er. Da hielt er es nicht mehr aus, und auch er erzählte von seinem Ziel, von seiner Reise und von seiner geliebten russischen Heimat. So ritten sie gemeinsam dem himmlischen Stern nach – nur waren die fremden Könige etwas vornehmer und zurückhaltender als der kleine König.

Eines Morgens geschah es nun, als der Sonnenschein im Morgentau glänzte, da packte den kleinen König der Übermut, er griff in seine Taschen und streute im hohen Bogen eine Handvoll Perlen in die Luft, die glänzten wie der Tau. Eigentlich waren sie für den größten König aller Zeiten bestimmt – er schämte sich seines Leichtsinns. Und einer der vornehmen Fremden sagte: „Perlen sind Tränen, die sollte man nicht in fremde Erde streuen.“

Der kleine König aus Russland merkte nur zu gut, dass er nicht so recht zu den drei Vornehmen passte, und so schlief er meist nicht in den prächtigen Zimmern der Herbergen, sondern im Schuppen bei seinem Pferdchen Wanka. Da träumte er von Russland und vom neuen König, von Gurken und Bier und einem warmen Ofen, als eines Nachts ein leises Stöhnen ihn weckte: Ein paar Meter entfernt hatte eine junge Frau ein Kind geboren, sie war ganz allein, sie hatte nichts bei sich; da erbarmte er sich, er riss von dem Leinen, das eigentlich für den neugeborenen König bestimmt war, einige Streifen ab, damit die Mutter wenigstens Windeln hätte, um ihr Kind einzuwickeln. Wenn ich diesem armen Säugling helfe, dachte er, wird es dem größten König recht sein, da ja einem seiner Untertanen so geholfen ist. Am nächsten Tag besorgte er der Mutter zu essen und zu trinken, kümmerte sich auch sonst um die junge Bettlerin und ihr neugeborenes Kind, und so wurde es schnell Abend. Da wollte er Mutter und Kind nicht allein lassen, und als er am nächsten Morgen ihnen noch einige Goldkörner gegeben hatte, sagte die Bettlerin beim Abschied: „Ich kann dir zum Dank nichts geben, weil ich außer meinem Kind nichts habe, aber ich schenke dir mein Herz – von jetzt an sollst du der König meines Herzens sein.“

Schnell galoppierte der kleine König fort, er wischte sich noch eine Träne aus dem Auge – er wollte ja den größten König aller Zeiten verehren; doch die fremden Könige aus dem Morgenland holte er nie mehr ein. Wo er hinkam, waren sie schon gewesen, und er hatte den Eindruck, dass ihr Vorsprung immer größer wurde. Auch leuchtete der Stern nicht mehr so hell wie früher, und sein Pferdchen, sein einziger Freund, magerte zusehends ab.

Eines Tages kam er an einem großen Gutshof vorbei, da sah er, wie zwei fette Aufseher die Arbeiter auspeitschten. Kurzerhand kaufte er die ganze Schar los, auch wenn es fast die Hälfte seines Goldes und einen Teil seiner Pelze kostete. Sie feierten ihn als ihren Befreier, die ganze Nacht sangen und tanzten sie, doch am andern Morgen wollten sie von ihm zu essen haben. So gab er ihnen Gold, dass sie für drei Tage zu essen kaufen konnten, und ritt dann schnell davon, weil helfen und befreien offenbar schwierig war.

Er wurde immer trauriger, immer ärmer, er ritt bald ohne klares Ziel, weil er den Stern nur noch selten am Horizont sah, und die fremden Könige kannte auch keiner. Als er nur noch sein Töpfchen Honig hatte, da fiel ein Bienenschwarm über ihn her; sie stachen das Pferdchen Wanka, sie stachen den kleinen König aus Russland und fraßen den Honig restlos auf. Und wenige Tage später, als die Stiche abgeschwollen waren, da stand sein Pferdchen nicht mehr auf, da war es tot. So weinte denn der kleine König, traurig war er und einsam, arm und fern der Heimat, und das Ziel seiner Reise hatte er aus den Augen verloren. Er wollte nicht länger leben, aber wie sehr er auch weinte, es nützte ihm nichts, und so ging er zu Fuß weiter, bis er in eine Hafenstadt kam

Das war für ihn etwas Neues, das kannte er nicht, die Schiffe und Matrosen, die Paläste und Pinten. Auf einmal sah er eine schöne junge Frau mit einem Knaben von vielleicht 14 Jahren; sie weinte am Kai des Hafens, und sie schaute ihn betrübt an, weil ihr Sohn verloren war: Er sollte auf einer Galeere rudern, um so die Schulden seines verstorbenen Vaters abzuarbeiten. Ja, dachte er, so eine Frau könnte ich liebhaben, und kurz entschlossen sagte er: „Ich gehe für deinen Sohn.“ Die Frau lächelte ihn dankbar an, und er ging aufs Schiff und ließ sich an die Ketten schmieden. Dreißig Jahre lang ruderte er das Schiff über die Meere, zusammen mit den anderen Gefangenen; oft zettelte er einen Aufruhr an, bekam viele Schläge und wenig Brot, und schließlich wusste keiner mehr, warum er überhaupt Galeerensklave war.

Als er von der harten Arbeit kraftlos geworden war, nach dreißig Jahren, da ließ man ihn an Land gehen. Er wankte über die Brücke, das Licht der Sonne blendete ihn, er setzte sich an die Hafenmauer und döste ein wenig vor sich hin – da kam ein vornehmer Mann im besten Alter, der ließ ihn von zwei Dienern in sein Haus tragen, und etwas unfreundlich murmelte er: „Vielleicht bist auch du nur ein Lump wie die meisten, die von der Galeere kommen; aber ich musste meiner sterbenden Mutter versprechen, sie alle zu pflegen, weil einmal einer mir das Leben gerettet hat und für mich auf das Schiff gegangen ist.“ Der kleine König sagte nichts, er schluckte nur ein paar Mal; nach einer guten Woche war er etwas zu Kräften gekommen, bedankte sich und ging davon – und als er so auf der Straße dahinzog, bemerkte er, dass viele Menschen in die gleiche Richtung gingen – nach Jerusalem, sagten sie, zu einem großen Fest. Bald kannte er den einen oder anderen vom Ansehen, und eines Tages leuchteten in der Ferne die Kuppeln einer großen Stadt.

Der kleine König aus Russland war ein alter Mann geworden; er hielt sich für sich allein. Einmal übernachtete er in einem großen Garten am Stadtrand; er war noch nicht eingeschlafen, da hörte er in der Nähe den Lärm vieler Leute, die anscheinend jemand gefangen hatten. Er versteckte sich hinter einer Hütte, bis der Lärm wieder abgeklungen war – da sah er, dass er nicht allein war. Eine alte Frau, die er gelegentlich in den letzten Tagen bemerkt hatte, war ebenfalls zur Übernachtung in den Garten gegangen. Sie kamen ins Gespräch, und die alte Frau erzählte, sie sei eine Bettlerin: Sie gebe den anderen Menschen Gelegenheit, ihr Gutes zu tun, und die Menschen seien ihr dafür dankbar. Und jeder könne etwas geben, jeder, sogar der Ärmste. Sie selber habe bettelarm vor gut dreißig Jahren einmal einem guten Menschen ihr Herz geschenkt. „Seitdem bin ich sehr glücklich“, sagte sie, „denn nichts geht verloren, was man schenkt.“ Der kleine König stimmte ihr zu: „Nein, nichts geht verloren von dem, was man schenkt; nur weiß niemand, wo es bleibt, wie nah oder wie fern.“ Dann sagte er nichts mehr. Dreißig Jahre hatte er etwas Kostbares besessen, und er hatte es nicht gewusst.

Am andern Morgen war die Bettlerin fort, die Sonne schien heiß und er ging in die Stadt. Das Volk drängte sich durch die engen Gassen; die Leute schrien wegen eines Königs, der hingerichtet werden sollte, doch der kleine König aus Russland verstand das alles nicht. Er überließ sich dem Sog der Menge, gelegentlich tauchte auch die alte Bettlerin wieder auf. Der da gekreuzigt werden sollte, habe Kranke geheilt und den Armen geholfen, hieß es, und er sei vielleicht sogar Gottes Sohn, gut dreißig Jahre sei er alt. Der kleine König aus Russland erschrak; er bekam kaum noch Luft, er setzte sich in eine Toreinfahrt – wie war das möglich!? Sollte das der große König sein, den zu verehren er vor dreißig Jahren aufgebrochen war? Ob er auch diesmal wieder zu spät käme? Und so schleppte er sich wieder die Straßen entlang, einen Hügel hinauf, zu einem Haufen Soldaten. Dann schaute er auf, und in der Mitte derer, die da hingen, sah er ihn. Und als der ihn anschaute, zu dessen Verehrung er aus seiner Heimat aufgebrochen war, da war es ihm zu viel. Denn alles, alles hatte er vertan. Nichts hatte er mehr, was er ihm geben konnte. Da fiel ihm das Herz der alten Bettlerin ein, und auch sein eigenes Herz. Das war alles, was er noch besaß. Und als er schon die Besinnung verlor, murmelten seine Lippen: „Aber mein Herz, Herr, mein Herz… und ihr Herz… Unsere Herzen, nimmst du sie an?“

Vgl. auch https://de.wikipedia.org/wiki/Der_vierte_K%C3%B6nig

Mit https://www.qwant.com/ habe ich noch gefunden:

http://www.luellemann.de/txt-244.htm

http://www.christel-pruessner.de/texte/4ter-koenig.htm

http://www.b-meier.ch/?p=119

https://www.youtube.com/watch?v=BYlFr3m67RE (eine Art Hörspiel, 38:15)

http://www.k-l-j.de/download/pdf/kgeschichten/kgeschichte_weihnacht.pdf (dort die 2. Erzählung)

http://stklemens.at/2009/12/die-legende-vom-vierten-konig/ (eine verunstaltete Version)

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Brecht: Moderne Legende – Analyse

„Als der Abend übers Schlachtfeld wehte…“: Das Gedicht wird als moderne Legende eingeführt. Was ist eine Legende? „Legenden waren ursprünglich mittelalterliche Leidensgeschichten von Märtyrern, Heiligen und religiösen Autoritäten, die bei kirchlichen Anlässen verlesen wurden. Später wurde der Begriff vor allem zur Sammelbezeichnung für die schriftlich fixierten ‚Viten‘ (Lebensgeschichten) der Heiligen. Schon im 15. Jahrhundert tauchen Legenden jedoch auch im außerkirchlichen Bereich auf. Hier meinen sie nichtbeglaubigte Berichte oder unwahrscheinliche Geschichten, die eng mit einem volkstümlichen, später auch mit einem kunstvoll-literarischen Erzählen verbunden sind. In dieser verweltlichten Form werden die Legenden zu moralisch-didaktischen Erzählungen über außergewöhnliche Schicksale, die nicht nur im Rationalen gründen.“ (http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/epik/legende.htm; vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Legende). Einige kurze Interpretationshinweise bietet Christian Freitag (Ballade, 1986) mit einem Auszug aus Eberhard Rohse, der Brechts „Moderne Legende“ als Anti-Legende charakterisiert, da sie die erzählten Leiden nicht verklärend überhöhe, sondern ideologiekritisch entlarve. Das Textbild des Gedichts schwankt: Teilweise wird der Vers „Siehe, da ward es still bei Freunden und Feinden“ als eigenständige Strophe gedruckt. Ich halte mich hier an die Fassung in http://erinnerungsort.de/moderne-legende-_317.html (1967).

Es wird erzählt, was am Abend nach der Schlacht geschah (V. 1 ff.): Dass die Telegraphendrähte die Nachricht vom Sieg über die Feinde klingend hinaustrugen. Sowohl in der Bezeichnung „Feinde“ wie im Adverb „klingend“ stellt der Erzähler sich auf die Seite der Sieger. In der 2. und 3. Strophe wird berichtet, was „da“, also danach und deswegen geschah: Auf der einen Seite äußerte sich die Verzweiflung der Besiegten, auf der anderen Seite erklang der Jubel der Sieger. Die Äußerungen der beiden Seiten werden streng parallel berichtet, bis in die wörtlichen Entsprechungen von V. 5 f.  mit V. 11 f. (Ende der Welt, am Himmelsgewölbe zerschellt) und V. 9 f. (tausend Lippen, tausend Hände) mit V. 15 f. Bereits hier wird das Nicht-Legendarische des Berichts deutlich: Sowohl das Heulen der Besiegten wie auch das Jauchzen der Sieger „zerschellt’“ am Himmelsgewölbe, die Lippen wühlen nur „im alten Gebet“ (V. 15). Als der Erzähler berichtet, was danach „in der Nacht“ geschah, wird das Jauchzen und Beten als vorläufig aufgehoben: denn es wurde still (V. 20), es „ward“ still, wie in altertümlicher Legendensprache gesagt wird. Die gleichen Telegraphendrähte, die die Nachricht des Sieges hinausgetragen haben (V. 3 f.), vermelden, nein „sangen“ sogar (V. 18) „von den Toten, die auf dem Schlachtfeld geblieben“. Deren singender Bericht löst jedoch das allgemeine Verstummen aus: Es ist ein Bericht von den Toten beider Seiten. Dass die Sieger im Jubel verstummen, überrascht mich; dass die Besiegten verstummen, finde ich nicht erstaunlich – sie leiden jetzt still weiter. Das eigentlich Legendarische, die Kunde von einem unerhörten Heils-Ereignis ist: Auch die Sieger sehen die Kosten des Sieges und sind davon betroffen, ihr Siegesgeschrei verstummt. Die Berichte von der Verbreitung der Nachrichten über die Telegraphendrähte am Abend und in der Nacht (1. und 4. Str.) rahmen die Berichte von der Äußerungen der Besiegten und der Sieger (2. und 3. Str.) ein; und sie enden damit, dass das Geschehen in sich umschlägt (Kontrast): Die Drähte singen, aber die Menschen verstummen allesamt (Freunde und Feinde, V. 20, verbunden in der f-Alliteration).

Nach gehöriger Pause setzt der Erzähler seinen Bericht fort, mit einem neuen Kontrast zum Verstummen aller: „Nur die Mütter weinten“ (V. 21). Sie weinten „hüben – und drüben“ (V. 22). Mit diesem Freund und Feind umfassenden Hüben und Drüben kommt die Wahrheit des Krieges ans Licht: Die Klagen und die Jubelrufe erklangen jeweils nur an einem Ende der Welt (V. 5, V. 11); das Verstummen angesichts der Toten (V. 18 f.) und das Weinen der ihrer Kinder beraubten Mütter ist jedoch ein allgemeines, Freund und Feind umfassendes Geschehen.

Die Sprachform des Gedichtes ist einfach: In unregelmäßigen Metren sind die Verse teils im Kreuzreim (V. 1-4), dann im Paarreim aneinander gebunden (V. 5 ff.), in einfachster chronologischer Form aufgezählt (am Abend V. 1, da V. 5, in der Nacht V. 17, erneut „da“ in V. 20). Die sich reimenden Verse entsprechen einander inhaltlich (z.B. Rasen der Lust, Recken der Brust, V. 12 f.) oder sachlich (Abend wehte, Telegraphendrähte klangen, V. 1/3). Nur am Schluss, als der große Umschlag eintritt, fallen V. 19-22 aus dem bis dato dominierenden Schema der Paarreime heraus: Das Reimpaar „geblieben/drüben“ (V, 19/22) wird durch das Reimpaar „Feinden/weinten“ (V. 20 f.) unterbrochen, es liegt ein umfassender Reim vor.

Legendarisch ist vielleicht auch der lehrhafte Hinweis „siehe“ (V. 20), womit der Erzähler den Bericht vom allgemeinen Verstummen hervorhebt. Antilegendarisch ist jedoch, wie vom Beten berichtet wird: Die Lippen „wühlten im alten Gebet“ (V. 15); sowohl das Verb „wühlen“ bezeichnet die Vergeblich des Betens, wie ja auch bereits Jubelrufe und Klagen am Himmelsgewölbe zerschellen (V. 6, V. 12). Ebenso qualifiziert das Gebets-Attribut „alt“ (V. 15) das Gebet als vergeblich; zudem ist das Beten nur die Äußerung der einen Seite – allgemein und damit richtig ist jedoch das Verstummen, und das Weinen der Mütter (V. 20-22). Dieses Motiv der Mütter taucht auch in den Gedichten „Mütter Vermisster“ und „Die Mütter der Vermißten“ auf (nach Edgar Marsch: Brecht-Kommentar zum lyrischen Werk, 1974, S. 87), ebenso in „Mutter Courage und ihre Kinder“ (1938/39).

Wir haben hier eine Fingerübung des jungen Brecht vor uns; er war 16 Jahre alt, als das Gedicht am 2. Dezember 1914 in „Der Erzähler“ veröffentlicht wurde. Kurt Eisler hat das Gedicht vertont (http://www.youtube.com/watch?v=pIt1woVU9HQ, gesungen von Ernst Busch (http://www.youtube.com/watch?v=EQySr8_Pa6M – gleiche Aufnahme); es wird heute auch im religiös-kirchlichen Kontext zitiert oder vorgetragen (http://www.redemptoristen.com/index.php?id=180&programm=365 oder http://www.s.shuttle.de/delta/kirche-swr/Worte04/worte08-29.htm).

http://www.ddr-hoerspiele.net/2-lp/helene-weigel-liest-brecht.html (Paul Rilla über die Lyrik Brechts insgesamt)

Vgl. noch http://www.club.it/culture/poesie-politica/helmut.gier/corpo.tx.gier.html (Helmut Gier: Brecht im 1. Weltkrieg).